Posted tagged ‘Westjordanland’

Terror schönreden: Die Ausflüchte der BBC

6. Mai 2013

HonestReporting Media BackSpin, 6. Mai 2013

Als Reaktion auf die Kritik von HonestReporting an der BBC-Berichterstattung über den tödlichen Messerangriff eines palästinensischen Terroristen auf einen Israeli hat das für Nahost zuständige Redaktionsbüro der BBC einem unserer Abonnenten folgende Antwort zukommen lassen:

Wir verwendeten das Wort “Siedler”, weil es in erster Linie der Terminus ist, der möglichst exakt und vollständig das Attentatsopfer vom [letzten] Dienstag beschreibt. Selbstverständlich lieferten wir im Bericht weiter unten mehr Details zum Opfer.

“Israeli” ist hier falsch, weil damit nicht deutlich wird, dass Eviatar Borovzky im Westjordanland gelebt hatte. Nach Internationalem Recht handelt es sich beim Westjordanland um besetzte Gebiete, und Israelis, die dort leben, sind demzufolge Siedler. Dies schmälert oder rechtfertigt in keiner Weise einen Mord. Da zuständig für Informationen für ein internationales Nachrichten-Publikum versuchen wir so transparent wie möglich darüber zu berichten, wer wen und wo getötet hat. Alle drei führenden internationalen Nachrichtenagenturen – Reuters, Associated Press [AP] und AFP – verwendeten exakt die gleiche Formulierung wie wir.

Die englischsprachige News-Website “Ynet“ gebrauchte das Wort “Siedler” in diesem Zusammenhang so wie wir. Die Schlagzeile zu einem Bericht vom 30. April lautet: “Nach Terroranschlag werfen Siedler mit Steinen und brennen Felder ab.” Und weiter: “Wenige Stunden nach der Ermordung des jüdischen Siedlers Eviatar Borovsky durch einen palästinensischen Terroristen im nördlichen Westjordanland am Dienstagmorgen schleuderten nahe dem Dorf Hawara dutzende Siedler Steine auf  palästinensische Fahrzeuge.” (http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4374261,00.html)

Mehrere Leser beschwerten sich darüber, dass wir den palästinensischen Angreifer nicht als Aktivisten, Militanten oder Terroristen bezeichnet hatten. Uns ist nicht bekannt, dass der Angreifer zu einer politischen oder bewaffneten palästinensischen Gruppe gehörte.

Vier Richtigstellungen dazu:

1) Warum sollte [ausgerechnet; bd] Eviatar Borovskys Wohnort als bestimmendes Indiz dafür herhalten, dass er Opfer eines Terroranschlages wurde?

2) Die BBC hat noch immer nicht kapiert, dass ihre Auslegung zum Status von Siedlungen nur eine von mehreren Interpretationen des Völkerrechts ist.

3) Seit wann richtet sich die BBC an israelischen Medien aus, wenn es um Begriffsbestimmungen geht? Auch wenn YNet Borovsky als Siedler bezeichnete (worauf die von BBC zitierte Schlagzeile jedoch keinerlei Bezug nimmt) verwies die Jerusalem Post in der Überschrift  auf ihn als “israelischen Mann“, und The Times of Israel bezeichnet ihn lediglich als “Israeli”.

4) Seit wann muss ein Terrorist ein von einer Organisation bezahltes Mitglied sein, um als Terrorist bezeichnet werden zu können? Die Attentäter beim Boston-Marathon wurden von keiner islamistischen Organisation als Mitglieder geführt, und dennoch wurden sie als Terroristen bezeichnet.

Sorry BBC – diese Antwort ist einfach nicht gut genug.

New York Times: E1 würde Westjordanland doch nicht in zwei Hälften teilen

17. Dezember 2012

HonestReporting Media BackSpin, 17. Dezember 2012

Der NY Times berichtigte den Beitrag zur Bautätigkeit bei E1. Das ist ein Präzedenzfall für Medien:

Ein Artikel vom 2. Dezember zu Israels Entscheidung, die Planung und räumliche Begrenzung von Siedlungen auf einem östlich von Jerusalem gelegenen Areal, das als E1 bekannt ist, voranzutreiben, beschrieb nicht genau die Auswirkungen einer solchen Entwicklung, was den Zugang zu den Städten Ramallah und Bethlehem und ins Westjordanland von Richtung Jerusalem betrifft. Der Ausbau von E1 würde den Zugang zu Ramallah und Bethlehem einschränken und schmale Korridore weitab der Altstadt und der Innenstadt von Jerusalem frei lassen; er würde diese Städte nicht vollständig von Jerusalem abschneiden.

Man würde auch einen großen israelischen Siedlungsblock in der Mitte des Westjordanlandes errichten; er würde das Westjordanland nicht in zwei Hälften teilen. Und wegen eines redaktionellen Bearbeitungsfehlers verwies der Artikel unvollständigerweise auf die Wahrscheinlichkeit eines zusammenhängenden palästinensischen Staates. Kritiker betrachten E1 als Gefahr für die aussagekräftige Kontiguität eines solchen Staates, weil einige palästinensische Gebiete durch Straßen mit wenigen Ausfahrten oder Umgehungsstraßen abgeschnitten werden könnten; der beabsichtigte Ausbau würde technisch einen zusammenhängenden palästinensischen Staat nicht unmöglich machen.

Trotz des Hypes um E1: Das Westjordanland wird nicht durchtrennt.

Westjordanland: Wirtschaftlicher Aufschwung

3. Dezember 2008

HonestReporting Media BackSpin, 3. Dezember 2008

Wer hätte das gedacht?

Seit Jahresbeginn ist die Arbeitslosenquote im Westjordanland um 3 Prozent gesunken, während gleichzeitig der durchschnittliche Tageslohn der Palästinenser um 24 Prozent anstieg.

Darüber hinaus sind „die noch nie dagewesene militärische Koordination und das aufrichtige Bemühen der PA, die Hamas niederzuhalten“ beisteuernde Faktoren.

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