Krieg im Gazastreifen: 5 Tipps, wie man sich die Nachrichten sortiert und in den sozialen Medien verantwortlich teilt

Verfasst 8. Juli 2014 von heplev
Kategorien: Medienwelt, Nahost allgemein

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Pesach Benson, HonestReporting.com, 8. Juli 2014

Raketen fliegen. Israels reagiert mit Luftangriffen und der Einberufung von Reservisten. Die Armee nannte die Mission „Operation schützende Schneide“.

Der Konflikt wird nicht nur am Himmel des Gazastreifens und der israelischen Heimatfront gekämpft. Er wird auch in den Medien ausgetragen. Wir werden alle möglichen Nachrichten, Fotos und Videos zu sehen bekommen. Leute posten bereits Beobachtungen auf Facebook, Twitter und anderen Plattformen sozialer Medien.

Wie können wir – da wir alle informiert sein und andere informieren wollen – durch die Informations-Überlastung ordnen? Und wie sieht es mit unserer Verantwortung für das aus, was wir zum Teilen aussuchen?

Hier können fünf Tipps helfen.

1. Wie kann ich das wissen? Bei allem, was Sie lesen, fragen Sie sich. „Wie kommt der Reporter (Aktivist, Tweeter, mein bester Freund etc.) an diese Information?“ Ist die Quelle letztlich Augenzeuge aus erster Hand? Zitiert er einen Augenzeugen? Das führt zu Punkt zwei.

2. Quellenarbeit: Ist die Quelle kenntlich gemacht? Kann man selbst einschätzen, ob sie verlässlich ist? Wenn die Quellen anonym sind, hat der Reporter glaubwürdig erklärt, warum sie namenlos bleiben müssen?

3. Bilder: Hüten Sie sich vor Bildern die nicht mit Quelle versehen sind. Wir haben Bilder aus Syrien und alte Bilder aus dem Gazastreifen gesehen, die unverantwortlich als „aktuell aus dem Gazastreifen“ ausgegeben werden. Wenn Sie also ein Foto teilen, geben Sie Informationen dazu, wo Sie es sahen und warum Sie ihm so stark vertrauen, dass Sie es teilen. Das ist transparent, aws zu meinem nächsten Punkt führt.

4. Seien Sie transparent. Transparenz macht es uns allen einfacher Ihren Gesprächsbeitrag zu verarbeiten. Und wenn etwas von Ihnen Geteiltes sich als fingiert herausstellt, kann Transparenz Ihre Glaubwürdigkeit davor bewahren verbrannt zu werden.

5. Im Zweifelsfall lassen Sie es weg. Überstürzen Sie nichts, wenn Sie etwas posten. Atmen Sie durch und durchdenken Sie es.

Bild: CC BY flickr/mkhmarketing

Zu diesen unbegründeten Vorwürfen

Verfasst 6. Juli 2014 von spotplenni
Kategorien: Die Welt und Nahost, Israel

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Simon Plosker, Times of Israel, 6. Juli 2014

Teil meiner Arbeit als Redaktionsleiter von HonestReporting ist es, die Medien zu kritisieren, wenn sie unbegründete und spekulative Vorwürfe gegen Israel erheben.

Aus diesem Grund kritisierte ich diese Medienorganisationen, die voreilig als Tatsache erklärten, jüdische Extremisten oder Siedler seien für entsetzlichen Mord an dem palästinensischen Teenager Mohammed Abu Khdeir verantwortlich. Aus journalistischer Perspektive war es komplett unprofessionelle Vorwürfe zu senden, ohne zu erklären, dass diese genau das waren. Schließlich verlangt, wenn die Medien über Kriminalfälle berichten, die Genauigkeit irgendwo in der Story die Beschreibungen „mutmaßlich“ oder „verdächtig“.

Jetzt, da offengelegt wurde, dass die Verdächtigen (und das ist alles, was sie trotz ihrer Verhaftung bisher sind) jüdische Israelis sind, wird es auf unserer Seite viele geben, die die unbegründete Spekulation überdenken sollten, die in den sozialen Medien in den letzten Tagen von ihnen verbreitet wurden.

Äußerungen der Polizei, die alle Möglichkeiten offen ließen, verwandelten sich in „Tatsachen“ zu Ehrenmord und Abu Khdeirs Sexualität. So viele von uns hofften und beteten, dass dies der Fall sein würde, damit wir nicht der verheerenden Wirklichkeit gegenüber stehen müssten, dass einige von uns dieses Verbrechen begangen haben könnten.

Die Gerüchte breiteten sich aus, unterstützt durch ein Informationsvakuum und Ungewissheit, die diejenigen, die in Israels öffentlicher Diplomatie arbeiten nur allzu gut kennen. Israelische Offizielle ziehen es vor alle Fakten in der Hand zu haben, statt eilige und ungenaue Äußerungen abzugeben.

Ich kann den Instinkt verstehen, dass man in einer Situation die Reihen schließt, in der Israels Unterstützer mit dem schlimmstmöglichen Szenario konfrontiert werden. Was ich aber nicht verstehen kann sind die fast verzweifelten und letztlich vergeblichen Versuche, die ich von normalerweise besonnen Menschen erlebt habe, die Möglichkeit komplett auszuschließen, dass ein Jude für solch eine abscheuliche Tat verantwortlich sein könnte.

Diejenigen, die das machten, sind nicht besser als die Medien, die sie wegen nachteiliger Berichterstattung zu kritisieren versuchten.

Was BDS mit psychologischem Druck auf Israel meint

Verfasst 6. Juli 2014 von spotplenni
Kategorien: Die Welt und Nahost

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Alex Margolin, HonestReporting.com, 20. Mai 2014

Würden mehr linke Zionisten anfangen “die BDS-Bewegung auf der einen oder anderen Ebene zu unterstützen”, würde der psychologische Effekt Israel zwingen seine Politik gegenüber den Palästinenser zu ändern, sagt Larry Derfner, nach eigenen Angaben ein linker Zionist, der an den politischen Lösungen für den Konflikt mit den Palästinensern verzweifelt ist.

Wenn eine beträchtliche Anzahl linker Zionisten, die über das entsetzt sind, was Israel den Palästinensern antut, den Versuch aufgeben würde Israel zu ändern und stattdessen anfangen würde, es für seine Ablehnung von Veränderung zur Verantwortung zu ziehen, dann, glaube ich, würde das einen heftigen psychologischen Einfluss auf dieses Land und seine Führer haben.

Ob das zu einer Änderung der Politik führen würde oder nicht, kann diskutiert werden. Aber Derfner hat zumindest in einer Sache recht: Der Effekt wäre psychologisch. Er hätte wenig mit der erklärten Absicht der BDS zu tun wirtschaftlichen und politischen Druck auszuüben.

Fakt ist, dass das wahre Endziel der BDS-Bewegung: die Welt dazu zu bringen, dass sie Israel derart hasst, dass das israelische Volk es nicht mehr erträgt und alles unternimmt, damit es aufhört. Das ist der psychologische Druck, den Derfner beschreibt.

Andere linke Zionisten haben natürlich feste Stellung gegen solch tiefgreifende Boykotte bezogen. Peter Beinart, ein führender links-zionistischer Denker, macht geltend, ein Siedlungsboykott müsse von gleich starker Bemühung begleitet werden die Bereiche innerhalb der Grünen Linie zu unterstützen. „Wir sollten Bemühungen zur De-Investition aus allen israelischen Firmen mit derselben Intensität ablehnen, mit der wir Bemühungen zum Investitionsabzug aus Firmen in den Siedlungen unterstützten“, schrieb er in der New York Times.

Derfner stellt keine solche Bedingung. Er drängt die Menschen einfach zum Boykott auf jeder Ebene.

BDS ist keine Taktik des Alles-oder-Nichts. Wenn jüdische Linke Israel nicht boykottieren wollen, dann lasst sie einfach nur die Siedlungen boykottieren. Wenn sie den Wirtschaftsboykott, aber nicht den kulturellen Boykott unterstützen wollen oder die kulturellen, aber nicht den akademischen Boykott, dann hilft auch das.

Wenn sie aber gar nichts boykottieren wollen, dann sollen sie einen besseren Vorschlag zur Veränderung des Status quo machen oder einfach überhaupt einen, der nicht bereits versagt hat.

Nun, hier ist ein Vorschlag, der Erfolg haben könnte – wie wäre es, wenn die Palästinenser für ihr Tun genauso zur Verantwortung gezogen würden wie Israel?

Und vielleicht besteht ja überhaupt kein Bedarf Israel unter Druck zu setzen. Vielleicht würden die Israelis, wenn es ein paar Schlüsselveränderungen auf der palästinensischen Seite gäbe, tun, von dem die Times of Israel, dass sie es unter den richtigen Bedingungen tun werden, selbst wenn es bedeutet einige schmerzhafte Zugeständnisse zu machen.

Was geschähe, wenn die Palästinenser zu der Erkenntnis kämen, dass Unterstützung nicht länger automatisch erfolgen würde, sondern durch Schritte hin zum Frieden verdient werden muss? Würde das irgendeinen Einfluss auf den Status quo haben?

Vielleicht, vielleicht auch nicht. Doch das ist ein „Vorschlag, der nicht bereits versagt hat“, weil er nie ernsthaft ausprobiert wurde.

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Schließen Sie sich der Facebook-Seite Facebook (BDS bekämpfen) an und beziehen Sie Stellung gegen die Delegitimierung Israels.

Bild: CC BY-SA HonestReporting, flickr/Andrew Plumb

Zynische Meinung eines Karikaturisten zur Beerdigung der ermordeten Jugendlichen

Verfasst 3. Juli 2014 von spotplenni
Kategorien: Europ. Medien und Nahost, Weltmedien und Nahost

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Alex Margolin, HonestReporting.com, 2. Juli 2014

Steve Bell, Karikaturist des Guardian und Gewinner eines der Dishonest Reporting Awards von 2012, ist in Bezug auf antiisraelische Einseitigkeit nicht neu. Dennoch ist sein jüngster „Kommentar“ zur Beerdigung der drei von Hamas-Terroristen ermordeten israelischen Teenager grenzwertig und ohne Mitgefühl.

Die Karikatur zeigt eine gigantische Waage mit den in Flaggen gehüllten Leichen der drei israelischen Jugendlichen, die eine größere Zahl in Flaggen gehüllt palästinensische Leichen aufwiegen. Impliziert wird, dass Menschen sich zu sehr um „nur“ drei Israelis sorgen, wo doch so viele Palästinenser in dem Konflikt gestorben sind.

Bells Karikatur ist typisch für die Denkweise, die den Palästinensern einfach nur deshalb moralische Punkte gewährt, weil bei ihnen mehr gestorben sind, ohne Berücksichtigung der Umstände. In diesem Fall wurden drei israelische Teenager kaltblütig entführt und ermordet. Zwei von ihnen waren 16 Jahre alt. Sie wurden getötet, als sie von der Schule nach Hause unterwegs waren.

Eine Reihe Palästinenser wurden bei den folgenden Bemühungen die Jugendlichen zu orten und der Razzia gegen die Hamas getötet, die für den vorsätzlichen Mord verantwortlich ist. Diese Palästinenser starben, als sie sich zu aktiven Kombattanten gegen die überlegene Macht der israelischen Armee machten.

Es wäre eine unmoralische Äquivalenz unschuldige Teenager auf dem Weg von der Schule nach Hause auf eine Stufe mit aktiven Kombattanten zu stellen, die sich in einen Konflikt mit einer Armee begeben. Doch Bells Karikatur geht selbst über Gleichsetzung hinaus und legt nahe, dass die Zahlen das wahre Problem sind.

So lange Bells Betrachtungsweise eine Linse bleibt, durch die Menschen den Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern sehen, wird es mehr palästinensische „Märtyrer“ und mehr Gewalt gegen unschuldige Israelis geben. Denn wenn die moralische Überlegenheit nicht von Verhalten oder Bemühungen hin auf friedliche Koexistenz festgesetzt wird, sondern mit den Zahlen der Toten auf beiden Seiten, können die Palästinenser nur von mehr Gewalt profitieren.

Israel trauert um drei ermordete Teenager, Medien veranstalten Sauerei

Verfasst 2. Juli 2014 von heplev
Kategorien: Europ. Medien und Nahost, Medienwelt, Weltmedien und Nahost

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Simon Plosker, HonestReporting.com, 1. Juli 2014

Israel betrauert den Verlust von Naftali Fraenkel, Eyal Yifrach und Gil-ad Shaar, die von Hamas-Terroristen ermordet wurden. Die Leichen der drei Teenager wurden Montagabend in Halhul, nördlich von Hebron entdeckt. Da wir unseren Sitz in Israel und viele unserer Mitarbeiter eigene Kinder haben, wird der Verlust hier bei HonestReporting gefühlt, wie das in ganz Israel und der jüdischen Welt der Fall ist.

Leider ist ein Teil der Medienberichterstattung mangelhaft. Wir zeigen hier einige er schlimmsten Übeltäter.

Israel will „Rache“

Der Christian Science Monitor veröffentlichte seinen Bericht unter der folgenden Schlagzeile:

Wird sich nach dem Fund dreier toter israelischer Teenager der Kreislauf der Rache verschärfen?

Was den Bericht selbst angeht, so ist er angefüllt mit von Vorurteilen geprägten Äußerungen:

Seit dem Verschwinden der Jungen hat die Westbank die Wiederbelebung der Kollektivbestrafung durch Israel erlebt.

Nach Angaben des CSM geht es bei Israels Operation sie zurückzubekommen also schlicht darum die Palästinenser zu bestrafen.

Der Eindruck israelischer Böswilligkeit und rachsüchtigem Verhalten geht weiter:

Derweil hat die israelische Öffentlichkeit hartes Handeln gefordert. Die jetzt noch stärkeren Kontrollen ihrer Bewegungen und mehr Toten unterworfenen Palästinenser haben geschäumt.

Und in einem weiteren Beispiel für unprofessionellen Journalismus berichtet der CSM unbegründete Gerüchte eines Vorfalls, den es nicht gab:

Es gibt Gerüchte über Mobs an Westbank-Siedlern, die sich versammeln, um Selbstjustiz-Anschläge gegen Palästinenser und palästinensisches Eigentum auszuüben.

Der CSM beginnt dann Opferstatistiken zu zitieren, die sich besonders auf Kinder und Teenager konzentrieren, um zu beweisen, dass es einen „Kreislauf der Gewalt“ und Rache gibt. Nach Angaben des CSM „geht das Töten auf beiden Seiten weiter“. Für nicht relevant betrachtet der CSM jedoch, dass es nur eine Seite in diesem Konflikt ist, die darauf erpicht ist um des Tötens willen zu töten. So wird die vorsätzliche Ermordung von Israelis durch palästinensische Terroristen moralisch dem Tod von Palästinensern bei Antiterror-Operationen der IDF gleichgestellt.

Sie können Ihre durchdachten Kommentare an den Christian Science Monitor schicken: letters@csmontor.com

Raketen werden nicht erwähnt

Nach Angaben der IDF führten nach mehr als 18 Raketen, die seit Sonntagabend auf Israel abgefeuert wurden, Flugzeuge der israelischen Luftwaffe am frühen Dienstagmorgen einen Präzisionsschlag gegen 34 Ziele im Gazastreifen aus.

Aber nirgendwo sind bei Sky News die Raketen auch nur erkennbar; dort wurden Raketenangriffe auf Israel überhaupt nicht erwähnt. Es geht nur um die drei ermordeten Jugendlichen:

Seit der Entdeckung hat es eine Reihe von Luftangriffen auf den Gazastreifen gegeben, darunter einen auf die südliche Stadt Khan Junis.

Eine „angebliche“ Entführung

Die Times of London lässt wissen:

Israel bereitete gestern Abend einen massiven Vergeltungsschlag gegen Gaza und die Westbank vor, nachdem die Leichen von drei Jungen im Teenageralter, die angeblich von palästinensischen Militanten entführt wurden, nach einer dreiwöchigen Suche gefunden wurden.

„Angeblich entführt“? Abgesehen von den Leichen der drei Jugendlichen – wie viel mehr Beweise braucht die Times, bevor sie das Offensichtliche schreibt?

Idiotische Vergleiche

Während Bürgerkrieg und Tod in großem Ausmaß im Nahen Osten stattfinden, wird Paul Whitefield von der Los Angeles Times komplett apokalyptisch:

Haben Sie Sorge wegen des Irak, Syriens oder der Bedrohung durch die ISIS? Nun, Sie sollten Ihrer Liste lieber das hier hinzufügen: eine neue israelisch-palästinensische Auseinandersetzung.

Doch es sieht nach einer Auseinandersetzung aus, die nur von einer Seite initiiert werden konnte – Israel:

Fassen Sie alles zusammen und was haben Sie? Jau, ein Rezept für mehr Kämpfe: ein weiterer israelischer Angriff auf den Gazastreifen, vermutlich, und vielleicht auch noch die Westbank. Ganz zu schweigen von einem weiteren Rückschlag für jegliche Hoffnung nach einer Regelung des lange laufenden israelisch-palästinensischen Konflikts.

Whitefield beschreibt sich selbst in seinem Twitter-Profil als „eine leicht schräge Sicht auf die Nachrichten vertretend“. Direkt aus der Quelle.

Fehlgeleitete Ausrichtung

Mx News, die Nachmittagsausgabe der australischen The Age, scheint sehr schräge Prioritäten zu haben. Was ist wichtiger: Drei ermordete Kids oder Ziegelsteine und Mörser?

Israel reißt Häuser ab

„Bombardierung“ von Häusern

Es ist schon eine wahre Übertreibung aus dem Abriss des Hauses eines Terroristen einem Bomben-Feldzug zu machen, aber Irlands RTE schafft es Bilder von F-16 statt von Bulldozern herbeizuzaubern:

Israels Armee bombardiert Häuser von Verdächtigen der Westbank-Entführung

Palästinensischer Politiker macht Israel für die Morde verantwortlich

Dr. Mustafa Barghouti beweist, dass die Palästinenser nicht in der Lage sind Verantwortung für irgendeinen Terrorakt zu übernehmen und macht auf BBC Newsnight Israel für den Tod der drei Teenager verantwortlich:

Zu allererst denke ich, dass der Hauptverantwortliche für den tragischen Tod, der geschah, Herr Netanyahu selbst ist. Er schickte diese Jungen als illegale Siedler in eine illegale Siedlung und er ist auch für den tragischen Tod von bisher mehr als zehn Palästinensern verantwortlich, die von seiner Armee getötet wurden, einschließlich dreier Kinder.

„Drei junge, jüdische Siedler“

Verfasst 2. Juli 2014 von spotplenni
Kategorien: Medienwelt, Weltmedien und Nahost

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Simon Plosker, The Times of Israel (Ops & Blogs), 25. Juni 2014

Die meisten Israelis (mit Ausnahme gewisser israelisch-arabischer Knessetmitglieder) und Juden sind Naftali Fraenkel, Gil-Ad Shaar und Eyal Yifrach die eigenen Kinder. Es spielt keine Rolle, wo sie zur Schule gingen, wie religiös sie sind, welche politischen Ansichten sie haben oder wo sie wohnten.

Aber für manchen in den Medien ist das definierende Element der drei Teenager die Verbindung zu „Siedlungen“, die wichtiger zu sein scheint als das menschliche Element der Geschichte.

Für von der wahrgenommenen Zentralität der Siedlungen für den gesamten Konflikt zwischen Israel und den Palästinenser besessene Medien passt die Darstellung von Fraenkel, Shaar und Yifrach als „Siedler“ bequem in ihr Bild. Wenn die drei Teenager Siedler sind, dann sollten sie also nirgendwo auch nur ansatzweise in der Nähe der Gegend gewesen sein, in der sie entführt wurden.

So wird ein an Teenagern verübter Terrorakt „verständlich“. Die Leser mögen vielleicht nicht mit der Entführung einverstanden sein, aber die Betonung verschiebt sich trotzdem von der palästinensischen Verantwortung auf die Opfer.

Und was ist mit dem Begriff „Siedler“?

Ein typisches Beispiel ist der Economist, der seinen Bericht mit dem Verweis auf die „Entführung von drei jungen jüdischen Siedlern“ beginnt.

In Schriftverkehr zwischen HonestReporting und dem Economist wurde herausgestellt, dass von den drei entführten Teenagern nur einer – Gil-ad – tatsächlich jenseits der Grünen Linie wohnt, in der Gemeinde Talmon. Naftali und Eyal wohnen in Nof Ayalon und Elad, die beide innerhalb der Linien von vor 1967 liegen und daher nicht als Siedlungen beschrieben werden könnten.

Der Economist schoss mit der Äußerung zurück, da die Jungen in Westbank-Jeschiwas zur Schule gingen, liege man innerhalb des Rechts sie „Siedler“ zu nennen.

Das ist natürlich fragwürdig. Die Adressen auf ihren israelischen Ausweisen sind die ihrer Eltern und es waren diese Zuhause, in die die Jungen am Abend ihrer Entführung zurückkehren wollten. Es darf auch angenommen werden, dass der 16-jährige Naftali Fraenkel in den meisten entwickelten Ländern als Minderjähriger und daher weiter unter der Aufsicht seiner Eltern in Nof Ayalon stehend gelten würde.

Letztlich spielt aber der Streit um Semantik, so wichtig er ist, wenn es um die Berichterstattung aus dieser Region geht, nur die zweite Geige hinter der wahren Agenda des Economist. Und die besteht in der Entmenschlichung der in jüdischen Gemeinden in Judäa und Samaria lebenden Israelis.

Statt dreier unschuldiger Jungen, die wahrscheinlich dieselben Interessen wie Teenager überall in der Welt haben, verwendet der Economist den Begriff „Siedler“ im ersten Satz seines Artikels, um die Geschichte zu gestalten.

Der Begriff ist in den westlichen Medien zu einer abwertenden Bezeichnung geworden und der Economist hat seine Leser als erstes auf das negative Stereotyp gelenkt, das von den Medien von radikal religiösen, Waffen schleppenden Extremisten verbreitet wird, die das größte Hindernis für den Frieden zwischen Israelis und Palästinensern darstellt.

Soweit es den Economist interessiert, wurden drei dieser Hindernisse in der Nacht vom 12. Juni beseitigt.

Australische Juden als Djihadisten

Verfasst 29. Juni 2014 von spotplenni
Kategorien: Medienwelt, Weltmedien und Nahost

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Simon Plosker, HonestReporting.com, 24. Juni 2014 (übersetzt von Cora)

Die Aussicht, dass junge Muslime in den Irak oder nach Syrien reisen, um dort mit den djihadistischen Gruppen wie ISIS zu kämpfen, bevor sie wieder in die Länder zurückzukehren, deren Staatsbürgerschaften sie haben, ist etwas, das vielen westlichen Regierungen immer mehr Sorge bereitet.

Im Brisbane Courier Mail schreibt Paul Syvret aber, dass „der Islam kein Monopol auf kompromisslose Unzufriedene hat und alle Religionen und Gesellschaften tendieren dazu ihre eigenen Markenzeichen extremistischer Unholde auszubrüten“. Damit hat er nicht Unrecht. Aber australische Juden, die in der IDF dienen, in einem Atemzug mit den Anhängern der Al Kaida zu nennen, ist völlig unangebracht.

Oder was sind in diesem Fall die jungen jüdischen Australier, die „Alyiah machen“, eine Rückkehr nach Israel, und dann im Militär dieses (fremden) Landes dienen – Streitmacht, die sehr gut in blutigem regionalem und religiösem Konflikt geschult ist?

Um diese Aussage noch zu unterstreichen, beinhaltet der Artikel, ungeachtet des fehlenden Bezugs zur Thematik, zwei neue Video-Berichte über die derzeitige IDF Operation, welche die drei entführten Jugendlichen wieder nach Hause zu bringen soll. Ein beigefügtes Foto trägt folgenden Beschreibung:

Jüdischen Australiern, die im israelischen Militär dienen und Aufgaben übernehmen könnten wie in der West-Bank zu patrouillieren, wie die Soldaten oben, wird die Kritik erspart, mit der muslimische Eiferer überzogen werden.“

Benji Rutland, ein australischer Einwanderer in Israel und ehemaliger IDF Offizier äußerte im Gespräch mit HonestReporting seinen Abscheu:

„Der Vergleich zwischen dem Dienst in der IDF und der ISIS basiert auf genau der Engstirnigkeit, die der Autor zu verabscheuen behauptet. Man kann über die israelische Politik uneins sein kann (was viele lautstark sind) – aber wie in jeder Demokratie erfüllt die Armee diese Politik, während sie an internationalen Normen festhält. Auf der anderen Seite ist ISIS, eine grausame, blutige Organisation, die darauf aus ist ihren extrem religiösen und ethnischen Ansichten allen aufzuzwingen, die unter ihre Kontrolle geraten. Der Dienst in der IDF ist für alle israelischen Bürger verpflichtend, die sehr wohl die Notwendigkeit verstehen, dass sich Israel verteidigen muss. Man muss doch nur fragen, wie viele Ex-IDF Soldaten in den Westen zurückgekehrt und in Terrorattacken verwickelt sind – keine! Und wir müssen nur auf den tödliche Anschlag auf die belgische Synagoge vor einigen Monaten schauen, um zu wissen, was Ex-ISIS Leute zu erreichen versuchen.“


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