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Förderung von Hassreden: Ha’aretz lotet neue Tiefen aus

7. Juni 2014

Simon Plosker, HonestReporting.com, 5. Juni 2014

Ha’aretz-Herausgeber Amos Schocken machte neulich in einem offenen Aufruf für Abonnenten klar, dass er seine Zeitung als Werkzeug zur Förderung einer besonders politisierten Agenda betrachtet. Aber wie weit ist Ha’aretz bereit zu gehen? Urteilt man anhand eines Meinungskommentars, dann hat Ha’aretz die Grenze von legitimer Kritik zu offenem Hass gegenüber dem Staat Israel überschritten.

In diesem Text „Israeli apartheid exposed at the airport“ (Israelische Apartheid am Flughafen offenbart, hinter der Paywall) schreibt der israelische Araber Salman Masalha:

Viele würden dem Prinzip zustehen, dass ein Staat, welchen Namen auch immer er hat, der Rassentrennung praktiziert, kein Recht hat unter Vortäuschung moralisch zu sein in der Welt zu existieren.

Israel ist diese Art Staat.

Er fährt mit der Dokumentation seiner Behandlung durch Sicherheitsbeamte am Ben Gurion-Flughafen fort. Zugegeben, für eine Sicherheitsüberprüfung herausgeholt zu werden, kann keine angenehme Erfahrung sein, doch sie kann zumindest im Kontext der besonderen Bedrohungen israelischer Flugzeuge und Passagiere verstanden werden.

Masalha beschuldigt Israel der „Rassentrennung“ und verweist auf „die Schule der Rassisten des Zionismus“ und macht so klar, dass sein Problem mit Israel weit über Sicherheitskontrollen am Flughafen hinaus geht. Stattdessen ist es Israel pure Existenz, die illegitim ist:

Man muss es klar ausdrücken: Ein Staat, der irgendeinen seiner Bürger, nur weil es ihn dort gibt und wegen seiner ethnischen Zugehörigkeit, als permanent verdächtig betrachtet, hat kein Recht zu existieren. Ein Staat, der versucht sein Apartheid-Regime hinter technologischen Geräten zu verstecken, hat kein Recht zu existieren. Technologie kann das zionistische Böse nicht auf ewig verbergen. Denn auf Ideologie basierendes Böses wird irgendwann überfließen, hervorbrechen und die das Gesicht der Rassisten bedeckende Maske zerschlagen.

Masalha fährt mit einer unangemessenen Analogie der Behandlung der Juden durch die Nazis fort:

Um es klar zu sagen: Das nächste Mal, wenn ich an den Ben Gurion-Flughafen gehe, werde ich einen gelben Flicken dabei haben, um allen durch die Gates gehenden Bürgern der Welt die Wahrheit über den jüdisch-demokratischen Defekt zu zeigen.

Während Masalha Israel beschuldigt ein rassistischer Staat zu sein, könnte er vielleicht einmal über seine eigene Wortwahl nachdenken, mit der er den leitenden israelischen Sicherheitsbeamten beschreibt, der das Objekt seines Wutanfalls ist:

Ophir war ein junger, dunkelhäutiger Sicherheitsmann, vielleicht nachkomme von Konvertiten aus der arabischen Halbinsel, vielleicht aus dem Atlas-Gebirge. Doch eines war klar: Seine schwarze Farbe sah sehr heruntergekommen aus, ramponiert und befleckt vom Bösen.

Es ist erstaunlich, dass eine Zeitung, die mit ihren „liberalen“ Sensibilitäten wirbt, es gestattet, dass ein Satz wie dieser den redaktionellen Prozess übersteht. Er offenbart allerdings, dass Masalha von demselben Rassismus getrieben ist, dessen Opfer zu sein er behauptet.

Letztlich würde, sollte die Sprache des Hasses in diesem Meinungsartikel bei Ha’aretz in einem Auslandsmedium auftauchen, sie Empörung provozieren. Dass sie in einer israelischen Nachrichtenquelle erscheint, die von Auslandsjournalisten als führende israelische Zeitung betrachtet wird, gibt der Sprache der Delegitimierung Legitimität.

Ha’aretz hat das Recht Israel zu kritisieren, aber es hat auch die Verantwortung Hassreden und Israels Existenzrecht offen infrage zu stellen nicht zu veröffentlichen. Ist es überhaupt überraschend, dass einige Auslandsmedien kaum Bedenken haben ähnliche Tiraden zu veröffentlichen, wenn sie sie bei Ha’aretz finden?

Die Haaretz gibt ihre politische Agenda zu

15. Mai 2014

Simon Plonsker, HonestReporting.com, 13. Mail 2014 (übersetzt von Cora)

Der Besitzer der Haaretz, Amos Schocken hat einen offenen Brief geschrieben, der nur an die Online-Abonnenten gerichtet ist. Das ist nicht erstaunlich wenn man bedenkt, dass ihre Verbreitung auf dem israelischen Markt für Druckerzeugnisse nach einer Marktuntersuchung aus der 2. Hälfte des Jahres 2013 bei gerade mal 6.1% liegt.

Um es kurz zu sagen, die Ansichten der Haaretz sind völlig unrepräsentativ für die Mehrheit der israelischen Gesellschaft und Politik insgesamt. Zur Zeit wird die Haaretz vor allem von Ausländern beachtet, die in ihr ein Äquivalent zur New York Times sehen (daher verwundert es nicht, dass Haaretz ihr Ansehen mit einer Partnerschaft mit der N.Y. Times als Herausgeber ihrer internationalen Ausgabe geschmückt hat).

Schocken drängt die Leser auf Haaretz-online zu abonnieren. Im Unterschied zu einer Erklärung zum journalistischen Auftrag, wirbt er so für seine Zeitung:

Wenn Sie das tun, werden Sie ein Partner im fortgesetzten Bemühen, Israel als liberale, konstitutionelle Demokratie zu gestalten, die die Werte des Pluralismus, der Bürger- und Menschenrechte hochhält. Sie werden zum Partner in der aktiven Unterstützung der Zweistaaten-Lösung und dem Recht palästinensischer Selbstbestimmung, was Israel erlauben würde sich von der Last der territorialen Besetzung und der Kontrolle eines anderen Volkes zu befreien.

Außerdem behauptet Schocken:

Um es einfach zu sagen: Wenn Nachrichten aus Israel kommen, dann kommen sie hauptsächlich über die Haaretz und wenn Ansichten eine Kontroverse, eine Debatte und Reflektionen durch die nahöstliche oder jüdische Welt auslösen, dann kamen sie entweder direkt von der Haaretz oder leben sich dort in Op-Eds, Kommentaren oder Blogs aus.

Damit hat er Recht. Trotz ihrer geringen Auflage ist die Haaretz die Zeitung der Wahl für ausländische Journalisten, Kommentatoren und Politiker, die die gleichen Pläne verfolgen wie die, die Schocken darstellt. Während daran selber nichts falsch ist, hat die Haaretz ihre meinungsbildende Mission auf eine völlig neue Stufe gebracht, insbesondere durch die Reichweite ihrer englischen Webseite, die benutzt wird, ihre Meinung weit über Israels Grenzen hinaus zu verbreiten. Die Haaretz hat in der Vergangenheit gezeigt, dass sie sich mehr um ihr ausländisches Publikum kümmert als auf das einheimische israelische. Unfähig irgendeinen signifikanten Einfluss auf die innenpolitischen Dinge ausüben zu können, nutzt Haaretz ihre englischsprachige Internetseite und die Druckausgabe, um Druck von außen auf Israel aufzubauen.

Man verweist auf Haaretz als glaubwürdige Quelle und viele negative Geschichten in den internationalen Medien entstammen ursprünglich einer Haaretz-Story. Doch Schocken selbst hat zugegeben, dass Haaretz alles ist, nur nicht objektiv. Und wie weit ist Haaretz bereit zu gehen, um ihre politische Agenda voranzutreiben? Es scheint nur noch wenige rote Linien gibt, wenn man die hasserfüllten Artikel des Haaretz-Starkolumnisten Gideon Levy betrachtet, der 2012 wegen der Manipulation einer Meinungumfrage Dishonest Reporter Award (Preis für den unehrlichsten Reporter) bekam, mit der „bewiesen“ wurde, dass Israel ein Apartheidstaat sei. Oder die Korrespondentin Amira Hass, die dreist palästinensisches Steine werfen verteidigte, auch wenn das israelische Tote zur Folge haben kann.

Schockens erklärter Auftrag ist auch in den Dingen beachtenswert, die er auslässt. Während er fröhlich so positive Begriffe wie „liberal“, „Pluralismus“ und „Bürger- und Menschenrechte“ einfließen lässt – was ist mit „jüdisch“? Das spricht Bände über ein Medium, das allzu oft wirkt, als wäre es von der Identität Israels als ein jüdischer und demokratischer Staat peinlich berührt.

Schockens Appell zeigt, dass sich die Haaretz nicht um eine objektive und genaue Darstellung bemüht, sondern alles für einen politischen Feldzug und Kampagnen-Agenda tut. Daher wäre es für die Auslandsmedien Pflicht, Haaretz eher als eine politische Partei denn primäre Nachrichtenquelle zu betrachten. Noch mehr als die Haaretz aber sollten sich die ausländischen Reporter vom Werben für ihre eigenen Meinungen enthalten, wenn sie über Israel berichten. Sich hinter der Haaretz zu verstecken um tendenziöse Artikel zu verbreiten ist inakzeptabel.

Während die Haaretz ein Produkt der lebendigen Demokratie und Pressefreiheit in Israel ist, spielt diese Zeitung doch eine gewichtige Rolle bei der Dämonisierung Israels. Amos Schockens offener Brief bestätigt leider, dass die Haaretz alles dabei ist, nur kein unbeabsichtigter Komplize.

Korrektur nach Haaretz –Art

6. November 2012

HonestReporting Media BackSpin, 6. November 2012

Man muss der Globe & Mail Rezept dafür zollen, dass sie die “Klarstellung” von Haaretz zu deren hässlicher Apartheid-Umfrage aufgegriffen hat. Meines Wissens ist Globe & Mail die einzige westliche Zeitung, die sich richtig verhalten hat.


Kompliment auch an HonestReporting Canada für ihr Engagement. Dies ist besonders wichtig, weil die Massenmedien auf Richtigstellungen oder Entschuldigungen meistens nicht reagieren. Das letzte Wort für Globe & Mail-Leser in dieser Angelegenheit hätte sonst diese geschmacklose Schlagzeile gehabt:

Viele Israelis sind für Apartheid, so eine Umfrage

Leider ist der für diese Schlagzeile verantwortliche Haaretz-Journalist Gideon Levy weiterhin nach allen Kräften mit dem Melken seiner Apartheid-Agenda beschäftigt, wie sein Gastbeitrag in der südafrikanischen Mail & Guardian zeigt:

Levy schreibt:

Angesichts der Realität wäre ein Friedensabkommen mit den Palästinensern beinahe ein antidemokratischer Akt. Die meisten Israelis wollen dies nicht. Eine gerechte, egalitäre Gesellschaft wäre auch gegen die Vorstellungen der meisten Israelis. Das wollen sie nicht. Sie scheinen sich mit ihren Rassismus zu begnügen, mit dem Besatzerstatus zufrieden zu sein und sich mit der Apartheid wohl zu fühlen. Alles Dinge, die ihnen in diesem Land nutzen. Das sagten sie den Meinungsforschern.

Nein, das haben sie den Meinungsforschern nicht gesagt.

Ein ähnliches Phänomen beobachteten wir vor wenigen Jahren, als Haaretz “Zeugenaussagen” von Soldaten aus dem Gaza-Krieg veröffentlichte, in denen der IDF Misshandlungen unterstellt wurden. Letztendlich erwiesen sich die Geschichten als Schwindel, aber nicht, bevor die Massenmedien eine Maxime erfüllten, die gemeinhin auf Mark Twain zurückgeführt wird:

Eine Lüge kann die halbe Welt umrunden, wenn die Wahrheit noch dabei ist, ihre Schuhe anzuziehen.

Globe & Mail zeigt, dass die Wahrheit die Welt halb umrundet hat, aber Levy ist noch im Rennen.


Update

Aber das ist noch nicht alles: ein israelischer Preisträger und Autor des Code of Ethics der IDF nahm mit uns Kontakt auf, um aufzudecken, wie Haaretz seine Worte so verdrehte, dass dabei medizinische Versuche an IDF-Soldaten herauskamen. Klicken Sie hier, um mehr zu lesen.

Die Wahrheit noch mehr verdrehen: Haaretz und IDF-Untersuchungen bei Soldaten

2. November 2012

HonestReporting Media BackSpin, 2. November 2012

Simon Plosker, Chefredakteur von HonestReporting

Anfang Oktober 2012 brachte Haaretz einen Bericht mit folgender verstörenden Schlagzeile:


Professor Asa Kasher (Abbildung links), israelischer Preisträger und Autor des Code of Ethics der IDF, hätte nach Darstellung von Haaretz den Standpunkt vertreten, dass

…medizinische Experimente an Soldaten wünschenswert und auch gerechtfertigt sind. Kascher erklärte, dass “die Beteiligung von eingezogenen oder Reservedienst leistenden Soldaten an medizinischen Versuchen im militärischen Rahmen zum Zwecke der Schlagkraft oder deren Aktivierung durchgeführt werden muss. Im Fall eines medizinischen Versuchs dürfen nur Gesichtspunkte zur Stärkung der Schlagkraft in Erwägung gezogen werden. Das Ziel eines medizinischen Versuchs muss [allein] dem Wohle der Soldaten dienen.”

Kurze Zeit nach Aufdeckung des unprofessionell und unethischen Stücks Journalismus von Haaretz, das in verfälschender Weise die Ergebnisse einer Umfrage als Beleg für israelische Apartheid uminterpretierte, schrieb Professor Kasher uns (HonestReporting) an, um seine eigenen Erfahrungen mit Haaretz zu schildern:

Vor wenigen Wochen erschien in Haaretz ein “Bericht” eines gewissen Chaim Levinson, der mir die Behauptung in den Mund legte, dass die IDF Experimente an Soldaten vornehmen würde, wenn es denn zum Wohle des Militärs wäre. Damit zog er sofort die Aufmerksamkeit der Haaretz-Freunde auf sich – auf einer palästinensischen Webseite wurde dies mit einem Foto von Nazi-Medizinern goutiert.

Zunächst wurde dies ohne Rücksprache mit mir veröffentlicht, da Haaretz nicht in der Lage gewesen sei, mich zu kontaktieren, wie sie behaupteten. Das war eine glatte Lüge, da ich, wie üblich, immer leicht zu erreichen gewesen wäre. Ich schickte ihnen eine Richtigstellung zu, die sie nicht veröffentlichten. Nachdem ich protestierte, baten sie mich um eine Stellungnahme und veröffentlichten diese. In meiner Antwort wies ich ihre Behauptungen entschieden zurück und teilte den Lesern mit, dass sie mich bezüglich der Dokumente kontaktieren könnten und selbst nachvollziehen sollten, wie Haaretz lügt. Viele folgten diesem Aufruf und waren schockiert, nachdem sie den riesengroßen Unterschied zwischen [meiner (bd)] Dokumentation und dem “Bericht” realisierten.

Das Dokument [erhältlich mittels E-Mail-Anfrage an Professor Kasher hier] handelte von einer ethischen Diskussion über medizinische Versuche, die Soldaten miteinschließt. Ich erstellte es auf Antrag eines Bezirksgerichtspräsidenten. Dabei führte ich eine lange Reihe von Bedingungen an, die als Vorraussetzung für medizinische Untersuchungen dienen müssen und den Soldaten ethisch korrektes Verhalten vorschreiben. Die Bedingungen stützen sich auf medizinische Ethik, wissenschaftlich-medizinische Versuche unter ethischen Bedingungen und militärischer Ethik. Mein Dokument listet zahlreiche Voraussetzungen auf.

Der Reporter nahm sich ein Beispiel davon heraus, stellte es verzerrt dar und präsentierte es als Fakt. Ich habe gesagt, dass “zum Wohl des Militärs” das Wohl der Soldaten in ihrer Individualität betrifft. Und ich erwähnte dies neben den notwendigen Bedingungen. Haaretz stellte dies so dar, als wäre es allein schon ausreichend.

Obwohl mein Dokument seitdem öffentlich einsehbar ist und ich den Bericht zurückgewiesen hatte, haben Haaretz und deren Reporter sich geweigert (Wer ist dort übrigens – nebenbei gesagt – nicht Reporter für medizinische oder militärische Fragen, sondern vielmehr Reporter für Siedlungsthemen…), den Text umzuformulieren und sich selbstverständlich auch nicht entschuldigt.

Im Lichte dieses jüngst offenbarten Verhaltens stellt sich die Frage: „Warum sind wir davon nicht überrascht?“

Weitere schwedische Verleumdungen

6. November 2009

HonestReporting Media BackSpin, 5. November 2009

Nicht nur hat Donald Bostrom seine Leichenklau-Vorwürfe gegen die IDF ständig wiederholt – die Sonntagsausgabe von Aftonbladet berichtete zudem (und Haaretz griff es auf), dass die schwedische Tageszeitung in Kontakt mit

“einer Frau in Genf getreten ist, die, zusammen mit einem Rechtsanwalt, einen Brief an die UNO vorbereitet, in dem von 15 illegal obduzierten Palästinensern die Rede ist, von denen bei 8 bis 2008 das Fehlen von Organen nachgewiesen worden war.“

Haaretz befasst sich damit:

Der Beitrag, geschrieben von der Kulturredakteurin Åsa Linderborg, kommt mit der Behauptung daher, dass das Material noch nicht freigegeben werden konnte, da die fraglichen palästinensischen Familien aufgrund israelischer Repressalien Todesängste bekommen hätten.

Linderborg bezog sich einen kürzlich passierten Fall eines illegalen Organhandels in Haifa, bei dem zwei Männer inhaftiert worden waren, dazu auf den Fall Yehuda Hiss, Israels führenden staatlichen Pathologen und ehemaligen Leiter des forensischen Instituts Abu Kabir, der zugegeben hatte, im Jahr 2001 Gewebe von einem verstorbenen israelischen Soldaten entnommen zu haben.

“Zwei Monate nach Veröffentlichung durch Aftonbladet trifft das erste Urteil [in der israelischen Organ-Affäre]. Es gibt mehr”, so die Intention des Stückes.

Der Haifa-Vorfall war in der Tat beschämend und jener um Yehuda Hiss umso mehr. Aber Aftonbladets Versuch, diese Fälle (und den New Jersey-Skandal) mit der IDF zu verbinden, entbehrt jeder Beweiskraft.

Derselbe Haaretz-Bericht beschreibt auch einen Disput zwischen Bostrom und einer schwedischen Kritikerin:

Die Wirtschaftswissenschaftlerin Anna Vider hatte ebenfalls Boströms Arbeitsmethoden kritisiert, wenn sie seine Verwendung von Zeugenaussagen allein von Palästinensern anführt, seine Unfähigkeit, mit den israelischen Behörden zusammenzuarbeiten und das Fehlen von Interviews und Nachforschungen. Sie kritisierte ihn auch scharf wegen seiner konstruierten Verbindung eines Vorfalls im Jahr 1992 mit Vorwürfen bezüglich des illegalen Organhandels in New Jersey 2009.

“Es erfordert viel Nachforschung, und es ist nicht etwas, was in einer Woche abzuhandeln ist“, sagte Vider: “Als Journalist hätte er [Bostrom] sich mehr bemühen müssen. Ich denke, das ist nicht aufrichtig.”

Bostrom wies die Kritik an seiner Vorgehensweise zurück: “Ich bin Reporter, nicht Ermittler.”

“Er verbindet die Ereignisse, weigert sich aber, die Verbindung zu diskutieren” fuhr Vider fort. “Es ist unanständig, den Skandal in New Jersey  abzuwarten und dann erst zu veröffentlichen. Warum hat er es nicht 1992 getan? Dieser Artikel hat eine große Auswirkung darauf, wie Israels Schweden und unsere Einmischung in den Konflikt beurteilt.”

Wow! Bostrom weist eine grundlegende Verantwortung des Reporters für Faktenchecks von sich. Wie aber jeder Student im Einmaleins des Journalismus lernt: “Wenn deine Mutter sagt, dass sie dich liebt, überprüfe es.

Zündeln am Tempelberg

2. November 2009

HonestReporting Media BackSpin, 2. November 2009

Palästinenser und Mainstream-Medien vergleichen den Tempelberg gerne mit einem Pulverfass und sagen, dass israelische Aktionen eine neue Intifada oder einen regionalen Konflikt auslösen könnten. Zwei israelische Medienberichte verursachen Risse in dieser gängigen Meinung.

Zum einen Haaretz, die berichtet, dass die Fatah bei der Organisation der jüngst stattgefundenen Gewalttätigkeiten an Jerusalems heiliger Stätte beteiligt war:

Wie auch bei seinen Fatah-Kollegen ist zu bezweifeln, dass [Hatem] Abdel Qader wirklich eine Eskalation auf dem Tempelberg wünscht, um in den PA-Gebieten  einen Flächenbrand zu entfachen. Ihre Hauptabsicht scheint darin zu bestehen, nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen, sich abzureagieren und danach wieder zur alltäglichen Routine zurückzukehren. Aber das politische Umfeld und besonders die Medien stacheln sie dazu an , extrem aggressive Statements gegen Israel abzugeben, darunter Vorwürfe, Juden würden die Al-Aqsa Moschee beschädigen wollen, obwohl sich dort seit Wochen nichts geändert hat.

Unterdessen berichtet die Jerusalem Post, dass Waqf-Offizielle, die den Tempelberg verwalten, sich befriedigt darüber zeigen, dass Israel nun endlich resoluter gegen Qader und Scheich Raed Salah vorging. Wie Vered Levine vor zwei Jahren anführte, ist Salah ein weiterer Unruhestifter, dessen Medienbekanntheit in umgekehrter Proportionalität zur tatsächlichen Zahl seiner Sympathisanten steht.

Wenn also eine weitere “zweite Al-Aqsa-Intifada” ausbricht, erinnern Sie sich nur daran, wie Palästinenser und Massenmedien zuvor gezündelt haben.

Syriens Facebook-Krieg

15. September 2009

HonestReporting Media BackSpin, 15. September 2009

Haaretz berichtet, dass Syrien gegen Facebooks Entscheidung protestiere, seinen im Golan wohnhaften Mitgliedern zu erlauben, Israel im Eingabefeld des Wohnortes einzugeben. Facebook hatte sich zu diesem Schritt entschieden, weil sich eine Gruppe um HonestReporting formiert hatte: Facebook, Golan Residents Live in Israel, not Syria*.

Damaskus will im Zuge seines Protestes seinen Bürgern den Zugang zu Facebook verwehren, so das Blatt.

Ich registriere aber, dass die syrische First Lady Asma al-Assad noch immer bei Facebook präsent ist.

—————–
*Siehe auch hier und hier.

Klage gegen Aftonbladet

26. August 2009

HonestReporting Media BackSpin, 26. August 2009

Ein israelischer Rechtsanwalt reichte bei einem New Yorker Gericht Klage gegen Aftonbladet ein. YNet News sagt, warum ausgerechnet im Big Apple:

Ophir erklärte: „Die Tageszeitung veröffentlichte eine antisemitische und rassistische Verleumdung, die zum Rassismus gegen Juden und IDF-Soldaten anstachelt“. Und weiter: „Die Klage wurde in New York eingereicht, da das Blatt dort erhältlich ist und der Reporter eine Verbindung zu Behauptungen aufstellt, New Yorker Rabbiner hätten mit Organen gehandelt.”

Auch Aktivisten in Schweden haben die Mühlen der Justiz in Bewegung gesetzt, wenn man aber Berichten von The Local und Haaretz Glauben schenkt, wird wenig dabei herauskommen.

Die verdrehte Schlagzeile des Daily Telegraph

26. März 2009

HonestReporting Media BackSpin, 26. März 2009

Die IDF veröffentlichte ihre überprüften Zahlen zu den Todesopfern während des Gaza-Krieges im Januar. Haaretz zufolge zählte die Armee insgesamt 1.370 Todesopfer, darunter:

• Mehr als 600 Mitglieder von Terrororganisationen.

309 Zivilisten, darunter 189 Kinder im Alter unter 15.

320 Menschen, deren Status als Zivilist oder Kämpfer nicht noch endgültig geklärt ist.

Dies führte zu einer sehr verdrehten Schlagzeile im Daily Telegraph (Zum Vergrößern bitte auf die Abbildung klicken):

In Wirklichkeit ist 189 – wenn auch tragisch – eine sehr kleine Zahl, wenn Sie bedenken, dass ein großer Prozentsatz der etwa 1.4 Millionen-Bevölkerung in Gaza Kinder sind.

Hätte die IDF tatsächlich wahllos zivile Ziele im dicht bevölkerten Gazastreifen angegriffen, würden die Zahlen einen weit höheren Prozentsatz von Kindern im Verhältnis zu allen Getöteten aufweisen.

Aber die überwiegende Mehrheit der Toten waren Männer im kampffähigen Alter, was nahelegt, dass selbst, wenn es zu Unglücksfällen kam, die IDF wohlüberlegt vorging statt willkürlich drauflos zu ballern.

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Update, 29.03.08:

Es handelt sich nur um 89 Kinder unter 16 Jahren. Ha’aretz hatte unzuverlaessig berichtet, hier die Jerusalem Post:

http://www.jpost.com/servlet/Satellite?cid=1237727552054&pagename=JPost%2FJPArticle%2FShowFull

Etwa die Hälfte der Bevoelkerung im Gazastreifen ist weiblich, mindestens 45% sind 16 Jahre und juenger (s. CIA factbook https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/gz.html).

89 Kinder (7.6%) und 49 Frauen (4.2%) von 1166 untersuchten Todesfällen belegen eine sehr effektive Unterscheidung zwischen Kombattanten und Nicht-Kombattanten.

Hat tip: beer7

Haaretz, IDF und die Doppelmoral weltweit

24. März 2009

HonestReporting Media BackSpin, 24. März 2009

Letzte Woche „deckte Haaretz auf”, dass die IDF während der Militäroperation „Gegossenes Blei“ “Zivilsten tötete, Vandalismus betrieb und laxe Einsatzvorschriften hatte“. Nach der Durchsicht des Beitrages war unschwer abzusehen, dass Reaktionen wie diese nicht lange ausbleiben würden.

Aber der Haaretz-Bericht wird den Anforderungen nicht gerecht, und mehrere Kommentatoren haben scharfsinnig die weltweit praktizierte Doppelmoral registriert, die wieder einmal gegen Israel in Stellung gebracht wird.

Melanie Phillips weist darauf hin, dass der Haaretz-Report auf kitschigem Hörensagen-Journalismus basiert:

Es gibt exakt zwei Anschuldigungen wegen grundlosen Tötens palästinensischer Zivilisten unter den angeblich ausdrücklichen Befehlen, so vorzugehen. In einem Fall handelte es sich, wie selbst Haaretz klarstellte, um eine versehentliche Tötung, als zwei Frauen den Evakuierungsweg, den ihnen die israelischen Soldaten gewiesen hatten, missverstanden hatten und deshalb ins Schussfeld eines Scharfschützen geraten waren. Außerdem gab der Soldat, der dies sagte, zu, dass er den Vorfall nicht mitbekommen hatte; er war nicht einmal in Gaza zu diesem Zeitpunkt – berichtete also rein über Gerüchte und vom Hörensagen.

Die zweite Anschuldigung basiert auf einem angeblich realen Vorfall, in dem eine ältere Frau auf eine IDF-Einheit zuging und ein Offizier befahl, auf sie zu schießen, weil sie den Sicherheitsabstand unterschritt und eine Selbstmordattentäterin hätte sein können. Der Soldat, der sich auf diese Geschichte bezieht, sagte nicht, ob die Frau in dieser Geschichte wirklich erschossen worden war. In der Tat sieht es wieder nach reinem Hörensagen aus, wenn er sagt: „aufgrund der Beschreibung des Vorgangs“….

Und Herb Keinon beschuldigt Dani Zamir, der das “Eingeständnis” transkribiert und übersetzt hatte, seine eigenen Pläne zu verfolgen, wie es auch im Buch Refusnik, Israel’s Soldiers of Conscience aus dem Jahr 2004 zum Ausdruck kommt. Darin kommt auch Zamir zu Wort:

“Folglich ist die Zusammenarbeit mit einem Regime oder einer Regierung, die mich mittels Befehlen dazu zwingen, Teil eines antidemokratischen Apparates zu sein, der zu Selbstzerstörung, Zersetzung und nationalem Zerfall führt, zusammen mit der völligen Verneinung seiner eigenen Werte illegitim, ungerecht und unmoralisch. Und das wird so bleiben….“

Keinons Antwort:

Die Aussagen der Soldaten, die er der Öffentlichkeit präsentiert, scheinen – was für ein Zufall – seine Anschauungen zu bekräftigen.

Wenn sie den weltweit zunehmenden Trend ansprechen, dass ein Esel den anderen Langohr nennt, bringen Blogger zwei wichtige Aspekte über die offenkundige Doppelmoral, die daraus erwächst. Dazu Z-Word:

Wahrscheinlich ist nach Ansicht vieler Kommentatoren den Juden nur dann gestattet, einen Staat und eine Armee zu haben, wenn dieser Staat und diese Armee ethische Standards befolgen, die weit höher sind als die, die man von anderen Staaten erwartet, ihren eigenen eingeschlossen. Jegliches Versagen, diesen Standards zu entsprechen, wird als Beweis für die offenkundige Illegitimität der zionistischen Gesellschaft herangezogen.

Und Elder of Ziyon spricht aus, warum die Welt im Unrecht ist, wenn sie Israel Standards als Argument gegen den Staat verwendet:

Man kann feststellen, dass Israel gelegentlich hinter seinen selbst auferlegten moralischen Standards zurückbleibt, aber es ist ziemlich heuchlerisch, Israel anhand dieser Tatsache zu verurteilen. Allein Israel hat das Recht – und in der Tat auch die Verpflichtung – über seine eigenen Leute auf der Grundlage eines höheren Moralcodex zu urteilen.

Wenn andere das tun, basiert es nicht auf Moral, sondern auf Neid. Wenn man beginnt, bei Israel weit über das hinaus, was von anderen erwartet wird, zu urteilen, schlägt das schnell in eine Dämonisierungs-Attitüde um, besonders dann, wenn diese Standards willkürlich hoch angesetzt werden – selbst über Israels eigene Ansprüche hinaus. Allzu oft wird Israel in Relation zum Idealzustand beurteilt, während dies bei anderen Staaten lediglich im Verhältnis zum Status Quo oder ihrem Verhalten in der Vergangenheit geschieht.

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Gaza-Insider alle draußen

1. Dezember 2008

HonestReporting Media BackSpin, 1. Dezember 2008

Während westliche Journalisten sich darum bemühen, in den Gazastreifen zu gelangen, schmiss die Hamas heute Amira Hass (Haaretz) raus. Sie schreibt in einer E-Mail an Kollegen (veröffentlicht vom Reporter Dion Nissenbaum), dass die Hamas nicht länger ihre Sicherheit garantieren könne.

Komisch, denn aus dem gleichen Grund untersagt Israel den MSM, in den Gazastreifen zu reisen.

Hass beharrt darauf, dass sie sich nicht in Gefahr befinde und keine Hamas-Beschützer rund um die Uhr brauche. Vor zwei Wochen war sie mit einem Free Gaza-Schiff in Gaza eingetroffen.

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Israelisches YouTube umgeht arabische Medien

21. November 2008

HonestReporting Media BackSpin, 21. November 2008

Israels Außenministerium umgeht die arabischen Medien, indem es kürzlich einen arabischen Kanal auf YouTube eingerichtet hat. Haaretz erklärt:

Ofir Gendelman, Abteilungsleiter für arabische Medien im israelischen Außenministerium, teilte Haaretz am Mittwoch mit, dass man versuche, Israels Abgängigkeit von arabischen Kanälen zu reduzieren, die dazu neigen, israelischen Sprechern verhältnismäßig wenig Sendezeit zu einzuräumen.

Er sagte auch, dass der Umfang an Berichterstattung von Israels wechselnder Beziehung zu arabischen Kanälen abhängt….

“Die arabische Internet-Szene ist in Bewegung und wir möchten einen weiteren Kommunikationskanal für den Dialog aufbauen.”

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Al-Jazeera entschuldigt sich für “Inhalte” bei Kuntar-Party

7. August 2008

honestreporting Media Backspin, 7. August 2008

Haaretz erhielt die Kopie eines Briefes von Khanfar Wadah; Fernsehdirektor bei Al-Jazeera, in dem er sich für die Geburtstagsparty entschuldigte, die der Sender für Samir Kuntar ausgerichtet hatte.

…..„Elemente des Programms“ das zu Ehren Kuntars in der Nacht auf Samstag, den 19. Juli, ausgestrahlt worden war, „haben den Verhaltenskodex [des Senders] verletzt“ und er „betrachtet diese Übertretungen als sehr ernst“.

Nach Betrachten des Videos* frage ich mich, welche Inhalte eigentlich nicht abstoßend waren.

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*Bitte mit Internet-Explorer öffnen, falls sich mit Firefox nur ein Standbild öffnet.

Wikipedia objektiv bewerten

21. Mai 2008

honestreporting Media BackSpin, 21. Mai 2008

Haaretz nimmt Bezug zu einer äußerst relevanten passenden Doktorarbeit, die nächste Woche an der Tel Aviv-Universität veröffentlicht wird.

Eti Yaari vom Bereich Informationswissenschaft an der Bar-Ilan Universität schrieb ihre Doktorarbeit über die Anwendungsmöglichkeit eines automatischen Beurteilungsverfahrens für Wikipedia-Einträge. Sie handelt davon, die Qualität von Einträgen zu überprüfen, um effiziente Rahmenbedingungen für Surfer zu schaffen…

Nun versucht Yaari zusammen mit Prof. Yehudit und Baruchson-Arbib, eine passende Anwendung zu entwickeln, die automatisch Wikipedia-Einträge auf Grundlage der Kriterien bewertet, die sich aus ihrer Studie ergeben haben.

Angesichts der Probleme mit Wikipedia, die wir kürzlich hier und hier beleuchteten, kann Yaaris Forschungsbeitrag ein Schritt in die richtige Richtung sein. Den vollständigen Artikel können Sie hier [In Englisch] lesen.

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