Posted tagged ‘Globe & Mail’

Korrektur nach Haaretz –Art

6. November 2012

HonestReporting Media BackSpin, 6. November 2012

Man muss der Globe & Mail Rezept dafür zollen, dass sie die “Klarstellung” von Haaretz zu deren hässlicher Apartheid-Umfrage aufgegriffen hat. Meines Wissens ist Globe & Mail die einzige westliche Zeitung, die sich richtig verhalten hat.


Kompliment auch an HonestReporting Canada für ihr Engagement. Dies ist besonders wichtig, weil die Massenmedien auf Richtigstellungen oder Entschuldigungen meistens nicht reagieren. Das letzte Wort für Globe & Mail-Leser in dieser Angelegenheit hätte sonst diese geschmacklose Schlagzeile gehabt:

Viele Israelis sind für Apartheid, so eine Umfrage

Leider ist der für diese Schlagzeile verantwortliche Haaretz-Journalist Gideon Levy weiterhin nach allen Kräften mit dem Melken seiner Apartheid-Agenda beschäftigt, wie sein Gastbeitrag in der südafrikanischen Mail & Guardian zeigt:

Levy schreibt:

Angesichts der Realität wäre ein Friedensabkommen mit den Palästinensern beinahe ein antidemokratischer Akt. Die meisten Israelis wollen dies nicht. Eine gerechte, egalitäre Gesellschaft wäre auch gegen die Vorstellungen der meisten Israelis. Das wollen sie nicht. Sie scheinen sich mit ihren Rassismus zu begnügen, mit dem Besatzerstatus zufrieden zu sein und sich mit der Apartheid wohl zu fühlen. Alles Dinge, die ihnen in diesem Land nutzen. Das sagten sie den Meinungsforschern.

Nein, das haben sie den Meinungsforschern nicht gesagt.

Ein ähnliches Phänomen beobachteten wir vor wenigen Jahren, als Haaretz “Zeugenaussagen” von Soldaten aus dem Gaza-Krieg veröffentlichte, in denen der IDF Misshandlungen unterstellt wurden. Letztendlich erwiesen sich die Geschichten als Schwindel, aber nicht, bevor die Massenmedien eine Maxime erfüllten, die gemeinhin auf Mark Twain zurückgeführt wird:

Eine Lüge kann die halbe Welt umrunden, wenn die Wahrheit noch dabei ist, ihre Schuhe anzuziehen.

Globe & Mail zeigt, dass die Wahrheit die Welt halb umrundet hat, aber Levy ist noch im Rennen.


Update

Aber das ist noch nicht alles: ein israelischer Preisträger und Autor des Code of Ethics der IDF nahm mit uns Kontakt auf, um aufzudecken, wie Haaretz seine Worte so verdrehte, dass dabei medizinische Versuche an IDF-Soldaten herauskamen. Klicken Sie hier, um mehr zu lesen.

Das Hauptstadt-Ärgernis der Globe & Mail

26. Juni 2012

HonestReporting Media BackSpin, 26. Juni 2012

Es geht mir sowas von auf den Sack, wenn Zeitungen, wie in diesem Fall die Globe & Mail, Tel Aviv so erwähnen, als handle es sich dabei um Israels Hauptstadt.

Tel Aviv gibt sich äußerst zurückhaltend, was den ägyptischen Präsidenten und die wahren Pläne der Bruderschaft betrifft.

Es ist ein weiteres Beispiel dafür, wie die führenden Medien auf hinterhältige Weise den Namen Tel Aviv (anstelle von Jerusalem) als alternatives Substantiv für Israels Regierung verwenden.

Dieses rethorische Stilmittel ist als Synekdoche bekannt. Wenn man es auf den israelisch-palästinensischen Konflikt anwendet erhält man schlechte Resultate.

Das kanadische Blatt nahm sich wahrscheinlich and der britischen Press Complaints Commission (PCC) ein Beispiel, die fälschlicherweise entschieden hatte, dass man Tel Aviv als Israels Hauptsstadt bezeichnen könne. Diese fehlerhafte Logik der PCC würde ausländischen Journalisten ermöglichen, Winchester als Englands Hauptstadt zu deklarieren.

Könnte Globe & Mail möglicherweise als Türöffner dafür dienen, dass man Kingston wieder zu Kanadas  Hauptstadt erklären würde?

(Bild via Flickr/JMR Photography)

Globe & Mails zersplitterte spiegelbildliche Darstellung

27. Mai 2011

HonestReporting Media BackSpin, 27. Mai 2011

Doug Saunders, Leiter des Redaktionsbüros von Globe & Mail in Europa, geht davon aus, dass es zwischen der Hamas und den israelischen Parteien, die Premierminister Netanjahus Regierungskoalition stützen, keinen Unterschied gäbe.

Er läge dann richtig, wenn Likud, Yisrael Beiteinu, Shas, Vereinigtes Thora-Judentum und Haatzmaut eigene bewaffneten Gruppen unterhielten, Raketen auf Nachbarn abfeuerten, die Medienfreiheit massiv einschränkten, Kinder einer Gehirnwäsche unterzögen und sich gegenseitig von Hausdächern werfen würden.

Was die Regierungslegitimität betrifft möchte ich Khaled Abu Toameh zitieren, der letztes Jahr argumentierte, dass es die Illegitimität der PA ist, die jegliche Friedensbemühungen behindert:

Ein Präsident, dessen Amtszeit schon lange abgelaufen war, und ein Ministerpräsident, der etwa 2% der Stimmen hatte, wurden nun von einer US-Regierung eingeladen, direkte Friedensgespräche zwischen Israel und den Palästinensern zu führen….

Das 18-köpfige Exekutivkomitee der PLO, das vergangene Woche in Ramallah zusammentraf, um direkten Gesprächen mit Israel zuzustimmen, wird von nicht gewählten hohen Offiziellen dominiert….

Abbas und Fayyad sind dennoch nicht auf den Kopf gefallen. Beide wissen ganz genau, dass sie nicht berechtigt sind, ein Abkommen mit Israel zu unterzeichen. Deshalb suchen sie nach allen möglichen Auflüchten, sich aus direkten Verhandlungen herauszuhalten und beschuldigen deshalb Israel, den Friedensprozess scheitern zu lassen.

Saunders spiegelbildliche Darstellung ist zersplittert.

(Hat tip: HonestReporting Canada)

Globe & Mail fliegt unter dem Radar

22. September 2010

HonestReporting Media BackSpin, 22. September 2010

Letzte Woche wurde Iyad Shilbayeh, ein hochrangiger Hamas-Kommandant, bei einer Festnahmeaktion der IDF in Tulkarem getötet.

Die Razzia erfolgte am späten Nachmittag kurz vor Yom Kippur, als der Rest Israels anlässlich eines der heiligsten Feiertage im jüdischen Kalender abschaltete.

Ich frage mich, was sich Patrick Martin von Globe & Mail (via HonestReporting Canada) bei der Abfassung seines Berichtes dachte. Seine doppeldeutige Story benannte die Aktion als „gezieltes Töten“. Und Martin lies anklingen, dass die Operation deshalb unmittelbar vor Yom Kippur durchgeführt worden sei, um diese für die Medien ereignislose Zeit auszunutzen:

Und es passierte ausgerechnet wenige Stunden vor Israels heiligstem Feiertag Yom Kippur. Demzufolge gab es darüber kaum Nachrichten über die Tötungsaktion in den israelischen Medien – am Samstag erschienen keine Tageszeitungen – und fast alle israelischen Sender beendeten Freitagmittag ihr Programm.

Von einer gezielten Tötung zu sprechen ist ziemlich einfach. Beinahe unauffindbar am Ende seines Berichtes zitiert Martin selbst einen Armeesprecher mit dessen Aussage, dass Shilbayeh erschossen worden war, weil er auf die Soldaten zustürmte, die ihn zum Halt aufgefordert hatten.

Die Implikation, dass die IDF-Operation so getimed worden sei, um sie „unterhalb des Radars der israelischen Öffentlichkeit zu halten“, ist mehr als lächerlich. Hochrangige Hamas-Kommandeure sind nicht so doof, so viel Zeit an einem Ort zu verbringen, um es der IDF zu erlauben, Festnahmeaktionen auf Feiertage anzusetzen.

Oder will Martin uns etwa weismachen, dass Umar Farouk Abdulmutallab seinen Attentatsversuch auf Weihnachten legte, um ebenfalls unter dem internationalen Medienradar zu fliegen?

Globe & Mail: Separate Meinungsumfragen

28. April 2010

HonestReporting Media BackSpin, 28. April 2010

Ich nehme Online-Umfragen nicht ernst, weil sie absolut unwissenschaftlich sind; auch Regierungsbeamte ziehen sie nicht bei ihren Entscheidungen zurate. Allein die Zeitungen profitieren davon: die Mätzchen erhöhen im Gewande der Interaktivität die Zugriffszahlen.

Manchmal jedoch sagen die Umfragen mehr über die Meinungsforscher selbst aus. Ein typisches Beispiel: HonestReporting Canada entdeckte eine Online-Abstimmung der Globe & Mail, in der gefragt wird, ob Washington Druck auf Israel ausüben solle, um einen Friedensschluss in Nahost zu erreichen.

Israel muss “überzeugt werden“ (also unter Druck gesetzt) – entweder allein oder gleichzeitig mit den Palästinensern. Und den Palästinensern sollen nur gemeinsam mit Israel die Leviten gelesen werden, allein jedoch nicht.

Viele Kinder, die mit Multiple-Choice-Fragen vertraut sind, könnten locker Fragen wie jene mit den unten angeführten Optionen ausarbeiten:

Wen sollte Washington davon überzeugen (auf wen Druck ausüben?), Frieden in Nahost zu schließen?

A) Israel

B) Die Palästinenser

C) beide

D) Keinen von beiden

E) Washington sollte sich selbst mehr engagieren

HonestReporting Canada mit einer treffenden Zusammenfassung:

Das heißt also, dass die Redakteure von Globe & Mail bereits vorher für sich entschieden haben, dass Israel das Haupthindernis für Frieden ist und Sie nur noch freundlich aufgefordert werden, diese voreingenommene These  zu bestätigen.

Stellen Sie sich die Empörung vor, wenn Israel beteiligt wäre

3. November 2009

HonestReporting Media BackSpin, 3. November 2009

Aus der Globe & Mail heute:

Wegen der heftigen Gewaltausbrüche im vergangenen Juli in der westchinesischen Stadt Urumqi griffen die chinesische Behörden zu radikalen Maßnahmen: Sperrung aller Internetzugriffe sowie SMS- und internationalen Telefonverbindungen in Xinjiang, einer widerspenstigen Provinz mit 21 Millionen Einwohnern.

Fast vier Monate später – und trotz der amtlichen Beteuerungen, dass sich die Lage in Xinjiang nach den ethnischen Konflikten, denen annähernd 200 Menschen zum Opfer gefallen waren, wieder entspannt habe – wird die Abschaltung nicht aufgehoben und schneidet die vorwiegend von muslimischen Ujguren bewohnte Region faktisch vom Rest des Planeten ab.

„Kollektivbestrafung“ nennt man es nur, wenn Israel beteiligt ist.

Hauptsache es fließt Blut: Die Ausnahme von der Regel

28. Juni 2009

HonestReporting Media BackSpin, 28. Juni 2009

Michael Jacksons unerwarteter Tod bedeutet für die iranischen Mullahs sicher keine schlechte Nachricht.

Karikaturist Brian Gable von der Globe & Mail verweist auf eine unglückliche Ausnahme der Medien-Maxime Hauptsache es fließt Blut.

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Krankenhaus beschossen – Israel nicht beteiligt

4. Mai 2009

HonestReporting Media BackSpin, 4. Mai 2009

In den Mainstream-Medien wurde berichtet, dass die singhalesische Armee ein Krankenhaus beschossen habe. Die Angaben in der Schlagzeile des Independent sind verblüffend:

’75 Menschen sterben’ weil Sri Lankas Armee beschuldigt wird, ein Krankenhaus beschossen zu haben.

Die Zahl der Todesopfer ist in An- und Abführungszeichen gesetzt und der Schwerpunkt liegt nicht auf beschossen sondern mehr auf beschuldigt. Man weiß nicht so recht woran man ist und allem Anschein nach ist sich der Independent auch nicht sicher. Immerhin aber war Indy bereit, im Januar weit vorzupreschen, als er die IDF beschuldigte, eine UNO-Schule in Gaza angegriffen zu haben – mit dieser denkwürdigen Schlagzeile:

Blutbad unter Unschuldigen, als UN-Schule beschossen wird

Tatsächlich aber gab es kein Blutbad und John Ging, UNRWA-Leiter für Gaza, hat das Globe & Mail gegenüber eingestanden.

Glauben Sie, dass der Independent aus der Gaza-Lektion gelernt hat oder handelt es sich nur um ein weiteres Beispiel selektiver Empörung?

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Konkurrierende Ansichten zu Silwan

3. März 2009

HonestReporting Media BackSpin, 3. März 2009

Wenn die Berichterstattung von Globe & Mail (News und Blog) zum kürzlich veranlassten Hausabriss in Ostjerusalem Sie unvorbereitet trifft lesen Sie bitte zum Vergleich den Artikel von AP. Wie konnten Patrick Martin und Ben Hubbard solch radikal verschiedene Beiträge verfassen?

Schon eine Bildunterschrift liefert mehr Hintergrundwissen als Globe & Mail. Zum Vergrößern bitte aufs Bild klicken.

Im Hintergrund des Stadtviertels Silwan ist die Kuppel des Felsendoms zu sehen. Unmittelbar außerhalb der alten Stadtmauer in Ostjerusalem und nahe der heiligsten Stätten von Juden und Arabern befindet sich das arabische baufällige Viertel Silwan, gelegen auf einem Areal, das die Israelis Stadt Davids nennen, nach dem gleichnamigen König, der das jüdische Königreich vor 3000 Jahren von dort aus regierte. Die israelische Regierung hat das Areal, dessen Ausdehnung an die arabischen Häuser grenzt, zur Ausgrabungsstelle erklärt. Arabische Einwohner sagen, dass sie die Grundstücke erworben hätten, bevor Israel Ostjerusalem im Jahr 1967 besetzt hatte, und sie vermuten, dass die Abrissmaßnahmen den Versuch darstellten, ihre Präsenz in der Hauptstadt eines erhofften palästinensischen Staates zu schwächen. (AP-Foto/Tara Todras-Whitehill)

UPDATE, 3. März: Haaretz mit einem ausgezeichneten Hintergrundbericht.

UPDATE, 4. März: Frau Clinton zeigt wieder einmal, dass sie keine Ahnung hat.

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Beschoss Israel eine UN-Schule? Hier die Fakten.

3. Februar 2009

HonestReporting Media BackSpin, 3. Februar 2009

Die kanadische Globe & Mail mit den Tatsachen.

Nachzulesen im neuen Communiqué von HonestReporting [In Englisch]: Did Israel Shell a UN School? The Truth Exposed

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Die Wahrheit kommt ans Licht: Hamas-Verbrechen

2. Februar 2009

HonestReporting Media BackSpin, 2. Februar 2009

Palästinensische Gefangene berichteten israelischen Verhörbeamten von schweren Misshandlungen der Hamas. Unter den Bekräftigungen, die von der Jerusalem Post aufgeführt wurden:

• Schulen als Abschusseinrichtungen benutzt

• Missbrauch von Lebensmittelkarten, um Menschen zu ködern und Ausschluss für die, die sich weigerten.

• Humanitäre Hilfe gewaltsam in Besitz gebracht und gewinnbringend verkauft.

• Zivilsten erschossen, die als Ziel wegen ihrer Hauslage dienten und sich dagegen wehrten.

• Kinder benutzten, um Waffen in ihren Häusern zu lagern und IDF-Aktivitäten in der Kampfzone auszuspähen.

• Politische Gegner foltern.

Die Lügen und falschen Darstellungen wurden vorhergesagt; aber die Berichterstattung von Globe & Mail, BBC, dem Spiegel und The Age sagen letztendlich alles über die Wahrheit in Gaza aus.

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