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BDS und der Mythos des wirtschaftlichen Druckes

14. Juni 2014

Alex Margolin, HonestReporting.com, 2. Juni 2014 (übersetzt von Cora und heplev)

„Die BDS behauptet, sie wolle nur, was gut für die Palästinenser ist, egal wie vielen von ihnen sie dafür Schaden zufügen muss.“ Stu Bykofsky, Kolumnist der Philadelphia Daily News, 26. Jan. 2014

Die BDS-Bewegung basiert auf einem einzigen Übermythos: dass wirtschaftlicher und politischer Druck die Apartheid in Süd Afrika zu Fall gebracht habe und dass damit auch Israel zu Fall gebracht werden kann. Und wenn das Südafrika zu Fall bringen konnte, dann kann es auch Israel zu Fall bringen.

Das ist jedoch ein Mythos, denn es ist schlicht nicht wahr.

Nach von Ivo Welch durchgeführten Untersuchungen hatten Boykotte, De-Investition und Sanktionen praktisch keinerlei Einfluss auf Süd Afrika. „Persönliche De-Investitionen, ob als wirtschaftlicher Druck oder rein symbolisch, hatten niemals damit Erfolg die Haltung von Wirtschaftsunternehmen oder Regierungen zu ändern“ schrieb er in der New York Times.

Mit dem Verweis auf eine Initiative der Stanford University, die versuchte die US-Regierung zu zwingen ihre Investitionen in Firmen zu beenden, die Kohle abbauen, zeigt Welch auf, dass das Modell Süd-Afrika nicht als Beispiel für Erfolg herhalten kann.

Hat wirklich kein einziger Boykott es geschafft, Süd-Afrika dazu zu bringen in den 1980-er Jahren die Apartheid zu beenden?

Unglücklicherweise nicht. In meinen wissenschaftlichen Studien haben meine Co-Autoren und ich herausgefunden, dass die Ankündigung von De-Investitionen in Süd-Afrika, nicht nur durch Universitäten, sondern auch durch staatliche Fonds, keinerlei erkennbaren Effekt auf die Bewertung durch die davon betroffenen Unternehmen hatten, hatte – weder kurz- noch langfristig.

Und es gab keinerlei sichtbaren Effekt auf die Zusammensetzung der Aktionäre        zwischen institutionellen und nicht institutionellen Investoren. Wir suchten gründlich nach Beweisen für eine Wirkung von Sanktionen und Boykotten auf den Wert der südafrikanischen Währung, der Börsenkurse und der Wirtschaft: Nichts!

Mit anderen Worten; der einzige Effekt der BDS-Kampagne findet sich im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit. Und das ist der Grund dafür, dass BDS Aktivisten versuchen eine De-Investitionsmaßnahme nach der anderen gegen Israel durchzudrücken, auch nach einer langen Reihe von Misserfolgen. Jede Kampagne ist eine neue Chance, ihre Antiisrael-Geschichten weiter zu verbreiten und immer mehr Menschen mit ihrer giftigen Botschaft zu infizieren.

Welch vermerkte, dass die Ächtung, die Südafrika durchmachte, Südafrikas Präsidenten F. W. de Klerk mehr beeinflusste als der wirtschaftliche Druck.

Natürlich ist nicht alles Ökonomie. Die Moral ist wichtig. Hätte ich Investitionen aus Südafrika abgezogen? Ja, aber ich hätte keine Illusionen gehabt, dass das einen Unterschied gemacht hätte.

Moral ist wichtig und genau das ist der Grund, dass die BDS-Bewegung weiter scheitert. Israel ist nicht das Apartheid-Südafrika, egal was BDS-Unterstützer die Leute glauben machen wollen. Und die Ziele der BDS-Bewegung sind nicht ansatzweise so nobel wie die Ziele derer, die echte statt eingebildeter Apartheid bekämpfen.

Mitchell Bard stellte in der Bewertung des Zustands der BDS-Bewegung fest, dass das moralische Element massiv fehlt:

Ihre Argumente finden keinen Nachhall, besonders wenn sie als Israel-Leugner ohne Interesse am Wohlergehen der Palästinenser, an Frieden oder Menschenrechten außerhalb der Westbank entlarvt werden. Ihr Ziel ist schlicht Beseitigung Israels.

Das erklärt auch, warum die Strategie von Kooperation und Dialog für die BDS derart anstößig ist. Sie könnte die Lage verbessern, wird aber nicht das Ende Israels herbeiführen.

Bindet die Presse der IDF die Hände?

11. Dezember 2012

HonestReporting Media BackSpin, 11. Dezember 2012

Die Times of Israel über ein im Internet veröffentlichtes Video, das zeigt, wie IDF-Soldaten im Westjordanland unter dem Hagel von palästinensischen Steinwürfen zum Rückzug gezwungen wurden:

Die Soldaten aus einer Pioniereinheit berichteten der Zeitung Maariw gegenüber, dass ihnen von den Vorgesetzten enge Grenzen gesetzt wurden, was zu dem konfusen Bemühen führt, die gewalttätige Menge zurückzudrängen., ohne weitere Gewalt zu provozieren. Der Film zeigte Soldaten, die zuerst gegen dutzende Palästinenser vorgingen, dann aber plötzlich unter einem Hagel von Steinbrocken umdrehten und die Flucht ergriffen. Drei Soldaten wurden verletzt, einem war die Hand gebrochen worden.

Die Soldaten nahmen an, dass die Anwesenheit einer großen Anzahl von Pressefotografen dort die Einsatzleiter dazu verleitet hat, die Aktion abzubrechen.

“Dort befinden sich immer viele Fotografen; dieses Mal sogar noch mehr, und augenscheinlich, um bestimmte Bilder zu verhindern, entschieden sie [Die Vorgesetzten (bd)]  sich dafür, uns der Gefahr auszusetzen”, äußerte sich ein Soldat über seine Kommandeure im Bericht Maariw.

Auch wenn Israel stolz darauf sein kann, dass die IDF nicht mit scharfer Munition und tödlicher Gewalt gegen palästinensische Demonstranten vorgeht, ist es doch beunruhigend zu wissen, dass israelische Soldaten ihr Leben aufs Spiel setzen, weil die Anwesenheit der Presse vor Ort selbst auf den Einsatz von nicht-tödlichen Maßnahmen, um sich zu verteidigen und die Ordnung wieder herzustellen, Einfluss nimmt.

Und das ohne eine Bewertung darüber, wie viel Einfluss die Anwesenheit der Kameras bei der Aufhetzung der Palästinenser zum Steinewerfen hatte und zuerst die Soldaten anzugreifen.

Als er dieses Problem in einem aufschlussreichen Video ansprach, war Fotojournalist Ruben Salvadori sehr aufgebracht wegen des dynamischen Zusammenspiels zwischen Fotojournalisten und palästinensischen Steinewerfern vor Ort und gab HonestReporting ein Exklusivinterview bereits im Oktober 2011. Angesichts des jüngsten Vorfalls lohnt es sich, das Video noch einmal anzusehen.


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