“Unmöglich nachweisbar, aber wir bringen es trotzdem“

HonestReporting Media BackSpin, 28. Dezember 2009

Man kann schreckliche Anschuldigungen zwar in keiner Weise belegen, veröffentlicht sie aber entgegen aller journalistischen Sorgfaltspraxis. Hier die Kernaussage eines Schnipsels von Daily Telegraph-ReporterAdrian Blomfield. Er schreibt aus Gaza:

Wenn sie aber ein Jahr später wieder den Tod ihres Sohnes vor Augen hat, erinnert sich Frau Awaja an ein noch entsetzlicheres Detail. Sie sagt, dass, als sie hinter einer Wand Schutz suchte, ihr Mann davon humpelte, um Hilfe zu suchen und israelische Soldaten Ibrahims Leiche, die auf der Straße lag, für Zielübungen missbrauchten.

„Bei jedem Geschosseinschlag bäumte sich sein toter Körper auf“, sagte sie. „Es sah so aus, als ob er den Schmerz noch empfinden konnte, obwohl er nicht mehr am Leben war.“

Es sind Anschuldigungen wie diese – fast unmöglich zu überprüfende -, die Israels internationalem Ansehen so viel Schaden zugefügt haben.

Hinweis für Blomfield: Es sind nicht die Anschuldigungen selbst, die Israels Ansehen so viel Schaden zufügen. Es sind Reporter wie Sie, die Israels Ruf beschädigen, wenn sie unbestätigten Anschuldigungen öffentliche Aufmerksamkeit ungerechtfertigte Glaubwürdigkeit und geben.

Welchem journalistischen Ethos entspricht es, wenn man das seinem Bericht beifügt?

Gewöhnliches Gazaner wie Kamal Awaja haben nicht den Mut, Reportern wie Blomfield über die Häuser zu berichten, die als Deckung herhalten mussten und als Abschussrampen für Raketen, nicht über Moscheen, die als Waffenlager benutzt wurden, oder Krankenhäuser, die von Hamas-Führern beschlagnahmt worden waren. Ein weiteres deutliches Beispiel dafür, was ich als Journalismus mit Druck auf die Tränendrüse bezeichne.

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