Amira Hass aus palästinensischer Konferenz geworfen, weil sie „jüdische Israeli“ ist

Alex Margolin, HonestReporting, 30.09.2014

Die linksradikale Haaretz-Journalistin Amira Hass, die oft das Narrativ der Palästinenser vertritt, bekam die palästinensische Intoleranz diese Woche am eigenen Leib zu spüren, nachdem sie kurzerhand aus einer Konferenz an der Birzeit University geworfen wurde.

Laut ihrer eigenen Schilderung des Vorfalls kamen während der Konferenz zwei palästinensische Akademiker auf sie zu und forderten sie auf zu gehen, wobei sie „ein Gesetz von Birzeit anführten, welches festlegt, dass sich Israelis (also jüdische Israelis) nicht auf dem Universitätsgelände aufhalten dürfen“.

Vertreter der Universität, schrieb sie, ließen ihre Befürchtung durchblicken, „dass Studenten als Protest über meine Anwesenheit in die Konferenzhalle eindringen könnten“.

Eine Universitätslehrkraft, die ich seit mehr als 40 Jahren kenne, kam vorbei und sagte: „Dies dient Ihrem eigenen Schutz [vor den Studenten].“ Und in diesem Moment hatte ich das Bild vor Augen, das Israelis für gewöhnlich von Palästinensern haben: irrationale Hitzköpfe. Eine palästinensische Bürgerin Israels, die ebenfalls zur Konferenz gekommen war, sagte, sie habe die Konferenz aus Empörung über meinen Ausschluss ebenfalls verlassen.

Hass hatte sich lange für die Palästinenser eingesetzt und ihre Plattform bei Haaretz oft benutzt, um als Apologetin für die Unnachgiebigkeit der Palästinenser zu fungieren. Sie beschrieb Steinwürfe als „ein Geburtsrecht und eine Pflicht“ der Palästinenser in der Westbank und setzte sich für das Recht der Hamas ein, Tunnel zu bauen.

Doch Hass war weniger geneigt, palästinensische Feindseligkeit zu verteidigen, wenn sie gegen sie selbst gerichtet war:

Ich schreibe über diesen Vorfall genau deswegen, weil ich ihn nicht persönlich nehme. Ich nehme die Tatsache nicht persönlich, dass sich einige Lehrkräfte hinter hypothetischen wütenden Studenten und einem Gesetz versteckten, das viele andere anscheinend gar nicht kannten. Meiner Meinung nach wäre es anständiger gewesen, mir direkt zu sagen: Wir unterscheiden nicht zwischen jenen, die die Besatzung unterstützen, und jenen, die gegen die Besatzung sind; zwischen jenen, die über die Politik berichten, um Beduinen zwangsweise auszuquartieren, und jenen, die diese Politik durchsetzen; für uns gibt es für jeden israelischen Juden nur einen Ort – draußen.

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