Kommentare und der Dröhnen der Masse

HonestReporting Media BackSpin, 17. Mai 2010

Unsere Kritik an Comedy Central hat bei den Lesern einen Nerv getroffen. Innerhalb von weniger als 24 Stunden stieg die Mitgliederzahl unserer neuen Facebook-Gruppe auf fast 1.000, die reichlich Kommentaren gaben. Es gibt weitere Leser-Aufregung auf BackSpin, auf YouTube (einem der Orte, die unseren Postcast hosten) und auf HonestReportings Facebook-Seite.

Ich möchte auf drei Punkte antworten, die die Leser aufwerfen.

1. Das Spiel von Comedy Central ist ein Witz. HR sollte lockerer werden

Da widerspreche ich entschieden. Ich finde dieses Argument abschätzig, wenn man den Fakt bedenkt, dass Comedy Centrals Spiel ein Stereotyp von Israel als Kindermördern fortsetzt. Der Name Comedy Central auf einem Online-Videospiel schafft eine Aura der Coolness um sehr anstößigen Humor und falsche Stereotypen. Dieser auf BackSpin eingestellte Kommentar von Jay hebt das heraus:

Oh, ich verstehe. Die spielen darauf an, dass die IDF während der Belagerung des Gazastreifens viele unschuldige Kinder tötete, nicht wahr?

2. Die Juden sind nicht die einzigen, die von Comedy Central gekränkt werden. Sie schlagen auf jeden ein.

Nachdem wir die Kritik versandten, wurden wir darauf aufmerksam gemacht, dass das Spiel I.S.R.A.E.L. Attacks im Kontekxt mit einer kruden Animations-Fernsehsendung von Comedy Central steht, die Drawn Together heißt. Diese Sendung wurde zwar 2007 abgesetzt, aber ein Film „Drawn Together“ wurde im April veröffentlicht. Normalerweise würde ich auf die Sendung oder den Film verlinken, damit die Leser sie sehen und sich selbst ein Bild machen können, aber sie sind einfach zu geschmacklos und unzweideutig.

Das Argument, sie „verletzen alle“ bedeutet in Wirklichkeit: „Sie sind abstoßend.“ Es mildert Drawn Togethers schmerzliche Stereotypisierung nicht, ob nun wir von Juden, Katholiken, Muslimen, Schwarzen, Schwulen usw. reden. Ich kann mir nur vorstellen, wie Christen auf eine weitere von Comedy Central angedachte Serie reagieren: JC.

Lassen Sie uns etwas die Perspektive beibehalten: Wir fordern NICHT, dass Comedy Central einen Gedanken-Polizei-Beobachter für ihre Inhalte hat; wir verurteilen weder das Netzwerk als Ganzes, noch fordern wir einen Boykott. Wir fordern einfach nur, dass I.S.R.A.E.L. Attacks von Comedy Centrals Internetseite entfernt wird. Zu diesem Punkt gebe ich John aus Michigan das letzte Wort, der auf BackSpin schrieb:

Das Videospiel sagt mir, dass die Macher von Drawn Together verzweifelt nach Publicity suchten und alles tun werden, um Kontroversen zu schaffen.

3. HonestReporting macht anders Denkende mundtot

Überhaupt nicht. Der Podcast begann damit, dass Yarden Frankl beschreibt, wie das Auto seiner Frau letzte Woche von einem Palästinenser mit Steinen beworfen wurde. Ich möchte Penparcs Kommentar auf YouTube hervorheben:

Der Typ lebt in einer Kolonie in der Westbank und beschwert sich darüber, dass Palästinenser Steine auf sein Auto werfen. Schräg! [Man könnte es auch mit „Spinner!“ übersetzen – heplev]

Menschenrechte hören nicht an der Grünen Linie auf. Ein israelisches Auto mit Steinen zu bewerfen wird nicht von der Seite entschärft, auf welcher Seit der Grenze es stattfindet.

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One Comment - “Kommentare und der Dröhnen der Masse”


  1. […] This post was mentioned on Twitter by Bernd Dahlenburg. Bernd Dahlenburg said: Kommentare und der Dröhnen der Masse http://bit.ly/bflC8d […]


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