Naqba für Google Earth-User

honestreporting Media Backspin, 2. Juli 2008

Gestern eskalierte die palästinensische Propaganda bei Google Earth. Orangefarbene Markierpunkte hoben palästinensische Ortschaften in ganz Israel hervor, die nun fast alle mit dem Satz „Naqba – Die palästinensische Katastrophe“ beschriftet sind.

In der heutigen Ausgabe der Jerusalem Post spricht Stephanie Rubenstein einige wichtige Punkte an und zitiert Andre Oboler:

• Etliche der so beschrifteten Dörfer wurden während des Unabhängigkeitskrieges 1948 nicht zerstört – Geschichtsfälschung also.

• Die Falschinformation erscheint auf der „unveränderbaren Kernebene [Core Layer*]“ von Google Earth, was bedeutet, dass jeder, der das Tool eingeschaltet hat, um die Ortsbeschriftungen automatisch einzublenden, die Propaganda zu sehen bekommt. Pro-israelische und korrigierte Beiträge werden sekundär zuschaltbaren Optionen zugewiesen, die von den Nutzern eigens angeklickt werden müssen.

• Die Naqba-Beschriftungen wurden alle von Tameen Darby, einem Einwohner Jenins, hinzugefügt und enthalten Links zu Palestine Remembered.

Die Jerusalem Post merkt zusätzlich an, dass die israelische Stadtverwaltung von Kiryat Yam gerichtliche Schritte gegen Google Earth in die Wege leitet, weil vor Monaten – auch von Darby – unwahrhaftig behauptet wurde, dass die Stadt auf den Ruinen von Ghawarina errichtet worden sei.

Niemand erhebt Einwände gegen Darbys Recht, User-generierten Inhalt einzustellen. Die Frage läuft darauf hinaus, ob er Google-Normen verletzt hat, als er eigenmächtig sein Material auf der Kernebene eingetragen hatte. Andre Oboler schreit Zeter und Mordio:

„Google muss seine Grundsätze bezüglich der für die User-Gemeinde verfügbaren Eintragsebene überdenken – sie vielleicht aufteilen oder in Zukunft auf Inhalte wie gegenwärtig bedeutsame Ortsangaben und Charakteristika beschränken.“

„Informationen können sowohl von der Vergangenheit als auch der Zukunft zeugen, zur Befürwortung oder Erziehung dienen. Diese Dinge haben ihren Wert, gehören aber in getrennte Ebenen, vorzugsweise in solche, die sorgfältig auf bestimmte Themen abgestimmt sind. Dies würde Missbrauch der Plattform verhindern – das Problem, mit dem wir es jetzt zu tun haben, und in Zukunft Wirrwarr vermeiden, wenn Google Earth mit User-Inhalten überfrachtet wird.“

Aber Google-Sprecherin Powell widersprach:

„Diese Einträge reflektieren die Mitarbeit der Nutzer und nicht das, was Google für wahr hält.“

 

In einer E-Mail heute Vormittag an Honest Reporting betonte Oboler jedoch, dass Google Earth als Webseite für Informationsbeschaffung dient.

 

„Wenn Google wirklich meint, dass Google Earth nicht als wahre Darstellungsweise betrachtet wird, soll es das doch dezidiert auf dem Startbildschirm anzeigen. Fakt bleibt, dass Google die Editierung kontrolliert und sie beeinflussen kann.“

Die Frage ist nämlich: Bewegt sich Darbys Propaganda im Rahmen der Benutzerrichtlinien der Google Earth-Community?

Erst letzte Woche schrieb Oboler einen Beitrag, in dem er scharf die palästinensischen Aktivisten dafür kritisierte, dass sie Google Earth für ihre „Umtausch-Geografie“ missbrauchten.

 

Dazu entsprechende Forenbeiträge.

User-generierter Inhalt hat so viel anzubieten. Es ist eine Schande, dass einige Nutzer die Bemühungen von Anbietern wie Google Earth oder Wikipedia in den Schmutz ziehen – wie in diesem Fall. Die wahre Naqba erleiden die User.

 

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