Posted tagged ‘Syrien’

Volltreffer: BBC korrigiert syrische Propaganda-Headline

10. Mai 2013

HonestReporting Media BackSpin, 10. Mai 2013

Am Montag hatten wir unsere Leser gebeten, wegen dieser Headline eine Beschwerde an die BBC zu richten:


Wir hatten darauf hingewiesen, dass bei der BBC die syrische Propaganda, in der suggeriert wurde, Israel arbeite mit Terrorristen zusammen, im Wortlaut übernommen worden war. Die BBC hat nun mit einer neuen Headline und Korrektur reagiert:

Korrektur (7. Mai 2013): die Überschrift dieses Berichts wurde geändert, um klarzustellen, dass die Behauptung, israelische Luftangriffe wären mit den Rebellen koordiniert worden, von den syrischen Behörden aufgestellt wurde.


Geänderte Headline übersetzt: Syrien behauptet, dass israelische Luftschläge “mit Terroristen koordiniert worden sind”

Auch wenn zu bedauern ist, dass syrische Propaganda als so berichtenswert befunden wurde und wir immer noch sehr unzufrieden sind mit der Berichterstattung selbst, bedeutet die aktualisierte Schlagzeile eine Verbesserung gegenüber dem Original.

Die BBC mag wohl nicht immer so auf Beschwerden reagieren, wie wir uns das wünschten, aber Ihre/Eure Aktionen beweisen, dass sie diese registriert. Gemeinsam können wir viel bewirken.

BBC-Schlagzeilen: Nachplappern syrischer Terrorvorwürfe gegenüber Israel

6. Mai 2013

HonestReporting Media BackSpin, 6. Mai 2013

Die BBC nimmt offensichtlich nicht zur Kenntnis, dass Terrorakte gegen israelische Zivilisten eben das sind, was sie sind, und dass Palästinenser, die in mörderischer Absicht israelische Zivilisten mit Messern, Raketen und Selbstmordanschlägen töten wollen, nun mal Terroristen sind.

Dennoch hat die BBC dank freundlicher Mithilfe des verabscheuungswürdigen syrischen Regimes von Bashar al Assad, das verantwortlich ist für den rücksichtslosen Mord an Männern, Frauen und Kindern in einem Bürgerkrieg, der während der letzten drei Jahre etwa 70.000 Menschenleben* gekostet hatte, das “T”-Wort**, für sich entdeckt.

Ja, es stimmt: Israel wird mit Terroristen in Verbindung gebracht. Und woher wissen wir das? Zumindest von den Syrern.

Werfen wir zunächst einen Blick auf die Homepage von BBC News:

Artikelüberschrift: “Israelische Luftschläge geben Terroristen Rückendeckung”

Und dann auf den Artikel selbst:


Artikelüberschrift:
Israelische Luftschläge mit Terroristen abgestimmt

Ein gehöriges Stück Terror für die BBC, was den Anschein erweckt, dass man die Propaganda des syrischen Regimes zu ernst nehmen solle.

Könnte man sich bei den Schlagzeilenschreibern der BBC noch mehr Pathos vorstellen?

Handeln Sie bitte jetzt. Richten Sie Ihre Kritik (bitte in Englisch) an www.bbc.co.uk/complaints, die Beschwerdeseite der BBC. Für detaillierte Navigation durch die Seite klicken Sie bitte hier.

Bitte twittern Sie diesen Artikel, geben Sie ihm ein „Like“ oder verbinden Sie diesen Artikel auf ihrer Webseite/Blog. Er kann nur dann große Wirkung entfalten, wenn er eine große Leserschaft erreicht, speziell durch eine entsprechende Eingabe bei Google.

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*Anmerkung (bd):

Seit 1949 bis heute sind in der kriegerischen Auseinandersetzung zwischen Palästinensern und Israelis wesentlich weniger Menschen ums Leben gekommen, viele davon aber durch palästinensische Anschläge auf israelische Zivilisten, die ungezählten verkrüppelten Israelis nach Anschlägen nicht mitgerechnet.

Die im Link aufgeführten Wikipedia-Angaben beziehen sich meist auf ausgewählte und relativ ungesicherte Quellen, sind nicht immer wissenschaftlich belegt und geben oft die palästinensische Sichtweise wider.

** Die Umschreibung T-Wort (also Terror) steht dafür, dass viele Mainstream-Medien das Wort Terror vermeiden, um islamische Terroristen in einem besseren Licht darzustellen oder als sozial motivierte Robin Hood-Figuren darzustellen (bd).

Irreführende und falsche Fotos: Schwer daneben geschossen

31. Januar 2013

HonestReporting Media BackSpin, 31. Januar 2013

Während israelische Kampfjets Kurs auf den syrischen Armee-Konvoi nahmen, schossen The Scotsman* und Daily Telegraph mit ihrer Fotoauswahl gewaltig daneben. Die Irish Independent vermasselte es ebenso.

Daily Telegraph: Israelische Kampfflugzeuge fliegen „Luftangriff in Syrien“


Wenn man es nicht besser wüsste dächte man, dass die fiesen Israelis die Kinder getötet hätten.

Obwohl den Zeitungen sämtliche Ressourcen  zur Verfügung standen – Archivbilder, Karten, Grafik-Designer – waren diese Bilder die besten, mit denen sie aufwarten konnten?

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*The Scotsman hat mittlerweile sein Bild gegen ein Foto von Netanyahu ausgetauscht. Die ursprüngliche Fassung kann man jedoch noch hier (http://honestreporting.com/misleading-mismatched-photo-misses-mark/) begutachten.

Luftangriff auf Krankenhaus in Aleppo, während die Welt in Gaza zusieht

23. November 2012

Pesach Benson, 22. November 2012

Aleppos Al-Farabi-Krankenhaus nach einem syrischen Luftangriff

Während alle zusahen, wie Israel und die Hamas fochten, ging der syrische Bürgerkrieg weiter. Ihnen kann also vergeben werden, dass Sie den syrischen Luftangriff auf ein Krankenhaus in Aleppo verpassten.

Die Medien rangen die Hände wegen der palästinensischen Opfer – Kollateralschäden dank der Hamas, die das Shifa-Krankenhaus als Deckung für Raketenangriffe nutzte und sich vorsätzlich in Wohngebieten einbettete.

Da das Corps der Auslandspresse in Israel und dem Gazastreifen die Latte der Besorgnis um zivile Opfer festgelegt haben, werden wir ein ähnliches Level an gerechtfertigter Empörung gegenüber Syrien erleben?

Oder genießen nur Palästinenser unverhältnismäßige Berichterstattung?

(Bild über YouTube/fnnsyrianews)

Medienspickzettel 6. Mai 2012*

6. Mai 2012

HonestReporting Media BackSpin, 6. Mai 2012


Israel und die Palästinenser

• Die in Hungerstreik getretenen Palästinenser  waren Thema des Tages, aufgegriffen von den meisten großen Medien. NY Times-Reporter Jodi Rudoren bezieht sich auf  das gewaltfreie Element und darauf, wie wenig Resonanz es bei den Palästinensern vor Ort hatte.

Bisher fielen die Solidaritätsdemonstrationen klein aus. Etwa 30 Personen versammelten sich am Dienstag am Kontrollpunkt Beituniya außerhalb des Ofer-Gefängnisses; sie intonierten 15 Minuten lang Sprechchöre, bevor es zwei Stunden lang zu Zusammenstößen mit israelischen Soldaten und Grenzpolizisten kam, bei denen es mehrere Verletzte gab.

“Es ist offensichtlich, dass es den Leuten egal war”, sagte Rizek Fadayel, der am Dienstag im Zentrum von Ramallah demonstriert hatte – mit einer palästinensischen Flagge und einem gerahmten Foto seines im Hungerstreik befindlichen Sohnes Rami, begleitet von den schmetternden Klängen einer Band zum Maifeiertag.

• Ein Artikel von Associated Press kurz nach dem von Rudoren in der NYT spricht von etwa 500 Teilnehmern einer von der Hamas organisierten Demonstration für die Hungerstreikenden, dazu von weiteren 300 bei einer anderen Kundgebung, die vom Islamic Jihad organisiert worden war.

Toronto Star-Kolumnist Haroon Siddiqui lobt den antiisraelischen Akademiker Ilan Pappe als “Dissident” und lässt ihn Israel beschuldigen, neben anderen Maßnahmen ethnische Säuberung zu betreiben.

Iran / Nukleare Aufrüstung

• Der Iran wird zum zentralen Thema der bevorstehenden Wahlen in Israel. David Frum geht davon aus, dass [die] Wahlen zu einem nicht geringen Teil von der Beeinflussung der Nuklear-Verhandlungen zwischen Iran und dem Westen bestimmt sind.

Da die Verhandlungen mit dem Iran in diesem Herbst an Intensität zunehmen werden, zielt Netanjahu auf ein starkes innenpolitisches Mandat ab, das von seiner Wiederwahl gestützt wirdund nicht von sich bedrohlich abzeichnenden Monaten vor ihm.

Ein Gastbeitrag in Ynet zum Thema kommt zu dem gleichen Schluss wie oben, erwähnt jedoch auch den neuen Verzögerungstrick des Iran angesichts einer [drohenden] militärischen Konfrontation mit den USA.

Vorgezogene Wahlen werden dem Westen in seinen diplomatischen Verhandlungen mit dem Iran zugute kommen. Netanjahu verbirgt nicht seine Absicht, Teherans Atomanlagen anzugreifen, bevor sie immun gegen Angriffe sind. Daher seine Entscheidung für vorgezogene Wahlen, da seine Haltung zu diesem Problem eindeutig  und konsequent ist und von der Zuversicht zeugt, dass die israelische Öffentlichkeit hinter ihm steht und er damit mehr Glaubwürdigkeit für die die israelische Abschreckung gewinnt.

Diese Androhung ist eine der wirksamsten Möglichkeiten, Washington und Europa zu drängen, in den Gesprächen mit dem Iran nicht auf “Wird schon irgendwie“  zu setzen. Es scheint so auszusehen, dass jetzt selbst der Iran beginnt, dies zu fürchten.

Sonstiges

• Überraschung der Woche: UN-Bemühungen um einen Waffenstillstand in Syrien scheinen zu kollabieren.

• Ehud Olmert teilt CNN mit, dass “Millionen und Abermillionen” amerikanischer Dollar daran gehindert hätten, einen Friedensvertrag anzustreben.

Der Economist mit einer Analyse der bevorstehenden Wahlen in Israel.

Sky News startet in Abu Dhabi arabischsprachigen Sender mit 400 redaktionellen Mitarbeitern.

AFP mit einem Blick auf republikanische Anstrengungen, Barack Obamas Online-Präsenz massiv entgegenzuwirken.

Forbes befasst sich mit den Projekten, die in der Google-Zentrale Israels entwickelt werden.

Verfolgen Sie Israel Daily News Stream auf Facebook (In Englisch natürlich).

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*Den Israel Daily News Stream übersetze ich hin und wieder dann, wenn keine weiteren Übersetzungen für HonestReporting Media BackSpin anstehen (bd).

Marie Colvin 1956 – 2012

23. Februar 2012

HonestReporting Media BackSpin, 23. Februar 2012

Die Aufgabe von HonestReporting besteht darin, Journalisten zur Rechenschaft zu ziehen, und wir gehen manchmal sehr kritisch mit denjenigen Personen um, die über Israel und die Region schreiben und berichten. Das bedeutet jedoch nicht, dass wir die wichtige Rolle guter journalistischer Qualität im demokratischen Diskurs und die notwenige Aufdeckung der Wahrheit nicht schätzen, falls das angebracht ist.

Marie Colvin, Auslandskorrespondentin der Sunday Times, berichtete während ihrer langen Karriere oft aus Israel und wir waren mit ihren Positionen nicht immer einverstanden. Aber wir nehmen Anteil an der großen Trauer um ihren vorzeitigen und gewaltsamen Tod während der Berichterstattung über die grausame Zerstörung der syrischen Stadt Homs durch Assads Streitkräfte.

Allzu oft konzentrieren Journalisten in Nahost ihre Aufmerksamkeit in überproportionaler Weise auf  Israel-Bashing. Marie Colvin stellte die Brutalität des syrischen Regimes bloß, indem sie mutig dorthin ging, wo nur wenig andere es gewagt hatten, hinzugehen. Dafür zollen wir ihr Respekt.

Syrien und Israel: Für Robert Fisk macht das keinen Unterschied

7. Februar 2012

HonestReporting Media BackSpin, 7. Februar 2012

In seinem jüngsten Kommentar im Independent ist Robert Fisk* ganz versessen darauf, dem Westen zu verklickern, dass nicht alle Revolutionen oder Volksaufstände im Nahen Osten vergleichbar seien:

Das alte Sprichwort muss immer und immer wieder aufgesagt werden: Ägypten war nicht Tunesien, Bahrain war nicht Ägypten, Jemen war nicht Bahrain, Libyen war nicht Jemen. Und Syrien ist definitiv nicht Libyen.

Aber wenn es um Israel geht, ist Fisk moralisch verblendet, was den Unterschied angeht zwischen dem brutalen Vorgehen von Nahost-Regimes wie Syrien auf der einen Seite, das seine eigenen Bürger mit Vorsatz umbringt und Israel andererseits, das alles unternimmt, um Opfer unter der Zivilbevölkerung zu vermeiden.

Es ist unschwer zu erkennen, wie sich das Gegenteil im Westen abspielt. Die Flut von schrecklichen Facebook-Bildern aus Homs und Stellungnahmen der “Syrischen Freiheitsarmee”, dazu die Verärgerung von Madame Clinton und das Erschrecken darüber, dass Russland sich angesichts des Leidens der Syrer so taub stelle – wie, wenn Amerika alles andere als taub wäre angesichts des Leidens der Palästinenser, von denen etwa 1.300 bei Israels Angriff auf Gaza getötet wurden – entbehrt jeglicher Realität vor Ort.

So weit hat sich mittlerweile selbst in den Medien die unmoralische Gleichwertigkeit zwischen syrischer Brutalität und israelischer Selbstverteidigung manifestiert. Dass Robert Fisk bei dieser Entwicklung mit einem Schrottkommentar an vorderster Stelle steht, überrascht nicht.

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*Anmerkung von [bd]:

Robert Fisk schreibt seit etlichen Jahren verzerrende Kommentare zu Nahost und Israel. Von ihm leitet sich auch das Verb „to fisk“ ab; also verzerren, falsch darstellen und antiisraelisch polemisieren.

Hier ein Link zu ihm auf Wikipedia, der allerdings sehr sorgfältig gelesen werden sollte, weil Wikipedia auch nicht frei ist von redaktionellen Unebenheiten.

Medien-Spickzettel 1. Januar 2012

1. Januar 2012

HonestReporting Media BackSpin, 1. Januar 2012

Eine in Verlegenheit geratene Arabische Liga erwägt, ihre Beobachter aus Syrien abzuziehen; Google investiert viel Geld in israelische Start-ups, aber das könnten auch schlechte Nachrichten bedeuten. Und Gaddafis Tochter verursacht Stirnrunzeln wegen Inanspruchnahme eines israelischen Anwalts.

Israel und die Palästinenser

• Zum Jahrestag der Operation Gegossenes Blei rückt ein ausgezeichneter Kommentar  im New Statesman einiges zurecht:

[Colonel Richard] Kemp sagt, dass UN-Schätzungen zufolge die durchschnittliche Zahl von Todesopfern unter Zivilisten im Verhältnis zu der von Kombattanten weltweit gesehen 3:1 ist – also 3 Zivilisten auf einen Kämpfer. So ist das z.B. [auch] in Afghanistan. Aber im Irak und im Kosovo war es noch schlimmer: man veranschlagt die Relation auf 4:1. Einzelne Berichte gehen davon aus, dass die Quotienten in Tschetschenien und Serbien wesentlich höher waren. In Gaza betrug die Relation weniger als 1:1.

Während der 22-tägigen Operation in Gaza war Israel nachweislich darum bemüht, das Leben von Zivilisten zu schützen und gleichzeitig gezielt gegen Kombattanten vorzugehen. Der Israel-Korrespondent von ‘Jane Defence Weekly’ – verantwortlich für eine Erstellung zu Israels Statistik im abgelaufenen Jahr -, erklärte: “Die IDF hat im Jahr 2011 in Gaza 100 Menschen getötet. Neun davon waren Zivilisten. Das bedeutet eine Relation Zivilisten/ Kämpfern von fast 1:10.”

• Die PA plant, das Thema Siedlungen vor den UN-Sicherheitsrat zu bringen. Mehr dazu bei Haaretz.

Arabischer Frühling Winter

• Robert Bowker: Hamas sieht Chance in Verdrossenheit

• Ein Leitartikel in der Washington Post greift die ägyptischen Behörden scharf an wegen deren Razzien bei 17 NGO’s, die sich für Förderung der Demokratie und Menschenrechte einsetzen:

Die Razzien vom Donnerstag stellen somit eine frontale Provokation der Obama-Administration [die von Unterstützung eines Übergangs zu einer demokratischen Zivilregierung in Ägypten und Beschwichtigung der Generäle geschwafelt hatte], durch den herrschenden Militärrat dar. Das Militär versucht, die schwindende innenpolitische Unterstützung wiederzugewinnen, indem es das innenpolitische Chaos teuflischen “fremden Mächten” in die Schuhe schiebt; es versucht auch, liberale und pro-demokratische Gruppen zu zerschlagen, die seinem Unterfangen widerstanden haben, die eigene Macht auf unbestimmte Zeit zu zementieren.

Atomare Bedrohung durch den Iran

Wird Israel den Iran in diesem Jahr angreifen?

CNN: Der Iran testete erfolgreich seinen ersten selbstgefertigten Atombrennstab.

Sonstiges

Google steckt viel Geld in israelische Start-ups. Aber das bedeutet nicht zwangsläufig eine gute Nachricht:

“Ab dem Moment, wo israelisches Hightech in erster Linie auf die die Arbeit in Forschungszentren der großen Unternehmen basiert, wird sein Glück von dem dieser Firmen abhängen, was bedeutet, dass bei einem Personalabbau dort das auch auf den Arbeitsmarkt in Israel zurückwirkt”, so Doron A. Peled.

• Oberst Gaddafis Tochter Aisha hat den israelischen Anwalt Nick Kaufman engagiert, der die Familie in ihrem eigenen Bestreben nach Gerechtigkeit unterstützen soll: er soll Druck auf den Internationalen Strafgerichtshof (ICC) ausüben, was die Umstände des Todes ihres Vaters betrifft, weil sie davon ausgeht, dass Rebellen und NATO sich Kriegsverbrechen schuldig gemacht hätten. Kaufman gegenüber The Daily Beast:

“Es hat nichts mit der Tatsache zu tun, dass ich Israeli bin”, äußerte Kaufman in einem Telefoninterview. “Wenn es zu einer Verhandlung beim ICC kommt, bin ich einer der wenigen Anwälte mit reichlich Erfahrung auf diesem Gebiet.”

Den kompletten Medien-Spickzettel bitte hier lesen [In Englisch].

Theorie von der weltweiten Verschwörung der Zionisten bröckelt

15. November 2011

HonestReporting Media BackSpin, 15. November 2011

Einen schweren Dämpfer erhielt die Theorie von der zionistischen Verschwörung, als Syrien die Arabische Liga zum Werkzeug eben dieser Theorie erklärte. Zur Schadensbegrenzung ließ ich meine Beziehungen zu ein paar Mitverschwörern in der Times of London mit diesem Leitartikel spielen:

Die syrische Antwort war fast schon von geistiger Umnachtung geprägt angesichts der Tatsache, dass die staatliche Nachrichtenagentur umgehend die Liga als “zionistisches Werkzeug” verurteilte. Mitgliedsstaaten wie Ägypten, Saudi Arabien und die Palästinensische Autonomiebehörde wurden alles Mögliche geheißen, aber kaum dies.

Und die Theorie von der zionistischen Medienverschwörung musste einen weiteren Schlag hinnehmen: Jordanier, die sich mit Syrien solidarisierten, veranstalteten eine Sitzblockade in den Büros von Al Jazeera and Al Arabiya (via Elder of Ziyon)

….um ihrer Verurteilung der irreführenden Kampagne dieser gegen Syrien berichtenden Fernsehsender Ausdruck zu verleihen, die sich zum Ziel gesetzt hatten, im Auftrag der USA eine zionistische Verschwörung gegen die arabische Nation anzuzetteln.

Die Theorie von der weltweiten Verschwörung der Zionisten schwächelt zurzeit ziemlich. Jeder, der die Arabischen Liga lobt, ist automatisch ein Speichellecker Israels.

Ich bin mir nicht sicher, ob irgendwelche Unterstützungsformeln der Mainstream-Medien  für die Arabische Liga unabhängige, rationale Gedanken oder schlicht Anstachelung seitens anderer israelischer Tentakel repräsentieren. Hier aber ein Gruß zu den neuesten und imaginären Mitverschwörern: The Australian, David Ignatius, und Robert Fisk*.

(Bild via Flickr/jaynemoo)

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*Info (Anmerkung von mir [bd]): Robert Fisk ist seit Jahren einer der profiliertesten Tatsachenverdreher zu Berichten über Israel/Nahost.

Mittlerweile hat sich im englischsprachigen Journalismus das Verb “fisken” etabliert, was so viel bedeutet wie “fälschen, tricksen”.

Türkei bestätigt Gaza-Blockade durch Blockade Syriens

25. September 2011

HonestReporting Media Backspin, 25. September 2011

Die Türkei verkündete ihr eigenes Waffenembargo gegen Syrien und sagte, sie habe bereits ein unter syrischer Flagge fahrendes Schiff abgefangen. Ich bin voll und ganz dafür, dass sie so handelt.

Aber wenn man Premierminister Erdogans Vorgehensweise gegenüber Syrien und der Hamas vergleicht, dann kratzt man sich verwundert den Kopf. Erdogan zum Umgang mit Assad, der 2007 wieder gewählt wurde:

„Ich habe alle Kontakte zur syrischen Administration gekappt“, sagte Erdogan. „Wir wollten nie, dass die Dinge an diesem Punkt ankommen, aber unglücklicherweise hat die syrische Administration uns gezwungen, diese Entscheidung zu treffen.“

Erdogan zum Umgang mit der Hamas:

„Wo ist der Terrorismus? Sie stellten sich zur Wahl und nach den Wahlen reagierte man dann auf sie so, ich meine, dass man sie als Terroristen bezeichnete; das heißt, dass man den Willen des palästinensischen Volks nicht respektiert“, fügte Erdogan hinzu.

Erdogan zu den Rechten der Türkei Waffenlieferungen abzufangen:

Recep Tayyip Erdogan sagte, die Türkei hat im Marmara-Meer in der Vergangenheit ein unter syrischer Flagge fahrendes Schiff gestoppt, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anatolia. Er sagte nicht, wann das Schiff gestoppt wurde oder ob an Bord Waffen gefunden wurden. „Wenn es Flugzeuge gibt, die Waffen transportieren oder solche Lieferungen auf dem Landweg gibt, dann sollten wie sie wie in der Vergangenheit stoppen und konfiszieren“, zitierte Anatolia Erdogan.

Erdogan zu Israels Recht Waffenlieferungen abzufangen:

„Das ist ein Grund für Krieg. Das ist etwas, das man in internationalen Gewässern nicht tun kann.“

Fazit: Die Blockade Syriens durch die Türkei legitimiert Israels Blockade des Gazastreifens.*


* Im Original steht hier “Syrien”, aber die Überschrift zeigt, dass das ein Tippfehler ist, daher hier schon “Gazastreifen”, was sicherlich bei HR bald korrigiert wird.

Syrien entlarvt Achse des Bösen aus Israel, NATO und Al-Jazira

18. September 2011

HonestReporting Media Backspin, 14. September 2011

Syriens staatliches Addounia TV „entlarvt“ die von Al-Jazira unternommenen enormen Anstrengungen zur Falschdarstellung des syrischen Aufstands. Wir reden von immensen Nachbauten syrischer Städte und öffentlicher Plätze, inszenierten Desertationen und Schlachten.

Die Sendungen werden noch pikanter: Israel, die USA und die syrische Opposition sind in dieser Verschwörung mit von der Partie, um Israel und der NATO einen Vorwand zu liefern eine Flugverbotszone einzurichten, Luftangriffe zu beginnen – alles zum Schutz von Zivilisten.

Natürlich könnte Assad die Achse des Bösen aus Israel, der NATO und Al-Jazira ganz leicht zunichte machen, indem er unabhängige Journalisten ins Land lässt, damit die sich selbst ansehen, was dort los ist.

Mehr dazu bei The Lede.

Assads kleiner Mediensieg bei der Times

8. Juni 2011

HonestReporting Media BackSpin, 8. Juni 2011

Ich verstehe nicht, warum die Times of London das Foto einer Palästinenserbeisetzung auswählte, um ein Update über syrische Aufständische zu illustrieren,  die angeblich 120 Polizisten getötet haben sollen. Diese Aufnahme von AP hat mit der Geschichte nichts zu tun.

Genau darauf zählt Bashar Assad.

Sie werden keine Berichterstatter oder Fotografen in  Jisr al-Shughur, Hama oder überall dort finden, wo Menschen gegen das herrschende Regime protestieren.

Weil sie keine Fotos zur Hand hatte, versah die Times ihren Bericht mit dem nächstbesten zur Verfügung stehenden: ein von israelischen Soldaten erschossener Palästinenser – bei von Assad gesponserten Gewaltaktionen. Die syrische Pressefreiheit beschränkt sich also auf palästinensische Flüchtlingslager.

Während die syrische Armee ihre eigenen Bürger abschlachtet wird auch das Ansehen Israels beschmutzt.

Bemerkungen zur Naqba-Berichterstattung

16. Mai 2011

HonestReporting Media BackSpin, 16. Mai 2011

Als ich mir die Berichterstattung über die letzten Ereignisse an Israels Grenzen durchgesehen hatte, wurde ich gleich mehrmals aufgeschreckt:


• Demonstranten oder Eindringlinge?

Die meisten Schlagzeilen lauten, dass Israel das Feuer auf “Demonstranten” eröffnet habe. Aber das waren nicht die Allerweltsdemonstranten, die wir sonst kennen. Es gab ernsthafte Versuche, Israels Grenzen zu überrennen. Und beim Golan war man damit erfolgreich. Bedenken wir, dass es sich hier nicht um die belgisch-niederländische oder selbst die mexikanische Grenze zur USA handelt, wo illegale Einwanderer versuchen, die Grenze zu überqueren, um ein besseres Leben führen zu können. Die Grenzen  zu Syrien, Libanon und Gaza sind Kriegsgrenzen.

Jede Infiltration muss ernst genommen werden – und entsprechend hätte auch die Presse über diese Vorfälle berichten sollen: als Versuch, unrechtmäßig die Grenze eines souveränen Staats zu verletzen.

Und was sollen die vielen Schlagzeilen, die mit “Israel eröffnet das Feuer” aufwarten? Wieder einmal wird die Geschichte in Farben geschildert, die von israelischer Aggression statt israelischer Reaktion auf eine Provokation sprechen. Dies bringt wahrscheinlich genau das Ergebnis, das sich diejenigen erhoffen, die hinter diesen Vorfällen stecken: ein Medienereignis, gedacht dazu, die IDF-Truppen in eine Konfrontation vor laufenden Fernsehkameras zu verwickeln und, wie im Fall Syrien, von der Unterdrückung im eigenen Land abzulenken.

• Beschuss unbewaffneter Zivilisten?

Beim Betrachten der Ereignisse auf Sky News war es sehr verstörend zu hören, wie Nahost-Korrespondent Dominic Waghorn Israels Aktionen mit denen von Syrien verglich – also beide schießen auf unbewaffnete Zivilisten.

Hey Dominic – glaubst du wirklich, dass man hier ernsthaft einen schlüssigen Vergleich ziehen kann?

Über 800 tote Syrer sind ein Beweis erneuter völliger Missachtung des syrischen Regimes für das Leben seiner eigenen Bürger und ein Beleg für Bashar Assads Entschlossenheit, mit größtmöglicher Brutalität einen nationalen Aufstand niederzuschlagen.

Auch wenn einige Tote und zahlreiche Verletzte selbstverständlich tragisch sind, gibt es keinen Zweifel daran, dass, wenn Israel die gleiche Politik angewandt hätte wie Syrien bezüglich der Kontrolle von Menschenmassen oder Beendigung von Unruhen, die israelischen Soldaten die Eindringlinge und Steinewerfer mit Maschinenpistolen niedergemäht hätte, und wir sähen hunderte Tote statt der relativ überschaubaren Zahl derer, die aufgrund der gestrigen Vorfälle ums Leben gekommen waren.

Hoffentlich legt sich bald wieder die Aufregung um diesen besonders hässlichen Tag, und vielleicht sehen die Medien dann diese Vorfälle in einem größeren Zusammenhang als jetzt, und vielleicht haben dann einige von ihnen realisiert, dass sich in Nahost nicht immer alles um Israel und die Palästinenser drehen muss. Aber darauf würde ich nicht setzen.

Gibt Israel Assad wirklich den Vorzug?

30. März 2011

HonestReporting Media BackSpin, 30. März 2011

Das Problem: Du bist israelisches Regierungsmitglied und sollst den syrischen Aufstand bewerten. Baschar al-Assad, der Teufel von nebenan, befindet sich in sehr großen Schwierigkeiten.

Und wenn Syrien brennt, wollen Reporter von Associated Press oder Washington Post deine Meinung dazu hören.

Klar trauerst du nicht darüber, wenn Assad sich windet. Du könntest sogar Salz in die Wunde streuen – schließlich bist du für die einzige stabile Demokratie in Nahost tätig. Du könntest auch mit Fug und Recht ein wenig stolz auf dein Land sein. Aber du weißt auch, dass eine Wahrnehmung israelischer Unterstützung für die Demonstranten den Volksaufstand nur diskreditieren kann.

Andererseits weißt du nicht, welche Regierung nach Assad kommen könnte – wer kann das schon vorhersagen? Wenn du nicht aufpasst, wirst du als Unterstützer von Assad (igitt) wahrgenommen. Die anfängliche Unterstützung Mubaraks vor zwei Monaten brachte Israel auf die falsche Seite der Geschichte; doch sprang glücklicherweise Sharansky in die Bresche, als er sagte, dass Opposition gegen die Muslimbruderschaft nicht antidemokratisch ist.

Die Lösung: Sag’ nicht mehr als notwendig, weil du auf der politischen Entscheidungsscala des Totempfahles entweder zu weit unten oder zu weit oben eingetragen bist, um Wellen zu schlagen. Dann beiß’ dir auf die Zähne, wenn du diese unvermeidlichen Schlagzeilen liest:


Ich stimme mit Michael Tottens Meinung zu einem eventuellen Regimewechsel zu, trotz der Tatsache, dass Assad der Teufel ist, an den wir uns gewöhnt haben:

Selbst wenn im Fall eines Worst-Case Szenario Damaskus unter einem neuen Management weiterhin Hamas und Hisbollah und die Allianz mit der islamischen Republik Iran aufrechterhält, weiterhin das syrische Volk unterdrückt und den “Widerstand” gegen Israel als Staatsräson hochhält, könnte die Situation nicht viel schlimmer kommen als sie ohnehin schon ist. Hoffen wir also, dass das syrische Volk ihn endlich loswird.

Drei Waffenschmuggel innerhalb einer Woche aufgeflogen

16. März 2011

HonestReporting Media BackSpin, 16. März 2011

In Teheran werden sicher Köpfe rollen, nachdem Israel, Ägypten und die Türkei gestern alle iranischen Waffenlieferungen abgefangen hatten. Also drei Pleiten innerhalb einer Woche.

1. Gestern zwang die Türkei eine iranische Frachtmaschine (Bestimmungsort Syrien) zur Landung, als sie den türkischen Luftraum überflog. Dazu Hurriyet:

Die Maschine, die den Berichten zufolge militärische Ausrüstung transportierte, wurde zur Landung gezwungen, nachdem die Behörden einen Tipp bekommen hatten, sie hätte Nuklearwaffen an Bord….

Das Flugzeug wurde noch Mittwochmorgen nach Nuklearmaterial durchsucht; Teams zur Aufspürung weiteren Gefahrguts befanden sich auf dem Flughafen, so die Auskunft von Doğan News Agency.

(UPDATE 15.20 Uhr: Jetzt sagt die Türkei, es sei Standard, überfliegende Frachtflugzeuge manchmal zur außerplanmäßigen Landung für Inspektionen zu zwingen. Ich bin beeindruckt, dass Teams zur Aufspürung von brisantem Waffenmaterial dort auch Standard sind).

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2. Am Sonntag wurde ein aus dem Sudan kommender Lastwagenkonvoi in Ägypten von Sicherheitskräften unter Beschuss genommen. Der Konvoi befand sich offenbar auf dem Weg nach Gaza.

Ich weiß nichts von offiziellen Verbindungen des Konvois zum Iran, aber alles trägt die Handschrift der Islamischen Republik. Im Jahr 2009 zerstörten israelische Drohnen einen größeren iranischen Konvoi in der sudanesischen Wüste.

3. Der türkische Zugriff wurde, wie ich gestern bloggte, von der Zugriffsaktion der israelischen Marine auf die Victoria überlagert. Die Liste der von der IDF konfiszierten Waffen umfasst u.a.:

230 Mörsergranaten, 120 mm
2.270 Mörsergranaten, 60 mm
6 C-704 Anti-Schiff-Raketen (mit Lieferpapieren in Farsi und iranischen Hoheits-Emblemen)
2 Radaranlagen (hergestellt in England)
2 Raketenwerfer
2 hydraulische Kräne für die Montage von Radarsystemen
66.960 Patronen für Kalaschnikows, Kaliber 7,62 Millimeter

Die Victoria legte vom syrischen Hafen Latakia ab. Und die syrischen Geheimdienste dürften wohl Probleme damit haben, diese Vorgänge zu erklären.*

Die Victoria-Affäre folgt einen Tag nach einer anderen weithin nicht beachteten Entwicklung: Zypern war das erste Land, das offiziell erklärte, dass es mit zukünftigen Flottillen nicht kooperieren wird.**

Im Bild eine von der IDF beschlagnahmte Mörsergranate (120 mm)

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*Und daran knüpft sich noch einmal die simple Frage: Warum passierten zwei iranische Kriegsschiffe den Suezkanal mit Ziel Syrien? [bd]

**Zynismus pur: Im Windschatten der Katastrophe in Japan lässt sich für Terrorstaaten gut segeln. Und der SPIEGEL kümmert sich derweil propagandistisch darum, die Welt (selbstverständlich)  in Deutschland untergehen zu lassen und Japan der Inkompetenz zu zeihen, statt Solidarität zu zeigen [bd].

Ein Dorf, beansprucht von drei Ländern

1. Januar 2010

HonestReporting Media BackSpin, 31. Dezember 2009

The Media Line zu Besuch in Ghajar, einem Aleviten-Dorf, auf das Israel, der Libanon und Syrien Ansprüche erheben. Hier eine knappe Zusammenfassung der konkurrierenden Ansprüche.

Libanon: Ghajar war immer libanesisch.

Israel: Ghajar wurde Syrien abgenommen. Eine Rückkehr zum Libanon würde die Hisbollah ermutigen.

Was Syrien betrifft: Mir ist nicht bewusst, ob es syrische Statements speziell zu Ghajar gibt, aber von Bashar Assads Regime weiß man, dass es den Golan vollständig zurück haben will. Und das würde aller Voraussicht nach Ghajar mit einschließen.

Die Einwohner Ghajars: Sie sagen, dass sie Syrer sind, und gleich, welche politische Entscheidung getroffen wird, Ghajar darf nicht geteilt werden.

Kürzlich, bei einer IDF-Führung für Blogger im Norden, sagte uns eine Armeesprecherin, dass die Bewohner es vorziehen, israelische Staatsbürger zu bleiben, aber Repressalien ausgesetzt wären, wenn sie das öffentlich bekundeten.

Dazu passend: Golan Village Divided By Fear

NY Times unterschlägt Iran-Connection

5. November 2009

HonestReporting Media BackSpin, 5. November 2009

Den Lesern der NY Times kann man nachsehen, wenn sie nicht wahrhaben wollen, dass der Iran mit der Aufbringung eines mit Waffen beladenen Schiffes auf dem Weg nach Syrien zu tun hatte. Nicht zuletzt, weil Reporterin Myra Noveck schreibt:

Nachrichten zitierten den israelischen Präsident Shimon Peres und weitere Offizielle, die sagten, dass die Waffen aus dem Iran für die Hisbollah im Libanon bestimmt waren, aber Beamte veröffentlichten keinen Beweis, der diese Behauptungen stützte.

Aber hallo. AP hat die Beweise präsentiert:

Geöffnete Kisten eines von Israel am Mittwoch aufgebrachten Frachtschiffes brachten dunkelgrüne Raketen ans Tageslicht. Container des Frachters mit dem Namen Francop trugen die englische Aufschrift “I.R. Iranian Shipping Lines Group.”….

Einige der Waffen wurden in den Francop-Containern versteckt – hinter gestapelten Polyäthylen-Säcken mit der englischen Beschriftung “NPC National Petrochemical Company“ und dem Flammenlogo, das sowohl von der Firma als auch vom iranische Erdöl-Ministerium verwendet wird.

Die Francop-Container wurden sorgfältig mit Gabelstaplern der Armee ausgeladen, um etwaige Explosionen zu vermeiden. Einige trugen die Initialen ” I.R.I.S.L.’ auf einer Seite und den aussagefähigeren Titel, “I.R. (islamische Republik) Iran Shipping Lines Group” auf der anderen. Sprengstoffexperten und Einheiten mit Spürhunden untersuchten den Fang.

Das israelische Militär gab bekannt, dass die Frachtpapiere einen iranischen Hafen angaben und als Bestimmungsland Syrien eingetragen war, von wo aus die Waffen an die Hisbollah im Libanon weitergeleitet werden sollten. Das Militär zeigte die Dokumente nicht und Syrien bestritt, dass der Frachter Waffen transportiert hätte.

Die AP-Geschichte kann man auf der Webseite der NYT nachlesen.

UPDATE: Guardian und Independent begingen ähnliche Fehler.

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Crossposting mit Free Iran Now!

Syriens Facebook-Krieg

15. September 2009

HonestReporting Media BackSpin, 15. September 2009

Haaretz berichtet, dass Syrien gegen Facebooks Entscheidung protestiere, seinen im Golan wohnhaften Mitgliedern zu erlauben, Israel im Eingabefeld des Wohnortes einzugeben. Facebook hatte sich zu diesem Schritt entschieden, weil sich eine Gruppe um HonestReporting formiert hatte: Facebook, Golan Residents Live in Israel, not Syria*.

Damaskus will im Zuge seines Protestes seinen Bürgern den Zugang zu Facebook verwehren, so das Blatt.

Ich registriere aber, dass die syrische First Lady Asma al-Assad noch immer bei Facebook präsent ist.

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*Siehe auch hier und hier.

Erfolg: Golan-Facebooker werden nicht als Syrer vereinnahmt

8. September 2009

HonestReporting Media BackSpin, 8. September 2009

Vor etwas mehr als einer Woche startete HonestReporting die Facebook-Gruppe „Golanbewohner leben in Israel, nicht in Syrien“.

Dies war Antwort auf den Umstand, dass Golanbewohner in einem Eingabefeld bei ihrer Nationalität nur Syrien eingeben konnten. Aber unsere Mitglieder konnten Facebooks Aufmerksamkeit für die Sache wecken: Die Höhen werden nicht mehr ausschließlich “Syrien” zugeschlagen. Facebook-User in Orten wie Ramat Magshimim, Geshur und Had Nes sind nicht mehr gezwungen, ins Pulldown-Menü „Syrien“ einzugeben.

Screenshot mit Syrien als einziger Option:

Screenshot jetzt auch mit der Option Israel

Kompliment an Facebook für die Änderungsmaßnahme, ohne sich in eine hitzige und unnötige Debatte hineinziehen zu lassen. Und Kompliment auch an die mittlerweile 2.490 Mitglieder für ihr Engagement, das zu diesem Ergebnis führte.

Bei HonestReporting Facebook werden Sie über die andauernde Debatte informiert.

Khaled Meshaal zieht um – in den Sudan

2. September 2008

honestreporting.com Media BackSpin, 2. September 2008

Hamas-Boss Khaled Meshaal zieht in den Sudan um. Nach Angaben von Ha’aretz ist sein Abschied von Damaskus das Resultat des „syrischen Wunsches, seine indirekten Friedensgespräche mit Israel voranzubringen“.

Signalisiert das einen ernsthaften Wechsel in Syrien? Vielleicht. Aber es ist auch eine Notiz wert, dass Damaskus Meshaal früher schon einmal den Befehl zum Packen gegeben hat.


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