Lügen, große Lügen, Statistiken und Haaretz

HonestReporting Media BackSpin, 22. März 2010

Haaretz wurde von einem ihrer eigenen Meinungsforscher scharf gerügt. Es sieht so aus, als  ob die allzu legere Übersetzung eines hebräischen Wortes den Redakteuren genügend Spielraum gab, um zu behaupten, dass die meisten Israelis hinter Präsident Obama stünden. Professor Camil Fuchs, Meinungsforscher bei Haaretz, kritisierte die Darstellung seiner Arbeit durch das Blatt als „irreführend“.

Er erklärte der Jerusalem Post:

Sowohl die englische als auch die hebräische Freitagausgabe von Haaretz machten mit der Schlagzeile Umfrage: Die meisten Israelis betrachten Obama als fair und freundschaftlich gegenüber Israel eingestellt.“

Die englische Ausgabe platzierte neben einer Abbildung Obamas, dass „69% sagen, Obama ist fair und freundschaftlich gesinnt.“

Die Geschichte selbst gibt keine Zahlen her, aber im Aufmacher heißt es, dass, „eine überwiegende Mehrheit der Israelis denkt, der Umgang mit ihrem Land ist fair und freundschaftlich.“

Die englische Ausgabe enthält keine grafische Aufbereitung der Zahlen, weder in der Online- noch in der Printausgabe.

Online- und Printausgabe der hebräischen Ausgabe führten eine Grafik auf, die darstellte, dass gerade einmal 18 Prozent der Antwortenden Obama als „freundschaftlich“ gesinnt gegenüber Israel einstuften, nur 3% weniger als die 21%, die dem Präsidenten eine „feindselige“ Haltung attestierten.

10 Prozent waren unentschieden und 51% definierten Obamas Haltung zu Israel unter Verwendung des hebräischen Wortes „inyani,“ das übersetzt werden kann als „nüchtern“ oder „geschäftsmäßig,“ aber nicht als fair.

Fuchs, der die Statistikabteilung der Tel Aviv-Universität leitet, sagte, dass er etliche Reaktionen von den Menschen aus aller Welt empfangen hatte, die von der Schlagzeile über die Abstimmung überrascht gewesen waren. Er distanzierte sich von der Headline und kritisierte die Weise, wie seine Umfrage dargestellt wurde.

„Was kann ich dagegen machen? Nur der Redakteur verfasst die Schlagzeilen“, so Fuchs.

„Wenn sie die Zahl 69 in Einem schreiben ist das zwar korrekt, führt aber in die Irre. Genauso gut hätten sie ’feindlich’ und ’inyani’ kombinieren können, um eine größere Zahl zu erhalten.

Ich überlasse es den Lesern zu kommentieren, warum Haaretz sich dafür entschied, happige 51 Prozent der Antwortenden mit „freundschaftlich“ in einen Topf zu werfen. Mein erster Gedanke galt Mark Twain. Von ihm stammt die Redensart:

„Es gibt drei Arten von Lügen: Lügen, große Lügen und Statistiken.“

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