Posted tagged ‘Ruben Salvadori’

Bindet die Presse der IDF die Hände?

11. Dezember 2012

HonestReporting Media BackSpin, 11. Dezember 2012

Die Times of Israel über ein im Internet veröffentlichtes Video, das zeigt, wie IDF-Soldaten im Westjordanland unter dem Hagel von palästinensischen Steinwürfen zum Rückzug gezwungen wurden:

Die Soldaten aus einer Pioniereinheit berichteten der Zeitung Maariw gegenüber, dass ihnen von den Vorgesetzten enge Grenzen gesetzt wurden, was zu dem konfusen Bemühen führt, die gewalttätige Menge zurückzudrängen., ohne weitere Gewalt zu provozieren. Der Film zeigte Soldaten, die zuerst gegen dutzende Palästinenser vorgingen, dann aber plötzlich unter einem Hagel von Steinbrocken umdrehten und die Flucht ergriffen. Drei Soldaten wurden verletzt, einem war die Hand gebrochen worden.

Die Soldaten nahmen an, dass die Anwesenheit einer großen Anzahl von Pressefotografen dort die Einsatzleiter dazu verleitet hat, die Aktion abzubrechen.

“Dort befinden sich immer viele Fotografen; dieses Mal sogar noch mehr, und augenscheinlich, um bestimmte Bilder zu verhindern, entschieden sie [Die Vorgesetzten (bd)]  sich dafür, uns der Gefahr auszusetzen”, äußerte sich ein Soldat über seine Kommandeure im Bericht Maariw.

Auch wenn Israel stolz darauf sein kann, dass die IDF nicht mit scharfer Munition und tödlicher Gewalt gegen palästinensische Demonstranten vorgeht, ist es doch beunruhigend zu wissen, dass israelische Soldaten ihr Leben aufs Spiel setzen, weil die Anwesenheit der Presse vor Ort selbst auf den Einsatz von nicht-tödlichen Maßnahmen, um sich zu verteidigen und die Ordnung wieder herzustellen, Einfluss nimmt.

Und das ohne eine Bewertung darüber, wie viel Einfluss die Anwesenheit der Kameras bei der Aufhetzung der Palästinenser zum Steinewerfen hatte und zuerst die Soldaten anzugreifen.

Als er dieses Problem in einem aufschlussreichen Video ansprach, war Fotojournalist Ruben Salvadori sehr aufgebracht wegen des dynamischen Zusammenspiels zwischen Fotojournalisten und palästinensischen Steinewerfern vor Ort und gab HonestReporting ein Exklusivinterview bereits im Oktober 2011. Angesichts des jüngsten Vorfalls lohnt es sich, das Video noch einmal anzusehen.

Weitere Ehrung für Silwan-Fototrickserei

16. Dezember 2011

HonestReporting Media BackSpin, 16. Dezember 2011

AFP-Fotograf Ilia Yefimovich hört sich ziemlich verteidigend an wegen seines 2010 gemachten Fotos über einen palästinensischen Jungen, der in Silwan von einem Auto erfasst worden war.


Kürzlich wurde sein Foto bei einer Ausstellung in Tel Aviv als beste Aufnahme ausgezeichnet. Yefimovich sprach darüber mit Haaretz:

Yefimovich bestreitet diese Behauptungen vehement. “Wer inszenierte das Foto? Es kann pro Verteidigung des Fahrers interpretiert werden. Wer inszenierte es? Die Kinder, die sich in an diesem Tag so fühlten, als wären sie überfahren worden?”

Yefimovich sagte Haaretz gegenüber, dass er mit anderen Fotografen vor Ort ankam, weil die Spannungen in Silwan zugenommen hatte, nachdem ein Einheimischer von einem Wachmann erschossen worden war.

“Auf dem Weg dorthin wurde auch ich mit Steinen beworfen“, erinnert sich Yefimovich: “Kleine Kinder werfen Steine ​​in Silwan, das hat sich hauptsächlich dort abgespielt.”

Das Bild war Ergebnis einer unausgesprochenen – aber wohlverstandenen – Eigendynamik, nämlich, dass die bloße Anwesenheit von Fotografen das Verhalten der Steinewerfer beeinflusst. Der italienische Fotograf Ruben Salvadori war davon dermaßen angewidert, dass er das mit Fotos unterlegte, die seine Kollegen bei der“Arbeit“ zeigen.


Photojournalismus hinter den Kulissen [italienisch-englische Untertitel]
von Ruben Salvadori on Vimeo.

In einem Exklusivinterview mit HonestReporting wurde Salvadori noch deutlicher:

Ich war schockiert durch die Tatsache, wie sicher sich viele Fotografen waren, dass, wenn sie uns vor Ort im Rudel auftauchen sahen, mit Helmen, Gasmasken und durchschnittlich zwei großen Kameras pro Person ausgestattet, dies keinerlei Auswirkungen auf die beteiligten Konfliktparteien haben würde….

“Wenn du behauptest, dass wir die Ereignisse beeinflussen, so musst du das in deiner Fotografie zeigen” war einer der Kommentare, an die ich mich am besten erinnere. “Zeige, wie die Fotografen einen Jungen zum Posing vor der Kamera auffordern.” Das war völlig falsch argumentiert, da die Beeinflussung eines Ereignisses nicht zwangsläufig voraussetzt, dass man aktiv manipuliert.

Eine weitere Auszeichnung mehr für Yefimovich und das Genre Hinterhaltsjournalismus in Silwan.

Gestellte Bilder: Photojournalist stinksauer wegen Absprachen mit Steinewerfern

2. Oktober 2011

HonestReporting Media BackSpin, 2. Oktober 2011

Zum Video: der italienische Fotograf Ruben Salvadori ist mehr als verärgert wegen der Absprachen zwischen Fotojournalisten und palästinensischen Steinewerfern.

In diesem bemerkenswert dokumentierten Videobeitrag beschreibt Salvadori, wie David-und Goliath-Bilder entstehen, unabhängig davon, dass sie Realität bei Zusammenstößen sowieso verzerrt darstellen.

Photojournalismus hinter den Kulissen [mit engl. und ital. Untertiteln) von Ruben Salvadori auf Vimeo.

Was auffällt: erst letztes Jahr war es – auch in Silwan -, als David Be’eri von jugendlichen Steinewerfern angegriffen wurde. Können sie sich noch an dieses Bild erinnern?

Ich interviewte David Katz, einen erfahrenen Fotografen und Berater in fototechnischen Fragen, der gesagt hatte, dass der Vorfall nach abgekartetem Spiel stank.

Es ist die totale Absprache. Warum? Es geht entweder um Geld, um Politik oder beides. Die Nachrichtenagenturen wollen diese Bilder, weil sie sich verkaufen; und sie passen in ihre Weltsicht. Die Fotografen wissen, dass diese Art Bilder bewegen werden. Am wichtigsten ist: Wenn es dort keine Fotografen gegeben hätte, hätte es keinen Vorfall gegeben.

Das Problem war, dass keiner der Fotografen an jenem Tag dies zugegeben hätte. Es ist nicht nur um viel Geld: Das Foto oben hat Ilia Jefimowitsch einen Award for Excellence von Pictures of the Year International bekommen.

Kompliment an Salvadori, der das Schweigen über das, was wir immer angesprochen hatten, nun gebrochen hat.


Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 364 Followern an