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Wie man über den Gaza Konflikt sprechen sollte

31. Juli 2014

Alex Margolin, HonestReporting, 28. Juli 2014 (übersetzt von Cora)


Die internationalen Medien sind Komplizen bei den Plänen der Hamas …
Sie sprechen die Hamas wirkungsvoll von der Schuld frei, die Bewohner Gazas als menschliche Schutzschilde zu benutzen.
Michael Oren
Ehemaliger israelischer Botschafter in den USA
21. Juli 2014 auf CNN

Während der Gaza Konflikt in seine dritte Woche geht, sind eine Reihe umstrittener Aussagen aufgetaucht. Über diese Aussagen ist sehr viel gesagt und geschrieben worden und die besten davon haben wir hier zusammentgetellt.

<strong1. Die moralischen Grundlagen für Israels militärischen Feldzug

Bevor man sich in irgendeiner Form für die Verteidigung der militärischen Aktivitäten engagiert, ist es wichtig zu erst einmal zu verstehen, warum Israel überhaupt kämpft.

Niemand hat diese Unumgänglichkeit des Kampfes besser dargestellt als Ha’aretz-Kolumnist Ari Shavit:

Wofür kämpfen wir? Um unser Zuhause. Das jüdische Volk war ein Volk ohne Heim, dass das Unmögliche schaffte und sich ein Zuhause schuf. Der Staat Israel ist ein Wunder. Wir dürfen dieses Wunder nicht aufgeben. Wir dürfen es nicht gefährden und dürfen es nicht als Selbstverständlichkeit nehmen. Wenn dunkle Mächte es zerstören wollen, müssen wir es verteidigen. Wenn scheinheilige und selbstgerechte Kräfte versuchen, es zu schwächen, müssen wir es stärken. Wir sind von der neuen Gefahr des muslimisch-arabischen Chaos umgeben. Feinde versuchen unser Blut an unseren Mauern zu vergießen.

Wir müssen stark sein gegen die teuflischen Tunnel und verfluchten Raketen, die uns bedrohen. Wir haben es vergessen, wie wir es sagen sollen und manchmal tun wir uns sogar schwer, es zu flüstern, aber wir sind im Recht. In dieser traurigen, schrecklichen Geschichte sind wir im Recht.

2. Zivile palästinensische Opfer

Die moralische Stellung Israels wird von der Presse durch Berichte von zivilen Opfern oft angegriffen. Wenn Zivilisten einen hohen Prozentsatz an der gesamten Anzahl der getöteten Menschen ausmachen, bedeutet das entweder, dass Israel zu aggressiv ist oder nicht vorsichtig genug auf Hamasterroristen zielt.

Jedes zivile Opfer auf beiden Seiten ist eine Tragödie für die Familien der Opfer sowie für die Palästinenser und die Israelis. Ihre Zahl muss genau angegeben werden, ohne Rücksicht auf politische Empfindlichkeiten.

Doch laut einiger Geheimdienstexperten sind die öffentlich vom von der Hamas geführten Gesundheitsminiserum in Gaza herausgegebenen Zahlen, die dann von den Nachrichtenagneturen weltweit verbreitet werden, bewusst aufgeblasen, um weltweite Opposition gegen Israels Militäraktion aufzubauen.

Viele der Zahlen, die von der UNO oder anderen internationalen Organisationen später genannt werden „sind das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben wurden“, sagt Reuven Ehrlich, der Direktor des Meir Amit Intelligence and Terrorism Information Center, gegenüber der New York Times. „Sie basieren größtenteils auf palästinensischen Quellen in Gaza, welche ein offensichtliches Interesse daran haben, dass wir viele Zivilisten töten.“

Sein Zentrum hat die Unfälle gründlich untersucht. Um die genauen Identitäten der Toten festzustellen, untersuchten die Mitarbeiter des Zentrums die Hintergründe der Personen auf palästinensischen Webseiten, suchten nach Informationen über ihre Beerdigung und andere Hinweise, die Licht auf die tatsächliche Beschäftigung der Person werfen könnten.

Militärische Quellen sagen, dass die palästinensischen Behörden in Gaza jeden jungen Mann, der keine Uniform trägt, als Zivilist zählen, auch wenn er in terroristische Aktivitäten involviert war und damit von der IDF als legitimes Ziel gesehen wird.

Journalisten, die die Gewalt in Gaza decken, verwiesen subtil darauf, dass sich Hamasterroristen hinter den palästinensischen Zivilisten verstecken. Wie HonestReporting letzte Woche berichtete, versucht die Hamas alles, um seine aktiven Terroristen unter den Zivilisten zu verstecken. Israels ehemaliger Botschafter in den USA, Michael Oren, nimmt auch die Medien, die durch ihre Berichte über angeblich zivile Opfer der Hamas in die Hände spielen, in die Pflicht.

Die Hamas weiß sehr genau, dass der Aufbau eines weltweit führenden, zivilen Verteidigungssystems und das völlige Fehlen eines solchen in Gaza zu einer großen Kluft zwischen israelischen und palästinensischen Opfern führen wird. Dieser Unterschied, das weiß die Hamas, wird in den Fokus der medialen Aufmerksamkeit geraten und zu Anschuldigungen, dass Israel sein Kräfte unverhältnismäßig einsetzt.

Und vor allem weiß die Hamas um die Kraft schockierender Bilder – einige werden von den Gemetzeln in Syrien und Irak und sogar aus Hollywood-Horrorfilmen kopiert – die die öffentliche Meinung entzünden. Unter dem zunehmenden Druck werden die Regierungen Verurteilungen Israels wegen Kriegsverbrechen durch die UNO unterstützen. Die Raketen der Hamas können Israel nicht zerstören, aber internationale Sanktionen können es daran hindern, sie abzuwehren.

3. Die Terror Tunnel der Hamas

Manchmal ist der beste Beleg für die Notwendigkeit das Netzwerk der Terrortunnel der Hamas zu zerstören, dass man zeigt, wie sie aussehen. Hier sind ein paar Beweisfotos, die beides zeigen, sowohl die ausgefeilte Art, mit der diese Tunnel von der Hamas gebaut wurden als auch die Unmengen von Zement und anderen Baumaterialien, die in ihren Bau geschleust wurden.

Man muss daran erinnern, dass diese Tunnel, von denen viele auf der israelischen Seite des Gazastreifens enden, dazu gebaut wurden, es der Hamas zu ermöglichen furchtbare Terrorattacken auszuführen und Waffen zu schmuggeln, mit denen sie auf israelische Zivilisten schießen wollten. Die Zerstörung der Tunnel erschwert es der Hamas Israelis zu bedrohen und es mach Israel leichter eine friedliche Lösung des Konflikts durchzusetzen.

4. In zwei UNWRA Schulen werden Raketen entdeckt

Israels Feststellung, dass die Hamas-Terroristen ihre Waffen in zivilen Gebieten verstecken, wurde durch die getrennte Entdeckung von in zwei Schulen in Gaza versteckten Waffen bestätigt, die von der UN Relief Works Agency (UNRWA) betrieben werden.

Kurz nach dem zweiten Zwischenfall trat der israelische Botschafter in den USA, Ron Derner, bei CNN auf und fragte, warum dies in den Nachrichten kaum berichtet wird.

Die Kraft seiner Darstellung und wie er das Interview führte, weisen diesen Sender in seine Schranken.

Was geschah wirklich in der UN Schule in Gaza?

29. Juli 2014

Yarden Frankl, HonestReporting, 28.07.14 (übersetzt von Cora)

Die Geschichte war zu gut um sie zu übergehen. Angeblich griff Israel eine Schule der Vereinten Nationen an, die als Flüchtlingsunterkunft benutzt wurde und massakrierte dabei 16 Menschen, die evakuiert werden sollten. Und noch schlimmer, die Medien berichteten, dass Israel die exakten Koordinaten der Schule hatte und wusste, dass dort Zivilisten Schutz gesucht hatten und dass es keinerlei Kämpfe in der Nähe gegeben hatte.

Mit anderen Worten, die Medien klagen die IDF eines Kriegsverbrechens an. Auch wenn es keine zuverlässigen Quellen gibt, nehmen die Medien an, dass die Informationen, die sie bekommen haben, wahr sind.

Typisch für dieses Geschehen ist die Geschichte von Reuters:

Gaza (Reuters) – Mindestens 15 Menschen starben am Donnerstag und viele wurden verwundet, als die israelische Armee eine UNO-Schule angriff, in der Palästinenser aus dem Norden des Gazastreifens Schutz gesucht hatten, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Gaza. „Die genauen Koordinaten der UNWRA Schutzräume in Beit Hanoun sind der israelischen Armee offiziell mitgeteilt worden. … An diesem Tag versuchte die UNRWA mit der israelischen Armee ein Zeitfenster zu vereinbaren, damit die Zivilisten den Ort verlassen können, was aber nicht genehmigt wurde“, sagte (UNRWA Sprecher Christopher) Gunness auf seiner Twitter-Seite.

Erinnerung an Reuters: Der Gesundheitsministerium in Gaza wird von der Hamas betrieben, die nicht wirklich für ihre akkurate Berichterstattung bekannt ist.

CBS News nahm die palästinensischen Anschuldigungen auch als Beweis.

Gaza Stadt, Gazastreifen – Am Donnerstag trafen israelische Panzergranaten in Gaza ein Grundstück, auf dem sich eine UN Schule befand, tötete 15 Menschen und verwundete Dutzende andere, die dort Schutz vor den heftigen Kämpfen auf den Straßen gesucht hatten, weil Israel seinem 17-tägigen Krieg in die von der Hamas beherrschten Gebiete vortrieb, sagten offizielle Vertreter der Palästinenser. Überlebende berichteten dem CBS-Reporter Barry Petersen, dass sie gewarnt worden waren, dass die Schule zum Ziel geworden war und sie hätten sie eben darauf vorbereitet zu gehen, als die israelische Armee das Feuer eröffnet hätte.

Der Guardian veröffentlichte die Geschichte unter:

Israelischer Angriff auf eine Schule in Gaza hinterlässt 15 Tote und 200 Verwundete. Die UN verurteilt den Angriff der UNWRA Schule und sagen, dass sie die IDF um Zeit gebeten hätten, die Zivilisten zu evakuieren, die ihnen aber nicht gegeben wurde.

Ist es glaubwürdig, dass Israel bewusst die Evakuierung von Zivilisten verhindert und sie sie dann in ihrem Schutzraum abschlachtet? Mit all den gut dokumentierten Schritten zur Vermeidung ziviler Opfer, die Israel unternommen hat, hätten die Medien vielleicht ein bisschen skeptischer gegenüber den Informationen sein können, wenn sie mitbekommen, dass die Informationen aus palästinensischen Quellen oder vom notorischen Israel-Hasser Gunness kommen.

Hier ist die israelische Seite, wie sie in der Jerusalem Post berichtet wurde:

Die IDF berichtete, dass die Untersuchung über den Angriff am Donnerstag auf die UNRWA Schule in Beit Hanoun, Nordgaza, abgeschlossen sind und dabei festgestellt wurde, dass Terroristen der Hamas von diesem Schulkomplex aus geschossen hatten. Die Terroristen feuerten Panzerabwehrgranaten auf die Soldaten, fügte die Armee hinzu.

Die IDF feuerte einige Granaten als Antwort ab. Eine IDF Granate fiel in ein freies Feld in der Nähe der Schule, das nach Angaben des Militärs leer gewesen ist. Mit diesem Ergebnis der Untersuchung kann die Behauptung, dass einige Menschen innerhalb der Schule verletzt worden sind, wie von einige nach dem Geschehenen behauptet, ausgeschlossen werden.

Fakten in einem Kriegsgebiet zu untersuchen und zu berichten kann sehr schwierig sein, das versteht jeder. Nachrichtenorganisationen wollen die ersten sein, die eine Geschichte berichten. Aber häufig bedeutet eine rasche Berichterstattung, dass man sich nicht einmal die minimale Zeit zum Untersuchen der Fakten genommen hat.

Dennoch haben die Medien die Verantwortung alles herauszufinden bevor sie Anschuldigungen aussprechen, die dann in aller Welt gehört werden. Sie müssen nicht die israelische Version des Geschehens akzeptieren. Aber sie sollten wenigstens skeptischer sein, bevor sie Informationen verbreiten, die von Quellen wie Hamas kommen.

Auslandsjournalisten gestehen Hamas-Taktik der menschlichen Schutzschilde ein

25. Juli 2014

Simon Plosker, HonestReporting, 23. Juli 2014 (übersetzt von Cora)

Vergraben in der Menge der ausländischen Medien wird zugegeben, dass inmitten der Bilder der palästinensischen Zivilisten die Terroristen der Hamas innerhalb der Bevölkerung operieren. Hier einige Beispiele:

1. Patrick Martin, Korrespondent des Globe and Mail schrieb in diesem Artikel vom 20. Juli:

„Die Anwesenheit von militanten Kämpfern in Shejaia wurde am Sonntagnachmittag offensichtlich, als unter dem Schutz eines humanitären Waffenstillstands, der beiden Seiten die Möglichkeit geben sollte, die Toten und Verwundeten zu bergen, einige bewaffnete Palästinenser vom Platz huschten. Einige trugen ihre Waffen offen über der Schulter, aber mindestens zwei, die sich als Frauen verkleidet hatten, wurden gesehen, wie sie davongingen, ihre Waffen unter ihren Umhängen versteckt. Ein anderer hatte seine Waffe in ein Babytuch eingeschlagen und hielt es wie einen Säugling an der Brust.“

2. Die kanadische Fernsehjournalistin Janis Markey Frayer twitterte am 20. Juli Folgendes:

„In Shejayya wurden auch einige Bewaffnete der #Hamas gesehen. Einer der Vorübergehenden trug einen Frauenschleier … Die Mündung seines Gewehrs lugte unter dem Umhang hervor.“ – Janis Marckey Frayer @janisctv July 20 2014

3. William Booth, Korrespondent der Washington Post, der aus Gaza berichtet, schrieb in einem Artikel vom 15. Juli

„Am Shifa Krankenhaus in Gaza Stadt versammelte sich eine große Menge, um Schuhe und Eier auf den Gesundheitsminister der Palästinensischen Autotnomiebehörde zu werfen, der hier die zerbröckelnde Einheitsregierung aus Ramallah in der Westbank repräsentiert. Der Minister wurde zur Umkehr gezwungen, bevor er das Krankenhaus erreichte, das de facto das Hauptquartier der Hamas Anführer ist, die man in den Gängen und Büros überall sieht.“

4. Ein anderer Bericht der Washington Post vom 17. Juli schilderte:

„Während der Ruhe, sagte eine Gruppe Männer bei einer Moschee im nördlichen Gaza, sie seien zurückgekommen um das grüne Glas der Fenster einzusammeln, die beim Bombardement des vergangenen Tages zerstört worden sind. Aber man konnte sehen, wie sie kleine Raketen in die Moschee brachten.“

5. Wall Street Journal-Korrespondent Nick Casey twitterte folgendes (inzwischen gelöscht):

„Man muss sich während des Beschusses fragen, wie sich die Patienten des Shifa-Krankenhauses fühlen, während die Hamas es als einen Unterschlupf für Treffen mit den Medien nutzt.“

6. Der Korrespondent der japanischen Tageszeitung Minichi berichtete am 21. Juli aus Gaza:

„Die Hamas kritisiert, dass „Israel Zivilsten ermordet“. Auf der anderen Seite versucht sie die Zivilisten und Journalisten, die evakuiert werden sollen, aufzuhalten um sie als menschliche Schilde zu benutzen, was ihrer Guerrillataktik gründlich zuwider läuft.

Die Strategie der menschlichen Schutzschilde zielt auch auf die ausländischen Journalisten… Während der derzeitigen Kämpfe wurde ein Hamas-Kontrollpunkt bombardiert und ein provisorischer Kontrollpunkt wurde andernorts eingerichtet. Zu den etwa 20 Journalisten, die das Gebiet verlassen wollten, sagten Mitarbeiter der Hamas plötzlich „Israel hat den Kontrollpunkt geschlossen“. Als wir die IDF Mannschaft an diesem Kontrollpunkt anriefen, sagte man uns „Wir wurden nicht angegriffen und haben wir üblich geöffnet.“ Während wir diskutierten, was wir tun sollten, schrie der Mitarbeiter der Hamas: „In 5 Minuten will Israel anscheinend hier einen Luftangriff starten. Kehrt sofort nach Gaza zurück!“ Alle Journalisten fuhren sofort mit den Autos nach Gaza zurück. Aber wir erinnerten uns, dass die Hamas während des Konflikts mit Israel im November 2012 auch Kontollpunkte schloss um jede Fluchtbewegung zu unterbinden.

7. Nahost-Reporterin Sophia Jones von der Huffington Post twitterte am 15. Juli:

„Journalisten und schwerkranke Palästinenser, die in Israel behandelt werden möchten, sitzen in Gaza fest, weil die Grenze von der Hamas geschlossen wurde.“

Es sind die Terror-Tunnel, Dummkopf

23. Juli 2014

Pesach Benson, HonestReporting.com, 21. Juli 2014 (übersetzt von Cora)

Es gibt keinen Platz für die Einwohner Gazas, um sich während der israelischen Luftangriffe zu verstecken, denn es gibt keine Luftschutzbunker.

Wenn man Anne Barnards Bericht in der New York Times liest, könnte man meinen, es läge allein an der fiesen Blockade des Streifens durch die Israelis. Baumaterial, so wird uns erzählt, darf nicht hinein. Eingeklemmt von den israelischen und ägyptischen Grenzbeschränkungen können sie nirgendwohin fliehen.

Und warum solltest du dir die Hände damit schmutzig machen, Gaza das größte Konzentrationslager zu nennen, wenn man eine wesentlich respektablere Person findet, die diese einfältige Beschuldigung für dich übernimmt?

Der britische Premierminister David Cameron nannte Gaza 2010 ein „Freiluft-Gefängnis“, womit er sich Kritik aus Israel einhandelte. In der Realität ist die gewaltige Mehrheit der Einwohner Gazas in der Falle, weil es für sie keine Möglichkeit gibt einen Flüchtlingsstatus hinter einer internationalen Grenze zu bekommen.

Nirgends in dem 968 Wörter langen Bericht wird erwähnt, dass die Hamas Baumaterial zur Verfügung hat oder dass sie es für den Bau von Luftschutzbunkern hätte verwenden können.

Die IDF entdeckte im letzten Jahr einen riesigen Terror-Tunnel in der Nähe des Kibbutz Ein HaShlosha. Nach den Dokumenten, die Al Monitor erhalten hat, war dieser Tunnel

2,5 Kilometer lang und hatte eine Decke, die hoch genug war für einen Mann durchschnittlicher Größe. Der Tunnel war außerdem bemerkenswert breit. Sein Bau verbrauchte 800 Tonnen Beton und die Kosten werden auf 10 Millionen Dollar geschätzt. Etwa 100 Arbeiter müssen mehr als zwei Jahre daran geschuftet haben. Der Tunnel war versehen mit einem Kommunikationsnetzwerk und Elektrizität und er enthielt einen Vorrat an Keksen, Joghurt und anderen Nahrungsmitteln, die es erlaubt hätten, darin mehrere Monate zu verbringen.

Barnard und ihr Herausgeber können nicht auf Unwissenheit plädieren. Die Times nahm das auch auf.

Mit 800 Tonnen Beton und mit 100 Arbeitern könnte man in zwei Jahren eine ganze Reihe Luftschutzbunker bauen.

Und wie wahrscheinlich ist es, angesichts der Herrschaft der Angst durch die Hamas, dass die Palästinenser Reportern wie Barnard erzählen, dass die tief im Boden gesicherten Terror-Tunnel ein relativ sicherer und komfortabler Platz wären, ums sich zu verstecken, nachdem die IDF ihren Anruf oder auf ihrem Dach „anklopft“?

Obwohl viele fliehen, wenn die Bomben fallen, spekulieren israelische Offizielle, dass die Hamas die Menschen mit Vergeltung bedroht, wenn sie weglaufen, um sie so als menschliche Schutzschilde zu benutzen. Die Einwohner Gazas erwähnen diese Drohungen nicht öffentlich, aber einige sagen, dass sie sich nicht frei fühlen, die Hamas zu kritisieren.

Memo an die Gray Lady: Es sind die Terror-Tunnel, Dummkopf!

Daily Mirror – nicht das Popcorn ist hier faul!

17. Juli 2014

Yarden Frankl, HonestReporting, 16. Juli 2014 (übersetzt von Cora)

„Dieses hetzerische Bild von Israelis, die Popcorn essen und jubeln während sie das Bombardement auf Gaza beobachten, löste Empörung auf Twitter aus.“

Nun, das ist es nicht.

Unter der Überschrift „Die fotografierten Israelis essen POPCORN und klatschen, während sie das tödliche Bombardement auf Gaza beobachten.“ berichtet der Daily Mirror über einen Tweet des dänischen Journalisten Allan Sorensen, der die israelischen Einwohner Sderots beschuldigt, den Konflikt mit Gaza in eine Art kranken Vergnügens zu verwandeln. Dieses Bild wirkt, als ob sich die Israelis daran erfreuen dabei zuzusehen, wie palästinensische Zivilisten bei einem Angriff mit weißem Phosphor verbrennen.

Aber da stimmt etwas nicht. Genauer gesagt, da ist einiges falsch.

Die Einwohner Sderots und der übrigen israelischen Gemeinden im Süden leiden seit Jahren unter dem Raketenbeschuss. Ihre Kinder sind praktisch in Schutzräumen aufgewachsen. Jeder wäre wohl in dieser Situation glücklich zu sehen, wie die, die andauernd Raketen abschießen, jetzt selber angegriffen werden. Vielleicht beobachten sie, wie das Iron Dome System diese Raketen hoch oben in der Luft abfängt. Es ist unmöglich festzustellen, worauf die Israelis schauen.

Was wir aber wissen ist, worauf sie NICHT schauen. Sie schauen nicht auf die Szene, die im Mirror dargestellt wird. Woher wir das wissen? Abgesehen davon, dass es unmöglich ist, all diese Details aus dieser Entfernung zu sehen, das große Foto wurde schon vor vielen Jahren aufgenommen.

Hier ist das Original, das von Getty Images am 17. Januar 2009 aufgenommen wurde.

Der Mirror hat lediglich ein altes Bild gefunden und es zu seiner Schlagzeile gemacht.

Gibt es einen besseren Weg um die falsche Berichterstattung vom blutrünstigen Israeli zu unterstützen?

Gaza Konflikt Tag 6. Hat die Hamas bewusst Ramallah angegriffen?

14. Juli 2014

Pesach Benson, HonestReporing, 13.07.14 (übersetzt von Cora)

Nachdem eine Rakete letzte Nach in Ramallah einschlug, vermutete Patrick Martin vom Globe & Mail, dass die Hamas bewusst auf die PA gefeuert hat.

Der Gedanke, dass militante Palästinenser aus Gaza auf die palästinensischen Behörden in Ramallah feuert, ist sicher eine neue Wendung in dem 6 tägigen Raketenkrieg zwischen Israel und den militanten von der Hamas angeführten Gruppen im Gazastreifen.

Aber es ist nicht unwahrscheinlich. Palästinenserpräsident Abbas hat die Hamas-Führung in dieser Woche zweimal wegen ihrer unverantwortlichen Raketenangriffe auf Israel heftig attackiert.

Der palästinensische Vertreter im UN-Menschenrechtsrat sagte, es gäbe keine Chance für die PLO, erfolgreich irgendwelche Anklagen wegen Kriegsverbrechen gegen Israel vor dem internationalen Gerichtshof vorzubringen. Der Grund dafür sei, dass der Raketenbeschuss der Hamas viel schlimmer sei. Laurie Blank argumentierte in The Hill genauso, aber es ist wirkungsvoller, wenn es Ibrahim Khreishah feststellt. Hier ist großartige Hingucker von MEMRI.

Nach Angaben eines UN Berichts (pdf–Format) über den Gaza–Konflikt, sind 77% der palästinensischen Opfer Zivilisten. Was die Berichterstattung von AFP, BBC und The Independent aber nicht erzählt: Dieses Dokument stellt deutlich fest, dass die meisten der Opfer aus Gaza hätten zuvor eine Warnung erhielten.

In den meisten Fällen wurden die Einwohner von den Israelis entweder durch Anrufe oder durch Warnschüsse kurz vor den Angriffen gewarnt.

Flächenbombardement auf Gaza. Wenn man France24-Korrespondenten glauben würde, müsste die Anzahl an palästinensischen Opfer wesentlich höher sein.

Israel ist nicht schuld! Falsche Fotobechreibung wurde korrigiert. HonestReporting sorgte für die Korrektur.

Krieg im Gazastreifen: 5 Tipps, wie man sich die Nachrichten sortiert und in den sozialen Medien verantwortlich teilt

8. Juli 2014

Pesach Benson, HonestReporting.com, 8. Juli 2014

Raketen fliegen. Israels reagiert mit Luftangriffen und der Einberufung von Reservisten. Die Armee nannte die Mission „Operation schützende Schneide“.

Der Konflikt wird nicht nur am Himmel des Gazastreifens und der israelischen Heimatfront gekämpft. Er wird auch in den Medien ausgetragen. Wir werden alle möglichen Nachrichten, Fotos und Videos zu sehen bekommen. Leute posten bereits Beobachtungen auf Facebook, Twitter und anderen Plattformen sozialer Medien.

Wie können wir – da wir alle informiert sein und andere informieren wollen – durch die Informations-Überlastung ordnen? Und wie sieht es mit unserer Verantwortung für das aus, was wir zum Teilen aussuchen?

Hier können fünf Tipps helfen.

1. Wie kann ich das wissen? Bei allem, was Sie lesen, fragen Sie sich. „Wie kommt der Reporter (Aktivist, Tweeter, mein bester Freund etc.) an diese Information?“ Ist die Quelle letztlich Augenzeuge aus erster Hand? Zitiert er einen Augenzeugen? Das führt zu Punkt zwei.

2. Quellenarbeit: Ist die Quelle kenntlich gemacht? Kann man selbst einschätzen, ob sie verlässlich ist? Wenn die Quellen anonym sind, hat der Reporter glaubwürdig erklärt, warum sie namenlos bleiben müssen?

3. Bilder: Hüten Sie sich vor Bildern die nicht mit Quelle versehen sind. Wir haben Bilder aus Syrien und alte Bilder aus dem Gazastreifen gesehen, die unverantwortlich als „aktuell aus dem Gazastreifen“ ausgegeben werden. Wenn Sie also ein Foto teilen, geben Sie Informationen dazu, wo Sie es sahen und warum Sie ihm so stark vertrauen, dass Sie es teilen. Das ist transparent, aws zu meinem nächsten Punkt führt.

4. Seien Sie transparent. Transparenz macht es uns allen einfacher Ihren Gesprächsbeitrag zu verarbeiten. Und wenn etwas von Ihnen Geteiltes sich als fingiert herausstellt, kann Transparenz Ihre Glaubwürdigkeit davor bewahren verbrannt zu werden.

5. Im Zweifelsfall lassen Sie es weg. Überstürzen Sie nichts, wenn Sie etwas posten. Atmen Sie durch und durchdenken Sie es.

Bild: CC BY flickr/mkhmarketing

Israel trauert um drei ermordete Teenager, Medien veranstalten Sauerei

2. Juli 2014

Simon Plosker, HonestReporting.com, 1. Juli 2014

Israel betrauert den Verlust von Naftali Fraenkel, Eyal Yifrach und Gil-ad Shaar, die von Hamas-Terroristen ermordet wurden. Die Leichen der drei Teenager wurden Montagabend in Halhul, nördlich von Hebron entdeckt. Da wir unseren Sitz in Israel und viele unserer Mitarbeiter eigene Kinder haben, wird der Verlust hier bei HonestReporting gefühlt, wie das in ganz Israel und der jüdischen Welt der Fall ist.

Leider ist ein Teil der Medienberichterstattung mangelhaft. Wir zeigen hier einige er schlimmsten Übeltäter.

Israel will „Rache“

Der Christian Science Monitor veröffentlichte seinen Bericht unter der folgenden Schlagzeile:

Wird sich nach dem Fund dreier toter israelischer Teenager der Kreislauf der Rache verschärfen?

Was den Bericht selbst angeht, so ist er angefüllt mit von Vorurteilen geprägten Äußerungen:

Seit dem Verschwinden der Jungen hat die Westbank die Wiederbelebung der Kollektivbestrafung durch Israel erlebt.

Nach Angaben des CSM geht es bei Israels Operation sie zurückzubekommen also schlicht darum die Palästinenser zu bestrafen.

Der Eindruck israelischer Böswilligkeit und rachsüchtigem Verhalten geht weiter:

Derweil hat die israelische Öffentlichkeit hartes Handeln gefordert. Die jetzt noch stärkeren Kontrollen ihrer Bewegungen und mehr Toten unterworfenen Palästinenser haben geschäumt.

Und in einem weiteren Beispiel für unprofessionellen Journalismus berichtet der CSM unbegründete Gerüchte eines Vorfalls, den es nicht gab:

Es gibt Gerüchte über Mobs an Westbank-Siedlern, die sich versammeln, um Selbstjustiz-Anschläge gegen Palästinenser und palästinensisches Eigentum auszuüben.

Der CSM beginnt dann Opferstatistiken zu zitieren, die sich besonders auf Kinder und Teenager konzentrieren, um zu beweisen, dass es einen „Kreislauf der Gewalt“ und Rache gibt. Nach Angaben des CSM „geht das Töten auf beiden Seiten weiter“. Für nicht relevant betrachtet der CSM jedoch, dass es nur eine Seite in diesem Konflikt ist, die darauf erpicht ist um des Tötens willen zu töten. So wird die vorsätzliche Ermordung von Israelis durch palästinensische Terroristen moralisch dem Tod von Palästinensern bei Antiterror-Operationen der IDF gleichgestellt.

Sie können Ihre durchdachten Kommentare an den Christian Science Monitor schicken: letters@csmontor.com

Raketen werden nicht erwähnt

Nach Angaben der IDF führten nach mehr als 18 Raketen, die seit Sonntagabend auf Israel abgefeuert wurden, Flugzeuge der israelischen Luftwaffe am frühen Dienstagmorgen einen Präzisionsschlag gegen 34 Ziele im Gazastreifen aus.

Aber nirgendwo sind bei Sky News die Raketen auch nur erkennbar; dort wurden Raketenangriffe auf Israel überhaupt nicht erwähnt. Es geht nur um die drei ermordeten Jugendlichen:

Seit der Entdeckung hat es eine Reihe von Luftangriffen auf den Gazastreifen gegeben, darunter einen auf die südliche Stadt Khan Junis.

Eine „angebliche“ Entführung

Die Times of London lässt wissen:

Israel bereitete gestern Abend einen massiven Vergeltungsschlag gegen Gaza und die Westbank vor, nachdem die Leichen von drei Jungen im Teenageralter, die angeblich von palästinensischen Militanten entführt wurden, nach einer dreiwöchigen Suche gefunden wurden.

„Angeblich entführt“? Abgesehen von den Leichen der drei Jugendlichen – wie viel mehr Beweise braucht die Times, bevor sie das Offensichtliche schreibt?

Idiotische Vergleiche

Während Bürgerkrieg und Tod in großem Ausmaß im Nahen Osten stattfinden, wird Paul Whitefield von der Los Angeles Times komplett apokalyptisch:

Haben Sie Sorge wegen des Irak, Syriens oder der Bedrohung durch die ISIS? Nun, Sie sollten Ihrer Liste lieber das hier hinzufügen: eine neue israelisch-palästinensische Auseinandersetzung.

Doch es sieht nach einer Auseinandersetzung aus, die nur von einer Seite initiiert werden konnte – Israel:

Fassen Sie alles zusammen und was haben Sie? Jau, ein Rezept für mehr Kämpfe: ein weiterer israelischer Angriff auf den Gazastreifen, vermutlich, und vielleicht auch noch die Westbank. Ganz zu schweigen von einem weiteren Rückschlag für jegliche Hoffnung nach einer Regelung des lange laufenden israelisch-palästinensischen Konflikts.

Whitefield beschreibt sich selbst in seinem Twitter-Profil als „eine leicht schräge Sicht auf die Nachrichten vertretend“. Direkt aus der Quelle.

Fehlgeleitete Ausrichtung

Mx News, die Nachmittagsausgabe der australischen The Age, scheint sehr schräge Prioritäten zu haben. Was ist wichtiger: Drei ermordete Kids oder Ziegelsteine und Mörser?

Israel reißt Häuser ab

„Bombardierung“ von Häusern

Es ist schon eine wahre Übertreibung aus dem Abriss des Hauses eines Terroristen einem Bomben-Feldzug zu machen, aber Irlands RTE schafft es Bilder von F-16 statt von Bulldozern herbeizuzaubern:

Israels Armee bombardiert Häuser von Verdächtigen der Westbank-Entführung

Palästinensischer Politiker macht Israel für die Morde verantwortlich

Dr. Mustafa Barghouti beweist, dass die Palästinenser nicht in der Lage sind Verantwortung für irgendeinen Terrorakt zu übernehmen und macht auf BBC Newsnight Israel für den Tod der drei Teenager verantwortlich:

Zu allererst denke ich, dass der Hauptverantwortliche für den tragischen Tod, der geschah, Herr Netanyahu selbst ist. Er schickte diese Jungen als illegale Siedler in eine illegale Siedlung und er ist auch für den tragischen Tod von bisher mehr als zehn Palästinensern verantwortlich, die von seiner Armee getötet wurden, einschließlich dreier Kinder.

Für die New York Times sind es die Palästinenser, die leiden

25. Juni 2014

Simon Plosker, HonestReporting.com, 17. Juni 2014

Drei israelische Jungen wurden entführt und bis jetzt ist die New York Times mehr am palästinensischen „Leiden“ interessiert. Es ist erst einige Tage her, dass IDF eine große Aktion gestartet hat, um die drei entführten Jugendlichen Eyal Yifrach (19), Naftali Frenkel (16) und Gil-ad Shaar (16) zu finden. Urteilt man nach Jodi Rudorens Bericht in der New York Times, könnte man glauben, Hebron sei seit Monaten oder gar Jahren „belagert“.

Wir hören, dass die Brüder Jaber „besorgt sind, dass die Hochzeit der 17jährigen Tochter Kayeds am Montag ruiniert werden könnte“.

Es wird uns erzählt, dass die örtliche Radiostation „kriegerische Hymnen abspielt, die unterbrochen werden von den Verlautbarungen über die Anzahl der Panzer, die in das Viertel eindringen“ und wie man entlang „der Hauptstraße Süßwarenläden, den Handyständen, Autohäusern und Boutiquen hinter heruntergelassenen Rolltoren und Holzläden müßig herum sitzt.“

Hebrons Bürgermeister wird mit den Worten über das Elend der palästinensischen Menschen zitiert, die alle „in einem großen Gefängnis“ sitzen.

Die einzige israelische Reaktion sind die Verweise eines Soldaten auf Spürhunde und der eines anderen Soldaten, der einen Reporter auffordert „Geh weg!“ Nirgendwo wird darauf hingewiesen, dass die Militäroperation der Israelis sofort enden könnte, wenn und wann die drei Jugendlichen befreit werden. Die israelische Aktion wird als Strafe dargestellt, einzig und allein dazu da, die Palästinenser leiden zu lassen. Und als Sahnehäubchen wird ein Palästinenser zitiert, der meint, die Entführung habe niemals stattgefunden.

Viele hier und überall in den palästinensischen Gebieten, fragen sich, ob die Entführung überhaupt stattgefunden hat. Die Anführer verweisen in einigen offiziellen Verlautbarungen auf die „angebliche Entführung“ und die Netzwerke sind voll mit Verschwörungstheorien darüber, wie die jüdischen Siedler das Geschehen inszenierten oder die israelische Regierung das Ganze als Vorwand benutzt, um die Hamas aus der Westbank zu werfen und die derzeitige Versöhnung zwischen Hamas und der Palästinensischen Befreiungsorganisation zu hintertreiben.
Ahmad Abu Eisheh (27) stellte dazu fest, dass bis jetzt noch kein glaubwürdiges Bekennerschreiben aufgetaucht sei. „Die Hamas bekennt sich zu Entführungen“, sagt Abu Eisheh, der für eine Reinigungsfirma arbeitet. „Ganz sicher ist das ein Film. Sie wollen die Versöhnung zerstören.“

Wenn die New York Times die Unannehmlichkeiten für die Palästinenser wegen der Anstrengungen der Israelis ihre Jungen wieder zu finden als Äquivalent eines terroristischen Akts ansieht, der zu dieser Situation geführt hat, dann ist ganz klar etwas schief gegangen. Der Artikel zeigt einen ernsten Mangel an Ausgewogenheit.

UPDATE: Ein Leser erhielt das folgende Schreiben von Jodi Rudoren:

Wir haben uns entschieden einen Doppelartikel zu bringen statt zwei grundverschiedene Sachen gemeinsam. Das erschien uns respektvoller und eine Möglichkeit jeder mehr Raum zu geben. Einen journalistische Entscheidung, die auf Ausgewogenheit und Vollständigkeit zielte.

Wir sind uns bewusst, dass die Doppelartikel auf derselben Seite der Druckausgabe der New York Times erschienen. Diese Rechtfertigung gilt aber schlicht nicht für die Online-Ausgabe. Nirgendwo innerhalb des Artikels von Jodi Rudoren gibt es einen direkten Lnik zum anderen Text. Einfach ausgedrückt: Rudorens Artikel im Internet sollte als Einzelstück behandelt werden und nicht als Teil eines Pakets.

Sky News: Alles begann, als Israel anfing nach seinen Jungs zu suchen

24. Juni 2014

Simon Plosker, HonestReporting.com, 16. Juni 2014

Der wahrscheinlich zynischste und absolut hässlichste Bericht über die Entführung der drei israelischen Jugendlichen kam von Sky News. Zuerst die Schlagzeile.

Israelische Festnahmen riskieren das Entzünden eines neuen Konflikts

Nach dieser Logik, ist nicht die Entführung von Eyal Yiftach, Gil-ad Shaar und Naftali Frenkel der Funke, der diese Krise entzündet hat, sondern Israels Antwort. Es begann damit, dass Israel damit anfing nach seinen Jungs zu suchen.

Aber das ist erst der Anfang. Im Rest des Artikels beschuldigt Tom Rayner zynisch die Regierung Benjamin Netanyahus die Entführung für eine Politik der Beendigung der Beziehungen mit der Hamas und der Palästinensischen Autonomiebehörde zu nutzen. Natürlich kann die Entführung nicht von der Gesamtpolitischen Lage getrennt werden. Rayner scheint aber die Natur der Hamas beschönigen zu wollen.

Mit der Ausschaltung der Hamas-Führer durch Festnahmen in der Westbank und Luftangriffe auf den Gazastreifen verfolgten sie (die IDF) zwei Ziele.

Das erste ist, alle Handlungsmöglichkeiten der Organisation zu zerstören und durch eine Kriminalisierung ihrer Mitglieder in der Haft ihren „terroristischen“ Charakter zu betonen.

Die Luftangriffe auf den Gazastreifen, die in den letzten Tagen stattgefunden haben, sind die direkte Antwort auf die auf zivile Ziele gerichteten palästinensischen Raketen. Und anstatt die „Hamas Anführer auszulöschen“ haben diese Luftschläge die terroristische Infrastruktur zum Ziel gehabt, weniger die terroristischen Individuen der Hamas oder irgendeiner anderen Terrororganisation.

Und was die „de facto Kriminalisierung“ der gefangenen Hamas Mitglieder angeht: Welche weiteren Beweise braucht Rayner noch für die Kriminalität der Hamas oder ihren „terroristischen“ Charakter? Sind Selbstmordanschläge, Raketen und Schießattacken, abgesehen von Entführungen, nicht genug?

Darüber hinaus, so Rayner:

„Die Hamas für ein Verbrechen zahlen zu lassen, dessen sie beschuldigt wird, mag im israelischen Verständnis Sinn machen, aber das Militär auf eine politische Organisation loszulassen, hat unvermeidlicherweise Auswirkungen auf das Leben der Zivilisten, die mit ihnen und um sie herum leben.“

Das Militär auf eine politische Organisation loslassen? Mit dieser Beschreibung will uns Rayner glauben machen, dass Israel die friedlichen Mitglieder einer Menschenrechtsorganisation zur Zielscheibe macht, statt eine Terrororganisation. Möglicherweise tragen die Gefangengenommenen keine Waffen und bauen auch keine Bomben, aber das heißt nicht, dass die Hamas-Apparatschiks völlig unschuldige Zuschauer sind.

Von den Interviews mit Palästinensern, die ihre Unschuld beteuern, über die „illegale Siedlung Kiryat Arba“ ohne jegliche qualifizierte Erklärung bis hin zu dem begleitenden Video (die zweite Videobox auf der rechten Seite der Sky News-Seite) machen klar, wo Rayners Sympathien liegen.

Tatsächlich hat Rayner in seinem gesamten Artikel das wichtigste Detail der Krise vergessen – drei israelische Jungs wurden entführt und die IDF tut alles in ihrer Macht stehende, um sie wieder nach Hause zu bringen.

Drei Jugendliche wurden entführt, offizielle Medienberichte: „verschwinden“

23. Juni 2014

Simon Plosker, HonestReporting.com, 16. Juni 2014 (übersetzt von Cora)

Einige weitere mangelhafte Berichte über die Entführung der drei israelischen Jugendlichen.

Dies hier kommt von den kanadischen CTV News:

oberes Bild: Israelis verhaften Hamas Vertreter als Teil der Suche nach den drei verloren gegangenen Jugendlichen. unteres Bild: Palästinenser besichtigen den Schutthaufen eines Hauses in Gaza Stadt, welches von einer israelischen Rakete am frühen Morgen des 16.6. getroffen wurde.

Anscheinend sind die Jugendlichen, wie die Schlagzeile sagt, einfach vermisst, als ob sie auf dem Weg nach Hause schlicht falsch abgebogen wären. Und was das Begleitfoto angeht: Wie passt das Bild eines israelischen Luftschlags als Antwort auf Raketen aus Gaza zu der Geschichte über eine Entführung?

******

Wie wäre es mit ein wenig chronologischer Umkehrung, freundlicherweise zur Verfügung gestellt von NBC News:

Israel beschuldigte am Sonntag die Hamas der Entführung dreier israelischer Jugendlicher in der Westbank, Stunden nachdem die Sicherheitskräfte Dutzende Palästinenser bei einer hochgefahrenen militärischen Anstrengung zur Suche nach den Jungen verhaftete.

Was war zuerst? Die Entführung oder die israelische Reaktion? Da sollte jemand bei NBC News schnell dran arbeiten.

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Die Daily Mail hatte vermutlich die richtige Idee als sie auf ihrer Homepage hervorheben wollten, dass die Gewalt weltweit von islamistischen Terroristen begangen wird. Aber etwas ging bei der Durchführung gründlich schief.

Die Leichen häufen sich: Von Kenia bis zum Irak zeigen schockierende Bilder, wie eine Welle islamistischer Gemetzel ein neues Zeitalter barbarischen Terrors überall in der Welt signalisiert hat.

Der Artikel selbst macht zwar klar, dass Hamas-Terroristen für die Entführung der israelischen Jugendlichen verantwortlich sind, doch ist das Bild einer weinenden Araberin in der Box mit dem Etikett „Palästina“ sicher nicht der passendste Weg das zu unterstreichen und unterstellt sogar, dass die Israelis diejenigen sind, die die Blutbäder anrichten.

Ein zweifacher herber Medienschlag für die BDS

22. Juni 2014

Simon Plosker, HonestReporting.com, 10. Juni 2014

Nach dem erfolgreichen Rolling Stones Konzert in Tel Aviv war es nicht gerade eine tolle Woche für die BDS-Bewegung. Und jetzt wird es noch schlimmer, nachdem gleichzeitig in der New York Times und dem Daily Telegraph kritische Äußerungen gegen den BDS erschienen.

In der New York Times nennt Roger Cohen jene beim Namen, die gegen den Auftritt der Rolling Stones in Tel Aviv waren:

Roger Waters und Nick Mason, Gründungsmitglieder von Pink Floyd, waren lautstark dabei die Israelis der „Apartheid“ zu bezichtigen, als sie versuchten Mick Jagger, Keith Richards und die anderen davon abzuhalten, ihr Konzert am 4. Juni zu geben. „Jetzt in Israel zu spielen, ist das moralische Äquivalent zu einem Auftritt in Sun City während des Höhepunkts der Apartheid in Süd-Afrika“, schrieben sie.

Waters nennt Israel ein „rassistisches Apartheidssystem“ und hat mehr als einmal die Situation der Palästinenser mit der der Juden in Nazi-Deutschland gleichgesetzt. „Das ist kein neues Szenario“, teilte er dem Magazin Counterpunch im letzten Jahr mit und spielte auf das Berlin nach 1933 an, „mit dem Unterschied, dass diesmal das palästinensische Volk ermordet wird.“

Jagger hatte Recht in Tel Aviv aufzutreten und sei es nur als machtvoller Protest gegen die Vorwürfe der europäischen Gutmenschen. Juden erlitten eine systematische, industrialisierte Vernichtung durch die Nazis in jener Zeit, auf die Waters anspielt. Dazu gibt es in Israel keinerlei Parallele. Punkt!

Zu suggerieren, dass es sie gibt, ist wesentlich mehr als intellektuelle Schlampigkeit. Es ist eine Form moralischen Rufmords.

Derweil hebt Jake Wallis Simpson im Daily Telegraph Gegnerschaft zur BDS-Bewegung durch die palästinensische Führung hervor:

So stellt sich heraus, dass die Palästinenserführung die BDS-Aktivisten als wenig mehr denn peinliche Unruhestifter sieht, die sie am liebsten unterdrücken würde.

Omar Barghouti, eine der Führungsfiguren der BDS-Bewegung, antwortet darauf gereizt mit einem ulkigen Statement: „Wenn die vier Männer vor Gericht gestellt werden“, sagt er, „ dann sollten wir die palästinensische Autonomiebehörde dafür verfolgen, dass sie die israelische Besetzung unterstützt.“

In Wahrheit ist schon lange klar, dass viele palästinensische Offizielle nicht mehr daran glauben, dass die BDS-Bewegung den Interessen des palästinensischen Volkes dient.

Ganz offensichtlich wurde dies während des Begräbnisses von Nelson Mandela. Mahmoud Abbas, der palästinensische Präsident sagte gegenüber Reportern: „Nein, wir unterstützen den Boykott Israels nicht.“

Majdi Khaldi, einer der ältesten Ratgeber, wurde noch deutlicher: „Wir sind Israels Nachbarn, wir haben Abkommen mit Israel, wir nehmen Israel wahr und wir bitten niemanden darum, israelische Produkte zu boykottieren.“ (Obwohl die PA durchaus den Boykott von Produkten aus den „Siedlungen“ unterstützt)

Mehr von Jake Wallis Simpson hier und von Roger Cohen hier.

Verständnis für den BDS-Teufel

21. Juni 2014

Simon Plosker, HonestReporting.com, 5. Juni 2014 (übersetzt von Cora)

Kein Zweifel, das Rolling Stones Konzert gestern Abend [Mittwoch 4.06.2014] war historisch. (Der Autor war einer der etwa 50.000 Fans, die sich an einer phantastischen Schow erfreuten.) Aber umstritten? Nur in den Augen der Unterstützer der „Boykott, De-Investition und Sanktionen“-Kampagne, welche, ganz im bekannten Stil, erfolglos versucht hatte, die Stones derart einzuschüchtern, dass sie ihren Auftritt in Israel absagen. Tatsächlich ist ihre Versagensrate, bewiesen durch die Anzahl hochrangiger Perfomer in Israel in diesem Sommer, das einzige, mit dem der BDS in den Medien erscheint.

Warum gab dann Sky-News der BDS unberechtigterweise Publicity? In ihrem Bericht „Rolling Stones geben umstrittenes Israel-Konzert“ geht es weniger um das erfolgreiche Konzert, als vielmehr darum der BDS Bewegung neues Leben einzuhauchen.

Die Gruppe kam unter Druck von Pro-palästinensischen Aktivisten sowie anderen Rockstars, den Auftritt als einen Teil des Boykotts gegen Israel wegen angeblicher Menschenrechtsverletzungen abzusagen.

Das palästinensische „Boykott, De-Investitionen und Sanktionen“-Komitee drängte die Stones auf das Konzert zu verzichten mit der Anmerkung, sie seien einst lautstarke Gegner der Rassentrennung in Süd-Afrika gewesen, die der Apartheid der israelischen Politik gegenüber der Palästinenser gleiche.

„Palästinensische Organisationen drängen die Rolling Stones vom Auftritt im Apartheidstaat Israel abzusehen und die israelischen Verletzungen des internationalen Rechts und der Menschenrechte gegenüber dem palästinensischen Volk nicht zu übersehen“, sagte BDS, als das Konzert im März angekündigt wurde.

Anstatt Mick Jagger und die Band zu Wort kommen zu lassen, wurden wir mit Begriffen wie „Boykott“, „Menschenrechtsverletzungen“, „Rassentrennung“, „Arpartheid“ und „Verletzungen des internationalen Rechts und Menschenrechte gegen die Palästinenser“ versorgt. Und das ungeachtet der Tatsache, dass das Stones–Konzert ein weiteres Beispiel für das absolute Versagen der BDS ist, fährt Sky-News fort:

„Eine immer größer werdende Anzahl von Regierungen und internationalen Firmen sagten, sie wären nicht mehr dazu bereit mit israelischen Firmen zusammenzuarbeiten, wenn diese Verbindungen zu den jüdischen Siedlungen unterhielten; ein Höhepunkt des langwierigen Erfolges der von den Palästinensern geführten Boykott-Kampagne.“

So viel zu einer „von Palästinenser geführten Boykott–Kampagne“ – selbst die Autonomie Behörde betrachtet diese als marginale Unruhestifter! Der einzige „schleichende Erfolg“ für die BDS ist in diesem Fall, dass Sky-News unnötigerweise eine Debatte losgetreten hat, wo es keine gab und einer Kampagne eine mediale Aufmerksamkeit verschafft hat, die, wie die Rolling Stones gezeigt haben, gescheitert ist.

Ein unkonventioneller Blick auf das europäische Vorurteil gegen Israel

16. Juni 2014

HonestReporting.com, Gastkommentar vom 17.04.14 (Übersetzung: Cora)

Dieser Gastbeitrag wurde von Timon Dias geschrieben, der bald den Master in Psychologie der Universität Leiden/Niederlande erhalten wird. Er hat großes Interesse an der Politik im Nahen Osten und der islamischen Religion. Als niederländischer Kolumnist hat er schon viele Artikel über die psychologischen Auswirkungen des Sozialismus auf die Menschen und die Gesellschaft, die problematischen Aspekte der Integration von Muslimen in die westliche Gesellschaft und über die Politik im Nahen Osten und Israel in De Volkskrant, De Dagelijkse Standard und auch beim Gatestone Institute veröffentlicht.

Das zweierlei Maß der europäischen Politik gegenüber Israel ist ausgiebig dokumentiert worden. Die möglichen Gründe für dieses Phänomen sind ebenso breit diskutiert worden. Einige Faktoren und Theorien, einschließlich jener, in denen die individuelle Psyche im Mittelpunkt steht, sind dagegen selten, aber meiner unmaßgeblichen Meinung nach, wert durchdacht zu werden.

Wie es scheint, ist vor allem die europäische Haltung zutiefst rassistisch …. gegenüber den arabischen Muslimen. Während Israel auf das Genaueste auf den allerkleinsten Fehler hin geprüft wird, wird der offensichtlichen Unterdrückung und Tyrannei in den arabisch-muslimischen Staaten mit einer Gleichgültigkeit begegnet, als sei dies ein vorhersehbarer und tolerabler Status Quo. Heißt das, dass die Europäer (unbewusst) nicht daran glauben, die arabischen Muslime seien zu einer zivilisierten Regierung und Gesellschaft fähig und sehen sie daher keinen Grund, sich darüber aufzuregen? Natürlich würden sie einen solchen Gedankengang niemals zugeben, doch die Wildheit der Kritik an Israel verbunden mit der apathischen Gleichgültigkeit gegenüber arabisch-muslimischer Übeltaten lassen ein Körnchen Wahrheit vermuten.

Europas Verachtung oder auch offener Hass gegenüber Israel hat einen einzigartigen Charakter, der nicht auftritt, wenn die tatsächlichen Feinde Europas beurteilt werden. Vergleichen Sie einfach die Leidenschaft und Emotionen, die von den unterschiedlichsten Politikern zum Ausdruck kommen, wenn sie über den Iran oder Nord-Korea sprechen, mit denen, wenn es um die sogenannten israelisch „besetzten“ Gebiete geht oder die Lebensumstände der palästinensischen „Flüchtlinge“. Sogar gegenüber den Russen, die offensichtlich die europäischen Interessen unterminieren, wirken Europas Verurteilungen teilnahmslos, ja voller Defätismus. Es ist, als würden sie sagen: „Wir müssen euch verurteilen, dafür werden wir schließlich bezahlt; aber wir wissen, dass ihr ohnehin gewonnen habt.“

Wenn es aber irgendwie um Israel geht, kann man tatsächlich Wut und eine feindselige Körpersprache feststellen, während es, wenn es um den Iran oder andere Gefahren geht, eine Gemütsruhe vorherrscht, der sich die Europäer auch noch selbstgerecht brüsten.

In diesem Kontext kann das Tiefengefühl wie folgt beschrieben werden: „Es hat mit der Antwort des Körpers zu tun, die dem Intellekt entgegensteht, ähnlich dem Unterschied zwischen Fühlen und Denken.“ Die europäischen Kritiker Israels scheinen, wenn man sie während der Äußerung beobachtet, tatsächlich mehr zu fühlen als zu denken.

In der Psychologie ereignen sich Reaktionen aus dem Bauch heraus vor allem dann, wenn jemand eine privilegierte Position gegenüber einer anderen, wichtigen Position in Gefahr sieht. Diese tiefen und starken Emotionen werden durch die evolutionäre Psychologie erklärt: Der Verlust einer privilegierten Position bei den Eltern kann den Verlust von Essen und Schutz zur Folge haben, was mit dem Tod endet; wohingegen der Verlust einer besonderen Stellung gegenüber einem Partner mit dem Ausbleiben von Nachkommen einhergehen kann – eine Notwendigkeit die tief in unserer DNA verankert ist. Könnten diese speziellen Fälle etwas mit der übermäßigen Kritik der Europäer an Israel zu tun haben? Nicht wirklich, aber sie sind geeignet um darzustellen, wie anscheinend harmlose Situationen ein tiefsitzendes Gefühl auslösen können, wenn diese Situation indirekt oder unbewusst mit einer tödlichen oder existentiellen Gefahr in Verbindung gebracht wird. Könnte also die übermäßige europäische Kritik an Israel daher kommen, dass sie tatsächlich, allerdings unbewusst, glauben eine tödliche Gefahr abzuwehren? Indirekt könnte die Antwort „Ja“ lauten. Haben Sie Nachsicht mit mir.

Wie Freud es als erster richtig dargestellte, hat jeder Mann oder Frau animalistische, aggressive und sexuelle Triebe. Durch unser Bewusstsein und Kultur werden wir gezwungen, uns auf eine Art auszudrücken, die weder uns, noch unsere Familie oder Interessen schädigen. Bleiben wir hierzu bei den aggressiven Trieben. Die Europäer sehen sich gerne als den Höhepunkt der zivilisierten Menschheit, die die menschlichen Phasen der Aggression und Gier nach Macht unwiderruflich überwunden haben. Aber natürlich lässt sich die menschliche genetische Blaupause nicht durch die knapp 60 Jahre der europäischen „Hochkultur“ überschreiben. Ein europäischer Politiker hat, wie jedes menschliche Wesen, aggressive Triebe und sucht nach Möglichkeiten, diese auszuleben.

Natürlich kann es passieren, wenn jemand auf der Arbeit aggressive Triebe empfindet, er oder sie dann diese Triebe an einen sicheren Ort verlagert, normalerweise in private Beziehungen. In der Politik dagegen ist die Projektion von Macht der Kern des ganzen Geschäfts. Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass ein Politiker, der aggressive Triebe verspürt, während er Politik betreibt, bei der Verlagerung dieses Bedürfnisses in der Arena seines Berufs verbleibt, ihn aber auf ein sichereres politisches Ziel richten wird.

Welches bessere Ziel gibt es bei der Suche danach seine Trieben freie Hand zu geben, als den jüdischen Staat Israel? Es gibt keins, denn es ist so verdammt sicher! Egal wie stark die Aggressionen gegenüber Israel ausfallen: Es ist höchst unwahrscheinlich, dass es ihm, seiner Familie oder seinen Interessen Schaden zufügt. Ist die irrationale Wut auf Israel also ein Werk der menschlichen Psyche, um sicher zu bleiben?

Ein Beispiel: Ein dienstbarer europäischer Politiker, der sein Interesse derzeit auf subversive Elemente in der Gemeinschaft der europäischen Muslime richten sollte, kann wahrscheinlich nicht gegen diese wettern ohne als Rassist gebrandmarkt zu werden; er würde ein oder zwei Fatwas gegen sich geschleudert bekommen und wahrscheinlich 24 Stunden, 7 Tage die Woche bewaffneten staatlichen Schutz benötigen.

Europäische Politiker, die ja auch nur Menschen sind, werden aggressive Triebe haben, die sie auf einem sicheren Weg auszuleben versuchen. Israel ist das sicherste Ziel. Die Übertreibungen in ihrer Kritik könnte daher kommen, dass sie, wenn ihre Äußerung gegen Israel nicht ausreichen, sie ihre Triebe auf ein anderes Ziel richten müssten, z.B. eben auf die subversiven islamischen Elemente in Europa oder gegen die Russen. Wenn sie das machten, setzten sie sich dem Zorn der Muslime oder der Wut der Linken oder dem weit reichenden Arm Moskaus aus – was alles eine potenziell tödliche oder zumindest existentielle Bedrohung mit sich brächte.

Eifersucht und Missgunst könnten ebenfalls zu den vernunftwidrigen Schmähungen Israels durch Europa beitragen. Ich meine damit nicht nur die Eifersucht auf die israelischen Erfolge in jedem wissenschaftlichen Gebiet, sonder auf das Ausmaß an Zivilisiertheit, die das jüdische Volk anscheinend allgemein an den Tag legt. Während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sind Länder wie Spanien, Italien und Deutschland selbstgemachten Tyranneien anheimgefallen, um dann den gesamten Kontinent in den folgenden Jahren mit sich in den Abgrund zu ziehen. Und dann gibt es da die Juden. Eine verfolgte Minderheit, die gerade dem Mord an 6 Millionen Ihresgleichen entkommen sind, denen zum ersten Mal seit biblischen Zeiten ein Staat gegeben wurde, der vom ersten Tag an zahlenmäßig und waffentechnisch unterlegen, sich arabischen Vernichtungskriegen gegenüber sah. Was dann passierte – oder besser: nicht passierte – ist etwas, das selten als Verdienst, sondern meist als selbstverständlich hingenommen wird. Israel, ein Staat traumatisierter Menschen unter existentieller Bedrohung, blieb eine Demokratie. Es entwickelt sich nicht zurück zu einer Militärdiktatur, was nur zu verständlich gewesen wäre, bedenkt man die Lage, in der das Land war. Diese Offensichtlichkeit von Anstand ist etwas, das die europäische Geschichte derart in Verlegenheit bringt und zeigt, dass das jüdische Volk irgendwie, auch unter den schrecklichsten Umständen, eine „Hochkultur“ hat, von der Europa nur träumen kann.

Ein weiterer Faktor der modernen Zeit ist, dass die EU nur zu einem einzigen Zweck gegründet wurde: Um das europäische Konzept der Nationalstaaten abzuschaffen. Sie sah einen utopischen, irgendwie monokulturellen und grenzenlosen Kontinent vor. Behält man das im Kopf, dann ist verständlich, dass die von der EU geprägten Europäer schaudern, wenn sie auf Israel schauen; mit seinem Nationalstolz, seiner Unverwechselbarkeiten, tief verwurzelt in seinen kulturellen und religiösen Gebräuchen und als stärkste Militärmacht in der Region ist der jüdische Staat die Verkörperung eines Nationalstaates. Und nicht nur das, sondern trotz allem gedeiht dieser Nationalstaat und ist damit das Hauptargument gegen alle Anti-Nationalstaatsdoktrinen der Europaföderalisten.

Aber es ist auch wichtig, die europäische Kultur als Ganzes zu betrachten. Die Europäer entwickelten sich zu Menschen, die Freund von Feind nicht mehr unterscheiden können, eine erfolgreiche Kultur nicht mehr von einer erfolglosen Kultur, aufbauend nicht mehr von zerstörerisch und Fortschritt nicht mehr von Rückschritt. Europäer sind die Menschen, die genau die falschen Schlüsse aus dem Zweiten Weltkrieg zogen: Sie betrachten Nationalismus als die frevelhafte Ursache dieses Konflikts, dabei war es der Kollektivismus, der uns in die Dunkelheit zog. Europäer sind die Leute, die eine außergewöhnliche Verachtung jener Männer und Frauen entwickelten, die sie vor dem italienischen Faschismus, dem deutschen Nationalsozialismus, dem japanischen Kaiserreich und der Sowjetunion gerettet haben und die bis jetzt ihre einzigen Beschützer sind – die Amerikaner – und sie verschmähen das einzige ökonomische Konstrukt, welches sie mit der größten Zunahme an Wohlstand gesegnet hat – den freien Markt.

Das philosophische Fundament des Relativismus und die Sehnsucht nach einer „Hochkultur“, welche weit über dem Materialismus und dem Wunsch nach Gewinn steht, die heute in Europa die Oberhand haben, hatte immer ein Problem mit dem Bürgertum. Die aufgeklärte kaufmännische Mittelschicht, deren Kernwerte harte Arbeit und Verantwortung waren, wurde schon immer von den Philosophen verachtet und dies legte den Grundstein für die heutige Kultur Europas.

Welche Menschen werden in der europäischen Kultur am ehesten mit Geld, Handel und der Suche nach Gewinn in Verbindung gebracht? Es sind nicht die Sri Lanker, das ist klar. Diese Ehre gehört natürlich den Juden.

Wie Thomas Friedman einst schrieb: „Israel zu kritisieren ist nicht antisemitisch, das zu behaupten ist scheußlich. Aber einzig und alleine Israel der Schande und internationalen Sanktionen ohne jede Relation zu den anderen Gruppen des Nahen Ostens auszusetzen, das ist Antisemitismus. Das nicht auszusprechen ist unehrlich.“ Der europäische Antisemitismus ist ein Jahrhunderte altes Phänomen. Die Jahrhunderte alte theologische Version der Katholiken, die rassistische Form der Nationalsozialisten und die post-moderne, antimaterialistische Version hinterlassen allesamt immer noch ihre Spuren in der gemeinsamen Kultur Europas.

Es ist ein trauriger Gedanke, aber vielleicht war es naiv zu glauben, dass nach all den Jahrhunderten der europäische Antisemitismus endlich ganz und gar verschwinden würde, nur weil 6 Millionen Juden in die Gaskammern und Erschießungsgruben geschickt wurden. So funktioniert die menschliche Psyche halt nicht, auch wenn wir uns wünschten, sie funktioniere so, weil es sich so verflixt logisch anfühlt.

Wenn jemand die Twin Towers und wofür sie stehen hasst und einer von ihnen würde einstürzen, würde er dann aufhören den übrig gebliebenen zu hassen?

BDS und der Mythos des wirtschaftlichen Druckes

14. Juni 2014

Alex Margolin, HonestReporting.com, 2. Juni 2014 (übersetzt von Cora und heplev)

„Die BDS behauptet, sie wolle nur, was gut für die Palästinenser ist, egal wie vielen von ihnen sie dafür Schaden zufügen muss.“ Stu Bykofsky, Kolumnist der Philadelphia Daily News, 26. Jan. 2014

Die BDS-Bewegung basiert auf einem einzigen Übermythos: dass wirtschaftlicher und politischer Druck die Apartheid in Süd Afrika zu Fall gebracht habe und dass damit auch Israel zu Fall gebracht werden kann. Und wenn das Südafrika zu Fall bringen konnte, dann kann es auch Israel zu Fall bringen.

Das ist jedoch ein Mythos, denn es ist schlicht nicht wahr.

Nach von Ivo Welch durchgeführten Untersuchungen hatten Boykotte, De-Investition und Sanktionen praktisch keinerlei Einfluss auf Süd Afrika. „Persönliche De-Investitionen, ob als wirtschaftlicher Druck oder rein symbolisch, hatten niemals damit Erfolg die Haltung von Wirtschaftsunternehmen oder Regierungen zu ändern“ schrieb er in der New York Times.

Mit dem Verweis auf eine Initiative der Stanford University, die versuchte die US-Regierung zu zwingen ihre Investitionen in Firmen zu beenden, die Kohle abbauen, zeigt Welch auf, dass das Modell Süd-Afrika nicht als Beispiel für Erfolg herhalten kann.

Hat wirklich kein einziger Boykott es geschafft, Süd-Afrika dazu zu bringen in den 1980-er Jahren die Apartheid zu beenden?

Unglücklicherweise nicht. In meinen wissenschaftlichen Studien haben meine Co-Autoren und ich herausgefunden, dass die Ankündigung von De-Investitionen in Süd-Afrika, nicht nur durch Universitäten, sondern auch durch staatliche Fonds, keinerlei erkennbaren Effekt auf die Bewertung durch die davon betroffenen Unternehmen hatten, hatte – weder kurz- noch langfristig.

Und es gab keinerlei sichtbaren Effekt auf die Zusammensetzung der Aktionäre        zwischen institutionellen und nicht institutionellen Investoren. Wir suchten gründlich nach Beweisen für eine Wirkung von Sanktionen und Boykotten auf den Wert der südafrikanischen Währung, der Börsenkurse und der Wirtschaft: Nichts!

Mit anderen Worten; der einzige Effekt der BDS-Kampagne findet sich im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit. Und das ist der Grund dafür, dass BDS Aktivisten versuchen eine De-Investitionsmaßnahme nach der anderen gegen Israel durchzudrücken, auch nach einer langen Reihe von Misserfolgen. Jede Kampagne ist eine neue Chance, ihre Antiisrael-Geschichten weiter zu verbreiten und immer mehr Menschen mit ihrer giftigen Botschaft zu infizieren.

Welch vermerkte, dass die Ächtung, die Südafrika durchmachte, Südafrikas Präsidenten F. W. de Klerk mehr beeinflusste als der wirtschaftliche Druck.

Natürlich ist nicht alles Ökonomie. Die Moral ist wichtig. Hätte ich Investitionen aus Südafrika abgezogen? Ja, aber ich hätte keine Illusionen gehabt, dass das einen Unterschied gemacht hätte.

Moral ist wichtig und genau das ist der Grund, dass die BDS-Bewegung weiter scheitert. Israel ist nicht das Apartheid-Südafrika, egal was BDS-Unterstützer die Leute glauben machen wollen. Und die Ziele der BDS-Bewegung sind nicht ansatzweise so nobel wie die Ziele derer, die echte statt eingebildeter Apartheid bekämpfen.

Mitchell Bard stellte in der Bewertung des Zustands der BDS-Bewegung fest, dass das moralische Element massiv fehlt:

Ihre Argumente finden keinen Nachhall, besonders wenn sie als Israel-Leugner ohne Interesse am Wohlergehen der Palästinenser, an Frieden oder Menschenrechten außerhalb der Westbank entlarvt werden. Ihr Ziel ist schlicht Beseitigung Israels.

Das erklärt auch, warum die Strategie von Kooperation und Dialog für die BDS derart anstößig ist. Sie könnte die Lage verbessern, wird aber nicht das Ende Israels herbeiführen.

„Militante“ Juden tanzen und beten

10. Juni 2014

Simon Plosker, HonestReporting.com, 10. Juni 2014

Wenn es je ein Beispiel dafür gab, wie das Wort „militant“ in den Medien zu einem bedeutungslosen Sammelbegriff geworden ist, dann in dieser Story der AFP:

Mehrere Dutzend radikale Juden versammelten sich am Montag an einem als Cenacle bekannten Ort in Jerusalem, um gegen christliche Pilger zu protestieren, die dort anlässlich Pfingsten beteten, sagte ein Sprecher der Polizei…

Ein AFP-Fotograf sagte, christliche Pilger und Touristen wurden von der Polizei in einem Teil der Kirche festgehalten, während militante Juden tanzten und beteten.

Stellen wir mal klar: Wenn Palästinenser Terroranschläge verüben, dann werden sie von AFP und den meisten anderen Medien als „Militant“ beschrieben. Wenn Juden tanzen und beten, dann sind sie ebenfalls „Militante“.

Damit stimmt doch irgendetwas ernsthaft nicht, oder?

Erfolg: Daily Mail korrigiert Westmauer-Fehler

29. Mai 2014

Simon Plosker, HonestReporting.com, 29. Mai 2014

Die Berichterstattung der Daily Mail zum Papstbesuch in Israel enthielt eine Reihe von Bezugnahmen zur Westmauer in Jerusalem.

  • Papst Franziskus setzte heute seine diplomatische Initiative zur Wiederbelebung des festgefahrenen Nahost-Friedensprozesses mit einer enorm symbolischen Geste neben dem heiligsten Ort des Judentums fort.
  • Papst Franziskus hinterließ in gemäß jüdischer Tradition eine Notiz in einer Spalte der Westmauer, um für Frieden und Verständnis zwischen den drei Religionen zu bitten. Er beugte feierlich sein Haupt an der Stätte, die als heiligster Ort des Judentums gilt.
  • Papst Franziskus besuchte auch die Westmauer, die der heiligste Ort der jüdischen Welt ist.

Das ist jedoch nicht korrekt. In der Tat ist der Tempelberg der heiligste Ort des Judentums. Die Fehlvorstellung der Heiligkeit der Westmauer bestätigt die muslimisch/arabischen Ansprüche auf die alleinige Zuständigkeit über den Tempelberg (das unterstützt, was Yassir Arafat und andere bestreiten: dass der Tempel dort überhaupt existierte) und impliziert eine „extremistische“ Wesensart jüdischen Eintretens für jüdische Interessen oder Rechte dort zu beten.

Je mehr die Medien die arabische und islamische Bindung zum Tempelberg konzedieren und die legitimen jüdischen Ansprüche schmälern, desto mehr trägt das zur Delegitimierung des Zionismus und der Gründung Israels bie.

Nach einer E-Mail an die Daily Mail wurden die folgenden Korrekturen am ersten und zweiten der oben angeführten Zitate vorgenommen:

  • Papst Franziskus setzte heute seine diplomatische Initiative zur Wiederbelebung des festgefahrenen Nahost-Friedensprozesses mit einer enorm symbolischen Geste neben einer der heiligsten Stätten des Judentums fort.
  • Papst Franziskus hinterließ in gemäß jüdischer Tradition eine Notiz in einer Spalte der Westmauer, um für Frieden und Verständnis zwischen den drei Religionen zu bitten. Er beugte feierlich sein Haupt an der Stätte, die wegen ihrer Nähe zum Tempelberg als einer der heiligsten Orte des Judentums gilt.

Der dritte Verweis muss noch korrigiert werden, am wahrscheinlichsten ist, dass sie übersehen wurde, worauf wir die Daily Mail aufmerksam gemacht haben. Wir warten auf eine weitere Änderung des Artikels. Im Übrigen oben wir die Daily Mail dafür, dass sie angemessen handelte und rufen unsere Leser auf, uns bei jedem ähnlichen Fehler zu warnen, den sie in anderen Medienorganen entdecken.

Punkt für die päpstliche palästinensische Propagandamaschine

26. Mai 2014

Pesach Benson, HonestReporting.com, 25. Mai 2014

Punkt für die palästinensische Propagandamaschine: Die Messes des Papstes auf dem Krippenplatz in Bethlehem wurde vor dem Hintergrund eines Wandbildes gehalten, das ein Jesus-Baby zeigt, das in das traditionelle Keffiyeh-Muster gewickelt ist. Das Bild ist vom Livestream der Jerusalem Post abfotografiert.

Wieder einmal behauptet die PLO, dass Jesus einer der ihren ist.

Papst Franziskus auf dem Krippenplatz in Bethlehem

Übrigens würde das den Behauptungen seiner Unheiligkeit Saeb Erekat widersprechen, dass die Palästinenser von den Kanaanitern abstammen.

Ich frage mich, ob Papst Franz die Luft reinigen wird…

The Independent: Zionismus „vertrieb die Palästinenser“

24. Mai 2014

Simon Plosker, HonestReporting.com, 21. Mai 2014

Der Independent schreibt:

Heute gifteten palästinensische Aktivisten wegen der Pläne des Papstes seinen ersten Besuch als Pontifex ans Grab Theodor Herzls zu machen, dem Gründer des Zionismus, der politischen Bewegung, die Israel gründete und die Palästinenser vertrieb.

Als politische Bewegung und Ideologie ging es dem Zionismus weder um die Vertreibung der Palästinenser noch war er dafür verantwortlich. Es scheint so, dass Independent-Reporter Ben Lynfield sich mit den Kommentaren des BDS-Aktiviten Omar Barghouti identifiziert, der in dem Artikel mit diesem Verweis auf den Zionsimus zitiert wird: Er ist

eine offenkundig rassistische Ideologie, die dazu gedient hat die ethnische Säuberung des größten Teils der eingeborenen Bevölkerung Palästinas zu ermöglichen und zu rechtfertigen.

Wenn Lynfield behauptet, dass die gesamten Daseinsgrund hinter Israels leitender zionistischer Ideologie darin bestand die Palästinenser aus dem Land zu entfernen, dann ist es fragwürdig, ob er in der Lage ist auf objektive Weise aus der Region zu berichten.

Es scheint so, als könne der Independent nicht zwischen Meinung und Nachrichten unterscheiden.

Das falsche Zitat Mick Jaggers verbreitet sich in den sozialen Medien

13. Mai 2014

Simon Plosker, HonestReporting.com, 12. Mai 2014 (übersetzt von Cora)

Als Besitzer eines Tickets für das Konzert der Rolling Stones nächsten Monat in Tel Aviv freue ich mich riesig, Mick Jagger und den Rest seiner legendären Rockband zuzusehen wie sie beides bekämpfen, ihr Alter und die BDS Kampagnen.

Da erstaunt es nicht, dass die Anwälte Israels das Konzert als eine monumentale Niederlage des BDS hinausposaunen, was dazu führte, dass folgendes Bild samt Aussage sich wie ein Buschfeuer in den sozialen Medien der pro-israelischen Gemeinde verbreitete.

„Wir wurden von der anti-israelischen Seite jede Menge beschimpft, beleidigt und zugetwittert; alles was ich dazu sagen kann:
Alles, was es wert ist getan zu werden, ist es wert, dass es übertrieben wird.
Deshalb haben wir uns entschlossen ein weiteres Konzert zu geben.“

Leider stimmt dieses Zitat nicht!

Obwohl es eigentlich ein bemerkenswert prophetischer Ulk-Artikel war, war dieses Zitat Teil einer Scherz-Geschichte aus „The Jewish Press“ für Purim 2013.

Israel ist ständig der Empfänger falscher oder zurechtgebogener Anti-Israel-Zitate die so ziemlich jedem zugeschrieben werden – von Nelson Mandela bis David Ben Gurion. Auch wenn die Verbreitung des falschen Mick Jagger Zitats in keinster Weise mit den böswilligen Absichten der Anti-Israel Aktivisten vergleichbar ist, ist es nichtsdestotrotz vernünftig, die Weiterverbreitung aufzuhalten.

Dieses Beispiel zeigt deutlich, wie leicht es ist, gefälschte Nachrichten online zu allgemein anerkannten Tatsachen zu machen.

Auch wenn Mick Jaggers Aussage nicht der Wahrheit entspricht, können wir uns doch auf echte Worte der Unterstützung freuen, wenn die Rolling Stones am 4. Juni in Israel aufschlagen werden.


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