Die Hamas gibt zu, dass sie ausländische Journalisten bedroht

Simon Plosker, HonestReporting, 17. August 2014 (übersetzt von Cora)

Wir haben es von der Vereinigung der Auslandsjournalisten ebenso gehört wie aus israelischen Medien, die mit ihren Journalisten gesprochen haben. Es wurde von Pal T. Jorgensen von Norwegens TV2 bestätigt. Und jetzt hat ein Hamas Sprecher in einem Interview am 14.08. in Libanons al-Mayadeen zugegeben, dass Journalisten in Gaza bedroht und jene, die Orte, von denen aus Raketen abgeschossen wurden, filmten oder fotografierten, ausgewiesen wurden.

Hier ist ein Video, veröffentlicht und übersetzt von MEMRI:

Einige Auszüge:

Interviewer: Wie haben Sie den Kontakt zu den ausländischen Journalisten aufrecht erhalten und wie übermittelten Sie ihnen Ihre Sicht der Dinge?

Al-Mudallal: Seit dem Beginn der Aggressionen gegen den Gaza-Streifen wurde an den Grenzübergängen der Ausnahmezustand ausgerufen, besonders am Übergang Beit Hanoun, auch als Erez-Übergang bekannt; den Journalisten wurde ohne große Bürokratie erlaubt, einzureisen. Sie mussten sich nur zu ihrer eigenen Sicherheit registrieren lassen.

Unser Problem war, (dass wir nicht wussten), wer in den Gaza-Streifen einreiste. Wer waren sie? Die meisten waren Freiberufler, andere kamen von Nachrichtenagenturen.

In diesem Krieg kamen weniger Journalisten in den Gaza-Streifen als während der letzten Runden, 2008 und 2012. Deshalb ähnelte die Berichterstattung durch die ausländischen Journalisten viel stärker der der israelischen Okkupanten (Israel). Zudem waren die Journalisten, die nach Gaza kamen, ganz auf Friedensvorstellungen und das israelische Narrativ fixiert.

Wenn sie also Interviews durchführten oder an Orte gingen, um von dort zu berichten, wollten sie vor allem Plätze filmen, von denen aus Raketen abgeschossen wurden. Weil sie mit den Besetzern kollaborierten.

Diese Journalisten wurden aus dem Gaza-Streifen ausgewiesen. Unser Sicherheitsdienst ging zu ihnen und hatte mit diesen Leuten ein Gespräch. Sie gaben ihnen etwas Zeit ihre Nachrichten zu ändern, auf die eine oder andere Weise.

Die israelischen Raketen unterscheiden nicht zwischen Kämpfern, Zivilisten oder Kindern.

Einige Journalisten, die in den Gaza-Streifen kamen, standen unter Sicherheitsüberwachung. Selbst unter schwierigsten Bedingungen schafften wir es, sie zu erreichen und ihnen zu erklären, dass das, was sie da machen, nichts mit professionellem Journalismus zu tun habe und unmoralisch sei.

Jonathan Tobin bemerkt dazu dies im Commentary Magazin:

Das Frustrierendste an der ganzen Sache war nicht nur, dass die Presse gezwungen wurde, nur einen Teil dessen zu berichten, was in Gaza geschehen ist. Es scheint, als würden die meisten glauben, an ihrer Berichterstattung sei nichts falsch. Tatsächlich schienen die meisten kein Gespräch mit einem Hamasverbrecher zu brauchen, um mit al-Mudallal übereinzustimmen, dass es für einen Journalisten in Gaza nur eine angemessene Tätigkeit gibt – so viele Fotos von verletzten palästinensischen Zivilisten zu machen wie möglich. Dabei ignorieren sie die Tatsache, dass diese durch die Terroristen in Gefahr gebracht wurden, die aus ihrer Mitte heraus schießen und Tunnel graben, vor allem in der Nähe von Schulen, Krankenhäusern und Moscheen.

Diese offensichtliche Einseitigkeit der Medien stört die Israelis nicht, sie haben es längst aufgegeben, eine faire Berichterstattung durch jene ausländischen Medien zu erwarten, die ja oft in Gegenden reisen, in denen tiefe Vorurteile gegenüber dem Zionismus vorherrschen und die entschlossen sind, nur Geschichten zu finden, die zu ihrem vorgefassten Urteil über die Palästinenser passen. Wir haben in den letzten Wochen viel davon gehört, wie Israel und seine Freunde die richtigen Schlüsse aus diesem Krieg gezogen haben, ebenso haben Experten immer wieder davor gewarnt, dass die Berichte über palästinensische Opfer, sie die öffentlichen Meinung kosten würden. Aber wir haben so gut wie keine Gewissensprüfung von Journalisten über die Krise ihres Berufes und die Fehler jener, die mitten aus Gaza berichteten, gehört.

Als Antwort auf Al Mudallas Enthüllungen stellte der CEO von HonestReporting, Joe Hyams fest:

Wenn die Journalisten unter Bedrohung aus Gaza berichten, haben sie die als Profis die Pflicht, das zu diesem Zeitpunkt deutlich zu machen. Dass sich so viele Journalisten hinter Anonymität verstecken, wenn es darum geht Wahrheiten aufzugedecken, zeigt, dass ihnen der Zugang nach Gaza wichtiger ist, als die Wahrheit.

Während die Hamas für ihren Umgang mit den ausländischen Medien verurteilt werden sollte, sind die Medien, die es dulden, indem sie Bilder von Raketenabschüssen aus zivilen Gegenden und von dort operierenden Hamasterroristen zurückhalten Komplizen bei der Dämonisierung Israels. Ihr Mangel an Professionalität und Transparenz zeigt, dass sich darin, dass die Hamas-Agenden fördern, indem sie einseitig nur Bilder von toten und verletzten Kindern zeigen, was Israel und den jüdischen Gemeinden der Welt unermesslichen Schaden zufügt.

Dafür sollten sie schamerfüllt die Köpfe senken!

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One Comment - “Die Hamas gibt zu, dass sie ausländische Journalisten bedroht”

  1. heplev Says:

    Hat dies auf World-Media-Watch rebloggt und kommentierte:

    Die negative (und unprofessionelle, verlogene) Rolle der Medien bei der Berichterstattung aus dem Gaza-Krieg.


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