Was BDS mit psychologischem Druck auf Israel meint

Verfasst 6. Juli 2014 von spotplenni
Kategorien: Die Welt und Nahost

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Alex Margolin, HonestReporting.com, 20. Mai 2014

Würden mehr linke Zionisten anfangen “die BDS-Bewegung auf der einen oder anderen Ebene zu unterstützen”, würde der psychologische Effekt Israel zwingen seine Politik gegenüber den Palästinenser zu ändern, sagt Larry Derfner, nach eigenen Angaben ein linker Zionist, der an den politischen Lösungen für den Konflikt mit den Palästinensern verzweifelt ist.

Wenn eine beträchtliche Anzahl linker Zionisten, die über das entsetzt sind, was Israel den Palästinensern antut, den Versuch aufgeben würde Israel zu ändern und stattdessen anfangen würde, es für seine Ablehnung von Veränderung zur Verantwortung zu ziehen, dann, glaube ich, würde das einen heftigen psychologischen Einfluss auf dieses Land und seine Führer haben.

Ob das zu einer Änderung der Politik führen würde oder nicht, kann diskutiert werden. Aber Derfner hat zumindest in einer Sache recht: Der Effekt wäre psychologisch. Er hätte wenig mit der erklärten Absicht der BDS zu tun wirtschaftlichen und politischen Druck auszuüben.

Fakt ist, dass das wahre Endziel der BDS-Bewegung: die Welt dazu zu bringen, dass sie Israel derart hasst, dass das israelische Volk es nicht mehr erträgt und alles unternimmt, damit es aufhört. Das ist der psychologische Druck, den Derfner beschreibt.

Andere linke Zionisten haben natürlich feste Stellung gegen solch tiefgreifende Boykotte bezogen. Peter Beinart, ein führender links-zionistischer Denker, macht geltend, ein Siedlungsboykott müsse von gleich starker Bemühung begleitet werden die Bereiche innerhalb der Grünen Linie zu unterstützen. „Wir sollten Bemühungen zur De-Investition aus allen israelischen Firmen mit derselben Intensität ablehnen, mit der wir Bemühungen zum Investitionsabzug aus Firmen in den Siedlungen unterstützten“, schrieb er in der New York Times.

Derfner stellt keine solche Bedingung. Er drängt die Menschen einfach zum Boykott auf jeder Ebene.

BDS ist keine Taktik des Alles-oder-Nichts. Wenn jüdische Linke Israel nicht boykottieren wollen, dann lasst sie einfach nur die Siedlungen boykottieren. Wenn sie den Wirtschaftsboykott, aber nicht den kulturellen Boykott unterstützen wollen oder die kulturellen, aber nicht den akademischen Boykott, dann hilft auch das.

Wenn sie aber gar nichts boykottieren wollen, dann sollen sie einen besseren Vorschlag zur Veränderung des Status quo machen oder einfach überhaupt einen, der nicht bereits versagt hat.

Nun, hier ist ein Vorschlag, der Erfolg haben könnte – wie wäre es, wenn die Palästinenser für ihr Tun genauso zur Verantwortung gezogen würden wie Israel?

Und vielleicht besteht ja überhaupt kein Bedarf Israel unter Druck zu setzen. Vielleicht würden die Israelis, wenn es ein paar Schlüsselveränderungen auf der palästinensischen Seite gäbe, tun, von dem die Times of Israel, dass sie es unter den richtigen Bedingungen tun werden, selbst wenn es bedeutet einige schmerzhafte Zugeständnisse zu machen.

Was geschähe, wenn die Palästinenser zu der Erkenntnis kämen, dass Unterstützung nicht länger automatisch erfolgen würde, sondern durch Schritte hin zum Frieden verdient werden muss? Würde das irgendeinen Einfluss auf den Status quo haben?

Vielleicht, vielleicht auch nicht. Doch das ist ein „Vorschlag, der nicht bereits versagt hat“, weil er nie ernsthaft ausprobiert wurde.

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Bild: CC BY-SA HonestReporting, flickr/Andrew Plumb

Zynische Meinung eines Karikaturisten zur Beerdigung der ermordeten Jugendlichen

Verfasst 3. Juli 2014 von spotplenni
Kategorien: Europ. Medien und Nahost, Weltmedien und Nahost

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Alex Margolin, HonestReporting.com, 2. Juli 2014

Steve Bell, Karikaturist des Guardian und Gewinner eines der Dishonest Reporting Awards von 2012, ist in Bezug auf antiisraelische Einseitigkeit nicht neu. Dennoch ist sein jüngster „Kommentar“ zur Beerdigung der drei von Hamas-Terroristen ermordeten israelischen Teenager grenzwertig und ohne Mitgefühl.

Die Karikatur zeigt eine gigantische Waage mit den in Flaggen gehüllten Leichen der drei israelischen Jugendlichen, die eine größere Zahl in Flaggen gehüllt palästinensische Leichen aufwiegen. Impliziert wird, dass Menschen sich zu sehr um „nur“ drei Israelis sorgen, wo doch so viele Palästinenser in dem Konflikt gestorben sind.

Bells Karikatur ist typisch für die Denkweise, die den Palästinensern einfach nur deshalb moralische Punkte gewährt, weil bei ihnen mehr gestorben sind, ohne Berücksichtigung der Umstände. In diesem Fall wurden drei israelische Teenager kaltblütig entführt und ermordet. Zwei von ihnen waren 16 Jahre alt. Sie wurden getötet, als sie von der Schule nach Hause unterwegs waren.

Eine Reihe Palästinenser wurden bei den folgenden Bemühungen die Jugendlichen zu orten und der Razzia gegen die Hamas getötet, die für den vorsätzlichen Mord verantwortlich ist. Diese Palästinenser starben, als sie sich zu aktiven Kombattanten gegen die überlegene Macht der israelischen Armee machten.

Es wäre eine unmoralische Äquivalenz unschuldige Teenager auf dem Weg von der Schule nach Hause auf eine Stufe mit aktiven Kombattanten zu stellen, die sich in einen Konflikt mit einer Armee begeben. Doch Bells Karikatur geht selbst über Gleichsetzung hinaus und legt nahe, dass die Zahlen das wahre Problem sind.

So lange Bells Betrachtungsweise eine Linse bleibt, durch die Menschen den Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern sehen, wird es mehr palästinensische „Märtyrer“ und mehr Gewalt gegen unschuldige Israelis geben. Denn wenn die moralische Überlegenheit nicht von Verhalten oder Bemühungen hin auf friedliche Koexistenz festgesetzt wird, sondern mit den Zahlen der Toten auf beiden Seiten, können die Palästinenser nur von mehr Gewalt profitieren.

Israel trauert um drei ermordete Teenager, Medien veranstalten Sauerei

Verfasst 2. Juli 2014 von heplev
Kategorien: Europ. Medien und Nahost, Medienwelt, Weltmedien und Nahost

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Simon Plosker, HonestReporting.com, 1. Juli 2014

Israel betrauert den Verlust von Naftali Fraenkel, Eyal Yifrach und Gil-ad Shaar, die von Hamas-Terroristen ermordet wurden. Die Leichen der drei Teenager wurden Montagabend in Halhul, nördlich von Hebron entdeckt. Da wir unseren Sitz in Israel und viele unserer Mitarbeiter eigene Kinder haben, wird der Verlust hier bei HonestReporting gefühlt, wie das in ganz Israel und der jüdischen Welt der Fall ist.

Leider ist ein Teil der Medienberichterstattung mangelhaft. Wir zeigen hier einige er schlimmsten Übeltäter.

Israel will „Rache“

Der Christian Science Monitor veröffentlichte seinen Bericht unter der folgenden Schlagzeile:

Wird sich nach dem Fund dreier toter israelischer Teenager der Kreislauf der Rache verschärfen?

Was den Bericht selbst angeht, so ist er angefüllt mit von Vorurteilen geprägten Äußerungen:

Seit dem Verschwinden der Jungen hat die Westbank die Wiederbelebung der Kollektivbestrafung durch Israel erlebt.

Nach Angaben des CSM geht es bei Israels Operation sie zurückzubekommen also schlicht darum die Palästinenser zu bestrafen.

Der Eindruck israelischer Böswilligkeit und rachsüchtigem Verhalten geht weiter:

Derweil hat die israelische Öffentlichkeit hartes Handeln gefordert. Die jetzt noch stärkeren Kontrollen ihrer Bewegungen und mehr Toten unterworfenen Palästinenser haben geschäumt.

Und in einem weiteren Beispiel für unprofessionellen Journalismus berichtet der CSM unbegründete Gerüchte eines Vorfalls, den es nicht gab:

Es gibt Gerüchte über Mobs an Westbank-Siedlern, die sich versammeln, um Selbstjustiz-Anschläge gegen Palästinenser und palästinensisches Eigentum auszuüben.

Der CSM beginnt dann Opferstatistiken zu zitieren, die sich besonders auf Kinder und Teenager konzentrieren, um zu beweisen, dass es einen „Kreislauf der Gewalt“ und Rache gibt. Nach Angaben des CSM „geht das Töten auf beiden Seiten weiter“. Für nicht relevant betrachtet der CSM jedoch, dass es nur eine Seite in diesem Konflikt ist, die darauf erpicht ist um des Tötens willen zu töten. So wird die vorsätzliche Ermordung von Israelis durch palästinensische Terroristen moralisch dem Tod von Palästinensern bei Antiterror-Operationen der IDF gleichgestellt.

Sie können Ihre durchdachten Kommentare an den Christian Science Monitor schicken: letters@csmontor.com

Raketen werden nicht erwähnt

Nach Angaben der IDF führten nach mehr als 18 Raketen, die seit Sonntagabend auf Israel abgefeuert wurden, Flugzeuge der israelischen Luftwaffe am frühen Dienstagmorgen einen Präzisionsschlag gegen 34 Ziele im Gazastreifen aus.

Aber nirgendwo sind bei Sky News die Raketen auch nur erkennbar; dort wurden Raketenangriffe auf Israel überhaupt nicht erwähnt. Es geht nur um die drei ermordeten Jugendlichen:

Seit der Entdeckung hat es eine Reihe von Luftangriffen auf den Gazastreifen gegeben, darunter einen auf die südliche Stadt Khan Junis.

Eine „angebliche“ Entführung

Die Times of London lässt wissen:

Israel bereitete gestern Abend einen massiven Vergeltungsschlag gegen Gaza und die Westbank vor, nachdem die Leichen von drei Jungen im Teenageralter, die angeblich von palästinensischen Militanten entführt wurden, nach einer dreiwöchigen Suche gefunden wurden.

„Angeblich entführt“? Abgesehen von den Leichen der drei Jugendlichen – wie viel mehr Beweise braucht die Times, bevor sie das Offensichtliche schreibt?

Idiotische Vergleiche

Während Bürgerkrieg und Tod in großem Ausmaß im Nahen Osten stattfinden, wird Paul Whitefield von der Los Angeles Times komplett apokalyptisch:

Haben Sie Sorge wegen des Irak, Syriens oder der Bedrohung durch die ISIS? Nun, Sie sollten Ihrer Liste lieber das hier hinzufügen: eine neue israelisch-palästinensische Auseinandersetzung.

Doch es sieht nach einer Auseinandersetzung aus, die nur von einer Seite initiiert werden konnte – Israel:

Fassen Sie alles zusammen und was haben Sie? Jau, ein Rezept für mehr Kämpfe: ein weiterer israelischer Angriff auf den Gazastreifen, vermutlich, und vielleicht auch noch die Westbank. Ganz zu schweigen von einem weiteren Rückschlag für jegliche Hoffnung nach einer Regelung des lange laufenden israelisch-palästinensischen Konflikts.

Whitefield beschreibt sich selbst in seinem Twitter-Profil als „eine leicht schräge Sicht auf die Nachrichten vertretend“. Direkt aus der Quelle.

Fehlgeleitete Ausrichtung

Mx News, die Nachmittagsausgabe der australischen The Age, scheint sehr schräge Prioritäten zu haben. Was ist wichtiger: Drei ermordete Kids oder Ziegelsteine und Mörser?

Israel reißt Häuser ab

„Bombardierung“ von Häusern

Es ist schon eine wahre Übertreibung aus dem Abriss des Hauses eines Terroristen einem Bomben-Feldzug zu machen, aber Irlands RTE schafft es Bilder von F-16 statt von Bulldozern herbeizuzaubern:

Israels Armee bombardiert Häuser von Verdächtigen der Westbank-Entführung

Palästinensischer Politiker macht Israel für die Morde verantwortlich

Dr. Mustafa Barghouti beweist, dass die Palästinenser nicht in der Lage sind Verantwortung für irgendeinen Terrorakt zu übernehmen und macht auf BBC Newsnight Israel für den Tod der drei Teenager verantwortlich:

Zu allererst denke ich, dass der Hauptverantwortliche für den tragischen Tod, der geschah, Herr Netanyahu selbst ist. Er schickte diese Jungen als illegale Siedler in eine illegale Siedlung und er ist auch für den tragischen Tod von bisher mehr als zehn Palästinensern verantwortlich, die von seiner Armee getötet wurden, einschließlich dreier Kinder.

„Drei junge, jüdische Siedler“

Verfasst 2. Juli 2014 von spotplenni
Kategorien: Medienwelt, Weltmedien und Nahost

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Simon Plosker, The Times of Israel (Ops & Blogs), 25. Juni 2014

Die meisten Israelis (mit Ausnahme gewisser israelisch-arabischer Knessetmitglieder) und Juden sind Naftali Fraenkel, Gil-Ad Shaar und Eyal Yifrach die eigenen Kinder. Es spielt keine Rolle, wo sie zur Schule gingen, wie religiös sie sind, welche politischen Ansichten sie haben oder wo sie wohnten.

Aber für manchen in den Medien ist das definierende Element der drei Teenager die Verbindung zu „Siedlungen“, die wichtiger zu sein scheint als das menschliche Element der Geschichte.

Für von der wahrgenommenen Zentralität der Siedlungen für den gesamten Konflikt zwischen Israel und den Palästinenser besessene Medien passt die Darstellung von Fraenkel, Shaar und Yifrach als „Siedler“ bequem in ihr Bild. Wenn die drei Teenager Siedler sind, dann sollten sie also nirgendwo auch nur ansatzweise in der Nähe der Gegend gewesen sein, in der sie entführt wurden.

So wird ein an Teenagern verübter Terrorakt „verständlich“. Die Leser mögen vielleicht nicht mit der Entführung einverstanden sein, aber die Betonung verschiebt sich trotzdem von der palästinensischen Verantwortung auf die Opfer.

Und was ist mit dem Begriff „Siedler“?

Ein typisches Beispiel ist der Economist, der seinen Bericht mit dem Verweis auf die „Entführung von drei jungen jüdischen Siedlern“ beginnt.

In Schriftverkehr zwischen HonestReporting und dem Economist wurde herausgestellt, dass von den drei entführten Teenagern nur einer – Gil-ad – tatsächlich jenseits der Grünen Linie wohnt, in der Gemeinde Talmon. Naftali und Eyal wohnen in Nof Ayalon und Elad, die beide innerhalb der Linien von vor 1967 liegen und daher nicht als Siedlungen beschrieben werden könnten.

Der Economist schoss mit der Äußerung zurück, da die Jungen in Westbank-Jeschiwas zur Schule gingen, liege man innerhalb des Rechts sie „Siedler“ zu nennen.

Das ist natürlich fragwürdig. Die Adressen auf ihren israelischen Ausweisen sind die ihrer Eltern und es waren diese Zuhause, in die die Jungen am Abend ihrer Entführung zurückkehren wollten. Es darf auch angenommen werden, dass der 16-jährige Naftali Fraenkel in den meisten entwickelten Ländern als Minderjähriger und daher weiter unter der Aufsicht seiner Eltern in Nof Ayalon stehend gelten würde.

Letztlich spielt aber der Streit um Semantik, so wichtig er ist, wenn es um die Berichterstattung aus dieser Region geht, nur die zweite Geige hinter der wahren Agenda des Economist. Und die besteht in der Entmenschlichung der in jüdischen Gemeinden in Judäa und Samaria lebenden Israelis.

Statt dreier unschuldiger Jungen, die wahrscheinlich dieselben Interessen wie Teenager überall in der Welt haben, verwendet der Economist den Begriff „Siedler“ im ersten Satz seines Artikels, um die Geschichte zu gestalten.

Der Begriff ist in den westlichen Medien zu einer abwertenden Bezeichnung geworden und der Economist hat seine Leser als erstes auf das negative Stereotyp gelenkt, das von den Medien von radikal religiösen, Waffen schleppenden Extremisten verbreitet wird, die das größte Hindernis für den Frieden zwischen Israelis und Palästinensern darstellt.

Soweit es den Economist interessiert, wurden drei dieser Hindernisse in der Nacht vom 12. Juni beseitigt.

Australische Juden als Djihadisten

Verfasst 29. Juni 2014 von spotplenni
Kategorien: Medienwelt, Weltmedien und Nahost

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Simon Plosker, HonestReporting.com, 24. Juni 2014 (übersetzt von Cora)

Die Aussicht, dass junge Muslime in den Irak oder nach Syrien reisen, um dort mit den djihadistischen Gruppen wie ISIS zu kämpfen, bevor sie wieder in die Länder zurückzukehren, deren Staatsbürgerschaften sie haben, ist etwas, das vielen westlichen Regierungen immer mehr Sorge bereitet.

Im Brisbane Courier Mail schreibt Paul Syvret aber, dass „der Islam kein Monopol auf kompromisslose Unzufriedene hat und alle Religionen und Gesellschaften tendieren dazu ihre eigenen Markenzeichen extremistischer Unholde auszubrüten“. Damit hat er nicht Unrecht. Aber australische Juden, die in der IDF dienen, in einem Atemzug mit den Anhängern der Al Kaida zu nennen, ist völlig unangebracht.

Oder was sind in diesem Fall die jungen jüdischen Australier, die „Alyiah machen“, eine Rückkehr nach Israel, und dann im Militär dieses (fremden) Landes dienen – Streitmacht, die sehr gut in blutigem regionalem und religiösem Konflikt geschult ist?

Um diese Aussage noch zu unterstreichen, beinhaltet der Artikel, ungeachtet des fehlenden Bezugs zur Thematik, zwei neue Video-Berichte über die derzeitige IDF Operation, welche die drei entführten Jugendlichen wieder nach Hause zu bringen soll. Ein beigefügtes Foto trägt folgenden Beschreibung:

Jüdischen Australiern, die im israelischen Militär dienen und Aufgaben übernehmen könnten wie in der West-Bank zu patrouillieren, wie die Soldaten oben, wird die Kritik erspart, mit der muslimische Eiferer überzogen werden.“

Benji Rutland, ein australischer Einwanderer in Israel und ehemaliger IDF Offizier äußerte im Gespräch mit HonestReporting seinen Abscheu:

„Der Vergleich zwischen dem Dienst in der IDF und der ISIS basiert auf genau der Engstirnigkeit, die der Autor zu verabscheuen behauptet. Man kann über die israelische Politik uneins sein kann (was viele lautstark sind) – aber wie in jeder Demokratie erfüllt die Armee diese Politik, während sie an internationalen Normen festhält. Auf der anderen Seite ist ISIS, eine grausame, blutige Organisation, die darauf aus ist ihren extrem religiösen und ethnischen Ansichten allen aufzuzwingen, die unter ihre Kontrolle geraten. Der Dienst in der IDF ist für alle israelischen Bürger verpflichtend, die sehr wohl die Notwendigkeit verstehen, dass sich Israel verteidigen muss. Man muss doch nur fragen, wie viele Ex-IDF Soldaten in den Westen zurückgekehrt und in Terrorattacken verwickelt sind – keine! Und wir müssen nur auf den tödliche Anschlag auf die belgische Synagoge vor einigen Monaten schauen, um zu wissen, was Ex-ISIS Leute zu erreichen versuchen.“

Für die New York Times sind es die Palästinenser, die leiden

Verfasst 25. Juni 2014 von heplev
Kategorien: Medienwelt, Weltmedien und Nahost

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Simon Plosker, HonestReporting.com, 17. Juni 2014

Drei israelische Jungen wurden entführt und bis jetzt ist die New York Times mehr am palästinensischen „Leiden“ interessiert. Es ist erst einige Tage her, dass IDF eine große Aktion gestartet hat, um die drei entführten Jugendlichen Eyal Yifrach (19), Naftali Frenkel (16) und Gil-ad Shaar (16) zu finden. Urteilt man nach Jodi Rudorens Bericht in der New York Times, könnte man glauben, Hebron sei seit Monaten oder gar Jahren „belagert“.

Wir hören, dass die Brüder Jaber „besorgt sind, dass die Hochzeit der 17jährigen Tochter Kayeds am Montag ruiniert werden könnte“.

Es wird uns erzählt, dass die örtliche Radiostation „kriegerische Hymnen abspielt, die unterbrochen werden von den Verlautbarungen über die Anzahl der Panzer, die in das Viertel eindringen“ und wie man entlang „der Hauptstraße Süßwarenläden, den Handyständen, Autohäusern und Boutiquen hinter heruntergelassenen Rolltoren und Holzläden müßig herum sitzt.“

Hebrons Bürgermeister wird mit den Worten über das Elend der palästinensischen Menschen zitiert, die alle „in einem großen Gefängnis“ sitzen.

Die einzige israelische Reaktion sind die Verweise eines Soldaten auf Spürhunde und der eines anderen Soldaten, der einen Reporter auffordert „Geh weg!“ Nirgendwo wird darauf hingewiesen, dass die Militäroperation der Israelis sofort enden könnte, wenn und wann die drei Jugendlichen befreit werden. Die israelische Aktion wird als Strafe dargestellt, einzig und allein dazu da, die Palästinenser leiden zu lassen. Und als Sahnehäubchen wird ein Palästinenser zitiert, der meint, die Entführung habe niemals stattgefunden.

Viele hier und überall in den palästinensischen Gebieten, fragen sich, ob die Entführung überhaupt stattgefunden hat. Die Anführer verweisen in einigen offiziellen Verlautbarungen auf die „angebliche Entführung“ und die Netzwerke sind voll mit Verschwörungstheorien darüber, wie die jüdischen Siedler das Geschehen inszenierten oder die israelische Regierung das Ganze als Vorwand benutzt, um die Hamas aus der Westbank zu werfen und die derzeitige Versöhnung zwischen Hamas und der Palästinensischen Befreiungsorganisation zu hintertreiben.
Ahmad Abu Eisheh (27) stellte dazu fest, dass bis jetzt noch kein glaubwürdiges Bekennerschreiben aufgetaucht sei. „Die Hamas bekennt sich zu Entführungen“, sagt Abu Eisheh, der für eine Reinigungsfirma arbeitet. „Ganz sicher ist das ein Film. Sie wollen die Versöhnung zerstören.“

Wenn die New York Times die Unannehmlichkeiten für die Palästinenser wegen der Anstrengungen der Israelis ihre Jungen wieder zu finden als Äquivalent eines terroristischen Akts ansieht, der zu dieser Situation geführt hat, dann ist ganz klar etwas schief gegangen. Der Artikel zeigt einen ernsten Mangel an Ausgewogenheit.

UPDATE: Ein Leser erhielt das folgende Schreiben von Jodi Rudoren:

Wir haben uns entschieden einen Doppelartikel zu bringen statt zwei grundverschiedene Sachen gemeinsam. Das erschien uns respektvoller und eine Möglichkeit jeder mehr Raum zu geben. Einen journalistische Entscheidung, die auf Ausgewogenheit und Vollständigkeit zielte.

Wir sind uns bewusst, dass die Doppelartikel auf derselben Seite der Druckausgabe der New York Times erschienen. Diese Rechtfertigung gilt aber schlicht nicht für die Online-Ausgabe. Nirgendwo innerhalb des Artikels von Jodi Rudoren gibt es einen direkten Lnik zum anderen Text. Einfach ausgedrückt: Rudorens Artikel im Internet sollte als Einzelstück behandelt werden und nicht als Teil eines Pakets.

Sky News: Alles begann, als Israel anfing nach seinen Jungs zu suchen

Verfasst 24. Juni 2014 von heplev
Kategorien: Europ. Medien und Nahost, Medienwelt, Weltmedien und Nahost

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Simon Plosker, HonestReporting.com, 16. Juni 2014

Der wahrscheinlich zynischste und absolut hässlichste Bericht über die Entführung der drei israelischen Jugendlichen kam von Sky News. Zuerst die Schlagzeile.

Israelische Festnahmen riskieren das Entzünden eines neuen Konflikts

Nach dieser Logik, ist nicht die Entführung von Eyal Yiftach, Gil-ad Shaar und Naftali Frenkel der Funke, der diese Krise entzündet hat, sondern Israels Antwort. Es begann damit, dass Israel damit anfing nach seinen Jungs zu suchen.

Aber das ist erst der Anfang. Im Rest des Artikels beschuldigt Tom Rayner zynisch die Regierung Benjamin Netanyahus die Entführung für eine Politik der Beendigung der Beziehungen mit der Hamas und der Palästinensischen Autonomiebehörde zu nutzen. Natürlich kann die Entführung nicht von der Gesamtpolitischen Lage getrennt werden. Rayner scheint aber die Natur der Hamas beschönigen zu wollen.

Mit der Ausschaltung der Hamas-Führer durch Festnahmen in der Westbank und Luftangriffe auf den Gazastreifen verfolgten sie (die IDF) zwei Ziele.

Das erste ist, alle Handlungsmöglichkeiten der Organisation zu zerstören und durch eine Kriminalisierung ihrer Mitglieder in der Haft ihren „terroristischen“ Charakter zu betonen.

Die Luftangriffe auf den Gazastreifen, die in den letzten Tagen stattgefunden haben, sind die direkte Antwort auf die auf zivile Ziele gerichteten palästinensischen Raketen. Und anstatt die „Hamas Anführer auszulöschen“ haben diese Luftschläge die terroristische Infrastruktur zum Ziel gehabt, weniger die terroristischen Individuen der Hamas oder irgendeiner anderen Terrororganisation.

Und was die „de facto Kriminalisierung“ der gefangenen Hamas Mitglieder angeht: Welche weiteren Beweise braucht Rayner noch für die Kriminalität der Hamas oder ihren „terroristischen“ Charakter? Sind Selbstmordanschläge, Raketen und Schießattacken, abgesehen von Entführungen, nicht genug?

Darüber hinaus, so Rayner:

„Die Hamas für ein Verbrechen zahlen zu lassen, dessen sie beschuldigt wird, mag im israelischen Verständnis Sinn machen, aber das Militär auf eine politische Organisation loszulassen, hat unvermeidlicherweise Auswirkungen auf das Leben der Zivilisten, die mit ihnen und um sie herum leben.“

Das Militär auf eine politische Organisation loslassen? Mit dieser Beschreibung will uns Rayner glauben machen, dass Israel die friedlichen Mitglieder einer Menschenrechtsorganisation zur Zielscheibe macht, statt eine Terrororganisation. Möglicherweise tragen die Gefangengenommenen keine Waffen und bauen auch keine Bomben, aber das heißt nicht, dass die Hamas-Apparatschiks völlig unschuldige Zuschauer sind.

Von den Interviews mit Palästinensern, die ihre Unschuld beteuern, über die „illegale Siedlung Kiryat Arba“ ohne jegliche qualifizierte Erklärung bis hin zu dem begleitenden Video (die zweite Videobox auf der rechten Seite der Sky News-Seite) machen klar, wo Rayners Sympathien liegen.

Tatsächlich hat Rayner in seinem gesamten Artikel das wichtigste Detail der Krise vergessen – drei israelische Jungs wurden entführt und die IDF tut alles in ihrer Macht stehende, um sie wieder nach Hause zu bringen.


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