Israel und die Lehren aus Hiroshima

HonestReporting Media BackSpin, 10. August 2009

Ich habe eben ein sehr gutes Stück über die Berichterstattung „nach dem Tag von Hiroshima“ in Editor & Publisher zu Ende gelesen.

Die Mainstream-Medien vertrauten vollkommen dem Kriegsministerium, was heute undenkbar wäre:

Fast alle Leitartikel befürworteten den Einsatz der Bombe gegen Japan. Aus vielen klang der Rachegedanke, den sie aus Trumans Rede heraushörten. Viele betonten, dass der Bombenabwurf ein logischer Höhepunkt des Krieges sei. „Wir bedauern jedoch sehr die Notwendigkeit“, beobachtete die Washington Post, „dass ein Kampf bis zum Tod für alle Kombattanten bedeutet, dem Gegner ein Maximum an Verlusten in kürzester Zeit zuzufügen.“ Und die Washington Post fügte hinzu, sie sei „uneingeschränkt froh darüber, „dass die Wissenschaft uns diese neue Waffe vor Kriegsende zur Verfügung gestellt hat.“

Mit Bezug auf führende amerikanische Politiker kommentierte die Chicago Tribune: „als wir gnadenlos wurden gaben sie Frieden.“ Eine Karikatur in derselben Zeitung zeigte eine Friedenstaube über Japan mit einer Atombombe in ihrem Schnabel.

Es sollte Wochen dauern, bis mit George Weller der erste westliche Reporter in Nagasaki eintraf, der seine eigenen unabhängigen Berichte schrieb – die ersten, die sich mit Verwundeten beschäftigten, die stark radioaktiver Strahlung ausgesetzt waren. Vergleichen Sie das mit diesem Gazakrieg. Trotz Beschränkung der Medien durch Israel erfuhren wir viel über die Entwicklungen im Gazastreifen – vieles in Echtzeit.

Die zunehmende Sorge um Menschenrechte ist auch kaum zu übersehen. Während der Operation Gegossenes Blei rief die IDF mehr als 200.000 mal im Gazastreifen an, um vor Luftangriffen zu warnen. Um das ins Verhältnis zu Hiroshima zu setzen: dort gab es 135.000 Tote und Verletzte. Keiner, der die Medien daran hinderte, Israel aufs Korn zu nehmen.

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