Bericht über Israel-Kreuzfahrt versinkt in Ozean von Müll

Simon Plosker, HonestReporting, Sept. 19, 2012

Am 15. September veröffentlichte Gabriella Le Breton in The Times of London (nur für Abonnenten) ihren Bericht über eine Kreuzfahrt nach Israel. Was folgte, war eine atemberaubende Zurschaustellung von Ignoranz und fehlender Faktenprüfung. Es begann mit diesem Aufmacher:

Angst vor Gewalt hat den Tourismus nach Israel gekappt, aber ein schwimmendes Hotel bietet eine sicherere Art die faszinierenden Sehenswürdigkeiten zu besuchen.

Hätte The Times in ihrer Eröffnungssalve noch ungenauer sein können?

UPDATE – 20. September: The Times hat den Artikel komplett von ihrer Internetseite gelöscht, vermutlich wegen einer Reihe von Beschwerden, die sie erhielt. Der vollständige Text des fehlenden Artikels ist aber hier zu lesen (pdf).

Nach Angaben des israelischen statistischen Zentralbüros, so berichtet die Jerusalem Post,

gab es im ersten Quartal 2012 752.000 touristische Einreisen, ein Allzeit-Hoch. Es gab 2% im ersten Quartal mehr touristische Einreisen als im entsprechenden Quartal 2011 und 1% mehr als im entsprechenden Quartal 2010, dem bisherigen Allzeit-Hoch.

Einreisen für Eintages-Tourismus stiegen im März um 78% auf 41.000 gegenüber 23.000 im März 2011.

Ist das ein Land, das unter fallendem Tourismus leidet?

Was den Rest des Artikels angeht, so gehören dazu solche Wegwerfe-Szenarien wie diese:

  • Die Dunkelheit war gerade erst über der palästinensisch kontrollierten Stadt Bethlehem gefallen und schon strömten die Straßen Spannung aus – erleuchtet nicht von Sternen, sondern von den blinkenden Lichtern der gepanzerten Polizeifahrzeuge, die wegen seines Sicherheitsalarms agierten. Wie nicht anders zu erwarten in dieser vom Krieg geschundenen Region…
  • Israel ist kein einfacher Ort, um ihn auf eigene Faust zu besuchen, obwohl es so klein ist.
  • die Aussicht, viele unbequeme Stunden (manchmal Tage) in den berüchtigten Einreisebüros an Israels Flughafen und Grenzen zu verbringen.

Wir baten Mark Feldman, den Vorstandsvorsitzenden der israelischen Reiseagentur Ziontours Jerusalem um eine Reaktion:

Beim Lesen ihres [Le Brettons] Artikels dachte ich zuerst, sich schrieb über Jerusalem im US-Bundesstaat New York. Ja, diese kleine Stadt mit nur ein paar Tausend Einwohnern, nicht allzu fern von Geneva, New York. Zweifellos machten ihr die Überfälle und Ängste von New York nach dem 9/11 Sorgen. Beim weiteren Lesen erkannte ich, dass sie über mein Heimatland schrieb und war perplex.

Wenn sie schreibt: „Israel ist kein einfacher Ort, um ihn auf eigene Faust zu besuchen“, bin ich verwirrt. Mit mehr als fünfzig Nonstop-Flügen aus aller Welt und mehr als 2 Millionen Touristen ist die riesige Mehrzahl der Besucher in der Lage unser eher kleines Land zu besuchen.

Ihr hirnverbrannter Kommentar „Angst vor Gewalt hat den Tourismus nach Israel gekappt“ verleumdet die Tatsachen, dass im Jahr 2012 Touristen in Rekordzahlen nach Israel kommen, die alle anderen Jahre übertreffen!

Ihre Beschreibung Bethlehems und „seiner dunklen Straßen, die Spannung ausströmen“ würde von den Millionen Christen heftig bestritten, die ihre Besuche in des Geburtsorts Jesu wertschätzen, ebenso von den fröhlichen Pilgern, die Bethlehem und den Rest Israels in Sicherheit genießen.

Es liegt mir fern das Vergnügen ihren Text über die Vermeidung von Bedrohungen, Kämpfe mit dem Verkehr und der Durchgang durch Sicherheitsschleusen an den Grenzen zu lesen zu dämpfen, doch nach mehr als 30 Jahren im Touristengeschäft kommt ihr Überblick bestenfalls als provinziell und mit einem Hauch von Befangenheit rüber.

Wir heißen alle Touristen Willkommen, mögen sie nur eine Eintagestour in Israel machen und dann auf ihre luxuriösen Kreuzfahrtschiffe zurückkehren, die in einem der Häfen Israels ankern, oder die, die sich entscheiden Tage und Nächte im Heiligen Land zu verbringen. Eine Übernachtung hätte Frau Le Breton erlaubt sich die Gastfreundschaft u genießen, die allen zuteil wird, die Israel besuchen. Die Möglichkeit in Jerusalem mit Blick auf die Altstadt zu dinieren oder in der arabischen Stadt Jaffa Brot zu brechen, während die Sonne über dem Ozean sinkt, hat Dutzenden Millionen Touristen im Laufe der Jahre Freuden gebracht.

Kommen Sie und genießen Sie unser Land. Erkennen Sie die wahren Sorgen all seiner Menschen: israelisch und palästinensisch, Juden, Muslime und Christen. Fangen Sie an zu verstehen, was dieses kleine Land mit 7 Millionen Einwohnern in nur 64 Jahren aufgebaut hat und auch Sie werden das Wunder begreifen, zu dem dieses Land geworden ist.

In der Tat müssen wir uns fragen, wann Gabriella Le Breton ihr Kreuzfahrtschiff bestieg. Vielleicht hätten ein paar ihrer Sicherheitsbedenken vor mehr als einem Jahrzehnt Sinn gemacht, auf dem Höhepunkt von palästinensischer Gewalt und Terror der so genannten Zweiten Intifada. Stattdessen bleiben wir mit einer Sicht des Landes zurück, die von Vorurteil und einer falschen, vorgefassten Meinung über das heutige Israel völlig verzerrt ist.

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2 Kommentare - “Bericht über Israel-Kreuzfahrt versinkt in Ozean von Müll”

  1. silver price Says:

    Personen palästinensischer Herkunft (auch mit deutschem Reisepass), die über die Allenby-Brücke in das Westjordanland einreisen, müssen mitgeführte Geldmittel (Bargeld, Reiseschecks, Gold), die den Betrag von umgerechnet 2000 Jordanischen Dinar (ca. 2000 EUR) erreichen oder übersteigen, beim israelischen Zoll anmelden. Anmeldeformulare sollen an den Übergängen erhältlich sein. Missachtung kann Geld- oder Gefängnisstrafe nach sich ziehen und das Geld eingezogen werden.


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