Archive for the ‘NGOs’ category

Medien begeistert von Amnestys „Schießwütig“-Bericht

27. Februar 2014

Simon Plosker, HonestReporting, 27. Februar 2014

Es gibt eine symbiotische Beziehung zwischen Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und den Medien. NGOs verlassen sich auf die Publicity und die Beleuchtung, die die Medien ihren Aktiviten geben, während die Medien dem nur allzu gerne nachkommen, wobei sie oft die Angaben der NGO-Berichte unbesehen glauben.

Es ist nur zu leicht mit pathetischem Sprachgebrauch um sich zu werfen, der zur Dämonisierung Israels beiträgt: „Kriegsverbrechen“, „übertriebene Gewalt“, „kaltschnäuzige Gleichgültigkeit gegenüber Menschenleben“.

Mit der Veröffentlichung des Berichts von Amnesty International, „Schießwütig: Israels übertriebene Gewaltanwendung in der Westbank“, wird die so genannte Menschenrechtsorganisation natürlich von Schlagzeilen wie diesen begeistert sein:

  • „Amnesty sagt, einige Tötungen der Israelis in der Westbank könnten Kriegsverbrechen sein“Reuters
  • „USA und EU gedrängt Waffenverkäufe an Israel zu stoppen“Sky News
  • „Amnesty International beschuldigt Israel böswillig Palästinenser in der Westbank zu töten“ABC News (Australien)

Angaben von Reuters:

Israelische Truppen setzen in der Westbank übertriebene, rücksichtslose Gewalt ein, töteten im Verlauf der vergangenen drei Jahre dutzende Palästinenser in dem, was ein Kriegsverbrechen sein könnte, sagte Amnesty International am Donnerstag.

In einem Bericht mit dem Titel „Schießwütig“ beschuldigte die Menschenrechtsgruppe Israel seinen Soldaten zu erlauben praktisch straffrei zu handeln und drängte auf eine unabhängige Überprüfung der Tode.

Sky News berichtet:

Die Regierungen der USA und der EU müssen alle Lieferungen von „Waffen und Mitteln“ zur Kontrolle von Menschenmengen an Israel einstellen, bis das Land seine Gewaltanwendung gegen Palästinenser in der Westbank einstellt, hat der Bericht gefordert.

Im den Bericht „Schießwütig: Israels übertriebene Gewaltanwendung in der Westbank“ kritisiert Amnesty International, was es Israels „kaltschnäuzige Gleichgültigkeit gegenüber Menschenleben“ im Umgang mit palästinensischen Protesten gegen die Besatzung nennt.

Sie deutet auf eine Zunahme der Zahl der von israelischen Streitkräften getöteten Palästinenser – im letzten Jahr wurden 27 Menschen getötet, im Vergleich dazu waren es nach Angaben der Vereinten Nationen 2012 acht und 2011 zehn.

Die IDF hat darauf geantwortet; sie erklärte, dass der Bericht von Amnesty die substanzielle Zunahme der im vergangenen Jahr initiierten palästinensischen Gewalt komplett ignoriert und völliges Fehlen von Verständnis der operationellen Herausforderungen zeigt, denen sich die IDF gegenüber sieht:

2013 erlebte einen steilen Anstieg der Vorfälle mit Steinwürfen, die das Leben von Zivilisten und Militärpersonal erheblich gefährden. 132 Israelis wurden allein in diesem Jahr verletzt, fast doppelt so viele wie 2012. Das überrascht nicht, wenn man bedenkt, dass es mehr als 5.000 Vorfälle mit Steinwürfe gab, von denen die Hälfte entlang von Hauptverkehrsstraßen stattfanden.

Leider stellen Steinwürfe und gewalttätige Demonstrationen bilden nur einen Teil der operationellen Herausforderungen, die die palästinensische Gewalt in Judäa und Samaria für die IDF stellt. Es gab 2013 weitere 66 Terroranschläge, darunter Schüsse, das Legen von Sprengsätzen, Angriffe mit stumpfen Waffen und die Entführung und Ermordung eines Soldaten.

Die IDF operiert in Judäa und Samaria, um die von Palästinensern initiierte Gewalt einzugrenzen. Wo möglich hält die IDF diese lebensbedrohende Gewalt in Schach, indem sie Mittel zur Zerstreuung von Randalierern einsetzt, darunter laute Sirenen, Wasserkanonen, Lärmgranaten und Tränengas. Nur wenn die IDF-Kräfte diese Mittel ausgeschöpft haben und Menschenleben und Sicherheit gefährdet bleiben, wird der Einsatz von Präzisionsmunition genehmigt.

Die IDF legt an sich die höchsten professionellen Standards an und trainiert und rüstet sich entsprechend aus. Wenn es einen Verdacht von Fehlverhalten oder Verstöße gegen die Disziplin gibt, überprüft die IDF das, ermittelt und agiert, wo es angebracht ist.

Derweil hat Oberst Richard Kemp, ehemaliger Kommandeur der britischen Streitkräfte in Afghanistan, im Jewish Chronicle ein vernichtendes Urteil des Amnesty-Berichts abgegeben:

Amnestys jüngster Bericht ist alles andere als unparteiisch. Ein Text nackter antiisraelischer Propaganda, der stark daran erinnert, wie weit sie von ihrem Weg abgekommen sind. Das zynische Timing des Berichts – er wurde während der Israel Apartheid Week veröffentlicht – kann nur in der Absicht erfolgt sein die Dämonisierung des jüdischen Staates in Schulen und an Universitäten zu schüren.

Es gibt keinen Versuch das Handeln der israelischen Sicherheitskräfte in einen Zusammenhang zu stellen. Keine Erwähnung der vorsätzlichen Orchestrierung gewalttätiger Demonstrationen durch palästinensische Extremisten, um israelische Soldaten zu einer Reaktion zu provozieren, die in Toten und Verletzten unter den eigenen Leuten zu Propagandazwecken resultieren – oder sogar die Sicherheitskräfte in tödliche Terroranschläge zu locken. Das ist kriminelles Handeln.

Salil Shetty, Amnestys Generalsekretär, sagte erst vor ein paar Tagen in einem Interview: „Amnesty International ist keine Organisation mit Sachkenntnis zu militärischen Situationen.“ Dieser Bericht zeigt schlicht, wie wahr das ist. Beispielsweise werden Benzinbomben vorschnell als „wenig bis keine Gefahr“ für das Leben von israelischen Soldaten abgetan. Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie grauenhaft eine Benzinbombe einen Soldaten verletzen kann.

Amnestys Empfehlung, die USA und Europa solle die Weitergabe von Mitteln zur Kontrolle von Menschenmengen und Ausbildung verbieten, verrät nicht nur die politisierte Unterstützung für antiisraelische Boykotte, sondern ist naiverweise kontraproduktiv. Solche Systeme könnten nicht nur helfen die Gewalt zu reduzieren.

Statt seine Ressourcen zu nutzen, um ernsthafte Beiträge zur Erleichterung des Leidens des palästinensischen Volks zu leisten, hat Amnesty einen verzerrten Bericht angefertigt, der als Mittel zur Aufwiegelung zu noch mehr Hass ausgenutzt werden wird.

NGO Monitor hat Amnesty ebenfalls kritisiert:

In seinem Bericht stellt Amnesty ohne jegliche unterstützenden Beweise zahlreiche, unspezifische Behauptungen auf, so dass „von israelischen Soldaten getötete Palästinenser keine direkte und unmittelbare Bedrohung von Leben“ und den Gebrauch von „willkürlicher“ Gewalt „darzustellen schienen“. Im Gegensatz dazu räumen andere Beobachtergruppen wie B’Tselem ein, dass die Mehrzahl der palästinensischen Opfer während Kämpfen oder gewalttätigen Zusammenstößen und Konfrontationen mit israelischem Sicherheitspersonal entstanden. Dass Amnesty diesen wesentlichen Kontext auslässt und den Begriff „Zivilist“ missbraucht, stellt die fehlende Glaubwürdigkeit nur weiter heraus. Gleichermaßen spielte Amnesty 2009 eine zentrale Rolle beim diskreditierten Goldstone-Bericht zum Gaza-Konflikt, ebenso bei einer Reihe weiterer Anschuldigungen gegen Israel…

Im aktuellen Bericht werden keine Definitionen oder Vergleichsdaten zur Unterstützung von Amnestys politisierten Vorwürfen geliefert, dass israelische Streitkräfte „schießwütig“ und „rücksichtslos“ sind. Fakt ist, dass ein Überblick über das Verhalten der Polizei überall in der Welt offenbart, dass das Verhalten israelischer Polizisten und Militärs weit zurückhaltender ist, wenn man den Zustand ständigen bewaffneten Konflikts und die schiere Anzahl tödlicher Situationen bedenkt, die den Einsatz tödlicher Gewalt rechtfertigen, einschließlich gewalttätiger Krawalle und Terroranschläge.

Wenn es überhaupt einen Zweifel an Amnestys antiisraelischer Agenda gibt, dann sollte die Gastgeberrolle für eine Buchpräsentation im März 2014 in ihren Londoner Hauptsitz für den Israel hassenden Extremisten Ben White und sein Buch „Israeli Apartheid: A Beginner’s Guide“ (Israelische Apartheid – ein Führer für Anfänger) diese Zweifel bezüglich der wirklichen Motivation der Organisation komplett auflösen.

Derweil sagt die gerade durch die britische Polizei erfolgte Verhaftung von Moazzem Begg, einem ehemaligen Guantanamo-Insassen, dessen Fall von Amnesty vertreten wurde, viel darüber sagen, wessen Menschenrechte bei der Organisation Priorität haben. Begg wurde in Verbindung mit Vorwürfen zu mit Syrien in Zusammenhang stehenden Terrorismus-Straftaten verhaftet; ihm wird vorgeworfen an einem Terror-Trainingslager teilgenommen und Terrorismus im Ausland unterstützt zu haben.

Warum also profitiert Amnesty International weiter vom „Heiligenschein-Effekt“ – durch den es wegen der Konzentration auf Menschenrechte vor Kontrolle geschützt und als über Tadel durch die Medien erhaben angesehen wird?

In Reaktion auf den Bericht und die Medienorgane, die ihm Sauerstoff gegeben haben, sagte HonestReportings Generaldirektor Joe Hyams:

Amnesty International hat immer wieder eine politisierte antiisraelische Agenda demonstriert, das seinen Anspruch hintergeht für Menschenrechte einzutreten. Es ist höchste Zeit, dass die Medien anfangen Organisationen wie Amnesty Fragen zu stellen.

Hört auf den einseitigen und unausgewogenen Berichten billige Öffentlichkeit zu verschaffen, die die IDF und die mit dem Schutz ihrer selbst sowie israelischer Zivilisten beauftragten Soldaten angreifen und fangt an die sehr reale und potenziell tödliche Bedrohung durch palästinensische Gewalt anzuerkennen.

Ariel Sharon: Die Medien-Mythen entlarven

14. Januar 2014

Simon Plosker, HonestReporting.com, 12. Januar 2014

Mit dem Tod des ehemaligen israelischen Premierministers Ariel Sharon haben die Medien eine riesige Zahl an Nachrufen produziert. Sharon ist eine kontroverse Persönlichkeit gewesen und ruft eine große Bandbreite an Emotionen sowohl von Anhängern wie auch Gegner hervor. Das ist jedoch keine Rechtfertigung für falsche Profile oder gewollte Dämonisierung eines der Gründungsväter des modernen israelischen Staates.

Über die Jahre und besonders seit er 2001 zum Premierminister gewählt wurde, haben die internationalen Medien Ariel Sharon mit mehr Giftigkeit und Missbrauch bedient, als jeden anderen demokratisch gewählten Führungspolitiker der zivilisierten Welt. Sharon ist von vielen Medienorganen in wenig schmeichelhaften Begriffen beschrieben worden, die ihn als „Kriegsverbrecher“ und einen „Schlächter“ etikettiert haben – ein Trend, den wir einmal mehr in der heutigen Berichterstattung der Medien erleben.

Medienanalyst Tom Gross trägt vor:

In der Vergangenheit ist ein Großteil der Berichterstattung zu Ariel Sharon in den europäischen und arabischen Medien von unverhohlenem Antisemitismus begleitet gewesen. In Spanien veröffentlichte z.B. am 4. Juni 2001 (drei Tage, nachdem ein palästinensischer Selbstmordbomber 21 junge Israels an einer Disco in Tel Aviv tötete, mitten während einem einseitigen israelischen Waffenstillstand) das linke Magazin Cambio 16 Karikaturen Sharons (mit einer Hakennase, die er nicht hat), der eine Kippa trägt (die er normalerweise nicht trug), der einen mit einem Hakenkreuz in einem Davidstern auf der Brust angab und proklamierte: „Wenigstens hat Hitler mich gelehrt wie ich in ein Land einfallen und jedes lebende Insekt vernichten kann.“

Eine Woche später veröffentlichte El País, Spaniens Äquivalent zur New York Times, eine Karikatur einer allegorischen Figur, die einen kleinen, rechteckig geformten schwarzen Schnurrbart trug und durch die Luft auf Sharons Oberlippe zuflog. Die Bildbeschreibung lautete: „Clio, die Muse der Geschichte, setzt Ariel Sharon Hitlers Schnurrbart auf.“

Karikaturen in der griechischen Presse zeigten Sharon 2004 als Nazi-Offizier. Eine der führenden Zeitungen Italiens, der Corriere della Sera, brachte am 31. März 2002 eine Karikatur, die Sharon zeigte, wie er Jesus tötet. (Die Karikatur, die zeitlich so kam, dass sie mit Ostern zusammenfiel, wurde veröffentlicht, als Israelis wegen des Passah-Massakers drei Tage zuvor in Netanya im Sterben lagen.)

Hunderte ähnliche antisemitische Motive wurden Sharon in den letzten Jahren angedichtet. Das Magazin Economist in London verglich ihn zu Charles Dickens berüchtigtem antisemitischen Stereotyp Fagin.

In den Nachrufen von heute gibt es drei gemeinsame Beispiele für Einseitigkeit, wo fehlender Kontext oder falsche Information eingesetzt werden, um Sharon als „Schlächter“ oder „Kriegsverbrecher“ zu präsentieren.

Sabra und Shatila

Die üblicherweise gegen Sharon erhobene Anklage ist, dass er für das Massaker an Tausenden Palästinensern in den Flüchtlingslagern Sabra und Shatila während des Libanonkriegs 1982 verantwortlich ist.

Schlagzeile: Daily Mail

In Wirklichkeit wurden die Tötungen, wie in Mitchell Bards „Myths & Facts“ genau beschrieben, von der libanesischen Phalange-Miliz verübt (deren Mitglieder immer noch nicht zur Verantwortung gezogen wurden). Israels Kahan-Kommission stellte fest, dass Israel und Ariel Sharon indirekt dafür verantwortlich waren, die Möglichkeit der Phalangisten-Gewalt nicht vorausgesehen zu haben. Sharon trat daher von seinem Posten als Verteidigungsminister zurück.

Myths and Facts erklärt:

Die libanesisch-christliche Phalange-Miliz war für die Massaker verantwortlich, die in den beiden Flüchtlingslagern bei Beirut am 16. und 17. September 1982 verübt wurden. Israelische Truppen erlaubten den Phalangisten Sabra und Shatila zu betreten, um Terrorzellen aufzuspüren, von denen man glaubte, dass sie dort vorhanden sind. Es ist geschätzt worden, dass vielleicht bis zu 200 bewaffnete Männer in den Lagern gewesen sind, die aus den zahllosen Bunkern heraus vorgingen, die von der PLO im Verlauf der Jahre gebaut und mit großzügigen Reserven an Munition ausgestattet wurden.

Als israelische Soldaten die Phalangisten hinausbefahlen, fanden sie hunderte Tote (die Schätzungen reichen von 460 nach Angaben der libanesischen Polizei bis 700-800 von israelischen Informationen kalkulierten). Zu den Toten gehörten nach Angaben der libanesischen Zählung 35 Frauen und Kinder. Der Rest waren Männer: Palästinenser, Libanesen, Pakistanis, Iraner, Syrer und Algerier. Die Tötungen wurden begangen, um die Morde am libanesischen Präsidenten Bashir Gemayel und 25 seiner Anhänger zu rächen, die bei einem Bombenanschlag früher in der Woche getötet wurden.

Israel hatte der Phalange gestattet in die Lager zu gehen; das war Teil eines Planes die Macht an die Libanesen zu übergeben. Israel akzeptierte die Verantwortung für diese Entscheidung. Die von der israelischen Regierung auf Reaktion auf öffentliche Empörung und Trauer gebildete Kahan-Untersuchungskommission stellte fest, dass Israel indirekt verantwortlich war die Möglichkeit der Phalangisten-Gewalt nicht vorhergesehen zu haben. Infolgedessen trat Verteidigungsminister Ariel Sharon zurück und Genral Raful Eitan, Stabschef der Armee, wurde entlassen.

1985 entschied eine amerikanische Jury, dass Sharon vom Time Magazine diffamiert worden war, das zu dem Schluss gekommen war, Sharon habe die Tötung der Zivilisten entweder „bewusst beabsichtigt“ oder „aktiv ermutigt“.

Der Ausbruch der Zweiten Intifada

Eine der am weitesten verbreiteten Mythen, die in den internationalen Medien auftauchen, ist der Vorwurf, Ariel Sharons Besuch auf dem Tempelberg im September 2000 sei verantwortlich für den Ausbruch der palästinensischen Gewalt gegen Israel.

AFP:

Sharon machte einen provokativen Besuch auf dem Spannungsgebiet des Geländes der Al-Aqsa-Moschee in Jerusalems Altstadt, der den Ausbruch der zweiten palästinensischen Intifada entzündete.

Newsweek:

Die Palästinenser behaupten, dass der jetzt folgenschwere Besuch Sharons an dem Ort im September 2000 – wo nach muslimischen Traditionen der Prophet Mohammed in den Himmel auffuhr und wo König Salomo ursprünglich den Tempel baute, der zum heiligsten Ort des Judentums geworden war – die Intifada auslöste.

Aber behaupten die Palästinenser wirklich, dass Sharons Besuch die Intifada begann?

Der palästinensische Kommunikationsminister Imad Al-Faluji in Al-Safir am 3. März 2001 (übersetzt von MEMRI):

Wer immer glaubt, die Intifada brach wegen des Besuchs des verachteten Sharon an der Al-Aqsa aus, liegt falsch… Diese Intifada wurde im Vorhinein geplant, seit dem Moment, als Präsident Arafat von den Camp David-Verhandlungen zurückkehrte, wo er Präsident Clinton die kalte Schulter zeigte.

Yassir Arafats Frau Suha sagte Folgendes (von Palestinian Media Watch):

Auf der persönlichen Ebene vermisse ich ihn sehr, sehr stark. Unsere Tochter Zahwa vermisst ihn auch, wie Sie sich vorstellen können. Sie weiß, dass Arafat uns vor der [israelischen] Invasion Ramallahs wegschickte. Er sagte: „Du musst Palästina verlassen, denn ich will eine Intifada durchführen und ich bin nicht bereit mich hinter meiner Frau und meinem kleinen Mädchen zu verschanzen.“ Jeder sagte: „Suha ließ ihn im Stich“, aber ich ließ ihn nicht im Stich. Er befahl mir ihn zu verlassen, denn er hatte bereits nach den Oslo-Vereinbarungen und nach dem Scheitern von Camp David [im Juli 2000] entschieden eine Intifada durchzuführen.

Imad Faluji, PA-Kommnikationsminister:

Wer immer glaubt, die Intifada brach wegen des Besuchs des verachteten Sharon an der Al-Aqsa aus, liegt falsch. Das war nur der Tropfen, der das Fass der Geduld des palästinensischen Volks überlaufen ließ. Diese Intifada wurde bereits geplant, seit Präsident [Arafat] von den jüngsten Gesprächen in Camp David [Juli 2000] zurückkehrte. [private Filmaufnahmen einer Rede von Faluji, 5. Dezember 2000]

Der amerikanische Diplomat Dennis Ross erinnert sich in seinem Buch The Missing Peace, dass die Israelis Washington mit Beweisen anriefen, dass die Palästinenser „massive, gewalttätige Demonstrationen in der gesamten Westbank planten, vorgeblich als Reaktion auf den Besuch Sharons.“ Washington setzte Arafat unter Druck die Gewalt zu dämpfen, aber der Palästinenserführer – wieder über Ross – „rührte nicht einen Finger die Demonstrationen zu stoppen, die die zweite Intifada produzierten“.

Zusätzlich schloss der vom Untersuchungsausschuss übermittelte Mitchell-Bericht, der die Ursachen des Ausbruchs der Gewalt untersuchen sollte:

Der Besuch Sharons verursachte die Al-Aqsa-Intifada nicht.

Mehr Zitate hochrangiger Palästinenser und Medien, die die Verantwortung für die Zweite Intifada eingestehen, findet man bei Palestinian Media Watch.

Wenigstens das Time Magazine hat es begriffen:

Während einige Israelis und Palästinenser Sharon beschuldigten die Gewalt provoziert zu haben, wurde rasch klar, dass Arafat, der die Unruhen anfachte, Streit suchte und jede Rechtfertigung genommen hätte.

Der Angriff auf Qibya 1953

Großbritanniens Channel 4 News berichten:

1953 half er die Einheit 101 zu bilden, eine Einheit, die Vergeltungsschläge für die Ermordung einer israelischen Frau und ihrer beiden Kinder ausführte. Seine Truppen sprengten mehr als 40 Häuser in Qibya, einem Dorf in der Westbank, die damals von Jordanien regiert wurde; 69 Araber wurden dabei abgeschlachtet. Sharon sagte später, er glaubte die  Häuser seien leer.

Sharon wird oft die Verantwortung für den Tode von 69 jordanischen Zivilisten bei einem Kommandoüberfall auf das Dorf Qibya zur Last gelegt. Der Angriff auf Qibya von 1953 war Teil der israelischen Regierungspolitik, wie auf tödliche Terrorangriffe von „Fedajjin“-Terroristen reagiert wurde, die von den benachbarten Jordanien und Ägypten unterstützt wurden. Hunderte israelische Zivilisten waren getötet worden und die Regierung antwortete damit, dass sie Sharons Einheit 101 losschickte, um die Fedajjin, die sie unterstützenden Armeebasen und die sie beherbergenden Dörfer zu treffen. Als die Truppe sich dem Dorf näherte, sahen sie hunderte Einwohner von Qibya fliehen. Die Truppe glaubte, dass alle Einwohner geflohen waren.

Nach Angaben der offiziellen IDF-Enzyklopädie fanden die Soldaten eine junge Frau in einem Haus und einen alten Mann in einem anderen. Diese wurden rasch verscheucht. Kurz darauf sprengten IDF-Pioniere Dutzende Häuser. Niemand wusste, dass 69 Zivilisten sich in diesen Häusern versteckten. Ihr Tod war nicht beabsichtigt, aber das Ergebnis fehlerhafter Informationen und die Militäroperation wurde weithin verurteilt, sowohl in Israel als auch außerhalb.

Reuters erklärt:

Als junger Offizier im Krieg zur Gründung Israels 1948 verwundet, leitete er [Sharon] später Kommandoeinheiten und gestaltete eine Vergeltungspolitik – die auch den Verlust des Lebens von Unschuldigen in Kauf nahm – für grenzüberschreitende palästinensische Guerilla-Angriffe.

Eine „Vergeltungspolitik – die auch den Verlust des Lebens von Unschuldigen in Kauf nahm“ impliziert falsch, dass die israelische Politik tatsächlich darin bestand sich gegen unschuldige Zivilisten zu richten. Das ist nie die Politik der IDF gewesen, die sich sehr bemüht zivile Opfer zu vermeiden.

Weitere Einseitigkeiten

Dass palästinensische und andere arabische Kommentatoren den Medien negative Kommentare geben, überrascht nicht angesichts Sharons Ruf und Image in der arabischen Welt und es ist legitim diese Ansichten zu berichten. Doch was ist mit so genannten Experten, die eine persönliche Agenda puschen, statt objektive Analyse zu bieten?

NPR zitiert Mark LeVine, Professor für Zeitgeschichtliche Nahost-Geschichte an der University of California, Irvine.

Sharons Taten sowohl als Soldat als auch als Politiker spiegeln die innersten Ängste und Wünsche vieler Israelis über den Staat, den sie dort gründen wollten, wo es im wesentlichen eine feindliche Umwelt gab, sagte LeVine.

„Sie wussten, damit Israel Erfolg hat und damit der Zionismus Erfolg hat war es notwendigerweise in einen Konflikt mit der einheimischen Bevölkerung des Landes verwickelt, das niemals geordnet oder angenehm sein würde“, sagte LeVine.

Dass LeVine Israel als Kolonialisten von außen darstellt, der einen Konflikt mit einer „einheimischen Bevölkerung“ führt, überrascht kaum, wenn man bedenkt, dass er ein prominenter Unterstützer der Boykott-, De-Investitions- und Sanktionsbewegung (BDS) ist.

Die Associated Press und die Times of London zitieren Sarah Leah Whitson von Human Rights Watch:

Es ist eine Schande, dass Sharon in sein Grab gegangen ist, ohne sich für seine Rolle in Sabra und Shatila und andere Misshandlungen der Gerechtigkeit gestellt zu haben.

Human Rights Watch ist immer wieder als eine Organisation entlarvt worden, die klar antiisraelische Obsession zur Schau stellt und Sarah Leah Whitson hat eine lange Geschichte antiisraelischen Aktivismus, einschließlich Unterstützung der BDS. So stellte NGO Monitor im Mai 2009 fest: Whitson leitete eine Reise, die in Saudi-Arabien Unterstützung suchte, wo sie HRWs „finanzielle Knappheit wegen der globalen Finanzkrise und der Arbeit zu Israel und Gaza“ betonte, „die HRWs Budget für die Region erschöpfte“. Sie hob HRWs Haltung hervor, dass man „pro-israelischen Interessenverbänden“ Paroli bietet, die – wie sie erklärte – „dem Bericht starken Widerstand leisteten und versuchten ihn zu diskreditieren“.

Dass HRW und Sarah Leah Whitson als glaubwürdige Quellen zitiert werden, bezeugt die ungesunde symbiotische Beziehung zwischen Medien und NGOs und den „Heiligenschein-Effekt“, der so genannte Menschenrechtsorganisationen aufkommen lassen, die als über alle Kritik erhaben angesehen werden.

Wie man Israel verleumden kann: eine Fallstudie

12. September 2013

Simon Plosker, HonestReporting.com, 11. September 2013

Es ist leicht eine antiisraelische Verleumdung zu schaffen, die dann erst widerlegt wird, wenn der Schaden angerichtet ist. Das wurde in den letzten Tagen anschaulich demonstriert.

Ben Phillips, Campagins and Policy Director der Antiarmuts-Organisation Oxfam tweete Folgendes:

Die Blockade des Gazastreifens verhinderte Oxfams öffentlichem Gesundheitsprogramm einen Chlormesser hinzubringen, der helfen sollte die Chlorlevel zur Reinigung von Wasser richtig zu halten.

Es gibt eine symbiotische Beziehung zwischen Nichtregierungsorganisationen (NGOs), den Medien und Antiisrael-Aktivisten. Phillips Tweet weckte das Interesse des Ali Abunimah, der die verbreitete antiisraelische Propaganda-Website Electronic Intifada führt. Dort betrieb man einen Dialog, in dem Phillips erklärte, warum er Israel dafür verantwortlich macht, dass die Wasser-Ausrüstung den Gazastreifen nicht erreichte:

- Sie sollte von einem deutschen Hersteller versandt werden. Dieser nutzt nur diese Route, ja.
- Wir stellten einen Einfuhrantrag. Nach 8 Monaten ohne Vereinbarung mussten wir stattdessen weniger effektive Prozesse nutzen.

Von hier ist es nur ein kleiner Schritt, dass Electronic Intifada einen Story veröffentlicht, mit dem Israel beschuldigt wird zu verhindern, dass Ausrüstung zur Wasserbehandlung im Gazastreifen ankommt und der Phillips‘ Tweets beinhaltet:

Israel hat die internationale Entwicklungshilfeorganisation Oxfam daran gehindert lebenswichtige Ausrüstung in den Gazastreifen zu bringen, die helfen würde Wasser sicher zu machen.

„Die Blockade des Gazastreifens verhinderte, dass Oxfams Programm für öffentliche Gesundheit ein Chlormessgerät hinbringt, das helfen würde die richtigen Chlorwerte zur Reinigung von Wasser einzustellen“, tweetete Ben Phillips, der Campaigns and Policy Director der Organisation heut aus Gaza.

Mehr als 90 Prozent des im Gazastreifen zur Verfügung stehenden Wassers ist für menschlichen Verbrauch nicht geeignet, weil Israel Jahre lang die Abwasser- und Wasser-Infrastruktur bewusst zerstört, weil es die Einfuhr von Ausrüstung verhindert und wegen Verschmutzung und überzogenen Förderung des Grundwassers.

Als Folge davon sind durch das Wasser verursachte Krankheiten weit verbreitet.

Phillips sagte, Oxfam „stellte [in Israel] einen Antrag zur Einfuhr“ dieser Ausrüstung, aber „nach 8 Monaten ohne Vereinbarung mussten wir stattdessen weniger effektive Prozesse nutzen“.

Diese funktionierten offenbar nicht. Die Ausrüstung sollte von einem deutschen Hersteller über Israel geliefert werden, fügte Phillips hinzu.

NGOs und so genannte humanitäre Organisationen profitieren vom „Heiligenschein-Effekt“, durch den sie als jenseits aller Vorwürfe stehend betrachtet werden. Einfach ausgedrückt wird alles, was eine Organisation wie Oxfam gebracht wird, als vertrauenswürdige Information angesehen.

Es dauerte nicht lange und die antiisraelischen Blogs und Internetseiten sich auf die Story stürzten. Ein Screenshot der ersten Seite einer Google-Suche illustriert, wie weit und schnell eine antiisraelische Kampagne sich tatsächlich verbreiten kann:

Zu spät also, um die Story zu löschen, sobald bestätigt war, dass sie völlig unwahr war. Einen Tag später gab Electronic Intifada die folgende Richtigstellung aus:

Eine Story, die Electronic Intifada gestern veröffentlichte, zitierte einen hochrangigen Vertreter von Oxfam damit, Israel habe verhindert, dass Ausrüstung zur Desinfektion von Wasser in den Gazastreifen geliefert wurde.

Electronic Intifada erhielt heute die folgende E-Mail von Alun McDonald, Media and Communications Officer bei Oxfam, die den Fehler erklärte (Hervorhebung hinzugefügt):

Danke, dass Sie die extrem wichtige Frage der Wasserknappheit im Gazastreifen weiter aufbringen. Der Tweet eines Oxfam-Mitglieds allerdings, der zu dem Posting gehörte, war nicht zutreffend.

Ben besuchte den Gazastreifen und es gab eine Fehlübersetzung oder ein Missverständnis in einem seiner Treffen mit Gemeinden vor Ort. In diesem bestimmten Fall lag die Verspätung bei der Lieferung des Chlormessers an Verzögerungen beim Hersteller und Zulieferern, nicht an einer Verzögerung bei der Lieferung über Israel oder an der Blockade.

Der Fehler und das Durcheinander tun mir aufrichtig leid. Ich wäre dankbar, wenn wir eine Richtigstellung der Story bringen könnten.

Die Knappheit an sicherem Wassser ist eine extrem reale und ernste Sache und Oxfam führt weiter seine Kampagne für ein Ende der Blockade, von der wir glauben, dass sie das internationale Recht verletzt und das Leben der Menschen im Gazastreifen verheert hat und die Bewegung von Waren und Menschen gravierend einschränkt. In diesem Fall liegt die Verzögerung beim Empfang der Ausrüstung allerdings nicht an der Blockade.

Eine solche Richtigstellung gibt es selten. Wir können nur spekulieren, was geschehen wäre, hätte Oxfam den eigenen Fehler nicht eingestanden.

Wie lang hätte es gedauert, bevor Journalisten der Mainstream-Medien sich entschieden hätten sich eine Story darüber genauer anzusehen, dass Israelis den Palästinensern wichtige Ausrüstung zur Lieferung von sauberem Wasser verweigern? Hätten die Journalisten sich die Mühe gegeben etwas elementares Faktenchecken zu unternehmen, das darüber hinaus geht sich auf Zitate von – in ihren Augen – einer verlässlichen Quelle von Oxfam zu verlassen?

Doch Millionen waren der Story über antiisraelische Internetseiten und sozialen Medien ausgesetzt, unabhängig davon, ob die Story von Mainstream-Medien veröffentlicht wurde oder nicht. Tweets wie diese gingen zu Tausende an Follower, von denen einige die Story re-tweeteten:


Israel blockiert Lieferung entscheidender Wasser-Desinfektionsausrüstung nach Gaza.


Israel blockiert Lieferung entscheidender Wasser-Desinfektionsausrüstung nach Gaza.

Dieser Vorfall macht auch auf die Beziehung zwischen Oxfam und einer antiisraelischen Hass-Seite aufmerksam. Dank des Internets wird eine Israel verleumdende Story für immer von antiisraelischen Aktivisten recycelt, die entweder keine Richtigstellung gesehen haben oder sie ignorieren.

Das ist seiner der Gründe, dass HonestReportings Material so wichtig ist. Es ist entscheidend, dass ein Gegengewicht geschaffen wird, das ebenfalls online die Wahrheit zugänglich macht und mit dem die regelmäßig gegen Israel gerichteten Anschuldigungen widerlegt werden. Wir hoffen, dass dieser Eintrag von HonestReporting schlussendlich auch in einer Google-Sucher auftaucht, wenn das nächste Mal jemand nach der gefälschten Story sucht, Israel habe den Palästinensern des Gazastreifens Zugang zu sauberem Wasser verweigert.

Wunschträume*

18. Juni 2012

HonestReporting Media BackSpin, 18. Juni 2012

Die BBC und einige Nichtregierungsorganisationen (NGO) vergießen Krokodilstränen für die Kinder in Gaza: Das Trinkwasser ist kontaminiert und man weiß natürlich, wessen Schuld das ist. Rechts im Bild: Von der Hamas versandte Wunschträume

Die Hilfsorganisationen ’Save the Children’ und ’Medical Aid for Palestinians’ geben an, dass sich in den letzten 5 Jahren die Zahl der Kinder, die wegen Durchfall behandelt werden mussten, verdoppelt habe.

Sie sagen, dass Israels 5 Jahre andauernde Blockade die Einfuhr von äußerst wichtigen sanitären Anlagen behindere.

Die Blockade muss „vollständig“ aufgehoben werden, verlangen sie.

Mein Herz ist bei den kranken Kindern. Sie haben nicht verdient, dass sie unter solchen Umständen leben müssen.

Andererseits sind die Hamas und ihre Schmeichler bei den großen Medien von dem Wunschtraum erfüllt, dass Israel einfach so die Gaza-Blockade aufhebt, ohne Sicherheitsfragen zu berücksichtigen. Das ist ein Grund dafür, warum NGO-Berichte wie dieser das Interesse der Presse wecken.

Aber kein Gespräch über das Abwassersystem in Gaza ist vollständig ohne ein paar Informationen, die nicht der Lesart von Beeb**/ NGOs entsprechen:

Die Palästinenser zerstörten ihr eigenes Kanalisationssystem, um aus den Rohren Raketen zu fertigen. Und Lieferungen von in Israel hergestellten Rohren wurden an Kassam-Fabriken umgeleitet, was dazu führte, dass Israel seine Lieferungen einstellte.

Selbstverständlich können die Gazaner bei ihrem südlichen Nachbar Ägypten um Hilfe und Beratung nachfragen, oder etwa nicht?

Eher nicht.

(Bild via Flickr/nickberkowitz)

————–
*Bezieht sich eigentlich auf die Rohre, die von den Palästinensern zum Bau von Kassam-Raketen zweckentfremdet werden. Deshalb im Original von Pesach Benson die Formulierung Pipe Dreams.
**Verballhornt für BBC

Israel-Aktivist an britischer Universität tätlich angegriffen

16. Mai 2012

HonestReporting Media BackSpin, 16. Mai 2012

Richard Millett, engagierter Aktivist, Freund von HonestReporting und ehemaliger SOAS-Student, der regelmäßig seine pro-israelische Stimme bei israelfeindlichen Veranstaltungen in ganz London erhebt, wurde bei einer Veranstaltung der Palestine Society an der School of African and Oriental Studies (SOAS) misshandelt und auf eine abscheuliche Nervenprobe gestellt. Hier ein Link zu seinem Blog berichtet, in dem er über den Vorfall berichtet (Videomaterial inklusive).

http://richardmillett.wordpress.com/2012/05/15/camera-grabbed-rucksack-snatched-and-racially-abused-at-soas/

Dies alles fand in einem mit vielen Zuhören gefüllten Raum statt, die Richard verhöhnten – darunter die Referenten Karma Nabulsi und Abdel-Bari Atwan; beides Vorzeigefiguren in anti-israelischen Kreisen. Nabulsi lehrt an der Universität Oxford und ist ehemalige PLO-Repräsentantin, Atwan palästinensischer Journalist. Letzterer ist für folgende Äußerung bekannt: “Wenn die iranischen Raketen nach Israel fliegen – bei Allah -, werde ich zum Trafalgar Square gehen und vor Freude tanzen, wenn die iranischen Raketen in Israel einschlagen”.

Leider ist dies nicht der erste Zwischenfall  dieser Art auf dem Campus der SOAS. Letztes Jahr wurde ein pro-israelischer Aktivist geschlagen und gebissen.

Der skandalöse Vorfall vor zwei Tagen darf nicht kommentarlos hingenommen werden, und wir müssen deutlich auf die gefährliche Lage verweisen, die an britischen Universitäten für all diejenigen herrscht, die bereit sind, sich für Israel einzusetzen.

Beschwerden an:

1) Professor Paul Webley, Director of SOAS  – E-Mail: pw2@soas.ac.uk; Tel: +44 207 898 4014.
2) Andrew Hamilton, Vizekanzler der Universität Oxford, – E-Mail – vcweb@admin.ox.ac.uk;  Tel: +44 1865 270252
3) Liam Burns, Vorsitzender der Nationalen Studentenvereinigung,– E-Mail – liam.burns@nus.org.uk

 

Bericht: Khulood Badawi “im Urlaub”

2. Mai 2012

HonestReporting Media BackSpin, 2. Mai 2012

Seit dem Monat, in dem HonestReporting seine 15.000 Unterschriften zusammenbekommen hatte, in denen das UN Office for the Coordination of Humanitarian Affairs (UNOCHA) aufgefordert worden war, die fälschende Twitterin Khulood Badawi zu entlassen, herrscht ohrenbetäubende Stille, was eventuelle Fortschritte bezüglich Untersuchungen seitens der UNO zu diesem Fall betrifft.

HonestReporting hatte berichtet*, dass Badawi als Mitarbeiterin im Jerusalemer UNOCHA-Büro angestellt war. Diese Informationen veranlassten Israels UNO-Botschafter Ron Prosor, formell ihre Entlassung zu fordern.

UNO-Mitarbeiter hatten zugesagt, Badawis Twitter-Aktivitäten auf Propagandatätigkeit gegen Israel zu untersuchen. Zwischenzeitlich erklärten Mitarbeiter der Vereinten Nationen, dass Badawi ihren Job bei UNOCHA behalten würde, bis man eine Entscheidung über ihre weitere Zukunft getroffen hätte.

Einem Bericht des pro-palästinensischen Alternative Information Center (AIC) zufolge jedoch ist Badawi eigentlich, wenn nicht sogar offiziell, von ihrer Tätigkeit bei UNOCHA suspendiert worden. “Telefonanrufe und E-Mails werden nicht beantwortet, und von ihrem Büro erhielt ich die lakonische Antwort, dass Khulood Badawi im Urlaub sei”, schreibt AIC-Aktivist Michael Warschawski, der angesichts fehlender Nachrichten über Badawis Abwesenheit eigene Nachforschungen angestellt hatte.

“Seit Beginn dieser ’Affäre’ bleibt Khulood zu Hause – in einer Art administrativem Arrest; und hin und wieder wird sie von ihren Vorgesetzten in New York aufgefordert, für ’Nachforschungen’ zur Verfügung zu stehen“, so der Artikel.

Das AIC hat von Anfang an versucht, die „Affäre” steuern, indem es eine Reihe von Artikeln veröffentlicht hatte, die der Verteidigung Badawis dienten und ihre eklatanten Unwahrheiten als Ausdruck ihrer “persönlichen Meinung” verharmlosten. Nach der HonestReporting-Petition zu ihrer Entlassung bei der UNO hatte das AIC eine [Gegen-] Petition mit dem Ziel lanciert,  Badawis Job bei der UNO zu sichern.

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*Wir hatten in diesem Zusammenhang mehrere Beiträge zum Fortgang im Fall “Khulood Badawi“ gebracht, siehe hier:

http://backsp.wordpress.com/?s=Khulood+Badawi

Tweet mit falschem Foto: UNO leitet Untersuchung ein

18. März 2012
Valerie Amos vom UNO-Generalsekretariat

Valerie Amos vom UNO-Generalsekretariat

Pesach Benson, HonestReporting, 18. März 2012

Die UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos antwortete auf Botschafter Ron Prosors Brief, die UNO leite eine interne Untersuchung zu Khulood Badawis Tweet mit falschem Foto ein.

Das geschah, nachdem HonestReporting Badawis Verbindung zur UNO offen legte.

Fox News aktualisiert die Situation:

In einem Antwortbrief an Botschafter Prosor, der Fox News vorliegt, schrieb die stellvertretende UNO-Generalsekretärin Amos: „Es ist bedauerlich, dass ein Mitglied der OCHA-Belegschaft Informationen auf ihrem persönlichen Twitter-Profil einstellte, die sowohl falsch sind als auch Fragen reflektiert, die im Zusammenhang mit ihrer Arbeit stehen. Die in ihren Tweets zum Ausdruck gebrachten Ansichten spiegeln in keiner Weise die Ansichten der OCHA wider, noch sind sie von der OCHA genehmigt.“

Danach gefragt, was die UNO in der Sache zu unternehmen gedenkt, sagte OCHA-Sprecherin Amanda Pitt, Badawi bleibe voll beschäftigt, während eine „interne Untersuchung sich einen Überblick verschafft, ob gegen die Beschäftigte vorgegangen werden muss.“ …

Badawis Arbeit als OCHA-Stabmitarbeiterin gibt ihr die Mittel, über sensitive Orte im Zentrum des israelisch-palästinensischen Konflikts zu berichten. Am 19. März haben der OCHA-Koordinator für Menschlichkeit und der Leiter des Büros in Jerusalem die Gelegenheit sich mit Vertretern des Außenministeriums Israels zu treffen, um ihre Aktivitäten zu diskutieren.

Badawi gibt immer noch keinen Kommentar zu der Kontroverse ab, die von ausgelöst wurde, indem sie ein Jahre altes Foto tweetete, als sei es ein erst kürzlich aufgenommenes.

Wir hoffen, dass das wachsende Graswurzel-Moment die UNO dazu zwingt, für das Handeln ihrer Bediensteten Rechenschaft abzulegen. Unterschreiben Sie HonestReportings Petition und schließen Sie sich Tausenden Menschen an, die Badawis Entlassung fordern.

EUobserver schmettert Gastkommentar-Diskussion ab

16. Januar 2012

HonestReporting Media BackSpin, 16. Januar 2012

Geht es nach dem Selbstverständnis der Webseite, wurde EUobserver mit dem Ziel gegründet, “die Debatte über europäische Politik anzustoßen und zu entwickeln.”

Könnte man angesichts einer aktiven Rolle der EU in der Nahost-Diplomatie und vor allem der Finanzierung der palästinensischen Autonomiebehörde inklusive einer erheblichen Anzahl von NGOs (Nichtregierungsorganisationen) nicht auch eine lebhafte Debatte auf der Opinion-Seite des EUobserver erwarten?

Die Antwort lautet Nein, falls Sie einen Standpunkt vertreten sollten, der nicht in den vorherrschenden Zeitgeist passt, wie NGO Monitor entdeckte, nachdem Professor Gerald Steinberg einen Gastbeitrag als Reaktion auf einen [unerträglichen (bd)] veröffentlichten Artikel Alon Liels eingereicht hatte.

Zur Korrespondenz zwischen NGO Monitor und EUobserver bitte hier weiterlesen [In Englisch]

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Anmerkung (bd): Die erbärmlichen Ausreden des EUobserver-Redakteurs Andrew Rettman sprechen für sich….

Medien-Spickzettel 1. Januar 2012

1. Januar 2012

HonestReporting Media BackSpin, 1. Januar 2012

Eine in Verlegenheit geratene Arabische Liga erwägt, ihre Beobachter aus Syrien abzuziehen; Google investiert viel Geld in israelische Start-ups, aber das könnten auch schlechte Nachrichten bedeuten. Und Gaddafis Tochter verursacht Stirnrunzeln wegen Inanspruchnahme eines israelischen Anwalts.

Israel und die Palästinenser

• Zum Jahrestag der Operation Gegossenes Blei rückt ein ausgezeichneter Kommentar  im New Statesman einiges zurecht:

[Colonel Richard] Kemp sagt, dass UN-Schätzungen zufolge die durchschnittliche Zahl von Todesopfern unter Zivilisten im Verhältnis zu der von Kombattanten weltweit gesehen 3:1 ist – also 3 Zivilisten auf einen Kämpfer. So ist das z.B. [auch] in Afghanistan. Aber im Irak und im Kosovo war es noch schlimmer: man veranschlagt die Relation auf 4:1. Einzelne Berichte gehen davon aus, dass die Quotienten in Tschetschenien und Serbien wesentlich höher waren. In Gaza betrug die Relation weniger als 1:1.

Während der 22-tägigen Operation in Gaza war Israel nachweislich darum bemüht, das Leben von Zivilisten zu schützen und gleichzeitig gezielt gegen Kombattanten vorzugehen. Der Israel-Korrespondent von ‘Jane Defence Weekly’ – verantwortlich für eine Erstellung zu Israels Statistik im abgelaufenen Jahr -, erklärte: “Die IDF hat im Jahr 2011 in Gaza 100 Menschen getötet. Neun davon waren Zivilisten. Das bedeutet eine Relation Zivilisten/ Kämpfern von fast 1:10.”

• Die PA plant, das Thema Siedlungen vor den UN-Sicherheitsrat zu bringen. Mehr dazu bei Haaretz.

Arabischer Frühling Winter

• Robert Bowker: Hamas sieht Chance in Verdrossenheit

• Ein Leitartikel in der Washington Post greift die ägyptischen Behörden scharf an wegen deren Razzien bei 17 NGO’s, die sich für Förderung der Demokratie und Menschenrechte einsetzen:

Die Razzien vom Donnerstag stellen somit eine frontale Provokation der Obama-Administration [die von Unterstützung eines Übergangs zu einer demokratischen Zivilregierung in Ägypten und Beschwichtigung der Generäle geschwafelt hatte], durch den herrschenden Militärrat dar. Das Militär versucht, die schwindende innenpolitische Unterstützung wiederzugewinnen, indem es das innenpolitische Chaos teuflischen “fremden Mächten” in die Schuhe schiebt; es versucht auch, liberale und pro-demokratische Gruppen zu zerschlagen, die seinem Unterfangen widerstanden haben, die eigene Macht auf unbestimmte Zeit zu zementieren.

Atomare Bedrohung durch den Iran

Wird Israel den Iran in diesem Jahr angreifen?

CNN: Der Iran testete erfolgreich seinen ersten selbstgefertigten Atombrennstab.

Sonstiges

Google steckt viel Geld in israelische Start-ups. Aber das bedeutet nicht zwangsläufig eine gute Nachricht:

“Ab dem Moment, wo israelisches Hightech in erster Linie auf die die Arbeit in Forschungszentren der großen Unternehmen basiert, wird sein Glück von dem dieser Firmen abhängen, was bedeutet, dass bei einem Personalabbau dort das auch auf den Arbeitsmarkt in Israel zurückwirkt”, so Doron A. Peled.

• Oberst Gaddafis Tochter Aisha hat den israelischen Anwalt Nick Kaufman engagiert, der die Familie in ihrem eigenen Bestreben nach Gerechtigkeit unterstützen soll: er soll Druck auf den Internationalen Strafgerichtshof (ICC) ausüben, was die Umstände des Todes ihres Vaters betrifft, weil sie davon ausgeht, dass Rebellen und NATO sich Kriegsverbrechen schuldig gemacht hätten. Kaufman gegenüber The Daily Beast:

“Es hat nichts mit der Tatsache zu tun, dass ich Israeli bin”, äußerte Kaufman in einem Telefoninterview. “Wenn es zu einer Verhandlung beim ICC kommt, bin ich einer der wenigen Anwälte mit reichlich Erfahrung auf diesem Gebiet.”

Den kompletten Medien-Spickzettel bitte hier lesen [In Englisch].

Zwei Adventsgeschichten, auf die wir verzichten können

29. November 2011

HonestReporting Media BackSpin, 29. November 2011

Hier [in Jerusalem (Pesach Benson via Bernd D.; HR)] ist Weihnachts-Saison, und für die großen Medien bedeutet dies, dass erneut feiertagsbezogene Geschichten abgeliefert werden. Normalerweise heißt das, dass der Fokus auf den Status der Christen und die Religionsfreiheit im Heiligen Land gerichtet wird. In diesem Jahr könnten Beiträge zu den Heiligen Stätten in der West Bank und zur UNESCO für unabdingbar gehalten werden, also zeitgerechte und berechtigte Diskussionsthemen.

Es gibt auf jeden Fall zwei Weihnachtsgeschichten, auf die wir verzichten können.

1. Foto-Shootings mit „Weihnachtsmännern“.

Dabei handelt es sich nicht einmal um eine wirkliche Geschichte, sondern eine gefakte Foto-Veranstaltung. Bei Protestveranstaltungen tauchen als Weihnachtsmänner verkleidete palästinensische Aktivisten auf, denen sich so die Gelegenheit für eine große Foto-Veranstaltung eröffnet.

Fotografen wissen, dass sich diese Bilder verkaufen lassen; Redakteure fahren auf die kuriose Darstellung ab und die Palästinenser gewinnen dabei, da Bilder wie diese in den Nachrichten die Botschaft verstärken, dass Israel der Spielverderber sei. Diese drei Bilder stammen von Reuters, AFP und AP – jeweils aus verschiedenen Jahren.




Ich wäre vorsichtig: Wenn St. Nick und all die Elfen auf Facebook nicht quietschfidel sind beim Anblick dieser Fotos, suchen viele Palästinenser und ihre Unterstützer Geschenke in ihren Strümpfen.

2. In den Fußstapfen von Joseph und Maria von Nazareth nach Bethlehem reisen.

Die BBC-Journalisten Aleem Maqbool und Matthew Price hatten diese Tour unternommen. Auch Rory McCarthy vom Guardian und Stephen Farrell von der Times of London. Es gibt nichts spirituell Wertvolles über diese Wallfahrt der Mainstream-Medien zu berichten.

Diese geistlosen Sendungen stellen lediglich eine Ausrede dar nach dem Motto “Joseph und Maria würden an – (Blablabla) israelischen Checkpoints aufgehalten werden, wenn sie sich heute auf den Weg machen würden.”

Hier eine Variante der Geschichte, die ich attraktiver fände: eine Reise von Nazareth nach Bethlehem mit israelischen Sicherheitskräften, damit man aus erster Hand eine Ahnung davon bekommt, dass Joseph und Maria dort gesteinigt, erschossen, in die Luft gesprengt oder gelyncht werden würden.

——————

Ergänzender Hinweis (bd): Drei Beiträge zum Thema aus dem Jahr 2008:

Channel 4s Weihnachtsgesabber
http://backsp.wordpress.com/2008/12/25/channel-4s-weihnachtsgesabber/

Dhimmi-Weihnachten in Gaza
http://backsp.wordpress.com/2008/12/25/dhimmi-weihnachten-in-gaza/

Wieder auf Tour
http://backsp.wordpress.com/2008/12/15/wieder-auf-tour/

Washington Post zu NGO (Schweden): Rüge und zwei Punkte ignoriert

21. November 2011

HonestReporting Media BackSpin, 21. November 2011

Ein Editorial in der Washington Post macht die Knesset-Diskussion nieder, in der NGO’s strikt eingeschränkt werden sollen. Aber er übersieht zwei wichtige Aspekte.

Zum einen schreibt die Post:

Es ist sicher nichts Anrüchiges daran zu finden, wenn öffentliche Organisationen Unterstützung aus einem anderen demokratischen Land erhalten. Die NGO-Geldgeber sind nicht Feinde Israels, und die Gruppen versuchen nicht, den Staat zu untergraben – sie wollen nur seine Fehler korrigieren.

Die Post versucht’s, richtig zu machen. Nicht alle NGO’s (Nichtregierungsorganisationen) sind Feinde des Israels, und ich kann in Frieden mit einigen leben, mit denen ich nicht unbedingt übereinstimme.

Leider gibt es auch einige schwarze Schafe, die bei der Washington Post außen vor bleiben.

Erst gestern wurde eine Broschüre (pdf-Format oder unten die Abbildung) in Umlauf gebracht, die Israel dämonisiert. Sie wurde von der Palestine Solidarity Association of Sweden veröffentlicht und – Überraschung – durch schwedische Steuerzahler finanziert. In ihren 32 Seiten werden ethnische Säuberung, rassistische Gesetzgebung, israelische Apartheid, Kolonialismus und vieles mehr behauptet.

Blanke Delegitimierung.


Wie ich gestern ausführte, hatte selbst Gunilla Carlsson, Schwedens Ministerin für Internationale Entwicklungszusammenarbeit, scharfe Kritik an der Vergabe öffentlicher Gelder zu diesem Zweck geübt. Carlsson:

„Eine Partei wird dämonisiert, und sie nehmen eine einseitige Haltung ein, wenn sie versuchen, die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Doch dafür sollte das Geld der Steuerzahler nicht verwendet werden.“

Doch es gibt noch einen weiteren Aspekt, den die Post übersehen hat.

Haaretz berichtete erst gestern, dass der Premierminister wegen der Pression aus dem Ausland schon längst den Druck auf die Nichtregierungsorganisationen gestoppt hatte. Genug Zeit also für Nachrichtenagenturen wie AFP, die Geschichte aufzugreifen.

Aber offensichtlich hat nicht nur die Redaktion der Washington Post geschlafen.

Schweden finanziert antiisraelische NGO-Broschüre

20. November 2011

HonestReporting Media BackSpin, 20. November 2011

Während die israelische Regierung sich dem Druck aus dem Ausland beugt und ein Gesetz einfriert, das ausländische Spenden an NGOs kappen würde, stellt sich heraus, dass Schweden eine hässliche Broschüre mit dem Titel “Kolonialismus und Apartheid – die israelische Besatzung in Palästina” finanziert. Dazu YNet News:

Dem Bericht zufolge überwies die schwedische Regierung unter dem Deckmantel humanitärer Hilfe etwa 104.600 Dollar an eine schwedisch-palästinensische Solidaritätsgruppe, damit diese eine blumig gestaltete 40-seitige Broschüre herausgeben konnte.

In dem Heft bezichtigen die Autoren Israel rassistischer Gesetzgebung, ethnischer Säuberungen, Rassentrennung, Gründung eines Apartheid-Regimes in den Territorien und der Bombardierung von Häusern palästinensischer Zivilisten. Darüber hinaus ruft die Broschüre zu einem Boykott des jüdischen Staates auf.

Gunilla Carlsson, Ministerin für Internationale Entwicklungszusammenarbeit im schwedischen Außenministerium, ist erbost darüber, dass Gelder aus Steuereinnahmen an die Palestine Solidarity Association of Sweden (PGS) transferiert wurden:

“Eine Partei wird dämonisiert, und sie nehmen eine einseitige Haltung ein, wenn sie versuchen, die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Doch dafür sollte das Geld der Steuerzahler nicht verwendet werden.”

Medien-Spickzettel 13.11.11

14. November 2011

HonestReporting Media BackSpin, 14. November 2011

Alles, was Sie zur Berichterstattung über Israel und den Nahen Osten wissen sollten.

Wird Israel die USA vorab über einen möglichen Angriff auf den Iran informieren? Und warum hat eine Karikatur in Haaretz bei UNESCO-Offiziellen Besorgnis wegen Aufhetzung ausgelöst?

Zur Gefahr des iranischen Nuklearprogramms

• Der Daily Telegraph zufolge weigert sich Israel, bei den USA um grünes Licht zu ersuchen bzw. das Weiße Haus rechtzeitig bezüglich eines Angriffes auf den Iran zu informieren. Es scheint so auszusehen, dass das Treffen von Verteidigungsminister Leon Panetta mit Benjamin Netanyahu und Ehud Barak nicht verlief wie erhofft:

Als alle bis auf eine Handvoll vertrauenswürdiger Mitarbeiter den Raum verlassen hatten, teilte Panetta eine dringende Botschaft von Barack Obama mit. Der Präsident, so Panetta, wollte eine unanzweifelbare Garantie dafür, dass Israel keinen einseitigen militärischen Schlag gegen die iranischen Atomanlagen durchführen würde, ohne vorher um Washingtons Freigabe zu ersuchen.

 Quellen in Israel und den Vereinigten Staaten zufolge waren die beiden Israelis waren bemerkenswert unverbindlich in ihrer Antwort.

 “Sie hatten nicht zu erkennen gegeben, dass eine Militäraktion geplant war oder unmittelbar bevorstand, auch gaben sie weder eine Zusicherung, dass Israel zunächst Washingtons Erlaubnis einholen würden, noch das Weiße Haus im Voraus davon in Kenntnis zu setzen, dass eine Mission bevorstehe”, sagte einer.

Unterdessen will Kanadas Verteidigungsminister Peter MacKay mit seinen israelischen Kollegen im Gespräch bleiben….

• Mysteriöse Explosion tötet 17 iranische Soldaten, darunter einen hochrangigen Kommandeur der Revolutionären Garden. Die Revolutionären Garden gaben an, dass es sich bei der Explosion um einen Unfall in einem Waffenlager gehandelt habe, aber Widerstandsgruppen sagen, dass auf dem Areal eine Raketenbasis gestanden habe.

• Karikaturist Kevin Kallagher (Economist) gefällt mir:

Doch der Leitartikel im Economist zeigt eine erstaunliche kognitive Dissonanz: noch ist es nicht zu spät, Hoffnung auf internationale Sanktionen zu setzen – aber wenn das nicht funktioniert, sollte Israel darauf vertrauen, dass die USA den Iran abschrecken:

Weitere Beiträge bitte hier lesen. [In Englisch]

Tägliche Dosis selbstgerechter Empörung

7. November 2011

HonestReporting Media BackSpin, 7. November 2011

Wer beklagt, dass er

1. von seinen Entführern zusammengeschlagen
2. in einer Einzelzelle eingesperrt
3. und ihm freier Kontakt mit der Außenwelt verweigert wurde?

Gilad Shalit? Oder David Heap, ein Flotilla-Aktivist, dessen Schweigen zu Shalit bei mir einen Brechreiz verursacht?

Raten sie mal.

Medien-Spickzettel 7. November 2011

7. November 2011

HonestReporting Media BackSpin, 7. November 2011

Alles, was Sie zur Medienberichterstattung über Israel wissen sollten.

Zur Dringlichkeit des iranischen Nuklearprogramms

Bis der IAEA-Bericht im Laufe dieser Woche veröffentlicht wird können wir nur Fragen stellen.

Dan Williams (Reuters) fragt: Hat der Iran den Begin-Doktrin ein Ende gesetzt?

• Amir Taheri fragt: Könnte den Mullahs zurzeit ein Angriff sogar gelegen kommen?

• Tim Marshall (Sky News) fragt: Irans Bombe: zu 90% fertig?

• Uzi Rubin fragt: Stellt die Shahab-3 Rakete wirklich einen Grund zur Besorgnis dar?

• Lesen Sie in der Washington Post über  die Helfershelfer beim iranischen Nuklearprogramm

AP: Die Staaten am Persischen Golf stimmen Israels Warnungen insgeheim zu.

Das Russell-Tribunal zu Palästina

• Das südafrikanische Schablonendenken ist gesund und munter wie eh und je, was sich daran zeigt, wie die Personen, die im selbstgerechten Russell Tribunal aktiv sind, nun auf Richter Richard Goldstone einprügeln. Er hatte die Stirn zu sagen, dass es in Israel keine Apartheid gibt. (Hat tip: Elder of Ziyon).

• Die Durban Daily News Features lässt zum Thema Russell Tribunal David Saks und Nurit Peled-Elhanan in ihren jeweiligen Gastbeiträgen gegeneinander antreten.

Weitere Beiträge bitte hier lesen. [In Englisch]

Sky News ignoriert Palmer-Bericht zugunsten der Ergebnisse des UN-Menschenrechtsrates

14. September 2011

HonestReporting Media BackSpin, 14. September 2011

Hier ein neuer Tiefpunkt: Sky News’ neuer Bericht über Erdogans Tour zum Arabischen Frühling lässt den Palmer-Bericht außen vor und verweist stattdessen auf die eher sensationell aufgemachten und Israel ins schlechte Licht rückenden „Ergebnisse“ des UNHRC.

Kein Fehler: Der gesamte Absatz führt zur UNHRC-Berichterstattung von Sky:

Eine abschließende Untersuchung zum Zwischenfall durch die UNO kam zu dem Ergebnis, dass das Militär Internationales Recht gebrochen und mit ’unglaublicher Brutalität’ gehandelt habe.

Der Palmer-Bericht stellte unter anderem fest, dass die Blockade von Gaza legal ist, und dass Israel berechtigt war, die Flottille unter Anwendung von Gewalt zu stoppen.

Bericht: Redaktionelle Leitlinie des Guardian richtet sich gegen die Zweistaatenlösung

27. August 2011

HonestReporting Media BackSpin, 26. August 2011

Die medienkritische Organisation Just Journalism hat in einem Bericht dokumentiert, wie externe Kommentare im Guardian die redaktionelle Linie des Blattes in einer Art und Weise wiedergeben, die weit über die Forderung nach Beendigung einer israelischen Besatzung und die Gründung eines palästinensischen Staates hinausgeht.

Der Bericht lässt erkennen, wie der Guardian geschickt die Standpunkte derer aufgreift, die gegen ein Konzept von zwei Staaten für zwei Völker sind. Der Zusammenfassung entsprechend…

• veröffentlichte der Guardian während des ersten Halbjahres 2011 mehr Gastkommentare von Palästinensern als von Israelis: elf Kommentare von neun Palästinensern gegenüber sechs von vier Israelis.

• Drei der palästinensischen Gastkommentatoren während dieses Zeitraums waren entweder Mitglieder der Hamas oder eng mit ihr verbunden und befürworteten Terroranschläge.

• Vier weitere Palästinenser waren säkulare Nationalisten, die Israels Legitimität ebenso ablehnten und Maßnahmen befürworteten, die es in einem Staat mit arabischer Mehrheit aufgehen lassen würden.

• Alle israelischen Gastbeiträge orientierten sich an linksgerichteten Politikvorstellungen in Israel, die davon ausgehen, dass man [Israel (bd)] Zugeständnisse machen müsse, damit zwei Staaten für zwei Völker entstehen können.

• Die Mehrheit der von Israelis beigesteuerten Kommentare beschäftigte sich mehr mit den Auswirkungen des Arabischen Frühlings als direkt mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt selbst.

Um den vollständigen Bericht als pdf-File [In Englisch] zu lesen, klicken Sie bitte hier.

Werden die letzten Flottillisten an Bord die Lichter ausmachen?

20. Juli 2011

HonestReporting Media BackSpin, 20. Juli 2011

Die zweite Flottille ist offiziell beendet.

Schiffe der israelischen Marine fingen die Dignite al Karama ab und bringen das Schiff zurück nach Ashdod. Widerstand wurde nicht geleistet.

Werden die letzten Flottillisten an Bord die Lichter ausmachen?

NGOs strangulieren palästinensische Wirtschaft

18. Juli 2011

HonestReporting Media BackSpin, 18. Juli 2011

Und ich dachte immer, es liege nur an der Besatzung.

Tim Marshall von Sky News erklärt, dass der massive Zustrom ausländischer Hilfe – insbesondere durch die UNRWA und NGOs – die Palästinenser süchtig gemacht habe, „und so lange Sie süchtig sind, sind Sie ihrem Dealer hörig.”

Hier ein Beispiel für die ungewollten Folgen, die Marshall beschreibt:

Kein palästinensisches Unternehmen kann mit NGOs konkurrieren, die in der Regel das Dreifache von dem zahlen, was ein Unternehmen vor Ort bieten könnte. Viele NGOs berappen “Gefahrenzulagen” und sogar “Härteleistungen” sowohl für ortsansässige als auch internationale Mitarbeiter, was die Privatwirtschaft vor Ort zusätzlich belastet. So erhalten die NGO-Mitarbeiter die lukrativsten und bestbezahlten Jobs, die privaten Unternehmen den Rest, aber ohne Steuerbefreiungen….

Damit soll nicht gesagt werden, dass NGOs nicht nötig wären; einige sind es. Aber sie verzerren den Wettbewerb, und speziell die Palästinenser können weder über richtig funktionierende Unternehmen verfügen, noch sind sie völlig unabhängig, zumindest so lange, bis ihre Führer teilweise entwöhnt sind vom Geld anderer Leute.

Aber einfacher ist es ja, der Besatzung die Schuld zu geben.

Die vollständige deutsche Übersetzung können Sie auf Castollux lesen.

Warum die UNO Israel gegenüber voreingenommen ist

14. Juli 2011

HonestReporting Media BackSpin, 14. Juli 2011

Dieses beeindruckende Video erklärt sehr anschaulich, warum Israel von der UNO nie eine faire Chance bekommen wird.


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