Die Medienschlacht um Jerusalem – Bloggermeinungen, Teil 1

HonestReporting Media Backspin, 9. Mai 2010

Es ist schwer sich an das letzte Mal zu erinnern, als der Status Jerusalems Thema solcher Auseinandersetzung war. Da diese Woche der Jerusalem-Tag ansteht, befragte ich einige Blogger, um ihre Sicht zur folgenden Frage zu hören:

Gewinnt Israel die Medien-Schlacht um Jerusalem?

Ich stelle die Antworten so ein, wie sie hereinkommen. Hier sind die ersten:

Yisrael Medad:

Nein.

Israel lehnt es ab seine Argumente für Jerusalem einzubringen. Zum Beispiel kann die Frage der „Erweiterung der Stadtgrenzen“ damit angegangen werden, dass man herausstellt, dass das im UN-Teilungsplan von 1947 empfohlene Internationale Gebilde sogar von der Südgrenze Ramallahs bis nach Bethlehem (einschließlich!) reichte und vom heutigen Maaleh Adumim bis nach Motza. Die ethnischen Säuberungs-Operationen der Araber, um die Altstadt, Atarot, Neveh Yaakov usw. von jüdischen Einwohnern zu leeren, werden ebenfalls ignoriert. Es fehlt an Bestimmtheit und unsere Gegner nutzen unser schwaches Vorgehen aus. Außerdem lähmt das Fehlen einer jüdischen Präsenz oder Identität auf dem Tempelberg Israels Position.

Elder of Ziyon:

Israels wahrer Anspruch auf Jerusalem ist der jüdische Anspruch auf Jerusalem, der sich auf Tausenden Jahren Geschichte und Milliarden Tränen gründet. Niemand wird durch die Einzelheiten juristischer Analysen von „Besatzung“ oder Kriegsrecht von Israels Anspruch überzeugt werden – nur von der Erkenntnis, dass Jerusalem das Herz des jüdischen Volkes ist.

Die Medien folgen ihrer Natur und beschäftigen sich mit nichts als dem, das länger als ein Nachrichtenzyklus dauert; und ihre tief gehenden Hintergrund-Analysen gehen lediglich Jahrzehnte zurück. Angesicht dessen hat Israel fast keine Chance die Schlacht zu gewinnen – und es ist in der Tat dabei sie zu verlieren.

A Soldiers’s Mother

Die einfache Antwort ist: Nein, Israel gewinnt die Schlacht um Jerusalem nicht. Wie das Leben so spielt, begleitete ich gestern eine herzige Christin aus Indiana zu ein paar Stätten in Israel. In der Zeit, die wir gemeinsam verbrachten, hörte ich sie mir immer und immer wieder sagen, dass wir nicht andere unsere Politik bestimmen lassen sollten; dass das amerikanische Volk, wenn auch nicht die Regierung, Israel unterstützt. Während unserer Fahrt durch Jerusalem zeigte und erklärte ich. Wenn Obama seinen Willen bekommt, würde rechts etwas Palästinenserstaat sein, links Israel. „Absurd“, antwortete sie. Das würde absurd sein. „Obama begreift nicht“, fuhr sie fort. Und damit hatte sie unsere Bemühungen zu Jerusalem zusammengefasst.

Zwei Schlüsselfaktoren zu Jerusalem begreifen die Leute außerhalb Israels nicht: die Geschichte du die geografische Wirklichkeit. Sie glauben, die Lösung sein so einfach wie dass ein salomonisches Messer kommt und das Land teilt. Sie haben wenig Begriffsvermögen dafür, dass Ramat Schlomo im Norden Jerusalems liegt, nicht im Osten. Dass Har Homa auf einer benachbarten, öden Hügelkuppe gebaut wurde. So lange Israel darin versagt diese wichtigen Dinge zu erklären, wird die natürliche Tendenz der Mehrheit der Menschen (und Regierungen) darin bestehen den gigantischen (und effektiven) Anstrengungen der palästinensischen Propagandamaschinerie zu glauben.

Update: Im zweiten Teil finden Sie Antworten von Stephanie Gutmann, Soccer Dad und Mere Rhetoric.

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2 Kommentare - “Die Medienschlacht um Jerusalem – Bloggermeinungen, Teil 1”


  1. […] This post was mentioned on Twitter by Castor89. Castor89 said: Die Medienschlacht um Jerusalem – Bloggermeinungen, Teil 1 http://bit.ly/cdCjPY […]

  2. Zahal Says:

    es ist auch schwer, wenn man die geballte Kraft der Medien, die seit Monaten wegen den „Siedlungen“ wettern und beschwören, daß nur sie der Hinderungsgrund für Verhandlungen und Frieden sei, etwas entgegenzusetzen.

    Sobald Verhandlungsbereitschaft signalisiert wird, fangen die Medien an, angebliche „Bauvorhaben“ in Jerusalem und „Ungerechtigkeiten“ der Palaraber an den medialen Pranger zu stellen.

    So heute auch die deutsche Welle mit Lügen und Verdrehungen, Aussagen, die sich auf sogenannte „Friedensorganisationen“ berufen um Stimmung zu machen.

    95.000 Kinder in Armut

    Einen „immerwährenden Zustand von Armut“ müssten danach allein in Ostjerusalem rund 95.000 palästinensische Kinder ertragen. Nur jede zehnte Familie bekomme soziale Hilfsleistungen. Für ein Kind im Ost-Teil stünden im Jahreshaushalt nur umgerechnet 120 Euro zur Verfügung, im West-Teil seien es dagegen gut 500 Euro. Es fehle außerdem an rund 1000 Klassenräumen und auch die Müllabfuhr funktioniere nicht.

    „Die Politik Israels in den vergangenen 40 Jahren hat Formen der Diskriminierung bei der Bebauung und Enteignung von Grundstücken angenommen“, so die Menschenrechtsorganisation. Dem Bericht zufolge hat Israel mehr als ein Drittel der Fläche des Ost-Teils Jerusalems durch Enteignungen in seinen Besitz gebracht. Dort würden mehr als 50.000 Wohnungen für Siedler gebaut. In Ost-Jerusalem leben derzeit 260.000 Palästinenser und 200.000 Israelis.

    Diese “Menschenrechtsorganisation ACRI – beschreibt Beer7 gut…..

    http://beer7.wordpress.com/2008/12/07/acri-verleumdet-israel/

    http://www.dw-world.de/dw/article/0,,5560259,00.html?maca=de-rss-de-top-1016-rdf

    Das diese Aussagen nicht stimmen können, kann man zwar nachweisen, aber es wird auch von Seiten Israels zu wenig getan – leider.

    Das Arbeits- und Wohlfahrtsministerium hat die jährlichen Staatsausgaben an Jerusalems arabischen Israelis (230.000 etwa 30 % der Bevölkerung) bekannt gegeben.

    Im Jahre 2009 zahlte der Staat Israel 174 Millionen Euro an Jerusalems Araber und das Ministerium meinte: Es bliebe wohl kurz oder lang nichts anderes übrig, als die arabischen Viertel von Jerusalem zu trennen, also an die PA übergeben, weil die jährlichen Ausgaben eine Finanzlast seien, die auf Dauer nicht zu schultern wären, darüber hinaus sympathisieren viele von Ihnen sowieso mit dem Kampf gegen den Judenstaat, der sie Jahr für Jahr versorgt.

    Israel Nationalversicherung zahlte allein im Jahr 48 Millionen Euro nur an palästinensische Kinder in Jerusalem als Kindergeld, das sind über 37 % dessen, was die Jerusalemer Stadtverwaltung insgesamt an Kindergeld ausbezahlt, also fast die Hälfte…..

    Darüber hinaus zahlt die Jerusalemer Stadtverwaltung eine Gehaltsversicherung in Höhe von 11 Millionen Euro an die palästinensischen Stadtbewohner Jerusalems. Und obwohl diese nur 30 % der Einwohner ausmachen, sind das knapp 50 % der gesamten Gehaltsversicherung für die 700.000 Einwohner.

    Das jährliche Steueraufkommen, das von den arabischen Stadtbewohnern in die Verwaltungskasse gelangt, ist viel geringer als die Zuwendungen, die diese Bevölkerungsgruppe vom Staat als Sozialhilfe bekommt, das kann daran liegen, das die Einnahmen von Abgaben auf der arabischen Seite aus politischen Gründen viel schwieriger ist.

    Das dies die jüdischen Bewohner ärgert, ist wohl klar, denn einerseits bekommen sie Sozialhilfe wie alle anderen, andererseits bekämpfen (wenn auch viele nur ideologisch) sie mit der Fatah und der PA das Existenzrecht Israels.

    Es stimmt aber auch wohl, dass die Mehrheit der Palästinenser unter der Herrschaft Israels leben wollen und nicht unter der PA……Aussage von Chaled Dahamsche: Mammud Abbas meint, über uns bestimmen zu können, ebenso die Hamas, die arabische Liga und andere, aber uns fragen sie nicht, WO wir leben wollen. Ich denke nicht, dass eine palästinensische Stadtverwaltung sich besser um uns kümmern wird als die Israelis. Ich weiß wovon ich rede, ich habe Verwandte und Angehörige in Bethlehem und in Hebron. Denen geht es wesentlich schlechter als mir……


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