Posted tagged ‘Walt and Mearsheimer’

“Ein intrigant und geschickt arrangiertes Manöver der Israel-Lobby”

22. Dezember 2011

HonestReporting Media BackSpin, 22. Dezember 2011

Wenn das alles ist, was Tom Friedman an Bedauern zu seiner Kolumne aus der letzten Woche zu bieten hat, würde ich ihm mehr Respekt zollen, wenn er konsequent schwiege oder wenigstens ein für allemal ins Bett mit Walt and Mearsheimer steigt.

Friedman gegenüber der NY Jewish Week:

“Im Nachhinein hätte ich vielleicht eine genauere Formulierung wie “arrangiert” von der Israel Lobby verwenden sollen – eine Umschreibung, die keine große Verschwörungstheorie suggeriert, der ich auch nicht anhängen würde”, so Friedman. “Die Leser hätten sich so mehr auf mein Argument fokussieren können, das ich zu 100 Prozent vertrete.”

Seine Begründung, sagte er, sprach die Notwendigkeit an, hin und wieder zwischen amerikanischen und israelischen Interessen zu unterscheiden und zu beachten, dass viele amerikanische Juden ” tief besorgt sind über die momentane Politik Israels.”

In einer berechtigten Diskussion zwischen amerikanischen und israelischen Interessen zu unterscheiden, ist legitim. Aber kann man sagen, die Israel-Lobby hätte “arrangiert” (oder wie es Merriam-Webster definiert: etwas mit mehr oder weniger subtilem Geschick und Kunstfertigkeit zu ersinnen oder zu planen), und all der Applaus im Kongress für Bibis Rede spielt keine Rolle?

Warum so höflich, Tom? Sagen Sie einfach, was Sie wirklich denken: Washingtons von beiden Parteien getragene überwältigende Zustimmung für die Rede des israelischen Ministerpräsidenten dort spiegelt logischerweise nichts anderes wieder als ein intrigantes, geschickt eingefädeltes Manöver der Israel-Lobby.

Oborne nun mit Frontalangriff gegen „Israel Lobby“

16. November 2009

HonestReporting Media BackSpin, 16. November 2009

Peter Oborne, Journalist bei Channel 4 und verantwortlich für den heute Abend ausgestrahlten Dokumentarfilm Inside Britain’s Israel Lobby, mit einer Erklärung in der heutigen Printausgabe des Guardian:

Während einer Untersuchung, die mehrere Monate in Anspruch nahm, sind wir in die Lage versetzt worden,  einige wichtigen Schlussfolgerungen zu ziehen. Wir halten unsere Behauptung aufrecht, dass es in Großbritannien eine Israel-Lobby gibt. Sie ist äußert effizient organisiert und gut finanziert, und sie agiert quer durch alle maßgeblichen Parteien.

Spontane Gedanken dazu:

• Erstens bloggte ich bereits, dass HonestReporting schon vor Jahren wegen Dispatches kontaktiert worden war. Dafür, dass eine Nachforschung „mehrere Monate“ Herstellungszeit brauchte, erscheint es ziemlich merkwürdig, dass Channel 4 bis zur letzten Minute wartete, um HonestReporting und andere jüdische Organisationen zu kontaktieren.

• Ich weiß nicht viel über openDemocracy, wohin Oborne in seinem Schnipsel oben verlinkt hatte, aber sie bieten das Pamphlet The Pro-Israel Lobby In Britain bereits an. Mit großer Sicherheit kann man davon ausgehen, dass openDemocracy eng in die Arbeit von Channel 4 einbezogen worden war (siehe Logo auf dem Buchdeckel). Man kann das Pamphlet entweder noch vor der Ausstrahlung anfordern oder sich das Geld sparen und es auf der Channel4-Webseite komplett als pdf-Datei runterladen.

• Meine Antennen sind auch auf das von Antony Lerman geschriebene Vorwort gerichtet. Wenn Sie sich Lermans Archiv beim Guardian ansehen wissen Sie, was ich meine.

• Die Kopfschmerzen, die von den Professoren Stephen Walt und John Mearsheimer verursacht worden sind, kehren wieder an ihren Entstehungsort zurück. Walt und John Mearsheimer schrieben über eine jüdische Lobby in den USA, aber es handelte sich um eine britische Publikation, die London Review of Books, die ihnen erstmals die Möglichkeit zu ihren Volksreden gab. Werden Großbritanniens Juden auf Oborne in ähnlicher Weise antworten, wie es die amerikanischen Kritiker bei Walt and Mearsheimer praktiziert hatten?

Das scheint noch ganz schön interessant zu werden….


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