Rosenbergs Scheinwelt

HonestReporting Media BackSpin, 18. Juli 2011

Wenn man Anti-Israeli-Aktivisten den Slogan „From the river to the sea, Palestine will be free” skandieren hört oder die Plakate sieht, auf denen Israel völlig durch „Palästina“ ersetzt worden ist, dann haben jene, die an den Attacken auf Israel beteiligt sind, eindeutig ein Problem mit Israel als Staat. Das befindet sich jenseits legitimer Kritik an Israels Politik gegenüber der West Bank, zum Thema Siedlungen oder „Besatzung“.

Manche Menschen werden wegen ihrer politischen Vorstellungen blind für die Realität. M. J. Rosenberg (Abb.)  ist einer von ihnen. In Beiträgen für die LA Times und Chicago Tribune argumentiert er, dass „Delegitimierung nur eine Ablenkungsmanöver [sei]“:

Warum wohl sprechen die pro-israelischen Organisationen darüber? Die Antwort ist einfach: Sie versuchen, die Aufmerksamkeit vom zunehmenden Widerstand weltweit gegen die Besatzung der Westbank und die Blockade des Gazastreifens, die beide nach nahezu jedem Standard illegitim sind, abzulenken. Sie versuchen, von den stetig wachsenden Siedlungen abzulenken, die nicht nur illegitim, sondern nach internationalem Recht illegal sind. Und sie versuchen von den immer lauter werdenden Forderungen an Israel abzulenken, das Land solle den Palästinensern die gleichen Rechte zugestehen.

Es ist intellektuell dürftig von Rosenberg, zu behaupten, dass pro-israelische Organisationen auf der ganzen Linie (einschließlich wir von HonestReporting) das Problem der Delegitimierung verwendeten, um so von der Opposition zur israelischen Politik abzulenken.

Sicher – einige Organisationen sind ideologisch motiviert, wenn sie bestimmte politische Standpunkte vertreten. Aber die meisten sind es nicht.

Gerade aufgrund der Tatsache, dass es zunehmend schwieriger wird, eine rationale Debatte über die von Rosenberg Fragen angespochenen Fragen zu führen, ohne dass man mit extremem Hass auf und Dämonisierung Israels und Israelis konfrontiert wird, müssen pro-israelische Organisationen das Problem der Delegitimierung ansprechen.

Selbst wenn es allein israelische Politik wäre, welche die Kritik an Israel antreibt, muss Rosenberg anerkennen, dass die Kritik selbst weit über das hinausgeht, was verhältnismäßig ist oder einen akzeptablen Diskurs ausmacht.

Wenn Israelis hören, dass der Zionismus angegriffen wird, dann verstehen sie das eher als Angriff auf  ihr Recht, einen eigenen Nationalstaat zu haben denn als Kritik an einer bestimmten Regierung oder Israels Verhältnis zu den Palästinensern.

Sorry, MJ, aber du lebst offensichtlich in einer Scheinwelt.

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