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„Militante“ Juden tanzen und beten

10. Juni 2014

Simon Plosker, HonestReporting.com, 10. Juni 2014

Wenn es je ein Beispiel dafür gab, wie das Wort „militant“ in den Medien zu einem bedeutungslosen Sammelbegriff geworden ist, dann in dieser Story der AFP:

Mehrere Dutzend radikale Juden versammelten sich am Montag an einem als Cenacle bekannten Ort in Jerusalem, um gegen christliche Pilger zu protestieren, die dort anlässlich Pfingsten beteten, sagte ein Sprecher der Polizei…

Ein AFP-Fotograf sagte, christliche Pilger und Touristen wurden von der Polizei in einem Teil der Kirche festgehalten, während militante Juden tanzten und beteten.

Stellen wir mal klar: Wenn Palästinenser Terroranschläge verüben, dann werden sie von AFP und den meisten anderen Medien als „Militant“ beschrieben. Wenn Juden tanzen und beten, dann sind sie ebenfalls „Militante“.

Damit stimmt doch irgendetwas ernsthaft nicht, oder?

Gute und schlechte Nachrichten aus Gilo

16. August 2010

HonestReporting Media Backspin, 16. August 2010

Erst die guten Nachrichten aus Gilo: Wegen der ruhigen Situation beseitigt die Regierung eine Betonmauer, die das Viertel im Süden von Jerusalem vor palästinensischem Gewehrfeuer aus dem nahe gelegenen Beit Jalah schützte.

Die schlechte Nachricht? Ein paar Nachrichtenagenturen – Reuters, BBC and The Independent – kennzeichnen Gilo allesamt als „Siedlung“. AFP beschreibt Gilo als „ein jüdisches Viertel im besetzten Ostjerusalem“.

Letztes Jahr reagierten wir auf eine Flut gleicher Berichte: Gilo In Perspective.

Tel Aviv und AFP’s billige Synecdoche*

25. März 2010

HonestReporting Media BackSpin, 25. März 2010

*Unter Synecdoche versteht man ein rhetorisches Stilmittel, das einen Teil für das Ganze nimmt oder umgekehrt. Beispiel: „Das Weiße Haus sagte…“ statt die Regierung der Vereinigten Staaten sagte….“ oder: „Die Schweiz hat drei Goldmedaillen gewonnen“ (statt: das Schweizer Skiteam hat drei Goldmedaillen gewonnen).

Üblich für den Synecdoche-Gebrauch unter Journalisten und Bloggern ist beispielsweise der Verweis auf die Hauptstadt eines Landes als dessen Regierung, z.B. „Washington sagte etc…“. Man sollte also davon ausgehen können, dass der Gebrauch dieses Stilmittels eindeutig genug wäre, außer die betreffende Stadt ist nicht Hauptstadt.

Und das wiederum führt uns zu AFP, die das heutige Beispiel für einen absichtlichen Missbrauch des Stilmittels liefert:

Die Verschlechterung der diplomatischen Beziehungen zwischen Großbritannien und Israel tritt zu einem Zeitpunkt ein, wo die historisch engen Bindungen zwischen Israel und den USA wegen Tel Avivs Plänen, neue Siedlungen zu errichten, großen Belastungen ausgesetzt sind.

Man wird mich nicht davon überzeugen können, dass AFP in Wahrheit das Verteidigungsministerium gemeint haben könnte, das sich in Tel Aviv befindet. Alle wichtigen politischen Entscheidungen und diplomatischen Aktivitäten finden in Jerusalem statt. Weiß AFP nichts vom Knesset-Umzug 1949?

Der Gebrauch von “Tel Aviv” als alternativem Substantiv für “Israels Regierung“ kann nur als Beispiel für den Medienaktivismus gesehen werden, Israels Verbindung zu Jerusalem zu delegitimieren. Oder wie soll man das sonst interpretieren?

IndyMedia und der falsche Soldat

22. Juni 2009

HonestReporting Media BackSpin, 22. Juni 2009

Israel stellt Nachforschungen zu IndyMedia Israel an, nachdem auf deren Webseite ein Foto eingestellt worden war mit der Behauptung, dass Bassem Abu Rahma ermordet worden sei. Das Foto war mit „Mörder“ untertitelt und der Aufforderung, den Soldaten zu identifizieren. Aber AFP berichtet, dass IndyMedia wohl den falschen Soldaten „geouted“ hat:

Doch die Strafverfolger machen geltend, dass der Soldat, von dem sie sagten, dass er leicht identifiziert werden könne, nichts mit dem Vorfall zu tun hat.

Der stellvertretende Generalstaatsanwalt Shai Nitzan wies die Polizei an, nachzuforschen, ob IndyMedia Israel die Privatsphäre des Soldaten verletzt habe.

IndyMedia reagiert.

Abu Rahma starb im April, nachdem er während einem der wöchentlichen Zusammenstöße bei Bilin von einem Tränengasgeschoss in die Brust getroffen worden war.

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AFP*-Aktivismus

24. Mai 2009

HonestReporting Media BackSpin, 24. Mai 2009

Aus dem ersten Absatz des AFP-Textes:

Zwei palästinensische Aktivisten wurden an der Grenze zum Gazastreifen getötet, als sie einen Anschlag vorbereiteten, so der Armeesprecher.

Man muss den Artikel schon lesen, um herauszufinden, dass diese „Aktivisten“ AK-47-Gewehre, Handgranaten und Militärwesten mit sich führten sowie Sprengsätze am Sicherheitszaun anbringen wollten.

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—————-
*Ähnlich wie die Kollegen von AP:

Wer Mitglieder von Reporter ohne Grenzen als Militante bezeichnet, überrascht auch nicht mehr groß, wenn er Terroristen den Aktivistenstempel verleiht.

AFP: „Wie-du-mir-so-ich-dir“-Gewalt im Norden

23. Februar 2009

HonestReporting Media BackSpin, 23. Februar 2009

Wann wird ein grundloser Angriff, eine gewalttätige Grenzverletzung und die unvermeidliche Reaktion darauf als „Wie-du-mir-so-ich-dir“-Gewalt bezeichnet? Wenn Israel angegriffen und zur Reaktion gezwungen wird . Anders kann man sich die AFP-Berichterstattung zum Katyuschaangriff auf Galiläa nicht erklären, bei dem drei Menschen verletzt wurden.

Schon der einleitende Absatz veranschaulicht die moralische Gleichsetzung:

Israel beschoss am Samstag in einer Racheaktion den Südlibanon, nachdem eine Rakete in seinem Gebiet als Folge des gegenseitigen Beschusses entlang der Grenze niedergegangen war, so Quellen auf beiden Seiten.

Nach dem Angriff feuerte Israel Granaten auf die Stelle, von der Rakete kam. Niemand kam dabei zu Schaden. Aber AFP-Reporter Jihad Siqwali konzentriert sich auf die libanesische Perspektive:

Man sah Bewohner, die in panischer Angst vor der Racheaktion der Israelis flohen.

“Meine sechsjähriges Tochter hatte schreckliche Angst”, sagte der 49-jährige Hassan Faqih, als er sich mit seiner Frau und zwei Kindern auf den Weg zur nahe gelegenen Küstenstadt Tyros machte. “Wir bleiben in Tyros, falls sich die Situation zuspitzt.”

Jedwede mögliche Eskalation hängt selbstverständlich davon ab, was die Libanesen gegen weiteren Raketenbeschuss zu tun gedenken. Es hängt weniger davon ab, wie die Medien mit der Berichterstattung über Gewalt umgehen.

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Siegreiche Hamas denkt über Fehler nach

28. Januar 2009

HonestReporting Media BackSpin, 28. Januar 2009

AFP bezog sich auf einen Bericht in Jane’s Defence Weekly [Registrierung erforderlich], in dem die Hamas Untersuchungen zum Misserfolg des Gaza-Krieges anstellt:

Mit Bezug auf einen ungenant bleibenden Hamas-Kommandeur äußerte Jane’s Defence Weekly, dass der zu erwartende Bericht zu fast allen Entscheidungen, die von den verantwortlichen Kommandeuren während der 22-tägigen Kämpfe getroffen worden waren, eine kritische Stellungnahme abgeben würde.

Die von Jane’s Defence Weekly zitierte Quelle gab darüber hinaus an, dass Hamas-Führer Khaled Mashaal und seine Anhänger energisch auf einen Konflikt gedrängt hätten, auf den sie nicht genügend vorbereitet waren….

Die Ezzedine Al-Qassam Brigaden, der militärische Flügel der Hamas*, und Geheimdienststellen hätten Mängel zugegeben, was ihre Reaktionen auf israelische Angriffe betraf….

Ich habe den vollständigen Bericht von Jane’s Defence Weekly nicht gelesen, aber falls die Untersuchungen tatsächlich zutreffen, bedeutet dies, dass es Potenzial für einen ernsthaften Konflikt zwischen der Hamas in Gaza und der Führung in Damaskus gibt.

Glaubt wirklich irgendjemand ihren Siegesparolen?

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*Quizfrage: Wie definiert sich der militärische [oder politische] Flügel der Hamas?

Für erschöpfende Antworten danke ich schon vorab ;-) (bd)


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