Posted tagged ‘Associated Press’

APs „er sagte/sie sagte“-Moral

12. August 2013

Pesach Benson, HonestReporting.com, 12. August 2013

Dieser Schnipsel der Associated Press zur Liste der 26 palästinensischen Häftlingen, die am Dienstag freigelassen werden sollen, sagt eine Menge:

Die meisten Palästinenser betrachten die Häftlinge als Helden, ohne Rücksicht auf ihre Taten; es heißt, sie brachten persönliche Opfer im Kampf für die Unabhängigkeit.

Viele Israelis betrachten die an Tötungen beteiligte als Terroristen, weil sie Zivilisten töteten.

Über die Moralität des Terrors will AP eindeutig nicht urteilen, doch sie kann die Sache nicht ignorieren, denn alle zur Freilassung anstehenden Palästinenser sind entweder Mörder oder hatten erfolglos versucht Israelis zu töten.

AP steckt derart hirnrissig im Neutralmodus fest, dass sie auf „er sagte/sie sagte“-Journalismus zurückgreift. Zitiere beide Seiten als gleichwertige „Ansichten“, reiche die Story ein und wasche deine Hände.

Diese moralische Mehrdeutigkeit ist ein Versager, weil die AP dasselbe nicht über andere Terroristen zu schreiben wagen würde. Können Sie sich vorstellen, dass die Nachrichtenagentur das hier schreiben würde?

Die meisten Tschetschenen betrachten Dzhokhar Tsarnaev als Helden, ohne Rücksicht auf seine Taten; es heißt, er habe persönliche Opfer im Kampf für den Islam gebracht.

Viele Menschen aus Boston betrachten die an den Tötungen beteiligten als Terroristen, weil sie Zivilisten töteten.

AP selbst erklärte Jerusalem-„Korrektur“

18. November 2012

Pesach Benson, 17. November 2012

Nachdem sie Jerusalem als Israels Hauptstadt angeführt hatte, fühlte sich die AP bemüßigt das richtigzustellen.

Am Freitagmorgen tweetete die Nachrichtenagentur diesen Artikel:

Luftschutz-Sirenen heulten in Jerusalem, zeigen möglichen Raketenangriff auf Israels Hauptstadt an.

Innerhalb einer Stunde gab AP diese Korrektur aus:

Luftschutz-Sirenen in Jerusalem zeigen möglichen Raketenangriff auf Israels selbsterklärte Hauptstadt an

Nach Überprüfung des AP-Gestaltungsrichtlinie (Paywall) kontaktierte Politico die Nachrichtenagentur und bat um Klärung:

Es gibt im AP-Stilbuch nur einen Eintrag zu Jerusalem; in diesem heißt es: „Die Stadt in Israel wird in Datumzeilen alleine gestellt.“

Auf die Frage von Politico, warum eine Korrektur ausgegeben wurde und wie der AP-Stil in dieser Lage aussehen würde, verwies AP-Sprecher Paul Colford auf den oben angeführten Stilbuch-Eintrag. Er schrieb in einer E-Mail weiter: „Die Stadt wurde in der heutigen Ausgabe alternativ als die ‚Hauptstadt‘ und die ‚selbsterklärte Hauptstadt‘ bezeichnet. Sie wird inzwischen im Schrifttyp aus der Region wie folgt beschrieben:

Die Luftschutz-Sirenen ertönten in Jerusalem nach Beginn des jüdischen Sabbath in der heiligen Stadt, die sowohl von Israel als auch den Palästinensern als Hauptstadt beansprucht wird und rund 75 Kilometer (47 Meilen) von Gaza entfernt ist. Micky Rosenfeld, Sprecher der israelischen Polizei, sagte, die Rakete landete in offenem Gelände südöstlich der Stadt.

Colford gab Politico eine nachfolgende Information, um zu sagen, dass das als „Korrektur“ zu bezeichnen unnötig war. „Es wurde klar die Entscheidung getroffen, dass erklärende Wortwahl am besten ist“, schrieb er:

heilige Stadt, die sowohl von Israel als auch den Palästinensern als Hauptstadt beansprucht wird und rund 75 Kilometer (47 Meilen) von Gaza entfernt ist

Das reicht, um jedermanns Herz schmerzen zu lassen. Es ist selbstverständlich, dass Hauptstädte selbsterklärt sind. Die AP würde Bezugnahmen auf Brasilia, Canberra oder Dublin als Hauptstädte von deren jeweiligen Staaten nicht näher bestimmen, außer die Leugnung der Realität wäre politisch korrekt – was zunehmend der Fall ist, wenn es um Jerusalem geht.

Aber wenigstens gab die Nachrichtenagentur nicht die BBC und bezeichnete Tel Aviv als unter Feuer liegende Hauptstadt Israels.

Facebook, AP, und der Keim einer weiteren zionistischen Medienverschwörung

12. Juli 2011

HonestReporting Media BackSpin, 12. Juli 2011

Vor ein paar Tagen habe ich diesem Satz von AP keine besondere Beachtung geschenkt:

Unterstützt von Facebook hinderte Israel am Freitag Dutzende pro-palästinensischer Aktivisten daran, Flugzeuge aus Europa mit Kurs auf Tel Aviv zu besteigen…

Irgendjemand hat’s sicher gemacht. Lesen Sie diese Richtigstellung von AP:

In einem Bericht vom 8. Juli schrieb Associated Press, dass Israels Bestreben, pro-palästinensische Aktivisten am Flug nach Israel zu hindern, mit „Hilfe von Facebook“ erfolgt sei. Es sollte so verstanden werden, dass israelische Offizielle sich über öffentliche Einträge auf Facebook-Seiten informiert haben und nicht vom Unternehmen selbst Unterstützung bekamen.

Ich kann nachvollziehen, dass  palästinensische Sympathisanten und Hamas-Apologeten es vorziehen, das Fiasko von Flottille und Flytilla auf zionistische Verschwörung schieben.  Das ist wesentlich einfacher sich als die Idiotie einzugestehen, das Vorhaben im offenen Internet zu verbreiten. Verflixt!

Nuancierte Anmerkungen zur Westmauer

26. November 2010

HonestReporting Media BackSpin, 26. November 2010

Ehre wem Ehre gebührt. Diaa Hadid von Associated Press trifft den richtigen Ton zur Westmauer:

Jahrzehntelange archäologische Ausgrabungen haben bewiesen, dass die Westmauer, der heiligste Platz, an dem Juden beten können, eine Stützmauer auf dem Gelände war, auf dem vor 20 Jahrhunderten zwei in der Bibel erwähnte Tempel standen. Die Al-Aqsa-Moschee, drittheiligster Ort der islamischen Welt, wurde auf deren Ruinen errichtet.

Wo bist du, Harriet Sherwood?

Ändern die „großen Medien“ ihre Sicht des Gazastreifens?

24. August 2010

HonestReporting Media Backspin, 24. August 2010

Gestern reichte Bürochef Ethan Bronner von der New York Times diesen Bericht aus der Gaza-Mall ein; er berührte darin die Frage, was sie für die Behauptungen der Israelis und der Palästinenser zur Lage im Strip bedeutet.

Heute schrieb AP-Korrespondent Ben Hubbard einen ähnlichen Text.

Associated Press verharmlost Hardcore-ISM

23. Juli 2010

HonestReporting Media BackSpin, 23. Juli 2010

Associated Press (AP) verniedlicht die wahre Agenda einer radikalen antiisraelischen Gruppierung, wenn sie diese als Zusammenschluss jugendlicher und friedlicher Idealisten darstellt.

Dazu HonestReportings neues Kommuniqué: AP Goes Soft on Hardcore ISM*

============
* Bei Bedarf übersetze ich den Text übers Wochenende [bd].

Associated Press und ihr neuester “Aktivist“*

26. April 2010

HonestReporting Media BackSpin, 26. April 2010

IDF-Kräfte töteten Ali Sweiti (auch: Sawiti), einen flüchtigen Hamas-Terroristen, nachdem er sich in einem Haus verschanzt und auf die Soldaten gefeuert hatte, die ihn festnehmen wollten.

Sein Strafregister (Ich komme später darauf zurück) schreit Terror, aber AP (Associated Press) bezeichnet Sweiti als “Aktivist“.

Hier Sweitis “Aktivismus”-Akte, die dankenswerterweise vom IDF-Sprecher-Blog veröffentlicht wurde:

• 3. Oktober 2000: Beschuss eines israelischen Fahrzeuges nahe Shekef, westlich von Hebron.

• 13. November 2003: Beschuss eines israelischen Fahrzeuges nahe dem Idhna-Verkehrsknotenpunkt.

• 18. Dezember 2003: Beschuss eines israelischen Fahrzeuges, wieder nahe dem Idhna-Verkehrsknotenpunkt.

• 25. April 2004: Ali Sweiti und weitere Mitglieder seiner Bande verübten abermals einen Schusswaffenangriff bei Idhna.  Dabei wurde ein Grenzpolizist ermordet, zwei weitere verwundet.

Wie viele Israelis müssen noch ermordet werden, bis AP-Redakteure endlich realisieren, dass Leute wie Sweiti nichts, aber auch gar nichts mit “Aktivisten“ gemein haben?

——————–
* [Nachtrag bd]:

Zur heimtückischen antisemitischen Sprachregelung der Mainstream-Medien eine aufschlussreiche Kurzreportage von mdr-Info (Mitteldeutscher Rundfunk) gestern Nacht, die ich mir anhören musste. Verlassen Sie sich einfach nur auf meine Zitation. Sie können auch bei mdr-info nachfragen.

Clemens Vehrenkotte, der ansonsten für den Bayerischen Rundfunk sein Judenhasser-Unwesen treibt, hatte über etwa 30 orthodoxe Siedler berichtet, die im Jerusalemer Stadtteil Silwan einen Demo-Marsch veranstaltet hatten. Er bezeichnete sie in seiner etwa eineinhalbminütigen Reportage mindestens 5 Mal als Rechtsextreme – eine Etikettierung also, die man in Deutschland nur den Neonazis verpasst.

Alles klar und Vehrenkottes Intention erkannt?

AP: Israel Frieden aufzwingen?

18. April 2010

HonestReporting Media BackSpin, 18. April 2010

Israel befürchtet, dass Obama einen Frieden aufzwingen will. Leider unterstreicht APs einleitender Absatz diese Zumutung:

Israels Hardliner-Regierung macht sich große Sorgen, dass die USA ein Friedensabkommen in Nahost erzwingen wollen….

Die israelische Regierung in unfairer Weise als „hardline“ abzustempeln, soll in der Tat die starke Zumutung rechtfertigen, die Israel verständlicherweise vermeiden möchte. Ich mache mir mehr Sorgen darüber, dass AP selbst versucht, an der Erzwingung eines Nahost-Abkommens mitzuwirken.

Ägyptische Medien: Standartenträger antiisraelischer Empfindungen

12. Oktober 2009

HonestReporting Media Backspin, 12. Oktober 2009

Die ägyptische Journalistenvereinigung ermittelt formell gegen Hala Mustafa, eine Redakteurin von Al-Ahram, die sich vor ein paar Wochen mit dem israelischen Botschafter Shalom Cohen traf.

Heute führt AP, die die Hexenjagd als schwelende Gegenreaktion auf Israels Krieg im Gazastreifen und Faruk Hosnis vergebliche Bewerbung bei der UNESCO erklärt, einen Eiertanz um die Frage des Antisemitismus der ägyptischen Medien auf. Sie schreibt:

Die ägyptischen Medien agieren oft als Standartenträger antiisraelischer Stimmungen im Land…

Das ist Understatement. Mustafa bekommt von ihren Vorgesetzten bei Al-Ahram keine Rückendeckung. Die Vorstandsetage reagierte damit, dass sie gegen die Interaktionen mit Israel rigoros durchgreift:

Als Reaktion entschloss sich die Leitung von Al-Ahram dazu, nicht nur Mustafas Handeln zu untersuchen, sondern verkündete am Samstag, dass sie ihren Journalisten verbot, sich mit Israelis zu treffen und sie zu interviewen, dass sie an keinen Konferenzen teilnehmen, an denen Israelis beteiligt sind oder Recherchen in Zusammenarbeit mit israelischen Akademikern und Journalisten unternehmen dürfen. Der Vorstand sprach außerdem ein Blanko-Verbot dagegen aus, israelische Staatsbürger das Betriebsgelände von Al-Ahram betreten zu lassen.

Ach ja: Al-Ahram ist staatlich kontrolliert.


Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 356 Followern an