Israel unter Feuer: Medien schweigen, bis Palästinenser sterben

Simon Plosker, HonestReporting.com, 11. November 2012

Im Verlauf der letzten 24 Stunden haben palästinensische Terroristen gut 70 Raketen und Mörsergranaten aus dem Gazastreifen nach Israel geschossen, drei Israelis verletzt, Schaden an Gebäuden verursacht und eine Million Einwohner des Südens in Bunker geschickt.

Fakt ist: Raketen sind regelmäßig nach Israel geschossen worden. Von Januar 2012 bis Oktober 2012 wurden mehr als 800 Raketen aus dem Gazastreifen nach Israel geschossen.

Was ist aber nötig, damit die Medien sich aufsetzen und Notiz von der Sicherheitslage nehmen, die aus dem Gazastreifen ausgeht?

  • Nicht, dass am Samstag eine Antipanzer-Rakete auf einen IDF-Jeep auf der israelischen Seite der Grenze zum Gazastreifen geschossen wird, die vier israelische Soldaten verwundete. Das wurde von Agenturen wie der AP aufgenommen, aber von allen anderen Medienkanälen nicht weiter veröffentlicht.
  • Nicht, dass Donnerstag ein massiver Tunnel Richtung Israel im südlichen Gazastreifen von palästinensischen Terroristen gesprengt wurde, was auch von AP, aber nirgendwo sonst berichtet wurde.
  • Und natürlich nicht das bereits erwähnte Raketen-Trommelfeuer.

Was die Mainstreammedien angeht, sehen wir zwei Trends im Gang:

1. Bei Blut gibt es Schlagzeilen: Bevor nicht Palästinenser getötet oder verletzt werden, sind es keine Nachrichten. Natürlich verzerrt das die Situation genau deshalb, weil Israel Maßnahmen zum Schutz seiner Zivilisten vor Raketenangriffen ergreifen muss. Bunker, das Raketenabwehrsystem „Eiserne Kuppel“ und der Gebrauch von Sirenen, um vor Angriffen zu warnen, haben allesamt sicher gestellt, dass die Zahl der zivilen Opfer zum Glück niedrig geblieben ist. Doch nur, weil Israelis nicht in handfesten Größenordnungen sterben, mindert das nicht den Ernst der Lage und das Leid der Einwohner in Israels Süden.

Beim jüngsten Beispiel sind als Ergebnis von Israels Vorgehen gegen die Terroristen mehrere Palästinenser gestorben und rund 30 verletzt worden. Erst danach haben sich die Medien bequemt über die sich verschlechternde Lage zu berichten.

2. Alles fängt damit an, dass Israel zurückschießt: Dank des späten Aufgreifens der Geschichte durch die Medien konzentrieren sich viele Schlagzeilen auf die israelischen Gegenschläge und die palästinensischen Toten statt auf den palästinensischen Terror und das Raketenfeuer, die Israel eine so beträchtliche Zeit vor dieser jüngsten Eskalation der Gewalt drangsalierten.

Typisch dafür ist die Schlagzeile der Washington Post:

Vier Palästinenser durch israelischen Beschuss nach Grenzübergriff getötet

Die Medien leisten einen schlechten Dienst, wenn sie es versäumen die von den Palästinensern aus dem Gazastreifen geschossenen Raketen zu berichten, die das Alltagsleben der Israelis zum Erliegen bringen, aber keine Massen an Opfern verursachen. Wenn die Medien gewalttätige Angriffe aus dem Gazastreifen ignorieren, wird jede israelische Operation zur Eindämmung des Terrors völlig ohne den entscheidenden Kontext sein; und das wird zum Image Israels als Provokateur und Aggressor beitragen.

Werfen Sie einen Blick auf ihre Medien vor Ort. Wie berichten sie darüber? Umfasst das alles?

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