Facebook sperrt Journalisten wegen seiner Postings über palästinensische Korruption aus

HonestReporting Media BackSpin, 15. Januar 2013

Khaled Abu Toameh (Abbildung rechts), ist ein international anerkannter Journalist. Oft referiert er für uns (HonestReporting). Gegenwärtig ist er wohl einer der mutigsten Journalisten, die aus den palästinensischen Gebieten berichten – über palästinensische Skandale, die andere nicht öffentlich machen wollen, weil sie entweder zu eingeschüchtert sind oder zu eng mit der PA und Hamas verbunden, um die Schlechtigkeit der palästinensischen Gesellschaft und ihrer Führung herauszustellen.

The Commentator berichtet:

Das soziale Netzwerk Facebook wurde heute beschuldigt, Kritik an der palästinensischen Autonomiebehörde zum Schweigen zu bringen, als es versuchte, den Account des arabisch-israelischen Autoren Khaled Abu Toameh abzuschalten.

Abu Toameh, Sohn eines arabischstämmigen Vaters und einer palästinensischen Mutter, ist ein ehemaliger hochrangiger Reporter der Jerusalem Post. Er berichtete, dass seit gestern seine Facebook-Seite deaktiviert worden war.

The Commentator erfuhr, dass Facebook nach Beschwerden seitens der palästinensischen Autonomiebehörde und jordanischer Sicherheitsbehörden über seine Artikel zu Korruption Schritte unternommen habe, seine Arbeit rigoros zu unterbinden.

In einem Gespräch mit uns heute Morgen erwähnte Abu Toameh, dass “alles, was ich kürzlich über Korruption geschrieben habe, auch auf Arabisch in der jordanischen Presse veröffentlicht worden war. Ich bin für Transparenz, gegen Korruption, und dennoch sperrten sie meinen Account, und sie lassen weiterhin zu, dass der Hamas-Führer einen Account hat. Im Gegensatz zu ihm spreche ich mich nicht für Terrorismus aus. Dies ist ein Versuch, mich zum Schweigen zu bringen. Das einem Journalist anzutun ist ziemlich schäbig.”

Gestern Abend schickte Facebook folgende Standard-E-Mail an Abu Toameh: “Sie stellten einen Post ein, der gegen unsere Nutzungsbedingungen verstieß, und dieser Beitrag wurde gelöscht. Neben anderem sind hasserfüllte Inhalte, bedrohende oder obszöne nicht zugelassenen, auch kein Inhalt, der Einzelne oder Gruppen angreift. Fortgesetzter Missbrauch von Facebook-Funktionen kann dazu führen, dass Ihr Account gelöscht wird.”

Dass Facebook nun Khaled rigoros zensiert und sein Konto heruntergefahren hat, stellt eine unerträgliche Beeinflussung der Meinungsfreiheit dar und überschreitet weit die eigenen Nutzungsbedingungen.

Mittlerweile wurde eine Petition gestartet (durch Dritte, nicht von HonestReporting), um Facebook zu einer Revidierung seiner Entscheidung zu bewegen und den Account von Khaled Abu Toameh wieder einzurichten.

Khaled* ist eine überaus mutige und oft einsame Stimme, die nicht zum Schweigen gebracht werden darf. Wir möchten Sie ganz herzlich bitten, die Petition zu unterzeichnen.

——
*Anmerkung von mir (bd):

Wer Khaled nicht unterstützt, verliert auch eine Stimme für den deutschsprachigen Raum, da viele seiner Texte ins Deutsche übersetzt werden und für die Unterstützer Israels hier u.a. für die Recherche unverzichtbar sind.

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3 Kommentare - “Facebook sperrt Journalisten wegen seiner Postings über palästinensische Korruption aus”

  1. esther Says:

    UPDATE: 17:48 – Facebook has been in contact with us this evening to tell us that Mr. Abu Toameh’s account will be restored, and that he should be able to log in in the morning. Facebook were likely first made aware of the incident from The Commentator’s reporting

    http://www.thecommentator.com/article/2452/facebook_censors_palestinian_writer_posting_anti_corruption_articles

    Es wäre auch absolut daneben gewesen, die Seite dieses Ausnahmejournalisten zu sperren.


  2. [...] Facebook ist Scheiße: Der Facebook-Account von Khaled Abu Toameh wurde von Zuckerberg „deaktiviert“. Er habe die Nutzerbedingungen verletzt und hasserfüllte, obszöne oder … Inhalte gepostet. Diese Inhalte waren Artikel über Korruption in der PA und Jordanien; sie waren in diesen Regionen auf Arabisch erschienen. Mit anderen Worten: Zuckerberg macht sich zum Handlanger der Terroristen und Diktaturen, beschneidet den freien Informationsfluss und die freie Meinungsäußerung. Die übrigens nicht gesperrt werden – der Hamas-Chef hat ein Facebook-Account und wird nicht zensiert. [...]


  3. [...] Facebook sperrt Journalisten wegen seiner Postings über palästinensische Korruption aus. [...]


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