Erekats neueste faustdicke Lüge: 96% der Toten in Gaza waren Zivilisten

Verfasst 6. Oktober 2014 von yvainedewinter
Kategorien: Antisemitismus, Die Welt und Nahost, Israel, Nahost-Konflikt, Palästinenser, UNO

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Alex Margolin, HonestReporting, 6. Oktober 2014
(Übs.: Yvaine de Winter)

Erekat

Man muss sich fragen, warum seriöse Medien den Palästinenserfunktionär Saeb Erekat, der es mit der Wahrheit nicht sehr genau nimmt, überhaupt einladen. Es muss wohl am Unterhaltungswert seiner wahnwitzigen Aussagen liegen.

Und auch sein kürzlicher Auftritt im Army Radio war in dieser Beziehung keine Enttäuschung.

Erekat offenbarte, ganze 96% aller getöteten Palästinenser seien Zivilisten gewesen. Die Zahl übersteigt bei weitem die von den Vereinten Nationen angeführten Zahlen, die sich um die 75% bewegen und hauptsächlich auf Angaben des von der Hamas geführten Gesundheitsministeriums in Gaza beruhen. Israelischen Angaben zufolge waren zirka die Hälfte der im Krieg getöteten Einwohner Gazas Mitglieder der Hamas oder anderer Terrorgruppierungen.

Der Opferzahlendisput wird wahrscheinlich noch monatelang weitergehen. Zumindest in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit wird diejenige Seite tatsächlicher Gewinner des Gaza-Krieges sein, die die Welt davon überzeugen kann, mit größerer Moral und Sorgfalt gehandelt zu haben. Und Erekats große Lüge soll die Behauptung der Palästinenser untermauern, Israel habe in Gaza übermäßige Gewalt angewendet.

Erekat war natürlich auch der Palästinenserführer gewesen, der behauptet hatte, 2002 in Jenin seien 500 Palästinenser getötet worden. Die tatsächliche Zahl lag bei weit unter 100, und es gab auch beträchtliche israelische Opferzahlen. Laut Haviv Rettig Gur ist diese Art von Behauptung Teil einer umfassenderen Strategie, die auch von der BDS-Bewegung angewendet wird, um Israel international zu isolieren.

Die globale BDS-Kampagne, die von palästinensischen Zivilgruppen unter der Leitung der Fatah angezettelt wurde, sowie die Verbreitung völlig abwegiger Lügen bzw. Verzerrungen zum Leid der Palästinenser (vom „Jenin-Massaker“ 2002 bis zur Behauptung des obersten Friedensunterhändlers diese Woche, 96% der im Gaza-Krieg diesen Sommer getöteten Palästinenser seien Zivilisten gewesen) soll internationalen Druck auf Israel lenken. Dieser Druck wird Auswirkungen haben, die palästinensische Unterhändler nicht am Verhandlungstisch erreichen könnten.

Rettig Gur hat recht, dass das permanente Aufbauen internationalen Drucks auf Israel durch Methoden der Palästinenserführung eine Taktik ist, um bei den Verhandlungen in eine bessere Position zu kommen. Den Köpfen der BDS-Bewegung jedoch geht es nicht um Verhandlungen – sie wollen Israel isolieren, um seine Legitimität zu unterwandern und letztendlich seine jüdische Identität zu zerstören.

Bild: CC BY Münchner Sicherheitskonferenz/Tobias Kleinschmidt via Wikimedia Commons

Amira Hass: Wenn nur Journalisten, die uns passen, willkommen sind

Verfasst 5. Oktober 2014 von yvainedewinter
Kategorien: Antisemitismus, Araber, Israel, Nahost-Konflikt, Palästinenser

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Pesach Benson, HonestReporting, 1. Oktober 2014 (Übs.: Yvaine de Winter)

JournalistsActivists

Was ist an diesem Bild verkehrt?

Die israelische Journalistin Amira Hass berichtete über eine Konferenz an der Bir-Zeit-Universität. Sie war ehrlich mit den palästinensischen studentischen Organisatoren, die bei der Veranstaltung aushalfen, und gab an, dass sie für Haaretz arbeitet.

Hass sagt, sie habe 20 Jahre lang über Veranstaltungen berichtet und Palästinenser am Ramallah-Campus interviewt und sei mit vielen von ihnen befreundet. Es gab keinen Grund zu glauben, die Konferenz am Dienstag mit dem Titel „Alternativen zur neoliberalen Entwicklung im besetzten palästinensischen Territorium – kritische Perspektiven“ sei anders als andere akademische Plaudereien, über die sie berichtet hatte.

In den vergangenen zwanzig Jahren war ich Dutzende Male in der Birzeit-Universität und saß dort bei verschiedenen akademischen Konferenzen im Publikum. Ebenso interviewte ich Universitätslehrkräfte auf dem Campus und auch außerhalb.

Aber dieser Dienstag war anders.

Zwei der Dozenten forderten Hass auf zu gehen.

Israelische Juden sind auf dem Campus nicht gestattet. Studenten könnten in die Konferenzhalle einbrechen, um gegen ihre Präsenz zu protestieren. Palästinensische Studenten brauchen eine sichere, israelfreie Zufluchtsstätte. Hass sollte angeblich gehen, um ihre eigene Sicherheit zu wahren. Es gab Gerüchte, die langjährige Haaretz-Kolumnistin sei angegriffen worden.

Hass’ Freunde sympathisierten mit ihr – einige verließen aus Protest sogar die Konferenz -, aber die lebhafte Lobby im Said Khoury Development Studies Building war nicht die geeignete Plattform, um über die Politik der Universität zu diskutieren.

Also ging sie.

Amira-HassAmira Hass

Ich weiß, wie es ist, als Reporter in einem Raum voller Leute zu sein, die dich nicht unbedingt bei sich haben wollen. Man fühlt, wie die Augen auf einem ruhen. Mental priorisiert man die Informationen, die man haben will, falls man zu einem vorzeitigen Abschied veranlasst wird. Man formuliert witzige Einzeiler im Geiste, um aufdringliche Leute zum Schweigen zu bringen.

Auch wenn man innerlich nervös ist, macht man seinen Job, denn das wird von professionellen Journalisten erwartet.

Und wenn man gehen muss, geht man. Die Geschichte schreibt man trotzdem.

Hass’ Reaktion war jedoch, ihre ungerechtfertigte Behandlung zu rechtfertigen:

Ich verstehe das emotionale Bedürfnis der Palästinenser nach einem sicheren Raum, der den Bürgern jenes Landes nicht zugänglich ist, das ihnen ihre Rechte vorenthält und ihr Land raubte. Als Linke jedoch hinterfrage ich die antikolonialistische Logik des Boykotts von linken israelisch-jüdischen Aktivisten. Solche Linke streben nach keinem Koscher-Zertifikat, während sie sich der Besatzung entgegenstellen und dem jüdischen Privilegien-Regime ein Ende setzen wollen.

Das Problem dabei ist, dass es hier nicht wirklich um „sicheren Raum“ geht, was durch die viele Zeit bewiesen wird, die Hass vorher an der Bir-Zeit-Universität verbracht hatte.

Hier geht es um die machtvolle palästinensische Bewegung gegen die Normalisierung der Beziehungen zu Israel. Diese Antinormalisierungsbewegung stellt sich Unternehmern entgegen, die mit Israelis arbeiten, gegen Friedensdelegationen an der gesellschaftlichen Basis, selbst gegen nichtpolitische Wohlfühlveranstaltungen wie eine Fußballklinik mit Lionel Messi und dem FC Barcelona.

Und zu verschiedenen Gelegenheiten hat die Antinormalisierungsbewegung auch Hass’ professionelle Kollegen bedroht, israelische Journalisten, die in der Westbank arbeiten. Hier einige Beispiele:

1. Unterbrechung einer Pressekonferenz in Ramallah wegen der Anwesenheit israelischer Journalisten.
2. Bedrohung des Lebens des erfahrenen arabisch-israelischen Journalisten Mohammed Najib, der Menschen auf Ramallahs Straßen für i24 News interviewte.
3. Der Beinahemord an Times-of-Israel-Reporter Avi Issacharoff.
4. Der Boykott von Aktivitäten am Internationalen Tag der Pressefreiheit, da diese vom US-Konsulat gesponsert wurden.

Hass besuchte Bir Zeit als Reporterin, suchte nach einer Story und blieb am Puls der Palästinenser. Das tun Journalisten im öffentlichen Interesse. Doch als Hass ihren Rauswurf aus Bir Zeit schönredet, schreibt sie als Aktivistin, nicht als Journalistin. (Hinsichtlich Haaretz und deren offen dargelegter politisierter Agenda überrascht das nicht wirklich.)

Ihre Antwort ist auch nicht so extrem wie die von Robert Fisk (Nachdem der britische Journalist 2001 von afghanischen Flüchtlingen verprügelt wurde, schrieb er: „Wäre ich ein afghanischer Flüchtling in Kila Abdullah, hätte ich genauso gehandelt. Ich hätte Robert Fisk angegriffen. Oder irgendeinen anderen Westler, den ich hätte finden können.“), aber sie begibt sich auf Glatteis gegenüber israelischen Reportern, die von Antinormalisierungs-Hitzköpfen angegriffen wurden und solche Übergriffe auch in Zukunft zu befürchten haben.

Bir Zeits Stellungnahme zu dem Vorfall skizziert die Politik des Campus als israelfreie Zone.

Die Universitätsgemeinschaft ist stolz darauf, dass sie den akademischen Boykott Israels wahrt. Dieser Boykott bezieht sich jedoch auf Institutionen, nicht auf Individuen, insbesondere im Falle von Personen, die bewiesen haben, dass sie wie Journalistin Hass auf der Seite der Menschlichkeit und Gerechtigkeit stehen.

Doch Hass war dort in ihrer Eigenschaft als Reporterin für Haaretz, einer israelischen Institution.

Was Bir Zeit in Wirklichkeit sagt, ist, dass nur Journalisten willkommen sind, die ihnen passen.

Als Journalistin sollte diese Politik für Hass unhaltbar sein, selbst wenn (oder sogar besonders weil) sie auf der Empfängerseite steht. Doch als Aktivistin gibt Hass letztlich ihr Einverständnis.

Bild: CC BY-SA HonestReporting, flickr/Keoni Cabral, Hass via YouTube/FrancePalestine

Wie man eine „Siedlungskrise“ erschafft

Verfasst 4. Oktober 2014 von yvainedewinter
Kategorien: Araber, Die Welt und Nahost, Europ. Medien und Nahost, Israel, Medienwelt, Nahost-Konflikt, NGOs, Palästinenser, Weltmedien und Nahost

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Simon Plosker, HonestReporting, 02.10.2014

givathamatosmonopoly

Es ist wie im Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Der israelische Premierminister Netanyahu trifft sich mit US-Präsident Obama, und die Medien sind voll mit Geschichten über israelischen Siedlungsbau und Verurteilungen sowohl vom Weißen Haus als auch vom US State Department.

Wie kam es also zu dieser „Verkettung unglücklicher Umstände“?

Zuallererst wäre so etwas ohne die vollkommen siedlungsbesessenen Medien nicht möglich gewesen. Ungeachtet all dessen, was in der Region vor sich geht, schließen sich viel zu viele noch immer unhinterfragt dem Narrativ an, der Bau von jüdischen Wohnhäusern (in diesem Fall in einem Stadtteil Jerusalems) sei das größte Friedenshindernis im Nahen Osten.

Rechnen Sie zweitens die symbiotische Beziehung zwischen den Medien und nichtstaatlichen Organisationen (NGOs) mit ein, insbesondere derjenigen, die Israels Politik gegenüber kritisch eingestellt sind. Die Washington Post sieht die Dinge bei ihrem Bericht über die Baupläne für Givat Hamatos in Jerusalem richtig:

Die Siedlungsentwicklung war jahrelang in Planung, befand sich jedoch bis letzte Woche auf Eis. Letzte Woche gab die Regierung eine öffentliche Bekanntmachung heraus, was ihr erlaubte, Angebote entgegenzunehmen und mit dem Bau zu beginnen. Die Bekanntmachung erhielt jedoch keinerlei Aufmerksamkeit, bis die israelische Lobbygruppe Peace Now kurz vor dem Treffen zwischen Obama und Netanyahu eine Pressemeldung über sie veröffentlichte.

Tatsächlich wurde alles erst zu einer Story, als das hier im E-Mail-Postfach ausländischer Journalisten landete:

peacenow011014

Also hielt Peace Now diese Pressemeldung bewusst für eine ganze Woche bis zu dem Zeitpunkt zurück, von dem sie wussten, dass sie in der Presse maximale Zugkraft haben und Netanyahu auf seiner US-Reise noch mehr Kopfschmerzen bereiten würde. Und dies trotz der Tatsache, dass der Bau in Givat Hamatos schon im Dezember 2012 genehmigt worden war.

Aber z. B. für die Times of London ist das eine brandneue Siedlung und kein Bau in einem bereits existenten Bereich von Jerusalem:

Spaltungen zwischen Israel und den Vereinigten Staaten traten zutage, als Stunden vor einem Treffen zwischen den Oberhäuptern beider Nationen eine kontroverse neue jüdische Siedlung genehmigt wurde.

Es ist keine „neue jüdische Siedlung“, und sie wurde ganz gewiss nicht Stunden vor dem Treffen zwischen Netanyahu und Obama genehmigt.

givathamatos

Im Bild oben: Givat Hamatos ist rot umrandet, blau sind die jüdischen Stadtteile, braun sind die arabischen Stadtteile.

Was ungeachtet israelischer Medien in der Pressemeldung ebenfalls fehlt, ist die Tatsache, dass die Hälfte der Wohneinheiten in Givat Hamatos für arabische Bewohner bestimmt ist. Bei den Argumenten bezüglich Siedlungen in Jerusalem wird generell missverstanden, dass man arabische Einwohner Jerusalems oder israelische Araber nicht legal davon abhalten kann, Immobilien innerhalb der Stadtgrenzen zu kaufen, zu mieten oder dort zu wohnen.

Also können wir klarstellen, dass Timing und Inhalt der Givat-Hamatos-Story nichts weiter als eine künstlich erschaffene „Krise“ darstellen, die in Wirklichkeit unbeachtet geblieben wäre, wäre da nicht Peace Now gewesen.

Bild: CC BY-SA HonestReporting, flickr/Philip Taylor

Wenn Kunst Propaganda imitiert

Verfasst 3. Oktober 2014 von yvainedewinter
Kategorien: Die Welt und Nahost, Nahost-Konflikt, Palästinenser

Yarden Frankl, HonestReporting, 02.10.2014

ArtImitates

In ihrem Artikel „Remnants of War Become Art in Gaza“ (= soviel wie „Munitionsrückstände werden in Gaza zu Kunst“) zeichnet die AFP das Bild einer „Wohlfühl“-Geschichte, in welcher der menschliche Aspekt im Vordergrund steht. Der Artikel beschreibt, wie Palästinenser in Gaza Überbleibsel des Militärkonflikts in Kunst verwandeln. Das Thema ist interessant und inspirierend.

Natürlich ist das nichts Neues. Jahrelang haben Einwohner von Sderot Überbleibsel von Gaza-Raketen in schöne Skulpturen verwandelt. Ein Teil der Einkünfte wird für den Kauf von Luftschutzbunkern verwendet. Obgleich sie dies schon seit Jahren machen, konnte ich keine AFP-Geschichte hierüber finden.

Das Problem ist jedoch nicht, dass die AFP über dieses lokale Projekt in Gaza berichtet. Ebensowenig ist es ein Problem, dass sie Zitate der lokalen Künstler bringt. Viele dieser Zitate sind inspirierend und unterstreichen die Geschichte der Verwandlung von Waffen in Objekte der Schönheit. Auch an folgendem Zitat von einem der Künstler ist nichts verkehrt:

„Ich schätze die Idee, etwas Schönes aus diesen Geräten zu machen, die uns töten: Ich nehme diese Vase mit nach Hause und stecke regelmäßig Rosen hinein.“

Doch wenn die Zitate mit Propaganda versetzt sind, die kommentarlos wiedergegeben wird, dann bekommt der ganze Artikel eine einseitige Färbung:

Mohammed al-Zamars Garten ist übersät mit Geschosshülsen und Splittern, welche er nach einem Bombardement aus seinem Haus geholt hatte.
Auf eines der Stücke hatte er geschrieben: „Nein zum Krieg, wir hatten genug.“ Daneben ist eine Karte des historischen Palästina.
„Dies ist meine Botschaft“, so Zamar.

Man könnte den Eindruck gewinnen, mit den Geschosshülsen und Splittern wolle er eine Antikriegsbotschaft verbreiten. Aber in Wirklichkeit ist es nichts dergleichen. Als er jene Objekte neben einer Karte ohne Israel platziert (und das „historische Palästina“ ist genau das), wandelt sich seine Botschaft in Wirklichkeit in eine Botschaft für den Krieg.

Er sagt nicht einfach nur Nein zum Krieg, sondern er sagt Nein zum Staat Israel.

„Wir lieben das Leben, aber der Besatzer (Israel) zwingt uns Tod und Zerstörung auf. Ich will den israelischen Krieg in einen Ausdruck des ununterdrückbaren Lebenswillens der Palästinenser transformieren.“

Trotz dessen, dass dieser Artikel den menschlichen Aspekt in den Vordergrund stellt, hat die AFP die Verantwortung, ihren Lesern ein akkurates Verständnis der Sachverhalte zu vermitteln, die hier als Hintergrund dienen. Eine solche Bemerkung ohne Erklärung stehenzulassen verstärkt die falsche Anschuldigung, die Palästinenser in Gaza seien die unschuldigen Opfer einer aggressiven israelischen Militärattacke gewesen.

Die Geschichte hätte mit größerem Gleichgewicht geschrieben werden können, wenn auch die Israelis erwähnt worden wären, die Raketen von Terroristen in Kunstwerke verwandeln. Ebenso hätte die Geschichte akkurater sein können, hätte sie erwähnt, dass Israel trotz Zamars Empfindungen während des gesamten Konflikts versucht hat, den Raketenbeschuss einzudämmen, der die Gemeinden in Südisrael seit Jahren plagt.

Leider entschied sich die AFP dafür, keines der beiden zu tun, und das Resultat ist eine Geschichte, die den grundlegendsten Standards journalistischer Integrität gegenüber versagt.

Bild: CC BY-SA HonestReporting

Aktivist räumt ein, die Auswirkungen von BDS seien größtenteils psychologischer Natur

Verfasst 3. Oktober 2014 von yvainedewinter
Kategorien: Antisemitismus, Die Welt und Nahost, Israel

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Alex Margolin, HonestReporting, 22.09.2014

PsychologicalPropagandaFighting

Obwohl die Strategie von Boykott, Deinvestition und Sanktionen (BDS) das Bild eines Wirtschaftskrieges gegen Israel heraufbeschwört, so ist der psychologische Effekt der BDS-Bewegung in Wirklichkeit noch weit heimtückischer.

Studien zeigen für gewöhnlich, dass Israels Wirtschaft robust genug ist, um den begrenzten Auswirkungen des BDS zu widerstehen. Doch jedes Mal wenn ein Boykott ausgerufen oder an einer Universität über eine Deinvestitionsmaßnahme befunden wird, bestärkt dies die psychologische Position, dass Israel keinen Platz unter den Nationen verdient.

In einer Haaretz-Kolumne diese Woche beschreibt BDS-Unterstützer Roy Isacowitz die psychologische Dimension des BDS als wichtigen Teil der Strategie.

Speziell hinsichtlich Sanktionen bemerkt Isacowitz:

Sanktionen sind auf vier Arten effektiv: Sie beeinträchtigen die Wirtschaft eines Landes; sie beeinträchtigen die persönliche Finanzlage spezifischer Einzelpersonen, und zwar oft derjenigen, die am meisten im System involviert sind; sie vermitteln die Botschaft, dass die Politik des betreffenden Landes für die Restwelt inakzeptabel ist; und sie beschädigen das Selbstwertgefühl der Boykottierten.

In seinen weiteren Ausführungen, wie der psychologische Effekt die Politik beeinflusst, betrachtet Isacowitz das Beispiel Südafrikas.

Die Auswirkung des Sportboykotts auf das sportverrückte Südafrika in den 1970ern und 1980ern war vernichtend. Für eines der beiden weltbesten Rugbyteams war es schmerzhaft und erniedrigend, nicht an internationalen Rugbyspielen teilnehmen zu können. Brachte dieser Boykott die Apartheid zu Fall? Nein. Aber er vermittelte sehr wohl die Botschaft, dass Apartheid völlig inakzeptabel ist, und er versprach eine traurige Zukunft. Solche Dinge findet man nicht auf Kalkulationsbögen, aber ihre praktische Bedeutung war enorm.

Isacowitz trifft einen wichtigen Punkt, der in jede BDS-Gegenmaßnahme integriert werden muss. Es genügt nicht, nur die wirtschaftlichen Auswirkungen eines Boykotts anzugehen; es ist wichtig – vielleicht sogar noch wichtiger –, sich auch der psychologischen Effekte anzunehmen.

Dies bedeutet, dass der Kauf israelischer Waren positiv gegen BDS wirkt – wenn man dies jedoch öffentlich tut und damit Israels Ansehen stärkt, ist dies noch besser. Die Teilnahme an Kundgebungen, die Organisation von Gegenprotesten und die öffentliche Verurteilung von BDS-Maßnahmen gegen Israel zeigen, dass Israel weltweit Unterstützung genießt, und unterlaufen die BDS-Botschaft, dass das israelische Volk allein in der Welt dasteht.

Bild: CC BY-NC-SA Jared Rodriguez/Truthout (via flickr)

Amira Hass aus palästinensischer Konferenz geworfen, weil sie „jüdische Israeli“ ist

Verfasst 2. Oktober 2014 von yvainedewinter
Kategorien: Antisemitismus, Nahost-Konflikt, Palästinenser

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Alex Margolin, HonestReporting, 30.09.2014

Die linksradikale Haaretz-Journalistin Amira Hass, die oft das Narrativ der Palästinenser vertritt, bekam die palästinensische Intoleranz diese Woche am eigenen Leib zu spüren, nachdem sie kurzerhand aus einer Konferenz an der Birzeit University geworfen wurde.

Laut ihrer eigenen Schilderung des Vorfalls kamen während der Konferenz zwei palästinensische Akademiker auf sie zu und forderten sie auf zu gehen, wobei sie „ein Gesetz von Birzeit anführten, welches festlegt, dass sich Israelis (also jüdische Israelis) nicht auf dem Universitätsgelände aufhalten dürfen“.

Vertreter der Universität, schrieb sie, ließen ihre Befürchtung durchblicken, „dass Studenten als Protest über meine Anwesenheit in die Konferenzhalle eindringen könnten“.

Eine Universitätslehrkraft, die ich seit mehr als 40 Jahren kenne, kam vorbei und sagte: „Dies dient Ihrem eigenen Schutz [vor den Studenten].“ Und in diesem Moment hatte ich das Bild vor Augen, das Israelis für gewöhnlich von Palästinensern haben: irrationale Hitzköpfe. Eine palästinensische Bürgerin Israels, die ebenfalls zur Konferenz gekommen war, sagte, sie habe die Konferenz aus Empörung über meinen Ausschluss ebenfalls verlassen.

Hass hatte sich lange für die Palästinenser eingesetzt und ihre Plattform bei Haaretz oft benutzt, um als Apologetin für die Unnachgiebigkeit der Palästinenser zu fungieren. Sie beschrieb Steinwürfe als „ein Geburtsrecht und eine Pflicht“ der Palästinenser in der Westbank und setzte sich für das Recht der Hamas ein, Tunnel zu bauen.

Doch Hass war weniger geneigt, palästinensische Feindseligkeit zu verteidigen, wenn sie gegen sie selbst gerichtet war:

Ich schreibe über diesen Vorfall genau deswegen, weil ich ihn nicht persönlich nehme. Ich nehme die Tatsache nicht persönlich, dass sich einige Lehrkräfte hinter hypothetischen wütenden Studenten und einem Gesetz versteckten, das viele andere anscheinend gar nicht kannten. Meiner Meinung nach wäre es anständiger gewesen, mir direkt zu sagen: Wir unterscheiden nicht zwischen jenen, die die Besatzung unterstützen, und jenen, die gegen die Besatzung sind; zwischen jenen, die über die Politik berichten, um Beduinen zwangsweise auszuquartieren, und jenen, die diese Politik durchsetzen; für uns gibt es für jeden israelischen Juden nur einen Ort – draußen.

Der Guardian beschuldigt Israel mit dem Krieg begonnen zu haben

Verfasst 2. Oktober 2014 von heplev
Kategorien: Weltmedien und Nahost

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Simon Plosker, HonestReporting, 26. September 2014 (übersetzt von Cora)

In einem Editorial „Der Blick des Guardian auf die menschlichen, ökonomischen und die wirtschaftlichen Kosten des Gaza-Krieges“, stellt die Zeitung die Richtigkeit der israelischen Betrachtungsweise der Geschehnisse in Frage, die zu dem Tod der zwei Palästinenser geführt hat, die für die Entführung und Ermordung der drei israelischen Jugendlichen anfang des Sommers verantwortliche waren.

„In der folgenden Schießerei wurden die zwei Männer in dem Haus getötet. Das haben sie verdient, könnte man sagen, wenn man annimmt, dass die beiden schuldig waren und die Polizei keine Alternative hatte, als zurückzuschießen als sie unter Feuer kamen.“

Das Editorial fährt fort:

„Den vollständigen Hintergrund des Verbrechens werden wir nie erfahren, weil die angeblichen Täter jetzt tot sind. Doch die Beweise lassen stark vermuten, dass die Behauptung der israelischen Regierung, sie hätte „eindeutige Nachweise“, dass die Hamas als Organisatoren dafür verantwortlich ist, unberechtigt sind.“

Welche Beweise besitzt der Guardian genau, die die Hamas von der Verantwortung für die Entführung und Ermordung der drei israelischen Jugendlichen frei spricht? Kein einziger wird genannt. Stattdessen verbreitet der Guardian seine Interpretation der Geschehnisse, wobei er sicher stellt, dass die Beweislast für die Verantwortung des Konflikts nicht bei der Hamas, sondern bei der Regierung Benjamin Netanyahus liegt.

„Durch den Beschluss die Hamas zu beschuldigen scheint Benjamin Netanyahu, der Premierminister Israels, eine Möglichkeit gesehen zu haben, die gerade geschaffene Einheitsregierung der Palästinenser, die Hamas und Fatah zusammen gebracht hatte, zu destabilisieren und M. Abbas, den Präsidenten der palästinensischen Selbsverwaltung zugrunde zu richten. Die Israelis stürmten durch die Westbank und verhafteten hunderte Mitglieder der Hamas.

Provoziert und darin eine Möglichkeit sehend, die schwindenden Sympathien zurück zu holen, antwortete die Hamas in Gaza mit Raketen. Erzürnt verlangte die israelische Öffentlichkeit, in Unkenntnis aller Fakten, nach Taten gegen Raketen und die neu entdeckten Tunnel. In die Enge getrieben, schickte Netanyahu Truppen los.“

In den Augen des Guardian war die Operation Protective Edge also nicht dazu da, Israelis vor den Hamas Raketen zu beschützen, sondern ein zynisches Manöver Israels.

So ist es kein Wunder beim Guardian, dass er wie üblich die Schuld bei Israel statt bei den Terroristen sieht.


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