Sport und Politik

HonestReporting Media BackSpin, 19. Februar 2009

Die Vereinigten Arabischen Emirate (UAE) führen eine Medienschlacht wegen ihrer Entscheidung, der israelischen Tennisspielerin Shahar Peer die Einreise zu verweigern. Und das Turnier in Dubai, um das sich alles dreht, läuft auch nicht gerade bestens. Erst zog Tennis Channel den Stecker für internationale Übertragungen aus Verärgerung über die Behandlung, die Peer erfahren musste. Dann cancelte das Wall Street Journal(WSJ) Europe sein Sponsoring, zusammen mit einer eigenen Werbekampagne, die auf Tennis zugeschnitten war.

Höchst interessant: Das WSJ erklärte, dass es sich zum Handeln entschlossen hatte, weil die Affäre den Leitsätzen des Blattes widerspricht. „Die Philosophie des Wall Street Journal geht von freien Menschen in freien Märkten aus, und diese Aktion läuft der redaktionellen Ausrichtung des Blattes zuwider“, so das Blatt in einer Verlautbarung.

In einem Gastbeitrag der Ausgabe vor zwei Tagen erhielt das WSJ den Druck aufrecht und wies die Behauptung der UAE zurück, dass die (Peers) Sicherheit die Hauptursache dafür gewesen sei, das Land judenfrei zu halten, und nicht politische Gründe:

Augenblick mal’: Dubai verbietet bereits Menschen mit israelischem Pass, einen Fuß auf seinen Boden zu setzen, was die Entschuldigung des Emirats bezüglich Peers Ausladung (Weltrangliste 45) von den Barclay Dubai Tennis Championships Lügen straft. In einer anderen verschrobenen Wendung fügte der Turnierdirektor hinzu, dass Frau Peers Anwesenheit auf dem Court „unsere Fans in Aufruhr versetzt“ haben könnte. Eigentlich waren wir das immer von John McEnroe gewohnt, was uns aber nicht davon abhielt, ihm zuzusehen.

Wenn diese Art medienpräsenter Diskriminierung stattfindet kann man nicht anders als sich fragen, wo die Boykott-Freaks geblieben sind. Ich erinnere mich an Protestbewegungen, bei denen „niemand ist frei, solange nicht jeder frei ist“ gefordert wurde. Es sei denn, Sie besitzen einen israelischen Pass.

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4 Kommentare - “Sport und Politik”

  1. Mr. Moe Says:

    Die F.A.Z. schreibt dazu übrigens:

    Die Nagelprobe, ob eine solche Zusage auch in der Realität Bestand hätte, kann schon in der kommenden Woche folgen, wenn der israelische Doppelspezialist Andy Ram beim Herrenturnier in Dubai antreten will. Sollte auch ihm ein Visum verweigert werden, wäre der Tennisstandort Dubai kaum mehr zu halten.

    Denn nicht nur die jüdische Lobby in den Vereinigten Staaten will die arabische Willkür nicht hinnehmen. Der Spartenkanal Tennis Channel hat seine Übertragung vom Damenturnier schon abgebrochen. Der Titelsponsor, die Barclays Bank, ist unter Druck geraten, dem Beispiel des „Wall Street Journal“ zu folgen und sein finanzielles Tennis-Engagement am Persischen Golf zu beenden.

    Quelle


  2. […] die “jüdische Lobby” einzubauen. Eine wahre Glanzleistung! [hattip: Lizas Welt, Medien Back Spin] Beschlagwortet mit:Israel « […]


  3. […] verweigerten Visums für die israelische Tennisspielerin Pe’er Shahar, der schon zur Genüge von anderen beschrieben wurde. (Der mediale Sturm im Wasserglas dazu hat dem israelischen Tennisspieler Andy […]


  4. […] verweigerten Visums für die israelische Tennisspielerin Pe’er Shahar, der schon zur Genüge von anderen beschrieben wurde. (Der mediale Sturm im Wasserglas dazu hat dem israelischen Tennisspieler Andy […]


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