Todesstrafe für “Journalisten“-Mörder

HonestReporting Media BackSpin, 27. Mai 2009

APP berichtet, dass drei ehemalige Sicherheitskräfte der Fatah schuldig gesprochen wurden, 2007 im Gazastreifen zwei palästinensische Journalisten ermordet zu haben. Aber so eindeutig ist der Fall nicht.

Die Angeklagten Shadi Madhoun, Read Magossi und Shadi Ahmad wurden von einem Militärgericht der Hamas überführt und zum Tode verurteilt.

Sie hatten Suleiman Ashi und Mohamed Abdo ermordet, die beide für Felesteen gearbeitet hatten – eine Zeitung, die als Sprachrohr der Hamas dient. Ashi war für den Wirtschaftsteil des Blattes zuständig, Abdo als Geschäftsführer.

Das wirft einige Fragen auf.

Sollte jemand, der für ein Terroristenblatt arbeitet, Journalist genannt werden?

Zum Beispiel stuft das Committee to Protect Journalists Ashi und Abdo als Journalisten ein. Da bin ich anderer Meinung. Wie die Washington Times einmal unterstrich ist „Jede Organisation, die von einer Terrorgruppe geführt wird – ob sie sich als Wohltätigkeitseinrichtung, Wirtschafts- oder Medienunternehmen ausgibt – ebenso schuldig wie die Terrorgruppe selbst“. Das heißt nicht, dass ihre enge Beziehung zur Hamas den Mord weniger schlimm macht. Aber sie als Journalisten zu bezeichnen ist mehr als fragwürdig.

Werden Menschenrechtsgruppen und Journalistenverbände deutlich hörbar die Todesstrafe verurteilen?

Rechnen Sie besser nicht damit. Jede Kritik wird bestenfalls gedämpft geäußert.

The Media Line liefert ausführliche Informationen zum Fall.

Wird die Hinrichtung der Hamas weitere PR-Punkte bringen, was die Einführung von Law and Order in Gaza betrifft?

Zweifel sind angebracht. Die Gazaner wissen, dass die Hinrichtung politisch motiviert ist und Journalisten sich deshalb keinesfalls sicherer fühlen können.

Eher werden die noch nicht terminierten Hinrichtungen zusätzlich die proislamistischen „Journalisten“ einschüchtern, die Lizenzgebühren entrichten und Medienausweise von der Hamas bekommen haben. Die Medien in Gaza begreifen, dass Widerstand nicht steuerfrei ist. Und die Hinrichtung gibt der Hamas die Möglichkeit, ihre Muskeln spielen zu lassen.

Können Madhoun, Magossi und Ahmad als politische Gefangene bezeichnet werden?

Sie töteten zwei Männer, also wäre jeder Versuch weit hergeholt, in ihnen mehr als Mörder zu sehen. Um für die drei Fatah-Männer Mitgefühl zu entwickeln müsste man davon ausgehen, dass die Tötung der „Journalisten“ ein legitimer Widerstandsakt war. Nun gibt es für NGOs und Journalistenverbände ein schlagendes Argument.

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