Archive for the ‘NGOs’ category

Wunschträume*

18. Juni 2012

HonestReporting Media BackSpin, 18. Juni 2012

Die BBC und einige Nichtregierungsorganisationen (NGO) vergießen Krokodilstränen für die Kinder in Gaza: Das Trinkwasser ist kontaminiert und man weiß natürlich, wessen Schuld das ist. Rechts im Bild: Von der Hamas versandte Wunschträume

Die Hilfsorganisationen ’Save the Children’ und ’Medical Aid for Palestinians’ geben an, dass sich in den letzten 5 Jahren die Zahl der Kinder, die wegen Durchfall behandelt werden mussten, verdoppelt habe.

Sie sagen, dass Israels 5 Jahre andauernde Blockade die Einfuhr von äußerst wichtigen sanitären Anlagen behindere.

Die Blockade muss „vollständig“ aufgehoben werden, verlangen sie.

Mein Herz ist bei den kranken Kindern. Sie haben nicht verdient, dass sie unter solchen Umständen leben müssen.

Andererseits sind die Hamas und ihre Schmeichler bei den großen Medien von dem Wunschtraum erfüllt, dass Israel einfach so die Gaza-Blockade aufhebt, ohne Sicherheitsfragen zu berücksichtigen. Das ist ein Grund dafür, warum NGO-Berichte wie dieser das Interesse der Presse wecken.

Aber kein Gespräch über das Abwassersystem in Gaza ist vollständig ohne ein paar Informationen, die nicht der Lesart von Beeb**/ NGOs entsprechen:

Die Palästinenser zerstörten ihr eigenes Kanalisationssystem, um aus den Rohren Raketen zu fertigen. Und Lieferungen von in Israel hergestellten Rohren wurden an Kassam-Fabriken umgeleitet, was dazu führte, dass Israel seine Lieferungen einstellte.

Selbstverständlich können die Gazaner bei ihrem südlichen Nachbar Ägypten um Hilfe und Beratung nachfragen, oder etwa nicht?

Eher nicht.

(Bild via Flickr/nickberkowitz)

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*Bezieht sich eigentlich auf die Rohre, die von den Palästinensern zum Bau von Kassam-Raketen zweckentfremdet werden. Deshalb im Original von Pesach Benson die Formulierung Pipe Dreams.
**Verballhornt für BBC

Israel-Aktivist an britischer Universität tätlich angegriffen

16. Mai 2012

HonestReporting Media BackSpin, 16. Mai 2012

Richard Millett, engagierter Aktivist, Freund von HonestReporting und ehemaliger SOAS-Student, der regelmäßig seine pro-israelische Stimme bei israelfeindlichen Veranstaltungen in ganz London erhebt, wurde bei einer Veranstaltung der Palestine Society an der School of African and Oriental Studies (SOAS) misshandelt und auf eine abscheuliche Nervenprobe gestellt. Hier ein Link zu seinem Blog berichtet, in dem er über den Vorfall berichtet (Videomaterial inklusive).

http://richardmillett.wordpress.com/2012/05/15/camera-grabbed-rucksack-snatched-and-racially-abused-at-soas/

Dies alles fand in einem mit vielen Zuhören gefüllten Raum statt, die Richard verhöhnten – darunter die Referenten Karma Nabulsi und Abdel-Bari Atwan; beides Vorzeigefiguren in anti-israelischen Kreisen. Nabulsi lehrt an der Universität Oxford und ist ehemalige PLO-Repräsentantin, Atwan palästinensischer Journalist. Letzterer ist für folgende Äußerung bekannt: “Wenn die iranischen Raketen nach Israel fliegen – bei Allah -, werde ich zum Trafalgar Square gehen und vor Freude tanzen, wenn die iranischen Raketen in Israel einschlagen”.

Leider ist dies nicht der erste Zwischenfall  dieser Art auf dem Campus der SOAS. Letztes Jahr wurde ein pro-israelischer Aktivist geschlagen und gebissen.

Der skandalöse Vorfall vor zwei Tagen darf nicht kommentarlos hingenommen werden, und wir müssen deutlich auf die gefährliche Lage verweisen, die an britischen Universitäten für all diejenigen herrscht, die bereit sind, sich für Israel einzusetzen.

Beschwerden an:

1) Professor Paul Webley, Director of SOAS  – E-Mail: pw2@soas.ac.uk; Tel: +44 207 898 4014.
2) Andrew Hamilton, Vizekanzler der Universität Oxford, – E-Mail – vcweb@admin.ox.ac.uk;  Tel: +44 1865 270252
3) Liam Burns, Vorsitzender der Nationalen Studentenvereinigung,– E-Mail – liam.burns@nus.org.uk

 

Bericht: Khulood Badawi “im Urlaub”

2. Mai 2012

HonestReporting Media BackSpin, 2. Mai 2012

Seit dem Monat, in dem HonestReporting seine 15.000 Unterschriften zusammenbekommen hatte, in denen das UN Office for the Coordination of Humanitarian Affairs (UNOCHA) aufgefordert worden war, die fälschende Twitterin Khulood Badawi zu entlassen, herrscht ohrenbetäubende Stille, was eventuelle Fortschritte bezüglich Untersuchungen seitens der UNO zu diesem Fall betrifft.

HonestReporting hatte berichtet*, dass Badawi als Mitarbeiterin im Jerusalemer UNOCHA-Büro angestellt war. Diese Informationen veranlassten Israels UNO-Botschafter Ron Prosor, formell ihre Entlassung zu fordern.

UNO-Mitarbeiter hatten zugesagt, Badawis Twitter-Aktivitäten auf Propagandatätigkeit gegen Israel zu untersuchen. Zwischenzeitlich erklärten Mitarbeiter der Vereinten Nationen, dass Badawi ihren Job bei UNOCHA behalten würde, bis man eine Entscheidung über ihre weitere Zukunft getroffen hätte.

Einem Bericht des pro-palästinensischen Alternative Information Center (AIC) zufolge jedoch ist Badawi eigentlich, wenn nicht sogar offiziell, von ihrer Tätigkeit bei UNOCHA suspendiert worden. “Telefonanrufe und E-Mails werden nicht beantwortet, und von ihrem Büro erhielt ich die lakonische Antwort, dass Khulood Badawi im Urlaub sei”, schreibt AIC-Aktivist Michael Warschawski, der angesichts fehlender Nachrichten über Badawis Abwesenheit eigene Nachforschungen angestellt hatte.

“Seit Beginn dieser ’Affäre’ bleibt Khulood zu Hause – in einer Art administrativem Arrest; und hin und wieder wird sie von ihren Vorgesetzten in New York aufgefordert, für ’Nachforschungen’ zur Verfügung zu stehen“, so der Artikel.

Das AIC hat von Anfang an versucht, die „Affäre” steuern, indem es eine Reihe von Artikeln veröffentlicht hatte, die der Verteidigung Badawis dienten und ihre eklatanten Unwahrheiten als Ausdruck ihrer “persönlichen Meinung” verharmlosten. Nach der HonestReporting-Petition zu ihrer Entlassung bei der UNO hatte das AIC eine [Gegen-] Petition mit dem Ziel lanciert,  Badawis Job bei der UNO zu sichern.

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*Wir hatten in diesem Zusammenhang mehrere Beiträge zum Fortgang im Fall “Khulood Badawi“ gebracht, siehe hier:

http://backsp.wordpress.com/?s=Khulood+Badawi

Tweet mit falschem Foto: UNO leitet Untersuchung ein

18. März 2012
Valerie Amos vom UNO-Generalsekretariat

Valerie Amos vom UNO-Generalsekretariat

Pesach Benson, HonestReporting, 18. März 2012

Die UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos antwortete auf Botschafter Ron Prosors Brief, die UNO leite eine interne Untersuchung zu Khulood Badawis Tweet mit falschem Foto ein.

Das geschah, nachdem HonestReporting Badawis Verbindung zur UNO offen legte.

Fox News aktualisiert die Situation:

In einem Antwortbrief an Botschafter Prosor, der Fox News vorliegt, schrieb die stellvertretende UNO-Generalsekretärin Amos: „Es ist bedauerlich, dass ein Mitglied der OCHA-Belegschaft Informationen auf ihrem persönlichen Twitter-Profil einstellte, die sowohl falsch sind als auch Fragen reflektiert, die im Zusammenhang mit ihrer Arbeit stehen. Die in ihren Tweets zum Ausdruck gebrachten Ansichten spiegeln in keiner Weise die Ansichten der OCHA wider, noch sind sie von der OCHA genehmigt.“

Danach gefragt, was die UNO in der Sache zu unternehmen gedenkt, sagte OCHA-Sprecherin Amanda Pitt, Badawi bleibe voll beschäftigt, während eine „interne Untersuchung sich einen Überblick verschafft, ob gegen die Beschäftigte vorgegangen werden muss.“ …

Badawis Arbeit als OCHA-Stabmitarbeiterin gibt ihr die Mittel, über sensitive Orte im Zentrum des israelisch-palästinensischen Konflikts zu berichten. Am 19. März haben der OCHA-Koordinator für Menschlichkeit und der Leiter des Büros in Jerusalem die Gelegenheit sich mit Vertretern des Außenministeriums Israels zu treffen, um ihre Aktivitäten zu diskutieren.

Badawi gibt immer noch keinen Kommentar zu der Kontroverse ab, die von ausgelöst wurde, indem sie ein Jahre altes Foto tweetete, als sei es ein erst kürzlich aufgenommenes.

Wir hoffen, dass das wachsende Graswurzel-Moment die UNO dazu zwingt, für das Handeln ihrer Bediensteten Rechenschaft abzulegen. Unterschreiben Sie HonestReportings Petition und schließen Sie sich Tausenden Menschen an, die Badawis Entlassung fordern.

EUobserver schmettert Gastkommentar-Diskussion ab

16. Januar 2012

HonestReporting Media BackSpin, 16. Januar 2012

Geht es nach dem Selbstverständnis der Webseite, wurde EUobserver mit dem Ziel gegründet, “die Debatte über europäische Politik anzustoßen und zu entwickeln.”

Könnte man angesichts einer aktiven Rolle der EU in der Nahost-Diplomatie und vor allem der Finanzierung der palästinensischen Autonomiebehörde inklusive einer erheblichen Anzahl von NGOs (Nichtregierungsorganisationen) nicht auch eine lebhafte Debatte auf der Opinion-Seite des EUobserver erwarten?

Die Antwort lautet Nein, falls Sie einen Standpunkt vertreten sollten, der nicht in den vorherrschenden Zeitgeist passt, wie NGO Monitor entdeckte, nachdem Professor Gerald Steinberg einen Gastbeitrag als Reaktion auf einen [unerträglichen (bd)] veröffentlichten Artikel Alon Liels eingereicht hatte.

Zur Korrespondenz zwischen NGO Monitor und EUobserver bitte hier weiterlesen [In Englisch]

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Anmerkung (bd): Die erbärmlichen Ausreden des EUobserver-Redakteurs Andrew Rettman sprechen für sich….

Medien-Spickzettel 1. Januar 2012

1. Januar 2012

HonestReporting Media BackSpin, 1. Januar 2012

Eine in Verlegenheit geratene Arabische Liga erwägt, ihre Beobachter aus Syrien abzuziehen; Google investiert viel Geld in israelische Start-ups, aber das könnten auch schlechte Nachrichten bedeuten. Und Gaddafis Tochter verursacht Stirnrunzeln wegen Inanspruchnahme eines israelischen Anwalts.

Israel und die Palästinenser

• Zum Jahrestag der Operation Gegossenes Blei rückt ein ausgezeichneter Kommentar  im New Statesman einiges zurecht:

[Colonel Richard] Kemp sagt, dass UN-Schätzungen zufolge die durchschnittliche Zahl von Todesopfern unter Zivilisten im Verhältnis zu der von Kombattanten weltweit gesehen 3:1 ist – also 3 Zivilisten auf einen Kämpfer. So ist das z.B. [auch] in Afghanistan. Aber im Irak und im Kosovo war es noch schlimmer: man veranschlagt die Relation auf 4:1. Einzelne Berichte gehen davon aus, dass die Quotienten in Tschetschenien und Serbien wesentlich höher waren. In Gaza betrug die Relation weniger als 1:1.

Während der 22-tägigen Operation in Gaza war Israel nachweislich darum bemüht, das Leben von Zivilisten zu schützen und gleichzeitig gezielt gegen Kombattanten vorzugehen. Der Israel-Korrespondent von ‘Jane Defence Weekly’ – verantwortlich für eine Erstellung zu Israels Statistik im abgelaufenen Jahr -, erklärte: “Die IDF hat im Jahr 2011 in Gaza 100 Menschen getötet. Neun davon waren Zivilisten. Das bedeutet eine Relation Zivilisten/ Kämpfern von fast 1:10.”

• Die PA plant, das Thema Siedlungen vor den UN-Sicherheitsrat zu bringen. Mehr dazu bei Haaretz.

Arabischer Frühling Winter

• Robert Bowker: Hamas sieht Chance in Verdrossenheit

• Ein Leitartikel in der Washington Post greift die ägyptischen Behörden scharf an wegen deren Razzien bei 17 NGO’s, die sich für Förderung der Demokratie und Menschenrechte einsetzen:

Die Razzien vom Donnerstag stellen somit eine frontale Provokation der Obama-Administration [die von Unterstützung eines Übergangs zu einer demokratischen Zivilregierung in Ägypten und Beschwichtigung der Generäle geschwafelt hatte], durch den herrschenden Militärrat dar. Das Militär versucht, die schwindende innenpolitische Unterstützung wiederzugewinnen, indem es das innenpolitische Chaos teuflischen “fremden Mächten” in die Schuhe schiebt; es versucht auch, liberale und pro-demokratische Gruppen zu zerschlagen, die seinem Unterfangen widerstanden haben, die eigene Macht auf unbestimmte Zeit zu zementieren.

Atomare Bedrohung durch den Iran

Wird Israel den Iran in diesem Jahr angreifen?

CNN: Der Iran testete erfolgreich seinen ersten selbstgefertigten Atombrennstab.

Sonstiges

Google steckt viel Geld in israelische Start-ups. Aber das bedeutet nicht zwangsläufig eine gute Nachricht:

“Ab dem Moment, wo israelisches Hightech in erster Linie auf die die Arbeit in Forschungszentren der großen Unternehmen basiert, wird sein Glück von dem dieser Firmen abhängen, was bedeutet, dass bei einem Personalabbau dort das auch auf den Arbeitsmarkt in Israel zurückwirkt”, so Doron A. Peled.

• Oberst Gaddafis Tochter Aisha hat den israelischen Anwalt Nick Kaufman engagiert, der die Familie in ihrem eigenen Bestreben nach Gerechtigkeit unterstützen soll: er soll Druck auf den Internationalen Strafgerichtshof (ICC) ausüben, was die Umstände des Todes ihres Vaters betrifft, weil sie davon ausgeht, dass Rebellen und NATO sich Kriegsverbrechen schuldig gemacht hätten. Kaufman gegenüber The Daily Beast:

“Es hat nichts mit der Tatsache zu tun, dass ich Israeli bin”, äußerte Kaufman in einem Telefoninterview. “Wenn es zu einer Verhandlung beim ICC kommt, bin ich einer der wenigen Anwälte mit reichlich Erfahrung auf diesem Gebiet.”

Den kompletten Medien-Spickzettel bitte hier lesen [In Englisch].

Zwei Adventsgeschichten, auf die wir verzichten können

29. November 2011

HonestReporting Media BackSpin, 29. November 2011

Hier [in Jerusalem (Pesach Benson via Bernd D.; HR)] ist Weihnachts-Saison, und für die großen Medien bedeutet dies, dass erneut feiertagsbezogene Geschichten abgeliefert werden. Normalerweise heißt das, dass der Fokus auf den Status der Christen und die Religionsfreiheit im Heiligen Land gerichtet wird. In diesem Jahr könnten Beiträge zu den Heiligen Stätten in der West Bank und zur UNESCO für unabdingbar gehalten werden, also zeitgerechte und berechtigte Diskussionsthemen.

Es gibt auf jeden Fall zwei Weihnachtsgeschichten, auf die wir verzichten können.

1. Foto-Shootings mit „Weihnachtsmännern“.

Dabei handelt es sich nicht einmal um eine wirkliche Geschichte, sondern eine gefakte Foto-Veranstaltung. Bei Protestveranstaltungen tauchen als Weihnachtsmänner verkleidete palästinensische Aktivisten auf, denen sich so die Gelegenheit für eine große Foto-Veranstaltung eröffnet.

Fotografen wissen, dass sich diese Bilder verkaufen lassen; Redakteure fahren auf die kuriose Darstellung ab und die Palästinenser gewinnen dabei, da Bilder wie diese in den Nachrichten die Botschaft verstärken, dass Israel der Spielverderber sei. Diese drei Bilder stammen von Reuters, AFP und AP – jeweils aus verschiedenen Jahren.




Ich wäre vorsichtig: Wenn St. Nick und all die Elfen auf Facebook nicht quietschfidel sind beim Anblick dieser Fotos, suchen viele Palästinenser und ihre Unterstützer Geschenke in ihren Strümpfen.

2. In den Fußstapfen von Joseph und Maria von Nazareth nach Bethlehem reisen.

Die BBC-Journalisten Aleem Maqbool und Matthew Price hatten diese Tour unternommen. Auch Rory McCarthy vom Guardian und Stephen Farrell von der Times of London. Es gibt nichts spirituell Wertvolles über diese Wallfahrt der Mainstream-Medien zu berichten.

Diese geistlosen Sendungen stellen lediglich eine Ausrede dar nach dem Motto “Joseph und Maria würden an – (Blablabla) israelischen Checkpoints aufgehalten werden, wenn sie sich heute auf den Weg machen würden.”

Hier eine Variante der Geschichte, die ich attraktiver fände: eine Reise von Nazareth nach Bethlehem mit israelischen Sicherheitskräften, damit man aus erster Hand eine Ahnung davon bekommt, dass Joseph und Maria dort gesteinigt, erschossen, in die Luft gesprengt oder gelyncht werden würden.

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Ergänzender Hinweis (bd): Drei Beiträge zum Thema aus dem Jahr 2008:

Channel 4s Weihnachtsgesabber
http://backsp.wordpress.com/2008/12/25/channel-4s-weihnachtsgesabber/

Dhimmi-Weihnachten in Gaza
http://backsp.wordpress.com/2008/12/25/dhimmi-weihnachten-in-gaza/

Wieder auf Tour
http://backsp.wordpress.com/2008/12/15/wieder-auf-tour/

Washington Post zu NGO (Schweden): Rüge und zwei Punkte ignoriert

21. November 2011

HonestReporting Media BackSpin, 21. November 2011

Ein Editorial in der Washington Post macht die Knesset-Diskussion nieder, in der NGO’s strikt eingeschränkt werden sollen. Aber er übersieht zwei wichtige Aspekte.

Zum einen schreibt die Post:

Es ist sicher nichts Anrüchiges daran zu finden, wenn öffentliche Organisationen Unterstützung aus einem anderen demokratischen Land erhalten. Die NGO-Geldgeber sind nicht Feinde Israels, und die Gruppen versuchen nicht, den Staat zu untergraben – sie wollen nur seine Fehler korrigieren.

Die Post versucht’s, richtig zu machen. Nicht alle NGO’s (Nichtregierungsorganisationen) sind Feinde des Israels, und ich kann in Frieden mit einigen leben, mit denen ich nicht unbedingt übereinstimme.

Leider gibt es auch einige schwarze Schafe, die bei der Washington Post außen vor bleiben.

Erst gestern wurde eine Broschüre (pdf-Format oder unten die Abbildung) in Umlauf gebracht, die Israel dämonisiert. Sie wurde von der Palestine Solidarity Association of Sweden veröffentlicht und – Überraschung – durch schwedische Steuerzahler finanziert. In ihren 32 Seiten werden ethnische Säuberung, rassistische Gesetzgebung, israelische Apartheid, Kolonialismus und vieles mehr behauptet.

Blanke Delegitimierung.


Wie ich gestern ausführte, hatte selbst Gunilla Carlsson, Schwedens Ministerin für Internationale Entwicklungszusammenarbeit, scharfe Kritik an der Vergabe öffentlicher Gelder zu diesem Zweck geübt. Carlsson:

„Eine Partei wird dämonisiert, und sie nehmen eine einseitige Haltung ein, wenn sie versuchen, die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Doch dafür sollte das Geld der Steuerzahler nicht verwendet werden.“

Doch es gibt noch einen weiteren Aspekt, den die Post übersehen hat.

Haaretz berichtete erst gestern, dass der Premierminister wegen der Pression aus dem Ausland schon längst den Druck auf die Nichtregierungsorganisationen gestoppt hatte. Genug Zeit also für Nachrichtenagenturen wie AFP, die Geschichte aufzugreifen.

Aber offensichtlich hat nicht nur die Redaktion der Washington Post geschlafen.

Schweden finanziert antiisraelische NGO-Broschüre

20. November 2011

HonestReporting Media BackSpin, 20. November 2011

Während die israelische Regierung sich dem Druck aus dem Ausland beugt und ein Gesetz einfriert, das ausländische Spenden an NGOs kappen würde, stellt sich heraus, dass Schweden eine hässliche Broschüre mit dem Titel “Kolonialismus und Apartheid – die israelische Besatzung in Palästina” finanziert. Dazu YNet News:

Dem Bericht zufolge überwies die schwedische Regierung unter dem Deckmantel humanitärer Hilfe etwa 104.600 Dollar an eine schwedisch-palästinensische Solidaritätsgruppe, damit diese eine blumig gestaltete 40-seitige Broschüre herausgeben konnte.

In dem Heft bezichtigen die Autoren Israel rassistischer Gesetzgebung, ethnischer Säuberungen, Rassentrennung, Gründung eines Apartheid-Regimes in den Territorien und der Bombardierung von Häusern palästinensischer Zivilisten. Darüber hinaus ruft die Broschüre zu einem Boykott des jüdischen Staates auf.

Gunilla Carlsson, Ministerin für Internationale Entwicklungszusammenarbeit im schwedischen Außenministerium, ist erbost darüber, dass Gelder aus Steuereinnahmen an die Palestine Solidarity Association of Sweden (PGS) transferiert wurden:

“Eine Partei wird dämonisiert, und sie nehmen eine einseitige Haltung ein, wenn sie versuchen, die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Doch dafür sollte das Geld der Steuerzahler nicht verwendet werden.”

Medien-Spickzettel 13.11.11

14. November 2011

HonestReporting Media BackSpin, 14. November 2011

Alles, was Sie zur Berichterstattung über Israel und den Nahen Osten wissen sollten.

Wird Israel die USA vorab über einen möglichen Angriff auf den Iran informieren? Und warum hat eine Karikatur in Haaretz bei UNESCO-Offiziellen Besorgnis wegen Aufhetzung ausgelöst?

Zur Gefahr des iranischen Nuklearprogramms

• Der Daily Telegraph zufolge weigert sich Israel, bei den USA um grünes Licht zu ersuchen bzw. das Weiße Haus rechtzeitig bezüglich eines Angriffes auf den Iran zu informieren. Es scheint so auszusehen, dass das Treffen von Verteidigungsminister Leon Panetta mit Benjamin Netanyahu und Ehud Barak nicht verlief wie erhofft:

Als alle bis auf eine Handvoll vertrauenswürdiger Mitarbeiter den Raum verlassen hatten, teilte Panetta eine dringende Botschaft von Barack Obama mit. Der Präsident, so Panetta, wollte eine unanzweifelbare Garantie dafür, dass Israel keinen einseitigen militärischen Schlag gegen die iranischen Atomanlagen durchführen würde, ohne vorher um Washingtons Freigabe zu ersuchen.

 Quellen in Israel und den Vereinigten Staaten zufolge waren die beiden Israelis waren bemerkenswert unverbindlich in ihrer Antwort.

 ”Sie hatten nicht zu erkennen gegeben, dass eine Militäraktion geplant war oder unmittelbar bevorstand, auch gaben sie weder eine Zusicherung, dass Israel zunächst Washingtons Erlaubnis einholen würden, noch das Weiße Haus im Voraus davon in Kenntnis zu setzen, dass eine Mission bevorstehe”, sagte einer.

Unterdessen will Kanadas Verteidigungsminister Peter MacKay mit seinen israelischen Kollegen im Gespräch bleiben….

• Mysteriöse Explosion tötet 17 iranische Soldaten, darunter einen hochrangigen Kommandeur der Revolutionären Garden. Die Revolutionären Garden gaben an, dass es sich bei der Explosion um einen Unfall in einem Waffenlager gehandelt habe, aber Widerstandsgruppen sagen, dass auf dem Areal eine Raketenbasis gestanden habe.

• Karikaturist Kevin Kallagher (Economist) gefällt mir:

Doch der Leitartikel im Economist zeigt eine erstaunliche kognitive Dissonanz: noch ist es nicht zu spät, Hoffnung auf internationale Sanktionen zu setzen – aber wenn das nicht funktioniert, sollte Israel darauf vertrauen, dass die USA den Iran abschrecken:

Weitere Beiträge bitte hier lesen. [In Englisch]

Tägliche Dosis selbstgerechter Empörung

7. November 2011

HonestReporting Media BackSpin, 7. November 2011

Wer beklagt, dass er

1. von seinen Entführern zusammengeschlagen
2. in einer Einzelzelle eingesperrt
3. und ihm freier Kontakt mit der Außenwelt verweigert wurde?

Gilad Shalit? Oder David Heap, ein Flotilla-Aktivist, dessen Schweigen zu Shalit bei mir einen Brechreiz verursacht?

Raten sie mal.

Medien-Spickzettel 7. November 2011

7. November 2011

HonestReporting Media BackSpin, 7. November 2011

Alles, was Sie zur Medienberichterstattung über Israel wissen sollten.

Zur Dringlichkeit des iranischen Nuklearprogramms

Bis der IAEA-Bericht im Laufe dieser Woche veröffentlicht wird können wir nur Fragen stellen.

Dan Williams (Reuters) fragt: Hat der Iran den Begin-Doktrin ein Ende gesetzt?

• Amir Taheri fragt: Könnte den Mullahs zurzeit ein Angriff sogar gelegen kommen?

• Tim Marshall (Sky News) fragt: Irans Bombe: zu 90% fertig?

• Uzi Rubin fragt: Stellt die Shahab-3 Rakete wirklich einen Grund zur Besorgnis dar?

• Lesen Sie in der Washington Post über  die Helfershelfer beim iranischen Nuklearprogramm

AP: Die Staaten am Persischen Golf stimmen Israels Warnungen insgeheim zu.

Das Russell-Tribunal zu Palästina

• Das südafrikanische Schablonendenken ist gesund und munter wie eh und je, was sich daran zeigt, wie die Personen, die im selbstgerechten Russell Tribunal aktiv sind, nun auf Richter Richard Goldstone einprügeln. Er hatte die Stirn zu sagen, dass es in Israel keine Apartheid gibt. (Hat tip: Elder of Ziyon).

• Die Durban Daily News Features lässt zum Thema Russell Tribunal David Saks und Nurit Peled-Elhanan in ihren jeweiligen Gastbeiträgen gegeneinander antreten.

Weitere Beiträge bitte hier lesen. [In Englisch]

Sky News ignoriert Palmer-Bericht zugunsten der Ergebnisse des UN-Menschenrechtsrates

14. September 2011

HonestReporting Media BackSpin, 14. September 2011

Hier ein neuer Tiefpunkt: Sky News’ neuer Bericht über Erdogans Tour zum Arabischen Frühling lässt den Palmer-Bericht außen vor und verweist stattdessen auf die eher sensationell aufgemachten und Israel ins schlechte Licht rückenden „Ergebnisse“ des UNHRC.

Kein Fehler: Der gesamte Absatz führt zur UNHRC-Berichterstattung von Sky:

Eine abschließende Untersuchung zum Zwischenfall durch die UNO kam zu dem Ergebnis, dass das Militär Internationales Recht gebrochen und mit ’unglaublicher Brutalität’ gehandelt habe.

Der Palmer-Bericht stellte unter anderem fest, dass die Blockade von Gaza legal ist, und dass Israel berechtigt war, die Flottille unter Anwendung von Gewalt zu stoppen.

Bericht: Redaktionelle Leitlinie des Guardian richtet sich gegen die Zweistaatenlösung

27. August 2011

HonestReporting Media BackSpin, 26. August 2011

Die medienkritische Organisation Just Journalism hat in einem Bericht dokumentiert, wie externe Kommentare im Guardian die redaktionelle Linie des Blattes in einer Art und Weise wiedergeben, die weit über die Forderung nach Beendigung einer israelischen Besatzung und die Gründung eines palästinensischen Staates hinausgeht.

Der Bericht lässt erkennen, wie der Guardian geschickt die Standpunkte derer aufgreift, die gegen ein Konzept von zwei Staaten für zwei Völker sind. Der Zusammenfassung entsprechend…

• veröffentlichte der Guardian während des ersten Halbjahres 2011 mehr Gastkommentare von Palästinensern als von Israelis: elf Kommentare von neun Palästinensern gegenüber sechs von vier Israelis.

• Drei der palästinensischen Gastkommentatoren während dieses Zeitraums waren entweder Mitglieder der Hamas oder eng mit ihr verbunden und befürworteten Terroranschläge.

• Vier weitere Palästinenser waren säkulare Nationalisten, die Israels Legitimität ebenso ablehnten und Maßnahmen befürworteten, die es in einem Staat mit arabischer Mehrheit aufgehen lassen würden.

• Alle israelischen Gastbeiträge orientierten sich an linksgerichteten Politikvorstellungen in Israel, die davon ausgehen, dass man [Israel (bd)] Zugeständnisse machen müsse, damit zwei Staaten für zwei Völker entstehen können.

• Die Mehrheit der von Israelis beigesteuerten Kommentare beschäftigte sich mehr mit den Auswirkungen des Arabischen Frühlings als direkt mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt selbst.

Um den vollständigen Bericht als pdf-File [In Englisch] zu lesen, klicken Sie bitte hier.

Werden die letzten Flottillisten an Bord die Lichter ausmachen?

20. Juli 2011

HonestReporting Media BackSpin, 20. Juli 2011

Die zweite Flottille ist offiziell beendet.

Schiffe der israelischen Marine fingen die Dignite al Karama ab und bringen das Schiff zurück nach Ashdod. Widerstand wurde nicht geleistet.

Werden die letzten Flottillisten an Bord die Lichter ausmachen?

NGOs strangulieren palästinensische Wirtschaft

18. Juli 2011

HonestReporting Media BackSpin, 18. Juli 2011

Und ich dachte immer, es liege nur an der Besatzung.

Tim Marshall von Sky News erklärt, dass der massive Zustrom ausländischer Hilfe – insbesondere durch die UNRWA und NGOs – die Palästinenser süchtig gemacht habe, „und so lange Sie süchtig sind, sind Sie ihrem Dealer hörig.”

Hier ein Beispiel für die ungewollten Folgen, die Marshall beschreibt:

Kein palästinensisches Unternehmen kann mit NGOs konkurrieren, die in der Regel das Dreifache von dem zahlen, was ein Unternehmen vor Ort bieten könnte. Viele NGOs berappen “Gefahrenzulagen” und sogar “Härteleistungen” sowohl für ortsansässige als auch internationale Mitarbeiter, was die Privatwirtschaft vor Ort zusätzlich belastet. So erhalten die NGO-Mitarbeiter die lukrativsten und bestbezahlten Jobs, die privaten Unternehmen den Rest, aber ohne Steuerbefreiungen….

Damit soll nicht gesagt werden, dass NGOs nicht nötig wären; einige sind es. Aber sie verzerren den Wettbewerb, und speziell die Palästinenser können weder über richtig funktionierende Unternehmen verfügen, noch sind sie völlig unabhängig, zumindest so lange, bis ihre Führer teilweise entwöhnt sind vom Geld anderer Leute.

Aber einfacher ist es ja, der Besatzung die Schuld zu geben.

Die vollständige deutsche Übersetzung können Sie auf Castollux lesen.

Warum die UNO Israel gegenüber voreingenommen ist

14. Juli 2011

HonestReporting Media BackSpin, 14. Juli 2011

Dieses beeindruckende Video erklärt sehr anschaulich, warum Israel von der UNO nie eine faire Chance bekommen wird.

Leseempfehlungen

8. Juli 2011

HonestReporting Media BackSpin, 8. Juli 2011

• Zitat des Tages:

So viele Journalisten waren an Bord der Tahrir gepackt – es war schon erstaunlich, dass noch Platz für Hilfsgüter blieb.

Globe & Mail-Kolumnistin Margaret Wente (via HonestReporting Canada)

Malam liefert ausführliches Hintergrundwissen zum Flug der Rückkehr-Organisatoren und deren Pläne. Paul Larudee, derjenige, der die erste Idee zur Flytilla hatte, traf Ismail Hanija im Jahr 2008 für dieses Grabsch- und Grinsfoto [rechts im Bild [bd]).

Ich frage mich, was Larudee zum Neuesten über Hamastan zu sagen hat – der Inhaftierung eines Friseurs, der es wagte, Frauen die Haare zu schneiden.

Jody McIntyre behauptet, die Verhaftung Scheich Raed Salahs in Großbritannien seit als Kotau gegenüber der Israel-Lobby zu verstehen. Memo an McIntyre: Der CST Blog führt die israelischen Anklageschriften gegen Salah detailliert auf.

• Gestern jährten sich die Bombenanschläge vom 7. Juli 2005 in London, und ich habe in den britischen Zeitungen null Interesse ausgemacht. Harry’s Place denkt über die Gründe nach.

Frida Ghitis mit einen wichtigen, ernüchternden Beitrag über Ahmadinejads jüngste Machtspiele:

Dummerweise führt die immer noch tobende Schlacht zwischen Ahmadinejad und den Ayatollahs zu einer Auseinandersetzung Hardliner gegen Hardliner. Die Befürworter wahrer demokratischer Reformen sind in diesem Kampf nur Zuschauer, auch wenn sie Grund zur Hoffnung haben, dass die streitenden Parteien sich gegenseitig niederknüppeln und das Regime letztlich kollabiert.

In diesem Kampf zwischen Schlecht und Schlimmer stellt Ahmadinejad das kleinere von zwei bösartigen Übeln dar. Und Ahmadinejads Gegner, die es mit dem obersten Führer Ayatollah Ali Khamenei halten, werden wohl gewinnen….

In der Zwischenzeit geht die brutale Unterdrückung der Demokratiebewegung weiter.

Der Guardian dreht noch immer an seiner Flottillen-Version

7. Juli 2011

HonestReporting Media BackSpin, 7. Juli 2011

Die Flottillen-Aktivisten haben nie ein Hehl daraus gemacht, dass ihr zweiter Konvoi ein politischer Schachzug war, der Israel in Verlegenheit bringen sollte. Ambitionen, die Lieferung humanitärer Hilfe betreffend, waren immer zweitrangig.

Und doch unterstellt der Guardian anderes:

Obwohl einige geschworen haben, ihr Anliegen weiterzuführen, ist kein neues Abfahrtsdatum für die Flottille festgesetzt worden, die Medikamente, Nahrungsmittel, Geschenke und Baumaterialien nach Gaza bringen sollte.

Schauen wir mal, wie diese Aussage mit den von den Flottillenteilnehmern tatsächlich gemachten Äußerungen übereinstimmt:

1. In einem Brief an Präsident Obama sagten die Organisatoren der Audacity of Hope, sie würden nichts anderes als Briefe befördern:

Wir werden keinerlei Waren nach Gaza liefern.

2. Zumindest nervte die amerikanische Audacity of Hope mit Briefen. Die irische Schiff MV Saoirse transportierte überhaupt nichts:

Anders als die anderen Schiffe der Flottille wird das irische keinerlei Ladung oder humanitäre Hilfe an Bord haben.

3. Adam Shapiro, prominente Flottillen-Figur, in der Jerusalem Post:

Er sagte, dass der Rafah-Grenzübergang “nichts mit Hilfelieferungen zu tun hat – auch nicht unsere Flottille. Es geht darum, das Bewusstsein für die andauernde Besatzung des Gazastreifens und die Befreiung der Palästinenser zu verstärken. Die Hilfe war schon immer zweitrangig im Vergleich zur Botschaft der Herausforderung gegen die [israelische] Politik.“

4. Greta Berlin, ein weiteres prominentes Flottille, gegenüber der Irish Times:

Dieser [Aufwand] wird nicht wegen der Lieferung von Waren betrieben, sondern um die illegale Belagerung von Gaza zu durchbrechen”, so Greta Berlin, Gründerin der Dachorganisation, die im Jahr 2008 mehrere erfolgreich verlaufene Törns unternommen hatte.

Muss ich noch mehr sagen?

Auch wenn andere Schiffe diverse Güter geladen haben, hält es der Guardian nicht für nötig, israelische Quellen abzurufen, um herauszufinden, dass das primäre Ziel dieses Konvois nicht die Lieferung humanitärer Hilfe ist. NGO’s, die sich bereits in Gaza befinden – vor allem Gisha -; gingen sogar so weit zu sagen, die Flottillen-Lieferungen würden nicht benötigt. Sie beschrieben die Art und Weise, wie sich der Guardian in das Thema vergafft hat, als “ärgerlich und irreführend.”

Lesen die Redakteure nicht mehr die Stellungnahmen der Free Gaza-Akteure?

Niederländischer Internet-Aktivismus mit Flutwelle gegen die Flottille

6. Juli 2011

HonestReporting Media BackSpin, 6. Juli 2011

Ein dickes dank je wel an Hollands tapsige Flottillen-Initiative und unerschrockene Internet-Aktivisten, die zwielichtige links-islamistische Allianzen aufdeckten. Israel reitet jetzt auf einer unerwarteten Welle öffentlicher Unterstützung in den Niederlanden.

Dazu Yochanan Visser:

Viele Artikel – oft unter niederländischer Führung im Internet – enthüllten Allianzen zwischen extremen Linken und einheimischen Islamisten, die zusammen mit christlichen Gruppierungen das Bündnis Nederland-Gaza formten, das die holländische Teilnahme an der zweiten Gaza-Flottille organisieren sollte. Heraus kam eine seriöse öffentliche Debatte und die Zunahme pro-israelischer Aktivitäten und Unterstützung im Land….

Während diese Entwicklungen die Gaza-Flottille als Versuch von Hamas und radikalen Linken entlarvte, Israel zu delegitimieren und in Misskredit zu bringen, haben sie darüber hinaus eine wesentlich größere Bedeutung. Was sich in Holland zugetragen hat, ist eine Fallstudie dafür, wie Internet-Publikationen und -nachforschungen über versteckten Radikalismus und extremistische Verbindungen zu angeblich humanitären und gemäßigten Gruppen Regierungshaltung, Medienberichterstattung und öffentliche Meinung ändern können.


Visser zitiert u.a.:

1. Keesje Maduraatje informierte über den Free Gaza-Organisator für Holland, Rob Groenhuizen, „einen vorbestraften kommunistischen Extremisten und Mitglied der Gruppe, die als niederländisches Pendant zur deutschen terroristischen Rote Armee Fraktion fungierte”, die ihrerseits enge Beziehungen zur Palestinian Front for the Liberation of Palestine (PFLP) hatte.

2. Carel Brendel brachte Details über die niederländischen und italienischen NGOs und die Finanzierung ihres Bootes Boot Stefano Chiarini. De Telegraaf und Trouw spüren den Verstrickungen eines gewissen Amin Abu Rashed nach, einem niederländischen Hamas-Mitglied. Teilweise bedingt durch Rasheds Verbindung zur niederländischen Gaza-Stiftung – die wiederum Eigentümer der Stefano Chiarini ist- verließen sämtliche holländischen Journalisten das Schiff.

Diese Blogger rannten keine offenen Türen ein. Visser fügt hinzu, dass die niederländische Regierung in Erwägung zieht, die finanziellen Zuwendungen für Interchurch Organisation for Development and Cooperation (ICCO) zu streichen, seit bekannt wurde, dass ICCO öffentliche Gelder an Electronic Intifada weitergeleitet hatte.

So etwas nenne ich Internet-Aktivismus.


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