Hat irgendjemand einen Terroristen gesehen?

Yarden Frankl, HonestReporting, 7.8.2014 (übersetzt von Cora)

Letzte Woche fragten wir, warum die New York Times zwischen all ihren Bildern vom Gaza Konflikt kein einziges Bild von Hamas Terroristen zeigt. Die Fotos der NY Times erzählen nur einen Teil der Geschichte, sagten wir.

In der Art und Weise, wie der Gaza Konflikt in den Bildern der Mainstream-Medien dargestellt wird, fehlt etwas. Es gibt einen auffälligen Mangel an Fotos von Hamaskämpfern und jenen, die die Raketen abschießen.

Es gibt eine Menge Bilder von eingestürzten Gebäuden in Gaza, von Menschen, die vom Unglück des Krieges betroffen sind und auch Fotos und Videos von Geschossen, die vom Iron Dome auf die herankommenden Raketen der Hamas abgefeuert werden. Aber es gibt praktisch kein Bild von der Hamas als Auslöser.

Und da die Bilder der Medien jene ungeheure Macht haben, die öffentliche Meinung zu beeinflussen, könnte das Fehlen von Aufnahmen, die die Hamas als aggressiv und gefährlich zeigen, große Wirkung darauf haben, wie viel Schuld die Menschen der Hamas geben.

Die Times antwortete, dass sie hunderte von Fotos, die ihre Fotografen gemacht hatten, gesichtet hätten und dabei nur zwei „aus der Ferne und von schlechter Qualität von der Hamas“ gefunden habe. Jetzt wissen wir, warum sie nicht so viele zur Auswahl hatten. Irgendwie konnten ihre Fotografen keinen Hamasterroristen zum fotografieren finden.

Aus einem Interview mit dem Fotografen Wissam Nassar:

F.: Haben Sie irgendwelche Hamaskämpfer oder andere Kämpfer gesehen oder fotografiert?

A.: Ich habe nur einmal Kämpfer gesehen und fotografiert und das war am ersten Tag der humanitären Pause, auf die sich beide Seiten geeinigt hatten, am 20 Juli. Ich hatte kein Problem damit, sie zu fotografieren. Seitdem habe ich keine anderen Kämpfer mehr gesehen.

Es ist ja nicht so, als hätte Nassar den Konflikt 24 Stunden am Tag beobachtet. Er erklärt:

„Meine Tage waren lang und angespannt. Ich war von meiner Familie getrennt, die ich, zu ihrer eigenen Sicherheit zwei Tage nachdem der Krieg begann, nach Ägypten geschickt hatte. Ich verbrachte die Nächte im Büro und die Tage auf der Straße, umgeben vom Krieg. Ich fotografierte Momente des Lebens und Momente des Todes, Menschen die versuchten zu überleben und Menschen in ihren letzten Todeszuckungen. Ich habe zerstörte Häuser fotografiert, Krankenhäuser, Beerdigungen, humanitäre Hilfe, leere Märkte und das tägliche Leben jener Menschen, die während der Pausen in ihre Häuser zurückkehrten.“

Sollen wir wirklich glauben, dass er während der „langen“ und „angespannten“ Tage nur ein einziges Mal ein Hamasmitglied gesehen hat?

Wie hat er es verpasst ein Foto einer einzigen der 3360 Raketen zu machen, die von Gaza aus abgeschossen wurden? Die Hamasterroristen benutzen überall im relativ kleinen Gaza-Streifen Mörser, Panzerfäuste und automatische Gewehre und er hat sie alle verpasst? Oder war er so davon besessen, Bilder von palästinensischen Opfern zu machen, dass er es schlicht vergessen hat, seinem Arbeitgeber auch Bilder von der anderen Seite des Konflikts zu liefern?

Er war auch nicht der einzige Fotograf, den die Times in Gaza hatte. Der Pulitzerpreisträger und bei der Times festangestellte Fotograf Tyler Hicks war ebenfalls dort. Auch er konnte keinen Terroristen oder Raketenabschuss finden.

Hätten wir Zugang zu ihnen gehabt, wir hätten sie fotografiert. Ich habe keine einzige Vorrichtung zum Abschuss von Raketen nach Israel gesehen. Es ist, als würden sie nicht existieren.

Manchmal glauben die Menschen man hätte zu allem Zugang, man könnte alles sehen. Doch die Kämpfer waren nahezu unsichtbar für uns.

Sollen wir wirklich glauben, dass, während die indischen, französischen und finnischen Medien uns mit Beweisen über die Hamas und ihren Raketenabschüssen aus zivilen Gebieten versorgen, die Fotografen der New York Times das irgendwie verpassten? (Siehe: Media Uncovers Launch Sites in Civilian Populated Areas.)

Die Times verteidigte sich zuerst damit, dass man Bilder von der Hamas gezeigt hätte, wenn ihre Fotografen welche eingereicht hätten. Jetzt wissen wir, warum sie das nicht taten. Bitte schreiben Sie an den verantwortlichen Redakteur der Times, in dem sie hier klicken, und fragen Sie, warum ihre Fotografen jene Bilder verpassten, die andere ausländischen Medien machen konnten.

Advertisements
Explore posts in the same categories: Weltmedien und Nahost

Schlagwörter: , ,

You can comment below, or link to this permanent URL from your own site.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: