Reuters killt Nahost-Dominotheorie

Peach Benson, HonestReporting.com, 5. August 2013

Reuters brach mit dem benebelten Mantra der großen Medien, dass der israelisch-palästinensische Konflikt der „Kernkonflikt“ der Region ist.

Mehr als 100.000 Menschen sind im syrischen Konflikt gestorben und Gewalt ist im Irak wieder aufgeflammt, wo allein seit Juli mehr als 1.000 Menschen getötet wurden, viele durch die Hand der Al-Qaida. Auch sind wegen des umstrittenen Atomprogramms des Iran Spannungen aufgekommen, während sich auf den Straßen des vorwiegend sunnitischen Ägypten zwischen Islamisten und dem Militär ein Machtkampf abspielt.

Man kann wohl sagen, dass keine dieser Krisen einer Lösung näher kommen wird, sollten durch irgendein Wunder Israel und die Palästinenser sich endlich auf eine Teilung des Landes zu einigen, in dem sie leben …

In der Öffentlichkeit haben muslimische Führer traditionell gegen Israel geflucht – glücklich, die aufrichtige Wut der gewöhnlichen Araber wegen des Leides der Palästinenser zu schüren – und vielleicht von Kritik an ihrem eigenen Versagen bei dringend benötigten Reformen abzulenken.

Die arabischen Führer können damit nicht länger davon kommen.

Diese Idee des „Kernkonflikts“ verhalf also der Nahost-„Dominotheorie“ (auch als „Verkettung“ bekannt) zum Aufstieg. Nach der Logik der Verkettung würde auch, wenn Israel und die Palästinenser Frieden schließen, der Rest der Konflikte der Region rasch in Ordnung kommen. Egal, dass der brodelnde Kessel der ethnischen Feindschaften – äh – Jahrhunderte älter ist als der moderne Staat Israel.

Dank der Domino-Theorie konnte Israel für Probleme verantwortlich gemacht werden, die weit jenseits seiner Grenzen liegen. Ein hysterisches Beispiel erschien vor ein paar Jahren im Christian Science Monitor. Das hier war der Untertitel:

Globale Stabilität darf nicht länger Geisel der israelischen Siedler sein.

Die dubiose DominoTheorie ist tot und die Nachrichtenagentur hat es endlich eingeräumt.

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6 Kommentare - “Reuters killt Nahost-Dominotheorie”

  1. ahuvaisrael Says:

    Ob’s wohl auch von den entsprechenden Stellen gelesen/gehört wird muss wohl leider in Frage gestellt werden !!!

  2. anti3anti Says:

    Dass die Juden an allem Schuld sind, nennt man Antisemitismus und hat nichts mit Politik zu tun.
    Antisemitismus bedeutet, dass Juden den Arabern Land schulden, es ihnen zurückgeben müssen. Es ist nicht anzunehmen, dass anschließend der Weltfriede ausbricht, eher ein neuer Weltkrieg. Auch vor der Gründung Israels gab es große Kriege.

  3. Zahal Says:

    Letzer Absatz – Globale Stabilität darf nicht länger als Geisel der israelischen Siedler sein. – Falscher Link? Bitte kontrollieren.


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