Reuters schießt der Wahrheit ins Knie

Pesach Benson, HonestReporting.com, 29. Mai 2014

Die IDF suspendierte eine Soldaten, weil er seine Waffe beim Zusammenstoß während des Nakba-Tags auf nicht genehmigte Weise abfeuerte. So heißt es in israelischen Medienberichten z.B. bei der Jerusalem Post, Ha’aretz, YNet und der Times of Israel.

Die Berichte stellen klar, dass dieser Soldat NICHT die Schüsse abgab, die die palästinensischen Teenager Nadim Nuwara und Mohammed Salameh töteten. Als Mitglied einer nicht kämpfenden Kommunikationseinheit war der fragliche Soldat nicht autorisiert seine Waffe zu benutzen, außer er wird beschossen oder befindet sich in einer lebensbedrohlichen Lage; dennoch feuerte er mehrere Gummigeschosse auf eine Mauer, in der Hoffnung palästinensische Steinewerfer zu verscheuchen.

Jetzt stellen Sie sich vor, was ein fahrlässiger oder verwirrter Reporter mit dieser Information anfangen könnte. Dann sehen Sie sich genau an, wie Reuters Ihre Vorstellung erfüllt:

Berichte: Israelischer Soldat nach tödlichen Schüssen in Westbank suspendiert

Das Problem ist mehr als eine Schlagzeile, der Nuancen völlig fehlen. Der Vorspann ist sogar noch schlimmer:

Israel suspendierte einen Soldaten wegen der tödlichen Schüsse auf zwei palästinensische Teenager bei einem Protest am 15. Mai in der besetzten Westbank, berichteten israelische Medien am Mittwoch.

Die meisten Menschen sehen Schlagzeilen in sozialen Medien und auf Internetseiten, ohne auf die Artikel zu klicken. Die wenigsten, die die Story anklicken, tendieren dazu die ersten zwei oder drei Absätze zu lesen. Nur eine Minderheit der Leser die bis zum siebten Absatz bei dem Bericht blieben, erfuhren – Überraschung! – dass die Suspendierung nichts mit den Toten zu tun hatte.

Es gibt aber keine Beweise, die den Soldaten mit einem der Todesfälle vor dem Ofer-Gefängnis nahe der Westbank-Stadt Ramallah verbindet. Der Soldat wurde suspendiert, weil er Gummigeschosse verschoss, keine scharfe Munition, heißt es in den Berichten.

UPDATE:

Die New York Times hat denselben Fehler gemacht. Ihr Bericht beginnt:

Das israelische Militär suspendierte einen Soldaten, der diesen Monat auf Video festgehalten wurde, wie er sein Gewehr auf Protestierende in der besetzten Westbank abfeuerte. Videobeweise zeigten, dass der Soldat mit seiner Waffe innerhalb von Sekunden schoss, in denen ein palästinensischer Junge kollabiert und zu Boden fiel; es erwies sich, dass er eine tödliche Schusswunde erlitt.

Advertisements
Explore posts in the same categories: Medienwelt, Weltmedien und Nahost

Schlagwörter: ,

You can comment below, or link to this permanent URL from your own site.

2 Kommentare - “Reuters schießt der Wahrheit ins Knie”

  1. heplev Says:

    Hat dies auf World-Media-Watch rebloggt und kommentierte:

    Nachlässig? Oder doch böswillig?


  2. Der unsinnige Tod dieser zwei palästinensischen Demonstranten ist zu bedauern. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass die zwei palästinensischen Araber von ihren eigenen Leuten umgebracht wurden. Es wäre nicht das erste Mal. Leider haben diesmal die israelischen pro-palästinensischen Interessengruppen „Rabbis for Human Rights“, „Breaking the Silence“, Btselem und andere, diesen Vorfall nicht gefilmt. Diese notorisch pro-palästinensische Lobby wurde vom globalen NIF und dessen Propagandaarm „Shatil“ mit finanzierten Videokameras ausgestattet. Ganz speziell dafür, um gegen Israel zu hetzen und um orchestrierte Aktionen zu filmen.
    Gerne empfehle ich das Buch http://www.financingtheflames.com von Edwin Black, das dies sorgfältig dokumentiert, und einen Besuch auf der Webseite von Im Tirtzu, Building the Zionist Dream, http://en.imti.org.il/index.html


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: