Oberst Richard Kemp: Israelischer Pilot hat Angriff in Gaza 17 Mal abgebrochen um Zivilisten zu schützen – Das jüdische Volk sollte stolz sein auf den Staat Israel (INTERVIEW)

Deborah Danan, The Algemeiner vom 30. Juli 2014

Grade zurück von einer weiteren Reise nach Sderot und mit Diskussionen mit israelischen Soldaten in der Aufmarschzone in der Nähe von Gaza, ist Oberst (a.D.) Richard Kemp, der frühere Kommandant der britischen Streitkräfte in Afghanistan, mit The Algemeiner zu einem Interview zusammengesessen.

Deborah Danan: Was denken Sie warum die internationale Gemeinschaft derart lautstarken Widerstand gegen die Aktionen der IDF in Gaza ausdrückt?

Oberst Richard Kemp: Nun, der Startpunkt für so viele Weltmedien, Meinungsmacher, politische Führer, NGOs, Menschenrechtsgruppen, wird immer der sein, dass was immer Israel auch tut, es ist falsch. Es wird als der Unterdrücker der Palästinenser angesehen, illegaler Besetzer – sogar von Gaza trotz dem Rückzug vor 9 Jahren – und dann hast du von Anfang an einen Nachteil. Dann fügen wir die Tatsache hinzu, dass die israelischen Militäroperationen gegen die Hamas unvermeidbar zivile Opfer verursacht. Der Grund dafür ist, dass die Hamas sie als Schlüsselelement einsetzt – wahrscheinlich DAS Schlüsselelement ihrer Strategie – Menschliche Schutzschilde. Sie wollen Israel ködern und dazu zwingen, Zivilisten zu töten. Und deshalb sieht man Bilder toter Babies, toter Jungs am Strand, von Frauen, die um ihre Kinder schreien, und keine Realität kann diese Bilder überwinden. Es ist auf eine Weise verständlich, weil es herzzerreissend ist, ich habe aus erster Hand gesehen, was Schrapnell einem Baby antun kann, und es ist entsetzlich, und das Problem ist, dass es keine Referenz gibt, kein Verständnis für die Tatsache, dass der einzige Grund, weshalb diese Kinder getötet wurden, die Aggression der Hamas gegen Israel ist.

DD: Haben Sie irgendwelche Empfehlungen, was Israel tun könnte, um diese Sichtweise zu verändern?

RK: Israel tut sehr viel von dem, was es tun kann; offensichtlich benötigt es effiziente und gewiefte Medienkenner, um die Verzerrungen, die in den internationalen Medien so verbreitet sind, zu kontern. Aber natürlich ist Israel da ebenfalls im Hintertreffen, weil, während Israel vielleicht das Bedürfnis versteht, mit einer raschen Widerlegung oder einer Botschaft der Wahrheit über das, was tatsächlich im Konflikt passiert ist, muss es immer noch zutiefst wahrhaftig sein den Fakten gegenüber und kann sich keine Fehler und keine Übertreibung erlauben. Die Hamas auf der anderen Seite kann sagen was immer sie will, und keiner fordert sie heraus, oder wenn doch, dann spielt es keine Rolle für sie weil sie niemandem Rechenschaft schuldig sind.

Für mich liegt das wichtigste, was Israel tun kann, nicht bei den Massen, sondern bei den Entscheidungsträgern, bei den Führern dieser Welt; letztendlich ist es deren Einstellung und ihr Verständnis, das die Art formt, wie der Westen nach Israel blickt.

DD: Welche spezifischen Schritte unternehmen die USA und Grossbritannien, um zivile Opfer zu vermeiden?

RK: Sie haben restriktive Angriffsregeln in Konflikten, wo es ein erhebliches Risiko gibt, dass Zivilisten getötet werden könnten, beispielsweise in Irak, Afghanistan und Nordirland. Sie treiben einen grossen Aufwand, um das Minimum an Verlust von Menschenleben bei der zivilen Bevölkerung sicherzustellen, einschliesslich Überwachungen, um die An- oder Abwesenheit von Zivilisten sicherzustellen, angemessene Munition einzusetzen – beispielsweise keine massiven Bomben fallen zu lassen, wenn es ein Risiko gibt, nebenan Zivilisten zu töten, und manchmal entscheidet sich die Armee dafür, mit Bodentruppen einzugreifen, um den Kollateralschaden von Luftangriffen zu vermeiden. Oder zum Beispiel, wenn man ein Objekt aus allen Rohren schiessend angreifen möchte, aber man denkt, dass noch Zivilisten in der Nähe sind, dann schiesst man nicht bis man ganz genau weiss, dass man ein definitiv feindliches Ziel vor sich hat, was natürlich die eigenen Truppen in den Nachteil versetzt, aber es ist ein Risiko, das man eingeht, um Menschenleben zu schützen.

Vor drei Tagen habe ich mit einem israelischen Piloten geredet, der mir erzählt hat, dass er am selben Morgen ein feindliches Ziel insgesamt 17 Mal abgebrochen hat, weil Zivilisten in der Zielzone waren, und letztendlich hat er die ganze Operation abgebrochen. Ich fragte ihn, ob das nicht frustrierend gewesen sei? Sein Antwort war einfach nein. Und das ist, für mich, eines der besten Dinge an den IDF – dass das letzte, was sie tun wollen, ist, eine Bombe ins Ziel zu werfen und das dann auf ihrem Gewissen lasten zu haben für den Rest ihres Lebens. Und es war dasselbe mit Kindersoldaten. Ich sprach mit Soldaten, die in Gaza kämpften, und mehrere von ihnen sagten mir: ‚Wir kennen die Einsatzregeln, aber selbst ohne sie ist es immer in unserem Hinterkopf, dass wir keine Zivilisten töten können.‘ Sehen Sie, für sie hat das nichts mit Befehlen zu tun, es ist einfach immer da im Vordergrund. Wer reden über [Reservisten, die] einfache Künstler, Metallarbeiter, Musiker, sie sind keine Killer. Sie haben absolut kein Bedürfnis danach, Zivilisten zu töten. In der Tat, in Sachen verletzte Zivilisten ist die Einstellung der IDF-Soldaten das genaue Gegenteil des Images, mit denen sie vor der Welt porträtiert werden.

DD: Erzählen Sie uns mehr über das Verhältnis von Zivilen zu Kämpfern in Konflikten seit dem zweiten Weltkrieg.

RK: Seit dem 2. WK war der Durchschnitt 3 zivile Tote für jeden getöteten Kämpfer. In manchen Konflikten war die Zahl höher, 4 oder 5 tote Zivilisten für jeden Kämpfer. Bei der Operation ‚gegossenes Blei‘ und ‚Säule der Verteidigung‘ war es 1-zu-1 — und diese Zahl wurde auch von den Palästinensern bestätigt. Natürlich kann ich das Verhältnis dieser Operation nicht sagen, weil sie noch nicht zuende ist. Was aber entmutigend ist, ist die Bereitschaft der Medien, ganz einfach die Anzahl getöteter Zivilisten in Gaza zu berichten, sowie die Anzahl getöteter Kinder – Zahlen die nur von palästinensischen medizinischen Autoritäten stammen, die von der Hamas kontrolliert werden. Ich weiss nicht, ob sie stimmen oder nicht, aber man muss Annahmen machen, in Anbetracht der in der Vergangenheit nachgewiesenen Fälschungen von Opferzahlen. Es ist aber sehr gut möglich, dass wir am Ende dieses Konfliktes ein Verhältnis sehen, das höher ist als 1-zu-1, und wenn dies der Fall ist, dann dürfte das auf zwei Gründe zurückzuführen sein: Der eine ist dass die Hamas aus ‚Säule der Verteidigung‘ und ‚gegossenes Blei‘ gelernt hat, ihre Kämpfer und Waffen besser vor israelischen Luftangriffen zu schützen, einschliesslich in Untergrund-Tunnels, und zum Zweiten wissen sie von ‚Säule der Verteidigung‘, wie viel Zugkraft man kriegt, wenn man Zivilisten tötet — und natürlich wollen sie daraus profit schlagen.

DD: Nach Ihrer Schätzung, wie viel Schaden hat die Hamas verursacht durch Raketen, die zu kurz flogen und innerhalb der Grenzen von Gaza niedergegangen sind?

RK: Das weiss ich nicht — ich könnte auf keinen Fall schätzen, wie hoch das insgesamt läuft. Jedoch offensichtlich haben wir grade erst gesehen, dass eine Hamas-Rakete auf dem Al Shifa Spital und dem Al Shati Flüchtlingslager gelandet ist. Es gibt keinen Zweifel dass ihre zu kurz gelandete Munition ernsthafte zivile Schäden anrichtet.

DD: Welches ist die britische Einstellung zum Krieg in Gaza, und denken Sie, dass sich diese in den letzten paar Operationen verändert hat?

RK: I denke, dass die Menschen in Grossbritannien schwer beeinflusst wurden von den Fotos von toten Kindern, von Hamas-Propaganda, die, natürlich, gefälschte Fotos von toten Kindern beinhaltet — einschliesslich Fotos von toten israelischen Kindern, die als tote palästinensische Kinder dargestellt werden. Die Familie Fogel wurde als palästinensische Familie dargestellt. Um Ihnen die Dummheit der Leute, die sowas tun, zu zeigen: Auf dem Bild kann man sogar eine Menorah sehen. Diese Art Zeugs beeinflusst die britischen Menschen, plus die schrillen Stimmen vieler aus der muslimischen Bevölkerung in England, die aufgebracht sind über die Anzahl ihrer getöteten Brüder in Gaza — die aber anscheinend keinerlei Empörung zeigen gegenüber den 190’000 in Syrien getöteten. Keine Proteste, keine Empörung dort, nichts. Die Einstellung der britischen Öffentlichkeit insgesamt ist negativ. Jedoch war die Einstellung des Premierministers [David Cameron] viel unterstützender, als wir in den anderen beiden Gaza-Konflikten gesehen haben. Trotzdem denke ich, dass die britische Enthaltung bei der Abstimmung über die Resolution der UNHRC mit der Verurteilung Israels und einer Untersuchung von Kriegsverbrechen ein Akt moralischer Feigheit Grossbritanniens ist, und einer, der die ansonsten starke Unterstützung von Israel durch die Regierung unterminiert hat. Wenn politische Führer Israel sagen, es müsse mehr Anstrengungen unternehmen, um zivile Opfer zu vermeiden — und damit insinuieren, dass Israel nicht genug tut und irgendwie glücklich ist damit, zivile Opfer zu verursachen — diese Art Botschaft ermutigt die Hamas, mit ihrer Strategie der menschlichen Schutzschilde weiterzufahren und ausserdem ermutigt sie weitere Extremistengruppen rund um die Welt, es ihnen mit derselben Strategie gleichzutun. Und das führt zum Tod von unschuldigen Menschen. Ban Ki Moon ist dessen schuldig, David Cameron ist dessen schuldig, Barack Obama ist dessen schuldig.

DD: Wie hat die britische Armee in Afghanistan von der Expertise der israelischen Armee profitiert?

RK: Es gibt viele Elemente, die die Briten von der israelischen Armee übernommen haben. Eines davon sind Methoden, zivile Opfer zu reduzieren, die wir in Afghanistan gesehen haben, wo Briten die Taktik übernommen haben, Flugblätter über Zielen abzuwerfen mit potentiellen Zivilisten in Reichweite. Britische Soldatenleben wurden auch dadurch gerettet, dass israelische Schlachtfeld-Medizintechnik zum Einsatz kam, und ebenfalls durch israelische Anti-Bomben-Technologie, das heisst, technologische Ausrüstung, die improvisierte Sprengfallen wie Strassenrandbomben stoppt oder entdeckt. Britische Soldatenleben wurden und werden in Afghanistan durch diese Technologie gerettet. Darüber hinaus ist die Kooperation zwischen britischen und israelischen Nachrichtenoperationen sehr hoch und das hat nicht nur das Leben von Soldaten sondern auch von britischen Zivilpersonen gerettet. Nebenbei unterstützen britische Soldaten und Ex-Soldaten Israel und die IDF sehr stark weil, im Gegensatz zu vielen Zivilpersonen verstehen sie die Bedrohung, der Israel gegenübersteht und die Taktiken, die von der Hamas eingesetzt werden, weil dieselben Taktiken auch von den Taliban benutzt werden und, als Reaktion darauf müssen britische Soldaten die Taktiken der IDF benutzen, um sie zu bekämpfen.

DD: Haben Sie zum Schluss eine Botschaft an das jüdische Volk?

RK: Ich würde sagen, das jüdische Volk sollte sehr stolz sein auf den Staat Israel,d sie sollten ihr bestes Versuchen, die schreckliche Anti-Israel-Propaganda zu ignorieren, die es nur darauf angelegt hat, der Verschwörung zur Vernichtung des Staates Israel beizutragen. Ich selber bin persönlich empört über die schockierende antisemitische Gewalt und Verbalattacken, die durch diesen Konflikt gegen Juden ausgelöst worden sind, speziell in Paris und Deutschland, aber auch in Grossbritannien und anderen Ländern — es absolut niederträchtig und sollte von den Autoritäten auf das Energischste bekämpft werden.

Israel ist das einzige Land in der westlichen Welt heute, das für seine Moral und für seine Werte aufsteht gegen den Ansturm des internationalen Jihad.

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