Archive for the ‘Chaoten / Anarchisten’ category

Robert Fisk identifiziert sich mit Terroristen

18. Juni 2013

HonestReporting Media BackSpin, 18. Juni 2013

Keine Ahnung, warum Robert Fisk sich nun auf das Newseum einschießt. Das in Washington beheimatete Medienmuseum hatte mit seiner Entscheidung, neben gefallenen Journalisten auch palästinensische Terroristen zu ehren, Empörung ausgelöst.

Newseum lenkte ein und das Programm lief ohne eine Erwähnung der Hamas-Kameraleute Mahmoud Al-Kumi und Hussam Salama ab (vor einem Monat). Die beiden starben während des letztjährigen Gaza-Konflikts bei einem israelischen Luftangriff.

In Blogger-Dimensionen gedacht handelt es sich hier um einen großen Zeitraum, aber Fisk hat zur Kontroverse doch noch etwas beizutragen. Der Independent-Kolumnist schreibt:

Wenn man in der Datenbank der Organisation nach den Namen Salama und Al-Kumi sucht, erhält man die Auskunft “Journalist nicht gefunden”, sagt er. Das “Newseum” hat sie ein zweites Mal getötet.

Fisk setzt also Verbrecher und Terroristen mit sich selbst gleich. Es wäre nicht das erste Mal, dass er so vorging. 2001 schrieb Fisk, nachdem er von afghanischen Flüchtlingen beinahe totgeschlagen worden war:

Und ich wiederhole: Wenn ich ein Afghane im Flüchtlingslager gewesen wäre, hätte ich genau so auch gehandelt. Ich hätte Robert Fisk angegriffen. Oder jeden anderen Westler, der mir begegnet wäre.

Fisk ist so weltoffen, dass er seinen Verstand aufgibt. (Bild via Flickr/mohamedn)

Journalisten und NGOs ziehen in einer geschlossenen Facebook-Gruppe über Israel her

29. Mai 2013

HonestReporting Media BackSpin, 29. Mai 2013

Nach der Veröffentlichung des Al-Dura-Reports durch die israelische Regierung berichtet die Online-Zeitung Washington Free Beacon über eine geschlossene Facebook-Gruppe, in der Journalisten und so genannte Funktionäre für “Menschenrechte” eine antiisraelisches Online-Hasskampagne gestartet haben:

In einer geschlossenen Facebook-Gruppe für Auslandskorrespondenten, bekannt als „Vulture Club“, spotteten Journalisten und Aktivisten über den Report, griffen die IDF an und behaupteten, dass pro-israelische Lobbyisten die Medienberichterstattung manipulieren würden.

Peter Bouckaert, ein hochrangiger Funktionär von Human Rights Watch, wies den Bericht als “typische IDF Lügen” zurück.

“Wie üblich dauert es bei denen lange Zeit, bis sie die Unwahrheit konstruiert haben”, so Bouckaert.

Heftig kritisierte Bouckaert auch die New York Times wegen ihrer Berichterstattung über den Report.

“Es ist wirklich kein guter Journalismus, dies abzuschreiben, so, als ob ginge es hier um glaubhafte Vorwürfe, dabei handelt es sich aber um Lug und Trug“, schrieb er.

Auch Korrespondenten zahlreicher anderer Medien, darunter Associated Press und AFP, trugen dick auf.

“Die Lobby verwendet all ihre Kraft und ist in der Lage, sich zu ihrem Vorteil in die meisten englischsprachigen Zeitungen [sic] und in die NY Times reinzudrängen“, schrieb ’El Mundo’-Reporter Javier Espinosa. “Israelische Botschaften nutzen ihre Kontakte zu diesen Zeitungen und erteilen ihre Erlaubnis für die Veröffentlichungen der Informationen.”

“Dies führt zu noch mehr Unglaubwürdigkeit der Medien und zu noch mehr Verschwörungstheorien, da wir als Propagandasprachrohre missbraucht werden“, fügte Espinosa hinzu.

Der Fotojournalist Jerome Delay von Associated Press (AP) schrieb: “Die IDF glaubt zum Beispiel, dass die Erde flach ist.”

Den vollständigen Artikel und den Facebook-Thread bitte hier lesen. Die Webseite der Gruppe um Peter Bouckaert kann man hier aufspüren.

Palästinensische Brandbombenwerfer nutzen Journalisten als menschliche Schutzschilde

27. Mai 2013

HonestReporting Media BackSpin, 27. Mai 2013

Unten ein sehr aufschlussreiches Video, das Palästinenser dabei zeigt, wie sie Brandbomben auf israelische Soldaten werfen und sich dann hinter Reportern verstecken.

Man kann nicht genau erkennen, wann und wo das Video gedreht wurde, aber The Commentator hat es gestern auf YouTube eingestellt.

Diese Brandbomben werfenden Palästinenser nutzen eindeutig die Anwesenheit der Reporter aus. Man könnte es auch “Kollateralschäden sind zu erwarten” nennen.

Wir alle wissen, wem man die Schuld zuschreiben wird, wenn ein ausländischer Reporter verletzt wird, der solch einen Zusammenstoß filmt.*

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*Abgesehen davon scheinen sich die Reporter nicht so ganz unfreiwillig bei den radikalen Palästinensern aufzuhalten: von ihrer Position aus gesehen geht es ihnen allein darum, die Reaktion der IDF-Soldaten zu dokumentieren. Würden sie von der gegenüberliegenden Seite aus filmen, sähe man noch besser, wie viele Palästinenser an diesen Gewaltakten beteiligt sind, was wahrscheinlich nicht im Interesse dieser Journalisten ist.

Die meisten der hier agierenden Reporter sind Palästinenser und dienen als so genannte Stringer (Freie Mitarbeiter) für westliche Medien/Nachrichtenagenturen (bd).

Selbstbestimmung: Zustimmung der Juden nicht zwingend erforderlich?

12. März 2013

HonestReporting Media BackSpin, 11. März


In seinem NY Times Opinionator Blog versucht Professor Joseph Levine in einem verquasten 2.052 Wörter starken Aufruf zu erklären, warum es nicht antisemitisch sei, Israels Existenzrecht zu hinterfragen.

Levine argumentiert freundlich genug, zu „gönnen“, dass die die Juden ein Volk wären, und dass Selbstbestimmung nicht alles wäre (bis es durch die Palästinenser erledigt wäre); und dann kommt er zu dem Schluss, dass “die grundsätzliche Idee eines jüdischen Staates undemokratisch ist.”

Hillel Neuer entlarvte die Philosophie des Professors in einem wichtigen Textteil, der nur 32 Worte lang ist:

Levine nimmt es als gegeben an, dass die arabischen Palästinenser einen natürlichen Anspruch zum gleichen Recht auf Selbstbestimmung hätten und er gleichzeitig so schnell damit bei der Hand ist, das den Israelis und Juden zu verweigern.

Auch wenn Levine Jude ist, scheint seine Ansicht im Widerspruch zum US-Außenministerium und der Definitionen zu Antisemitismus der EU zu stehen.

Veganer besprechen Burger: Sunday Times zu Reiseführer für Israel

11. März 2013

HonestReporting Media BackSpin, 11. März

Was dachte sich die Sunday Times eigentlich dabei, Anthony Sattin eine kurze Buchbesprechung zu einem neu erschienenen Reiseführer für Israel schreiben zu lassen?

Auch wenn Sattin Reiseschriftsteller ist: diesen selbsternannten Israelkritiker den Israel Baedeker Guide besprechen zu lassen ist etwa so, wie wenn man ein Mitglied von People for the Ethical Treatment of Animals (PETA) losschickte, ein neues Steak- oder Burger-Restaurant zu testen.

Sattin war Unterzeichner eines offenen Briefes an den ehemaligen britischen Premierminister Gordon Brown in der Times vom 1. Dezember 2009, der Unterstützung für den berüchtigten Goldstone Report forderte, in dem Israel beschuldigt worden war, während der Operation Gegossenes Blei “Kriegsverbrechen” begangen zu haben.

Dass Sattin Israel gegenüber feindselig eingestellt ist, zeigt sich in seiner kurzen, aber extrem politisch eingefärbten Rezension:

Israel hat sich über viele Jahre hinweg nach Kräften bemüht, seine Besetzung palästinensischer Gebiete zu etablieren, was die UNO und auch unser Land abgelehnt haben. Baedeker scheint sicht dessen nicht bewusst zu sein, wenn er die palästinensischen Gebieten in seinem neuen Führer miteinbezieht.

Nirgendwo auf dem Buchumschlag wird das Wort Palästina erwähnt. Im Buch selbst wird uns gesagt, dass Jerusalem die Hauptstadt Israels sei, etwas, das für viele Staaten neu ist, die ihre Botschaften in Tel Aviv haben. Die Karte bestätigt diese Annexion: Ramallah, Heimat der Palästinensischen Autonomiebehörde, müsste eigentlich auch als Hauptstadt gekennzeichnet werden. Stattdessen wird sie als “Sitz der Verwaltung” bezeichnet.

Der einzige Palästinenser, der in einer Reihe von 17 berühmten Persönlichkeiten aufgeführt wird, ist Yasser Arafat – was aber ist mit Edward Saïd, Hanan Ashrawi oder Raja Shehadeh, dem Orwell-Preisträger? Dies und viele andere scheinbar nebensächliche Fehler machen Palästina zu Israel in einer Weise, die den Zionisten in die Karten spielt, hat aber nichts damit zu tun, was einen guten Reiseführer auszeichnen sollte, nämlich eine verlässliche und ausgewogene Übersicht vorzulegen.

Mit dem Seitenhieb gegen “Zionisten” am Ende: Ist das wirklich eine Bewertung für einen Reiseführer oder nur ein Vorwand für Angriffe auf Israel?

Leider ist dies nicht das erste Mal, dass die Besprechung eines Reiseführers zum Werkzeug für antiisraelischen Aktivismus mutierte. Erst im September 2012 führte eine Rezension in The Times, dem Schwesterblatt der Sunday Times, für eine Kreuzfahrt nach Israel dazu, dass die israelische Tourismusindustrie davon alles andere als profitieren konnte.

Zeigt dies einen sich abzeichnenden Trend und Schwerpunkt, den die von Hass erfüllte Boycott, Sanctions and Divestment (BDS)-Bewegung für sich entdeckt hat?

Toronto Star: Tagesdosis moralischer Äquidistanz

29. Januar 2013

HonestReporting Media BackSpin, 29. Januar 2013

Ich stimme zu, dass man bezüglich der UN-Frage, ob Israel, die USA oder Großbritannien bewaffnete Drohnen* brauchen, geteilter Meinung sein kann. Aber dieser Aufmacher im Editorial des  Toronto Star ist wirklich so etwas von daneben.

Wie würden sich die Amerikaner fühlen, wenn ein anderes Land eine Drohne in die Straßen von New York City startete, um einen Feind zu töten? Dies ist wohl eine weit hergeholte Annahme.

Weit hergeholt?

Al-Qaida hat bereits bemannte Fluggeräte über den Straßen von New York City benutzt, um zwei Wolkenkratzer zu zerstören. Wir nennen es 9/11.

Wie würde sich der Toronto Star fühlen, wenn Terroristen Flugzeuge als Raketen in den Straßen von Toronto einsetzten?

(Foto via YouTube/MysticalGrooveWTC)

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*Wie weit die radikalpazifistische Verblödung in dieser Frage mittlerweile fortgeschritten ist, bewiesen Birgit Kolkmann und manche ihrer Adepten in der dradio-Sendung „2254“ am gestrigen Montag, als die Einführung von Kampfdrohnen bei der Bundeswehr diskutiert wurde: http://podcast-mp3.dradio.de/podcast/2013/01/29/drk_20130129_0505_52415988.mp3

Die Wahrheit noch mehr verdrehen: Haaretz und IDF-Untersuchungen bei Soldaten

2. November 2012

HonestReporting Media BackSpin, 2. November 2012

Simon Plosker, Chefredakteur von HonestReporting

Anfang Oktober 2012 brachte Haaretz einen Bericht mit folgender verstörenden Schlagzeile:


Professor Asa Kasher (Abbildung links), israelischer Preisträger und Autor des Code of Ethics der IDF, hätte nach Darstellung von Haaretz den Standpunkt vertreten, dass

…medizinische Experimente an Soldaten wünschenswert und auch gerechtfertigt sind. Kascher erklärte, dass “die Beteiligung von eingezogenen oder Reservedienst leistenden Soldaten an medizinischen Versuchen im militärischen Rahmen zum Zwecke der Schlagkraft oder deren Aktivierung durchgeführt werden muss. Im Fall eines medizinischen Versuchs dürfen nur Gesichtspunkte zur Stärkung der Schlagkraft in Erwägung gezogen werden. Das Ziel eines medizinischen Versuchs muss [allein] dem Wohle der Soldaten dienen.”

Kurze Zeit nach Aufdeckung des unprofessionell und unethischen Stücks Journalismus von Haaretz, das in verfälschender Weise die Ergebnisse einer Umfrage als Beleg für israelische Apartheid uminterpretierte, schrieb Professor Kasher uns (HonestReporting) an, um seine eigenen Erfahrungen mit Haaretz zu schildern:

Vor wenigen Wochen erschien in Haaretz ein “Bericht” eines gewissen Chaim Levinson, der mir die Behauptung in den Mund legte, dass die IDF Experimente an Soldaten vornehmen würde, wenn es denn zum Wohle des Militärs wäre. Damit zog er sofort die Aufmerksamkeit der Haaretz-Freunde auf sich – auf einer palästinensischen Webseite wurde dies mit einem Foto von Nazi-Medizinern goutiert.

Zunächst wurde dies ohne Rücksprache mit mir veröffentlicht, da Haaretz nicht in der Lage gewesen sei, mich zu kontaktieren, wie sie behaupteten. Das war eine glatte Lüge, da ich, wie üblich, immer leicht zu erreichen gewesen wäre. Ich schickte ihnen eine Richtigstellung zu, die sie nicht veröffentlichten. Nachdem ich protestierte, baten sie mich um eine Stellungnahme und veröffentlichten diese. In meiner Antwort wies ich ihre Behauptungen entschieden zurück und teilte den Lesern mit, dass sie mich bezüglich der Dokumente kontaktieren könnten und selbst nachvollziehen sollten, wie Haaretz lügt. Viele folgten diesem Aufruf und waren schockiert, nachdem sie den riesengroßen Unterschied zwischen [meiner (bd)] Dokumentation und dem “Bericht” realisierten.

Das Dokument [erhältlich mittels E-Mail-Anfrage an Professor Kasher hier] handelte von einer ethischen Diskussion über medizinische Versuche, die Soldaten miteinschließt. Ich erstellte es auf Antrag eines Bezirksgerichtspräsidenten. Dabei führte ich eine lange Reihe von Bedingungen an, die als Vorraussetzung für medizinische Untersuchungen dienen müssen und den Soldaten ethisch korrektes Verhalten vorschreiben. Die Bedingungen stützen sich auf medizinische Ethik, wissenschaftlich-medizinische Versuche unter ethischen Bedingungen und militärischer Ethik. Mein Dokument listet zahlreiche Voraussetzungen auf.

Der Reporter nahm sich ein Beispiel davon heraus, stellte es verzerrt dar und präsentierte es als Fakt. Ich habe gesagt, dass “zum Wohl des Militärs” das Wohl der Soldaten in ihrer Individualität betrifft. Und ich erwähnte dies neben den notwendigen Bedingungen. Haaretz stellte dies so dar, als wäre es allein schon ausreichend.

Obwohl mein Dokument seitdem öffentlich einsehbar ist und ich den Bericht zurückgewiesen hatte, haben Haaretz und deren Reporter sich geweigert (Wer ist dort übrigens – nebenbei gesagt – nicht Reporter für medizinische oder militärische Fragen, sondern vielmehr Reporter für Siedlungsthemen…), den Text umzuformulieren und sich selbstverständlich auch nicht entschuldigt.

Im Lichte dieses jüngst offenbarten Verhaltens stellt sich die Frage: „Warum sind wir davon nicht überrascht?“

Verteidigung Israels: Bereit für mehr Engagement?

31. Mai 2012

HonestReporting Media BackSpin, 31. Mai 2012

Eben bin ich (Anm.: P. Benson, HR) mit der Lektüre eines der verdrehtesten Kommentare fertig, den ich jemals gelesen habe. So schlimm, dass man ihn als Lehrstück sehen muss. Statt ihn selbst zu entlarven überlasse ich dies dem Leser.

Widmen Sie sich also den Themen, die von Belfast Telegraph-Kolumnist Eamonn McCann angesprochen wurden und da sind:

1. Die BDS-(Boycott-Divestment-Sanctions) Bewegung.

2. Das Urteil des Internationalen Strafgerichtshofs gegen die israelische Sicherheitsbarriere.

3. Die palästinensische “Recht” auf Rückkehr.

 4. Apartheid-Vorwurf gegenüber Israel.

 5. IDF-Babymörder und ein Vergleich mit den Nazis.

Sind Sie bereit, McCann zu „fisken“?* Sind Sie bereit, sich für Israel noch ein wenig mehr einzusetzen?

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*Fisking: http://en.wikipedia.org/wiki/Fisking

Israel-Aktivist an britischer Universität tätlich angegriffen

16. Mai 2012

HonestReporting Media BackSpin, 16. Mai 2012

Richard Millett, engagierter Aktivist, Freund von HonestReporting und ehemaliger SOAS-Student, der regelmäßig seine pro-israelische Stimme bei israelfeindlichen Veranstaltungen in ganz London erhebt, wurde bei einer Veranstaltung der Palestine Society an der School of African and Oriental Studies (SOAS) misshandelt und auf eine abscheuliche Nervenprobe gestellt. Hier ein Link zu seinem Blog berichtet, in dem er über den Vorfall berichtet (Videomaterial inklusive).

http://richardmillett.wordpress.com/2012/05/15/camera-grabbed-rucksack-snatched-and-racially-abused-at-soas/

Dies alles fand in einem mit vielen Zuhören gefüllten Raum statt, die Richard verhöhnten – darunter die Referenten Karma Nabulsi und Abdel-Bari Atwan; beides Vorzeigefiguren in anti-israelischen Kreisen. Nabulsi lehrt an der Universität Oxford und ist ehemalige PLO-Repräsentantin, Atwan palästinensischer Journalist. Letzterer ist für folgende Äußerung bekannt: “Wenn die iranischen Raketen nach Israel fliegen – bei Allah -, werde ich zum Trafalgar Square gehen und vor Freude tanzen, wenn die iranischen Raketen in Israel einschlagen”.

Leider ist dies nicht der erste Zwischenfall  dieser Art auf dem Campus der SOAS. Letztes Jahr wurde ein pro-israelischer Aktivist geschlagen und gebissen.

Der skandalöse Vorfall vor zwei Tagen darf nicht kommentarlos hingenommen werden, und wir müssen deutlich auf die gefährliche Lage verweisen, die an britischen Universitäten für all diejenigen herrscht, die bereit sind, sich für Israel einzusetzen.

Beschwerden an:

1) Professor Paul Webley, Director of SOAS  – E-Mail: pw2@soas.ac.uk; Tel: +44 207 898 4014.
2) Andrew Hamilton, Vizekanzler der Universität Oxford, – E-Mail – vcweb@admin.ox.ac.uk;  Tel: +44 1865 270252
3) Liam Burns, Vorsitzender der Nationalen Studentenvereinigung,– E-Mail – liam.burns@nus.org.uk

 

Medienspickzettel 6. Mai 2012*

6. Mai 2012

HonestReporting Media BackSpin, 6. Mai 2012


Israel und die Palästinenser

• Die in Hungerstreik getretenen Palästinenser  waren Thema des Tages, aufgegriffen von den meisten großen Medien. NY Times-Reporter Jodi Rudoren bezieht sich auf  das gewaltfreie Element und darauf, wie wenig Resonanz es bei den Palästinensern vor Ort hatte.

Bisher fielen die Solidaritätsdemonstrationen klein aus. Etwa 30 Personen versammelten sich am Dienstag am Kontrollpunkt Beituniya außerhalb des Ofer-Gefängnisses; sie intonierten 15 Minuten lang Sprechchöre, bevor es zwei Stunden lang zu Zusammenstößen mit israelischen Soldaten und Grenzpolizisten kam, bei denen es mehrere Verletzte gab.

“Es ist offensichtlich, dass es den Leuten egal war”, sagte Rizek Fadayel, der am Dienstag im Zentrum von Ramallah demonstriert hatte – mit einer palästinensischen Flagge und einem gerahmten Foto seines im Hungerstreik befindlichen Sohnes Rami, begleitet von den schmetternden Klängen einer Band zum Maifeiertag.

• Ein Artikel von Associated Press kurz nach dem von Rudoren in der NYT spricht von etwa 500 Teilnehmern einer von der Hamas organisierten Demonstration für die Hungerstreikenden, dazu von weiteren 300 bei einer anderen Kundgebung, die vom Islamic Jihad organisiert worden war.

Toronto Star-Kolumnist Haroon Siddiqui lobt den antiisraelischen Akademiker Ilan Pappe als “Dissident” und lässt ihn Israel beschuldigen, neben anderen Maßnahmen ethnische Säuberung zu betreiben.

Iran / Nukleare Aufrüstung

• Der Iran wird zum zentralen Thema der bevorstehenden Wahlen in Israel. David Frum geht davon aus, dass [die] Wahlen zu einem nicht geringen Teil von der Beeinflussung der Nuklear-Verhandlungen zwischen Iran und dem Westen bestimmt sind.

Da die Verhandlungen mit dem Iran in diesem Herbst an Intensität zunehmen werden, zielt Netanjahu auf ein starkes innenpolitisches Mandat ab, das von seiner Wiederwahl gestützt wirdund nicht von sich bedrohlich abzeichnenden Monaten vor ihm.

Ein Gastbeitrag in Ynet zum Thema kommt zu dem gleichen Schluss wie oben, erwähnt jedoch auch den neuen Verzögerungstrick des Iran angesichts einer [drohenden] militärischen Konfrontation mit den USA.

Vorgezogene Wahlen werden dem Westen in seinen diplomatischen Verhandlungen mit dem Iran zugute kommen. Netanjahu verbirgt nicht seine Absicht, Teherans Atomanlagen anzugreifen, bevor sie immun gegen Angriffe sind. Daher seine Entscheidung für vorgezogene Wahlen, da seine Haltung zu diesem Problem eindeutig  und konsequent ist und von der Zuversicht zeugt, dass die israelische Öffentlichkeit hinter ihm steht und er damit mehr Glaubwürdigkeit für die die israelische Abschreckung gewinnt.

Diese Androhung ist eine der wirksamsten Möglichkeiten, Washington und Europa zu drängen, in den Gesprächen mit dem Iran nicht auf “Wird schon irgendwie“  zu setzen. Es scheint so auszusehen, dass jetzt selbst der Iran beginnt, dies zu fürchten.

Sonstiges

• Überraschung der Woche: UN-Bemühungen um einen Waffenstillstand in Syrien scheinen zu kollabieren.

• Ehud Olmert teilt CNN mit, dass “Millionen und Abermillionen” amerikanischer Dollar daran gehindert hätten, einen Friedensvertrag anzustreben.

Der Economist mit einer Analyse der bevorstehenden Wahlen in Israel.

Sky News startet in Abu Dhabi arabischsprachigen Sender mit 400 redaktionellen Mitarbeitern.

AFP mit einem Blick auf republikanische Anstrengungen, Barack Obamas Online-Präsenz massiv entgegenzuwirken.

Forbes befasst sich mit den Projekten, die in der Google-Zentrale Israels entwickelt werden.

Verfolgen Sie Israel Daily News Stream auf Facebook (In Englisch natürlich).

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*Den Israel Daily News Stream übersetze ich hin und wieder dann, wenn keine weiteren Übersetzungen für HonestReporting Media BackSpin anstehen (bd).

Bericht: Khulood Badawi “im Urlaub”

2. Mai 2012

HonestReporting Media BackSpin, 2. Mai 2012

Seit dem Monat, in dem HonestReporting seine 15.000 Unterschriften zusammenbekommen hatte, in denen das UN Office for the Coordination of Humanitarian Affairs (UNOCHA) aufgefordert worden war, die fälschende Twitterin Khulood Badawi zu entlassen, herrscht ohrenbetäubende Stille, was eventuelle Fortschritte bezüglich Untersuchungen seitens der UNO zu diesem Fall betrifft.

HonestReporting hatte berichtet*, dass Badawi als Mitarbeiterin im Jerusalemer UNOCHA-Büro angestellt war. Diese Informationen veranlassten Israels UNO-Botschafter Ron Prosor, formell ihre Entlassung zu fordern.

UNO-Mitarbeiter hatten zugesagt, Badawis Twitter-Aktivitäten auf Propagandatätigkeit gegen Israel zu untersuchen. Zwischenzeitlich erklärten Mitarbeiter der Vereinten Nationen, dass Badawi ihren Job bei UNOCHA behalten würde, bis man eine Entscheidung über ihre weitere Zukunft getroffen hätte.

Einem Bericht des pro-palästinensischen Alternative Information Center (AIC) zufolge jedoch ist Badawi eigentlich, wenn nicht sogar offiziell, von ihrer Tätigkeit bei UNOCHA suspendiert worden. “Telefonanrufe und E-Mails werden nicht beantwortet, und von ihrem Büro erhielt ich die lakonische Antwort, dass Khulood Badawi im Urlaub sei”, schreibt AIC-Aktivist Michael Warschawski, der angesichts fehlender Nachrichten über Badawis Abwesenheit eigene Nachforschungen angestellt hatte.

“Seit Beginn dieser ’Affäre’ bleibt Khulood zu Hause – in einer Art administrativem Arrest; und hin und wieder wird sie von ihren Vorgesetzten in New York aufgefordert, für ’Nachforschungen’ zur Verfügung zu stehen“, so der Artikel.

Das AIC hat von Anfang an versucht, die „Affäre” steuern, indem es eine Reihe von Artikeln veröffentlicht hatte, die der Verteidigung Badawis dienten und ihre eklatanten Unwahrheiten als Ausdruck ihrer “persönlichen Meinung” verharmlosten. Nach der HonestReporting-Petition zu ihrer Entlassung bei der UNO hatte das AIC eine [Gegen-] Petition mit dem Ziel lanciert,  Badawis Job bei der UNO zu sichern.

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*Wir hatten in diesem Zusammenhang mehrere Beiträge zum Fortgang im Fall “Khulood Badawi“ gebracht, siehe hier:

http://backsp.wordpress.com/?s=Khulood+Badawi

Mainstream-Journalismus: Dicke Lippe riskieren

18. April 2012

HonestReporting Media BackSpin, 18. April 2012

Yarden Frankl, Redaktion HonestReporting

Ich werde nicht vorgeben, nun über alle Fakten zu verfügen. Ich werde mich nicht dazu äußern, ob Oberstleutnant Shalom Eisner sich im Recht befand oder nicht – in einer Situation, bei der ein Demonstrant eine Verletzung an der Unterlippe abbekommen hatte. Was mich aber verblüfft ist die unverhältnismäßig ausführliche Berichterstattung zum Vorfall.

Niemand wurde getötet. Niemand erlitt eine dauerhafte Verwundung. Keine Knochen wurden gebrochen. In Syrien setzt das Regime schwere Artillerie gegen Demonstranten ein und tötet dabei Hunderte. Hier traf es einen Mann, dessen Unterlippe aufplatzte. Und dies, nachdem eine große Menschenmenge versucht hatte, eine große israelische Autostraße zu blockieren und dabei zum wiederholten Male die Anweisungen der Sicherheitskräfte missachtet hatte.

Und so wurde darüber bei Associated Press berichtet:

Das Einprügeln auf einen ausländischen Aktivisten am Samstag, gefilmt von einem weiteren Demonstranten, als Soldaten sie davon abhielten, nahe Jericho [auf der Autostraße; (bd)] Fahrrad zu fahren, lieferte seinen Kritikern neue Munition.

Die New York Times brachte gleich vier Bilder, um den Schlag zu dokumentieren, der zur dicken Lippe geführt hatte.

Beinahe jede größere Medien-Website brachte einen Beitrag zur Episode, oft mit Abbildungen und Videos.

Hatte dieser Vorfall wirklich die Art von Berichterstattung verdient wie jene über die Bombardements ziviler Wohngebiete in Syrien?

Natürlich nicht. Warum also widmen ihr die Mainstream-Medien so viel Aufmerksamkeit?

Wahrscheinlich deshalb, weil Israels Kritiker bei der Manipulation der Medien so geschickt vorgehen, dass sie selbst relativ harmlose Zwischenfälle zu internationaler Empörung hochstilisieren. Ich sage nicht, dass das Vorgehen des Soldaten gerechtfertigt war. Und ich behaupte auch nicht, dass es sich hier um einen klaren Fall von Notwehr handelte. Eine Untersuchungskommission wird alle Fakten rechtzeitig auf den Tisch bringen.

Aber ich sage, dass die Berichterstattung völlig unverhältnismäßig ist.

Sehen Sie sich zum Beispiel das hier an: Ein Minister der palästinensischen Autonomiebehörde ruft zur Vernichtung Israels auf (in einer Tageszeitung der PA; dokumentiert von Palestinian Media Watch.) Dennoch konnte ich in den Mainstream-Medien keinen Hinweis darauf finden.

Nicht einmal ein “Lippenbekenntnis” wurde dort abgegeben!

Abbildung: CC BY-SA HonestReporting.com, flickr / Katie Brady.

Von aufwiegelnden Fotos zu Morddrohungen

29. März 2012

HonestReporting Media BackSpin, 29. März 2012

Die blutigen Ereignisse von Toulouse lieferten ein beredtes Beispiel dafür, wie Aufhetzung gegen Israelis und Juden via Texte und Bilder letztlich zu sehr realen Gewalttaten führt.

Deshalb hat der britische Politiker John Howell (Konservative/Tories) allen Grund, nach Todesdrohungen wegen seiner Unterstützung für Israel um sein Leben zu fürchten. Die Jerusalem Post schreibt:

Der pro-palästinensische Aktivist Harry Fear aus Watlington [in der Grafschaft] Oxfordshire schickte Howell am 10. März eine E-Mail mit der Frage, was jener getan habe “wenn er sieht, dass Israel mit den militärischen Aktionen fortfährt, die unter Missachtung des Völkerrechts und grundlegenden menschlichen Anstands stattfinden.”

An die E-Mail war das Foto eines explodierenden Gebäudes angefügt, und darunter eine Bildunterschrift: “Erst ein paar Stunden ist es her, dass Israel es für notwendig hielt, in diesem Konflikt so viel Zerstörung und Tod über den Gazastreifen zu bringen.” Das Foto wurde im Jahr 2009 in Umlauf gebracht und hat überhaupt nichts mit den jüngsten Ereignissen in Gaza zu tun.

Und in der Tat war das oben erwähnte Foto eines von der Sorte wie das inzwischen berüchtigte Tweet Khulood Badawis, das ein blutüberströmtes palästinensisches Kind zeigt – auf sozialen Medien verbreitet, als vor wenigen Wochen eine Million Israelis unter anhaltenden Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen geriet. Twitter-User, die IDF und HonestReporting hatten den Fall aufgedeckt.

Zum Vergrößern bitte die Abbildung anklicken.

Auch wenn Harry Fear nicht [direkt] verantwortlich für die Morddrohungen gegen Howell gewesen sein mag kann allein schon seine missbräuchliche Verwendung eines falschen Fotos zur Aufstachelung von Hass gegen Israel beigetragen haben, um jene vergiftete Atmosphäre zu erzeugen, die solch ein Verhalten begünstigt.

Wir können nur hoffen, dass in diesem Fall schriftliche Drohungen nicht in physische Handlungen übergehen.

Wer unterstützt Marwan Barghouti?

28. März 2012

HonestReporting Media BackSpin, 28. März 2012

” Gleich und Gleich gesellt sich gern.” Dieses Sprichwort könnte man auf viele Journalisten anwenden, die ihren Beruf in Israel ausüben. Sie hängen mit Kollegen und anderen herum, die eine ähnliche politische Sicht auf den israelisch-palästinensischen Konflikt teilen.

Dies bedeutet auch, dass viele ausländische Journalisten nicht in der Lage sind, die Vielzahl von Meinungen unter Israelis allgemein zu unterscheiden und stattdessen pauschale Verallgemeinerungen zu bringen.

Vielleicht schrieb deshalb Catrina Stewart vom Independent Folgendes zum verurteilten palästinensischen Terroristen Marwan Barghouti:

Auch viele Israelis unterstützen ihn und betrachten ihn als Pragmatiker, von dem gesagt wird, er würde einen jüdischen Staat neben einem unabhängigen palästinensischen Staat mit den Grenzen vor 1967 anerkennen.

Es gibt keinen qualitativen oder quantitativen Beleg, der diese Behauptung stützen könnte. Tatsächliche Wahlstatistiken und Umfragen würden jedoch darauf hinweisen, dass die einzigen Israelis, die eine Kampagne zur Freilassung Barghoutis “unterstützen” würden (und hoffentlich nicht seine terroristischen Aktivitäten rechtfertigen) solche an den politischen Rändern sind, also wie Gush Shalom, die sogar von der israelischen Mainstream-Presse als “radikal” und sogar “extrem” bezeichnet wurde.

Sorry Catrina – vielleicht sollten Sie sich einmal Zeit nehmen, einen Markt oder eine belebte Straße in einer größeren israelischen Stadt zu besuchen, um herauszufinden, was die israelische “Straße” wirklich denkt. Oder eignet sich der Aufenthalt in der Bar des American Colony Hotel in Ostjerusalem und das Kopfnicken mit befreundeten Journalisten, NGO-Mitarbeitern und Palästinensern dazu, den Pulsschlag des israelischen Volkes in diesen Tagen zu erspüren?

“Lasst uns Assad mit Israel vergleichen”

2. März 2012

HonestReporting Media BackSpin, 2. März 2012

Während die syrische Todesmaschinerie weiterhin unerbittlich wütet, trifft Tariq Alhomayed den Nagel auf den Kopf, was arabische Heuchelei betrifft. Lasst uns Assad mit Israel vergleichen.

Lasst uns angesichts dieses Staates mit seiner brutalen Diktatur innehalten und einen Vergleich mit Israel ziehen und damit, was es uns in der letzten Zeit angetan hat – und ich meine mit ’letzter Zeit’ die vergangenen 5 Jahre, vor allem die Kriege im Libanon und in Gaza. Die ganze Welt drängte darauf, Israels Aggressionen gegen den Libanon im Jahr 2006 zu stoppen; und dieser Krieg endete nach etwa zwei Monaten, wobei 1.200 Libanesen getötet wurden. Das Gleiche gilt für den Gaza-Krieg, bei dem es etwa ebenso viele Todesopfer gegeben hatte. In beiden Kriegen drängte die öffentliche Meinung in der arabischen Welt darauf, Maßnahmen zu ergreifen, in deren Verlauf gefälschte Listen über “Freunde Israels” veröffentlicht wurden, und das unter das Federführung des Regimes von al-Assad; in der Tat hatte eine Reihe von arabischen Politikern versucht, diese Tragödie auszuschlachten, an vorderster Stelle das al-Assad-Regime. Allerdings haben wir niemanden fragen hören – auch jetzt nicht -,  warum diese Kriege geführt worden waren. Wessen Interessen dienten diese Kriege und vieles mehr? Wer war verantwortlich dafür?

Im Fall Assad jetzt sehen wir, wie die syrischen Truppen seit einem Jahr – nicht zwei Monaten – (Anm: [bd]: der Libanon-Krieg ist hier gemeint) und vor laufenden Kameras ihr eigenes Volk umbringen, während die Zahl der Todesopfer mehr als 8.000 übersteigt und die Truppen des Tyrannen von Damaskus Moscheen zerstört haben, Kinder sowie Frauen und ältere Menschen gefoltert und ermordet; und das alles nur, um Assad an der Macht zu halten. Trotz alledem finden wir einige zaudernde Länder, Politiker, Medien und Persönlichkeiten. Es ist, als ob wir – die Araber – sagen würden, dass, wenn der Mörder auch ein Araber ist, wir das dann akzeptieren können. Aber wenn er ein Israeli ist, dann müssen wir dem gemeinsam ein Ende zu setzen! Dies ist ein trauriger und beschämender Zustand, insbesondere dann, wenn jemand wie Hassan Nasrallah sich schamlos vor al-Assad stellt!

Wenn wir also al-Assad mit Israel vergleichen, werden wir das Ausmaß der zunehmenden Heuchelei in unserer Region entdecken, und eine der wichtigsten Quellen dafür ist das al-Assad-Regime – sowohl das des Vaters als auch des Sohnes, die beide mit der Lüge des Widerstandes und anderem überlebten. Daher wird einer der Vorteile des Abgangs des Tyrannen dazu dienen, die Heuchelei in unserer Region auszurotten, deren prominentestes Symbol das al-Assad-Regime verkörpert.

Rest des Beitrags bitte hier weiterlesen [In Englisch].

(Bild via YouTube/ReutersTV)

Medien-Spickzettel 1. Januar 2012

1. Januar 2012

HonestReporting Media BackSpin, 1. Januar 2012

Eine in Verlegenheit geratene Arabische Liga erwägt, ihre Beobachter aus Syrien abzuziehen; Google investiert viel Geld in israelische Start-ups, aber das könnten auch schlechte Nachrichten bedeuten. Und Gaddafis Tochter verursacht Stirnrunzeln wegen Inanspruchnahme eines israelischen Anwalts.

Israel und die Palästinenser

• Zum Jahrestag der Operation Gegossenes Blei rückt ein ausgezeichneter Kommentar  im New Statesman einiges zurecht:

[Colonel Richard] Kemp sagt, dass UN-Schätzungen zufolge die durchschnittliche Zahl von Todesopfern unter Zivilisten im Verhältnis zu der von Kombattanten weltweit gesehen 3:1 ist – also 3 Zivilisten auf einen Kämpfer. So ist das z.B. [auch] in Afghanistan. Aber im Irak und im Kosovo war es noch schlimmer: man veranschlagt die Relation auf 4:1. Einzelne Berichte gehen davon aus, dass die Quotienten in Tschetschenien und Serbien wesentlich höher waren. In Gaza betrug die Relation weniger als 1:1.

Während der 22-tägigen Operation in Gaza war Israel nachweislich darum bemüht, das Leben von Zivilisten zu schützen und gleichzeitig gezielt gegen Kombattanten vorzugehen. Der Israel-Korrespondent von ‘Jane Defence Weekly’ – verantwortlich für eine Erstellung zu Israels Statistik im abgelaufenen Jahr -, erklärte: “Die IDF hat im Jahr 2011 in Gaza 100 Menschen getötet. Neun davon waren Zivilisten. Das bedeutet eine Relation Zivilisten/ Kämpfern von fast 1:10.”

• Die PA plant, das Thema Siedlungen vor den UN-Sicherheitsrat zu bringen. Mehr dazu bei Haaretz.

Arabischer Frühling Winter

• Robert Bowker: Hamas sieht Chance in Verdrossenheit

• Ein Leitartikel in der Washington Post greift die ägyptischen Behörden scharf an wegen deren Razzien bei 17 NGO’s, die sich für Förderung der Demokratie und Menschenrechte einsetzen:

Die Razzien vom Donnerstag stellen somit eine frontale Provokation der Obama-Administration [die von Unterstützung eines Übergangs zu einer demokratischen Zivilregierung in Ägypten und Beschwichtigung der Generäle geschwafelt hatte], durch den herrschenden Militärrat dar. Das Militär versucht, die schwindende innenpolitische Unterstützung wiederzugewinnen, indem es das innenpolitische Chaos teuflischen “fremden Mächten” in die Schuhe schiebt; es versucht auch, liberale und pro-demokratische Gruppen zu zerschlagen, die seinem Unterfangen widerstanden haben, die eigene Macht auf unbestimmte Zeit zu zementieren.

Atomare Bedrohung durch den Iran

Wird Israel den Iran in diesem Jahr angreifen?

CNN: Der Iran testete erfolgreich seinen ersten selbstgefertigten Atombrennstab.

Sonstiges

Google steckt viel Geld in israelische Start-ups. Aber das bedeutet nicht zwangsläufig eine gute Nachricht:

“Ab dem Moment, wo israelisches Hightech in erster Linie auf die die Arbeit in Forschungszentren der großen Unternehmen basiert, wird sein Glück von dem dieser Firmen abhängen, was bedeutet, dass bei einem Personalabbau dort das auch auf den Arbeitsmarkt in Israel zurückwirkt”, so Doron A. Peled.

• Oberst Gaddafis Tochter Aisha hat den israelischen Anwalt Nick Kaufman engagiert, der die Familie in ihrem eigenen Bestreben nach Gerechtigkeit unterstützen soll: er soll Druck auf den Internationalen Strafgerichtshof (ICC) ausüben, was die Umstände des Todes ihres Vaters betrifft, weil sie davon ausgeht, dass Rebellen und NATO sich Kriegsverbrechen schuldig gemacht hätten. Kaufman gegenüber The Daily Beast:

“Es hat nichts mit der Tatsache zu tun, dass ich Israeli bin”, äußerte Kaufman in einem Telefoninterview. “Wenn es zu einer Verhandlung beim ICC kommt, bin ich einer der wenigen Anwälte mit reichlich Erfahrung auf diesem Gebiet.”

Den kompletten Medien-Spickzettel bitte hier lesen [In Englisch].

Jesus wäre von Palästinensern erschossen worden

26. Dezember 2011

HonestReporting Media BackSpin, 26. Dezember 2011

Hier wieder eine wirklich hässliche Verdrehung des Guardian:

Die im Beitrag von Phoebe Greenwood so heftig kritisierte Sicherheitsbarriere wurde errichtet, um Selbstmordbomber und Beschuss durch Palästinenser aus fahrenden Autos etc. abzuwehren; also jener Art von Aktivitäten, die manche Leute beim Weihnachtsmann auf die schwarze Liste bringt.

Wenn Jesus dieses Jahr geboren werden sollte, wäre es wahrscheinlicher, dass er von Palästinensern erschossen worden wäre – irgendwo auf einer dunklen und einsamen Straße zwischen Nazareth und Bethlehem.

——————
P.S. (bd):

Zum immer wieder erzählten Märchen, Bethlehem sei von einer Mauer eingeschlossen, schreibt der seit 1971 in Jerusalem lebende Nahost-Korrespondent Ulrich Sahm:

Wen kümmert es, dass die Mauer lediglich 1,3 Kilometer lang an der Grenze zu Jerusalem steht, während Bethlehem nach Osten, Süden und Westen völlig offen ist und die Straßensperren schon vor Jahren weggeräumt worden sind?

Weitere Ehrung für Silwan-Fototrickserei

16. Dezember 2011

HonestReporting Media BackSpin, 16. Dezember 2011

AFP-Fotograf Ilia Yefimovich hört sich ziemlich verteidigend an wegen seines 2010 gemachten Fotos über einen palästinensischen Jungen, der in Silwan von einem Auto erfasst worden war.


Kürzlich wurde sein Foto bei einer Ausstellung in Tel Aviv als beste Aufnahme ausgezeichnet. Yefimovich sprach darüber mit Haaretz:

Yefimovich bestreitet diese Behauptungen vehement. “Wer inszenierte das Foto? Es kann pro Verteidigung des Fahrers interpretiert werden. Wer inszenierte es? Die Kinder, die sich in an diesem Tag so fühlten, als wären sie überfahren worden?”

Yefimovich sagte Haaretz gegenüber, dass er mit anderen Fotografen vor Ort ankam, weil die Spannungen in Silwan zugenommen hatte, nachdem ein Einheimischer von einem Wachmann erschossen worden war.

“Auf dem Weg dorthin wurde auch ich mit Steinen beworfen“, erinnert sich Yefimovich: “Kleine Kinder werfen Steine ​​in Silwan, das hat sich hauptsächlich dort abgespielt.”

Das Bild war Ergebnis einer unausgesprochenen – aber wohlverstandenen – Eigendynamik, nämlich, dass die bloße Anwesenheit von Fotografen das Verhalten der Steinewerfer beeinflusst. Der italienische Fotograf Ruben Salvadori war davon dermaßen angewidert, dass er das mit Fotos unterlegte, die seine Kollegen bei der“Arbeit“ zeigen.


Photojournalismus hinter den Kulissen [italienisch-englische Untertitel]
von Ruben Salvadori on Vimeo.

In einem Exklusivinterview mit HonestReporting wurde Salvadori noch deutlicher:

Ich war schockiert durch die Tatsache, wie sicher sich viele Fotografen waren, dass, wenn sie uns vor Ort im Rudel auftauchen sahen, mit Helmen, Gasmasken und durchschnittlich zwei großen Kameras pro Person ausgestattet, dies keinerlei Auswirkungen auf die beteiligten Konfliktparteien haben würde….

“Wenn du behauptest, dass wir die Ereignisse beeinflussen, so musst du das in deiner Fotografie zeigen” war einer der Kommentare, an die ich mich am besten erinnere. “Zeige, wie die Fotografen einen Jungen zum Posing vor der Kamera auffordern.” Das war völlig falsch argumentiert, da die Beeinflussung eines Ereignisses nicht zwangsläufig voraussetzt, dass man aktiv manipuliert.

Eine weitere Auszeichnung mehr für Yefimovich und das Genre Hinterhaltsjournalismus in Silwan.

Politisierende Weihnachts-Miesmacher

9. Dezember 2011

HonestReporting Media BackSpin, 9. Dezember 2011

Die Palästinensische Autonomiebehörde wird Weihnachten nutzen, um ihre Forderung nach Eigenstaatlichkeit zu pushen. Geht man von diesem AP-Bericht aus, hat sie bereits die Rolle des politisierenden Weihnachten-Spielverderbers übernommen:

Als Teil der Kampagne bieten die Palästinenser auch organisierte vorweihnachtliche Pressefahrten an, um den Ausbau der Siedlungen um Bethlehem und die Zerreißung durch die israelische Sperranlage, die die Stadt auf drei Seiten umschließt, herauszustellen. Israel kündigte in den letzten Monaten Pläne zum Bau von weiteren tausenden Wohnungen für Juden in der Gegend um Bethlehem an bzw. erteilte deren Genehmigung, wie Siedlungs-Watchdogs sagen.

“Dieses Weihnachten wird die Möglichkeit bieten, die reale Bedrohung für die Stadt Bethlehem zu zeigen – die Siedlungsaktivitäten und die Mauer, die die Stadt von ihrem Zwilling Jerusalem trennt “, so Ziad Bandak, ein Berater Abbas’ für christliche Angelegenheiten….

Christen vor Ort erklären, dass sie kein Problem mit einer Politisierung der Festtage haben; und sie sagen, dass sich der Konflikt mit Israel auf das Leben jedes Einzelnen hier auswirke.

“Die Siedlungen und die Mauer haben Bethlehem in ein Gefängnis verwandelt”, sagte Suzan Atallah, eine 48-jährige Lehrerin und Mutter von vier Kindern….

Ihre Pressefahrten zu Siedlungen und Sicherheitsbarriere finden das ganze Jahr über statt – daran ist nichts Weihnachtliches. Bewohner vor Ort aufzutreiben, die Israel denunzieren, finden sich auch regelmäßig.

Ich bin sicher, dass die Bewohner schon genug zu erzählen haben über die Verfolgung der Christen durch die PA – Diebstahl von Land, Erpressung und Zwangsbekehrungen -, falls diese Pressefahrten wirklich ein vollständiges Bild davon liefern sollten, was wir wahrscheinlich in einem unabhängigen palästinensischen Staat sehen werden.


Und dann noch dieser Schnipsel:

Israel bezeichnet die Mauer als Schutz gegen Militante, die während der Jahre der Gewaltexzesse regelmäßig versuch hatten, nach Israel einzudringen und Hunderte bei Selbstmordattentaten und anderen Anschlägen töteten. Die Palästinenser verurteilen das als Landnahme, weil sie an vielen Stellen in die West Bank eindringt und somit die De-facto-Grenze nach vorne verschiebt.

Warum werden die Auswirkungen der Sicherheitsbarriere als faktisch berichtet, Israels Gründe für den Bau in erster Linie aber als Darstellung?

Formuliert wie von einem echten Agentenführer.

Dazu passend: Zwei Adventsgeschichten, auf die wir verzichten können

(Bild via Flickr/Tracy Hunter)

Terror gibt’s nur in UK

7. Dezember 2011

HonestReporting Media BackSpin, 7. Dezember 2011

Sky News mit der Berichterstattung über Steinwurf-Attacken mit veritablen Trümmern, bei denen die Sicherheitskräfte eine Untersuchung wegen Mordversuchs anstellten.

In der Berichterstattung werden Fotos des Betonklotzes und großer Steinbrocken gezeigt, die unglückliche Motorradfahrer trafen, dazu ein Video mit einem der getroffenen Opfer. In der Überschrift wird das als Terror bezeichnet, und Leserbriefschreiber fordern in ihren Kommentaren, dass die Täter – höchstwahrscheinlich Kinder – für den Rest ihres Lebens weggesperrt werden sollten.


Ach ja – das passierte in Essex, nicht in Israel. Steinewerfen wird nur als Terror bezeichnet, wenn es in Großbritannien passiert.

(Hat tip: This Ongoing War)


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