Archive for the ‘Medienwelt’ category

Es sind die Terror-Tunnel, Dummkopf

23. Juli 2014

Pesach Benson, HonestReporting.com, 21. Juli 2014 (übersetzt von Cora)

Es gibt keinen Platz für die Einwohner Gazas, um sich während der israelischen Luftangriffe zu verstecken, denn es gibt keine Luftschutzbunker.

Wenn man Anne Barnards Bericht in der New York Times liest, könnte man meinen, es läge allein an der fiesen Blockade des Streifens durch die Israelis. Baumaterial, so wird uns erzählt, darf nicht hinein. Eingeklemmt von den israelischen und ägyptischen Grenzbeschränkungen können sie nirgendwohin fliehen.

Und warum solltest du dir die Hände damit schmutzig machen, Gaza das größte Konzentrationslager zu nennen, wenn man eine wesentlich respektablere Person findet, die diese einfältige Beschuldigung für dich übernimmt?

Der britische Premierminister David Cameron nannte Gaza 2010 ein „Freiluft-Gefängnis“, womit er sich Kritik aus Israel einhandelte. In der Realität ist die gewaltige Mehrheit der Einwohner Gazas in der Falle, weil es für sie keine Möglichkeit gibt einen Flüchtlingsstatus hinter einer internationalen Grenze zu bekommen.

Nirgends in dem 968 Wörter langen Bericht wird erwähnt, dass die Hamas Baumaterial zur Verfügung hat oder dass sie es für den Bau von Luftschutzbunkern hätte verwenden können.

Die IDF entdeckte im letzten Jahr einen riesigen Terror-Tunnel in der Nähe des Kibbutz Ein HaShlosha. Nach den Dokumenten, die Al Monitor erhalten hat, war dieser Tunnel

2,5 Kilometer lang und hatte eine Decke, die hoch genug war für einen Mann durchschnittlicher Größe. Der Tunnel war außerdem bemerkenswert breit. Sein Bau verbrauchte 800 Tonnen Beton und die Kosten werden auf 10 Millionen Dollar geschätzt. Etwa 100 Arbeiter müssen mehr als zwei Jahre daran geschuftet haben. Der Tunnel war versehen mit einem Kommunikationsnetzwerk und Elektrizität und er enthielt einen Vorrat an Keksen, Joghurt und anderen Nahrungsmitteln, die es erlaubt hätten, darin mehrere Monate zu verbringen.

Barnard und ihr Herausgeber können nicht auf Unwissenheit plädieren. Die Times nahm das auch auf.

Mit 800 Tonnen Beton und mit 100 Arbeitern könnte man in zwei Jahren eine ganze Reihe Luftschutzbunker bauen.

Und wie wahrscheinlich ist es, angesichts der Herrschaft der Angst durch die Hamas, dass die Palästinenser Reportern wie Barnard erzählen, dass die tief im Boden gesicherten Terror-Tunnel ein relativ sicherer und komfortabler Platz wären, ums sich zu verstecken, nachdem die IDF ihren Anruf oder auf ihrem Dach „anklopft“?

Obwohl viele fliehen, wenn die Bomben fallen, spekulieren israelische Offizielle, dass die Hamas die Menschen mit Vergeltung bedroht, wenn sie weglaufen, um sie so als menschliche Schutzschilde zu benutzen. Die Einwohner Gazas erwähnen diese Drohungen nicht öffentlich, aber einige sagen, dass sie sich nicht frei fühlen, die Hamas zu kritisieren.

Memo an die Gray Lady: Es sind die Terror-Tunnel, Dummkopf!

Israel ist nicht schuld: Falsche Foto-Beschreibung korrigiert

19. Juli 2014

Simon Plosker, HonestReporting, 13. Juli 2014

Die folgenden zwei, Hatem Moussa von Associated Press zugeordneten Fotos erschienen in einer Fotomontage des Daily Telegraph:

 Text im oberen Rand:
Israel schickt Truppen in den Gazastreifen, während die Kämpfe weiter gehen: In Bildern

In der ersten Bildbeschreibung wurde das Feuer am Übergang Karni auf den Beschuss zurückgeführt, während die des zweiten Fotos genauer wurde und behauptete, das Frachtterminal sei „von israelischen Panzern beschossen“ worden.

Es ist undenkbar, dass Israel seinen eigenen Übergang angreift, über den Frachtgüter in den Gazastreifen geliefert werden. In der Tat hat die IDF bestätigt, dass das Feuer das Ergebnis einer palästinensischen Rakete war, die zu kurz flog.

Anerkennung an den Daily Telegraph, dass er die Beschreibung sofort änderte, als er von HonestReporting über den Fehler informiert wurde.

UPDATE:

HonestReporting war auch mit AP in Kontakt, die verantwortlich dafür war, dass die Fotos und die Bildbeschreibungen zahlreichen Presseorganen zur Verfügung gestellt wurden. AP hat die Beschreibungen auf den verletzenden Fotos inzwischen geändert.

Daily Mirror – nicht das Popcorn ist hier faul!

17. Juli 2014

Yarden Frankl, HonestReporting, 16. Juli 2014 (übersetzt von Cora)

„Dieses hetzerische Bild von Israelis, die Popcorn essen und jubeln während sie das Bombardement auf Gaza beobachten, löste Empörung auf Twitter aus.“

Nun, das ist es nicht.

Unter der Überschrift „Die fotografierten Israelis essen POPCORN und klatschen, während sie das tödliche Bombardement auf Gaza beobachten.“ berichtet der Daily Mirror über einen Tweet des dänischen Journalisten Allan Sorensen, der die israelischen Einwohner Sderots beschuldigt, den Konflikt mit Gaza in eine Art kranken Vergnügens zu verwandeln. Dieses Bild wirkt, als ob sich die Israelis daran erfreuen dabei zuzusehen, wie palästinensische Zivilisten bei einem Angriff mit weißem Phosphor verbrennen.

Aber da stimmt etwas nicht. Genauer gesagt, da ist einiges falsch.

Die Einwohner Sderots und der übrigen israelischen Gemeinden im Süden leiden seit Jahren unter dem Raketenbeschuss. Ihre Kinder sind praktisch in Schutzräumen aufgewachsen. Jeder wäre wohl in dieser Situation glücklich zu sehen, wie die, die andauernd Raketen abschießen, jetzt selber angegriffen werden. Vielleicht beobachten sie, wie das Iron Dome System diese Raketen hoch oben in der Luft abfängt. Es ist unmöglich festzustellen, worauf die Israelis schauen.

Was wir aber wissen ist, worauf sie NICHT schauen. Sie schauen nicht auf die Szene, die im Mirror dargestellt wird. Woher wir das wissen? Abgesehen davon, dass es unmöglich ist, all diese Details aus dieser Entfernung zu sehen, das große Foto wurde schon vor vielen Jahren aufgenommen.

Hier ist das Original, das von Getty Images am 17. Januar 2009 aufgenommen wurde.

Der Mirror hat lediglich ein altes Bild gefunden und es zu seiner Schlagzeile gemacht.

Gibt es einen besseren Weg um die falsche Berichterstattung vom blutrünstigen Israeli zu unterstützen?

Gaza Konflikt Tag 6. Hat die Hamas bewusst Ramallah angegriffen?

14. Juli 2014

Pesach Benson, HonestReporing, 13.07.14 (übersetzt von Cora)

Nachdem eine Rakete letzte Nach in Ramallah einschlug, vermutete Patrick Martin vom Globe & Mail, dass die Hamas bewusst auf die PA gefeuert hat.

Der Gedanke, dass militante Palästinenser aus Gaza auf die palästinensischen Behörden in Ramallah feuert, ist sicher eine neue Wendung in dem 6 tägigen Raketenkrieg zwischen Israel und den militanten von der Hamas angeführten Gruppen im Gazastreifen.

Aber es ist nicht unwahrscheinlich. Palästinenserpräsident Abbas hat die Hamas-Führung in dieser Woche zweimal wegen ihrer unverantwortlichen Raketenangriffe auf Israel heftig attackiert.

Der palästinensische Vertreter im UN-Menschenrechtsrat sagte, es gäbe keine Chance für die PLO, erfolgreich irgendwelche Anklagen wegen Kriegsverbrechen gegen Israel vor dem internationalen Gerichtshof vorzubringen. Der Grund dafür sei, dass der Raketenbeschuss der Hamas viel schlimmer sei. Laurie Blank argumentierte in The Hill genauso, aber es ist wirkungsvoller, wenn es Ibrahim Khreishah feststellt. Hier ist großartige Hingucker von MEMRI.

Nach Angaben eines UN Berichts (pdf–Format) über den Gaza–Konflikt, sind 77% der palästinensischen Opfer Zivilisten. Was die Berichterstattung von AFP, BBC und The Independent aber nicht erzählt: Dieses Dokument stellt deutlich fest, dass die meisten der Opfer aus Gaza hätten zuvor eine Warnung erhielten.

In den meisten Fällen wurden die Einwohner von den Israelis entweder durch Anrufe oder durch Warnschüsse kurz vor den Angriffen gewarnt.

Flächenbombardement auf Gaza. Wenn man France24-Korrespondenten glauben würde, müsste die Anzahl an palästinensischen Opfer wesentlich höher sein.

Israel ist nicht schuld! Falsche Fotobechreibung wurde korrigiert. HonestReporting sorgte für die Korrektur.

Israel unter Beschuss: Operation schützende Schneide

9. Juli 2014

Simon Plosker, HonestReporting.com, 8. Juli 2014

Israel sieht sich einmal mehr gezwungen militärisch gegen die Hamas im Gazastreifen vorzugehen. Hier sind einige der Schlüsselpunkte und -Informationen zur Operation Schützende Schneide.

Israel unter Beschuss

Seit Beginn des Jahres 2014 haben Terroristen aus dem Gazastreifen mehr als 540 Raketen auf unschuldige israelische Zivilisten geschossen. Raketenfeuer gefährdet mehr als 3,5 Millionen Menschen, die innerhalb der Reichweite der Raketen des Gazastreifens leben – rund 40% der Bevölkerung Israels. Es hat eine dramatische Eskalation des Raketenfeuers gegeben, da während des vergangenen Monats rund 240 Raketen geschossen wurden und mindestens 40 Raketen das südliche Israel alleine Montagabend trafen.

Wir sind entschlossen den Terrorkapazitäten und -infratstruktur der Hamas einen beträchtlichen Schlag zu versetzen, jede vom Gazastreifen ausgehende Bedrohung der israelischen Souveränität zu eliminieren und die Stabilität in der südlichen Region wiederherzustellen. Terroristen, die Aggression gegen Israel begehen, werden einen persönlichen Preis zahlen und die Folgen ihres Handelns tragen müssen.
Oberstleutnant Peter Lerner, IDF-Sprecher

Die IDF hat die Operation Schützende Schneide eingeleitet, um Israels Zivilisten gegen den Hamas-Terror zu verteidigen

Bei dieser Operation geht es nicht um Bestrafung, wie sie die Schlagzeile von SkyNews unten andeutet. Die Operation Schützende Schneide soll die Raketen stoppen.

Israel bombardiert den Gazastreifen, um das Raketenfeuer zu ahnden

Die Hamas traf die Entscheidung zur Eskalation und wird daher einen schweren Preis dafür zahlen. Israel hat versucht die Lage zu deeskalieren, indem es der Hamas Waffenruhen anbot. Die Times of Israel schreibt:

Die arabische Tageszeitung Al-Hayat berichtet, dass Israel die Hamas und den Islamischen Jihad über Ägypten am Montag warnte, wenn das Raketenfeuer weiter gehe, werde die IDF heftig reagieren.

„Israel wird den Gazastreifen mit harter Hand schlagen, wenn die zwei Bewegungen keine Waffenruhe akzeptieren“, sagte ein hochrangiger offizieller Vertreter Ägyptens Repräsentanten der beiden Organisationen, hieß es von eine palästinensischen Offiziellen.

Die Operation startete Montagabend, als die IDF rund 50 Ziele angriff, darunter Raketenabschusssysteme und versteckte Abschussrampen, Tunnel, Trainingslager, Waffenlager, die Häuser von Hamas-Terroristen und andere Bereich terroristischer Aktivitäten.

Hier können Sie sehen, wie die IDF am Montagabend zwei Terrororte beschießt:

Kein Land der Welt würde eine Situation hinnehmen, in der in den Wochen nach der Entführung dreier israelischer Teenager fast 300 Raketen und Mörser aus dem Gazastreifen auf israelische Bevölkerungszentren geschossen worden sind.

Hamas-Raketen

Seit der Operation Wolkensäule im Jahr 2012 hat die Hamas die Größe und Stärke ihres Raketenarsenals verstärkt. Sie besitzt derzeit 10.000 Raketen und Mörsergranaten, darunter Langstrecken-Raketen wie die FAjr-5. Im IDF-Video unten sehen Sie mehr dazu:

Der Raketenabwehrsystem Eiserne Kuppel hat sich als bemerkenswert effektiv erwiesen. Aber kein Raketenschild dieser Art bietet 100% Schutz. Es gibt auch eine nur eine begrenzte Anzahl der Batterien der Eisernen Kuppel, um die gesamte Region abzudecken. Israelische Opferzahlen sind zwar im Verhältnis zur Zahl der geschossenen Raketen gering gewesen, aber das liegt nicht an fehlender Motivation seitens der palästinensischen Terroristen, die versuchen so viele Tote und Verletzte wie möglich zu verursachen.

Seien Sie vorbereitet auf Pallywood

HonestReporting hat in der Vergangenheit schon viele Beispiele von Pallywood entlarvt, bei denen Fotos oder Videos gestellt oder abgeändert wurden, um den Propagandawert für die Palästinenser zu maximieren. Es ist also einigermaßen erfreulich, dass die BBC endlich zugegeben hat, dass dies ein Problem sein könnte:

Im Verlauf der vergangenen Woche ist der Hashtag #GazaUnderAttack Hunderttausende Male genutzt worden, oft um Bilder zu verbreiten, von denen behautet wird, sie zeigten die Auswirkungen israelischer Luftangriffe auf den Gazastreifen.

Eine Untersuchung von #BBCtrending hat festgestellt, dass viele dieser Bilder nicht aus dem aktuellen Konfliktgeschehen oder auch gar nicht aus dem Gazastreifen stammen. Einige entstanden bereits 2009 und andere in Konflikten in Syrien und dem Irak.

http://www.bbc.co.uk/emp/embed/smpEmbed.html?playlist=http%3A%2F%2Fplaylists.bbc.co.uk%2Fnews%2Fmagazine-28198163A%2Fplaylist.sxml&title=%23BBCtrending%3A%20Are%20%23GazaUnderAttack%20images%20accurate%3F&product=news

Israel gegen Behauptungen übertriebener Gewaltanwendung verteidigen

Palästinensische Raketen sind keine „selbst gebastelten Flugkörper“ – sie sind tödlich und bedrohen eine große Anzahl israelischer Bevölkerungszentren. Der Status Gazas als Terrorbasis ist ebenfalls als Ergebnis der Quantität der verbesserten Waffen verstärkt worden, die aus dem Sudan, Libyen und dem Iran eingeschmuggelt werden und eine noch größere Bedrohung der israelischen Zivilbevölkerung darstellen.

Aufgrund früherer Erfahrungen ist es nur eine Frage der Zeit, bis einige der internationalen Medien Israel wegen der Anwendung „übertriebener“ oder „unverhältnismäßiger Gewalt“ zur Erreichung seiner Ziele kritisieren. Bereiten Sie sich darauf mit unserer folgenden Diashow vor:

http://image.slidesharecdn.com/digdipl-excfrc-17a-111017004444-phpapp01/95/defending-israel-against-claims-of-excessive-force-1-638.jpg?cb=1373525667

Wie Sie helfen können

Das Schlachtfeld in den Medien ist immens wichtig. Israel wird nur dann Spielraum eingeräumt effektiv mit der Hamas im Gazastreifen umzugehen, wenn die Öffentlichkeit in den westlichen Staaten begreift, warum genau Israel handelt und welche Maßnahmen es einsetzt, um zivile Opfer zu vermeiden.

HonestReporting wird Sie mit Eilmeldungen und Meldungen zur Entwicklung auf dem Laufenden halten sowie die Meiden in den kommenden Tagen beobachten.

Folgen Sie HonestReporting auf Facebook und Twitter.

Sie können auch dem IDF-Blog folgen sowie vertrauenswürdigen Nachrichtenquellen wie der Times of Israel und der Jerusalem Post.

Lesen Sie auch Krieg im Gazastreifen: 5 Tipps, wie man sich die Nachrichten sortiert und in den sozialen Medien verantwortlich teilt.

Krieg im Gazastreifen: 5 Tipps, wie man sich die Nachrichten sortiert und in den sozialen Medien verantwortlich teilt

8. Juli 2014

Pesach Benson, HonestReporting.com, 8. Juli 2014

Raketen fliegen. Israels reagiert mit Luftangriffen und der Einberufung von Reservisten. Die Armee nannte die Mission „Operation schützende Schneide“.

Der Konflikt wird nicht nur am Himmel des Gazastreifens und der israelischen Heimatfront gekämpft. Er wird auch in den Medien ausgetragen. Wir werden alle möglichen Nachrichten, Fotos und Videos zu sehen bekommen. Leute posten bereits Beobachtungen auf Facebook, Twitter und anderen Plattformen sozialer Medien.

Wie können wir – da wir alle informiert sein und andere informieren wollen – durch die Informations-Überlastung ordnen? Und wie sieht es mit unserer Verantwortung für das aus, was wir zum Teilen aussuchen?

Hier können fünf Tipps helfen.

1. Wie kann ich das wissen? Bei allem, was Sie lesen, fragen Sie sich. „Wie kommt der Reporter (Aktivist, Tweeter, mein bester Freund etc.) an diese Information?“ Ist die Quelle letztlich Augenzeuge aus erster Hand? Zitiert er einen Augenzeugen? Das führt zu Punkt zwei.

2. Quellenarbeit: Ist die Quelle kenntlich gemacht? Kann man selbst einschätzen, ob sie verlässlich ist? Wenn die Quellen anonym sind, hat der Reporter glaubwürdig erklärt, warum sie namenlos bleiben müssen?

3. Bilder: Hüten Sie sich vor Bildern die nicht mit Quelle versehen sind. Wir haben Bilder aus Syrien und alte Bilder aus dem Gazastreifen gesehen, die unverantwortlich als „aktuell aus dem Gazastreifen“ ausgegeben werden. Wenn Sie also ein Foto teilen, geben Sie Informationen dazu, wo Sie es sahen und warum Sie ihm so stark vertrauen, dass Sie es teilen. Das ist transparent, aws zu meinem nächsten Punkt führt.

4. Seien Sie transparent. Transparenz macht es uns allen einfacher Ihren Gesprächsbeitrag zu verarbeiten. Und wenn etwas von Ihnen Geteiltes sich als fingiert herausstellt, kann Transparenz Ihre Glaubwürdigkeit davor bewahren verbrannt zu werden.

5. Im Zweifelsfall lassen Sie es weg. Überstürzen Sie nichts, wenn Sie etwas posten. Atmen Sie durch und durchdenken Sie es.

Bild: CC BY flickr/mkhmarketing

Israel trauert um drei ermordete Teenager, Medien veranstalten Sauerei

2. Juli 2014

Simon Plosker, HonestReporting.com, 1. Juli 2014

Israel betrauert den Verlust von Naftali Fraenkel, Eyal Yifrach und Gil-ad Shaar, die von Hamas-Terroristen ermordet wurden. Die Leichen der drei Teenager wurden Montagabend in Halhul, nördlich von Hebron entdeckt. Da wir unseren Sitz in Israel und viele unserer Mitarbeiter eigene Kinder haben, wird der Verlust hier bei HonestReporting gefühlt, wie das in ganz Israel und der jüdischen Welt der Fall ist.

Leider ist ein Teil der Medienberichterstattung mangelhaft. Wir zeigen hier einige er schlimmsten Übeltäter.

Israel will „Rache“

Der Christian Science Monitor veröffentlichte seinen Bericht unter der folgenden Schlagzeile:

Wird sich nach dem Fund dreier toter israelischer Teenager der Kreislauf der Rache verschärfen?

Was den Bericht selbst angeht, so ist er angefüllt mit von Vorurteilen geprägten Äußerungen:

Seit dem Verschwinden der Jungen hat die Westbank die Wiederbelebung der Kollektivbestrafung durch Israel erlebt.

Nach Angaben des CSM geht es bei Israels Operation sie zurückzubekommen also schlicht darum die Palästinenser zu bestrafen.

Der Eindruck israelischer Böswilligkeit und rachsüchtigem Verhalten geht weiter:

Derweil hat die israelische Öffentlichkeit hartes Handeln gefordert. Die jetzt noch stärkeren Kontrollen ihrer Bewegungen und mehr Toten unterworfenen Palästinenser haben geschäumt.

Und in einem weiteren Beispiel für unprofessionellen Journalismus berichtet der CSM unbegründete Gerüchte eines Vorfalls, den es nicht gab:

Es gibt Gerüchte über Mobs an Westbank-Siedlern, die sich versammeln, um Selbstjustiz-Anschläge gegen Palästinenser und palästinensisches Eigentum auszuüben.

Der CSM beginnt dann Opferstatistiken zu zitieren, die sich besonders auf Kinder und Teenager konzentrieren, um zu beweisen, dass es einen „Kreislauf der Gewalt“ und Rache gibt. Nach Angaben des CSM „geht das Töten auf beiden Seiten weiter“. Für nicht relevant betrachtet der CSM jedoch, dass es nur eine Seite in diesem Konflikt ist, die darauf erpicht ist um des Tötens willen zu töten. So wird die vorsätzliche Ermordung von Israelis durch palästinensische Terroristen moralisch dem Tod von Palästinensern bei Antiterror-Operationen der IDF gleichgestellt.

Sie können Ihre durchdachten Kommentare an den Christian Science Monitor schicken: letters@csmontor.com

Raketen werden nicht erwähnt

Nach Angaben der IDF führten nach mehr als 18 Raketen, die seit Sonntagabend auf Israel abgefeuert wurden, Flugzeuge der israelischen Luftwaffe am frühen Dienstagmorgen einen Präzisionsschlag gegen 34 Ziele im Gazastreifen aus.

Aber nirgendwo sind bei Sky News die Raketen auch nur erkennbar; dort wurden Raketenangriffe auf Israel überhaupt nicht erwähnt. Es geht nur um die drei ermordeten Jugendlichen:

Seit der Entdeckung hat es eine Reihe von Luftangriffen auf den Gazastreifen gegeben, darunter einen auf die südliche Stadt Khan Junis.

Eine „angebliche“ Entführung

Die Times of London lässt wissen:

Israel bereitete gestern Abend einen massiven Vergeltungsschlag gegen Gaza und die Westbank vor, nachdem die Leichen von drei Jungen im Teenageralter, die angeblich von palästinensischen Militanten entführt wurden, nach einer dreiwöchigen Suche gefunden wurden.

„Angeblich entführt“? Abgesehen von den Leichen der drei Jugendlichen – wie viel mehr Beweise braucht die Times, bevor sie das Offensichtliche schreibt?

Idiotische Vergleiche

Während Bürgerkrieg und Tod in großem Ausmaß im Nahen Osten stattfinden, wird Paul Whitefield von der Los Angeles Times komplett apokalyptisch:

Haben Sie Sorge wegen des Irak, Syriens oder der Bedrohung durch die ISIS? Nun, Sie sollten Ihrer Liste lieber das hier hinzufügen: eine neue israelisch-palästinensische Auseinandersetzung.

Doch es sieht nach einer Auseinandersetzung aus, die nur von einer Seite initiiert werden konnte – Israel:

Fassen Sie alles zusammen und was haben Sie? Jau, ein Rezept für mehr Kämpfe: ein weiterer israelischer Angriff auf den Gazastreifen, vermutlich, und vielleicht auch noch die Westbank. Ganz zu schweigen von einem weiteren Rückschlag für jegliche Hoffnung nach einer Regelung des lange laufenden israelisch-palästinensischen Konflikts.

Whitefield beschreibt sich selbst in seinem Twitter-Profil als „eine leicht schräge Sicht auf die Nachrichten vertretend“. Direkt aus der Quelle.

Fehlgeleitete Ausrichtung

Mx News, die Nachmittagsausgabe der australischen The Age, scheint sehr schräge Prioritäten zu haben. Was ist wichtiger: Drei ermordete Kids oder Ziegelsteine und Mörser?

Israel reißt Häuser ab

„Bombardierung“ von Häusern

Es ist schon eine wahre Übertreibung aus dem Abriss des Hauses eines Terroristen einem Bomben-Feldzug zu machen, aber Irlands RTE schafft es Bilder von F-16 statt von Bulldozern herbeizuzaubern:

Israels Armee bombardiert Häuser von Verdächtigen der Westbank-Entführung

Palästinensischer Politiker macht Israel für die Morde verantwortlich

Dr. Mustafa Barghouti beweist, dass die Palästinenser nicht in der Lage sind Verantwortung für irgendeinen Terrorakt zu übernehmen und macht auf BBC Newsnight Israel für den Tod der drei Teenager verantwortlich:

Zu allererst denke ich, dass der Hauptverantwortliche für den tragischen Tod, der geschah, Herr Netanyahu selbst ist. Er schickte diese Jungen als illegale Siedler in eine illegale Siedlung und er ist auch für den tragischen Tod von bisher mehr als zehn Palästinensern verantwortlich, die von seiner Armee getötet wurden, einschließlich dreier Kinder.

„Drei junge, jüdische Siedler“

2. Juli 2014

Simon Plosker, The Times of Israel (Ops & Blogs), 25. Juni 2014

Die meisten Israelis (mit Ausnahme gewisser israelisch-arabischer Knessetmitglieder) und Juden sind Naftali Fraenkel, Gil-Ad Shaar und Eyal Yifrach die eigenen Kinder. Es spielt keine Rolle, wo sie zur Schule gingen, wie religiös sie sind, welche politischen Ansichten sie haben oder wo sie wohnten.

Aber für manchen in den Medien ist das definierende Element der drei Teenager die Verbindung zu „Siedlungen“, die wichtiger zu sein scheint als das menschliche Element der Geschichte.

Für von der wahrgenommenen Zentralität der Siedlungen für den gesamten Konflikt zwischen Israel und den Palästinenser besessene Medien passt die Darstellung von Fraenkel, Shaar und Yifrach als „Siedler“ bequem in ihr Bild. Wenn die drei Teenager Siedler sind, dann sollten sie also nirgendwo auch nur ansatzweise in der Nähe der Gegend gewesen sein, in der sie entführt wurden.

So wird ein an Teenagern verübter Terrorakt „verständlich“. Die Leser mögen vielleicht nicht mit der Entführung einverstanden sein, aber die Betonung verschiebt sich trotzdem von der palästinensischen Verantwortung auf die Opfer.

Und was ist mit dem Begriff „Siedler“?

Ein typisches Beispiel ist der Economist, der seinen Bericht mit dem Verweis auf die „Entführung von drei jungen jüdischen Siedlern“ beginnt.

In Schriftverkehr zwischen HonestReporting und dem Economist wurde herausgestellt, dass von den drei entführten Teenagern nur einer – Gil-ad – tatsächlich jenseits der Grünen Linie wohnt, in der Gemeinde Talmon. Naftali und Eyal wohnen in Nof Ayalon und Elad, die beide innerhalb der Linien von vor 1967 liegen und daher nicht als Siedlungen beschrieben werden könnten.

Der Economist schoss mit der Äußerung zurück, da die Jungen in Westbank-Jeschiwas zur Schule gingen, liege man innerhalb des Rechts sie „Siedler“ zu nennen.

Das ist natürlich fragwürdig. Die Adressen auf ihren israelischen Ausweisen sind die ihrer Eltern und es waren diese Zuhause, in die die Jungen am Abend ihrer Entführung zurückkehren wollten. Es darf auch angenommen werden, dass der 16-jährige Naftali Fraenkel in den meisten entwickelten Ländern als Minderjähriger und daher weiter unter der Aufsicht seiner Eltern in Nof Ayalon stehend gelten würde.

Letztlich spielt aber der Streit um Semantik, so wichtig er ist, wenn es um die Berichterstattung aus dieser Region geht, nur die zweite Geige hinter der wahren Agenda des Economist. Und die besteht in der Entmenschlichung der in jüdischen Gemeinden in Judäa und Samaria lebenden Israelis.

Statt dreier unschuldiger Jungen, die wahrscheinlich dieselben Interessen wie Teenager überall in der Welt haben, verwendet der Economist den Begriff „Siedler“ im ersten Satz seines Artikels, um die Geschichte zu gestalten.

Der Begriff ist in den westlichen Medien zu einer abwertenden Bezeichnung geworden und der Economist hat seine Leser als erstes auf das negative Stereotyp gelenkt, das von den Medien von radikal religiösen, Waffen schleppenden Extremisten verbreitet wird, die das größte Hindernis für den Frieden zwischen Israelis und Palästinensern darstellt.

Soweit es den Economist interessiert, wurden drei dieser Hindernisse in der Nacht vom 12. Juni beseitigt.

Australische Juden als Djihadisten

29. Juni 2014

Simon Plosker, HonestReporting.com, 24. Juni 2014 (übersetzt von Cora)

Die Aussicht, dass junge Muslime in den Irak oder nach Syrien reisen, um dort mit den djihadistischen Gruppen wie ISIS zu kämpfen, bevor sie wieder in die Länder zurückzukehren, deren Staatsbürgerschaften sie haben, ist etwas, das vielen westlichen Regierungen immer mehr Sorge bereitet.

Im Brisbane Courier Mail schreibt Paul Syvret aber, dass „der Islam kein Monopol auf kompromisslose Unzufriedene hat und alle Religionen und Gesellschaften tendieren dazu ihre eigenen Markenzeichen extremistischer Unholde auszubrüten“. Damit hat er nicht Unrecht. Aber australische Juden, die in der IDF dienen, in einem Atemzug mit den Anhängern der Al Kaida zu nennen, ist völlig unangebracht.

Oder was sind in diesem Fall die jungen jüdischen Australier, die „Alyiah machen“, eine Rückkehr nach Israel, und dann im Militär dieses (fremden) Landes dienen – Streitmacht, die sehr gut in blutigem regionalem und religiösem Konflikt geschult ist?

Um diese Aussage noch zu unterstreichen, beinhaltet der Artikel, ungeachtet des fehlenden Bezugs zur Thematik, zwei neue Video-Berichte über die derzeitige IDF Operation, welche die drei entführten Jugendlichen wieder nach Hause zu bringen soll. Ein beigefügtes Foto trägt folgenden Beschreibung:

Jüdischen Australiern, die im israelischen Militär dienen und Aufgaben übernehmen könnten wie in der West-Bank zu patrouillieren, wie die Soldaten oben, wird die Kritik erspart, mit der muslimische Eiferer überzogen werden.“

Benji Rutland, ein australischer Einwanderer in Israel und ehemaliger IDF Offizier äußerte im Gespräch mit HonestReporting seinen Abscheu:

„Der Vergleich zwischen dem Dienst in der IDF und der ISIS basiert auf genau der Engstirnigkeit, die der Autor zu verabscheuen behauptet. Man kann über die israelische Politik uneins sein kann (was viele lautstark sind) – aber wie in jeder Demokratie erfüllt die Armee diese Politik, während sie an internationalen Normen festhält. Auf der anderen Seite ist ISIS, eine grausame, blutige Organisation, die darauf aus ist ihren extrem religiösen und ethnischen Ansichten allen aufzuzwingen, die unter ihre Kontrolle geraten. Der Dienst in der IDF ist für alle israelischen Bürger verpflichtend, die sehr wohl die Notwendigkeit verstehen, dass sich Israel verteidigen muss. Man muss doch nur fragen, wie viele Ex-IDF Soldaten in den Westen zurückgekehrt und in Terrorattacken verwickelt sind – keine! Und wir müssen nur auf den tödliche Anschlag auf die belgische Synagoge vor einigen Monaten schauen, um zu wissen, was Ex-ISIS Leute zu erreichen versuchen.“

Für die New York Times sind es die Palästinenser, die leiden

25. Juni 2014

Simon Plosker, HonestReporting.com, 17. Juni 2014

Drei israelische Jungen wurden entführt und bis jetzt ist die New York Times mehr am palästinensischen „Leiden“ interessiert. Es ist erst einige Tage her, dass IDF eine große Aktion gestartet hat, um die drei entführten Jugendlichen Eyal Yifrach (19), Naftali Frenkel (16) und Gil-ad Shaar (16) zu finden. Urteilt man nach Jodi Rudorens Bericht in der New York Times, könnte man glauben, Hebron sei seit Monaten oder gar Jahren „belagert“.

Wir hören, dass die Brüder Jaber „besorgt sind, dass die Hochzeit der 17jährigen Tochter Kayeds am Montag ruiniert werden könnte“.

Es wird uns erzählt, dass die örtliche Radiostation „kriegerische Hymnen abspielt, die unterbrochen werden von den Verlautbarungen über die Anzahl der Panzer, die in das Viertel eindringen“ und wie man entlang „der Hauptstraße Süßwarenläden, den Handyständen, Autohäusern und Boutiquen hinter heruntergelassenen Rolltoren und Holzläden müßig herum sitzt.“

Hebrons Bürgermeister wird mit den Worten über das Elend der palästinensischen Menschen zitiert, die alle „in einem großen Gefängnis“ sitzen.

Die einzige israelische Reaktion sind die Verweise eines Soldaten auf Spürhunde und der eines anderen Soldaten, der einen Reporter auffordert „Geh weg!“ Nirgendwo wird darauf hingewiesen, dass die Militäroperation der Israelis sofort enden könnte, wenn und wann die drei Jugendlichen befreit werden. Die israelische Aktion wird als Strafe dargestellt, einzig und allein dazu da, die Palästinenser leiden zu lassen. Und als Sahnehäubchen wird ein Palästinenser zitiert, der meint, die Entführung habe niemals stattgefunden.

Viele hier und überall in den palästinensischen Gebieten, fragen sich, ob die Entführung überhaupt stattgefunden hat. Die Anführer verweisen in einigen offiziellen Verlautbarungen auf die „angebliche Entführung“ und die Netzwerke sind voll mit Verschwörungstheorien darüber, wie die jüdischen Siedler das Geschehen inszenierten oder die israelische Regierung das Ganze als Vorwand benutzt, um die Hamas aus der Westbank zu werfen und die derzeitige Versöhnung zwischen Hamas und der Palästinensischen Befreiungsorganisation zu hintertreiben.
Ahmad Abu Eisheh (27) stellte dazu fest, dass bis jetzt noch kein glaubwürdiges Bekennerschreiben aufgetaucht sei. „Die Hamas bekennt sich zu Entführungen“, sagt Abu Eisheh, der für eine Reinigungsfirma arbeitet. „Ganz sicher ist das ein Film. Sie wollen die Versöhnung zerstören.“

Wenn die New York Times die Unannehmlichkeiten für die Palästinenser wegen der Anstrengungen der Israelis ihre Jungen wieder zu finden als Äquivalent eines terroristischen Akts ansieht, der zu dieser Situation geführt hat, dann ist ganz klar etwas schief gegangen. Der Artikel zeigt einen ernsten Mangel an Ausgewogenheit.

UPDATE: Ein Leser erhielt das folgende Schreiben von Jodi Rudoren:

Wir haben uns entschieden einen Doppelartikel zu bringen statt zwei grundverschiedene Sachen gemeinsam. Das erschien uns respektvoller und eine Möglichkeit jeder mehr Raum zu geben. Einen journalistische Entscheidung, die auf Ausgewogenheit und Vollständigkeit zielte.

Wir sind uns bewusst, dass die Doppelartikel auf derselben Seite der Druckausgabe der New York Times erschienen. Diese Rechtfertigung gilt aber schlicht nicht für die Online-Ausgabe. Nirgendwo innerhalb des Artikels von Jodi Rudoren gibt es einen direkten Lnik zum anderen Text. Einfach ausgedrückt: Rudorens Artikel im Internet sollte als Einzelstück behandelt werden und nicht als Teil eines Pakets.

Sky News: Alles begann, als Israel anfing nach seinen Jungs zu suchen

24. Juni 2014

Simon Plosker, HonestReporting.com, 16. Juni 2014

Der wahrscheinlich zynischste und absolut hässlichste Bericht über die Entführung der drei israelischen Jugendlichen kam von Sky News. Zuerst die Schlagzeile.

Israelische Festnahmen riskieren das Entzünden eines neuen Konflikts

Nach dieser Logik, ist nicht die Entführung von Eyal Yiftach, Gil-ad Shaar und Naftali Frenkel der Funke, der diese Krise entzündet hat, sondern Israels Antwort. Es begann damit, dass Israel damit anfing nach seinen Jungs zu suchen.

Aber das ist erst der Anfang. Im Rest des Artikels beschuldigt Tom Rayner zynisch die Regierung Benjamin Netanyahus die Entführung für eine Politik der Beendigung der Beziehungen mit der Hamas und der Palästinensischen Autonomiebehörde zu nutzen. Natürlich kann die Entführung nicht von der Gesamtpolitischen Lage getrennt werden. Rayner scheint aber die Natur der Hamas beschönigen zu wollen.

Mit der Ausschaltung der Hamas-Führer durch Festnahmen in der Westbank und Luftangriffe auf den Gazastreifen verfolgten sie (die IDF) zwei Ziele.

Das erste ist, alle Handlungsmöglichkeiten der Organisation zu zerstören und durch eine Kriminalisierung ihrer Mitglieder in der Haft ihren „terroristischen“ Charakter zu betonen.

Die Luftangriffe auf den Gazastreifen, die in den letzten Tagen stattgefunden haben, sind die direkte Antwort auf die auf zivile Ziele gerichteten palästinensischen Raketen. Und anstatt die „Hamas Anführer auszulöschen“ haben diese Luftschläge die terroristische Infrastruktur zum Ziel gehabt, weniger die terroristischen Individuen der Hamas oder irgendeiner anderen Terrororganisation.

Und was die „de facto Kriminalisierung“ der gefangenen Hamas Mitglieder angeht: Welche weiteren Beweise braucht Rayner noch für die Kriminalität der Hamas oder ihren „terroristischen“ Charakter? Sind Selbstmordanschläge, Raketen und Schießattacken, abgesehen von Entführungen, nicht genug?

Darüber hinaus, so Rayner:

„Die Hamas für ein Verbrechen zahlen zu lassen, dessen sie beschuldigt wird, mag im israelischen Verständnis Sinn machen, aber das Militär auf eine politische Organisation loszulassen, hat unvermeidlicherweise Auswirkungen auf das Leben der Zivilisten, die mit ihnen und um sie herum leben.“

Das Militär auf eine politische Organisation loslassen? Mit dieser Beschreibung will uns Rayner glauben machen, dass Israel die friedlichen Mitglieder einer Menschenrechtsorganisation zur Zielscheibe macht, statt eine Terrororganisation. Möglicherweise tragen die Gefangengenommenen keine Waffen und bauen auch keine Bomben, aber das heißt nicht, dass die Hamas-Apparatschiks völlig unschuldige Zuschauer sind.

Von den Interviews mit Palästinensern, die ihre Unschuld beteuern, über die „illegale Siedlung Kiryat Arba“ ohne jegliche qualifizierte Erklärung bis hin zu dem begleitenden Video (die zweite Videobox auf der rechten Seite der Sky News-Seite) machen klar, wo Rayners Sympathien liegen.

Tatsächlich hat Rayner in seinem gesamten Artikel das wichtigste Detail der Krise vergessen – drei israelische Jungs wurden entführt und die IDF tut alles in ihrer Macht stehende, um sie wieder nach Hause zu bringen.

Drei Jugendliche wurden entführt, offizielle Medienberichte: „verschwinden“

23. Juni 2014

Simon Plosker, HonestReporting.com, 16. Juni 2014 (übersetzt von Cora)

Einige weitere mangelhafte Berichte über die Entführung der drei israelischen Jugendlichen.

Dies hier kommt von den kanadischen CTV News:

oberes Bild: Israelis verhaften Hamas Vertreter als Teil der Suche nach den drei verloren gegangenen Jugendlichen. unteres Bild: Palästinenser besichtigen den Schutthaufen eines Hauses in Gaza Stadt, welches von einer israelischen Rakete am frühen Morgen des 16.6. getroffen wurde.

Anscheinend sind die Jugendlichen, wie die Schlagzeile sagt, einfach vermisst, als ob sie auf dem Weg nach Hause schlicht falsch abgebogen wären. Und was das Begleitfoto angeht: Wie passt das Bild eines israelischen Luftschlags als Antwort auf Raketen aus Gaza zu der Geschichte über eine Entführung?

******

Wie wäre es mit ein wenig chronologischer Umkehrung, freundlicherweise zur Verfügung gestellt von NBC News:

Israel beschuldigte am Sonntag die Hamas der Entführung dreier israelischer Jugendlicher in der Westbank, Stunden nachdem die Sicherheitskräfte Dutzende Palästinenser bei einer hochgefahrenen militärischen Anstrengung zur Suche nach den Jungen verhaftete.

Was war zuerst? Die Entführung oder die israelische Reaktion? Da sollte jemand bei NBC News schnell dran arbeiten.

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Die Daily Mail hatte vermutlich die richtige Idee als sie auf ihrer Homepage hervorheben wollten, dass die Gewalt weltweit von islamistischen Terroristen begangen wird. Aber etwas ging bei der Durchführung gründlich schief.

Die Leichen häufen sich: Von Kenia bis zum Irak zeigen schockierende Bilder, wie eine Welle islamistischer Gemetzel ein neues Zeitalter barbarischen Terrors überall in der Welt signalisiert hat.

Der Artikel selbst macht zwar klar, dass Hamas-Terroristen für die Entführung der israelischen Jugendlichen verantwortlich sind, doch ist das Bild einer weinenden Araberin in der Box mit dem Etikett „Palästina“ sicher nicht der passendste Weg das zu unterstreichen und unterstellt sogar, dass die Israelis diejenigen sind, die die Blutbäder anrichten.

Verständnis für den BDS-Teufel

21. Juni 2014

Simon Plosker, HonestReporting.com, 5. Juni 2014 (übersetzt von Cora)

Kein Zweifel, das Rolling Stones Konzert gestern Abend [Mittwoch 4.06.2014] war historisch. (Der Autor war einer der etwa 50.000 Fans, die sich an einer phantastischen Schow erfreuten.) Aber umstritten? Nur in den Augen der Unterstützer der „Boykott, De-Investition und Sanktionen“-Kampagne, welche, ganz im bekannten Stil, erfolglos versucht hatte, die Stones derart einzuschüchtern, dass sie ihren Auftritt in Israel absagen. Tatsächlich ist ihre Versagensrate, bewiesen durch die Anzahl hochrangiger Perfomer in Israel in diesem Sommer, das einzige, mit dem der BDS in den Medien erscheint.

Warum gab dann Sky-News der BDS unberechtigterweise Publicity? In ihrem Bericht „Rolling Stones geben umstrittenes Israel-Konzert“ geht es weniger um das erfolgreiche Konzert, als vielmehr darum der BDS Bewegung neues Leben einzuhauchen.

Die Gruppe kam unter Druck von Pro-palästinensischen Aktivisten sowie anderen Rockstars, den Auftritt als einen Teil des Boykotts gegen Israel wegen angeblicher Menschenrechtsverletzungen abzusagen.

Das palästinensische „Boykott, De-Investitionen und Sanktionen“-Komitee drängte die Stones auf das Konzert zu verzichten mit der Anmerkung, sie seien einst lautstarke Gegner der Rassentrennung in Süd-Afrika gewesen, die der Apartheid der israelischen Politik gegenüber der Palästinenser gleiche.

„Palästinensische Organisationen drängen die Rolling Stones vom Auftritt im Apartheidstaat Israel abzusehen und die israelischen Verletzungen des internationalen Rechts und der Menschenrechte gegenüber dem palästinensischen Volk nicht zu übersehen“, sagte BDS, als das Konzert im März angekündigt wurde.

Anstatt Mick Jagger und die Band zu Wort kommen zu lassen, wurden wir mit Begriffen wie „Boykott“, „Menschenrechtsverletzungen“, „Rassentrennung“, „Arpartheid“ und „Verletzungen des internationalen Rechts und Menschenrechte gegen die Palästinenser“ versorgt. Und das ungeachtet der Tatsache, dass das Stones–Konzert ein weiteres Beispiel für das absolute Versagen der BDS ist, fährt Sky-News fort:

„Eine immer größer werdende Anzahl von Regierungen und internationalen Firmen sagten, sie wären nicht mehr dazu bereit mit israelischen Firmen zusammenzuarbeiten, wenn diese Verbindungen zu den jüdischen Siedlungen unterhielten; ein Höhepunkt des langwierigen Erfolges der von den Palästinensern geführten Boykott-Kampagne.“

So viel zu einer „von Palästinenser geführten Boykott–Kampagne“ – selbst die Autonomie Behörde betrachtet diese als marginale Unruhestifter! Der einzige „schleichende Erfolg“ für die BDS ist in diesem Fall, dass Sky-News unnötigerweise eine Debatte losgetreten hat, wo es keine gab und einer Kampagne eine mediale Aufmerksamkeit verschafft hat, die, wie die Rolling Stones gezeigt haben, gescheitert ist.

Entführte israelische Jugendliche – die schlimmste Berichterstattung

16. Juni 2014

Simon Plosker, HonestReporting.com, 15. Juni 2014 (übersetzt von Cora)

Wir werden alles tun, um unsere #Jungs zurückzubringen

Die terroristische Entführung von Eyal Yifrach (19), Gilad Shaar (16) und Naftali Frenkel (16), letzterer mit der doppelten amerikanischen und israelischen Staatsbürgerschaft, hat zu einigen problematischen Artikeln geführt. Hier zeigen wir die bisher schlimmsten:

Entmenschlichung israelischer Jugendlicher

Der Guardian änderte seine Schlagzeile als Ergebnis von Beschwerden zu dieser:

Israelis starten Suche um Hebron, nachdem drei jugendliche Siedler vermisst werden.

Laut dem Guardian haben:

israelische Sicherheitskräfte eine große Suchaktion nach drei Teenager-Siedlern gestartet, von denen einer wahrscheinlich ein amerikanischer Staatsbürger ist, in den Bergen um Hebron gestartet, als diese vermisst gemeldet wurden und man fürchtete, sie seien von einer palästinensischen Gruppe entführt worden.

In der Weltsicht des Guardian ist es weitaus besser, Yifrach, Shaar und Frankel als „Siedler“ und politische Akteure darzustellen, statt als israelische Kinder, die versuchen vom Unterricht nach Hause zu kommen. Das unterstreicht die Entschuldigung der Aktion der palästinensischen Terroristen und bemüht sich zu „verstehen“, warum diese überhaupt den Wunsch verspüren, eine Entführung durchzuführen, was dadurch eher ein Vergehen der Opfer, denn der Terroristen ist.

UPDATE: Der Guardian änderte seine Schlagzeile als Resultat von Beschwerden wie folgt:

Israel beginnt Suche rund um Hebron, nachdem drei Teenager vermisst werden.

In einem späteren Bericht des Guardian, zu dem es HonestReporting nach Kontaktierung des Jerusalem-Korrespondenten der Zeitung gelang ihn abändern zu lassen, heißt es:

Die Sorge um die Teenager, einer davon ein US-Bürger, wächst, nachdem die israelische Armee sagte, sie könne nicht bestätigen, ob sie leben oder tot sind. Die drei lebten in Siedlungen in der südlichen Westbank und verschwanden Dienstagabend bei einem Tramperpunkt nahe Kfar Etzion in den Hebron-Bergen.

Wie wir Beaumont erklärten, lebten die drei nicht „in Siedlungen im Süden der West – Bank“. Beide, Yifrach, der aus Elad, in der Nähe von Petah Tikva und Frenkel, der aus Nof Ayalon, in der Nähe von Modi´in kommt, leben nicht in Siedlungen. Shaar kommt aus der Siedlung Talmon, die nicht im Süden der West – Bank liegt.

Diese unrichtige Zeile wurde entfernt.

Alles nur wegen der Siedlungen

Derweil hat sich CNN bemüßigt gefühlt, folgenden Absatz hinzuzufügen, um (unnötigerweise) die zentrale Stellung der Siedlungen in dieser Story zu betonen:

Der Aufmarsch des Militärs zur Suche nach den Jugendlichen und die schnelle Vermutung, dass es sich dabei um eine Entführung handelt, sind ein Spiegelbild der Spannungen, die zwischen den jüdischen Siedlern und den Palästinensern in der West–Bank herrschen. Die Ausweitungen der jüdischen Siedlungen in der Westbank sind ein dauerhafter Streitpunkt in dieser Region.
Das hat die Karte der palästinensischen Gebiete verändert, was die Bildung eines zusammenhängenden Staates Palästina als Teil jeglichen Friedensabkommens erschwert, sagen die Kritiker.
Die hoch umstrittenen Bautätigkeiten der Israelis in der Westbank und in Ost–Jerusalem, wo die Palästinenser ihren zukünftigen Staat sehen, hat den Friedensbemühungen geschadet.

Sky News stellte sicher, dass die „Illegalität“ des gesamten Gebiets von Gush Etzion betont wird:

„Das Trio, von dem wohl einer die amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt, sind Schüler einer Yeshiva oder religiösen Schule im Gush Etzion, einem jüdischen Siedlungsblock in der Westbank, der nach internationalem Recht illegal genannt wird.“

Eine korrekte Bewertung des Status von Gush Etzion würde aufzeigen, dass dies eine Interpretation des internationalen Rechts ist und von Israel natürlich nicht anerkannt wird.

Warum fuhren sie per Anhalter?

Der Christian Science Monitor nimmt einen völlig anderen Gesichtspunkt zur Geschichte ein und fragt „Warum fuhren die entführten Jugendlichen per Anhalter in der Westbank?“

Niemand fragt, warum sie letzte Nacht auf einer Autobahn, die von vielen Palästinensern befahren wird, per Anhalter fuhren.

Sollte der CSM nicht eher die Moral einer Entführung hinterfragen, statt sich auf das Mitfahren per Anhalter zu fokussieren? Nicht, wenn man folgenden Abschnitt des Artikels liest:

Durch den offiziellen Weg Israels palästinensische Häftlinge gegen entführte Soldaten freizulassen, so wie bei dem Austausch von 1027 Häftlingen für Sgt. Gilad Shalit 2011, befürworten viele Palästinenser die Entführung von israelischen Soldaten und Zivilisten als Druckmittel für Gerechtigkeit.

„Druckmittel für Gerechtigkeit“?!“ Es gibt keine Gerechtigkeit dabei, palästinensische Terroristen in israelischen Gefängnissen gegen Israelis, die von der Schule kommen, auszutauschen.

„Militante“ Juden tanzen und beten

10. Juni 2014

Simon Plosker, HonestReporting.com, 10. Juni 2014

Wenn es je ein Beispiel dafür gab, wie das Wort „militant“ in den Medien zu einem bedeutungslosen Sammelbegriff geworden ist, dann in dieser Story der AFP:

Mehrere Dutzend radikale Juden versammelten sich am Montag an einem als Cenacle bekannten Ort in Jerusalem, um gegen christliche Pilger zu protestieren, die dort anlässlich Pfingsten beteten, sagte ein Sprecher der Polizei…

Ein AFP-Fotograf sagte, christliche Pilger und Touristen wurden von der Polizei in einem Teil der Kirche festgehalten, während militante Juden tanzten und beteten.

Stellen wir mal klar: Wenn Palästinenser Terroranschläge verüben, dann werden sie von AFP und den meisten anderen Medien als „Militant“ beschrieben. Wenn Juden tanzen und beten, dann sind sie ebenfalls „Militante“.

Damit stimmt doch irgendetwas ernsthaft nicht, oder?

Förderung von Hassreden: Ha’aretz lotet neue Tiefen aus

7. Juni 2014

Simon Plosker, HonestReporting.com, 5. Juni 2014

Ha’aretz-Herausgeber Amos Schocken machte neulich in einem offenen Aufruf für Abonnenten klar, dass er seine Zeitung als Werkzeug zur Förderung einer besonders politisierten Agenda betrachtet. Aber wie weit ist Ha’aretz bereit zu gehen? Urteilt man anhand eines Meinungskommentars, dann hat Ha’aretz die Grenze von legitimer Kritik zu offenem Hass gegenüber dem Staat Israel überschritten.

In diesem Text „Israeli apartheid exposed at the airport“ (Israelische Apartheid am Flughafen offenbart, hinter der Paywall) schreibt der israelische Araber Salman Masalha:

Viele würden dem Prinzip zustehen, dass ein Staat, welchen Namen auch immer er hat, der Rassentrennung praktiziert, kein Recht hat unter Vortäuschung moralisch zu sein in der Welt zu existieren.

Israel ist diese Art Staat.

Er fährt mit der Dokumentation seiner Behandlung durch Sicherheitsbeamte am Ben Gurion-Flughafen fort. Zugegeben, für eine Sicherheitsüberprüfung herausgeholt zu werden, kann keine angenehme Erfahrung sein, doch sie kann zumindest im Kontext der besonderen Bedrohungen israelischer Flugzeuge und Passagiere verstanden werden.

Masalha beschuldigt Israel der „Rassentrennung“ und verweist auf „die Schule der Rassisten des Zionismus“ und macht so klar, dass sein Problem mit Israel weit über Sicherheitskontrollen am Flughafen hinaus geht. Stattdessen ist es Israel pure Existenz, die illegitim ist:

Man muss es klar ausdrücken: Ein Staat, der irgendeinen seiner Bürger, nur weil es ihn dort gibt und wegen seiner ethnischen Zugehörigkeit, als permanent verdächtig betrachtet, hat kein Recht zu existieren. Ein Staat, der versucht sein Apartheid-Regime hinter technologischen Geräten zu verstecken, hat kein Recht zu existieren. Technologie kann das zionistische Böse nicht auf ewig verbergen. Denn auf Ideologie basierendes Böses wird irgendwann überfließen, hervorbrechen und die das Gesicht der Rassisten bedeckende Maske zerschlagen.

Masalha fährt mit einer unangemessenen Analogie der Behandlung der Juden durch die Nazis fort:

Um es klar zu sagen: Das nächste Mal, wenn ich an den Ben Gurion-Flughafen gehe, werde ich einen gelben Flicken dabei haben, um allen durch die Gates gehenden Bürgern der Welt die Wahrheit über den jüdisch-demokratischen Defekt zu zeigen.

Während Masalha Israel beschuldigt ein rassistischer Staat zu sein, könnte er vielleicht einmal über seine eigene Wortwahl nachdenken, mit der er den leitenden israelischen Sicherheitsbeamten beschreibt, der das Objekt seines Wutanfalls ist:

Ophir war ein junger, dunkelhäutiger Sicherheitsmann, vielleicht nachkomme von Konvertiten aus der arabischen Halbinsel, vielleicht aus dem Atlas-Gebirge. Doch eines war klar: Seine schwarze Farbe sah sehr heruntergekommen aus, ramponiert und befleckt vom Bösen.

Es ist erstaunlich, dass eine Zeitung, die mit ihren „liberalen“ Sensibilitäten wirbt, es gestattet, dass ein Satz wie dieser den redaktionellen Prozess übersteht. Er offenbart allerdings, dass Masalha von demselben Rassismus getrieben ist, dessen Opfer zu sein er behauptet.

Letztlich würde, sollte die Sprache des Hasses in diesem Meinungsartikel bei Ha’aretz in einem Auslandsmedium auftauchen, sie Empörung provozieren. Dass sie in einer israelischen Nachrichtenquelle erscheint, die von Auslandsjournalisten als führende israelische Zeitung betrachtet wird, gibt der Sprache der Delegitimierung Legitimität.

Ha’aretz hat das Recht Israel zu kritisieren, aber es hat auch die Verantwortung Hassreden und Israels Existenzrecht offen infrage zu stellen nicht zu veröffentlichen. Ist es überhaupt überraschend, dass einige Auslandsmedien kaum Bedenken haben ähnliche Tiraden zu veröffentlichen, wenn sie sie bei Ha’aretz finden?

Reuters schießt der Wahrheit ins Knie

1. Juni 2014

Pesach Benson, HonestReporting.com, 29. Mai 2014

Die IDF suspendierte eine Soldaten, weil er seine Waffe beim Zusammenstoß während des Nakba-Tags auf nicht genehmigte Weise abfeuerte. So heißt es in israelischen Medienberichten z.B. bei der Jerusalem Post, Ha’aretz, YNet und der Times of Israel.

Die Berichte stellen klar, dass dieser Soldat NICHT die Schüsse abgab, die die palästinensischen Teenager Nadim Nuwara und Mohammed Salameh töteten. Als Mitglied einer nicht kämpfenden Kommunikationseinheit war der fragliche Soldat nicht autorisiert seine Waffe zu benutzen, außer er wird beschossen oder befindet sich in einer lebensbedrohlichen Lage; dennoch feuerte er mehrere Gummigeschosse auf eine Mauer, in der Hoffnung palästinensische Steinewerfer zu verscheuchen.

Jetzt stellen Sie sich vor, was ein fahrlässiger oder verwirrter Reporter mit dieser Information anfangen könnte. Dann sehen Sie sich genau an, wie Reuters Ihre Vorstellung erfüllt:

Berichte: Israelischer Soldat nach tödlichen Schüssen in Westbank suspendiert

Das Problem ist mehr als eine Schlagzeile, der Nuancen völlig fehlen. Der Vorspann ist sogar noch schlimmer:

Israel suspendierte einen Soldaten wegen der tödlichen Schüsse auf zwei palästinensische Teenager bei einem Protest am 15. Mai in der besetzten Westbank, berichteten israelische Medien am Mittwoch.

Die meisten Menschen sehen Schlagzeilen in sozialen Medien und auf Internetseiten, ohne auf die Artikel zu klicken. Die wenigsten, die die Story anklicken, tendieren dazu die ersten zwei oder drei Absätze zu lesen. Nur eine Minderheit der Leser die bis zum siebten Absatz bei dem Bericht blieben, erfuhren – Überraschung! – dass die Suspendierung nichts mit den Toten zu tun hatte.

Es gibt aber keine Beweise, die den Soldaten mit einem der Todesfälle vor dem Ofer-Gefängnis nahe der Westbank-Stadt Ramallah verbindet. Der Soldat wurde suspendiert, weil er Gummigeschosse verschoss, keine scharfe Munition, heißt es in den Berichten.

UPDATE:

Die New York Times hat denselben Fehler gemacht. Ihr Bericht beginnt:

Das israelische Militär suspendierte einen Soldaten, der diesen Monat auf Video festgehalten wurde, wie er sein Gewehr auf Protestierende in der besetzten Westbank abfeuerte. Videobeweise zeigten, dass der Soldat mit seiner Waffe innerhalb von Sekunden schoss, in denen ein palästinensischer Junge kollabiert und zu Boden fiel; es erwies sich, dass er eine tödliche Schusswunde erlitt.

The Independent: Zionismus „vertrieb die Palästinenser“

24. Mai 2014

Simon Plosker, HonestReporting.com, 21. Mai 2014

Der Independent schreibt:

Heute gifteten palästinensische Aktivisten wegen der Pläne des Papstes seinen ersten Besuch als Pontifex ans Grab Theodor Herzls zu machen, dem Gründer des Zionismus, der politischen Bewegung, die Israel gründete und die Palästinenser vertrieb.

Als politische Bewegung und Ideologie ging es dem Zionismus weder um die Vertreibung der Palästinenser noch war er dafür verantwortlich. Es scheint so, dass Independent-Reporter Ben Lynfield sich mit den Kommentaren des BDS-Aktiviten Omar Barghouti identifiziert, der in dem Artikel mit diesem Verweis auf den Zionsimus zitiert wird: Er ist

eine offenkundig rassistische Ideologie, die dazu gedient hat die ethnische Säuberung des größten Teils der eingeborenen Bevölkerung Palästinas zu ermöglichen und zu rechtfertigen.

Wenn Lynfield behauptet, dass die gesamten Daseinsgrund hinter Israels leitender zionistischer Ideologie darin bestand die Palästinenser aus dem Land zu entfernen, dann ist es fragwürdig, ob er in der Lage ist auf objektive Weise aus der Region zu berichten.

Es scheint so, als könne der Independent nicht zwischen Meinung und Nachrichten unterscheiden.

So entsetzlich, es wird euch zum Weinen bringen!

23. Mai 2014

Simon Plosker, HonestReporting.com, 19. Mai 2014 (Übersetzung: Cora)

Peter Goers

Man kann die hasserfüllte Propaganda des Ausflugs einer Reise der australischen „Freunde Palästinas“ nur erahnen, die einen Kommentar des Radiomoderators Peter Goers in der Adelaide Sunday Mail zum Ergebnis hatte. In Goers‘ Text ist derart viel übertrieben worden, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll.

Goers Anfang gibt einem eine Ahnung von dem, was folgt.

Jesus weinte. In Palästina weinte Jesus und ich auch. Ich weine um die Palästinenser, die unter der israelischen Apartheid leben.

Von da an weint Goers so viel, dass der ganze Artikel zu einem Ausraster in Schriftform wird. Während man auf den Vorwurf der Apartheid noch etwas erwidern kann (hier mehr über die Apartheidsstaat-Lüge), ist das meiste, was nun folgt eine Mischung von unbewiesenen Behauptungen und absoluten Lügen. Einige Beispiele:

Ich weine über jeden der 720 Kilometer der barbarischen Mauer in Israel …

Statt einer „barbarischen Mauer“ sind 97% der Barriere vielmehr ein Drahtzaun. Und ganz nebenbei: Was ist an der israelischen Verteidigung gegen palästinensischen Terrorismus und Selbstmordattentate barbarisch?

Ich weine um die vielen Israelis, die den 1400 Jahre alten Felsendom, die Al Aksa Moschee und die christlichen Kirchen in diesem Land, aus dem die Propheten kamen, zerstören wollen.

Wie viele Israelis wollen heilige islamische oder christliche Stätten zerstören? Anders als die Palästinenser respektieren die Israelis die Unantastbarkeit der heiligen Stätten anderer Religionen und diese werden vom israelischen Recht geschützt. Aber das ist nur eine von vielen bizarren Anschuldigungen, die keine Basis in der Realität haben.

Palästinenser bekommen nur 20% Strom und Wasser und bezahlen sechmal wie Israelis so viel für die unregelmäßige Lieferung.

Eine weitere eigenwillige Statistik ohne Beleg zur Untermauerung. Seit dem Oslo-Abkommen hat der Wasserverbrauch zugenommen (hier mehr zum Thema Wasser), fließt Strom für die Palästinenser nur eine Stunde täglich und in halber Stärke fließt (wohl kaum eine „unregelmäßige Lieferung“), weil die palästinensische Jerusalem District Electric Company $154 Schulden hat und Israel deswegen auf die gerade erfolgte Aussöhnung zwischen Fatah und Hamas reagierte.

Jesus war ein Palästinenser, der unter einer anderen Besatzung geboren wurde.

Eine lächerliche Verdrehung der Geschichte. Jesus war natürlich Jude, der römischen Besatzung lebte.

Ich weine um die tyrannischen, kriegerischen Israelis. Die Juden – einst so unterdrückt, nun so unterdrückerisch.

Nicht Israelis – „Juden“! Gemäß Goers verhalten sich die Opfer der Nazis genauso wie ihre Unterdrücker.

Ich weine um die Palästinenser, die sechs Anrufe tätigen müssen um einen Krankenwagen zu bekommen. Die Israelis machen nur einen.

Ist es tatsächlich Israels Schuld wenn der palästinensische Rote Halbmond nicht so effizient arbeitet wie der Magen David Adom?

Ich weine um die 1004 palästinensischen Kinder die im letzten Jahr eingesperrt, gefoltert, missbraucht und entführt wurden.

Israel der Folter und des Kindesmissbrauchs zu beschuldigen ist ganz schlicht eine Verleumdung. Israel foltert und entführt keine palästinensischen Kinder. Der tatsächliche Kindesmissbrauch ist die Vergiftung der jungen Herzen, die dazu führt, dass palästinensische Kinder an Gewalt und Terror teilnehmen.

Abgesehen von dem Genannten, bietet Goers nichts anderes als einen absolut einseitigen und verzerrten Kommentar, frei von jeglichem Verständnis oder Bereitschaft auch die israelische Seite zu sehen. Das Ergebnis ist erstaunlich ignorant und beleidigend.

Lest es und weint.

Die Haaretz gibt ihre politische Agenda zu

15. Mai 2014

Simon Plonsker, HonestReporting.com, 13. Mail 2014 (übersetzt von Cora)

Der Besitzer der Haaretz, Amos Schocken hat einen offenen Brief geschrieben, der nur an die Online-Abonnenten gerichtet ist. Das ist nicht erstaunlich wenn man bedenkt, dass ihre Verbreitung auf dem israelischen Markt für Druckerzeugnisse nach einer Marktuntersuchung aus der 2. Hälfte des Jahres 2013 bei gerade mal 6.1% liegt.

Um es kurz zu sagen, die Ansichten der Haaretz sind völlig unrepräsentativ für die Mehrheit der israelischen Gesellschaft und Politik insgesamt. Zur Zeit wird die Haaretz vor allem von Ausländern beachtet, die in ihr ein Äquivalent zur New York Times sehen (daher verwundert es nicht, dass Haaretz ihr Ansehen mit einer Partnerschaft mit der N.Y. Times als Herausgeber ihrer internationalen Ausgabe geschmückt hat).

Schocken drängt die Leser auf Haaretz-online zu abonnieren. Im Unterschied zu einer Erklärung zum journalistischen Auftrag, wirbt er so für seine Zeitung:

Wenn Sie das tun, werden Sie ein Partner im fortgesetzten Bemühen, Israel als liberale, konstitutionelle Demokratie zu gestalten, die die Werte des Pluralismus, der Bürger- und Menschenrechte hochhält. Sie werden zum Partner in der aktiven Unterstützung der Zweistaaten-Lösung und dem Recht palästinensischer Selbstbestimmung, was Israel erlauben würde sich von der Last der territorialen Besetzung und der Kontrolle eines anderen Volkes zu befreien.

Außerdem behauptet Schocken:

Um es einfach zu sagen: Wenn Nachrichten aus Israel kommen, dann kommen sie hauptsächlich über die Haaretz und wenn Ansichten eine Kontroverse, eine Debatte und Reflektionen durch die nahöstliche oder jüdische Welt auslösen, dann kamen sie entweder direkt von der Haaretz oder leben sich dort in Op-Eds, Kommentaren oder Blogs aus.

Damit hat er Recht. Trotz ihrer geringen Auflage ist die Haaretz die Zeitung der Wahl für ausländische Journalisten, Kommentatoren und Politiker, die die gleichen Pläne verfolgen wie die, die Schocken darstellt. Während daran selber nichts falsch ist, hat die Haaretz ihre meinungsbildende Mission auf eine völlig neue Stufe gebracht, insbesondere durch die Reichweite ihrer englischen Webseite, die benutzt wird, ihre Meinung weit über Israels Grenzen hinaus zu verbreiten. Die Haaretz hat in der Vergangenheit gezeigt, dass sie sich mehr um ihr ausländisches Publikum kümmert als auf das einheimische israelische. Unfähig irgendeinen signifikanten Einfluss auf die innenpolitischen Dinge ausüben zu können, nutzt Haaretz ihre englischsprachige Internetseite und die Druckausgabe, um Druck von außen auf Israel aufzubauen.

Man verweist auf Haaretz als glaubwürdige Quelle und viele negative Geschichten in den internationalen Medien entstammen ursprünglich einer Haaretz-Story. Doch Schocken selbst hat zugegeben, dass Haaretz alles ist, nur nicht objektiv. Und wie weit ist Haaretz bereit zu gehen, um ihre politische Agenda voranzutreiben? Es scheint nur noch wenige rote Linien gibt, wenn man die hasserfüllten Artikel des Haaretz-Starkolumnisten Gideon Levy betrachtet, der 2012 wegen der Manipulation einer Meinungumfrage Dishonest Reporter Award (Preis für den unehrlichsten Reporter) bekam, mit der „bewiesen“ wurde, dass Israel ein Apartheidstaat sei. Oder die Korrespondentin Amira Hass, die dreist palästinensisches Steine werfen verteidigte, auch wenn das israelische Tote zur Folge haben kann.

Schockens erklärter Auftrag ist auch in den Dingen beachtenswert, die er auslässt. Während er fröhlich so positive Begriffe wie „liberal“, „Pluralismus“ und „Bürger- und Menschenrechte“ einfließen lässt – was ist mit „jüdisch“? Das spricht Bände über ein Medium, das allzu oft wirkt, als wäre es von der Identität Israels als ein jüdischer und demokratischer Staat peinlich berührt.

Schockens Appell zeigt, dass sich die Haaretz nicht um eine objektive und genaue Darstellung bemüht, sondern alles für einen politischen Feldzug und Kampagnen-Agenda tut. Daher wäre es für die Auslandsmedien Pflicht, Haaretz eher als eine politische Partei denn primäre Nachrichtenquelle zu betrachten. Noch mehr als die Haaretz aber sollten sich die ausländischen Reporter vom Werben für ihre eigenen Meinungen enthalten, wenn sie über Israel berichten. Sich hinter der Haaretz zu verstecken um tendenziöse Artikel zu verbreiten ist inakzeptabel.

Während die Haaretz ein Produkt der lebendigen Demokratie und Pressefreiheit in Israel ist, spielt diese Zeitung doch eine gewichtige Rolle bei der Dämonisierung Israels. Amos Schockens offener Brief bestätigt leider, dass die Haaretz alles dabei ist, nur kein unbeabsichtigter Komplize.


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