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Sich an Geschwätz beteiligen: Ein Fallbeispiel

21. Januar 2010

HonestReporting Media BackSpin, 21. Januar 2010

Irans Press TV greift dieses YouTube-Video auf, um das Katastrophenhilfeteam der IDF in Haiti des Organklaus zu bezichtigen.

YNet News trat mit dem im Video gezeigten Mann in Kontakt, der sich lediglich als T. West aus Seattle zu erkennen gab. YNet:

Die wiederholten Vorwürfe des Organhandels zu Geschäftszwecken betreffend sagte der Mann, dass „dies nicht die amtliche Politik des israelischen Militärs ist, aber einzelne Leute gingen so vor.” Um seine Behauptung zu stützen, bezog sich der Mann auf die kürzlich erfolgte Inhaftierung einiger Juden in den USA, die unter dem Verdacht stehen, in geschäftsmäßigen Organhandel verwickelt zu sein.

Mit YNets Entscheidung, den Online-Wortschwall eines unbedeutenden Wichtigtuers zu veröffentlichen, bin ich nicht einverstanden. Die Story verhilft lediglich T. West zu einem gewissen Ansehen und unverdienten Klicks.

Nichtsdestoweniger besteht ein großer Unterschied zwischen der Vorgehensweise von YNet und jener von Press TV.

YNet berichtete über die Story als Beispiel für Antisemitismus, während Press TV mit der Präsentierung T. Wests nur die Verschwörungsgerüchte über angeblichen Organhandel anheizen wollte. Nichts Neues: T. West liefert keinen Beweis, aber handelt es sich wieder um jene Form der Berichterstattung, die sich verstärkt an das Press TV-Publikum richtet und der wahre Grund dafür ist, dass die Iraner mit diesem Geschwätz hausieren gehen.

Theaterschiff erreicht Gaza. Was nun?

25. August 2008

honestreporting Media BackSpin, 25. August 2008

Das Hochgefühl der internationalen „Aktivisten“, die nun in Gaza angekommen sind, wird sich als flüchtig erweisen, wenn ihnen bewusst wird, dass die Rückkehr aus dem Gazastreifen schwieriger wird als die Anreise.

Die zwei Schiffe von International Solidarity Movement (ISM) erreichten Gaza am Samstag, nachdem Israel die Anreise genehmigt hatte, um einen Medienzirkus auf hoher See zu vermeiden.

Jerusalem Post zufolge wird man ISM nicht so selbstverständlich erlauben, über Israel auszureisen:

Nun, da sich die Gruppe in Gaza aufhält, geht man in Jerusalem davon aus, dass sie irgendwann Israel ersuchen werden, sie ins Land zu lassen, damit sie zurückfliegen können, da es unwahrscheinlich scheint, dass sie auf dem demselben Weg wieder zurückkehren, den sie gekommen sind. Bis jetzt ist aber noch keine Entscheidung darüber gefallen, ob sie nach Israel einreisen dürfen.

Haaretz ergänzt, dass eine Rückreise übers Meer andere Kopfschmerzen bereitet:

In den nächsten Tagen wird man darüber diskutieren, ob die Schiffe nach dem Ablegen vor Gaza gestoppt und gefilzt werden. Israelische Offizielle sind besorgt, dass die Schiffe dazu benutzt werden könnten, gesuchte Palästinenser aus dem Küstenstreifen zu schmuggeln. „Sie stehen im Ruf, Terroristen zu schützen und als menschliche Schutzschilde zu agieren“, so die politische Quelle.

Ein echtes Zeichen von Solidarität wäre es, wenn die schippernden Wichtigtuer – darunter Reporterin Lauren Booth, Yvonne Ridley von Iranian Press TV und Ayash Daraj von Al-Jazeera – in Gaza geblieben wären. Solch’ mutiger Schritt bedeutete nicht nur Gefahr sondern würde auch das Ego herunterfahren. YNet News traf viele Palästinenser, die nach der Ankunft von ISM enttäuscht waren:

„Nachdem sich aber herausgestellt hatte, dass die Schiffe zu wenig Lebensmittel brachten und zu viele Aktivisten….verließen etliche Menschen enttäuscht den Strand.

Bleiben Sie dran. Das könnte noch wesentlich interessanter werden.

Dazu passend: In einen Werbegag hineinschippern.

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