Eine weitere Ausgabe von ins Gegenteil verdrehter Chronologie seitens der Nachrichtenmedien. Reuters ist ein Paradebeispiel dafür, was wir als das Phänomen “Alles begann, als Israel zurückfeuerte” bezeichnen.
So, als bestünde kein Zweifel, wer Schuld am letzten Gewaltausbruch trage, schreibt Reuters:
Die Luftschläge drohten eine von Ägypten vermittelte Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas zu beenden, eine Waffenruhe, die an der Grenze seit November für relative Ruhe gesorgt hatte….
Aber wenn man weiterliest, erfährt man, dass die Schläge der IDF eine Reaktion auf palästinensischen Raketenbeschuss waren.
Nun, ist das etwas, das eine Waffenruhe bedroht?
Update, Mittwoch, 12:30:Associated Press zeigt, wie es man es richtig macht.
Monaco oder Gaza? Der Economist mit einem Stück aus dem Leben im “größten Konzentrationslager der Welt.”
Rechts: Goldfarbener Porsche (Illustration)
Mittlerweile scheinen die Hamas-Führer ihre außenpolitische Isolation zu genießen. Der Parkplatz beim Parlament, auf dem bei der Machtübernahme der Hamas noch klapprige Karossen standen, glänzt nun mit blitzblanken neuen Modellen, die durch die Tunnels unter der ägyptischen Grenze geschmuggelt worden waren. Zwei Hummer H3 und ein goldfarbener Porsche wurden erst kürzlich auf den Straßen gesichtet.
Minister und Parlamentsabgeordnete scheinen sich um fehlende Rechenschaftspflicht sowie Berichte über Geldwäsche nicht zu scheren. “Wir werden gejagt und ins Visier genommen”, erklärt wehleidig ein Parlamentsabgeordneter, der kürzlich 28.000 Dollar für ein neues Auto mit einem Kredit der Bewegung in Höhe von 12.000 Dollar ausgegeben hatte, vor dem parlamentarischen Ausschuss der Hamas.
Ich wünschte mir, mehr gejagte Hamas-Führer wären so dumm, in Gaza mit einem goldfarbenen Porsche herumzufahren.
In Summe brachten die im Jahr 2011 im Guardian veröffentlichten Nachrichten und Kommentare der Zeitung den Dishonest Reporting Award ein. Das britische Blatt hat seinen Vorsprung für eine wiederholte Nominierung in diesem Jahr ausgebaut – und wir schreiben erst Juni.
Wie sehr doch der Guardian verkommen ist! Sein Live-Blog zu Gaza kommt mit einem Beitrag von Nader Elkhuzun daher. Problematisch ist nicht so sehr die im Post dargebrachte Huldigung für die Hamas (weil logisch und voraussehbar, [bd]), sondern die Akzeptanz des Blattes für einen Mann, der, wie bei Harry’s Place nachzulesen ist, offen dazu aufrief, “einen Zionisten zu ermorden” und in poetischer Manier ein „Blutbad“ beschwor.
Elkhuzundar befindet sich beim Guardian in bester Gesellschaft. Das Gaza-Paket enthielt einen Gastkommentar von Ismail Hanija, dem Hamas-Platzhirsch in Gaza.
Das also sind die durchgeknallten Typen, denen der GuardianLegitimität verleiht, indem er ihnen eine Plattform gibt. All dies ist von enormer Bedeutung, weil der Guardian eine der meistgelesenen Online-Zeitungen weltweit ist und starken Einfluss auf die einflussreichste britische Intelligenz ausübt: Politiker, Journalisten und Akademiker.
Unschwer nachzuvollziehen, dass der Gaza-Live-Blog der sprichwörtlich überlaufende Tropfen ist, der die Haltung von Medien-Watchdogs gegenüber dem Guardian bestimmt. HonestReporting-Redakteur Simon Plosker äußerte in einem Gastbeitrag für Times of Israel ungewöhnlich scharfe Kritik an dem Blatt. Nachdem er ein Beispiel nach dem anderen angeführt hatte, zog Plosker folgendes Resümee:
Obwohl ich während meiner Arbeit für HonestReporting im Laufe der Jahre viele unangenehme Dinge in den Medien wahrnehmen musste, achtete ich immer darauf, auf Nummer Sicher zu gehen, bevor ich irgendwelche Medien als erklärte Feinde Israels kritisierte.
Der Guardian jedoch verdient, als moderne Ausgabe des „Der Stürmer“ bezeichnet zu werden.
Entweder verkündet Mahmoud Zahar widersprüchliche Botschaften oder jemand verbreitet Fehlinformationen, was eine mögliche Beteiligung der Hamas am Schlachtgetümmel eines israelisch-iranischen Krieges betrifft.
Aber Mahmoud Zahar, hochrangiger Führer der Hamas in Gaza, verneinte eine Beteiligung der Gruppe, und er sagte gegenüber der BBC: “Wir sind nicht Teil irgendeiner politischen Achse”
“Wenn Israel uns angreift, werden wir reagieren. Falls nicht, werden wir uns nicht in irgendeinen anderen regionalen Konflikt einmischen”, fügte er hinzu.
Zahar bezweifelte die Fähigkeit der Hamas, von den palästinensischen Gebieten aus den Süden Israel anzugreifen, selbst wenn sie es wollte.
Am Mittwoch zitierte die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Fars Mahmoud Zahar, ein weiteres hochrangiges Hamas-Mitglied in Gaza, mit den Worten “Die Position der Hamas im Hinblick auf einen zionistischen Krieg gegen den Iran ist ultimative Vergeltung.” Mittwochabend war Zahar für einen Kommentar nicht erreichbar.
AFP und Guardian haben bereits offiziell ihre eigenen Hamas-Quellen zitiert, was eine Nichtbeteiligung am Konflikt beträfe.
Im Dezember 2011 weigerte sich die Financial Times [FT], einen Fehler zu korrigieren, den sie im E-Mail-Austausch mit HonestReporting begangen hatte:
Er gründete auf die Aussage des Blattes, dass die Protzerei der Hamas, sie habe 1.365 “zionistische Soldaten” getötet, sich [angeblich] auf israelische Soldaten und Zivilisten gleichermaßen beziehe.
Nachdem HonestReporting bei der britischen Press Complaints Commission eine Beschwerde eingereicht hatte, erschien danach sowohl in der Online- als auch in der Nahost-Printausgabe der FT dies:
Bleiben Sie dran, wenn es um die vollständige Geschichte geht und darum, wie man die Financial Times zu dieser simplen Richtigstellung zwingen konnte.
Die Hamas kümmert es nicht sonderlich, ob die von ihr getöteten Israelis Frauen, Kinder, Babys, Soldaten, Linke oder Rechte sind. Für die Hamas ist der einzig gute Israeli ein toter Israeli und die Zahl der Leichen das, was zählt.
Daher die feierliche Verkündigung einiger Statistiken zum 24. Jahrestag der Gründung der Terrorgruppe; darin beansprucht die Hamas in diesem Zeitraum 1.365 Israelis getötet zu haben.
Genauso wie die Hamas behauptet, jeder Israeli sei ein potenzieller Soldat und daher ein legitimes Ziel, begeht die Financial Times denselben Fehler:
Am selben Tag, als wollte man die Welt an sein blutiges Erbe erinnern, veröffentlichte der militärische Arm eine Liste seiner blutigen Leistungen seit 1987. Unter anderem prahlt man damit, 1.365 israelische Soldaten getötet, 11.093 Raketen und Mörsergranaten auf Israel abgeschossen und 87 Selbstmord-Bombenanschläge durchgeführt zu haben.
Das mag ein kleiner Tippfehler sein, obwohl er den Israelis, die auch nicht zwischen ihren Soldaten und Zivilisten unterscheiden, gleich starken Schmerz verursacht – doch zu sagen, dass die Hamas nur Soldaten tötete, wäscht die unterschiedslos mörderische Agenda der Organisation rein und ist – natürlich – ein ungenauer Bericht über das, was die Hamas wirklich sagte.
Die Hamas faselt nun von “gewaltfreiem Widerstand.” Laut Guardian will sie damit eine Annäherung an die PA erreichen, und damit einen Schritt
in Richtung fortschrittlichem* Islamismus vollziehen, wie er von Gruppierungen wie der Muslimbruderschaft in Kairo vertreten wird.
Man muss skeptisch abwarten, ob die Hamas sich wirklich grundlegend ändert. Schließlich werden Gründungs-Charta und 24 Jahre Ideologie sich nicht so mir nichts dir nichts in einem angenehmen Duft von Lavendel und Songbird auflösen.
Und wie Michael Totten anführt, sollten wir (und Reporterin Phoebe Greenwood) mit Formulierungen wie moderat und fortschrittlich sehr, sehr vorsichtig umgehen, wenn es um die Bruderschaft geht. Schließlich ist die Hamas ist ein Produkt Letzterer:
Ich gehörte immer zu denjenigen, die sich über jene amüsierten, welche die Muslimbruderschaft als moderat beschreiben. Dabei handelt es sich – objektiv gesehen – keineswegs um eine moderate Organisation, und schon gar nicht um eine nach westlichem Standard. Konservative Demokraten und liberale Republikaner sind moderat. Diese Kerle aber sind repressive Theokraten. Wenn in den Vereinigten Staaten ähnliche Gruppierungen existierten, würde man sie als Faschisten bezeichnen.
Dennoch sind sie ziemlich moderat im Vergleich zu den Salafisten. Die Salafisten sind Totalitäre wie die Taliban, die Al Qaida hervorbrachten.
Warum passiert das gerade jetzt? Man kann wohl davon ausgehen, dass, wenn der Iran und Syrien niesen, Hamas (und Hezbollah) eine Erkältung bekommen. Angesichts internationaler Sanktionen, die beiden Terrorgruppen das Gefühl vermitteln, dass sie finanziell angeschlagen sind, kann die Hamas offensichtlich nicht ohne internationale Glaubwürdigkeit weitermachen.
Noch hat sie diese nicht verdient.
—————- *Anmerkung (bd): Auffallend auch, wie oft in letzter Zeit in deutschen Medien von gemäßigten Islamisten die Rede ist. Man hat also die sprachliche Diktion gegenüber den islamischen Extremisten noch geschmeidiger und devoter gestaltet. Und ich denke, dass dies nicht nur mir schon äußerst unangenehm aufgefallen ist.
Nach über fünf Jahren Gefangenschaft wurde Gilad Shalit (IDF-Foto, Bild rechts) auf israelischem Territorium endlich wieder mit seiner Familie vereinigt – als Teil eines Deals, der hunderten Palästinensern, darunter vielen, die für abscheuliche und mörderische Terrorakte verantwortlich sind, die Freilassung brachte.
Absoluter Tiefpunkt, was ethisch saubere Berichterstattung betrifft
Auf israelischer Seite hatten sich die größten Nachrichtensender darauf geeinigt, über das Ereignis so sensibel und zurückhaltend wie möglich zu berichten, indem sie von Shalits Zuhause Abstand hielten und auf reißerische Fotos verzichteten. Und in der Tat beschränkte sich die allgemeine Berichterstattung im israelischen Fernsehen auf sorgfältig ausgesuchtes Filmmaterial der IDF zur Freilassung Shalits.
Zuvor jedoch, als Shalit in ägyptische Obhut überstellt worden war, lehnte sich der ’ethische’ Journalismus weit aus dem Fenster, als er einen nach 5 Jahren Isolationshaft verwirrten und übermüdeten Shalit präsentierte – konfrontiert mit einer ägyptischen TV-Kamera für ein Interview mit der Nachrichtenjournalistin Shahira Amin.
Amin wurde von Israel wegen der Durchführung ihres Interviews unter diesen Umständen stark kritisiert, was sie zurückwies.
Es stimmt, dass er von bewaffneten Hamas-Leuten reingebracht wurde, aber im Raum selbst befanden sich nur Mitarbeiter des ägyptischen Geheimdienstes. Sie mischten sich nicht ein, auch die Hamas-Leute nicht. Das betone ich mit voller Autorität und aus voller Verantwortung:
Ich fragte Gilad, ob er bereit sei für ein Interview, und er sagte zu. Wenn er das abgelehnt hätte, was er nicht tat, hätte ich das Interview nicht geführt. Klar, er sah blass aus und wirkte erschöpft, aber gleichzeitig schien er froh zu sein, dass er nach Hause kommt, und er gab gute Antworten. Persönlich hätte ich es vorgezogen, dass das Interview in englischer Sprache geführt worden wäre, ohne Übersetzer, aber Gilad zog es vor, in Hebräisch zu sprechen.
Könnte Shalit eventuell einem Interview deshalb so bereitwillig zugestimmt haben, weil sich ein maskierter Hamas-Aktivist im Raum befand?
Lesen Sie mehr von unserem HonestReporting-Chefredakteur Simon Plosker [In Englisch].
Wenige Stunden nach der dramatischen Ankündigung, dass ein Gefangenentausch ausgehandelt worden war, um Gilad Shalit nach Hause zu bringen, ist es noch zu früh, sich ein Urteil über die Berichterstattung in den Medien zu machen.
Die Fakten und Geschichten hinter jeder Berichterstattung sind wichtig – und vor allem dann, wenn es um alle Aspekte des Nahostkonfliktes geht. Fünf Jahre nach Shalits Entführung sieht es wohl so aus, dass einige Journalisten vergessen haben, was genau im Juni 2006 passiert war.
Israel und die Hamas haben einen Deal vereinbart, der die Freilassung des israelischen Soldaten Gilad Shalit ermöglicht – fünf Jahre, nachdem er in Gaza gefangen genommen wurde.
Shalit befand sich nicht in Gaza, wo seit dem israelischen Abzug im August 2005 keine Israelis mehr wohnten. Er wurde auf israelischem Hoheitsgebiet entführt, nachdem palästinensische Terroristen einen Tunnel zum israelischen Territorium gegraben und dort einen Armeeposten angegriffen hatten.
Auch wenn einige sagen, dass es hier um einen vernachlässigbaren Aspekt ginge, handelt es sich bei dieser Ungenauigkeit nicht einfach nur um schlechten Journalismus.
Hier geht es um einen weiteren Versuch, Geschichte umzuschreiben, der es für die Feinde Israels leichter macht, Shalits Entführung und 5 Jahre in Gefangenschaft der Hamas zu rechtfertigen.
UPDATE
Anerkennung an Sky News nicht nur für die Berichtigung der Geschichte, sondern auch für die Hinzufügung einer Grafik sowie Folgendes:
Stabsunteroffizier Shalit (25), wurde im Juni 2006 nahe Kerem Shalom in Israel entführt und offensichtlich seit diesem Zeitpunkt in Gaza gefangen gehalten.
Der Artikel spricht jedoch nicht alle Details des gewaltsamen Zwischenfalls an, die Shalits Entführung ursächlich vorausgingen: der springende Punkt ist, dass es Hamas-Terroristen waren, die den Anschlag mit dem Ziel planten, einen israelischen Soldaten zu entführen.
Es ist immer wieder interessant zu untersuchen, wie im Zuge der Volksaufstände und Umbrüche in Nahost die Medien im Vergleich zur Berichterstattung über Israel zu Werke gehen. Besonders aufschlussreich angesichts einer Situation, in der westliche Nationen an einem Militäreinsatz beteiligt sind, ist die Berichterstattung im Vergleich zu ähnlichen Situationen, in denen sich Israel befunden hat.
Ein paar kleine Änderungen unsererseits an diesem Associated Press-Artikel, der eine NATO-Sprecherin zitiert, die über menschliche Schutzschilde in Libyen spricht, illustrieren es treffend:
“Wir verhindern jeden Tag zahllose Opfer an Menschenleben im ganzen Land”, sagte sie. “Wir führen [unsere] Operationen mit höchster Sorgfalt und Präzision durch, um zivile Opfer zu vermeiden. Zivile Opfer, wie vom libyschen RegimeHamas-Regime angeführt, sind reine Propaganda.”
…libysche RegierungstruppenHamas-Terroristen “haben Städte unter Beschuss genommen, Häfen vermint und Moscheen sowie Kinderspielplätze als Schutzschilde missbraucht.”
Die Stellungnahmen der NATO-Sprecherin Lungescudes IDF-Sprechers richten sich gegen Vorwürfe von Libyens Ministerpräsident Al-Baghdadi al-MahmoudiHamas-Ministerpräsident Ismail Hanija, der die NATO die IDF am Freitag beschuldigt hatte, eine “neue Phase der Aggression” eingeleitet zu haben; und er sagte, das Militärbündnis hätte in den letzten Tagen absichtlich zivile Gebäude unter Beschuss genommen, darunter ein Hotel und eine Universität.
“Es ist offensichtlich, dass die NATOdie IDF dazu übergegangen ist, bewusst zivile Gebäude ins Visier zu nehmen. […] Dies ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit “, sagte er Reportern in der Hauptstadt.
Kommt Ihnen das bekannt vor?
Ersetzen Sie die Verweise auf NATO und Libyen in der Geschichte durch die Namen IDF und Hamas, und die Geschichte erhält bemerkenswerte Ähnlichkeit mit der israelischen Operation Gegossenes Blei.
Aber hier erschöpfen sich auch schon die Ähnlichkeiten. Während der Operation Gegossenes Blei und dem nachfolgenden Fallout aus dem Goldstone-Bericht machte auch Israel deutlich, dass die Hamas sich hinter der Zivilbevölkerung verschanzt hatte, während weltweit die Medien vage Vorwürfe nachplapperten, die IDF hätte absichtlich auf Zivilisten geschossen und “Kriegsverbrechen” verübt.
Warum gehen die Medien bereitwillig davon aus, dass ein Feind zynischerweise Waffen in einem Gotteshaus lagert oder Raketen aus dem Areal einer Schule abfeuert und dieser Feind das libysche Regime ist, nicht aber dann, wenn die Hamas von Israel wegen des gleichen Verbrechens beschuldigt wird?
Warum bezweifeln die Medien zu Recht die Behauptungen Oberst Gaddafis, Opferzahlen betreffend, haben aber kein Problem damit, Zahlen zu hinterfragen, die von Hamas-Terroristen veröffentlicht worden waren?
Die NATO bestätigte am Samstag, dass ihre Flugzeuge irrtümlich eine militärische Fahrzeugkolonne nahe des libyschen Ölhafen von Brega angegriffen haben; und am frühen Sonntagmorgen zeigte die Gaddafi Regierung den Reportern einen abgebrannten Wohnblock, von dem es hieß, er sei wegen eines fehlgeleiteten NATO-Luftangriffes auf die Hauptstadt getroffen worden….
Es war das erste Mal nach drei Monaten Luftangriffen, dass die Gaddafi-Regierung glaubwürdige Beweise dafür präsentiert hatte, was zivile Opfer der NATO-Angriffe direkt betrifft. Obwohl die Regierung oft große Zahlen ziviler Todesopfer angegeben hatte, konnte sie niemals zuvor Leichen oder harte Fakten dazu liefern.
Das zerstörte Gebäude lag im Gebier Souq al Juma – weit entfernt von jeglicher klar erkennbaren militärischen Einrichtung, und bekannt für seine Feindseligkeit gegenüber Oberst Muammar el-Gaddafi, und einige Anwohner, die nach wie vor gegen ihn sind, bestätigten die Regierungsberichte zum Luftangriff. Dennoch fanden Journalisten, die das Areal aufsuchten, keine Spuren einer Bombe. Die NATO wollte keine Stellungnahme abgeben und es war unmöglich, eine andere Erklärung auszuschließen.
So liest sich ein Bericht der New York Times. Im Nebel des Krieges bleibt [vorerst] unklar, wie die oben erwähnten Umstände hinter den Vorgängen genau aussahen. Offensichtlich gibt es aber einen Grad an Akzeptanz, dass auch die technisch ausgereiftesten Militärmaschinen Fehler machen und die Feinde dies in absichtlich irreführender Propaganda für sich verwenden.
Es konnte nicht sofort sicher überprüft werden, ob die drei Leichen aus dem zerstörten Gebäude im Stadtteil Arada stammen.
Arada ist ein Viertel im Souq al-Juma Bezirk, der für seine Anti-Gaddafi-Haltung bekannt ist.
Vor Ort berichtete ein Mann Reportern, dass in unmittelbare Nähe Flak-Geschütze installiert gewesen seien, was den Verdacht bestärkt, dass der Luftschlag sich auf ein Ziel nahe dem Einschlagsort gerichtet haben könnte.
Zwei Wochen zuvor waren libysche Regierungsvertreter von einem Mitarbeiter am selben Krankenhaus in einer Notiz an Journalisten beschuldigt worden, die Verletzung eines Kindes bei einem Autounfall als Opfer eines NATO-Angriffes deklariert zu haben.
Dennoch klagt niemand (außer dem libyschen Regime) die NATO an, absichtlich auf Zivilisten gefeuert zu haben, und niemand ruft nach einer Goldstone-Untersuchung. In ähnlicher Weise unterliefen der NATO Fehler wie in Afghanistan mit dem Hinweis auf “Kollateralschäden”.
Warum also diese Doppelmoral?
Libyen ist nicht das einzige Beispiel. Werfen Sie einen Blick auf die Vorgehensweise der Medien bezüglich Israel, als Hamas-Führer Scheich Yassin getötet worden war und vergleichen Sie das mit der Tötung Osama bin Ladens durch die USA. (Mit freundlicher Genehmigung von The Israel Project).
Zur Vergrößerung der Abbildung bitte zweimal draufklicken.
Fakt ist: Seit dem Rückzug im Jahr 2005 gibt es in Gaza keinen Israeli mehr – Gilad Shalit ausgenommen.
Fakt ist: Ägyptens neue Regierung kooperiert nicht mit Israel, was die Gaza-Blockade betrifft.
Fakt ist: Die Hamas, Herrscher in Gaza, ist [wird] ein gleichberechtigter Partner bei einer zukünftigen Führung innerhalb der Palästinensischen Autonomiebehörde.
Fakt ist: Es gibt eine Gegenwelt, wunderlicherweise BBC genannt, die als eigene Realität existiert – ein Ort, in dem Gaza auf geheimnisvolle Weise unter israelischer Besatzung steht. Von welchem Planeten aus hat die BBC diese Karte eingestellt?
Die UNO-Hinweise, auf die sich Beeb (BBC [bd]) bezieht, zeigen nichts weniger als diese veraltete Karte des britisch besetzten Gaza:
BBC News: Wenn Zeit und Raum jegliche Bedeutung verlieren….
Repräsentanten von Fatah und Hamas erzielten eine Vereinbarung zur nationalen Aussöhnung. Viele Leute gehen davon aus, dass nach dem Vereinigungs-Deal Israel einen legitimen Partner für Friedensverhandlungen bekommen habe.
Machen Sie das Quiz und erfahren Sie, wie gut informiert Sie über den Zusammenschluss von Hamas und Fatah sind.
1) Nachdem Fatah und Hamas ihren Einheits-Deal bekannt gegeben hatten, hielten sie ihre erste öffentliche Sitzung in Gaza wo ab?
a. einem neutralen Konferenzsaal
b. in einem Fatah-Büro
c. in einem Hamas-Büro
d. in einem Büro des Palestinian Islamic Jihad
Antwort: Palestinian Islamic Jihad. Er unterzeichnete zusammen mit anderen Gruppen wie der Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP) das Abkommen. Von all den kleineren Fraktionen ist der PIJ besonders hässlich: Es beschrieb einst Daniel Wultz als “das ideale Ziel“, weil er ein jüdisch-amerikanischer Teenager war – schwer verwundet bei einem PIJ-Selbstmordanschlag. Wultz erlag schließlich seinen Verletzungen und wurde posthum im Kongress geehrt.
Sind dies die Palästinenser, die wir für ihre Aussöhnung loben sollen?
2) DieFatah und ihre Miliz, die Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden:
a. sagen, sie wollen Frieden
b. sagen, sie wollen Gewalt
c. senden unterschiedlich lautende Botschaften an die englische, respektive arabische Öffentlichkeit
3) Die Charta welcher Bewegung identifiziert sich ausdrücklich als palästinensischer “Flügel” der in Ägypten beheimateten Muslimbruderschaft und sich selbst als Terrororganisation?
4) Die These der Leugnung des Holocausts in der Doktorarbeit welchen Staatsmannes in Nahost wird heute an öffentlichen Schulen unterrichtet?
a. Baschar al-Assad
b. Mahmoud Ahmadinejad
c. Mahmoud Abbas
d. Tayyip Recep Erdogan
Antwort: Mahmoud Abbas (hier ein englischsprachiger Link). Erst vor drei Tagen sagte David Bedein: [..] …. mit der allgemeinen Billigung sowohl durch das palästinensische Schulsystem als auch durch die PA-Führung selbst lernt eine neue Generation palästinensischer Schüler, dass der Massenmord an den Juden im Zweiten Weltkrieg durch Juden selbst durchgeführt worden sei.
5) Wer gab den jüngsten Umfragen zufolge Osama Bin Laden die höchsten Popularitätswerte?
a. Pakistaner
b. Indonesier
c. Palästinenser
d. Algerier
Antwort: Palästinenser. In der Tat erklärten 34 Prozent der befragten Palästinenser, dass sie darauf vertrauten, Bin Laden würde das Richtige in der Weltpolitik unternehmen. In keinem anderen Land gaben die Muslime ein so eindeutiges Pro für Osama ab.
Was eine Frage unbeantwortet lässt: Wer soll eigentlich mit Israel Frieden schließen?
Israels drei Bedingungen für eine Einlassung mit der Hamas beruhen auf Prinzipien.
1. Man verhandelt nicht mit Leuten, die einen töten wollen.
2. Man verhandelt nicht mit Leuten, die mein Existenzrecht nicht anerkennen.
3. Und man verhandelt nicht mit Leuten, die früher getroffene israelisch-palästinensische Vereinbarungen nicht einhalten wollen.
Wenn man das dennoch tut, belohnt und legitimiert man eine Terrorgruppe für ihr Festhalten an ihren mörderischen Prinzipien.
Aber die Financial Times zeigt kein Interesse an Prinzipien. Dieser Leitartikel (anklicken über Google News) sagt, dass man sie vergessen kann. Zum Artikel gäbe es viel mehr zu sagen, aber ich beschränke mich auf einen der von FT angesprochenen Punkte:
Die gegenüber der Hamas aufgestellten Vorbedingungen wurden erhoben, um sie zu isolieren, statt sie einzubinden – eine Abschottung hinter einem Wahlergebnis, das die USA und Europa schlucken mussten.
Eine Anerkennung Israels sollte dann erfolgen, wenn einmal seine Grenzen nach dem Abschluss eines Vertrages zur Gründung eines palästinensischen Staates definiert worden sind, und nicht, während Israel seinen Staat auf arabischem Land ausweitet. Und die Hamas muss sich daran halten, wie auch immer die Palästinenser über ein Referendum zu einem Deal abstimmen – falls Israel jemals einem solchen zustimmen sollte.
Die Hamas hat ihre eigenen Prinzipien: sie beinhalten Ermordung von Juden, Drangsalierung von Christen und Gehirnwäsche an Kindern als Mittel zum Machterhalt.
Leitartikel reflektieren den offiziellen Standpunkt einer Zeitung.
Und die Financial Times unterstützt die Prinzipien der Hamas.
Hamas und Fatah haben sich nun in einem Deal zur nationalen Einheit versöhnt, was die Regierungsübernahme durch die Hamas nach sich ziehen wird. Der von beiden unterzeichnete Vertrag sieht eine aus Technokraten bestehende Übergangsregierung vor, bis innerhalb eines Jahres die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen stattfinden.
Das konnte man aus dem Kaffeesatz lesen. Vor einem Monat notierte Khaled Abu Toameh, dass Mahmud Abbas’ Einheitsbestrebungen „als Botschaft an die Amerikaner und Europäer gedacht waren, dass, wenn sie den Druck auf Israel nicht erhöhen, er die Kräfte mit der Hamas bündeln wird.”
Abbas sagte auch, er wäre bereit, zugunsten der palästinensischen Einheit auf US-Hilfen zu verzichten. Die Partnerschaft mit der Hamas entstand nicht aus dem Nichts, und der PA-Vorsitzende weiß genau um die Risiken, auf die er sich einlässt.
Hier fünf Medien-Mythen, vor denen man sich in Acht nehmen sollte:
Mythos: Die Hamas ist pragmatisch in Friedensfragen.
Fakt: Die Hamas will weiterhin die Vernichtung Israels. Sie hat sich stets Aufrufen zum Gewaltverzicht gegen Israel widersetzt, sie weigert sich weiterhin, Israels Existenzrecht anzuerkennen und früher ausgehandelte Abkommen zu akzeptieren. Die Hamas-Charta bleibt unverändert.
Mythos: Die Herrschaft in Gaza führt(e) zur Mäßigung der Hamas.
Mythos: Die palästinensische Einheit ebnet den Weg zur Anerkennung eines Staates Palästina durch die UNO.
Fakt: Es bleibt abzuwarten, wie dauerhaft diese Einheit wirklich sein kann.
Beide Seiten werden ihren Zank bis September beilegen, aber danach ist alles möglich. Erinnern Sie sich daran, dass Hamas und Fatah schon 2007 Frieden schlossen, und sahen Sie dann, wie die Hamas die Kontrolle über Gaza übernahm und Fatah-Anhänger wie Mohammed Sweirki buchstäblich von den Dächern geworfen wurden? Beide Seiten spekulieren unterschiedlich. Die Fatah verlor mit Hosni Mubarak ihren größten Gönner, während die Hamas wohl Baschar al-Assad abschreiben kann. Nun sind sie auf Gedeih und Verderb aufeinander angewiesen.
Mythos: Abbas zeigt wahrhaft staatsmännisches Verhalten.
Fakt: Salam Fayyads Einsatz für ein funktionierendes Staatswesen war maßgebliche Quelle für Vertrauensvorschuss der PA im Westen. Je näher der September heranrückt, desto mehr müsste die PA eigentlich für Fayyads Programm werben. Stattdessen wirft Abbas seinen Premier Fayyad den Wölfen zum Fraß vor. Das ist Dummheit, nicht staatsmännisches Verhalten.
Mythos: Israel muss seine Bereitschaft unter Beweis stellen, mit der Regierung eines geeinten Palästina in Friedensverhandlungen zu treten.
Fakt: Was gibt es zu verhandeln, wenn die andere Seite dich vernichten will?
“Selbst die Israelis gingen in den Gazastreifen mit Panzern rein, um die Extremisten zu bekämpfen. Genauso ist es hier! Wir haben es hier mit kleinen bewaffnete Gruppen zu tun, die wir bekämpfen. Von Anfang an haben wir keine Gewalt ausgeübt. […]…Bewaffnete Einheiten der libyschen Armee mussten gegen kleine bewaffnete Al-Qaida-Banden kämpfen. Darum geht’s.”
Hier drei Gründe, die Gaddafis Geschwätz so surrealistisch erscheinen lassen.
1. Gaddafi gibt zu, dass Israel sich zu Recht gegen palästinensischen Terror verteidigt.
2. Gaddafi bezeichnet die Hamas als Terrororganisation. Wow!
3. Gaddafi stellt den Goldstone-Report in Frage. Übrigens befand sich Libyen an vorderster Front, als es darum ging, den Report über die UNO durchzuboxen.
Angesichts der großen Aufstände gegen autokratische Herrschaftssysteme in Ägypten, Libyen, Tunis und im gesamten Nahen Osten möchte man gerne sehen, wie gut Gazas Herrscher den Ruf nach demokratischen Reformen verstanden haben.
Die Antwort?
Sieht überhaupt nicht gut aus.
Eine Kundgebung für demokratischen Wandel in Gaza Stadt wurde über Facebook organisiert. Der Initiator beschrieb das Anliegen so:
“Wir sind eine Gruppe unabhängiger junger Menschen. Die ägyptischen und tunesischen Revolutionen gaben uns einen Impuls und das Gefühl, dass die Jugend einen Wechsel herbeiführen kann.“
Dann wurde ihm eine übergezogen und die Sicherheitskräfte schickten alle anderen nach Hause.
Indem sie ihre Null-Toleranz-Haltung gegenüber abweichenden Meinungen mit Einschüchterung der Presse verband, zeigte die Hamas ihr wahres Gesicht, während sie öffentlich Lob für die Demonstranten in anderen Ländern bekundete.
Mehrere zum Event eingeladene Fotografen wurden gezwungen, den Ort zu verlassen, nachdem sie von den Hamas-Polizeikräften bedroht worden waren, so Augenzeugen.
Die PA stellt nun Nachforschungen zu drei Personen an: a) Al-Jazeera-Reporter Clayton Swisher, b) dem ehemaligen britischen Geheimdienstler Alistair Crooke und c) einem dritten Mann (nicht namentlich genannten Franzosen). Es geht um ihre Verbindungen zu PaliLeaks.
Crooke ist definitiv ein plausibler Beteiligter. Er ist ein ganz großer Fürsprecher der politischen Einbindung von Hamas und Hisbollah, und er gründete zu diesem Zweck auch das Conflicts Forum. Patrick Seale bezeichnete diese Organisation einmal als „Verein unzufriedener Diplomaten und Geheimdienstoffiziere“, die, wie Daniel Pipes einmal formulierte, „sich in einer ansprechenden Form privater Diplomatie engagieren, die den Horror islamistischen Terrors herunterspielt“ (Pipes zitierte Seale hier.)
Und dann gibt es diesen Eindruck, den Crooke bei David Samuels hinterlassen hat, der in Mother Jones schrieb:
Die Unheimlichkeit von Crookes Umarmung selbst der durchgedrehtesten Doktrinen der iranischen Führungsclique dürfte ein Hinweis darauf sein, dass dieses Conflicts Forum eine Front für Teheran ist.
Freilich verließ Mark Perry, Mitbegründer von Conflicts Forum, die Organisation, weil ihm Crookes Sympathie für das iranische Regime wegen dessen Gewaltanwendung nach den Wahlen 2009 zu weit ging. Wenn’s beim Namen „Perry“ klingelt, dann deshalb, weil er besser dafür bekannt ist, General David Petraeus’s Sichtweise zu Israel verdreht dargestellt zu haben – zur Freude der Fans von Walt/Mearsheimer überall.
Möglicherweise könnte mit diesem Konzept der Eigenstaatlichkeit eine neue palästinensische Elite noch bequemer leben, wenn auch inmitten weiterhin bestehender allgemeiner Armut. Vielleicht würden die sichtbaren Werkzeuge der Besatzung und Kontrolle über palästinensisches Leben noch mehr vor dem blanken Auge verborgen bleiben, sogar mittels weit entfernter neuer Technologie. Nichtsdestoweniger bliebe es bei dieser „Eigenstaatlichkeit“ beim Zustand der Besatzung, zusammen mit interner palästinensischer Sicherheitskontrolle. Grenzen, Wasser, Wirtschaft und selbst sein „elektromagnetisches“ Feld blieben unbestreitbar unter der Kontrolle Israels. Jerusalem, die Flüchtlinge und sogar der Status des Jordantales Valley würden langfristig in einem Zustand des „Niemals erreichbar“ belassen.
Dann fuhr er fort, das Verhältnis Israel-PA mit Südafrikas Bestrebungen zu vergleichen, militärische Hegemonie über ein Namibia mit einer „Vichy-Regierung in Windhoek“ zu erlangen.
Crookes Zeit in der West Bank ist höchst erwähnenswert angesichts der Umstände, wegen denen er das Land verließ. Die israelische Journalistin Sheila Raviv dazu via CiF Watch:
Zu Mr. Alistair Crooke wurden Nachforschungen angestellt, und innerhalb kürzester Zeit befand er sich auf der Heimreise. Später wurde aufgedeckt, dass er ein Mitglied des MI6 war und die Hamas ausgebildet hatte! Ein britischer Diplomat bildete Hamas-Terroristen aus, und dennoch inszenierte Israel keinen Medienrummel. Seine Ausweisung wurde diskret ausgeführt – aus Respekt vor unseren britischen Verbündeten.
Crooke könnte motiviert worden sein, die PA zu blamieren und [damit] Israel zu schaden. Mir ist aber nicht klar, wie er an die Dokumente kam, wenn es tatsächlich so war. Seine Involviertheit in die Affäre bleibt fürs Erste eine offene Frage. Definitiv also ein Name, bei dessen Erwähnung man die Stirn runzeln muss.
AFP zum kürzlich erfolgten Luftangriff der IDF auf einen Raketentrupp in Gaza. Der Hintergrundschnipsel fällt wieder einmal erbärmlich aus:
Der Schlag unter dem Codenamen Gegossenes Blei war einer der tödlichsten seit Israels 22-Tage-Krieg gegen die Hamas-Machthaber, der im Dezember 2008 begann und 1.400 Tote unter den Palästinensern forderte, die meisten davon Zivilisten; dazu 13 Israelis, davon 10 Soldaten.
Ich wage die Behauptung, dass die palästinensischen Flüchtlinge von Israel besser behandelt werden als von Fatah, Hamas, den benachbarten arabischen Staaten und der UNO….
Zuerst die positive Nachricht: AP beobachtet, wie Hamas und Fatah aufeinender losgehen:
Beide Regierungen führen willkürliche Verhaftungen durch, verhängen Reiseverbote für ihre politischen Gegner, schließen sie aus dem Staatsdienst aus und unterdrücken die Oppositionsmedien, so die Menschenrechtsgruppen. Die Folterung in den Gefängnissen des Gazastreifens und der West Bank beinhaltet Schläge und Fesselung von Inhaftierten in schmerzhaften Positionen.
Hamas und Abbas’ Fatah drangsalieren sich gegenseitig seit der Machtergreifung der militant-islamistischen Hamas im Jahr 2007. Massive Razzien haben in den letzten Jahren zugenommen, da beide Seiden den Griff auf ihre jeweiligen Territorien verstärken wollen.
Nun zur schlechten Nachricht: Die Nachrichtenagentur benötigte ein 3 Jahre altes Archivfoto, um die Geschichte zu illustrieren.
ARCHIV – Auf diesem Archivfoto setzen palästinensische Mitglieder der Hamas-Polizeikräfte ihre Schlagstöcke ein, als sie bei gewaltsamen Unruhen nach einem muslimischen Gebet in Gaza-Stadt einen Fatah-Unterstützer festnehmen. Berichte palästinensischer Menschenrechtsgruppen betonen eine überraschende Symmetrie bezüglich der gegenseitig zugefügten Schmähung durch die von den USA abgesicherten Regierungen Mahmoud Abbas’ in der West Bank und den durch den Iran unterstützten Rivalen der Hamas in Gaza. (AP Photo/Adel Hana, Archiv)
Hamas und Fatah funktionieren nicht nach den Regeln der freien Presse, wie das in Israel der Fall ist. Palästinensische Fotografen wissen, dass neue Fotos dieser harten Durchgreifaktionen nur eines bedeuten: sie bekommen den Gummiknüppel übergezogen – eine Geschichte, über die sie lieber berichten würden als Teil davon zu sein.
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