Archive for the ‘Nicht kategorisiert’ category

Auslandsjournalisten gestehen Hamas-Taktik der menschlichen Schutzschilde ein

25. Juli 2014

Simon Plosker, HonestReporting, 23. Juli 2014 (übersetzt von Cora)

Vergraben in der Menge der ausländischen Medien wird zugegeben, dass inmitten der Bilder der palästinensischen Zivilisten die Terroristen der Hamas innerhalb der Bevölkerung operieren. Hier einige Beispiele:

1. Patrick Martin, Korrespondent des Globe and Mail schrieb in diesem Artikel vom 20. Juli:

„Die Anwesenheit von militanten Kämpfern in Shejaia wurde am Sonntagnachmittag offensichtlich, als unter dem Schutz eines humanitären Waffenstillstands, der beiden Seiten die Möglichkeit geben sollte, die Toten und Verwundeten zu bergen, einige bewaffnete Palästinenser vom Platz huschten. Einige trugen ihre Waffen offen über der Schulter, aber mindestens zwei, die sich als Frauen verkleidet hatten, wurden gesehen, wie sie davongingen, ihre Waffen unter ihren Umhängen versteckt. Ein anderer hatte seine Waffe in ein Babytuch eingeschlagen und hielt es wie einen Säugling an der Brust.“

2. Die kanadische Fernsehjournalistin Janis Markey Frayer twitterte am 20. Juli Folgendes:

„In Shejayya wurden auch einige Bewaffnete der #Hamas gesehen. Einer der Vorübergehenden trug einen Frauenschleier … Die Mündung seines Gewehrs lugte unter dem Umhang hervor.“ – Janis Marckey Frayer @janisctv July 20 2014

3. William Booth, Korrespondent der Washington Post, der aus Gaza berichtet, schrieb in einem Artikel vom 15. Juli

„Am Shifa Krankenhaus in Gaza Stadt versammelte sich eine große Menge, um Schuhe und Eier auf den Gesundheitsminister der Palästinensischen Autotnomiebehörde zu werfen, der hier die zerbröckelnde Einheitsregierung aus Ramallah in der Westbank repräsentiert. Der Minister wurde zur Umkehr gezwungen, bevor er das Krankenhaus erreichte, das de facto das Hauptquartier der Hamas Anführer ist, die man in den Gängen und Büros überall sieht.“

4. Ein anderer Bericht der Washington Post vom 17. Juli schilderte:

„Während der Ruhe, sagte eine Gruppe Männer bei einer Moschee im nördlichen Gaza, sie seien zurückgekommen um das grüne Glas der Fenster einzusammeln, die beim Bombardement des vergangenen Tages zerstört worden sind. Aber man konnte sehen, wie sie kleine Raketen in die Moschee brachten.“

5. Wall Street Journal-Korrespondent Nick Casey twitterte folgendes (inzwischen gelöscht):

„Man muss sich während des Beschusses fragen, wie sich die Patienten des Shifa-Krankenhauses fühlen, während die Hamas es als einen Unterschlupf für Treffen mit den Medien nutzt.“

6. Der Korrespondent der japanischen Tageszeitung Minichi berichtete am 21. Juli aus Gaza:

„Die Hamas kritisiert, dass „Israel Zivilsten ermordet“. Auf der anderen Seite versucht sie die Zivilisten und Journalisten, die evakuiert werden sollen, aufzuhalten um sie als menschliche Schilde zu benutzen, was ihrer Guerrillataktik gründlich zuwider läuft.

Die Strategie der menschlichen Schutzschilde zielt auch auf die ausländischen Journalisten… Während der derzeitigen Kämpfe wurde ein Hamas-Kontrollpunkt bombardiert und ein provisorischer Kontrollpunkt wurde andernorts eingerichtet. Zu den etwa 20 Journalisten, die das Gebiet verlassen wollten, sagten Mitarbeiter der Hamas plötzlich „Israel hat den Kontrollpunkt geschlossen“. Als wir die IDF Mannschaft an diesem Kontrollpunkt anriefen, sagte man uns „Wir wurden nicht angegriffen und haben wir üblich geöffnet.“ Während wir diskutierten, was wir tun sollten, schrie der Mitarbeiter der Hamas: „In 5 Minuten will Israel anscheinend hier einen Luftangriff starten. Kehrt sofort nach Gaza zurück!“ Alle Journalisten fuhren sofort mit den Autos nach Gaza zurück. Aber wir erinnerten uns, dass die Hamas während des Konflikts mit Israel im November 2012 auch Kontollpunkte schloss um jede Fluchtbewegung zu unterbinden.

7. Nahost-Reporterin Sophia Jones von der Huffington Post twitterte am 15. Juli:

„Journalisten und schwerkranke Palästinenser, die in Israel behandelt werden möchten, sitzen in Gaza fest, weil die Grenze von der Hamas geschlossen wurde.“

Antisemitismus, ein Problem? Nicht für den Guardian.

26. Mai 2014

Simon Plosker, HonestReporting.com, 19. Mai 2014 (übersetzt von Cora)

Die Anti-Defamation League hat kürzlich eine große Umfrage zur Haltung gegenüber Juden in über 100 Ländern rund um die Welt veröffentlicht. Vielleicht nicht ganz überraschend, befinden sich die 16 antisemitischsten Länder alle im Nahen Osten und Nord-Afrika. Die palästinensischen Gebiete überragten die Umfrage mit einem „Punktestand“ von 93%.

International wird der Rassismus gegen die verschiedensten ethnischen Gruppen für absolut böse gehalten und es steht außer Frage, dass er bekämpft werden muss. Diesen ethnischen Gruppen wird auch das Recht zugesprochen zu entscheiden, was den sie betreffenden Rassismus ausmacht. Nicht aber dem jüdischen Volk. Nur der Rassismus gegen die Juden, gewöhnlich als Antisemitismus bezeichnet, kann, so scheint es, in Frage gestellt und verspottet werden. Das muss keine andere ethnische oder nationale Gruppe erleben.

Und so können wir uns darauf verlassen, dass der Guardian die gesamte ADL-Umfrage auf sein enges Prisma des israelisch-palästinensischen Konflikts reduziert. Die Anti-Israel-Aktivistinnen Donna Nevel und Marilyn Kleinberg Neimark schrieben einen besonders ekligen Text auf der „Comment is Free“-Seite mit der Überschrift „Mit Antisemitismus sollte nicht wie mit einem Propagandawerkzeug herumgewedelt werden“.

Ganz vorne steht der Versuch, den Boten zu erschießen, indem die ADL so beschrieben wird:

eine Organistation mit einer langen Geschichte jene zum Schweigen zu bringen und einzuschüchtern, die nicht ihre unerschütterliche Unterstützung Israels und seiner Politik teilen.

Das ist heute ein typisches Manöver der Anti-Israel-Aktivisten, die behaupten die jüdischen Sorgen wegen des Antisemitismus würden nur dazu dienen, anderen ein schlechtes Gewissen zu machen und alle Diskussionen abzuwürgen. So stellt David Hirsh heraus:

„Das ist eine Formulierung die oft als Reaktion auf die Beschuldigung des Antisemitismus auftaucht und die ich die Livingston-Formulierung nenne.“ (Hirsh 2007/2010) Es ist ein rhetorisches Mittel, das es dem Benutzer ermöglicht, die Beschäftigung mit dem Vorwurf abzulehnen. Es ist ein Spiegel, der die Anschuldigung des Antisemitismus auf jene zurückwirft, die sie aussprechen. Es beinhaltet auch die Gegenbehauptung einer unlauteren jüdischen (oder „zionistischen“) Verschwörung.

Nevel und Kleinberg Neimark sagen:

Anstatt unser Verständnis für diese ernste Sache zu fördern, scheint diese Umfrage offensichtlich dazu gemacht worden zu sein, die Angst davor zu verbreiten, der Hass auf Juden sei ein weltweites Problem, das Juden überall in Gefahr bringe und die größten Täter seien die Muslime und Araber, insbesondere die Palästinenser.

Sie fahren fort:

Das deutlichste Beispiel für eine Suggestivfrage zeigt die Behauptung der ADL, dass der höchste Anteil an Antisemitismus bei den Palästinensern zu finden ist, jenen Palästinensern, die in den besetzten Gebieten leben. Die ADL fragt also eine Gruppe, für die jeglicher Warenverkehr, Geld oder Arbeit von Israel kontrolliert wird, ob „die Juden zu viel Macht in der Geschäftswelt“ haben. Hat wirklich jemand angenommen, die Antwort könnte anders als „Ja“ lauten?

Selbst wenn das ein bedenkenswerter Punkt wäre, wird er durch die Tatsache untergraben, dass die Umfrage der ADL auch zeigt, dass die Palästinenser auf Fragen, wie „Juden haben zu viel Macht an den Finanzmärkten“, „Juden haben die Kontrolle über die Medien weltweit“, und „Juden sind für die meisten Kriege in der Welt verantwortlich“ genauso reagieren. Das könnte geradewegs aus den Seiten der berüchtigten „Protokolle der Weisen von Zion“ (oder der Hamas-Charta) kommen und hat überhaupt nichts mit den lokalen Verhältnissen zu tun, in denen die Palästinenser leben.

Stattdessen sind die Autoren des Texts im Guardian mehr damit beschäftigt, den Antisemitismus zu entschuldigen, der zum größten Teil ein direktes Resultat der eigenen palästinensischen Medien betriebenen Hetze gegen die Juden und dem Erziehungssystem ist, das Judenhass fördert (wie Palestinian Media Watch dokumentiert). Wenn der Wert von 93% Antisemitismus bei den Palästinensern einzig und allein dem Umgang der Israelis mit den Palästinensern zuzuschreiben ist, wie erklären sich dann die antisemitischen Ansichten bei 92% der Iraker? Tatsächlich hat der Irak keinerlei territoriale Streitigkeiten mit Israel und Israelis haben keinen direkten Einfluss auf das Leben der normalen Iraker, außer man glaubt an das Vorurteil der jüdischen Kontrolle über die ganze Welt.

Nevel und Neumark schreiben:

Die Untersuchung etikettiert auch jede Aussage als antisemitisch – auch bei den Palästinensern in den besetzten Gebieten in den besetzten Gebieten – Juden würden zu oft über das reden, was ihnen im Holocaust angetan wurde, ungeachtet der anderer Aussagen, dass zu viele in der Welt überhaupt nichts über den Holocaust wissen. Die Palästinenser hören ständig, wie der Holocaust dazu benutzt wird, die Vertreibung von 750.000 Palästinensern 1948 aus ihren Häusern und die andauernde Besatzung, unter der die Palästinenser unter Missachtung ihrer grundlegenden Menschenrechte zu leben haben, zu rechtfertigen.

Wo genau hören die Palästinenser, dass der Holocaust dazu benutzt wird um „die Vertreibung der Palästinenser 1948 zu rechtfertigen“ oder „die andauernde Okkupation“? Während die Palästinenser möglicherweise glauben, die Entstehung Israels sei eine direkte Folge des Holocausts, können die Israelis ihre Existenz durch historische, nationale und religiöse Bande zu diesem Land ebenso beweisen, wie sie auch durch die verschiedenen internationalen Vereinbarungen und Mandate, bis zurück zur Balfour-Erklärung von 1917, also lange bevor der Holocaust stattfand, gewährt ist.

Doch die Autoren frönten ihrer eigenen antisemitischen Stereotypisierung in folgendem Abschnitt, der allerdings nach Beschwerden von CiF-Watch vom Guardian entfernt wurde:

In seiner Presseerklärung stellt die ADL fest, dass „das am meisten weltweit akzeptierte antisemitische Vorurteil ist: Juden sind gegenüber Israel loyaler als dem Land/den Ländern in denen sie leben.“ Das ist ein merkwürdiger Indikator für Antisemitismus, bedenkt man, dass die israelische Regierung ständig behauptet, sie spräche für die jüdische Gemeinschaft weltweit und die Loyalität gegenüber Israel als Voraussetzung, ein guter Juden zu sein. So ist es wirklich nicht verwunderlich, wenn die ständige Behauptung das Bewusstsein der restlichen Welt eindrang.

Tatsächlich, nur zu versuchen die Anzahl der Vorurteile in der ADL-Umfrage zu rechtfertigen und zu entschuldigen, war dann sogar dem Guardian zu viel, der in einem Zusatz feststellte, dass der Hinweis auf die „Loyalität zu Israel“ mit den „Richtlinien des Herausgebers unvereinbar ist“.

Letztlich ist es so: Während der Nahe Osten und Nordafrika das Epizentrum des weltweiten Antisemitismus sein mögen, kann der Guardian für sich reklamieren, der absolute Meister der Mainstream-Medien zu sein, was das Rechtfertigen oder Wegerklären authentischen Judenhasses als Ergebnis seiner kurzsichtigen Besessenheit mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt angeht.

PLO behauptet Jesus war Palästinenser

24. Dezember 2013

Simon Plosker, HonestReporting.com, 23. Dezember 2013

Hier ist die jahreszeitliche Videobotschaft der PLO zu Weihnachten:

Beachten Sie die Beschreibung zum Video:

Jedes Weihnachten feiert Palästina die Geburt eines der seinen, Jesus Christus.

„Eines der seinen“?!

Jesus wurde freilich als Jude geboren.

Jeffrey Goldberg merkt an (Hervorhebung hinzugefügt):

Die jüngsten Manifestationen des Wunsches Jesus zu entjuden ist nicht aus christliche Kirchen Europas gekommen, sondern von antiisraelischen Aktivisten in der arabischen Welt, die eine Kampagne mit der Behauptung betreiben, dass Jesus genau genommen Palästinenser war (mit anderen Worten: Mitglied eines Volks, das erst vor rund 100 Jahren entstand) und dass die Juden des Gottesmordes und Völkermordes unter anderen Morden schuldig sind.

Und was würde heute geschehen, wenn ein jüdischer Junge wie Jesus sich entschlösse palästinensisch kontrollierte Gebiete zu betreten? Am wahrscheinlichsten müsste er seinen Esel durch einen Steinhagel führen, der auf der Straße auf ihn geworfen würde.

Das Video selbst ist die übliche palästinensische Schilderung der Opferrolle und israelischer Unterdrückung. Doch wenn es darum geht Jesus Christus zu vereinnahmen, für die eigenen Propaganda zu behaupten er sei Palästinenser, dann ist klar, wie weit die Palästinenser zu gehen bereit sind, um die Geschichte und die Religion für ihre Sache zu entstellen.

Die nicht erzählte Wahrheit: 150 Millionen Europäer hassen Israel

3. August 2013

Ursprünglich veröffentlicht auf abseits vom mainstream - heplev:

Simon Plosker, HonestReporting.com, 1. Juli 2013 (Teil 1)

OLYMPUS DIGITAL CAMERAIn seinem nachdenklich stimmenden neuen Buch „Demonizing Israel and the Jews“ (Israel und die Juden dämonisieren; erhältlich bei Amazon) postuliert Dr. Manfred Gerstenfeld, Vorstandsmitglied des Jerusalem Center for Public Affairs, dass heute gut 150 Millionen Europäer glauben, Israel würde die Palästinenser auslöschen. Diese derzeit weit verbreitete, teuflische Sicht auf Israel ist eine neue Mutation des diabolischen Glaubens zu Juden, den viele im Mittelalter vertraten und der vor nicht allzu langer Zeit von den Nazis und ihren Verbündeten gefördert wurde.

Diese Sammlung von 57 Interviews mit Wissenschaftlern, Politikern und anderen, darunter HonestReportings Redaktionsleiter Simon Plosker, schildert, wie weitgehend und intensiv die Verbreitung des Hasses ist.

In einem zweiteiligen Exklusiv-Interview, das mit der Veröffentlichung seines Buches zusammenfiel, fragten wir Manfred Gerstenfeld nach den wichtigen Fragen, die aufgeworfen werden und warum die Mainstream-Medien seine Schlussfolgerungen anscheinend unter den Teppich kehren.

HR: In Ihrem neuen…

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Gefälschtes Tweet-Foto: Botschafter fordert Badawis Entlassung

17. März 2012

HonestReporting Media BackSpin, 17. März 2012

Reaktion von hoher Stelle auf den Bericht von HonestReporting zur Involvierung der UN bei Khulood Badawis gefälschtem Foto-Tweet. Israels UN-Botschafter Ron Prosor (Abb. rechts) forderte Badawis Entlassung.

Die Jerusalem Post schreibt:

Prosor brachte in einem Brief an UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos seine “Empörung” über Badawis Verhalten zum Ausdruck mit dem Verweis darauf, dass, obwohl ihr Tweet absolut falsch war, er an die Spitze aller Mitteilungen rückte, die an diesem Tag zu Gaza gepostet worden waren.

“Wir haben vor uns eine OCHA-Beamtin, die direkt an der Verbreitung von Falschinformationen beschäftigt war”, so Prosor.

“Wenn das Verhalten einer OCHA-Mitarbeiterin so grob von der Verantwortung der Organisation, unparteilich zu bleiben, abweicht, nimmt die Integrität der gesamten Organisation Schaden.

In der israelischen Öffentlichkeit wird die Glaubwürdigkeit von OCHA bereits ernsthaft in Zweifel gezogen. Deshalb ist in diesem Fall sofortiges Handeln erforderlich.”

Prosor sagte, dass das Vorgehen von Badawi nicht nur die von einer UN-Beamtin erwartete Verhaltensweise verletzte, sondern dass sie auch “aktiv an der Dämonisierung Israel, einem Mitgliedsstaat der Vereinten Nationen, mitgewirkt hatte. Solche Aktionen führen zu Aufhetzung, Konflikt und letztlich Gewalt.”

Prosor forderte nicht nur ihre Entlassung, sondern auch eine Stellungnahme der OCHA, in der sie sich von ihren Twitter-Kommentaren distanziert.

Doch wenn die lauwarme Reaktion eines OCHA-Offiziellen bei AP bezeichnend ist für den Standpunkt der Agentur, dann erwarten sie besser kein Eingeständnis von Verantwortlichkeit:

….Badawis Webseite Long live Palestine ist ihre Privatsache. Sie hatte keinen Bezug zur UNO, so Ramesh Rajasingham, Leiter des Büros, in dem Badawi angestellt ist.

“Es ist zu bedauern, dass eine UN-Mitarbeiterin auf ihrem persönlichen Twitter-Feed anscheinend fehlerhaftes Material verschickt hat”, sagte Rajasingham. “Allerdings spiegeln diese Informationen in weder die Ansichten oder Meinungen der Vereinten Nationen wider, noch sind sie von der Organisation sanktioniert worden.”

Während Badawi weiterhin auf Funkstille setzt empfehle ich Marcus Sheff, der die Seriosität ihres Tweet beurteilt:

Es gibt einige sympathische Leute bei OCHA – darunter sogar ein paar Mitarbeiter, für die ich großen Respekt empfinde, und deren Aufgabe darin besteht, die Komplexität der israelischen Gesellschaft für die Entscheider auf der Hügelkette Armon Hanatziv, wo sich das OCHA-Büro befindet, zu analysieren.

Aber es ist undenkbar, dass im Jahr 2012 eine UN-Mitarbeiterin sich befugt fühlen kann, im Dreck antisemitischer Verschwörungstheorien zu wühlen.

Ob man für eine Nachrichtenagentur arbeitet, als Stringer für eine amerikanische Tageszeitung oder im Namen der UN Informationen über Israel und der Palästinensische Autonomiebehörde an die Presse herausgibt: man hat die grundlegende ethische Verpflichtung, die Wahrheit zu sagen und ehrlich sowie fair mit den Fakten umzugehen.

Badawi muss weg. Unterzeichnen Sie HonestReportings Petition an OCHA, dass Badawi entlassen wird.

(Abbildung von Prosor via UN/Paulo Filgueiras, Badawi via YouTube/aicvideo)

Kriegsspiel-Szenario: Israel am Tag danach

10. Januar 2012

HonestReporting Media BackSpin, 10. Januar 2012

Ein israelischer Think Tank mit einem Kriegsspiel-Szenario, das den Tag nach dem erfolgreichen Test einer Atombombe durch den Iran simuliert.

Die Times of London (Paywall; alternativ: The Australian) interpretiert die Ergebnisse, und etliche Nachrichtenservices beziehen sich auf den Times-Beitrag.

Das Planspiel wurde letzte Woche vom Institute for National Security Studies (INSS), einem Think-Tank, in Tel Aviv durchgeführt. Seine Schlussfolgerungen gehen davon aus, dass ein Atombombentest die gesamte Machtbalance im Nahen Osten radikal verändern würde….

“Die Simulation zeigte, dass der Iran nicht auf Nuklearwaffen verzichten will, sondern versuchen wird, sie dazu zu nutzen, um mit den Großmächten eine Übereinkunft zu erzielen, die seine Position verbessert.”

“Verbesserung seine Position” bedeutet verstärkte iranische Hegemoniebestrebungen.

Die Experten….vermuten, dass sich ein Atomtest im Januar 2013 durch eine Reihe provokativer Forderungen aus Teheran ankündigen wird. Dazu gehören die iranische Forderung nach Neube-stimmung seiner Grenze zum Irak, Anspruch auf Herrschaft über Bahrain und Low-Level-Aktionen gegen die Schiffe der 5. US-Flotte in der Golfregion.

Weitere Ergebnisse:

• Die Saudis entscheiden sich für die Entwicklung eines eigenen Nuklearprogramms bei gleich-zeitiger Meidung amerikanischer Sicherheitsgarantien.
• Die Türkei kneift vor dem Konflikt und droht mit ihrem Austritt aus der NATO, falls Israel dort Mitglied werden solle.

Aber am bemerkenswerten war der Joker: eine militärische Antwort Israels:

Die Experten machten deutlich, dass auch dann, wenn Israel unter Druck gesetzt werden würde, jeglichen militärischen Plan gegen den Iran aufzugeben, es diese Option auf dem Tisch behalten würde.

“Die militärische Option Israels könnte wahrscheinlich ein signifikanter Hebel sein – wenn nicht gegen den Iran, dann in Richtung einige der Hauptakteure”, so The Times. “Die Simulation veranschaulichte, dass nach einem iranischen Nukleartest auch diese Option oder die Androhung auf deren Einsatz von Relevanz wäre”….

Das INSS-Szenario legt nahe, dass die Wahrscheinlichkeit, Israel müsse “mit ihm“ leben, Wirklichkeit werden könnte.

(Bildauswahl via Times of London/source INSS)

Medien-Spickzettel, 2. Dezember 2011

3. Dezember 2011

HonestReporting Media BackSpin, 2. Dezember 2011

[...]

• Michael Rubin (Fox News) spricht einen wichtigen Punkt an, den Angriff auf die britische Botschaft betreffend:

Teheran reagierte nur knapp, als der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen einige Unternehmen und Privatpersonen benannte, die in das Proliferation- oder Atomprogramm des Iran verwickelt sind; aber sobald London Nachforschungen zur iranischen Zentralbank anstellte, reagierten die iranischen Funktionäre. Sie registrieren ihre Verwundbarkeit.

Sollten die Sanktionen des Westens die iranische Zentralbank wirksam treffen, könnten weder Russland noch China weiterhin ihre Geschäfte mit dem Iran durchziehen. Einwände des Sicherheitsrates wären irrelevant.

Der Angriff auf das Areal der britischen Botschaft lässt vermuten, dass die iranische Regierung wirtschaftliche Isolation wesentlich mehr fürchtet als diplomatische Isolierung. Vielleicht ist es an der Zeit, beides zu forcieren.

Tim Marshall und Max Boot ziehen ähnliche Schlüsse.

AP schreibt, dass der Iran die Studenten freigelassen hat, die am Sturm auf die britische Botschaft beteiligt waren. Wollen sich die Mullahs mäßigen. Nee!

Nach iranischem Recht zieht Sachbeschädigung eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren nach sich. Eher könnte es jedoch so aussehen, dass die 11 Beteiligten ganz besonderen Schutz aus Kreisen innerhalb der iranischen Führungselite genießen.

Ehud Barak

• Ehud Barak sagt, dass ein Angriff auf den Iran nicht bevorstehe. Das heißt:

1. Ein Angriff auf den Iran steht nicht unmittelbar bevor.
2. Ein Angriff auf Iran ist jetzt möglich, aber wir wollen, dass der Iran davon jetzt nicht ausgeht
3. Ein Angriff auf Iran steht nicht unmittelbar bevor, aber wir wollen, dass der Iran von seiner Wahrscheinlichkeit ausgeht.
4. Weitere “No comment”-Äußerungen würden nur noch mehr Warnsignale auslösen.

Alle weiteren Beiträge ( auch Joschka Fischers Einlassung in Englisch) hier.


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