Archive for the ‘Medienwelt’ category

Die Berichterstattung im Zeitalter der Bestätigungen

22. September 2014

Alex Margolin, HonestReporting, 10. September 2014 (übersetzt von Cora)

Der Krieg in Gaza hat ungewöhnlich üppige Analysen der Berichterstattung über den Mittleren Osten hervorgebracht, einschließlich eines herausragenden Artikels des ehemaligen AP-Reporters Matti Friedman, der behauptete, dass die Berichterstattung eines Teiles der Medien von einer „feindlichen Bessenheit gegen die Juden“ geprägt war.

Für den ehemaligen Chef des Jerusalemer Büros der New York Times, Ethan Bronner, besteht das Problem nicht darin, wie die Reporter diese Region darstellen, sondern im Verhältnis der Leser zu den Nachrichten. In einem Interview mit dem Magazin Moment, beschreibt Bronner, der von 2008 bis 2012 als Chef des Büros arbeitete, seine Erfahrungen „auf einem der heißesten Stühle des Journalismus“ zu arbeiten.

„Einer der deprimierendsten Schlüsse, die ich ziehen musste, war: Die Leute sind nicht wirklich an Informationen interessiert. Sie wollten lediglich die Bestätigung ihrer eigenen Ansichten. So war die Aufgabe, die wir uns als Journalisten stellten – die Komplexität, die vielen Grautöne der Wahrheit herauszustellen, damit die Menschen verstehen würden, dass das Leben kompliziert ist – für die meisten Menschen nicht von Interesse. Stattdessen wollten sie nur das hören, was ihre eigene Geschichte wiederholte oder was sie bestätigte.“

Bronners Haltung wird von der Untersuchung der Medien, die Shawn Powers für das USC Center of Public Diplomacy und Mohammed el Nawawy, von der Queens University in Charlotte, bestätigt, die schon 2009 veröffentlicht wurde. Übereinstimmend mit dieser Veröffentlichung schreibt der Pacific Standard:

„Powers und el-Nawawy betonen, dass das das in der arabischen Welt während des 1991er Golfkriegs eingeführte Satellitenfernsehen, sowohl die Strukturen des globalen Nachrichtensystems als auch dessen Rolle in Kriegszeiten veränderte. Obwohl diese Erfindung das Potential gehabt hätte, ein wirklich globales Forum kulturübergreifender Kommunikation zu werden, fanden die Wissenschaftler heraus, dass sich die Zuschauer rund um die Welt zunehmend den Nachrichtenstationen nicht zuwenden, um die letzten Neuigkeiten in der Welt zu erfahren, sondern um jene Informationen zu erhalten, die in ihr vorgefertigtes Weltverständnis passen.“

Die Frage ist nun, inwieweit die Verkäufer der Nachrichten bereit sind, den Lesern das zu geben, was sie verlangen. Matti Friedman zeigt die vielen Ironien auf, die auftauchen, wenn man das Objektiv auf den Umgang mit Israel richtet:

„Weiße Menschen in Paris und London, deren Eltern vor nicht allzu langer Zeit in ihren Wohnzimmern in Rangoon oder Algier von dunkelhäutigen Menschen Luft zugefächelt bekamen, verdammen den jüdischen „Kolonialismus“. Amerikaner, die an Orten wohnen, die „Manhattan“ oder „Seattle“ heißen, verurteilen die Juden, die Ureinwohner Palästinas vertrieben zu haben. Russische Reporter verdammen Israels brutale Militärtaktik. Belgier verurteilen Israels Umgang mit den Afrikanern. Als Israel einen Transportservice für die palästinensischen Arbeiter in der besetzten Westbank einrichtete, erfuhren die amerikanischen Nachrichtenleser von Israels „Rassentrennungs-Bussen“. Und es gibt nicht wenige Leute in Europa, nicht zuletzt in Deutschland, die sich darüber freuen, wenn die Juden des Genozids beschuldigt werden.“

Geschichten, die ich gerne lesen würde: An der Oberfläche der UNRWA kratzen

31. August 2014

Honest Reporting, 28. August 2014

Wir wissen von der IDF von ein paar Beispielen, wo Einrichtungen der UNRWA (United Nations Relief and Works Agency) dazu benutzt wurden, Waffen zu lagern und Raketen auf Israel abzufeuern.

Dieses Hilfswerk der UNO betreut die palästinensischen Flüchtlingslagr — alles von Schulen und Kliniken bis zur Lagerinfrastruktur. Gemäss ihrer Webseite hat das Hilfswerk ein Budget von 2014-2015 von 1.5 Milliarden Dollar, und 92 Prozent von diesem Geld kommen von UNO-Mitgliedstaaten — also euer Steuergeld.

Da Raketen in Schulen zu fortgeschritten sind für den typischen wissenschaftlichen Klub von Maturandenklassen, hat die UNRWA etwas Erklärungsbedarf. Das Problem ist, es lohnt nicht, den Atem anzuhalten in der Erwartung dessen, dass die UNO sich selbst untersucht, geschweige denn die Resultate öffentlich macht. Eine laue Entschuldigung der UNRWA, körnige IDF-Bilder, und eine Hand voll Beispiele, die es in die Medien geshafft haben, sind nur die Spitze des Eisbergs.

Es ist Zeit für einen kühnen Reporter, den Handschuh aufzunehmen und im öffentlichen Interesse ein paar schwierige Fragen zu stellen.

Wie haben Waffen den Weg in UNRWA-Gebäude gefunden? Wussten ihre Mitarbeiter davon, oder waren sie sogar daran beteiligt?

Zum Umfang: Wieviele weitere Schulen, Klinken, Lagerräume und Büros der UNRWA sind noch betroffen? Von wievielen weiteren Orten, in die die Hamas eingedrungen ist, wissen wir noch gar nicht?

Zur Finanzierung: Wieviel Geld hat das Hilfswerk verloren, und wer ist dafür verantwortlich? Wie ist die Stimmung der Geldgeber der UNRWA?

Zu de Folgen: Wird die UNO irgend jemanden dafür zur Verantwortung ziehen? Welche Schlussfolgerungen ziehen die Offiziellen in der Palästinensischen Autoritätsbehörde, in Jordanien, Syrien und dem Libanon — die ebenfalls UNRWA-verwaltete Flüchtlingslager haben — aus all dem? Und welche Schritte, wenn überhaupt, kann die UNRWA angehen um das Vertrauen von Israel wieder zu gewinnen?

Zum Einsatz: Eine Überprüfung sollte jenen Schwung geben, die der UNRWA Gelder entziehen wollen. Nicht wenige Stimmen wollen die Verwantwortung für die palästinensischen Flüchtlinge dem Uno Hochkommissariat für Flüchtlinge übertragen (die UNRWA ist überflüssig) oder sogar der palästinensischen Autonomiebehörde (das würde theoretisch die PA stärken).

Gibt es einen Enthüllungsjournalisten, der sich der Aufgabe gewachsen fühlt?

Bild: CC BY-SA HonestReporting, flickr/Andrew Magill

Medien-Fehlschüsse zum Zusammenbruch des Gaza-Waffenstillstands

26. August 2014

Simon Plosker, HonestReporting, 20. August 2014 (übersetzt von Cora)

Zum elften Mal hat die Hamas im derzeitigen Konflikt das Waffenstillstandsabkommen gebrochen, diesmal indem sie am Dienstagnachmittag Raketensalven in den Süden Israels schossen. Es ist klar, wer für den Ausbruch der Gewalt verantwortlich ist und die Verhandlungen versenkte, die zu diesem Zeitpunkt noch im Gange waren. Aber die Medien haben es wieder einmal geschafft, es falsch darzustellen.

Als die Nachricht kam, konnte The Guardian nicht anders, als Israel als Aggressor darzustellen

Israel beginnt mit neuen Luftangriffen auf Gaza

Die Überschrift des Daily Telegraph lässt Zweifel an der Schuld der Hamas zu, indem sie Anführungszeichen setzen, die völlig unangebracht sind

Israel schlägt gegen Gaza los, nachdem die Hamas „den Waffenstillstand gebrochen hat“

Der Untertitel vom The Independent sagt, dass „Israel behauptet, Hamas Terroristen brachen die Waffenruhe, indem sie Raketen aus Gaza abschossen“. Dem folgte ein Verweis auf „einen vermeintlichen Angriff am Dienstag“, was die Glaubwürdigkeit Israels ebenso in Frage stellt wie den Status der Hamas Terroristen.

Andere Medienorganisationen zeigen durch eine moralische Gleichsetzung Nachsicht und weisen Israel die gleiche Schuld zu, ungeachtet der Aggressionen durch die Hamas. Als Beispiel dafür der Aufmacher der LA TimesL

Israelische und Gazaner Militante gehe noch vor dem Ende der Waffenruhe erneut aufeinander los

Und Kanadas Globe and Mail:

Der Krieg in Gaza geht mit tödlichen Angriffen und Raketenbeschuss weiter

Oder The Scotsman, der ebenfalls Israelis und Hamas die gleiche Verantwortung für das Scheitern des Waffenstillstands in Rechnung stellt, indem er das Geschehen mit einem „Austausch der Raketen“ beschreibt:

Gaza: Der Austausch von Raketen Ruiniert die Gespräche in Ägypten

Für einige Medien wurden die Raketenangriffe, die den Waffenstillstand brachen, ohnehin aus den Geschichtsbüchern radiert, womit Israel fälschlich als der Hauptverantwortlicher dargestellt wird.

Die BBC, schon länger ein Experte darin, wichtige Zusammenhänge zu verschweigen, fokussiert sich ganz auf die Verfolgung des Anführers der Hamas-Terroristen Mohammed Deif, vergisst aber den Bruch der Waffenruhe durch die Hamas zu erwähnen. Durch den Bericht der BBC kann der Leser nur davon ausgehen, dass Israel der Hauptschuldige für die Gewalt ist.

Ebenso fokussiert sich The Times of London ganz auf Mohammed Deif und stellt fest: „Nachdem die Waffenruhe gebrochen wurde, fahren Israel und die Hamas fort, sich zu bekämpfen.“ Gefolgt von: „24-stündige Pause, die bis Mitternacht anhalten sollte, brach gestern Nachmittag zusammen, wofür man sich gegenseitig beschuldigt.

Einmal mehr werden den Lesern nicht alle Fakten und Zusammenhänge geliefert.

Ein Journalist korrigiert eine Lüge aus Gaza mit einer weiteren

24. August 2014

Simon Plosker, HonestReporting, 17. August 2014 (übersetzt von Cora)

HonestReporting hat bereits den New Statesman auf dessen fast 4.000 Worte langen Bericht von Donald Macintyre aus dem Gazastreifen angesprochen, der deutlich die Unzuverlässigkeit der palästinensischen Opferzahlen aufzeigt. Der Bericht enthielt folgenden Absatz:

„Glücklicherweise erlitt Yasser nicht das gleiche Schicksal wie der 10jährige Mohammed Badran, ein anderer Überlebender, der ins al-Shifa-Krankenhaus eingeliefert wurde. Infolge eines israelischen Luftangriffs erblindete er, im Krankenhaus angekommen, schien er noch nicht zu wissen, dass seine gesamte Familie vernichtet wurde, als eine Rakete ihr Haus im Flüchtlingslager Nuseirat zerstört hatte. Da er die Art seiner Verletzung nicht verstand, fragte er das Personal ständig: „Warum habt ihr das Licht ausgemacht?“

Diese blutrünstigen Israelis sind also nicht zufrieden damit Mitglieder einer aufrechten Familie zu verletzen, sie töten auch noch erbarmungslos den Patriarchen, als der sich ganz unschuldig auf das Morgengebet vorbereitete.

Allerdings war Nidal nicht für das Morgengebet in der Moschee. Er traf sich dort um 3:30 Uhr morgens mit zwei weiteren führenden Hamasmitgliedern, wie mein früherer Bericht von heute zeigt. Es ist klar, dass die zerstörte Moschee ein paar Geheimnisse hatte, von denen die Hamas die Reporter fernhalten wollte.

Die drei Terroristen, die in der Moschee getötet wurden waren Nidal Badram(نضال بدران), Maaz Zayed (معاذ زايد) und Tariq Jadallah (وطارق جاد الله).

Auf einmal scheint die Zielauswahl des Badran-Hauses etwas weniger zufällig, oder nicht?

Übrigens haben die arabischen Medien die drei Hamas Mitglieder, die in der Moschee getötet wurden, natürlich als Zivilisten dargestellt. PCHR und AP bezeichneten sie als Kämpfer, allerdings ohne ihre Namen zu nennen.

Macintyre erwähnte Nidal Badrans Tod in einer früheren Geschichte für den Intependent, dort beschreibt er den Angriff so:

An diesem Morgen zerstörte ein israelisches Bombardement eine der größten Moscheen im zentralen Gazastreifen. Dabei wurden drei Palästinenser getötet, die sich auf das Morgengebet vorbereiteten. Einer davon war der Vater eines schwer verletzten 10jährigen Jungen, der bei einem Treffer auf ihr Haus vor einer Woche erblindete.

Zwei Bulldozer wühlen sich durch den Berg von Trümmern, der nach dem F-16-Luftangriff von der Al-Qassam-Moschee im Herzen des Nusseirat Flüchtlingslagers übrig geblieben ist und wo man die vier Männer zuletzt in dem Nebenraum für die übliche Waschung vor dem Gebet gesehen hat, bevor sie die Bombe kurz nach 3 Uhr morgens erwischte.

Unter den drei geborgenen Leichen war auch Nidal Badran (44), der verzweifelt darauf hoffte, dass sein Sohn Mohammed, der zur Zeit mit schwersten Gesichtsverletzungen, durch die er auch das Augenlicht verlor, im Shifa-Krankenhaus liegt, für die notwendigen Operationen nach Europa gebracht werden würde.

Der die getöteten Männer als „Mitglieder einer bewaffneten Gruppe“ beschreibende PCHR-Artikel war zu diesem Zeitpunkt bereits veröffentlicht, also machte sich Macintyre nicht einmal die Mühe die Fakten über den Terroristen Nidal Badran zu überprüfen, bevor er ihn zwei Mal sehr mitfühlend beschrieb.

Macintyre berichtete, dass Israel Warnungen absetzte, bevor es die Moschee zerstörte, aber diese Warnung die Hamasmitglieder nicht rechtzeitig erreichte.

Und es ist nicht so, als hätte Macintyre keine Ahnung gehabt. Er wusste, dass Badran Polizist war und jeder anständige Reporter in Gaza sollte wissen, dass die überwiegende Mehrheit der Polizisten traditionell auch Mitglieder der Al-Qassam-Brigaden sind.

Also eine weitere Beschönigung der Hamas.

Oh übrigens, schaut euch das mal an:

Der Bruder des Toten, Kemal Badran (45), der für das Informationsbüro des UN-Flüchtlingswerks (UNRWA) arbeitet, sagt, dass sein Bruder seit 20 Jahren als Polizist in Gaza gearbeitet habe.… „Er war ein religiöser Mensch“, setzt er hinzu und dass er regelmäßig früher zum Morgengebet ging, um sich zu waschen und im Koran zu lesen. „Vielleicht wussten (die Israelis) nicht, dass zu diesem Zeitpunkt überhaupt jemand in der Moschee war“, glaubt er.

PCHR wusste natürlich, dass Nidal ein Terrorist war … ebenso wie sein Bruder von der UNWRA.

Man kann nichts von dem glauben, was die Einwohner Gazas den Reportern erzählen. Leider sind die Reporter nur allzu bereit den Lügen Glauben zu schenken.

Die Hamas gibt zu, dass sie ausländische Journalisten bedroht

22. August 2014

Simon Plosker, HonestReporting, 17. August 2014 (übersetzt von Cora)

Wir haben es von der Vereinigung der Auslandsjournalisten ebenso gehört wie aus israelischen Medien, die mit ihren Journalisten gesprochen haben. Es wurde von Pal T. Jorgensen von Norwegens TV2 bestätigt. Und jetzt hat ein Hamas Sprecher in einem Interview am 14.08. in Libanons al-Mayadeen zugegeben, dass Journalisten in Gaza bedroht und jene, die Orte, von denen aus Raketen abgeschossen wurden, filmten oder fotografierten, ausgewiesen wurden.

Hier ist ein Video, veröffentlicht und übersetzt von MEMRI:

Einige Auszüge:

Interviewer: Wie haben Sie den Kontakt zu den ausländischen Journalisten aufrecht erhalten und wie übermittelten Sie ihnen Ihre Sicht der Dinge?

Al-Mudallal: Seit dem Beginn der Aggressionen gegen den Gaza-Streifen wurde an den Grenzübergängen der Ausnahmezustand ausgerufen, besonders am Übergang Beit Hanoun, auch als Erez-Übergang bekannt; den Journalisten wurde ohne große Bürokratie erlaubt, einzureisen. Sie mussten sich nur zu ihrer eigenen Sicherheit registrieren lassen.

Unser Problem war, (dass wir nicht wussten), wer in den Gaza-Streifen einreiste. Wer waren sie? Die meisten waren Freiberufler, andere kamen von Nachrichtenagenturen.

In diesem Krieg kamen weniger Journalisten in den Gaza-Streifen als während der letzten Runden, 2008 und 2012. Deshalb ähnelte die Berichterstattung durch die ausländischen Journalisten viel stärker der der israelischen Okkupanten (Israel). Zudem waren die Journalisten, die nach Gaza kamen, ganz auf Friedensvorstellungen und das israelische Narrativ fixiert.

Wenn sie also Interviews durchführten oder an Orte gingen, um von dort zu berichten, wollten sie vor allem Plätze filmen, von denen aus Raketen abgeschossen wurden. Weil sie mit den Besetzern kollaborierten.

Diese Journalisten wurden aus dem Gaza-Streifen ausgewiesen. Unser Sicherheitsdienst ging zu ihnen und hatte mit diesen Leuten ein Gespräch. Sie gaben ihnen etwas Zeit ihre Nachrichten zu ändern, auf die eine oder andere Weise.

Die israelischen Raketen unterscheiden nicht zwischen Kämpfern, Zivilisten oder Kindern.

Einige Journalisten, die in den Gaza-Streifen kamen, standen unter Sicherheitsüberwachung. Selbst unter schwierigsten Bedingungen schafften wir es, sie zu erreichen und ihnen zu erklären, dass das, was sie da machen, nichts mit professionellem Journalismus zu tun habe und unmoralisch sei.

Jonathan Tobin bemerkt dazu dies im Commentary Magazin:

Das Frustrierendste an der ganzen Sache war nicht nur, dass die Presse gezwungen wurde, nur einen Teil dessen zu berichten, was in Gaza geschehen ist. Es scheint, als würden die meisten glauben, an ihrer Berichterstattung sei nichts falsch. Tatsächlich schienen die meisten kein Gespräch mit einem Hamasverbrecher zu brauchen, um mit al-Mudallal übereinzustimmen, dass es für einen Journalisten in Gaza nur eine angemessene Tätigkeit gibt – so viele Fotos von verletzten palästinensischen Zivilisten zu machen wie möglich. Dabei ignorieren sie die Tatsache, dass diese durch die Terroristen in Gefahr gebracht wurden, die aus ihrer Mitte heraus schießen und Tunnel graben, vor allem in der Nähe von Schulen, Krankenhäusern und Moscheen.

Diese offensichtliche Einseitigkeit der Medien stört die Israelis nicht, sie haben es längst aufgegeben, eine faire Berichterstattung durch jene ausländischen Medien zu erwarten, die ja oft in Gegenden reisen, in denen tiefe Vorurteile gegenüber dem Zionismus vorherrschen und die entschlossen sind, nur Geschichten zu finden, die zu ihrem vorgefassten Urteil über die Palästinenser passen. Wir haben in den letzten Wochen viel davon gehört, wie Israel und seine Freunde die richtigen Schlüsse aus diesem Krieg gezogen haben, ebenso haben Experten immer wieder davor gewarnt, dass die Berichte über palästinensische Opfer, sie die öffentlichen Meinung kosten würden. Aber wir haben so gut wie keine Gewissensprüfung von Journalisten über die Krise ihres Berufes und die Fehler jener, die mitten aus Gaza berichteten, gehört.

Als Antwort auf Al Mudallas Enthüllungen stellte der CEO von HonestReporting, Joe Hyams fest:

Wenn die Journalisten unter Bedrohung aus Gaza berichten, haben sie die als Profis die Pflicht, das zu diesem Zeitpunkt deutlich zu machen. Dass sich so viele Journalisten hinter Anonymität verstecken, wenn es darum geht Wahrheiten aufzugedecken, zeigt, dass ihnen der Zugang nach Gaza wichtiger ist, als die Wahrheit.

Während die Hamas für ihren Umgang mit den ausländischen Medien verurteilt werden sollte, sind die Medien, die es dulden, indem sie Bilder von Raketenabschüssen aus zivilen Gegenden und von dort operierenden Hamasterroristen zurückhalten Komplizen bei der Dämonisierung Israels. Ihr Mangel an Professionalität und Transparenz zeigt, dass sich darin, dass die Hamas-Agenden fördern, indem sie einseitig nur Bilder von toten und verletzten Kindern zeigen, was Israel und den jüdischen Gemeinden der Welt unermesslichen Schaden zufügt.

Dafür sollten sie schamerfüllt die Köpfe senken!

Hiroshima, Dresden und … Gaza Stadt?????

10. August 2014

Yarden Frankl, HonestReporting, 10. August 2014

Wir haben einige übertriebene Berichterstattung zum Konflikt im Gazastreifen gesehen. Wir haben ungenaue und einseitige Berichterstattung erlebt, während Israel versucht sich vor einem fortgesetzten Ansturm aus Raketenfeuer und versuchten terroristischem Eindringen zu verteidigen.

Wenn es aber eine Auszeichnung für Übertreibung und ekelhafte Ungenauigkeit gäbe, würde meine Stimme an Herrn Sam Kiley gehen, den außenpolitischen Redakteur von SkyNews. In The Battle to Win the War and Keep the Peace (Die Schlacht um den Gewinn des Kriegs und den Erhalt des Friedens) schreibt er:

Die Bombardierung Dresdens mit Feuersturm und die Atombombenangriffe auf Hiroshima und Nagasaki zielten auf Frauen und Kinder, die Unschuldigen, ihre Häuser, Parks und Haustiere – gewollt.

Die Alliierten wollten den Willen der Achsenmächte vollkommen brechen.

Und genau diese Absicht haben die Israelis im Gazastreifen.

Moment mal. Verglich er gerade die Angriffe auf Gaza mit den auf Japan abgeworfenen Atombomben und dem Feuersturm-Bombardement von Dresden?

Das ist nicht The Onion, das ist SkyNews. Es stammt vom Redakteur für Außenpolitik.

Er macht sich über die vielen Waffenruhen lustig, ohne zu erwähnen, dass es jedes einzelne Mal die Hamas gewesen ist, die sie beendete. Er verhöhnt die Angabe der IDF die „moralischste Armee der Welt“ zu sein.

Aber nichts ist so empörend, wie der Vergleich zu Dresden, Hiroshima und Nagasaki, wo Hunderttausende getötet wurden. Der Artikel wird sogar von Bildern der zerstörten Städte begleitet.

Doch trotz der schieren Idiotie eines solchen Vergleichs gibt es Leute, die mehr als bereit sind die obszönsten Geschichten zu glauben, wenn es um Israel geht. In der Sektion „Comment is Free“ des Guardian beschreibt Eylon Aslan-Levy, Vorsitzender des britischen National Council of the Unions of Jewish Students, den Einfluss, den solche Vergleiche haben:

Israels Beteuerungen, dass es mehr als jede andere Armee tut, um zivile Opfer zu vermeiden, einfach ausgelacht werden. Israel wird als unrettbar böse dargestellt; seine Freunde – Mittäter beim Verbrechen. Ich kann schon nicht mehr zählen, wie oft mir erzählt wurde, wenn ich Zionist bin – was nicht mehr bedeutet, als dass ich glaube, dass Israel das Recht hat zu existieren – dann heißt das, ich müsse die Ermordung von Kindern unterstützen.

Sky News schreibt Folgendes auf Kiley Profilseite:

Er (Kiley) hat umfangreiche Kontakte innerhalb der Geheimdienste und liefert die Art Eilmeldungen, auf denen Sky News seinen Ruf aufgebaut hat. Sam hat eine der bedeutendsten Nachrichten-Zusammenfassungen des anstehenden Jahrzehnts.

Das ist keine Frage möglicher Einseitigkeit. Das ist eine Frage widerlicher Ungenauigkeit und Verleumdung. Bitte schreiben Sie an Sky News und fordern Sie sofortige eine Rücknahme und Entschuldigung für diese perverse Absurdität. Und sagen Sie ihnen, dass sie sich einen Bärendienst erweisen, wenn sie prahlen Sky News habe sich mit der Art Berichterstattung „einen Namen gemacht“, die Hiroshima, Dresen und … und Gaza Stadt vergleicht.

Was geschah wirklich in der UN Schule in Gaza?

29. Juli 2014

Yarden Frankl, HonestReporting, 28.07.14 (übersetzt von Cora)

Die Geschichte war zu gut um sie zu übergehen. Angeblich griff Israel eine Schule der Vereinten Nationen an, die als Flüchtlingsunterkunft benutzt wurde und massakrierte dabei 16 Menschen, die evakuiert werden sollten. Und noch schlimmer, die Medien berichteten, dass Israel die exakten Koordinaten der Schule hatte und wusste, dass dort Zivilisten Schutz gesucht hatten und dass es keinerlei Kämpfe in der Nähe gegeben hatte.

Mit anderen Worten, die Medien klagen die IDF eines Kriegsverbrechens an. Auch wenn es keine zuverlässigen Quellen gibt, nehmen die Medien an, dass die Informationen, die sie bekommen haben, wahr sind.

Typisch für dieses Geschehen ist die Geschichte von Reuters:

Gaza (Reuters) – Mindestens 15 Menschen starben am Donnerstag und viele wurden verwundet, als die israelische Armee eine UNO-Schule angriff, in der Palästinenser aus dem Norden des Gazastreifens Schutz gesucht hatten, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Gaza. „Die genauen Koordinaten der UNWRA Schutzräume in Beit Hanoun sind der israelischen Armee offiziell mitgeteilt worden. … An diesem Tag versuchte die UNRWA mit der israelischen Armee ein Zeitfenster zu vereinbaren, damit die Zivilisten den Ort verlassen können, was aber nicht genehmigt wurde“, sagte (UNRWA Sprecher Christopher) Gunness auf seiner Twitter-Seite.

Erinnerung an Reuters: Der Gesundheitsministerium in Gaza wird von der Hamas betrieben, die nicht wirklich für ihre akkurate Berichterstattung bekannt ist.

CBS News nahm die palästinensischen Anschuldigungen auch als Beweis.

Gaza Stadt, Gazastreifen – Am Donnerstag trafen israelische Panzergranaten in Gaza ein Grundstück, auf dem sich eine UN Schule befand, tötete 15 Menschen und verwundete Dutzende andere, die dort Schutz vor den heftigen Kämpfen auf den Straßen gesucht hatten, weil Israel seinem 17-tägigen Krieg in die von der Hamas beherrschten Gebiete vortrieb, sagten offizielle Vertreter der Palästinenser. Überlebende berichteten dem CBS-Reporter Barry Petersen, dass sie gewarnt worden waren, dass die Schule zum Ziel geworden war und sie hätten sie eben darauf vorbereitet zu gehen, als die israelische Armee das Feuer eröffnet hätte.

Der Guardian veröffentlichte die Geschichte unter:

Israelischer Angriff auf eine Schule in Gaza hinterlässt 15 Tote und 200 Verwundete. Die UN verurteilt den Angriff der UNWRA Schule und sagen, dass sie die IDF um Zeit gebeten hätten, die Zivilisten zu evakuieren, die ihnen aber nicht gegeben wurde.

Ist es glaubwürdig, dass Israel bewusst die Evakuierung von Zivilisten verhindert und sie sie dann in ihrem Schutzraum abschlachtet? Mit all den gut dokumentierten Schritten zur Vermeidung ziviler Opfer, die Israel unternommen hat, hätten die Medien vielleicht ein bisschen skeptischer gegenüber den Informationen sein können, wenn sie mitbekommen, dass die Informationen aus palästinensischen Quellen oder vom notorischen Israel-Hasser Gunness kommen.

Hier ist die israelische Seite, wie sie in der Jerusalem Post berichtet wurde:

Die IDF berichtete, dass die Untersuchung über den Angriff am Donnerstag auf die UNRWA Schule in Beit Hanoun, Nordgaza, abgeschlossen sind und dabei festgestellt wurde, dass Terroristen der Hamas von diesem Schulkomplex aus geschossen hatten. Die Terroristen feuerten Panzerabwehrgranaten auf die Soldaten, fügte die Armee hinzu.

Die IDF feuerte einige Granaten als Antwort ab. Eine IDF Granate fiel in ein freies Feld in der Nähe der Schule, das nach Angaben des Militärs leer gewesen ist. Mit diesem Ergebnis der Untersuchung kann die Behauptung, dass einige Menschen innerhalb der Schule verletzt worden sind, wie von einige nach dem Geschehenen behauptet, ausgeschlossen werden.

Fakten in einem Kriegsgebiet zu untersuchen und zu berichten kann sehr schwierig sein, das versteht jeder. Nachrichtenorganisationen wollen die ersten sein, die eine Geschichte berichten. Aber häufig bedeutet eine rasche Berichterstattung, dass man sich nicht einmal die minimale Zeit zum Untersuchen der Fakten genommen hat.

Dennoch haben die Medien die Verantwortung alles herauszufinden bevor sie Anschuldigungen aussprechen, die dann in aller Welt gehört werden. Sie müssen nicht die israelische Version des Geschehens akzeptieren. Aber sie sollten wenigstens skeptischer sein, bevor sie Informationen verbreiten, die von Quellen wie Hamas kommen.


Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 376 Followern an