Posted tagged ‘Peter Oborne’

Antizionistische Lobby drängt Beep zu Artikelumschreibung

23. Dezember 2009

HonestReporting Media BackSpin, 23. Dezember 2009

Harry’s Place kritisiert die BBC scharf dafür, dass sie sich zur Änderung dieser Geschichte einschüchtern ließ.

Sie wüssten es nicht, wenn Sie es jetzt lesen würden, aber die antisemitische Stimmung war schlimmer, als Beeb das nun glauben machen will. Jonathan Hoffman bloggte die Erklärung der BBC. Das Video für die Hintergrundinformation steuerte Pesach Benson (HR) bei.

Nach der Veröffentlichung stellte sich schnell heraus, dass mehr hinter dem Treffen steckte als das, was das Video und Herr Hoffmans Anschuldigungen hergeben. Als das offenkundig wurde, berichtigte man die Story, um die unterschiedlichen Standpunkte derjenigen zu reflektieren, die an dem Treffen teilgenommen haben.

Schade, dass die ursprüngliche Geschichte nicht mehr Standpunkte wiedergibt und der betreffende Journalist nicht darauf aufmerksam gemacht worden ist, sich in Zukunft entsprechend sorgfältig zu verhalten.

Glauben Sie wirklich, dass Peter Oborne, der HonestReporting beschuldigt hatte, die BBC einzuschüchtern, hier Nachforschungen angestellt hätte?

Nun mischt die jüdische Lobby schon im Boxgeschäft mit

30. November 2009

HonestReporting Media BackSpin, 30. November 2009

Die Sunday Times porträtiert den jüdischen Boxer Dmitriv Salita

Nun ist er in Newcastle angekommen, bereit, die Chance seines Lebens zu ergreifen, und begleitet von den besten Wünschen der New Yorker Kampfsportszene, der Jüdischen Lobby und all jenen, die von seinem Kampfstil und seinem zurückhaltenden, seriösen Auftreten angetan sind.

Wer wird das Thema zuerst aufgreifen? Sylvester Stallone oder Peter Oborne?

Warum wir nicht mit Channel 4 sprachen

21. November 2009

HonestReporting Media BackSpin, 21. November 2009

Weiterhin kamen E-Mails und Kommentare zur Reaktion von HonestReporting (hier kurz HR [bd]) auf Dispatches:  Inside Britain’s Israel Lobby.

Einige Leser fragten nach, warum wir beschlossen hatten, Channel 4s (hier kurz C4 [bd] Anfrage wegen eines Interviews mit HR-Chefredakteur Simon Plosker nicht zu entsprechen. Berechtigte Frage – wir dachten auch darüber nach.

Der aggressive Ton der auslösenden E-Mail, die Simon Plosker von C4 erhalten hatte, war ein sehr wichtiger Faktor. Er bestimmte auch den Form der Dokumentation, die die Existenz einer “Israel-Lobby” in Großbritannien als gegeben vorausgesetzt hatte. Die E-Mail, gedacht als Anfrage an Plosker, stank nach einem bewusst inszenierten Verriss.

Eine Chance, C4 auszubremsen, indem man sich auf sie einließ, beinhaltete das Risiko, dass Oborne sich die Rosinen aus dem Interview picken würde – ebenso die Erkenntnis, dass HonestReporting Obornes „Nachforschungen“ legitimierte, wenn man dort zitiert werden würde.

Plosker schrieb an C4 zurück, verbunden mit dem Angebot, auf spezifische  Fragen bezüglich HonestReporting mittels E-Mail zu antworten. Diese Mitteilung betraf Hintergrundinformationen über HR und seine Person. Aber Channel 4 ließ allen Anschein von Anstand fahren, als Peter Oborne in MediaCentral-Büro mit einem Drehteam aufkreuzte, um nach Plosker zu suchen.

(MediaCentral ist eine in Jerusalem ansässige Initiative von HonestReporting, die ausländische Journalisten betreut und unterstützt. Die Verbindung zu HonestReporting wird für jedermann sichtbar auf der Webseite angezeigt).

Hier der 7-minütige Ausschnitt des Channel 4-Videos, der sich mit HonestReporting befasst. Ich denke, er zeigt anschaulich, warum wir uns gegen die Legitimierung dieser Dokumentation entschieden hatten.

Bitte hier oder auf die Abbildung klicken.


Und hier die bisherigen Links von HonestReporting zu Channel 4:

“Antisemitismus, demonstriert an meinem Beispiel“

Under Attack: HR Accused by UK TV Documentary (sehr ausführlich; in Englisch)

HonestReporting antwortet Channel 4

Oborne nun mit Frontalangriff gegen „Israel Lobby“

Verzerrter Blick auf Großbritanniens “Israel Lobby“

HonestReporting antwortet Channel 4

17. November 2009

HonestReporting Media BackSpin, 17. November 2009

Channel 4 hat nun auf YouTube seine gestern ausgestrahlte Dispatches-Folge Inside Britain’s Israel Lobby eingestellt:

Hauptsächlich behandelt das Video innenpolitische Themen in Großbritannien, die von anderen Organisationen und Bloggern dort bereits angesprochen worden waren.

Ab 35:00 schließlich widmet sich Präsentator Peter Oborne Medienfragen, die die so genannte Israel-Lobby thematisieren. Meine Antworten auf das Video beginnen ab diesem Punkt.

• Wenn Mitarbeiter der Nachrichtenredaktion dabei zusehen, wie Charlie Beckett zu Peter Oborne spricht, dann sind Medien-Watchdogs wie HonestReporting auf der richtigen Fährte. Wir wollen bei den britischen Medien keine abschreckende Wirkung erzeugen, sondern nur erreichen, dass Nachrichtenmedien sich verantwortlich dafür zeigen, wie sie über Israel und Nahost berichten.

Als von Steuermitteln finanzierter Nachrichtenservice sollte die BBC für ihre Berichterstattung zur Rechenschaft gezogen werden können. Becketts Kommentare gründen sich auf eine BBC-Nachrichtenredaktion mit einer zementierten Weltsicht, die den Bezug zu einem großen Teil der Öffentlichkeit verloren hat.

• Möglicherweise konzentriert sich Oborne beim Versuch, unsere Arbeit zu beschreiben, auf Kritik an der BBC im April 2003 wegen ihres Dokumentarfilms Israel’s Secret Weapon, der von Israels Nuklearprogramm und Mordechai Vanunu handelte (hier das Video). Mit abschätziger Stimme zitiert Oborne HonestReportings Website:

“Die Botschaft hinter dem Film lautet, dass Israel für die Koalitionsstreitkräfte ein geeigneteres Angriffsziel gewesen wäre als der Irak.”

Oborne an dieser Stelle ganz salopp: HonestReporting hat niemals “Israels Geheimwaffe” kritisiert. Abgelesen hat Oborne das von einer Seite, die im Juli 2004 geschrieben wurde, also mehr als ein Jahr danach. Dieses Kommuniqué Documenting BBC Documentaries basierte auf einem sehr ausführlichen Report von Trevor Asserson: The BBC and the Middle East: The Documentary Campaign 2000-2004.

Wir stehen zu Assersons Aussagen bezüglich der Folgerungen zum Film. Aber wenn Oborne jemanden für seine Kritik an einem Film schmähen möchte, den auch wir weiterhin für eine schlampig gemachte Dokumentation halten, zielt Oborne auf den falschen zionistischen Verschwörer.

Wenn das die Methode ist, wie Oborne HonestReporting “untersucht“, was sagt dies dann über den Wahrheitsgehalt seiner restlichen Nachforschungen aus?

• Unsere Kritik an Orla Guerins Berichterstattung über den Libanonkrieg (BBC’s Orla Exposed), basierte auf Blogger-Beiträgen und Medien-Watchdogs, die Guerins Report vom 14. August 2006 – unter Einbeziehung aller Quellen von Nachrichtenservices – mit Channel 4 (abgekürzt C4; [bd]) verglichen hatten.

Guerin und Alex Thomson von C4 waren beide am selben Tag in Bint Jbeil; dennoch liefern sie diametral entgegengesetzte Schilderungen vom Umfang der Zerstörungen dort. Genug gesagt.

• Zuseher lieben die dramatische Inszenierung eines investigativen Reporters, der sich an irgendeiner Haustüre aufbaut, während die Kameras laufen, immer bereit, Auge in Auge zu einer widerliche Person zu stehen und irgendwie ein wenig Gerechtigkeit in die Welt zu bringen. Das war die Konfrontation, an die Oborne dachte, als er und seine Filmcrew bei Media Central aufkreuzten und nach HR-Chefradakteur Simon Plosker suchten.

(MediaCentral ist eine in Jerusalem ansässige Initiative von HonestReporting, die ausländische Journalisten betreut und unterstützt. Die Verbindung zu HonestReporting wird für jedermann sichtbar auf ihrer Webseite angezeigt).

Offensichtlich wollte Oborne Simon Plosker übertölpeln und ihn als undurchsichtige Figur porträtieren, die Verbindungen zu verschiedenen Organisationen habe, die die „Israel-Lobby“ repräsentieren. Der Trick war überflüssig, denn: Ploskers umfassendes Wirken in der Verteidigung Israels wird auf HonestReportings Seite Meet the Team offen beschrieben.

Jedenfalls ist Plosker nicht zu einem Interview verpflichtet.

Morgen mehr zu HonestReportings Antwort an  Channel 4.

Bleiben Sie dran.

Oborne nun mit Frontalangriff gegen „Israel Lobby“

16. November 2009

HonestReporting Media BackSpin, 16. November 2009

Peter Oborne, Journalist bei Channel 4 und verantwortlich für den heute Abend ausgestrahlten Dokumentarfilm Inside Britain’s Israel Lobby, mit einer Erklärung in der heutigen Printausgabe des Guardian:

Während einer Untersuchung, die mehrere Monate in Anspruch nahm, sind wir in die Lage versetzt worden,  einige wichtigen Schlussfolgerungen zu ziehen. Wir halten unsere Behauptung aufrecht, dass es in Großbritannien eine Israel-Lobby gibt. Sie ist äußert effizient organisiert und gut finanziert, und sie agiert quer durch alle maßgeblichen Parteien.

Spontane Gedanken dazu:

• Erstens bloggte ich bereits, dass HonestReporting schon vor Jahren wegen Dispatches kontaktiert worden war. Dafür, dass eine Nachforschung „mehrere Monate“ Herstellungszeit brauchte, erscheint es ziemlich merkwürdig, dass Channel 4 bis zur letzten Minute wartete, um HonestReporting und andere jüdische Organisationen zu kontaktieren.

• Ich weiß nicht viel über openDemocracy, wohin Oborne in seinem Schnipsel oben verlinkt hatte, aber sie bieten das Pamphlet The Pro-Israel Lobby In Britain bereits an. Mit großer Sicherheit kann man davon ausgehen, dass openDemocracy eng in die Arbeit von Channel 4 einbezogen worden war (siehe Logo auf dem Buchdeckel). Man kann das Pamphlet entweder noch vor der Ausstrahlung anfordern oder sich das Geld sparen und es auf der Channel4-Webseite komplett als pdf-Datei runterladen.

• Meine Antennen sind auch auf das von Antony Lerman geschriebene Vorwort gerichtet. Wenn Sie sich Lermans Archiv beim Guardian ansehen wissen Sie, was ich meine.

• Die Kopfschmerzen, die von den Professoren Stephen Walt und John Mearsheimer verursacht worden sind, kehren wieder an ihren Entstehungsort zurück. Walt und John Mearsheimer schrieben über eine jüdische Lobby in den USA, aber es handelte sich um eine britische Publikation, die London Review of Books, die ihnen erstmals die Möglichkeit zu ihren Volksreden gab. Werden Großbritanniens Juden auf Oborne in ähnlicher Weise antworten, wie es die amerikanischen Kritiker bei Walt and Mearsheimer praktiziert hatten?

Das scheint noch ganz schön interessant zu werden….

Verzerrter Blick auf Großbritanniens “Israel Lobby“

16. November 2009

HonestReporting Media BackSpin, 16. November 2009

Heute (Montagabend) werden Großbritanniens Fernsehzuschauer darauf eingestimmt, was Dispatches von Channel 4 als Inside Britain’s Israel Lobby anpreist.

Hier drei Gründe dafür, warum HonestReporting das Schlimmste befürchtet.

1. Auch HonestReporting befand sich im Fadenkreuz von Channel 4 (C4).

C4 schrieb HonestReporting-Chefredakteur Simon Plosker wegen eines Interviewwunsches an.

Noch bevor Plosker auf die Mail reagierte, kreuzten Reporter Peter Oborne und ein Filmteam in den Büroräumen von MediaCentral mit laufenden Kameras auf und suchten nach Plosker für ein Exposé.

(MediaCentral ist eine in Jerusalem ansässige Initiative von HonestReporting, die ausländische Journalisten betreut und unterstützt. Die Verbindung zu HonestReporting wird für jedermann sichtbar auf ihrer Webseite angezeigt).

Plosker befand sich jedoch auf Vortragsreise in Großbritannien, was zwischen Oborne und MediaCentral-Direktor Aryeh Grün zu einem heftigen Disput führte. Während die Kamera lief, bat Grün Oborne einfach nur, sich zu auszuweisen, während Oborne Grün gegenüber aufdringlich wurde.

Nach den Ofcom-Richtlinien ist Channel 4 – als Öffentlich Rechtlicher – dazu verpflichtet, HonestReporting vor allen denkbaren Behauptungen, die ausgestrahlt werden, in Kenntnis zu setzen; ein Punkt, auf den Plosker in einer Antwortmail hingewiesen hatte.
2. Channel 4’s Titelung der Sendung setzt die Existenz einer mächtigen “Israel Lobby“ als selbstverständlich voraus.

Und so erklärt Channel 4 seine „Nachforschungen“:

Die Berichte stellen Untersuchungen über eine der mächtigsten und einflussreichsten politischen Lobbygruppen in Großbritannien an, die sich für die Interessen des Staates Israel einsetzen.

Trotz ihres großen Einflusses in höchsten Positionen der britischen Politiken und der Medien weiß man wenig über Einzelpersonen und Gruppierungen, die zusammen als Pro-Israel-Lobby bekannt sind.

Der politische Kommentator Peter Oborne zeigt, wer diese Menschen sind, wie sie sich organisierten, wie sie arbeiten und welchen Einfluss sie ausüben – von Schlüsselgruppen bis hin zu reichen Einzelpersonen, die das Lobbygeschäft finanzieren.

Er geht der Frage nach, wie verantwortlich, transparent und offen für genaue Nachforschungen die Lobby ist, besonders was ihre  finanziellen Zuwendungen und Unterstützungen an Parlamentsabgeordneten betrifft.

Die Pro-Israel-Lobby hat sich zum Ziel gesetzt, die Debatte über Großbritanniens Beziehung zu Israel und die zukünftige daran ausgerichtete Außenpolitik zu dominieren.

Oborne untersucht, wie die Lobby aus dem Innern des Parlaments heraus operiert und welche Taktiken sie hinter den Kulissen einsetzt, wenn sie es mit Print- und Rundfunkmedien zu tun hat.

Channel 4 impliziert also mit eigenen Worten beim organisierten Judentum in Großbritannien Folgendes:

• Es habe übermäßig viel Einfluss auf Politik und Medien.

• Zeige eine problematische Doppelloyalität zu Israel und Großbritannien.

• Sei weder transparent oder irgendjemand gegenüber verantwortlich.

• Dürfe taktisch in unangemessener Weise „hinter den Kulissen“  „innerhalb des Parlaments„ arbeiten, und das auch noch „im Umgang mit Print- und Rundfunkmedien“


3. Ist hier Antisemitismus am Werk?

In der Tat könnte dieses erklären, weshalb der Community Security Trust (CST) von C4 eine ähnliche Mail erhalten hatte, auch wenn der CST Antisemitismus bekämpft und dennoch nicht mit der Verteidigung Israels beschäftigt ist. Mir hat gefallen, wie CST blog Stellung bezogen hat:

….auch wenn wir nicht davon ausgehen, dass Berichte oder für schnelles Geld gemachte Produktionen per se als antisemitische Beiträge beabsichtigt sind, so finden sich doch auf dieser Webseite alle Standards antisemitischer Metaphern über Verschwörungstheorien: unmäßig viel Macht und Einfluss, Riesengeldsummen, Manipulation von Politikern und Medien – und all das im Geheimen. Selbst die Art und Weise, wie man auf die „die Pro-Israel-Lobby“ als allein handelnden Akteur verweist , als Einzelperson vorgehend und handelnd, suggeriert eine geheimnisvolle Verschwörung, innerhalb derer die unterschiedlichen Organisationen und Individuen in Wahrheit Handlanger ein und derselben einzigen Maschine sind.

“Dispatches” hat einiges an heftigem Investigationsjournalismus auf Lager, darunter Undercover Mosque, das erstmals einen tieferen Einblick in islamischen Extremismus britischer Prägung geliefert hatte. Channel 4-Offizielle versicherten dem Jewish Chronicle gegenüber, dass Inside Britain’s Israel Lobby „nicht das synagogale Äquivalent zu Undercover Mosque darstellen“.

Bleiben Sie dran….

UPDATE 16. November: Die Jerusalem Post mit weiteren Details zur gärenden Kontroverse.


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