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Der „Economist“ hat es nicht mit „Siedlern“ – aber er gesteht Fehler ein

23. April 2014

Der Economist macht Fehler bei seinen „Siedlern“

Simon Plosker, HonestReporting.com, 22./23. April 2014

Ein Artikel des Economist berichtet über den Zusammenbruch der Friedensgespräche und verweist auf den Mord an Baruch Mizrahi, der von einem palästinensischen Terroristen getötet wurde, als er zu einem Familien-Seder fuhr.

Am nächsten Tag schoss ein palästinensischer Bewaffneter auf Autos auf einer nahe gelegenen Straße, die nur Siedler benutzen dürfen und tötete einen von ihnen.

Der Economist muss seine Fakten prüfen.

1. Die Schnellstraße 35, auf der der Terroranschlag stattfand, dürfen nicht „nur Siedler benutzen“. Palästinensischen Fahrzeugen ist die Nutzung dieser Schnellstraße innerhalb der Westbank gestattet.

2. Baruch Mizrahi wohnte in Modi’in, einer israelischen Stadt innerhalb der Grünen Linie und er war damit kein „Siedler“, wie der Economist behauptete.

Dem Economist wurde eine Aufforderung zur Korrektur geschickt.

Erfolg: Der Economist korrigiert „nur für Siedler“-Fehler

Simon Plosker, HonestReporting.com, 23. April 2014

Nach unserer E-Mail veröffentlichte der Economist das Folgende unter dem Artikel:

Korrektur: Eine frühere Version dieses Artikels besagte irrtümlicherweise, die Straße in Hebron sei nur Siedlern vorbehalten und dass das Opfer des Anschlags ein Siedler war. Dies wurde am 22. April 2014 berichtigt.

Viele Faktenfehler und Unwahrheiten haben im Lauf der Zeit zu falschen Vorstellungen rund um Israels Aktivitäten in der Westbank beigetragen – das Straßennetz gehört dazu. Es ist daher wichtig, dass Fehler wie diese korrigiert werden.

Anmerkung: Ulrich Sahm macht darauf aufmerksam, dass die Korrektur wieder einen Fehler enthält – Baruch Mizrahi wurde nicht “in Hebron”, sondern einige Kilometer außerhalb der Stadt erschossen.

Medien begeistert von Amnestys „Schießwütig“-Bericht

27. Februar 2014

Simon Plosker, HonestReporting, 27. Februar 2014

Es gibt eine symbiotische Beziehung zwischen Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und den Medien. NGOs verlassen sich auf die Publicity und die Beleuchtung, die die Medien ihren Aktiviten geben, während die Medien dem nur allzu gerne nachkommen, wobei sie oft die Angaben der NGO-Berichte unbesehen glauben.

Es ist nur zu leicht mit pathetischem Sprachgebrauch um sich zu werfen, der zur Dämonisierung Israels beiträgt: „Kriegsverbrechen“, „übertriebene Gewalt“, „kaltschnäuzige Gleichgültigkeit gegenüber Menschenleben“.

Mit der Veröffentlichung des Berichts von Amnesty International, „Schießwütig: Israels übertriebene Gewaltanwendung in der Westbank“, wird die so genannte Menschenrechtsorganisation natürlich von Schlagzeilen wie diesen begeistert sein:

  • „Amnesty sagt, einige Tötungen der Israelis in der Westbank könnten Kriegsverbrechen sein“Reuters
  • „USA und EU gedrängt Waffenverkäufe an Israel zu stoppen“Sky News
  • „Amnesty International beschuldigt Israel böswillig Palästinenser in der Westbank zu töten“ABC News (Australien)

Angaben von Reuters:

Israelische Truppen setzen in der Westbank übertriebene, rücksichtslose Gewalt ein, töteten im Verlauf der vergangenen drei Jahre dutzende Palästinenser in dem, was ein Kriegsverbrechen sein könnte, sagte Amnesty International am Donnerstag.

In einem Bericht mit dem Titel „Schießwütig“ beschuldigte die Menschenrechtsgruppe Israel seinen Soldaten zu erlauben praktisch straffrei zu handeln und drängte auf eine unabhängige Überprüfung der Tode.

Sky News berichtet:

Die Regierungen der USA und der EU müssen alle Lieferungen von „Waffen und Mitteln“ zur Kontrolle von Menschenmengen an Israel einstellen, bis das Land seine Gewaltanwendung gegen Palästinenser in der Westbank einstellt, hat der Bericht gefordert.

Im den Bericht „Schießwütig: Israels übertriebene Gewaltanwendung in der Westbank“ kritisiert Amnesty International, was es Israels „kaltschnäuzige Gleichgültigkeit gegenüber Menschenleben“ im Umgang mit palästinensischen Protesten gegen die Besatzung nennt.

Sie deutet auf eine Zunahme der Zahl der von israelischen Streitkräften getöteten Palästinenser – im letzten Jahr wurden 27 Menschen getötet, im Vergleich dazu waren es nach Angaben der Vereinten Nationen 2012 acht und 2011 zehn.

Die IDF hat darauf geantwortet; sie erklärte, dass der Bericht von Amnesty die substanzielle Zunahme der im vergangenen Jahr initiierten palästinensischen Gewalt komplett ignoriert und völliges Fehlen von Verständnis der operationellen Herausforderungen zeigt, denen sich die IDF gegenüber sieht:

2013 erlebte einen steilen Anstieg der Vorfälle mit Steinwürfen, die das Leben von Zivilisten und Militärpersonal erheblich gefährden. 132 Israelis wurden allein in diesem Jahr verletzt, fast doppelt so viele wie 2012. Das überrascht nicht, wenn man bedenkt, dass es mehr als 5.000 Vorfälle mit Steinwürfe gab, von denen die Hälfte entlang von Hauptverkehrsstraßen stattfanden.

Leider stellen Steinwürfe und gewalttätige Demonstrationen bilden nur einen Teil der operationellen Herausforderungen, die die palästinensische Gewalt in Judäa und Samaria für die IDF stellt. Es gab 2013 weitere 66 Terroranschläge, darunter Schüsse, das Legen von Sprengsätzen, Angriffe mit stumpfen Waffen und die Entführung und Ermordung eines Soldaten.

Die IDF operiert in Judäa und Samaria, um die von Palästinensern initiierte Gewalt einzugrenzen. Wo möglich hält die IDF diese lebensbedrohende Gewalt in Schach, indem sie Mittel zur Zerstreuung von Randalierern einsetzt, darunter laute Sirenen, Wasserkanonen, Lärmgranaten und Tränengas. Nur wenn die IDF-Kräfte diese Mittel ausgeschöpft haben und Menschenleben und Sicherheit gefährdet bleiben, wird der Einsatz von Präzisionsmunition genehmigt.

Die IDF legt an sich die höchsten professionellen Standards an und trainiert und rüstet sich entsprechend aus. Wenn es einen Verdacht von Fehlverhalten oder Verstöße gegen die Disziplin gibt, überprüft die IDF das, ermittelt und agiert, wo es angebracht ist.

Derweil hat Oberst Richard Kemp, ehemaliger Kommandeur der britischen Streitkräfte in Afghanistan, im Jewish Chronicle ein vernichtendes Urteil des Amnesty-Berichts abgegeben:

Amnestys jüngster Bericht ist alles andere als unparteiisch. Ein Text nackter antiisraelischer Propaganda, der stark daran erinnert, wie weit sie von ihrem Weg abgekommen sind. Das zynische Timing des Berichts – er wurde während der Israel Apartheid Week veröffentlicht – kann nur in der Absicht erfolgt sein die Dämonisierung des jüdischen Staates in Schulen und an Universitäten zu schüren.

Es gibt keinen Versuch das Handeln der israelischen Sicherheitskräfte in einen Zusammenhang zu stellen. Keine Erwähnung der vorsätzlichen Orchestrierung gewalttätiger Demonstrationen durch palästinensische Extremisten, um israelische Soldaten zu einer Reaktion zu provozieren, die in Toten und Verletzten unter den eigenen Leuten zu Propagandazwecken resultieren – oder sogar die Sicherheitskräfte in tödliche Terroranschläge zu locken. Das ist kriminelles Handeln.

Salil Shetty, Amnestys Generalsekretär, sagte erst vor ein paar Tagen in einem Interview: „Amnesty International ist keine Organisation mit Sachkenntnis zu militärischen Situationen.“ Dieser Bericht zeigt schlicht, wie wahr das ist. Beispielsweise werden Benzinbomben vorschnell als „wenig bis keine Gefahr“ für das Leben von israelischen Soldaten abgetan. Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie grauenhaft eine Benzinbombe einen Soldaten verletzen kann.

Amnestys Empfehlung, die USA und Europa solle die Weitergabe von Mitteln zur Kontrolle von Menschenmengen und Ausbildung verbieten, verrät nicht nur die politisierte Unterstützung für antiisraelische Boykotte, sondern ist naiverweise kontraproduktiv. Solche Systeme könnten nicht nur helfen die Gewalt zu reduzieren.

Statt seine Ressourcen zu nutzen, um ernsthafte Beiträge zur Erleichterung des Leidens des palästinensischen Volks zu leisten, hat Amnesty einen verzerrten Bericht angefertigt, der als Mittel zur Aufwiegelung zu noch mehr Hass ausgenutzt werden wird.

NGO Monitor hat Amnesty ebenfalls kritisiert:

In seinem Bericht stellt Amnesty ohne jegliche unterstützenden Beweise zahlreiche, unspezifische Behauptungen auf, so dass „von israelischen Soldaten getötete Palästinenser keine direkte und unmittelbare Bedrohung von Leben“ und den Gebrauch von „willkürlicher“ Gewalt „darzustellen schienen“. Im Gegensatz dazu räumen andere Beobachtergruppen wie B’Tselem ein, dass die Mehrzahl der palästinensischen Opfer während Kämpfen oder gewalttätigen Zusammenstößen und Konfrontationen mit israelischem Sicherheitspersonal entstanden. Dass Amnesty diesen wesentlichen Kontext auslässt und den Begriff „Zivilist“ missbraucht, stellt die fehlende Glaubwürdigkeit nur weiter heraus. Gleichermaßen spielte Amnesty 2009 eine zentrale Rolle beim diskreditierten Goldstone-Bericht zum Gaza-Konflikt, ebenso bei einer Reihe weiterer Anschuldigungen gegen Israel…

Im aktuellen Bericht werden keine Definitionen oder Vergleichsdaten zur Unterstützung von Amnestys politisierten Vorwürfen geliefert, dass israelische Streitkräfte „schießwütig“ und „rücksichtslos“ sind. Fakt ist, dass ein Überblick über das Verhalten der Polizei überall in der Welt offenbart, dass das Verhalten israelischer Polizisten und Militärs weit zurückhaltender ist, wenn man den Zustand ständigen bewaffneten Konflikts und die schiere Anzahl tödlicher Situationen bedenkt, die den Einsatz tödlicher Gewalt rechtfertigen, einschließlich gewalttätiger Krawalle und Terroranschläge.

Wenn es überhaupt einen Zweifel an Amnestys antiisraelischer Agenda gibt, dann sollte die Gastgeberrolle für eine Buchpräsentation im März 2014 in ihren Londoner Hauptsitz für den Israel hassenden Extremisten Ben White und sein Buch „Israeli Apartheid: A Beginner’s Guide“ (Israelische Apartheid – ein Führer für Anfänger) diese Zweifel bezüglich der wirklichen Motivation der Organisation komplett auflösen.

Derweil sagt die gerade durch die britische Polizei erfolgte Verhaftung von Moazzem Begg, einem ehemaligen Guantanamo-Insassen, dessen Fall von Amnesty vertreten wurde, viel darüber sagen, wessen Menschenrechte bei der Organisation Priorität haben. Begg wurde in Verbindung mit Vorwürfen zu mit Syrien in Zusammenhang stehenden Terrorismus-Straftaten verhaftet; ihm wird vorgeworfen an einem Terror-Trainingslager teilgenommen und Terrorismus im Ausland unterstützt zu haben.

Warum also profitiert Amnesty International weiter vom „Heiligenschein-Effekt“ – durch den es wegen der Konzentration auf Menschenrechte vor Kontrolle geschützt und als über Tadel durch die Medien erhaben angesehen wird?

In Reaktion auf den Bericht und die Medienorgane, die ihm Sauerstoff gegeben haben, sagte HonestReportings Generaldirektor Joe Hyams:

Amnesty International hat immer wieder eine politisierte antiisraelische Agenda demonstriert, das seinen Anspruch hintergeht für Menschenrechte einzutreten. Es ist höchste Zeit, dass die Medien anfangen Organisationen wie Amnesty Fragen zu stellen.

Hört auf den einseitigen und unausgewogenen Berichten billige Öffentlichkeit zu verschaffen, die die IDF und die mit dem Schutz ihrer selbst sowie israelischer Zivilisten beauftragten Soldaten angreifen und fangt an die sehr reale und potenziell tödliche Bedrohung durch palästinensische Gewalt anzuerkennen.

Ariel Sharon: Die Medien-Mythen entlarven

14. Januar 2014

Simon Plosker, HonestReporting.com, 12. Januar 2014

Mit dem Tod des ehemaligen israelischen Premierministers Ariel Sharon haben die Medien eine riesige Zahl an Nachrufen produziert. Sharon ist eine kontroverse Persönlichkeit gewesen und ruft eine große Bandbreite an Emotionen sowohl von Anhängern wie auch Gegner hervor. Das ist jedoch keine Rechtfertigung für falsche Profile oder gewollte Dämonisierung eines der Gründungsväter des modernen israelischen Staates.

Über die Jahre und besonders seit er 2001 zum Premierminister gewählt wurde, haben die internationalen Medien Ariel Sharon mit mehr Giftigkeit und Missbrauch bedient, als jeden anderen demokratisch gewählten Führungspolitiker der zivilisierten Welt. Sharon ist von vielen Medienorganen in wenig schmeichelhaften Begriffen beschrieben worden, die ihn als „Kriegsverbrecher“ und einen „Schlächter“ etikettiert haben – ein Trend, den wir einmal mehr in der heutigen Berichterstattung der Medien erleben.

Medienanalyst Tom Gross trägt vor:

In der Vergangenheit ist ein Großteil der Berichterstattung zu Ariel Sharon in den europäischen und arabischen Medien von unverhohlenem Antisemitismus begleitet gewesen. In Spanien veröffentlichte z.B. am 4. Juni 2001 (drei Tage, nachdem ein palästinensischer Selbstmordbomber 21 junge Israels an einer Disco in Tel Aviv tötete, mitten während einem einseitigen israelischen Waffenstillstand) das linke Magazin Cambio 16 Karikaturen Sharons (mit einer Hakennase, die er nicht hat), der eine Kippa trägt (die er normalerweise nicht trug), der einen mit einem Hakenkreuz in einem Davidstern auf der Brust angab und proklamierte: „Wenigstens hat Hitler mich gelehrt wie ich in ein Land einfallen und jedes lebende Insekt vernichten kann.“

Eine Woche später veröffentlichte El País, Spaniens Äquivalent zur New York Times, eine Karikatur einer allegorischen Figur, die einen kleinen, rechteckig geformten schwarzen Schnurrbart trug und durch die Luft auf Sharons Oberlippe zuflog. Die Bildbeschreibung lautete: „Clio, die Muse der Geschichte, setzt Ariel Sharon Hitlers Schnurrbart auf.“

Karikaturen in der griechischen Presse zeigten Sharon 2004 als Nazi-Offizier. Eine der führenden Zeitungen Italiens, der Corriere della Sera, brachte am 31. März 2002 eine Karikatur, die Sharon zeigte, wie er Jesus tötet. (Die Karikatur, die zeitlich so kam, dass sie mit Ostern zusammenfiel, wurde veröffentlicht, als Israelis wegen des Passah-Massakers drei Tage zuvor in Netanya im Sterben lagen.)

Hunderte ähnliche antisemitische Motive wurden Sharon in den letzten Jahren angedichtet. Das Magazin Economist in London verglich ihn zu Charles Dickens berüchtigtem antisemitischen Stereotyp Fagin.

In den Nachrufen von heute gibt es drei gemeinsame Beispiele für Einseitigkeit, wo fehlender Kontext oder falsche Information eingesetzt werden, um Sharon als „Schlächter“ oder „Kriegsverbrecher“ zu präsentieren.

Sabra und Shatila

Die üblicherweise gegen Sharon erhobene Anklage ist, dass er für das Massaker an Tausenden Palästinensern in den Flüchtlingslagern Sabra und Shatila während des Libanonkriegs 1982 verantwortlich ist.

Schlagzeile: Daily Mail

In Wirklichkeit wurden die Tötungen, wie in Mitchell Bards „Myths & Facts“ genau beschrieben, von der libanesischen Phalange-Miliz verübt (deren Mitglieder immer noch nicht zur Verantwortung gezogen wurden). Israels Kahan-Kommission stellte fest, dass Israel und Ariel Sharon indirekt dafür verantwortlich waren, die Möglichkeit der Phalangisten-Gewalt nicht vorausgesehen zu haben. Sharon trat daher von seinem Posten als Verteidigungsminister zurück.

Myths and Facts erklärt:

Die libanesisch-christliche Phalange-Miliz war für die Massaker verantwortlich, die in den beiden Flüchtlingslagern bei Beirut am 16. und 17. September 1982 verübt wurden. Israelische Truppen erlaubten den Phalangisten Sabra und Shatila zu betreten, um Terrorzellen aufzuspüren, von denen man glaubte, dass sie dort vorhanden sind. Es ist geschätzt worden, dass vielleicht bis zu 200 bewaffnete Männer in den Lagern gewesen sind, die aus den zahllosen Bunkern heraus vorgingen, die von der PLO im Verlauf der Jahre gebaut und mit großzügigen Reserven an Munition ausgestattet wurden.

Als israelische Soldaten die Phalangisten hinausbefahlen, fanden sie hunderte Tote (die Schätzungen reichen von 460 nach Angaben der libanesischen Polizei bis 700-800 von israelischen Informationen kalkulierten). Zu den Toten gehörten nach Angaben der libanesischen Zählung 35 Frauen und Kinder. Der Rest waren Männer: Palästinenser, Libanesen, Pakistanis, Iraner, Syrer und Algerier. Die Tötungen wurden begangen, um die Morde am libanesischen Präsidenten Bashir Gemayel und 25 seiner Anhänger zu rächen, die bei einem Bombenanschlag früher in der Woche getötet wurden.

Israel hatte der Phalange gestattet in die Lager zu gehen; das war Teil eines Planes die Macht an die Libanesen zu übergeben. Israel akzeptierte die Verantwortung für diese Entscheidung. Die von der israelischen Regierung auf Reaktion auf öffentliche Empörung und Trauer gebildete Kahan-Untersuchungskommission stellte fest, dass Israel indirekt verantwortlich war die Möglichkeit der Phalangisten-Gewalt nicht vorhergesehen zu haben. Infolgedessen trat Verteidigungsminister Ariel Sharon zurück und Genral Raful Eitan, Stabschef der Armee, wurde entlassen.

1985 entschied eine amerikanische Jury, dass Sharon vom Time Magazine diffamiert worden war, das zu dem Schluss gekommen war, Sharon habe die Tötung der Zivilisten entweder „bewusst beabsichtigt“ oder „aktiv ermutigt“.

Der Ausbruch der Zweiten Intifada

Eine der am weitesten verbreiteten Mythen, die in den internationalen Medien auftauchen, ist der Vorwurf, Ariel Sharons Besuch auf dem Tempelberg im September 2000 sei verantwortlich für den Ausbruch der palästinensischen Gewalt gegen Israel.

AFP:

Sharon machte einen provokativen Besuch auf dem Spannungsgebiet des Geländes der Al-Aqsa-Moschee in Jerusalems Altstadt, der den Ausbruch der zweiten palästinensischen Intifada entzündete.

Newsweek:

Die Palästinenser behaupten, dass der jetzt folgenschwere Besuch Sharons an dem Ort im September 2000 – wo nach muslimischen Traditionen der Prophet Mohammed in den Himmel auffuhr und wo König Salomo ursprünglich den Tempel baute, der zum heiligsten Ort des Judentums geworden war – die Intifada auslöste.

Aber behaupten die Palästinenser wirklich, dass Sharons Besuch die Intifada begann?

Der palästinensische Kommunikationsminister Imad Al-Faluji in Al-Safir am 3. März 2001 (übersetzt von MEMRI):

Wer immer glaubt, die Intifada brach wegen des Besuchs des verachteten Sharon an der Al-Aqsa aus, liegt falsch… Diese Intifada wurde im Vorhinein geplant, seit dem Moment, als Präsident Arafat von den Camp David-Verhandlungen zurückkehrte, wo er Präsident Clinton die kalte Schulter zeigte.

Yassir Arafats Frau Suha sagte Folgendes (von Palestinian Media Watch):

Auf der persönlichen Ebene vermisse ich ihn sehr, sehr stark. Unsere Tochter Zahwa vermisst ihn auch, wie Sie sich vorstellen können. Sie weiß, dass Arafat uns vor der [israelischen] Invasion Ramallahs wegschickte. Er sagte: „Du musst Palästina verlassen, denn ich will eine Intifada durchführen und ich bin nicht bereit mich hinter meiner Frau und meinem kleinen Mädchen zu verschanzen.“ Jeder sagte: „Suha ließ ihn im Stich“, aber ich ließ ihn nicht im Stich. Er befahl mir ihn zu verlassen, denn er hatte bereits nach den Oslo-Vereinbarungen und nach dem Scheitern von Camp David [im Juli 2000] entschieden eine Intifada durchzuführen.

Imad Faluji, PA-Kommnikationsminister:

Wer immer glaubt, die Intifada brach wegen des Besuchs des verachteten Sharon an der Al-Aqsa aus, liegt falsch. Das war nur der Tropfen, der das Fass der Geduld des palästinensischen Volks überlaufen ließ. Diese Intifada wurde bereits geplant, seit Präsident [Arafat] von den jüngsten Gesprächen in Camp David [Juli 2000] zurückkehrte. [private Filmaufnahmen einer Rede von Faluji, 5. Dezember 2000]

Der amerikanische Diplomat Dennis Ross erinnert sich in seinem Buch The Missing Peace, dass die Israelis Washington mit Beweisen anriefen, dass die Palästinenser „massive, gewalttätige Demonstrationen in der gesamten Westbank planten, vorgeblich als Reaktion auf den Besuch Sharons.“ Washington setzte Arafat unter Druck die Gewalt zu dämpfen, aber der Palästinenserführer – wieder über Ross – „rührte nicht einen Finger die Demonstrationen zu stoppen, die die zweite Intifada produzierten“.

Zusätzlich schloss der vom Untersuchungsausschuss übermittelte Mitchell-Bericht, der die Ursachen des Ausbruchs der Gewalt untersuchen sollte:

Der Besuch Sharons verursachte die Al-Aqsa-Intifada nicht.

Mehr Zitate hochrangiger Palästinenser und Medien, die die Verantwortung für die Zweite Intifada eingestehen, findet man bei Palestinian Media Watch.

Wenigstens das Time Magazine hat es begriffen:

Während einige Israelis und Palästinenser Sharon beschuldigten die Gewalt provoziert zu haben, wurde rasch klar, dass Arafat, der die Unruhen anfachte, Streit suchte und jede Rechtfertigung genommen hätte.

Der Angriff auf Qibya 1953

Großbritanniens Channel 4 News berichten:

1953 half er die Einheit 101 zu bilden, eine Einheit, die Vergeltungsschläge für die Ermordung einer israelischen Frau und ihrer beiden Kinder ausführte. Seine Truppen sprengten mehr als 40 Häuser in Qibya, einem Dorf in der Westbank, die damals von Jordanien regiert wurde; 69 Araber wurden dabei abgeschlachtet. Sharon sagte später, er glaubte die  Häuser seien leer.

Sharon wird oft die Verantwortung für den Tode von 69 jordanischen Zivilisten bei einem Kommandoüberfall auf das Dorf Qibya zur Last gelegt. Der Angriff auf Qibya von 1953 war Teil der israelischen Regierungspolitik, wie auf tödliche Terrorangriffe von „Fedajjin“-Terroristen reagiert wurde, die von den benachbarten Jordanien und Ägypten unterstützt wurden. Hunderte israelische Zivilisten waren getötet worden und die Regierung antwortete damit, dass sie Sharons Einheit 101 losschickte, um die Fedajjin, die sie unterstützenden Armeebasen und die sie beherbergenden Dörfer zu treffen. Als die Truppe sich dem Dorf näherte, sahen sie hunderte Einwohner von Qibya fliehen. Die Truppe glaubte, dass alle Einwohner geflohen waren.

Nach Angaben der offiziellen IDF-Enzyklopädie fanden die Soldaten eine junge Frau in einem Haus und einen alten Mann in einem anderen. Diese wurden rasch verscheucht. Kurz darauf sprengten IDF-Pioniere Dutzende Häuser. Niemand wusste, dass 69 Zivilisten sich in diesen Häusern versteckten. Ihr Tod war nicht beabsichtigt, aber das Ergebnis fehlerhafter Informationen und die Militäroperation wurde weithin verurteilt, sowohl in Israel als auch außerhalb.

Reuters erklärt:

Als junger Offizier im Krieg zur Gründung Israels 1948 verwundet, leitete er [Sharon] später Kommandoeinheiten und gestaltete eine Vergeltungspolitik – die auch den Verlust des Lebens von Unschuldigen in Kauf nahm – für grenzüberschreitende palästinensische Guerilla-Angriffe.

Eine „Vergeltungspolitik – die auch den Verlust des Lebens von Unschuldigen in Kauf nahm“ impliziert falsch, dass die israelische Politik tatsächlich darin bestand sich gegen unschuldige Zivilisten zu richten. Das ist nie die Politik der IDF gewesen, die sich sehr bemüht zivile Opfer zu vermeiden.

Weitere Einseitigkeiten

Dass palästinensische und andere arabische Kommentatoren den Medien negative Kommentare geben, überrascht nicht angesichts Sharons Ruf und Image in der arabischen Welt und es ist legitim diese Ansichten zu berichten. Doch was ist mit so genannten Experten, die eine persönliche Agenda puschen, statt objektive Analyse zu bieten?

NPR zitiert Mark LeVine, Professor für Zeitgeschichtliche Nahost-Geschichte an der University of California, Irvine.

Sharons Taten sowohl als Soldat als auch als Politiker spiegeln die innersten Ängste und Wünsche vieler Israelis über den Staat, den sie dort gründen wollten, wo es im wesentlichen eine feindliche Umwelt gab, sagte LeVine.

„Sie wussten, damit Israel Erfolg hat und damit der Zionismus Erfolg hat war es notwendigerweise in einen Konflikt mit der einheimischen Bevölkerung des Landes verwickelt, das niemals geordnet oder angenehm sein würde“, sagte LeVine.

Dass LeVine Israel als Kolonialisten von außen darstellt, der einen Konflikt mit einer „einheimischen Bevölkerung“ führt, überrascht kaum, wenn man bedenkt, dass er ein prominenter Unterstützer der Boykott-, De-Investitions- und Sanktionsbewegung (BDS) ist.

Die Associated Press und die Times of London zitieren Sarah Leah Whitson von Human Rights Watch:

Es ist eine Schande, dass Sharon in sein Grab gegangen ist, ohne sich für seine Rolle in Sabra und Shatila und andere Misshandlungen der Gerechtigkeit gestellt zu haben.

Human Rights Watch ist immer wieder als eine Organisation entlarvt worden, die klar antiisraelische Obsession zur Schau stellt und Sarah Leah Whitson hat eine lange Geschichte antiisraelischen Aktivismus, einschließlich Unterstützung der BDS. So stellte NGO Monitor im Mai 2009 fest: Whitson leitete eine Reise, die in Saudi-Arabien Unterstützung suchte, wo sie HRWs „finanzielle Knappheit wegen der globalen Finanzkrise und der Arbeit zu Israel und Gaza“ betonte, „die HRWs Budget für die Region erschöpfte“. Sie hob HRWs Haltung hervor, dass man „pro-israelischen Interessenverbänden“ Paroli bietet, die – wie sie erklärte – „dem Bericht starken Widerstand leisteten und versuchten ihn zu diskreditieren“.

Dass HRW und Sarah Leah Whitson als glaubwürdige Quellen zitiert werden, bezeugt die ungesunde symbiotische Beziehung zwischen Medien und NGOs und den „Heiligenschein-Effekt“, der so genannte Menschenrechtsorganisationen aufkommen lassen, die als über alle Kritik erhaben angesehen werden.

Ein Jahr tendenziöser Berichterstattung: Warum die New York Times gewann

1. Januar 2014

Pesach Benson, HonestReporting.com, 26. Dezember 2013

Als die Leser von HonestReporting aufgefordert wurden den „Gewinner“ des Dishonest Reporting Award 2013 zu wählen, war der vorwiegende Unmut am besten mit einer einzeiligen E-Mail zusammenzufassen:

„Die NY Times hat das ganze Jahr über auf Israel eingeprügelt.“

Ein Großteil der Verstimmung konzentrierte sich auf den Op-Ed-Bereich. Eine dauerhafte Parade an Kommentaren mit herablassenden Abqualifizierungen der Befürchtungen Israels wegen des Iran zementierten natürlich den Preis für die Gray Lady in der zweiten Hälfte des Jahres 2013. Das überrascht nicht. HonestReportings Langzeitstudie des Kommentarteils der Times stellte 2012 ähnliche Probleme fest.

Doch die NY Times gab sich redlich Mühe diesen Preis selbst ohne das Problem der Op-eds zu gewinnen.

Die Zeitung fügte seiner Redaktion einen bekannten antiisraelischen Verschwörungstheoretiker hinzu, verherrlichte Steinewerfer, warf Fragen zur Art auf, wie es Korrekturen bringt und beendete das Jahr mit einem blühenden Foto-Fehlschlag. Keine der 2013 auf den weiteren Plätzen Gelandeten wie die BBC, CNN, Ha’aretz und andere kamen den von der Times geschürten Spannungen auch nur nahe.

Um fair zu sein: Es gab ein paar Lichtblicke. Der beste Moment der Gray Lady war, wie ein Leser versicherte, als MEMRI ein Video von Mohammed Morsi ans Tageslicht brachte, wie er sich antisemitisch äußerte. Die Story erntete die breite Aufmerksamkeit nicht, bis die New York Times sie aufgriff, was letztlich zu einer Verurteilung durch das Weiße Haus und öffentliche Überprüfung führte, die Morsi nicht ignorieren konnte.

Die Times ist Amerikas einflussreichste Zeitung, zum Teil wegen ihrer Reichweiter und teilweise wegen ihrer Reputation für journalistische Exzellenz. Mit mehr als 1,8 Millionen Abonnenten, 4,7 Millionen, die ihr auf Facebook folgen und 10,4 Millionen auf Twitter ist die die New York Times die am zweitmeisten besuchte Nachrichtenseite der Welt.

Hier sind die Gründe dafür, dass die Leser von HonestReporting die New York Times für den diesjährigen Dishonest Reporting Award markierten.

Warum die New York Times den Dishonest Reporting Award 2013 gewann

Verherrlichung von Steinewerfern

Nicht einmal, sondern zweimal setzte die Times Steine werfende Palästinenser auf ein strahlendes Podest. Als erstes gab es im März eine Cover Story im New York Times Magazine über die wöchentlichen Proteste in Nabi Saleh (begleitet von einer Fotostrecke mit dem Titel „Die Widerständler“). Der Autor des Textes, Ben Ehrenreich, hatte vorher schon Israel in einem widerlichen Op-Ed in der Los Angeles Times verleumdet; dort verglich er Israel mit dem Südafrika der Apartheid (Südafrika wurde gütiger bewertet) und etikettierte den Gazastreifen als „139 Quadratmeilen-Gefangenenlager“. Und in einer Nachricht bei Harper’s unterstellte Ehrenreich, israel führe einen „Wasserkrieg gegen Palästina“.

Was die Story selbst angeht, waren die spezifischen Kritikpunkte einfach zu langatmig, um hier im Detail darauf einzugehen. Arnold Roth hat eine fesselnde persönliche Verbindung zu dem Artikel. Lesen Sie auch den Ha’aretz-Kolumnisten Chemi Shalev und den Commentary-Redakteur Jonathan Tobin.

Gefragt, was ihn bezüglich Nabi Saleh neugierig machte, sagte Ehrenreich hinterher:

Ich wollte verstehen, was die Leute motiviert weiter zu kämpfen, jede Woche zu demonstrieren, im vollen Wissen darum, was die Konsequenzen sein würden und wie viel sie verlieren konnten.

Memo an Ehrenreich und die Times: Die wöchentlichen Zusammenstöße an Orten wie Nabi Saleh und Bilin werden zur Konsumierung durch die Medien als vorab als Manuskript ausgegeben.

Im August veröffentlichte die Times einen zweiten Blick auf das Steine werfen – diesmal über Jungs aus dem Dorf Beit Omar. Wie erklärte Bürochefin Jodi Rudoren die Gewalt?

Hier in Beit Ommar, einem Dorf von 17.000 Einwohnern zwischen Bethlehem und Hebron, das von jüdischen Siedlungen umzingelt ist, ist Steine werfen ein Durchfahrt-Ritual und ein ehrenvoller Akt des Trotzes. Die Sinnlosigkeit der von gepanzerten Fahrzeugen abprallenden Fahrzeuge spielt kaum eine Rolle: Was zählt, ist die Konfrontation.

HonestReporting erinnerte die Times, dass Steine werfen ein Akt der Gewalt ist. Rudoren trat in die Fußstapfen von Amira Hass, deren Rechtfertigung des Steinewerfens der Ha’aretz-Kolumnistin ihren eigenen Dishonst Reporting einbrachte.

Infragestellung von Israels Existenzrecht

Niemand stellt – sagen wir – Japans Existenzrecht infrage. Dem russischen Volk seine Selbstbestimmung zu verweigern ist antisrussisch. Und inhärente irisch nationale Ansprüche für ungültig zu erklären wird bei Iren überall in der Welt keine Pluspunkte einbringen.

Doch die New York Times hielt es für angebracht einen happigen, 2.052 Worte langen Kommentar von Professor Joseph Levin im März zu veröffentlichen, der argumentierte, dass es nicht antisemitisch ist Israels Existenzrecht infrage zu stellen. Ein jüdischer Staat, behauptet Levine, ist „undemokratisch“, wobei die äußeren Zeichen von Eigenstaatlichkeit ohnehin nichts Besonderes sind.

Die Professoren Ian Lustick (links) und Joseph Levine (rechts)

Doch genau die Rechte, die der Philosophieprofessor den Juden verweigert, werden den Palästinensern gewährt. Selbstbestimmung? Brauchen Juden gar nicht erst zu beantragen.

Ein zweites Op-ed mit der Forderung nach Israels Untergang wurde im September veröffentlicht. Damit schien Professor Ian Lustick eine Einstaaten-Lösung zu fordern. Doch bei näherer Betrachtung zeigt sich, dass Lustick darüber hinaus geht den Juden nationale Bestrebungen zu verweigern. Gibt es irgendwie Raum für jüdischen nationalen Ausdruck in der Einstaaten-Fantasie, die Lustick aus dem Nichts seines Elfenbeinturms beschreibt?

In einem derart radikal neuen Umfeld könnten säkulare Palästinenser in Israel und der Westbank sich mit den Postzionisten von Tel Aviv, nichtjüdisch, Russisch sprechenden Einwanderern, Gastarbeitern und israelischen „Global Village“-Unternehmern zusammentun. Antinationale, ultraorthodoxe Juden könnte Gemeinsamkeiten mit muslimischen Traditionalisten finden. Im sich rapide verändernden Nahen Osten nicht an statischen Zionismus gebunden, könnten Israelis, deren Familien aus arabischen Ländern kamen, neue Gründe finden von sich nicht als „östliche“, sondern als arabisch zu denken.

Lusticks Antwort auf Kritiker erinnerte an William Shakespeare-Monologe: Eine Erzählung voller Klang und Wut, der nichts bedeutet.

Sowohl Lustick als auch Levine sind jüdisch, doch keiner repräsentiert irgendwelche jüdischen Mainstream-Ansichten. Schicke akademische Titel gleichen die Unzulänglichkeiten ihrer Argumente nicht aus. Doch was sagt all das über die Times?

Premierminister Netanyahu vor der UNO, 2013

Israel, Iran, und die Vendetta der Gray Lady

Das war absolut der größte Einzelanstoß bei den Lesern von HonestReporting.

Im September versammelten sich die Führer der Welt in New York zum Beginn der UNO-Vollversammlugn. Unter den Zeichen von Tauwetter in den Beziehungen zwischen den USA und dem Iran brachte die Zeitung eine stete Parade an Nachrichten und Kommentaren, die Israels legitimen Befürchtungen zu Irans Atomprogramm verächtlich machte. So einige Leser gingen so weit zu implizieren, dass die Gray Lady entweder als Sprachrohr für die Obama-Administration agiert oder eine persönliche Vendetta gegen Premierminister Benjamin Netanyahu führt. Oder beides. So schrieb der Reporter Avi isssacharoff von der Times of Israel damals:

Rouhanis Lächeln. Die New York Times schient eine Kampagne gegen Premierminister Benjamin Netanyahu zu steuern, der sagte, Sanktionen gegen den Iran dürften nicht aufgehoben werden und vor den wahren Absichten der Islamischen Republik warnte. Gewisse westliche Journalisten werden möglicherweise von der Hoffnung – und vielleicht zu einem gewissen Grad von Naivität – getrieben, dass die Krise keine Gewaltanwendung benötigen wird.

Doch die Anti-Netanyahu-Kampagne übersieht (oder ignoriert) die Tatsache, dass die argwöhnische israelische Regierung wenig überraschend sich der Unterstützung vieler arabischer Länder erfreut – einschließlich Ägyptens, Saudi-Arabiens und der Vereinigten Arabischen Emirate – die in Sachen Iran nicht naiv sind.

Und Dror Eydar von Israel HaYom fügte an:

Die Times hat eine lange Geschichte der Unterstützung auch der leiseste Hoffnung, wenn es um die Aussöhnung mit skrupellosen Diktatoren geht.

Was trieb zu diesen Vorstellungen?

  1. Ein Redaktionskommentar verwechselt israelische Skepsis mit Böswilligkeit.
  2. Ein Redaktionskommentar beschuldigt Netanyahu die Atomgespräche vorsätzlich zu sabotieren.
  3. Ein Redaktionskommentar impliziert auf herablassende Weise, die Türkei und Saudi-Arabien rebellierten gegen die amerikanischen Gebieter.
  4. Ein Redaktionskommentar macht aus Israel den Sündenbock für den Zusammenbruch der Diplomatie zwischen den USA und dem Iran.
  5. Ein Redaktionskommentar legt nahe, dass eine Vereinbarung mit den Iran wichtiger ist als die Inhalte des Deals.
  6. Ein Redaktionskommentar beschreibt israelische Einsprüche zur Interimsvereinbarung als eine der „vor uns liegenden Tücken“.
  7. Ein Redaktionskommentar beschreibt Netanyahus Einwände zu einem Interimsabkommen als „hysterische Opposition“.
  8. Roger Cohens herablassende Meinung zu „Bibis ermüdende iranische Sprüche“.
  9. Roger Cohens abschätzige Sicht zu Israels Sorgen.
  10. Tom Friedman behauptet, die Opposition im Kongress zum Weißen Haus in Sachen Iran stamme „aus einer wachsenden Tendenz amerikanischer Parlamentarier alles zu tun, was die Israel-Lobby von ihnen fordert…“
  11. Tom Friedman bagatellisiert Israels Sorgen, indem er „den verrückten Bibi“ mit dem „coolen Obama“ vergleicht.
  12. Tom Friedmans herablassende Darstellung besorgter amerikanischer Verbündeter.
  13. Jodi Rudorens übertriebene Analyse zu Netanyahus politischer Isolation. (Dieser Artikel bekam noch einmal Schwung, weil die Zeitung eine Beschreibung Sara Netanyahus korrigierte. Rudoren schickte der Frau des Premierministers außerdem eine persönliche Entschuldigung.

Auf all das zurückblickend fragten sich die Leser: Nutzte die Times die Gelegenheit es Bibi zurückzugeben, nachdem er in seiner Rede vor der UNO die NY Times herausforderte? Wenn, war dann das in einer derart existenziellen Frage zu tun, ein angemessener Weg eine Rechnung zu begleichen? Wie sonst würde die Times den beleidigend abschätzigen Ton all dieser Kommentare erklären? Und warum brachte die Times nicht mehr Ausgewogenheit in ihren Op-Ed-Bereich?

PLO behauptet Jesus war Palästinenser

24. Dezember 2013

Simon Plosker, HonestReporting.com, 23. Dezember 2013

Hier ist die jahreszeitliche Videobotschaft der PLO zu Weihnachten:

Beachten Sie die Beschreibung zum Video:

Jedes Weihnachten feiert Palästina die Geburt eines der seinen, Jesus Christus.

„Eines der seinen“?!

Jesus wurde freilich als Jude geboren.

Jeffrey Goldberg merkt an (Hervorhebung hinzugefügt):

Die jüngsten Manifestationen des Wunsches Jesus zu entjuden ist nicht aus christliche Kirchen Europas gekommen, sondern von antiisraelischen Aktivisten in der arabischen Welt, die eine Kampagne mit der Behauptung betreiben, dass Jesus genau genommen Palästinenser war (mit anderen Worten: Mitglied eines Volks, das erst vor rund 100 Jahren entstand) und dass die Juden des Gottesmordes und Völkermordes unter anderen Morden schuldig sind.

Und was würde heute geschehen, wenn ein jüdischer Junge wie Jesus sich entschlösse palästinensisch kontrollierte Gebiete zu betreten? Am wahrscheinlichsten müsste er seinen Esel durch einen Steinhagel führen, der auf der Straße auf ihn geworfen würde.

Das Video selbst ist die übliche palästinensische Schilderung der Opferrolle und israelischer Unterdrückung. Doch wenn es darum geht Jesus Christus zu vereinnahmen, für die eigenen Propaganda zu behaupten er sei Palästinenser, dann ist klar, wie weit die Palästinenser zu gehen bereit sind, um die Geschichte und die Religion für ihre Sache zu entstellen.

Der Guardian schließt Israelis, Selbstmordbomber und Ausgewogenheit aus

22. Dezember 2013

Pesach Benson, HonestReporting.com, 20. November 2013

Ein interaktives Feature beim Guardian wirft einen Blick auf Mauern und Barrieren rund um die Welt. Von der Grenze zwischen den USA und Mexiko zur 4.000km lange Grenze zwischen Indien und Bangladesch, darin 99 Mauern, die Belfasts protestantische und katholische Viertel trennen; sie nennen es „Wall-to-wall coverage“ (Berichterstattung von einer Mauer zur nächsten).

Auch Israels Sicherheitsbarriere wird gezeigt.

Harriet Sherwood (mit etwas B’Tselem gut geschriebener Hilfe) hat jede Menge Kommentare, Fotos und Videos von Palästinensern, die darüber reden, wie die Mauer ihr Leben beeinflusst.

Unglücklicherweise vor den Toren des Guardian stehen gelassen sind Israelis, die mitteilen, wie die Sicherheitsbarriere ihr Leben beeinflusst. Das würde bedeuten, man müsste die tödlichen palästinensisch Selbstmordbomber ansprechen, die während der zweiten Intifada in den Straßen von Jerusalem und Tel Aviv Chaos und Verwüstung anrichteten.

Aber warum journalistische Balance ein perfekte Stimmung ruinieren lassen, die Sherwood, B’Tselem und fünf fotogene Palästinenser schufen?

Da der Guardian sich nicht dazu herablässt mit Israelis zu reden, lasse ich stattdessen Ramadan Saleh – weit weniger verlockenden Chef des Palästinensischen Islamischen Jihad – mein Argument vortragen. Die Barriere hält Terroristen fern.

Ein einseitiger Lauf

22. Dezember 2013

Yarden Frankl, HonestReporting.com, 17. Dezember 2013

Ron Levy und Revital Seri, 1984 beim Wandern ermordet.

Jonathan Brown beschreibt in der Irish Times seine Erfahrung als Läufer in dem, was er „Palästina“ nennt. („Laufen ist ein Luxus, mit dem die Palästinenser nichts anfangen können.“) Er schreibt verständnisvoll darüber, dass die Palästinenser derart daran gewöhnt sind vor israelischen Soldaten davonzulaufen, dass sie sich Lauf aus reiner Lust nicht vorstellen können.

Er erklärt den Kontext der Situation nicht ansatzweise, als ob er sagen wollte, die israelischen Soldaten seien nur dort, um zu verhindern, dass die Palästinenser Spaß haben und zur Erholung laufen:

Die auf meine Brust gerichteten Gewehre kristallisiert sich in diesem Moment der wesentliche Unterschied zwischen Laufen in Palästina und fast überall sonst. Der Unterschied besteht zwischen „Laufen“ und „Weglaufen“. Wie Worte auf einer Seite ist es ein kleiner Unterschied. Selbst die physische Aktion ist ähnlich – beide lösten primäre menschliche Instinkte aus. Doch die durch sie eingeflößten Gefühle sind Welten von einander entfernt. Beim einen sind es die Endorphine, beim anderen Adrenalin; die Gewissheit der Sicherheit und die Gewissheit unmittelbarer Gefahr. Ich bin gefangen zwischen diesen Gegensätzlichkeiten, wenn ich erkenne, dass Laufen ein Luxus ist, den ich als selbstverständlich angesehen habe, ein Luxus, mit dem Palästina nichts anfangen kann.

Ich bin Läufer. Und ich leben in dem, was Brown Palästina nennen würde und von dem ich als Judäa spreche. Ich stimme ihm zu, dass es ein wunderschöner und herausfordernder Ort zum Laufen ist.

Doch was Brown nicht zu erkennen scheint: Israelische Läufer und Wanderer in diesem Gebiet sorgen sich auch um ihre Sicherheit. Jedes Mal, wenn du deine Laufschuhe oder die Wanderstiefel zubindest, machen auch dir tödliche Angriffe auf Wanderer und Jogger im Hinterkopf zu schaffen.

Erst vor ein paar Wochen feierte die PA die Entlassung von Issa Abed Rabo. Er wurde der am längsten im Gefängnis sitzende Häftling, indem er 1984 Revital Seri und Ron Levy ermordete. Die beiden Studenten wanderten in der Nähe eines Klosters im südlichen Jerusalem, als sie Rabo begegneten. Er fesselte Levy und Seri mit vorgehaltener Waffe, zog ihnen Tüten über den Kopf und tötete beide.

Wenn du also alleine auf einem Trampelpfad unterwegs bist und einen Palästinenser siehst, dann fragt sich ein Teil deines Verstandes, ob es da jetzt ein Problem geben wird.

Doch was geschieht ist dieselbe Reaktion, die zwischen palästinensischen Zivilisten und israelischen Soldaten hunderte Male am Tag abläuft.

Es gibt ein gegenseitiges Zunicken und dann ist der Augenblick vergessen.

Nicht alles ist so voller Dramen wie das von Brown gemalte Bild.

Libanon-Grenzvorfall offenbart armseligen Journalismus

17. Dezember 2013

Simon Plosker, HonestReporting.om, 16. Dezember 2013

Shlomi Cohen

Der 31-jährige IDF-Soldat Shlomi Cohen wurde Samstagabend getötet, nachdem ein Scharfschütze der libanesischen Armee das Feuer auf sein Fahrzeug eröffnete, als er nahe Rosh Hanikra entlang der israelischen Seite der libanesischen Grenze fuhr.

Die vollständigen Details des Vorfalls müssen zwar noch bekannt werden, doch einiges an der Berichterstattung lässt viel zu wünschen übrig.

Der Independent erklärte:

Es ist nicht klar, was das Ziel der Schüsse war, obwohl örtliche Medienberichte spekulierten, dass israelische Truppen die Grenze überschritten hatten.

Was genau waren die „örtlichen Medienberichte“? Es waren natürlich keine israelischen, da keine davon etwas anderes berichteten, als den nicht provozierten Angriff von der libanesischen Seite.

The Times of Israel bietet eine mögliche Antwort:

Hisbollahs Nachrichtenagentur Al-Manar behauptete, eine IDF-Patrouille sei in libanesisches Territorium eingedrungen und wurde von libanesischen Streitkräften beschossen.

Es scheint also, dass der Journalist nicht zugeben wollte, dass seine „örtlichen Medienberichte“ vermutlich direkt der Propagandatruppe einer Terrororganisation entnommen wurden statt von einer glaubwürdigen Nachrichtenquelle.

Der Independent ist der „Nachrichtenwäsche“ schuldig – wenn die Quelle seiner Information nicht glaubwürdig ist, warum wird die Information als glaubwürdig gehalten?

Viele Stunden später kann man – mit Berichten eines weiteren Grenzübergriffs unter Beteiligung der IDF und libanesischer Streitkräfte – der BBC vertrauen, dass sie eine Schlagzeile wie diese produziert:

Israel “beschießt zwei libanesische Soldaten”

Ein nur allzu vertrauter Trick, der keinen Zweifel beim Leser hinterlässt, dass Israel der Aggressor ist. Die erste reflexhafte Reaktion der BBC auf die Geschichte demonstriert das System, über das sie Israel betrachtet.

Kurz drauf wurde die Schlagzeile durch die neutralere „Soldaten schossen an israelisch-libanesischen Grenze“ ersetzte, doch die erste Schlagzeile gib einen Einblick in die Denkprozess der BBC.

Antisemitismus-Definition bedroht

7. Dezember 2013

Simon Plosker, HonestReporting.com, 3. Dezember 2013

Vor nur ein paar Monaten startete HonestReporting eine Petition, mit der die Mainstream-Medien aufgefordert werden anerkannte und überlegte Definitionen des Antisemitismus zu übernehmen, wie sie sowohl im US-Außenministerium als auch von der Europäischen Union anerkannt werden.

Die Petition ist noch aktuell und wir haben vor Ihre mehr als 30.000 Unterschriften den Medien zu schicken. Bevor wir das tun ist jedoch eine bestürzende Entwicklung ans Tageslicht gekommen, die nicht nur die Gültigkeit unserer Petition bedroht, sondern auch den Kampf gegen den Antisemitismus selbst, insbesondere in Europa – die EU-Arbeitsdefinition für Antisemitismus ist als offizielles Dokument entfernt worden, was Antisemiten und Feinden Israels eine Bresche gibt, um den Kampf gegen den Antisemitismus zu diskreditieren und zu delegitimieren.

Die europäische Definition wurde ursprünglich 2005 vom EU-Beobachtungszentrum für Rassismus und Fremdenfeindlichkeit (EUMC) veröffentlicht, das seitdem durch eine Nachfolgeorganisation, die Fundamental Rights Agency (Agentur für Fundamentalrechte, FRA) ersetzt wurde. Die Antisemitismus-Definition steht demonstrativ nicht mehr auf der Internetseite der FRA.

[Es ist nicht zu spät die Petition zu unterschreiben und Ihre Unterstützung für die Befürwortung der Antisemitismus-Definitionen zu zeigen - klicken Sie auf das folgende Banner.]

Shimon Samuels vom Simon-Wiesenthal-Zentrum erklärt in der Times of Israel:

Am 6. November protestierte ich bei der Hohen außenpolitischen Repräsentantin der EU, Catherine Ashton, gegen das derzeitige Verschwinden der „Arbeitsdefinition“ von der Internetseite der FRA und forderte die sofortige Wiedereinstellung.

Die Antwort des für fundamentale Rechte zuständigen juristischen Generaldirektorats der Europäischen Kommission vom 29. November war erstaunlich, denn darin insistierte man: „Anfangs hatten weder die speziell Kommission noch die Union haben eine Definition des Antisemitismus eingeführt und es gibt keine Politik eine zu schaffen. Darüber hinaus sollte herausgestellt werden, dass die FRA eine unabhängige Einrichtung ist.“

Der Brief erklärte: „2005 hatte das EU-Beobachtungszentrum zu Rassismus und Fremdenfeindlichkeit (EUMC) ein Dokument mit dem Titel Arbeitsdefinition für Antisemitismus online gestellt… Seitdem habe verschiedene Akteure, hauptsächlich NGOs dieses Dokument als die Antisemitismus-Definition der EU bezeichnet… In aller Autonomie behielt die FRA dieses Dokument bis vor kurzem online, als sie zusammen mit anderen nicht offiziellen Dokumenten entfernt wurde.“

In der Tat hat auch HonestReporting auf die Definition als die der EU verwiesen. Das Verschwinden und Verleugnung der Definition lässt ein unverzichtbares Mittel im Kampf gegen Antisemitismus wegfallen und gibt den europäischen Medien eine gebrauchsfertige Ausrede der Definition nicht beizupflichten. Zu diesem Zeitpunkt hat das die Definition des US-Außenministeriums noch nicht beeinflusst, die auf der europäischen gründet.

Dennoch stimmen wir mit Shimon Samuels* überein:

Die Entfernung kann die Antisemiten nur erfreuen und ermutigen. Ihre Rückkehr auf die Internetseite der FRA würde als erster Schritt für die Begrüßung dessen, was eine entscheidende Waffe im Arsenal gegen Hass geworden ist, geschätzt.

—–
* Samuels zeigt auch auf, dass die Behauptung der EU, sie habe quasi nichts mit der Arbeitsdefinition zu tun genauso fadenscheinig ist wie die, die FRA sei eine unabhängige Institution.

Die unbelehrbare NY Times liefert einseitige Bilder

30. November 2013

Alex Margolin, HonestReporting.com, 26. November 2013

Obwohl die Redaktion zugegeben hat, dass es falsch von der Zeitung war einen Artikel über den Mord an einem IDF-Soldaten mit einem Foto der Mutter des Mörders zu illustrieren und trotz zahlloser Beschwerden von Lesern, dass dieses Eingeständnis bei weitem nicht ausreicht, schaltet die New York Times auf stur und ersetzt das verletzende Foto nicht.

Damit hat die Zeitung ein bleibendes Monument der Gefahren falscher „Ausgewogenheit“ und ihrer eigenen moralischen Mehrdeutigkeit geschaffen.

In einer zweiten Kolumne der Öffentlichkeits-Redakteurin Margaret Sullivan sowie in einer persönlichen E-Mail an HonestReporting sagte Philip B. Corbett, Mitherausgeber und Manager für Standards, das Foto zu ersetzen sei eine Verletzung der Politik der Zeitung gegen Veränderungen veröffentlichten Materials, nachdem dieses veröffentlicht wurde. Das zu tun, behauptete Corbett, würde die Archive der Zeitung schädigen:

Erstens ist unsere Korrekturkolumne in erster Linie dazu gedacht faktische Fehler zu korrigieren. Es gibt hier keine Problem eines faktischen Fehlers.

Andere haben die Idee aufgebracht die Präsentation des Fotos nach der Tatsache zu ändern. Doch außer, um Faktenfehler zu korrigieren, ändern oder löschen wir selten veröffentlichte Inhalte. Die Artikel, die über unsere Internetseite zugänglich bleiben, stellen unser elektronisches Archiv dessen da, was die Times tatsächlich veröffentlichte, parallel zu Print- und Mikrofilm-Versionen unseres Archivs, das wir immer geführt haben.

Meine Kollegen und ich erhalten regelmäßig Aufforderungen veröffentlichtes Material aus unserem Archiv zu verändern oder zu löschen, aus einer großen Bandbreite an Gründen. Wenn wir außer bei Faktenfehlern regelmäßig hingingen und einen vor Tagen, Wochen oder Jahren veröffentlichten Artikel verändern würden – indem wir ihn umschreiben, neu editieren, Fotos oder andere Elemente hinzufügen oder löschen – würde unser Archiv sehr bald aufhören überhaupt ein Archiv zu sein.

Corbett antwortete damit auf eine E-Mail von HonestReporting mit dem Vorschlag, dass die Zeitung einen Link zum Originaleintrag legen sollte, der die Leser zur Äußerung der Öffentlichkeits-Redakteurin führt, dass die Verwendung des Fotos falsch war.

Seine Erklärung enthält zwei Dinge, über die nachgedacht werden muss. Als erstes ist das seine Äußerung, dass keine Richtigstellung nötig ist, weil Richtigstellungen nur auf Faktenfehler anzuwenden sind. Er führt im Wesentlichen einen Unterschied zwischen Fakt und Sinn an. Das eine sagt dem Leser, was stattfand, das andere erlaubt es ihm diese Information passend einzuordnen.

Es wurden zwar keine Faktenfehler gemacht, aber selbst die Redakteure der Zeitung geben zu, dass das Foto zu nutzen falsch war. Wenn aber die Fakten eine Korrektur erfordern, was war dann falsch? Der Sinn. Der Leser wird von dem Foto in die Irre geführt Mitgefühl für die Mutter eines Mörders auf Kosten des Mitgefühls zu haben, das man dem Opfer und seiner Familie gegenüber haben sollte.

Wenn die Fehlleitung der Emotionen des Lesers keine Richtigstellung erfordert, dann kann man kaum glauben, dass die Zeitung ehrlich darum besorgt ist die Story überhaupt richtig zu schreiben. Und das sie das Wesen von Einseitigkeit.

Das Zweite, was es wert ist betrachtet zu werden, ist die Behauptung, dass einen Link zu einer digitalen Version des Artikels hinzuzufügen die digitalen Archive der Zeitung erodieren würde, die „parallel zu den Print- und Mikrofilm-Versionen sind“. In Wirklichkeit unterscheidet sich aber digitale Medium, das fließend ist, fundamental von Druck- und Mikrofilm-Versionen, die statisch sind. Nahezulegen, dass es keine Möglichkeit gibt eine Notiz eines anderen Redakteurs hinzuzufügen, die wichtige Entwicklungen erklärt, damit diesem Leser ermöglicht wird zu verstehen, was veröffentlicht wurde, spiegelt einen fehlenden Willen und Vorstellungskraft, nicht fehlende technische Möglichkeiten.

Wie die Dinge stehen bleiben aber der Artikel und das begleitende Bild als klassische Illustration der Einseitigkeit gegen Israel online bleiben, die in der Mainstream-Presse allgemein verbreitet ist.

Zufällig ist es nicht das erste Mal, dass die New York Times sich auf Mütter von Terroristen konzentriert hat. Sehen Sie sich dazu das folgende Video an:

Deutsche Karikatur dämonisiert Israel – am Jahrestag der Kristallnacht

24. November 2013

Pesach Benson, HonestReporting.com, 14. November 2013

Eine weitere deutsche Zeitung sieht sich wegen einer üblen Karikatur Antisemitismus-Vorwürfen ausgesetzt. Wieder einmal vergiftet Israel den Frieden.

Horst Haitzingers Karikatur wurde in der Badische Zeitung am Jahrestag der Kristallnacht veröffentlicht. Sie zeigt eine Schnecke mit Taubenkopf auf dem Weg zu den iranischen Atomgesprächen in Genf. Zuschauer ist Benjamin Netanyahu, der in ein Mobiltelefon spricht: „Ich brauche Taubengift und Schneckenkorn.“

Die Jerusalem Post sprach sowohl mit einigen Menschen, die im Bilde sind, als auch mit Redakteuren der B.Z.

Alex Feuerherdt, ein deutscher Journalist, der ausführlich über Antisemitismus in den Medien geschrieben hat, sagte der Post, die Karikatur zeige, „das moderner Antisemitismus sich als Israelkritik verkleidet“.

Die Karikatur der Badischen zeigt traditionelle antisemitische Darstellungen von Juden als „Vergifter“ oder „Saboteure“ oder eine „Gefahr für den Weltfrieden“. Feuerherdt sagte, die Karikatur ignoriere die Drohung des Iran Israel durch sein Atomwaffenprogramm auszulöschen. Er fügte hinzu, es sei „widerlich“, dass die Badische Zeitung das Bild an der Kristallnacht veröffentlichte, dem von den Deutschen und Nazis 1938 begonnene Pogrom zum Töten von Juden und der Zerstörung ihrer Geschäfte…

Thomas Fricker, ein politischer Redakteur der Badischen, bestritt die Antisemitismus-Vorwürfe rundheraus. In einer E-Mail an die Post schrieb Fricker, die Vorwürfe, die Karikatur beinhalte antisemitische Klischees, „erscheinen mir haltlos“.

Das erinnert an eine weitere deutsche Karikatur, die auf ähnlichen Weise das Thema der Vergiftung der Friedenstaube durch Israel aufgreift. In diesem Fall stellte die Stuttgarter Zeitung Siedlungen als absichtlich den Friedensprozess vergiftend dar. Ich zögerte das als antisemitisch zu bezeichnen, aber es spielt mit alten, verstörenden Motiven.

Wir sollten nicht vergessen, dass es auch die Süddeutsche Zeitung gibt, die Israel buchstäblich als einen modernen Moloch dämonisierte. Die Zeitung entschuldigte sich; sie wurde als den deutschen Pressekodex verletzend befunden.

Eine einzelne Karikatur ist übel. Zwei mit ähnlichen Vergifter-Motiven ist möglicher Plagiarismus oder ein glaubhafter Zufall. Aber ein Karikaturen-Dreier in achtbaren deutschen Zeitungen stellt ein schwereres Problem dar, das nicht ignoriert werden kann.

Was es so wichtig macht die Petition von HonestReporting zu unterschreiben, die die internationalen Medien auffordert die Antisemitismus-Definitionen der USA und der EU zu übernehmen und mit der Dämonisierung Israels aufzuhören.

Das Maß ist voll.

Erfolg – Foto-Empörung: Die New York Times gibt zu, dass sie einen Fehler machte

23. November 2013

Simon Plosker, HonestReporting.com, 20. November 2013

Die New York Times hat auf unsere Kritik an der haarsträubenden Auswahl eines Fotos reagiert, das ihre Story über den Mord an einem israelischen Soldaten begleitete.

Doch das Foto bleibt online in der Story. Was ist passiert?

Unsere E-Mails an die Öffentlichkeitsredakteurin der NY Times, Margaret Sullivan, bekamen mit Sicherheit ihre Aufmerksamkeit. In ihrer Kolumne schreibt sie:

Hunderte Leser schrieben mir in den vergangenen Tagen, um gegen den auffälligen Gebrauch einer Fotografie zu protestieren, die einen Artikel in der Times vom letzten Donnerstag begleitete.

Das Foto war ein emotionales und mitfühlendes Porträt einer verstörten Palästinenserin, deren Sohn einen nichts ahnenden jungen israelischen Soldaten in einem Linienbus tötete. Obwohl es sich um ein beeindruckendes Foto handelte (eigentlich zum Teil, weil es ein solch beeindruckendes Foto war), war es schlecht gewählt, weil es die Konzentration nicht auf das lenkte, wohin sie gehörte.

Angriff auf Israel verschlimmert Spannungen mit Palästinensern

Sullivan fährt dann damit fort zwei Abonnenten von HonestReporting.com zu zitieren, die ihrer Empörung Luft machten (Hervorhebung hinzugefügt):

Ich sprach Montagnachmittag mit zwei hochrangigen Redakteuren der Times. Beide stimmten zu, dass das Foto eine bedauerliche Wahl war. Das dominierende Bild mit bei einem Artikel sollte das Gesamtthema des Artikels und den Grund für seine Nachrichtenwürdigkeit spiegeln.

„Dieses repräsentierte nicht den Kern der Story, die klar der Moment war, in dem der israelische Soldat erstochen wurde“, sagte Michele McNally, stellvertretende Chefmanagerin für Fotografie. Sie sagte, ein weniger hochrangiger Bildredakteur suchte das Foto aus, zusammen mit einem, das repräsentierte, was sie als die andere Seite der Story betrachtete; es zeigte einen israelischen Polizisten am Tatort.

Die Wahl des Bildes der palästinensischen Mutter zum Artikel war ein Versuch Ausgeglichenheit zu erzielen, doch ein solcher Versuch war in diesem Fall nicht angemessen, sagte Frau McNally. In den Printausgaben der Zeitung wurden beide Fotos auf einer Innenseite mit dem palästinensischen Foto über dem anderen veröffentlicht. Auf der Internetseite und in anderen digitalen Präsentationen war das palästinensische Foto das bei weitem dominante Bild und bleibt es auch.

Erst später im Nachrichtenkreis wurde das Foto der Beerdigung des Soldaten – das eine angemessene Wahl für ein dominantes Bild gewesen wäre – zur Verfügung gestellt, sagte sie. (Ein Foto des Opfers wäre ebenfalls angemessen gewesen, sagte sie.)

„Wir hätten auf dieses warten sollen oder es ersetzen sollen, als es kam“, sagte sie.

Während die Kommentare der Mitarbeiter der Times willkommen sind, besteht immer noch als größere Sorge, dass das Foto in dem Bemühen gewählt wurde Balance zu zeigen. Das deutet auf eine gestörte Einstellung bei der Zeitung hin. Es sollte keine Balance oder moralische Gleichsetzung zwischen palästinensischen Terror und israelischen Opfern geben.

Das Kapitel ist nicht abgeschlossen

Das Eingeständnis eines Fehlers bei der New York Times ist eine bedeutende Leistung und demonstriert klar die Macht, die Tausende HonestReporting-Abonnenten haben, wenn sie Material auf Plattformen wie Facebook teilen und dafür werben und E-Mails an die Medien schicken.

Aus diesem Grund bitten wir einmal mehr um Ihren Aktivismus.

Obwohl sie den Fehler zugegeben hat, hat die New York Times es unterlassen das Foto durch ein passenderes Bild zu ersetzen.

Es mag zwar für die Printausgabe zu spät sein, aber warum ist das Originalfoto immer noch dort online? In jedem Beruf gibt es, wenn ein Fehler gemacht wird, Versuche diesen zu reparieren. Nur nicht, so scheint es, im Fall der NY Times.

Der HonestReporting-Vorstandsvorsitzende Joe Hyams sagte:

Wenn die Leserredakteurin der NY Times Empörung der Lesen eingesteht und erklärt, dass ein Gefühl für „Drama“ und „Kunst“ ihre aktuelle Berichterstattung beeinflusst, dann hat man die Wahl: Man kann die Anerkennung der Big Media feiern, dass sie von postmodernen Werten infiziert sind, die zu moralischer Gleichsetzung und vorurteilsbesessenem Journalismus führen. Oder man kann die eigenen Fassungslosigkeit verdoppeln, wenn man hört, dass der Fehler bleiben soll.

Er führte zu dieser Frage in einem Kommentar in der Times of Israel weiteres aus.

Wir glauben auch, dass eine Korrektur in der Printausgabe der NY Times erscheinen sollte, nicht nur online in Sullivans Kolumne, wie es in diesem Augenblick zu sein scheint.

Foto-Skandal der New York Times

18. November 2013

Simon Plosker, HonestReporting.com, 14. November 2013

In der Story der New York Times geht es angeblich um die tödlichen Messerstiche gegen den israelischen Soldaten Eden Atias, aber die grafische Illustration des Ganzen ist eine Illustration von allem, was bei der Israel-Berichterstattung der Zeitung falsch läuft.

Erst einmal muss man zehn Absätze weit lesen, bevor man überhaupt etwas von den Einzelheiten des furchtbaren Anschlags auf Atias erfährt, während der in einem Bus in Afula schlief. Der Großteil des Artikels ist – trotz der Schlagzeile „Angriff auf Israeli verschlimmert Spannungen mit Palästinensern“ – den Fragen um Siedlungen gewidmet.

Doch um sicherzustellen, dass jegliche Vorstellung, ein Israeli könnte Opfer sein, wegfällt, wählte die New York Times dieses Foto, um die Story zu bebildern:

Kein Foto von Eden Atias. Kein Foto seiner Mutter, die den Verlust eines Sohnes betrauert.

Wir bekommen stattdessen ein Bild der Mutter des für den Mord an Eden Atias verantwortlichen Terroristen, die wahrscheinlich die Tatsache betrauert, dass ihr Sohn sich jetzt in israelischem Gewahrsam befindet.

In den Augen der New York Times sind israelische Terroropfer lediglich Fußnoten in einer einseitigen Schilderung leidender Palästinenser und israelischer Verantwortung für dieses Leiden.

Es war zwar ein palästinensischer Terrorist, der diesen Messerangriff verübte, aber setzen wir unser Vertrauen in die New York Times, dass sie ihr eigenes Messer nimmt und es im Rücken des jüdischen Staates nochmal umdreht.

New York Times hysterisch wegen Netanyahu

17. November 2013

Simon Plosker, HonestReporting.com, 12. November 2013

Es muss für die Chefreaktion der New York Times leicht sien die Welt aus dem New York Times Building in Manhattan zu betrachten. Die Sicht aus Jerusalem ist deutlich anders, besonders wenn man die Aussicht auf eine iranische Atombombe bedenkt.

In einem Redaktions-Editorial zum Iran gibt die New York Times die offizielle Sicht der Zeitung wieder und bläst allen den Marsch, die einem Deal mit den Iranern im Weg stehen könnten, als ob einen Handel zu erzielen wichtiger ist als die Inhalte dieses Handels. Und die NY Times reserviert Israels Premierminister besondere Schmähungen:

Leider haben die ergebnislosen Verhandlungen dem israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu eine Tür geöffnet, der die vorgeschlagene Vereinbarung als „Deal des Jahrhunderts“ für den Iran niedermachte, noch bevor sie öffentlich gemacht wurde, um weitere hysterische Opposition zu generieren.

Netanyahu hat sich bewusst nicht gegen Verhandlungen mit dem Iran gewandt. Aber er hat das Recht seine legitimen Bedenken zu äußern und gegen jeden Deal zu sein, der die Drohung eines atomaren Iran über Israel hängen lässt wie das sprichwörtliche Schwert des Damokles.

Warum aber glaubt die NY Times, dass Netanyahu dafür verantwortlich ist, dass „hysterische Opposition“ generiert wird? Der Begriff impliziert eine Art irrationalen Verhaltens und ist vielleicht Anzeichen für die allgemeine Verachtung der NY Times für den israelischen Premierminister.

Selbst das Time Magazine, das auch für nicht gerade für netten Umgang mit Netanyahu bekannt ist, gibt zu: „Selbst wenn Netanyahu sein Willkommen erschöpft hat, argumentieren einige der führenden Experten des Westens genauso.“ Danach zitiert es Olli Heinonen, einen ehemaligen stellvertretenden Direktor der Internationalen Atomenergiebehörde der UNO (IAEA), der jetzt in Harvard arbeitet, und David Albright, einen amerikanischen ehemaligen IAEA-Inspektor, der das Institute for Science and Internationale Security leitet, einen Washingtoner Think Tank, der die meistzitierte unabhängige Forschung zum Atomprogramm des Iran durchführt.

Glaubt die NY Times auch, dass zwei ehemalige IAEA-Inspektoren ebenfalls „hysterisch“ sind? Oder ist die einzige sichtbare Hysterie die offensichtliche Verzweiflung der NY Times die Unterzeichnen einen Iran-Deal um jeden Preis sehen zu wollen?

Dieser neueste Schuss gegen Netanyahu ist Teil eines identifizierbaren Trends seitens der NY Times, die – wie der israelische Kommentator Avi Issacharoff schrieb – „eine Kampagne gegen Premierminister Benjamin Netanyahu zu fahren scheint“, während Dror Eydar herausstellt: „Die Times hat eine lange Geschichte der Unterstützung selbst der schwächsten Hoffnungen, wenn es um die Aussöhnung mit skrupellosen Diktatoren geht.“

Der Independent baut eine „neue Siedlung“

3. November 2013

Simon Plosker, HonestReporting.com, 28. Oktober 2013

Kein Wunder, dass der uninformierte Beobachter den Eindruck gewinnen könnte, das israelische Siedlungen sich rasend schnell vermehren. Nehmen Sie diesen Absatz eines Artikels im The Independent über die Freilassung palästinensischer Terroristen aus israelischen Gefängnissen:

Um Israelis zu beschwichtigen, die gegen diesen Schritt sind, bei dem Häftlinge freigelassen werden, die an der Ermordung von Israelis beteiligt waren, genehmigte Premierminister Benjamin Netanyahu den Bau einer neuen Siedlung in der Westbank.

Tatsächlich gibt es keinen Plan eine „neue Siedlung in der Westbank“ zu bauen. Wie es schon seit einer Reihe Jahre der Fall ist, hat genehmigtes Bauen innerhalb bestehender jüdischer Gemeinden in der Westbank stattgefunden.

Ob man mit der israelischen Siedlungspolitik nun einverstanden ist oder nicht, die Leser des Independent oder jeder anderen Publikation sollten wenigstens faktisch korrekte Informationen erwarten können.

UPDATE 1:

Wir schrieben dem Independent eine E-Mail mit der Aufforderung den Fehler zu korrigieren. Inzwischen erklärte uns Mark Regev, Sprecher des Premierministers, offiziell, dass der Premier keinen Plan für eine neue Siedlung genehmigt hat.

Erst, nachdem am nächsten Tag eine zweite E-Mail mit der Drohung geschickt wurde Beschwerde bei der Press Complaints Commission einzureichen, kam die folgende Antwort vom stellvertretenden geschäftsführenden Chefredakteur:

Danke für Ihre E-Mail. Ich habe online bereits eine entsprechende Ergänzung der Story vorgenommen.

In der Tat ist der beleidigende Absatz aus dem Artikel entfernt worden.

Das ist zwar willkommen, aber es enttäuscht immer noch, dass der Independent nur Drohungen zu reagieren scheint, statt Korrekturen vorzunehmen, weil das professionelles Handeln wäre.

UPDATE 2:

Wir waren erstaunt einen Folgeartikel zu sehen, der nur Stunden nach der oben beschriebenen Korrektur veröffentlicht wurde. Dieser neueste Text heißt „Israelisch-palästinensische Gespräche gestärkt von Freilassung von 26 Gefangenen – dann sofortiger Rückschlag durch neue Jerusalemer Siedlungspläne“ beginnt wie folgt (Hervorhebung hinzugefügt):

Israel hat einen entschiedenen Schritt Richtung Friedensgespräche mit Palästina unternommen, indem es eine Gruppe von 26 Gefangenen freiließ – und machte den Fortschritt fast sofort wieder zunichte, indem es Pläne zum Bau einer Reihe neuer Siedlungen in Ostjerusalem verkündete.

Der Independent hat sich jetzt von einer „neuen Siedlung“ zu einer „Reihe neuer Siedlungen“ weiter entwickelt, obwohl beides nicht richtig ist!

Eine weitere Beschwerde wurde an den Independent geschickt.

UPDATE 3:

Der Independent reagierte zeitgerechter und gab folgende Korrektur aus:

Israel hat einen entschiedenen Schritt Richtung Friedensgespräche mit Palästina unternommen, indem es eine Gruppe von 26 Gefangenen freiließ – und machte den Fortschritt fast sofort wieder zunichte, indem es Baupläne für Ostjerusalem verkündete.

New York Times gibt Kolumne an antiisraelischen Verschwörungstheoretiker

28. Oktober 2013

Simon Plosker, HonestReporting.com, 27. Oktober 2013

Die New York Times hat eine Ausweitung der Kommentarangebote ihres Editorial Departments angekündigt, die mit der Wiedergeburt der International New York Times durch die International Herald Tribune zusammenfiel. Zu den Kommentaroren auf der Liste gehört der ägyptische Atuor Alaa Al-Aswany.

Ein Blick auf einige der Kommentare Al-Aswanys werfen ernste Fragen zu seiner Eignung als Kommentarschreiber für ein Medium auf, das sich als selbst als führende Zeitung betrachtet.

1. Verschwörungstheoretiker

Im August 2011 schrieb Al-Aswany einen höchst bedenklichen Text, in dem er fragte, wie Ägypten auf die „israelische Aggression“ reagieren sollte. Die ägyptische Revolution war nach der Absetzung von Präsident Mubarak voll im Gang und Al-Aswany fand ein offensichtliches Ziel, das er für die Unruhe und Gewalt in seinem Land verantwortlich machen konnte. Nach Angaben Al-Aswanys ist Israel für die gezielte Destabilisierung Ägyptens und – teilweise – der Halbinsel Sinai verantwortlich:

In dieser Phase, glaube ich, dass Israel gewalttätig intervenieren musste, um die Revolution zu sabotieren. Es begann mit dem plötzlichen Auftauchen verdächtiger und schwer bewaffneter Gruppen, die anfingen Polizeiwachen anzugreifen und die staatliche Kontrolle des Sinai zu untergraben. Das Ziel war Beweise für einen Zusammenbruch der Sicherheit im Sinai zu liefern, der die bald folgende israelische Aggression rechtfertigen würde. Israelische Streitkräfte drangen auf ägyptisches Territorium vor und töten oder verwundeten mehrere ägyptische Offiziere und einfache Soldaten. Die Ziele des israelischen Angriffs waren mehrere: die neuen Herrscher Ägyptens austesten, sie aus dem Gleichgewicht zu bringen, den Eindruck zu erwecken, dass sie das Land nicht schützen können und den Übergang zur Demokratie zu vereiteln. Das Ziel könnte auch sein Ägypten in eine unverantwortliche militärische Konfrontation zu ziehen, die die Revolution komplett ungeschehen machen würde (so wie Gamal Abdel Nasser 1967 in den Konflikt gezogen wurde).

Der „Akt der Aggressino“, auf den Al-Aswany verweist, war nichts Derartiges. Stattdessen war es Israel, das zum Opfer eines grenzüberschreitenden Terroranschlags wurde, bei dem ägyptische Soldaten versehentlich getötet wurden, als israelische Soldaten in den Sinai fliehende Terroristen verfolgten. Israel entschuldigte sich dafür.

Trotz alledem behauptet Al-Aswany, der Vorfall sei ein israelischer Akt der Aggression. Er fährt mit der Frage fort, wie Ägypten darauf reagieren sollte und schlägt vor den israelischen Botschafter auszuweisen, alle Vereinbarungen zwischen Ägypten und Israel zu überdenken oder aufzuheben und den Friedensvertrag zu ergänzen. Am verstörendsten ist jedoch das, was eine Forderung nach militärischer Auseinandersetzung zu sein scheint.

Jetzt ist es unsere Pflicht die Streitkräfte bei ihrer Konfrontation mit Israel zu unterstützen.

Er schließt:

Die Massendemonstrationen, die schallenden Gesänge, die Sit-ins und die Entfernung und das Verbrennen der israelischen Flagge, die sich auf dem Balkon der israelischen Botschaft befand – all das ist spontanes und authentisches Handeln, das die berechtigte Volkswut spiegelt, aber meiner Meinung nach bleibt das hinter der richtigen Reaktion auf israelische Aggression zurück. Die richtige Antwort auf israelische Aggression wird sich ergeben, wenn man dafür sorgt, dass sie fehlschlägt und das wird nur durch eine Machtübergabe an eine gewählte Regierung geschehen, damit die Streitkräfte sich ihrem Kampfauftrag widmen können und Ägypten sich auf den Weg in die Zukunft machen können, die sie verdienen.

Es gibt nach Ansicht Al-Aswanysnur einen „Kampfauftrag“ – sich Israel entgegenzustellen. Dies trotz eines Friedensvertrags und fortgesetzter militärische Kooperation zwischen Israel und Ägypten, die seine Beschuldigung Israel destabilisiere den Sinai als den heillosen Müll bestätigt, die sie ist.

In der New Republic untersucht auch Eric Trager Al-Aswanys Geschichte der Verschwörungstheorien:

Er gehört vielmehr zu Ägyptens erfolgreichsten Verschwörungstheoretikern und nutzt oft sein sehr öffentliche Plattform, um einige der beliebtesten ägyptischen Engstirnigkeiten zu verstärken – und er tut dies typischerweise, wenn er auf Arabisch spricht oder twittert, weshalb die westliche Press oft diesen Aspekt seiner öffentlichen Persönlichkeit übersieht. Aswany sagte z.B. im ägyptischen Fernsehen, dass eine „massive zionistische Organisation Amerika beherrscht“, weshalb „Obama nicht in der Lage ist gegen Israels Wünsche anzugehen“.

Trager schreibt außerdem:

Und er glaubt, dass die westlichen Medien ebenfalls unter den Zauber der Zionisten stehen. „Ein einfaches Experiment“, twitterte er im Juli. „Gehen Sie auf die Internetseite irgendeiner globalen Zeitung und lesen Sie deren Berichterstattung zu Ägypten; sie werden feststellen, dass die meisten der Autoren, die Israel verteidigen, jetzt zumeist die Bruderschaft verteidigen.“ In der Tat: In Aswanys verdrehter Weltsicht muss bei Washingtons Verdruss mit der Art, wie Morsi abgesetzt wurde und die westliche Berichterstattung zur steigenden Zahl der Todesopfer auf der Seite der Bruderschaft zu allererst an Israel gedacht werden. Und derart pro-Bruderschaft zu sein – wie Aswany es definiert – muss ein zionistischer Standpunkt sein.

Alaa Al Aswany

2. Leugnung des arabischen Antisemitismus

In einem Kurzvideo gibt Al-Aswany seine Ansichten zum Antisemitismus wieder:

Da hatten wir [Ägypten] also unsere sehr, sehr große, positive Erfahrung mit Juden, mit Juden und unser Problem waren nicht die Juden. Das Problem war Israel, sehen Sie? Und es ist sehr gefährlich, diese beiden Konzepte zu verwechseln. Ich würde sagen, dass einige Leute in Israel sich sehr wohl dabei fühlen durcheinanderzubringen, die bieden Konzepte in dem Sinne zu mischen, dass, wer einer Politik Israels gegenüber kritisch ist, der dann entsprechend gegen die Juden ist und das ist furchtbar falsch, furchtbar falsch, sehen Sie, denn ich bin, das glaube ich, ich bin dem saudischen Regime gegenüber sehr kritisch eingestellt und ich glaube, dass das ein sehr schlimmes Regime ist, doch das bedeutet nicht, dass ich gegen alle Araber oder alle Muslime bin. Ich glaube also, dass wir niemals, niemals in der gesamten arabischen Geschichte wirklich ein Problem mit den Juden hatten oder sie diskriminierten.

Es gab niemals in der gesamten arabischen Geschichte Diskriminierung von Juden? Die Jewish Virtual Library erklärt, dass lange vor der Gründung des modernen israelischen Staates Juden dort diskriminiert wurden, wo sie Muslimen in einem Zustand des Dhimmitums unterworfen waren.

Er fährt fort:

Zu verschiedenen Zeiten waren Juden in muslimischen Ländern in der Lage in relativem Frieden zu leben und kulturell sowie wirtschaftlich Erfolg zu haben. Die Position der Juden war jedoch nie sicher und Veränderungen im politischen oder sozialen Klima führten oft zu Verfolgung, Gewalt und Tod. Juden wurden von ihren muslimischen Nachbarn allgemein mit Verachtung betrachtet; zur friedlichen Koexistenz zwischen den beiden Gruppen gehörte die Unterordnung und Erniedrigung der Juden.

Die JVL führt Beispiele der Gewalt gegen Juden im Verlauf der Jahrhunderte bis heute auf:

Die Lage der Juden in arabischen Ländern erreichte im 19. Jahrhundert einen Tiefpunkt. Juden im größten Teil Nordafrikas (einschließlich Algerien, Tunesien, Ägypten, Libyen und Marokko) wurden gezwungen in Ghettos zu leben. In Marokko, das die größte jüdische Gemeinde der Diaspora in der islamischen Welt hatte, mussten Juden barfuß gehen oder Schuhe aus Stroh tragen, wenn sie außerhalb des Ghettos waren. Selbst muslimische Kinder machten bei der Erniedrigung der Juden mit, indem sie Steine nach ihnen warfen oder sie auf andere Weise schikanierten. Die Regelmäßigkeit antijüdischer Gewalt nahm zu und viele Juden wurden aufgrund von Anklagen des Abfalls vom Glauben hingerichtet. Vorwürfe ritueller Morde gegen Juden wurden im ottomanischen Reich alltäglich.

Das war vor dem Massenexodus der Juden aus arabischen Ländern als Ergebnis gewalttätiger arabischer Reaktion auf die Gründung Israels 1948. Wenn, wie Al-Aswany behauptet, es möglich ist  zwischen Juden und Zionismus zu unterscheiden, dann ist die Reaktion seiner arabischen Brüder, die ihre jüdische Bevölkerung vertrieb, konkreter Beleg dafür, dass die arabische Welt nicht fähig war eine solche Unterscheidung zu treffen.

Alle Beweise deuten darauf hin, dass Al-Aswanys Sinnieren zu Antisemitismus unsinnig ist.

3. Unterstützung für den Boykott Israels

Im Oktober 2010 veröffentlichte die New York Times in ihrem Bereich Kunst Folgendes:

Alaa Al-Aswany, arabischsprachaiger Bestseller-Romanautor, hat Einspruch dagegen erhoben, dass einer seiner Romane ins Hebräische übersetzt wird. Er protestiert damit gegen normalisierte Beziehungen zwischen Israel und arabischen Staaten, berichtete Agence France-Presse.

Al-Aswany sagte AFP:

Meine Haltung hat sich bezüglich der Normalisierung mit Israel nicht geändert. Ich lehne sie komplett ab.

* * *

Zu Al-Aswanys Verschwörungstheorien erklärt Eric Trager:

In den Vereinigten Staaten ist diese Art paranoide Zirkel-Argumentation auf Randblogs üblich. Es ist alternativ aber nicht die Art Analyse, die jemandem eine Kolumne in einer der führenden Zeitungen der Nation einbringt.

In der Tat. Warum hat sich dann die New York Times entschieden Alaa Al-Aswany mit einer eigenen Kolumne zu ehren? Sind alle neuen internationalen Kolumnisten der Zeitung gleich extrem?

HonestReportings Vorstandsvorsitzender Joe Hyams kommentiert:

Die New York Times hat in der Vergangenheit dem völkermörderischen Extremismus der Hamas-Führung eine Plattform geboten. Alaa al-Aswany mag zwar kein Terrorist sein, doch es ist ein beunruhigendes Zeichen der Richtung, die die Times eingeschlagen aht, dass jemand, der solch randständige Verschwörungstheorien verficht, einen bezahlte Position und eine Plattform zur Verbreitung dieser Ansichten gewährt bekommt. Die Times sollte ihre Haltung ernsthaft überdenken.

Israel dämonisieren? Wer, wir?

8. Oktober 2013

Simon Plosker, HonestReporting.com, 6. Oktober 2013

Kaum hatte HonestReporting die Petition gegen die Dämonisierung Israels in den Medien gestartet, da erschien das Problem der Dämonisierung in einem bekannten UK-Medium. Der Independent reagierte mit rechtschaffener Entrüstung auf Schuldvorwürfe eines jüdischen Gemeindeleiters und Journalisten einer rivalisierenden Zeitung, dass der Independent regelmäßig Israel dämonisiere.

Der Independent veröffentlichte dieses Editorial (Hervorhebungen hinzugefügt):

In einer Nebenbemerkung sagte gestern Alex Brummer, City Editor der Daily Mail in der Sendung „Today“ von Radio 4: „Im Vergleich mit dem Guardian und dem Independent, die Israel regelmäßig dämonisieren, und damit die breitere jüdische Gemeinschaft dämonisieren, steht die Daily Mail unmittelbar hinter ihnen.“ Der Guardian kann für sich selbst sprechen. Was den Independent angeht, ist Mr. Brummers Behauptung falsch, kurzsichtig, willentlich ignorant, eine Beleidigung der Integrität unserer Mitarbeiter und eine Beleidigung von Ihnen, unseren Lesern.

Es stimmt, dass der Independent seit seiner Gründung 1986 Werte der Aufklärung hoch gehalten hat; und es hat Zeiten gegeben, in denen das Handeln der israelischen Regierung nicht von aufgeklärtem Denken getrieben gewesen ist.

Unsere Berichterstattung zu Israel wird von unserem vielfach preisgekrönten Nahost-Korrespondenten Robert Fisk geführt. Mr. Risk versteht nach drei Jahrzehnten Berichterstattung über diese Region diese besser als die meisten, die ihn beleidigen, und ist sehr bemüht zwischen Opposition zur israelischen Politik und Antisemitismus zu unterscheiden.

Das wäre dann derselbe Robert Fisk, dem im Oktober 2006 die Titelseite des Independent gegeben wurde, um die Verleumdung zu verbreiten, Israel habe während des Kriegs dieses Sommers im Libanon Waffen auf Uranbasis eingesetzt. Das wurde damals von HonestReporting hinterfragt, gefolgt von einer UNO-Ermittlung, die Israel kurz darauf von den Vorwürfen freisprach, was ebenfalls von offiziellen Vertretern des Libanon bestätigt wurde. HR kritisierte den Independent wegen seines schlampigen Journalismus und weil er keine Richtigstellung brachte.

Bis heute haben Fisk und seine Zeitung es verfehlt den Vorwurf zurückzunehmen.

Könnte diese Art von Verleumdung zur Dämonisierung Israels beitragen? Sicher nicht, folgt man dem Independent.

In der Tat hat Fisk eine lange Geschichte antiisraelischer Schmähungen; er macht Israel für alles verantwortlich, woran die Palästinenser kranken und den Westen für muslimische Verstimmungen. Am Tag nach dem 11. September 2001 trotzte Fisk der zivilisierten Welt und machte Israel, Amerika und sogar die Niederlage des ottomanischen Reichs für den Terroranschlag auf das WTC verantwortlich. Fisk proklamierte:

„… Dies ist nicht der Krieg der Demokratie gegen den Terror, den die Welt in den kommenden Tagen aufgefordert wird zu glauben. Es geht auch um amerikanische Raketen, die in palästinensischen Häusern einschlagen und US-Hubschraubern, die Raketen 1996 in einen libanesischen Krankenwagen feuerten und amerikanische Granaten, die in ein Dorf namens Qana einschlugen und um eine von Amerikas israelischem Verbündeten bezahlte und uniformierte libanesische Miliz, die sich ihren Weg durch Flüchtlingslager hackte, vergewaltigte und mordete.”

Wie kann der Independent – mit völlig gutem Gewissen – tatsächlich Robert Fisk hoch halten und versuchen Vorwürfe zu parieren, die Zeitung dämonisiere Israel?

Das Editorial des Indepentent fährt fort:

Mr. Brummer beging dann zwei intellektuelle Fehler. Erstens misinterpretierte er unsere robusten Ansichten und Skepsis als Dämonisierung; zweitens verschmolz er Opposition zu israelischer Politik mit Antisemitismus. Letzteres ist ironisch angesichts der vielen Juden in Britannien und andernorts, die gegen das Tun aufeinander folgender israelischer Regierungen opponieren.

Vielleicht können wir den Independent an seine berüchtigte und abscheuliche politische Karikatur aus dem Jahr 2003 erinnern:

Die Karikatur stellt Ariel Sharon dar, wie er in das Fleisch eines palästinensischen Babys beißt. Der Hintergrund zeigt Apache-Hubschrauber, die Raketen schießen und die Botschaft trompeten: „Wählt Likud!“

Aber wie könnte diese Art widerwärtiger Darstelllung Israel dämonisieren? Sicher nicht, folgt man dem Independent.

In seinem Editorial scheint der Independet zu argumentieren, dass Opposition zu israelischer Politik mit Antisemitismus zu verbinden, angesichts der Tatsache, dass die israelische Regierungspolitik von vielen Juden nicht geteilt wird, „ironisch“ ist. Statt Alex Brummers Kommentaren ist dies die wahre Beleidigung der Intelligenz.

Niemand legt nahe, das Kritik an Israel automatisch antisemitisch ist. Dass Juden, einschließlich Israelis, und andere sich gegen die Politik israelischer Regierungen stellen, ist ein gesundes Eingeständnis lebhafter Debatte, die nicht auf die Ebenen der Schande absinkt, die vom Independent über Israel ausgekippt wird.

Jüdische Opposition gegen israelische Politik zu nutzen, um aus der Möglichkeit zu entkommen, dass Kritik an Israel die Linie in die Dämonisierung überschreiten kann, ist unredlich.

Der Independet steht auf der Liste der wichtigen internationalen Medienorgane, denen wir unsere Petition schicken werden, mit der wir fordern, dass sie die Antisemitismus-Definitionen des US-Außenministeriums und der EU übernehmen, genau deshalb, damit die Medien wissen, wann sie die Linie überschritten haben.

Helfen Sie uns, indem sie die Petition unterschreien und sie in Ihrer Familie, bei Freunden und Kollegen verbreiten. Der Independent erkennt offensichtlich Dämonisierung nicht. Es ist an der Zeit, dass er das lernt.

Der Iran erlernt die Sprache des Westens

4. Oktober 2013

Simon Plosker, HonestReporting.com, 2. Oktober 2013

Eine Meinungsumfrage von Washington Post und ABC News stellte vor kurzem fest, dass eine überwältigende Mehrheit der Amerikaner ihre Unterstützung für einen Plan der USA und Russlands zum Ausdruck brachte, Syriens Chemiewaffen abzubauen.

Und das, obwohl 68 Prozent derselben Menschen glauben, dass der Plan nicht wirklich funktionieren wird. Wie erklärt sich diese kognitive Dissonanz?

Es scheint so, dass der Wunsch jegliche Art von militärischer Verstrickung im Nahen Osten über alles andere triumphiert, wenn es um die öffentliche Meinung im Westen geht – selbst wenn die Menschen glauben, dass die Diplomatie zu Scheitern verurteilt ist.

Dieselbe Haltung scheint die Berichterstattung über den derzeitigen Public-Relations-Vorstoß des iranischen Präsidenten Rouhani zu dominieren. Werfen Sie einen Blick auf diesen Screenshot; er wurde von der britischen Zeitung The Independent gemacht:

Schlagzeile:
Benjamin Netanyahu fliegt in die USA und versucht
die Rückkehr des Iran in die Diplomatie abzublocken

Vergleichen Sie das Foto von Benjamin Netanyahu mit dem von Rouhani. Während der israelische Premierminister müde und vielleicht ein wenig aggressiv aussieht, strahlt der iranische Präsident Gelassenheit aus. So bis zum Unterschwelligen subtil das sein mag, es ist genau der Vergleich, den der Foto-Redakteur des Independent bei Ihnen erreichen will.

Und wie diese zu den syrischen Chemiewaffen befragten Amerikaner versuchen die internationalen Medien (und viele Politiker) ebenfalls verzweifelt den Konflikt mit dem Iran zu vermeiden. Also stellen sie Rouhani als den Führer dar, wie sie ihn gerne haben würden.

Sicher, Rouhanis Auftritt vor den Vereinten Nationen war herausragend, obwohl es nicht viel gab, dem er erwartungsgemäß gerecht werden musste. Der frühere Präsident Mahmud Ahmadinedschad stand auf dem Podium der Vollversammlung und leugnete den Holocaust, unterstützte 9/11-Verschwörungstheorien, bevor er behauptete er fühlte sich während seiner Rede „in Licht gebadet“ – gewiss kein der Gewinnung von PR-Punkten zuträglich.

Rouhanis Erscheinen vor der UNO erinnert mich an einen der berüchtigsten Momente der UNO (von denen es viel zu viele gibt), als 1974 PLO-Führer Yassir Arafat vor der Vollversammlung sprach und erklärte: „Ich bin mit einem Olivenzweig und der Waffe eines Freiheitskämpfers gekommen. Lassen Sie nicht den Olivenzweig aus meiner Hand fallen.“

Rouhani betrat die UNO mit dem Pendant einer Atombombe, die aus seiner Kleidung lugte. Doch wie bei Arafat vor ihm konzentrierte sich die Menge auf den „Olivenzweig“ und ignorierte die Waffe. In den Folgejahren war Arafats Schusswaffe für die Ermordung die Verwundung tausender Unschuldiger verantwortlich. Wird Rouhani es ihm gleich tun, nur mit furchtbareren Waffen?

Seit Nazi-Deutschland und der Sowjetunion ist Propaganda immer eine mächtige Waffe in der Hand von Diktatoren und Autokraten gewesen. Für westliches Publikum werden telegene öffentliche Auftritte, große Redekunst und clevere Zitate immer über trockene politische Mitteilungen triumphieren. Das ist etwas, das Rouhani klar erkennt. Selbst nachdem die USA jetzt angefangen haben den Iran anzugreifen, ist es Rouhanis anderer „Ton“, auf den verwiesen wird. Immerhin hat sich in der Substanz sehr wenig verändert.

Der Iran wird immer noch vom Willen des Obersten Führers Khamenei beherrscht. Menschenrechte und Freiheiten werden immer noch mit Füßen getreten, Homosexuelle verfolgt und Minderheiten unterjocht. Was immer Rouhani zu sagen haben mag, es ist immer noch derselbe Iran, der Syriens Präsident Assad unterstützt, die Terrororganisation Hisbollah bewaffnet und kontrolliert und Terror weltweit fördert.

Die Medien haben zu Rouhanis Rückkehr in den Iran berichtet, wo eine kleine Gruppe Demonstranten wegen seines offensichtlichen Entgegenkommens dem Westen ihn mit Schuhen und Schmähungen bewarfen. Doch selbst das hätte bewusst geplant worden sein und schaffte es Rouhani als den mutigen Pionier darzustellen, der die Unterstützung des Westens braucht, bevor sich ein Fenster der Gelegenheiten schließt. Könnte eine solche Demonstration tatsächlich ohne die stillschweigende Zustimmung des Regimes stattgefunden haben?

Vielleicht das Cleverste, das Rouhani erreichte, war ein weiterer erprobter und bewährter PR-Trick – die Neuausrichtung des Streits. Indem er einen atomwaffenfreien Nahen Osten forderte, lenkte Rouhani die Aufmerksam erfolgreich auf den einzigen anderen Staat in der Region, von dem man glaubt, dass er Atomwaffen besitzt – Israel.

Das wäre aber nicht ohne den vorherrschenden Zeitgeist möglich gewesen, der es vorzieht sich auf Israel und sein angenommenen Fehlbarkeiten zu konzentrieren, während man echte Probleme ignoriert oder Ausreden dafür findet, die auf der Prioritätenliste viel weiter oben stehen müssten, z.B. den syrischen Bürgerkrieg und – ja – das iranische Atomprogramm.

Während sich Benjamin Netanyahu also auf die Rede vor der UNO-Vollversammlung vorbereitet, findet er sich bereits als für die Rolle des Spielverderbers ausgewählt. Wird es, wie Rouhanis „Ton“, Netanyahus Ton sein, mit dem die Medien sich beschäftigen oder werden es substantielle Inhalte einer Rede sein, die die Welt an einschlägige Fakten erinnert will?

Leider scheint es so, dass der Iran den Nutzen der Ausübung weicher Macht durch effektive Kommunikation und PR gelernt hat. Wer braucht einen Atomsprengkopf?

Keine Religionsfreiheit für Juden auf dem Tempelberg

17. September 2013

Simon Plosker, HonestReporting.com, 15. September 2013

Während Juden rund um die Welt den Yom Kippur begingen, den heiligsten Tag des jüdischen Kalenders, können Sie sich darauf verlassen, dass der Guardian einen Kommentar veröffentlicht, der gegen die freie Religionsausübung an der heiligsten Stätte des Judentums plädiert.

Dr. Giles Fraser von der St. Mary’s Newington Church in Südlondon erklärt in „An Israeli claim to Temple Mount would trigger unimaginable violence“ (Ein israelischer Anspruch auf den Tempelberg würde unvorstellbare Gewalt auslösen) die orthodoxe Theologie, die postuliert, dass es religiösen Juden verboten ist über den Tempelberg zu gehen. Er gibt an: „Jüdischer Zugang zum Tempelberg ist religiösen Juden [durch religiöses, nicht säkulares Gesetz] seit Jahrhunderten strengstens verboten“, als wäre dies durchgängig repräsentativ für das Judentum als Ganzes.

Er wiederholt ebenfalls das Märchen, dass es „Ariel Sharons gewollt provokativer Besuch auf dem Tempelberg am 28. September 2000, der die zweite Intifada entzündete“. Das trotz der Tatsache, dass selbst prominente Palästinenser zugegeben haben, dass die Gewalt vorsätzlich ausgelöst wurde und kein direktes Ergebnis des Besuchs Sharons war.

Fraser fährt fort:

Aber während Israel weiter nach rechts driftet, kommen diese gefährlichen Stimmen jetzt in den politischen Mainstream. Noch im März besuchte Wohnungsbauminister Uri Ariel, der für den Neubau des Tempels eintritt, die Stätte als „Tourist“. Im April betonte Knessetmitglied Miri Regev: „Ich verstehe nicht, warum einem Juden nicht erlaubt wird am für ihn heiligsten Ort zu beten – dem Tempelberg.“ Religionsminister  Naftali Bennett hat angekündigt, er werde an Gesetzen arbeiten, die den Juden den Zugang garantieren. Und der berüchtigte politische Likud-Hardliner, Siedler und Knessetabgeordnete Moshe Feiglin – der glaubt Israel sollte die gesamte Westbank und den Gazastreifen annektieren – verstärkte den Druck auf Benjamin Netanyahu letzte Woche in einer Rede in New York; er forderte den Premier auf die jüdische Souveränität über die Stätte wiederherzustellen.

Erstens: Wie Israels letzte Wahlergebnisse zeigten, ist das Land nicht „weiter nach rechts gedriftet“. Fakt ist, das die Linke und die Rechte bei der letzten Wahl praktisch gleichauf lagen.

Zweitens: Fraser versucht rechte Politiker zu nutzen, um hart zu kritisieren, was praktisch eine Frage der freien Religionsausübung und Gebet ist. Viele mögen Miri Regevs Politik nicht zustimmen, aber warum genau hat er Einwände gegen ihr Zitat? Was Moshe Feiglin angeht, so ist schwer erkennbar, wie ein Außenseiter-Politiker innerhalb des Likud den Druck auf Benjamin Netanyahu erhöhen könnte.

Es scheint so, dass Fraser der Politik in Israel nicht allzu genau folgt. Täte er das, dann würde er wissen, dass Neganyahu Feigling sogar das Betreten des Tempelbergs verbot, was dazu führte, dass Feiglin sich aus der Regierungskoalition zurückzog. Das sollte Fraser sagen, dass Feiglin nicht nur in keiner Position ist Druck auf Netanyahu auszuüben, sondern dass der israelische Premier offenbar entschlossen ist jegliches Handeln auf dem Tempelberg zu vermeiden, das Konflikt auslösen könnte.

Fraser schließt, wobei sich er Aufrufe die jüdische Souveränität über den Tempelberg wiederherzustellen berief:

Es wäre schwer die Gefährlichkeit dieser Idee zu übertreiben. Die riesige Mehrheit der orthodoxen Rabbiner haben ihre Opposition dazu betont. Doch die Siedler-Mentalität konzentriert sich jetzt zunehmend auf das, was politisch der explosivste Ort des Planeten ist. Wenn sie Erfolg haben, würde eine Milliarde Muslime weltweit ausrasten.

Was genau ist „die Siedler-Mentalität“? Der Tempelberg ist für alle Juden die heiligste Stätte, ungeachtet ihrer politischen oder religiösen Orientierung. Was eine Milliarde ausrastender Muslime angeht, sollte Fraser sich vielleicht fragen, warum diese Drohung mit Gewalt seitens der Muslime verziehen oder den Juden in die Schuhe geschoben werden sollte. Die Machpela-Höhle in Hebron, die sowohl Juden als auch Muslimen heilig ist, hat Regelungen für geteiltes Gebet beider Gemeinschaften. Aber es sind nur die von Muslimen verwalteten heiligen Stätten, für die es als akzeptabel gilt, dass Nichtmuslimen dort das Gebet verboten wird.

Fraser demonstriert zudem krasse Heuchelei, indem er sich offenbar aus jüdischen religiösen Theologien herauspickt, was ihm gerade in den Kram passt. Während er also eine orthodoxe Haltung zum Tempelberg vertritt, unterstützt er scheinbar religiöse Inklusion, wie dieser Tweet illustriert:

Ich und die staunenswerte Anat Hoffman von den „Frauen der Mauer“. Außergewöhnliche Aktivistin für religiöse Inklusion.

Giles Fraser kann nicht beides haben. Ist er wirklich an Theologie oder an Politik interessiert?

Das Thema jüdisches Gebet auf dem Tempelberg ist kompliziert. Es ist möglich jüdischem Zugang zum Tempelberg prinzipiell zuzustimmen und in der Praxis dennoch dagegen zu sein, um die Erzeugung von politischen Spannungen und potenzieller Gewalt zu vermeiden. Fraser jedoch scheint sich an eine theologische Haltung gehängt zu haben, um seine politische Meinung zu stützen. Damit hat er ein religiöses und politisches Kuddelmuddel geschaffen, mit dem er politische Souveränität mit freier Religionsausübung durcheinander bringt.

Wie man Israel verleumden kann: eine Fallstudie

12. September 2013

Simon Plosker, HonestReporting.com, 11. September 2013

Es ist leicht eine antiisraelische Verleumdung zu schaffen, die dann erst widerlegt wird, wenn der Schaden angerichtet ist. Das wurde in den letzten Tagen anschaulich demonstriert.

Ben Phillips, Campagins and Policy Director der Antiarmuts-Organisation Oxfam tweete Folgendes:

Die Blockade des Gazastreifens verhinderte Oxfams öffentlichem Gesundheitsprogramm einen Chlormesser hinzubringen, der helfen sollte die Chlorlevel zur Reinigung von Wasser richtig zu halten.

Es gibt eine symbiotische Beziehung zwischen Nichtregierungsorganisationen (NGOs), den Medien und Antiisrael-Aktivisten. Phillips Tweet weckte das Interesse des Ali Abunimah, der die verbreitete antiisraelische Propaganda-Website Electronic Intifada führt. Dort betrieb man einen Dialog, in dem Phillips erklärte, warum er Israel dafür verantwortlich macht, dass die Wasser-Ausrüstung den Gazastreifen nicht erreichte:

- Sie sollte von einem deutschen Hersteller versandt werden. Dieser nutzt nur diese Route, ja.
- Wir stellten einen Einfuhrantrag. Nach 8 Monaten ohne Vereinbarung mussten wir stattdessen weniger effektive Prozesse nutzen.

Von hier ist es nur ein kleiner Schritt, dass Electronic Intifada einen Story veröffentlicht, mit dem Israel beschuldigt wird zu verhindern, dass Ausrüstung zur Wasserbehandlung im Gazastreifen ankommt und der Phillips‘ Tweets beinhaltet:

Israel hat die internationale Entwicklungshilfeorganisation Oxfam daran gehindert lebenswichtige Ausrüstung in den Gazastreifen zu bringen, die helfen würde Wasser sicher zu machen.

„Die Blockade des Gazastreifens verhinderte, dass Oxfams Programm für öffentliche Gesundheit ein Chlormessgerät hinbringt, das helfen würde die richtigen Chlorwerte zur Reinigung von Wasser einzustellen“, tweetete Ben Phillips, der Campaigns and Policy Director der Organisation heut aus Gaza.

Mehr als 90 Prozent des im Gazastreifen zur Verfügung stehenden Wassers ist für menschlichen Verbrauch nicht geeignet, weil Israel Jahre lang die Abwasser- und Wasser-Infrastruktur bewusst zerstört, weil es die Einfuhr von Ausrüstung verhindert und wegen Verschmutzung und überzogenen Förderung des Grundwassers.

Als Folge davon sind durch das Wasser verursachte Krankheiten weit verbreitet.

Phillips sagte, Oxfam „stellte [in Israel] einen Antrag zur Einfuhr“ dieser Ausrüstung, aber „nach 8 Monaten ohne Vereinbarung mussten wir stattdessen weniger effektive Prozesse nutzen“.

Diese funktionierten offenbar nicht. Die Ausrüstung sollte von einem deutschen Hersteller über Israel geliefert werden, fügte Phillips hinzu.

NGOs und so genannte humanitäre Organisationen profitieren vom „Heiligenschein-Effekt“, durch den sie als jenseits aller Vorwürfe stehend betrachtet werden. Einfach ausgedrückt wird alles, was eine Organisation wie Oxfam gebracht wird, als vertrauenswürdige Information angesehen.

Es dauerte nicht lange und die antiisraelischen Blogs und Internetseiten sich auf die Story stürzten. Ein Screenshot der ersten Seite einer Google-Suche illustriert, wie weit und schnell eine antiisraelische Kampagne sich tatsächlich verbreiten kann:

Zu spät also, um die Story zu löschen, sobald bestätigt war, dass sie völlig unwahr war. Einen Tag später gab Electronic Intifada die folgende Richtigstellung aus:

Eine Story, die Electronic Intifada gestern veröffentlichte, zitierte einen hochrangigen Vertreter von Oxfam damit, Israel habe verhindert, dass Ausrüstung zur Desinfektion von Wasser in den Gazastreifen geliefert wurde.

Electronic Intifada erhielt heute die folgende E-Mail von Alun McDonald, Media and Communications Officer bei Oxfam, die den Fehler erklärte (Hervorhebung hinzugefügt):

Danke, dass Sie die extrem wichtige Frage der Wasserknappheit im Gazastreifen weiter aufbringen. Der Tweet eines Oxfam-Mitglieds allerdings, der zu dem Posting gehörte, war nicht zutreffend.

Ben besuchte den Gazastreifen und es gab eine Fehlübersetzung oder ein Missverständnis in einem seiner Treffen mit Gemeinden vor Ort. In diesem bestimmten Fall lag die Verspätung bei der Lieferung des Chlormessers an Verzögerungen beim Hersteller und Zulieferern, nicht an einer Verzögerung bei der Lieferung über Israel oder an der Blockade.

Der Fehler und das Durcheinander tun mir aufrichtig leid. Ich wäre dankbar, wenn wir eine Richtigstellung der Story bringen könnten.

Die Knappheit an sicherem Wassser ist eine extrem reale und ernste Sache und Oxfam führt weiter seine Kampagne für ein Ende der Blockade, von der wir glauben, dass sie das internationale Recht verletzt und das Leben der Menschen im Gazastreifen verheert hat und die Bewegung von Waren und Menschen gravierend einschränkt. In diesem Fall liegt die Verzögerung beim Empfang der Ausrüstung allerdings nicht an der Blockade.

Eine solche Richtigstellung gibt es selten. Wir können nur spekulieren, was geschehen wäre, hätte Oxfam den eigenen Fehler nicht eingestanden.

Wie lang hätte es gedauert, bevor Journalisten der Mainstream-Medien sich entschieden hätten sich eine Story darüber genauer anzusehen, dass Israelis den Palästinensern wichtige Ausrüstung zur Lieferung von sauberem Wasser verweigern? Hätten die Journalisten sich die Mühe gegeben etwas elementares Faktenchecken zu unternehmen, das darüber hinaus geht sich auf Zitate von – in ihren Augen – einer verlässlichen Quelle von Oxfam zu verlassen?

Doch Millionen waren der Story über antiisraelische Internetseiten und sozialen Medien ausgesetzt, unabhängig davon, ob die Story von Mainstream-Medien veröffentlicht wurde oder nicht. Tweets wie diese gingen zu Tausende an Follower, von denen einige die Story re-tweeteten:


Israel blockiert Lieferung entscheidender Wasser-Desinfektionsausrüstung nach Gaza.


Israel blockiert Lieferung entscheidender Wasser-Desinfektionsausrüstung nach Gaza.

Dieser Vorfall macht auch auf die Beziehung zwischen Oxfam und einer antiisraelischen Hass-Seite aufmerksam. Dank des Internets wird eine Israel verleumdende Story für immer von antiisraelischen Aktivisten recycelt, die entweder keine Richtigstellung gesehen haben oder sie ignorieren.

Das ist seiner der Gründe, dass HonestReportings Material so wichtig ist. Es ist entscheidend, dass ein Gegengewicht geschaffen wird, das ebenfalls online die Wahrheit zugänglich macht und mit dem die regelmäßig gegen Israel gerichteten Anschuldigungen widerlegt werden. Wir hoffen, dass dieser Eintrag von HonestReporting schlussendlich auch in einer Google-Sucher auftaucht, wenn das nächste Mal jemand nach der gefälschten Story sucht, Israel habe den Palästinensern des Gazastreifens Zugang zu sauberem Wasser verweigert.


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