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Häftling X: Israel mit Gulag* verglichen

15. Februar 2013

HonestReporting Media BackSpin, 15. Februar 2013

Die Schlagzeile “Rechtsanwalt vermutet, dass Häftling X durch Verhörmethoden zum Selbstmord getrieben wurde” beschwört Bilder von Folter, Water Boarding und alles zum Thema Menschenrechtsverletzungen – Assoziationen, an die sich die mit antiisraelischen Geschichten auf Diät getrimmten Guardian-Leser gerne klammern.

Mangels eindeutiger Misshandlungsbeweise ergeht sich Peter Beaumont stattdessen in reiner Fiktion, um Israel anzuschwärzen:

Die jüngsten Enthüllungen bahnen sich inmitten einer zunehmenden Empörung über den Fall in Israel an, wenn einige die Behandlung Zygiers mit jenen Methoden in der Sowjetunion, Argentinien und Chile unter deren Militärdiktaturen vergleichen.

Nur – wer sind diese “einige”, die Israel mit brutalen militärischen Diktaturen verglichen haben? Peter Beaumont kann’s nicht sagen.

Und wenn man Ausschau nach jemandem hält, der Kritik an Israel übt, und bei dem man davon ausgehen kann, dass er wirklich Israeli ist, wer ist dann zitierfähiger als Gideon Levy, dem HonestReporting eine Auszeichnung für den Unaufrichtigsten Reporter 2012 verlieh?

In einer der bislang schärfsten Attacken gegenüber dem Verhalten der Behörden und Medien in der Häftling X-Affäre verurteilte der altgediente liberale israelische Journalist Gideon Levy, der für Haaretz schreibt, die Fähigkeit des Staates, Menschen in Absprache mit Presse und Gerichten „verschwinden zu lassen”.

Eine genauere Beschreibung Levys wäre die eines extremen oder radikalen Linken, der für die Mehrheit in Israel überhaupt nicht repräsentativ ist. Andererseits ist es genau das, was das linke Denken in der verdrehten Welt des Guardian ausmacht.

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*Für die jüngeren Leser, die sich unter dem Begriff “Gulag” nicht viel vorstellen können, hier ein Link. Damit man eine Vorstellung darüber gewinnt, wie weitverzweigt das Lagersystem war, hier eine Übersichtkarte.

Arabischer Knesset-Abgeordneter ruft im Guardian zu Sanktionen auf

5. November 2012

HonestReporting Media BackSpin, 5. November 2012

(Abbildung rechts: Jamal Zahalka)

Geht man nach der Überschrift eines Artikels beim Guardian-Blog Comment is FreeEs ist Zeit für Sanktionen gegen Israel – wird die Fusion der rechtskonservativen Parteien Extremismus und Rassismus gegen die Palästinenser befördern. Sanktionen sind die einzige Antwort.”

Der Autor behauptet:

Da die Gefahr des Rassismus nicht allein auf seiner Gefühlskälte, sondern auf seiner Macht und seinem Einfluss beruht, deutet diese Koalition inmitten der Regierung auf einen starken Anstieg von Rassismus und einen dramatischen  Demokratieverlust hin.

Und:

Wer auch immer einen gerechten Frieden will, um sich anbahnende Kriege zu verhindern, wer immer den durch die Besatzung begangenen Verbrechen ein Ende setzen will, wer immer Rassismus bekämpfen will, muss die Verhängung von Sanktionen unterstützen.

Bemerkenswert an diesem Gastbeitrag sind nicht allein die Rassismus-Vorwürfe gegen Israel, die so etwas wie ein Grundnahrungsmittel für den Guardian sind, sondern die blanke Heuchelei hinter dem Boykott-Aufruf des Autors.

Der Autor ist nichts weniger als ein Knesset-Abgeordneter für die Balad-Partei. Jamal Zahalka scheint, obwohl gewählter Vertreter der Araber im israelischen Parlament, die Wahlergebnisse am 22. Januar 2013 nicht abwarten zu können. Allein der Zusammenschluss der Parteien Likud und Yisrael Beitenu ist für ihn schon Anlass genug,  etwa übers Knie zu brechen und prohibitive Maßnahmen gegen Israel zu fordern.

Als ob er eine Ausrede nötig gehabt hätte.

Die kranken Prioritäten des Guardian

28. Juni 2012

HonestReporting Media BackSpin, 28. Juni 2012

Der Guardian lässt keinen Zweifel an seinen verdrehten Sinn für Prioritäten aufkommen, wenn es um Israel geht. Die widerlichen antisemitischen Kommentare des Ersten Vizepräsidenten des Iran, Mohammad Reza Rahimi, in denen den Zionisten und dem Talmud die Schuld für das weltweite Problem der illegalen Drogen gegeben wird, sind nicht einmal die Geschichte.

Vielmehr ist es ein Video mit der Reaktion des israelischen Außenministers auf Rahimi, das mit dieser Überschrift samt Text vorgestellt wird:

Ist es zu viel verlangt vom Guardian, dass er in adäquater Weise über den iranischen Antisemitismus berichtet? Offensichtlich. Die iranischen Kommentare werden sogar als “Behauptungen” bezeichnet, so, als beinhalteten sie möglicherweise eine gewisse Wahrheit oder Glaubwürdigkeit, was Rahimis lächerliche Anschuldigung betrifft.

Dass der Guardian lieber eine Story über Liebermans Kommentare macht als sich zu Rahimis Antisemitismus zu äußern, spricht Bände über den unmoralischen Kompass, an dem sich die Berichterstattung des Guardian über Israel ausrichtet.

Nur noch krank.

Mauer vortäuschen

12. Juni 2012

HonestReporting Media BackSpin, 12. Juni 2012

Schier unglaublich, wie die gegen Israel eingesetzte verdrehte Sprache ein so akzeptiertes Narrativ werden konnte, dass selbst etwas so Offensichtliches und Widersprüchliches schlicht ignoriert werden konnte.

Lesen Sie den (Capture-) Text zum Bild unten, das vom Guardian dazu verwendet wurde, einen antisemitisch intendierten Artikel Ben Whites zu illustrieren.


Welchen Teil des Stacheldrahtzauns auf dem Foto würden Sie als Mauer bezeichnen?

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Bildunterschrift (Capture):

Ein Palästinenser schwenkt seine Nationalflagge an der Trennungsmauer zwischen Israel und Palästina.

Auf Goldstone verweisen – seine Richtigstellung ignorieren

2. Mai 2012

HonestReporting Media BackSpin, 2. Mai 2012

Der IDF-Abschlussbericht zur Untersuchung eines tragischen Zwischenfalls im Gaza-Konflikt 2009 war Gegenstand vieler Artikel in den Medien. Es überrascht nicht, dass einige Medien wieder auf den von der UNO in Auftrag gegebenen Goldstone-Report zurückgreifen. Wie zum Beispiel der Guardian:

Ein Bericht des südafrikanischen Richters Richard Goldstone im Auftrag der Vereinten Nationen untersucht detailliert den Fall der Familie Samouni. Er kam zu dem Ergebnis, dass die Todesfälle Folge von “zielgerichtetem israelischen Feuer gegen sie waren”, unter Verletzung der Genfer Konvention.

Der Goldstone-Bericht legte dar, dass Israel wiederholt das Internationale Recht verletzt und während des Konflikts, den Israel unter dem Namen ’Operation Gegossenes Blei’ führte, möglicherweise Kriegsverbrechen begangen habe. Er bezichtigte auch die Hamas, Kriegsverbrechen begangen zu haben.

Es überrascht nicht, dass der Guardian weiterhin Goldstone als Knüppel nutzt, um damit Israel eine überzubraten. Und es überrascht auch nicht, dass der Guardian schlicht einen wichtigen Punkt auslässt, den Associated Press wählte, um ihn in ihre eigene Berichterstattung mit einzubeziehen:

Nach dem Krieg beschuldigte ein UNO-Bericht Israel, bei seinem militärischen Vorgehen gegen die Hamas absichtlich Zivilisten angegriffen zu haben. Der federführende Autor des Bericht, der südafrikanische Jurist Richard Goldstone, hatte später diese Ergebnisse angezweifelt, obwohl der Bericht niemals modifiziert oder zurückgezogen worden war.

Das ist ein Faktum, das der Guardian gerne außer Acht lässt.

HonestReporting: Beobachtung der internationalen Medien

16. April 2012

Manfred Gerstenfeld interviewt Simon Plosker (direkt vom Autor)

Israel sollte sich zum Ziel setzen sicherzustellen, dass es in den internationalen Medien fair und genau dargestellt wird. Aus diesem Grund beobachtet die Medienwatch-Organisation HonestReporting Medien, legt Fälle von Einseitigkeit offen und erreicht Veränderung durch Handeln und Bildung. Das ist etwas ganz anderes als die Behauptung, Israel sei perfekt. Viele Bürger Israels haben Probleme mit ihrer eigenen Regierung zu Dingen, die falsch sind und die sie nicht mögen. Wir wollen aber, dass Israel mit denselben Maßstäben gemessen wird wie jedes andere Land.

Simon Plosker

Simon Plosker

Simon Plosker ist seit 2005 Redaktionsleiter von HonestReporting; er war vor seiner Einwanderung nach Israel 2001 bei der Dachorganisation ‘Deputies of British Jews’ für öffentliche Angelegenheiten zuständig. Er hat Abschlüsse der Birmingham University und der London School of Economics erworben.

HonestReporting wurde im Mai 2000 von einigen Studenten in London gegründet. Sie waren durch die stark antiisraelische Einseitigkeit der britischen Medien zur Zeit des erneuten Ausbruchs palästinensischer Gewalt im Jahr 2000 aufgebracht. Diese Einseitigkeit geht bis heute weiter. Diese Studenten begannen E-Mails zu verschicken, die das von den Medien geschaffene falsche Bild richtigstellten. Ihre Aktivitäten vermehrten sich bis zu dem Punkt, an dem sie das nicht länger managen konnten. Anfangs mit Hilfe der religiösen Betreuungsorganisation Aish Hatorah wurde HonestReporting – das inzwischen in den USA und Israel als gemeinnützig anerkannt ist – 2002 komplett selbstständig.

Unser erster großer Erfolg trat ein, als die New York Times im Jahr 2000 berichtete, ein israelischer Polizist habe einen Palästinenser auf dem Tempelberg zusammengeschlagen. Später wurde klar, dass die Geschichte auf den Kopf gestellt wurde. Der amerikanisch-jüdische Student Tuvia Grossman war in einem arabischen Viertel von einem palästinensischen Mob zusammengeschlagen worden. Er wurde von dem israelischen Polizisten gerettet. Die falsche Version wurde von vielen Medien berichtet. Die folgende Kampagne von HonestReporting zwang die New York Times und andere Medien eine Entschuldigung und Korrektur zu veröffentlichten. Ein französisches Bezirksgericht wies sogar 2002 die Tageszeitung Libération und Associated Press an, Grossman jeweils 4.500 Euro Entschädigung zu zahlen.

Ein jüngeres Beispiel betraf die ranghohe CNN-Nahost-Redakteurin Octavia Nasr, die ihre Bewunderung für und Trauer wegen des Todes eines spirituellen Führers der Hisbollah auf ihrer persönlichen Seite bei Twitter kund tat. HonestReporting forderte Handeln ein und wurde als wichtige Triebkraft bei der Aufdeckung der Affäre zitiert, die rasch zu Nasrs Entfernung von ihrem Posten bei CNN führte.

HonestReporting ist inzwischen ein „virtueller“ Betrieb, dessen Hauptwerkzeug das Internet ist. Unsere wichtigste Kommunikationsform – abgesehen von unserer Internetseite – sind unsere E-Mail-Warnrufe. Wir versuchen ein Publikum zu bedienen, das keine langatmigen Forschungsberichte liest. Die Menschen haben heute sehr kurze Aufmerksamkeitsspannen. Wir liefern ihnen scharfe und kurze Texte, aufgrund derer sie handeln können. Wer mehr wissen möchten, dem bieten wir Links zu Material wie Original-Zeitungsartikeln, Forschungsorganisationen oder verlässlichen Blogs.

Unsere Leser so zu bilden, dass sie handeln, ist sehr wichtig; deshalb haben wir Online-Lektionen in Form unserer „Digital Diplomats“-Videos sowie Diashow-Präsentationen erstellt, die von Aktivisten sehr praktisch genutzt werden können, um für Israel einzutreten.

Natürlich ist die Ermutigung dazu, den Medien Briefe zu schreiben, ein wichtiger Teil unserer Arbeit und wir belohnen die Besten in unserem „Brief des Monats“. Die sozialen Medien sind allerdings zunehmend das neue Schlachtfeld der öffentlichen Meinung. Wir stehen an vorderster Front bei der Nutzung von Plattformen wie Facebook und YouTube, um für unser Material zu werben und sicherzustellen, dass es weit über den harten Kern der Pro-Israel-Aktivisten hinaus angesehen wird.

Ein effektives Mittel ist der jährliche „Dishonest Reporter Award“ (Preis für den unehrlichsten Reporter). Die Öffentlichkeit kann ihre Stimmen zu unseren Nominierungen der schlimmsten Beispiele von antiisraelischer Einseitigkeit einschicken. Die BBC ist fast immer ein Kandidat für diese Negativ-Ehre, doch dieses Jahr gewann der Guardian den Preis.1 Wir haben eine lange Liste von Gründen angeführt, warum die Zeitung mit verzerrter und manchmal hasserfüllter Berichterstattung zu Israel herausstach. Dazu gehörte eine „antisemitische Reaktion auf den Gilad Shalit-Austausch“.2 Man veröffentlichte außerdem ein Op-Ed Osama Hamdans, des Hamas-Chefs für internationale Beziehungen, sowie einen Brief des Akademikers Ted Honderich, der den Palästinenserterror rechtfertigte. Dies sind nur ein paar wenige Beispiele, die die obsessiv negative Behandlung Israels durch die Zeitung demonstrieren.

HonestReporting hat neben der Berichterstattung zu weltweiten englischsprachigen Medien sowie dezidierten Berichten über die Medien Großbritanniens Ableger in Kanada und Lateinamerika. Mit über 150.000 Abonnenten und mehr als 100.000 monatlichen Zugriffen auf unsere Internetseite hoffen wir weiter expandieren zu können, um in der Zukunft weitere europäische Medienorgane abzudecken. Die Schlacht zur Verteidigung Israels gegen Medieneinseitigkeit wird vermutlich nicht so bald enden.

1 Pesach Benson: „A Year of Dishonest Reporting, Why the Guardian won“, 13. Dezember 2011, HonestReporting.
2 Simon Plosker: „The Guardian’s Anti-Semitic Explanation for Shalit deal“, 24. Oktober 2011, HonestReporting.

Abgeordnetenausschuss lehnt Boykott des Guardian ab

16. Januar 2012

HonestReporting Media BackSpin, 16. Januar 2012

Der Abgeordnetenausschuss der Juden in Großbritannien verwarf einen ins Gespräch gebrachten Boykott des Guardian. Nach Angaben der Jewish Chronicle war vorher ein Antrag formuliert worden, der darauf drängte,

„dass alle, die sich gegen Antisemitismus zur Wehr setzen wollen, den Guardian nicht mehr kaufen bzw. dort Anzeigen schalten sollen”.

Die hinter dieser Idee stehende Frustration ist nachvollziehbar. Al-Guardian gewann im Jahr 2011 HonestReportings Auszeichnung für die unehrenhafteste Berichterstattung für ein ganzes Jahr schlampiger und verfälschter Nachrichten und Kommentare – weit vor allen anderen Zeitungen.

Man kann niemandem vorschreiben, wofür er sein Geld ausgeben soll.

Aber wenn man ein Abonnement oder eine Werbeanzeige kündigt, beraubt man sich selbst der Möglichkeit, an der Diskussion teilzunehmen.

Bericht: Redaktionelle Leitlinie des Guardian richtet sich gegen die Zweistaatenlösung

27. August 2011

HonestReporting Media BackSpin, 26. August 2011

Die medienkritische Organisation Just Journalism hat in einem Bericht dokumentiert, wie externe Kommentare im Guardian die redaktionelle Linie des Blattes in einer Art und Weise wiedergeben, die weit über die Forderung nach Beendigung einer israelischen Besatzung und die Gründung eines palästinensischen Staates hinausgeht.

Der Bericht lässt erkennen, wie der Guardian geschickt die Standpunkte derer aufgreift, die gegen ein Konzept von zwei Staaten für zwei Völker sind. Der Zusammenfassung entsprechend…

• veröffentlichte der Guardian während des ersten Halbjahres 2011 mehr Gastkommentare von Palästinensern als von Israelis: elf Kommentare von neun Palästinensern gegenüber sechs von vier Israelis.

• Drei der palästinensischen Gastkommentatoren während dieses Zeitraums waren entweder Mitglieder der Hamas oder eng mit ihr verbunden und befürworteten Terroranschläge.

• Vier weitere Palästinenser waren säkulare Nationalisten, die Israels Legitimität ebenso ablehnten und Maßnahmen befürworteten, die es in einem Staat mit arabischer Mehrheit aufgehen lassen würden.

• Alle israelischen Gastbeiträge orientierten sich an linksgerichteten Politikvorstellungen in Israel, die davon ausgehen, dass man [Israel (bd)] Zugeständnisse machen müsse, damit zwei Staaten für zwei Völker entstehen können.

• Die Mehrheit der von Israelis beigesteuerten Kommentare beschäftigte sich mehr mit den Auswirkungen des Arabischen Frühlings als direkt mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt selbst.

Um den vollständigen Bericht als pdf-File [In Englisch] zu lesen, klicken Sie bitte hier.

Guardian: Fehlerkorrektur absichtlich unterlassen

27. August 2011

HonestReporting Media BackSpin, 26. August 2011

Erst kürzlich hatten wir Harriet Sherwood wieder bei einer weiteren falschen Beschreibung der Westmauer als “heiligste Stätte des Judentums” ertappt, in der sie gleichzeitig das Narrativ einer palästinensische Oberhoheit über den Tempelberg, die tatsächlich heiligste Stätte des Judentums, hinausposaunt hatte.

Ich [Anm. (bd): Simon Plosker] schickte sofort eine Protest-Mail mit der Forderung nach Korrektur an den Leserbrief-Redakteur des Guardian mit dem Hinweis, dass, auch wenn ich nicht erwartete, dass die Zeitung aufhörte, palästinensische Versionen der Geschichte nachzuplappern, ich doch zumindest Genauigkeit voraussetzte, was Fakten betrifft.

Eine Korrektur zum Artikel wurde dann auch veröffentlicht, aber nicht so, wie sie hätte lauten müssen:

Der amerikanische Moderator Glenn Beck wurde fälschlicherweise in einem Artikel über seinen Plan, in Jerusalem eine Kundgebung abzuhalten, als wiedergeborener Christ bezeichnet. Er ist gläubiger Mormone (Facebook protest over US broadcaster’s Israeli rallies, 24. August, Seite 26).

Dem kann ich nur entnehmen, dass der Guardian entweder einen ganz Blick auf den Artikel hat oder meine Beschwerde als unwichtig abtut. Kann der Guardian bei mir noch mehr Ekel hervorrufen als dies ohnehin schon Fall ist?

The Guardian: Zyklus armseliger Berichterstattung

22. August 2011

HonestReporting Media BackSpin, 22. August 2011

Die Berichterstattung des Guardian über den Terroranschlag nahe Eilat am Donnerstag, palästinensische Raketen auf Südisrael und Israels Reaktionen darauf reiht sich konsequent in die lange Tradition antiisraelischer Berichterstattung des Blattes ein.

Wie steht es mit den israelischen Opfern?

Die 8 toten Israelis und Dutzende andere, die beim Terroranschlag verletzt worden waren, scheinen unbemerkt geblieben zu sein. Dabei wird das Hauptaugenmerk dieses Artikels fest auf ägyptische Opfer gerichtet:

Israel machte schnell einen Rückzieher, um nach einem grenzüberschreitenden Angriff palästinensischer Militanter, in dessen Folge mindestens drei ägyptische Polizisten getötet worden waren, eine Krise mit seinem Verbündeten Ägypten zu vermeiden.

Nach Ansicht des Guardian ist der Terroranschlag als “grenzüberschreitender Angriff“ zu verstehen, während Israels Reaktion darauf Teil eines „Kreislaufs  zwischen Raketenbeschuss aus Gaza und israelischer Luftangriffe” sei – ein klarer Fall moralischer Äquivalenz.

Moralische Gleichsetzung

Und tatsächlich beweisen Überschrift und erster Absatz in einem früheren Beitrag die gleiche Geschichte moralischer Gleichsetzung:

Infolge des Blutvergießens beschießen sich Israel und Gaza gegenseitig mit Raketen

Militante Palästinenser und israelische Streitkräfte beschossen sich am Freitag gegenseitig mit Raketen in einem Kreislauf von Angriff und Gegenangriff, während sowohl in Israel als auch in Gaza wegen des Blutvergießens am Tag zuvor Beerdigungen stattfanden.

“Verdächtigte Militante”

Ab wann können Terroristen, die bereits Anschläge auf zivile Ziele in Israel durchgeführt haben, als “Verdächtige“ bezeichnet werden? Dem Guardian zufolge geht das so:

Israel hat sich verpflichtet, die Todesfälle zu untersuchen, die ägyptischen Offiziellen zufolge während einer Schießerei zwischen israelischen Streitkräften und verdächtigten militanten Palästinensern zu verzeichnen waren….

Ägyptische Beamte gehen davon aus, das israelische Streitkräfte die verdächtigten Militanten über die Grenze verfolgt hätten und dabei mehrere Menschen getötet wurden seien – darunter die Polizisten.

Verzerrte Prioritäten

Am Tag nach dem Terroranschlag demonstrierte der Guardian mit der Veröffentlichung eines Online-Videos, wie er seine Prioritäten setzt: Gewaltsame Zusammenstöße zwischen israelischer Polizei und palästinensischen Jugendlichen in Jerusalem. Das kurze Video selbst, das die berittene israelische Polizei und einen Wasserwerfer dabei zeigt, wie palästinensische Jugendliche auseinandergetrieben werden, ist geradezu harmlos im Vergleich zu den Szenen, die vor wenigen Wochen in Großbritannien zu sehen waren.

Dennoch war der Guardian während der letzten Tage nicht in der Lage, von seiner konsequent antiisraelischen Agenda abzurücken.

Leserbriefe bitte [In Englisch] an den Guardian: letters@guardian.co.uk

Der Guardian dreht noch immer an seiner Flottillen-Version

7. Juli 2011

HonestReporting Media BackSpin, 7. Juli 2011

Die Flottillen-Aktivisten haben nie ein Hehl daraus gemacht, dass ihr zweiter Konvoi ein politischer Schachzug war, der Israel in Verlegenheit bringen sollte. Ambitionen, die Lieferung humanitärer Hilfe betreffend, waren immer zweitrangig.

Und doch unterstellt der Guardian anderes:

Obwohl einige geschworen haben, ihr Anliegen weiterzuführen, ist kein neues Abfahrtsdatum für die Flottille festgesetzt worden, die Medikamente, Nahrungsmittel, Geschenke und Baumaterialien nach Gaza bringen sollte.

Schauen wir mal, wie diese Aussage mit den von den Flottillenteilnehmern tatsächlich gemachten Äußerungen übereinstimmt:

1. In einem Brief an Präsident Obama sagten die Organisatoren der Audacity of Hope, sie würden nichts anderes als Briefe befördern:

Wir werden keinerlei Waren nach Gaza liefern.

2. Zumindest nervte die amerikanische Audacity of Hope mit Briefen. Die irische Schiff MV Saoirse transportierte überhaupt nichts:

Anders als die anderen Schiffe der Flottille wird das irische keinerlei Ladung oder humanitäre Hilfe an Bord haben.

3. Adam Shapiro, prominente Flottillen-Figur, in der Jerusalem Post:

Er sagte, dass der Rafah-Grenzübergang “nichts mit Hilfelieferungen zu tun hat – auch nicht unsere Flottille. Es geht darum, das Bewusstsein für die andauernde Besatzung des Gazastreifens und die Befreiung der Palästinenser zu verstärken. Die Hilfe war schon immer zweitrangig im Vergleich zur Botschaft der Herausforderung gegen die [israelische] Politik.“

4. Greta Berlin, ein weiteres prominentes Flottille, gegenüber der Irish Times:

Dieser [Aufwand] wird nicht wegen der Lieferung von Waren betrieben, sondern um die illegale Belagerung von Gaza zu durchbrechen”, so Greta Berlin, Gründerin der Dachorganisation, die im Jahr 2008 mehrere erfolgreich verlaufene Törns unternommen hatte.

Muss ich noch mehr sagen?

Auch wenn andere Schiffe diverse Güter geladen haben, hält es der Guardian nicht für nötig, israelische Quellen abzurufen, um herauszufinden, dass das primäre Ziel dieses Konvois nicht die Lieferung humanitärer Hilfe ist. NGO’s, die sich bereits in Gaza befinden – vor allem Gisha -; gingen sogar so weit zu sagen, die Flottillen-Lieferungen würden nicht benötigt. Sie beschrieben die Art und Weise, wie sich der Guardian in das Thema vergafft hat, als “ärgerlich und irreführend.”

Lesen die Redakteure nicht mehr die Stellungnahmen der Free Gaza-Akteure?

Guardian-Herausgeber in Kumpanei mit Hamas-Propagandisten

7. Oktober 2010

HonestReporting Media BackSpin, 7. Oktober 2010

Dieses Foto zeigt Michael White, den Mitherausgeber des Guardian, zusammen mit Sir Gerald Kaufman vom britischen House of Commons (rechts im Bild mit Palästinenserschal) bei einem Treffen, das von pro-palästinensischen Labourabgeordneten und der Organisation The Middle East and Middle East Monitor (MEMO) organisiert worden war.

Es sagt eine Menge über White und sein Blatt aus, dass er mit Hamas-Propagandisten verkehrt. Harry’s Place mit einem treffenden Kommentar:

MEMO ist die propagandistische Pro-Hamas-Operationsbasis von Daud Abdullah. Er ist der ehemalige Vizegeneralsekretär des Muslim Council in Großbritannien, eines Unterzeichners der schändlichen Istanbul-Deklaration (pdf) und ein fanatischer Israel-Hasser. Abdullahs Stellvertreter bei MEMO ist Ibrahim Hewitt, Vorsitzender von Interpal, einer weiteren britischen Wohlfahrtseinrichtung, die die Hamas unterstützt.

Auf den MEMO-Seiten werden Sie Stücke wie diese üble Beschuldigung der Doppelloyalität des britischen Botschafters gegenüber Israel finden, Unterstützung für Ritualmordlegenden und etliche Beiträge von Abdel Bari Atwan, einem Journalisten, der gesagt hatte, dass er „auf dem Trafalgar Square tanze“ ,  wenn Israel durch einen Nuklearschlag des Iran vernichtet werden würde.

Was soll man von dieser Organisation halten?

Seien Sie ob Whites Verbindungen nicht allzu sehr geschockt: Letztes Jahr sagte White der BBC, dass die IDF “Menschen ermordet“, weil „sie ihre politischen Ansichten nicht teilt”, um dann eine ganz und gar wachsweiche Rechtfertigung hinterher zu schieben.

Der heutige Tag in der Blog-Geschichte

12. August 2010

HonestReporting Media Backspin, 12. August 2010

Beim Blick auf einige alte BackSpin-Einträge mit dem Datum „12. August“ – heute – stachen zwei davon besonders heraus.

2008 zitierten wir einen Link zur Website des „militärischen Flügels“ der Hamas auf der Israel-Seite des Guardian. Der Guardian verlinkt immer noch zu dieser Hamas-Internetseite, obwohl die Gruppe auf der Liste der verbotenen Terrorgruppen des britischen Innenministeriums steht.

Am selben Tag im Jahr 2007 berichtete der Sunday Telegraph, dass die Hisbollah im gesamten Südlibanon Land kauft. Irgendwelche Verbindungen zum Grenzzwischenfall der letzten Woche?

Die Israel-Obsession des Guardian

14. Juni 2010

HonestReporting Media BackSpin, 14. Juni 2010

CiF Watch analysierte Flotillen-Artikel in der Comment is Free (CiF)-Rubrik des Guardian. Spoiler Alert: CiF zerbrach jede Menge Federkiele und vergoss viel Tinte, um Israel schlechtzumachen.

Neben dem nie versiegenden Nachschub an News Stories veröffentlichte der Guardian zwischen 31. Mai und 9. Juni 2010 37 Beiträge, Leitartikel und Karikaturen, die meisten davon  antiisraelisch in ihrem Grundton.

Hier das Tortendiagramm von CiF-Watch:

Kein Mindestmaß an Ausgewogenheit. Ein weiterer Beweis dafür, dass Comment is Free lediglich ein Ort ist, an dem sich Israel-Basher austoben dürfen.

Lesen Sie den vollständigen Beitrag [In Englisch]

Organhandel: Bericht korrigieren

24. Dezember 2009

HonestReporting Media BackSpin, 23. Dezember 2009

Freut mich, dass der Guardian zwischen skrupellosem Organhandel (so wie beim Alder Hey-Skandal) und Leichenklau, wie Donald Bostrom weiterhin hartnäckig behauptet, unterscheidet.

Hier die Berichtigung:

Wir hätten die Schlagzeile “Israel gesteht Handel mit Organen von Palästinensern ein” zu einem Artikel über den ehemaligen Leiter des forensischen Instituts Abu Kabir bei Tel Aviv so nicht setzen sollen, nämlich, dass dortige Spezialisten während der 1990er-Jahre mit den Organen toter israelischer Soldaten, israelischer Zivilisten, Palästinenser und Gastarbeiter ohne Zustimmung der Angehörigen Handel betrieben hätten (Printausgabe vom 21. Dezember, Seite 25). Diese Schlagzeile wurde dem Inhalt des Artikels nicht gerecht, in dem es hieß, dass nicht nur von Palästinensern Organe entnommen worden seien. Es handelt sich hier um einen gravierenden redaktionellen Fehler und die Headline wurde online berichtigt, um dem vom Reporter geschriebenen Text Rechnung zu tragen.

Dazu passend: Gerichtsmedizin

Achselzucken bei Beep

21. Dezember 2009

HonestReporting Media BackSpin, 21. Dezember 2009

Die BBC [Beep; bd] antwortete aufgebrachten Hörern, die sich über Michael Whites kürzlich gemachte Bemerkungen im Morgenprogamm von BBC London erregt hatten. Während einer Diskussion über den Angriff auf Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi sagte White, Mitherausgeber des Guardian:

In Israel bringen sich die Leute oft gegenseitig um. „Die IDF bringt oft Leute um, weil sie deren politische Einstellung nicht mag und was sie zu sagen haben. Und das bedeutet letztlich, dass noch extreme Leute auftauchen und deren Platz einnehmen.

Die Beep-Beschwerdestelle schrieb zurück:

Nach Durchsicht Ihrer Beschwerde möchte BBC London sich für jeglichen Ärger entschuldigen, den Sie möglicherweise beim Hören des Kommentars von Herrn White empfunden haben sollten. Wir möchten jedoch darauf hinweisen, dass Herr White nicht BBC-Journalist ist und den Hörern eindeutig als Kommentator des Guardian vorgestellt worden war.

Er präsentierte seinen Standpunkt mit seinen Worten und es steht den Hörern frei – wie bei anderen Kommentatoren – sich ihr eigenes Urteil über die Stichhaltigkeit seiner Argumente zu machen. Die BBC rät ihren Journalisten, statt wertender Beurteilungen eine klare und einfache Sprache zu verwenden, aber das können wir bei Interviewpartnern so nicht zur Anwendung bringen.

Herr Whites Anmerkungen während des Interviews zu Berlusconi waren ebenso nebensächlich wie seine Äußerungen zu Nordirland. Unter dieser Voraussetzung musste der Moderator die Entscheidung treffen, ob man das Interview umleitet in eine Diskussion über das, was Israel „Gezieltes Töten“ nennt, die Bemerkungen über Nordirland oder ob man beim vorgegebenen Thema bleibt.

Berücksichtigt man diese Tatsache und die Beiläufigkeit von Herrn Whites Äußerungen, gehen wir davon aus, dass die Moderatoren richtig entschieden, wenn sie sich auf den Kern des Interviews konzentrierten.

Selbst als White gezielte Tötungen erwähnte, wurde das im Gespräch nicht offen angesprochen. Ein hartnäckiger Interviewer mit etwas mehr Chuzpe hätte White kurzzeitig von seinem Kurs abbringen und wegen seines lächerlichen Vorwurfes nachhaken können. Aber die Macher des Frühstücksradios machten das nicht, weil Whites Sprache Mainstream in den britischen Medien ist.

Trotz der unbefriedigenden Antwort von BBC war die Beschwerde der Hörer richtig. Wenn Beeb nicht einmal bei seinen eigenen Vorurteilen durchblickt, müssen wenigstens die Hörer darauf  aufmerksam machen.

In einem Punkt handelte die BBC richtig: White wurde den Hörern deutlich als Kommentator des Guardian vorgestellt, und wir warten darauf, dass Siobhain Butterworth, Redakteurin für Leserzuschriften, unsere Anfrage beantwortet. HonestReporting stand im „Cc“ Hunderter an Butterworth adressierter E-Mails. Sie weiß also um was es geht.

Guardian Leitartikel: „In Israel bringen sie sich oft gegenseitig um“

16. Dezember 2009

HonestReporting Media BackSpin, 16. Dezember 2009

„Die IDF bringt oft Leute um, weil sie deren politische Einstellung nicht mag….“

Lesen Sie dazu bitte das neue Kommuniqué von HonestReporting: Guardian Ed: “In Israel They Murder Each Other a Great Deal”

UNRWA: Elend endlos fortschreiben

10. Dezember 2009

HonestReporting Media BackSpin, 10. Dezember 2009

Lesen Sie dazu bitte HonestReportings neue medienkritische Beiträge.

1) Ist es nicht langsam an der Zeit für UNRWA-Chefin Karen AbuZayd, in sich zu gehen und ihr Israel-Bashing kritisch zu hinterfragen? UNRWA: Perpetuating the Misery

2)Der Guardian zitiert umstrittene Angaben über Getötete als Faktum: The Guardian’s Dodgy Death Toll

“Antisemitismus, demonstriert an meinem Beispiel“

19. November 2009

HonestReporting Media BackSpin, 19. November 2009

Jonathan Boyd sagt, dass die Berichterstattung der Mainstream-Medien über Israel einen direkten Einfluss auf die verschiedenen Antisemitismus-Varianten hat. Das widerspricht der Aussage, die Guardian-Chefredaktuer Alan Rusbridger in Channel 4′s Doku-Programm Dispatcher tätigte.

Boyd schreibt:

Am wichtigsten ist wohl das Fehlen jeglichen Hinweises darauf, warum einige führende jüdische Persönlichkeiten sich verpflichtet fühlen könnten, Israel zu unterstützen. Lässt man einmal die Politik in der Regien beiseite – die Tatsache, dass Israel seit Urahnen angestammte Heimat des jüdischen Volkes ist, oder dass Israel der einzige Nationalstaat in der Welt ist, in dem das Judentum die gesellschaftliche Hauptströmung bildet, jüdische Kultur die Norm und die hebräische Sprache weithin gesprochen und im Kultus verwendet – all das wurde ignoriert.

Aber es ist offensichtlich wesentlich einfacher, alte antisemitische Mythen aufzutischen. Schließlich verdient die Öffentlichkeit zu wissen, was diese fiesen, reichen Juden im Schilde führen. Und was kann falsch daran sein, wenn die Wahrheit aufgedeckt wird? Es sei kaum eine Verbindung zwischen der Darstellung Israels und der Juden in den Medien und Antisemitismus in den Straßen Großbritanniens herzustellen.

So oder ähnlich würde Alan Rusbridger uns  einzulullen versuchen. Im Dokumentarfilm bestätigte er noch einmal, er fände es „schwer vorstellbar“ , dass irgendeine journalistische Berichterstattung über Israel Gewaltausschreitungen gegen Juden in Großbritanniens Straßen befördern könne.

Boyd fährt fort, indem er beschreibt, wie er im Jahr 2002 dank unverantwortlicher Berichterstattung über Jenin angegriffen wurde:

Erlauben Sie mir an meinem Beispiel, wie sich Antisemitismus manifestiert. Im April 2002, auf dem Höhepunkt der palästinensischen Intifada , zirkulierten Medienberichte, wonach die IDF in Jenin (Westbank) ein Massaker angerichtet hätte. Gerüchte waren in Umlauf, dass Hunderte Palästinenser getötet worden seine. Die BBC ging von 150 aus. Saeb Erekat, interviewt von CNN, sprach von 500. Yasser Abed Rabbo gab 900 an. Überwiegend herrschte der Eindruck vor, die IDF hätte entsetzliche Gräueltaten verübt.

Am darauf  folgenden Samstag ging ich in Finchley, einem Vorort in Nordlondon, zur Synagoge und trug meine Kippa. Unterwegs wurde ich von einem jungen Mann ins Gesicht geschlagen. Es handelte sich um einen völlig grundlosen Angriff. Unsere Wege kreuzten sich zufällig, als er mir plötzlich einen starken, rechten Haken versetzte. Völlig verblüfft fragte ich ihn gleich, warum er das getan hatte. “Das passiert mit Juden, wenn sie sich so aufführen“, war seine Antwort.

Mitch Bard kam zu einer ähnlichen Schlussfolgerung, was den zunehmenden Antisemitismus ab 2002 betrifft:

In Europa hat es eine verhältnismäßig hohe Zahl antisemitisch motivierter Aktivitäten gegeben, darunter körperliche Angriffe und Einschüchterungen gegenüber Juden ebenso wie Beschädigungen jüdischer Gemeindeeinrichtungen. Sie erreichten ihren Höchststand von April bis Mai 2002, also während der Operation Defensive Shield.

Rusbridger sollte es eigentlich besser wissen. Letztes Jahr entschuldigte er sich für diesen Gastbeitrag über die Kämpfe in Jenin, wo er behauptet hatte:

Israels Aktionen in Jenin waren mindestens so widerlich wie Osama bin Ladens Anschlag auf New York am 11. September.

The Guardian entfernte diesen abscheulichen Vergleich von seiner Seite – aber nicht, bevor Boyds Angreifer [Der Boxhieb oben] reichlich Zeit hatte, es zu lesen. Vielleicht sollte sich Rusbridger einmal als realistisches Beispiel für die Manifestierung von Antisemitismus zur Verfügung stellen, um die dynamische Wechselwirkung zwischen Mainstream-Medien und Antisemitismus am eigenen Leib zu erfahren.

Völlig daneben!

12. November 2009

HonestReporting Media BackSpin, 12. November 2009

Gibt es wirklich eine moralische Gleichwertigkeit zwischen der Berliner Mauer und dem israelischen Sicherheitszaun? Steve Bell vom Guardian denkt offensichtlich so:

Leider steht er damit nicht alleine da. HonestReporting Canada sprach bereits ein ähnliches Beispiel bei CBC an. Und Jordaniens Königin Rania schreibt in der Huffington Post:

Heute feiern wir den Fall der Berliner Mauer; nächstes Jahr feiern wir das Ende der Apartheid in Südafrika. Diese zwei Ereignisse lehrten uns, dass dann, wenn Barrieren beseitigt werden – ob physische Barrieren, gesetzliche Barrieren oder die Mauern, die die Menschen in ihren Herzen errichtet haben – die Basis gelegt wird für Fortschritt, Frieden und Entwicklung für beide Seiten. Die Menschen in meiner Region sehnen sich genauso sehr nach Gerechtigkeit und Versöhnung.

Wie kann man diese Jubiläen besser würdigen als durch das Niederreißen einer weiteren Mauer?

Doch Eldad Beck erklärt, warum die Vergleiche von Bell, CBC und der Königin völlig daneben sind:

Abgesehen von manchen optischen Ähnlichkeiten gibt es keinen Zusammenhang zwischen Berliner Mauer und Sicherheitszaun.

Die Berliner Mauer trennte Mitglieder derselben Nation voneinander, die in der einen oder anderen Weise nach Wiedervereinigung strebten. Auf der anderen Seite markiert der Sicherheitszaun gewissermaßen eine zukünftige Grenze zwischen zwei Nationen, die nicht in einem Staat zusammenleben wollen, sondern lieber ihr geteiltes Land in zwei verschiedene Staaten aufteilen wollen.

Es überrasch doch sehr, dass ausgerechnet diejenigen, die sich lange Zeit für einen eigenen palästinensischen Staat stark gemacht hatten, nun die Entfernung des Sicherheitszaunes fordern. Schließlich brachte dieser Zaun die Palästinenser näher an eine geographische und politische Teilung, die als Basis für ein eigenes politisches Staatswesen dienen würde.

Vorwürfe bezüglich des „Apartheidszaunes“ verdecken die wahren Motive der Palästinenser und ihrer Unterstützer, die an einer Aufteilung des Landes und Koexistenz neben Israel nicht interessiert sind; vielmehr denken sie an eine Übernahme des gesamten Landes.

Seien wir ehrlich, als Schutz vor Terror funktioniert die Grenzanlage, aber legen Sie sich nicht fest. Ramadan Shalah, Führer des Islamic Jihad, hat verstanden.

Beck verweist noch auf eine andere Barriere, die nur die arabische Welt einreißen kann:

Es gibt eine andere Mauer in Nahost, deren Existenz die Protestler am Sicherheitszaun nicht wahrnehmen wollen, geschweige denn dagegen angehen, obwohl es sich hier um die Mauer handelt, die den Konflikt zwischen Juden und Arabern endlos fortschreibt: Die Mauer des Boykotts und Isolation, aufgerichtet von der muslimischen Welt gegen Israel seit seiner Staatsgründung….

Solange diese Wand existiert, werden beide Seiten nicht in der Lage sein, sich besser kennenzulernen, und es wäre unmöglich, Vorurteilen zu begegnen, die den Konflikt anheizen. Die „Mauer in Nahost“ wurde lange vor dem Sicherheitszaun aufgerichtet und sie ist hauptverantwortlich für die Existenz des Sicherheitszauns.

Ich frage mich, ob Bell, CBC und Königin Rania wissen, dass der 9. November kein deutscher Nationalfeiertag ist: die Times of London hat dankenswerterweise erwähnt, dass dies auch der Gedenktag zur Reichspogromnacht ist.


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