AP zieht Geschichte wegen Hamas-Lüge zurück

HonestReporting Media BackSpin, 26. März 2012

Wenn palästinensische Lügen und Falschinformationen ungeprüft Zustimmung finden, ist es unvermeidlich, dass gegen Israel eingesetzte verlogene Propagandataktik auch gegen andere eingesetzt wird.

Ein Lüge der Hamas, die Ägypten unter Druck setzen sollte, wurde aufgedeckt und die Glaubwürdigkeit der Islamisten, was deren Umgang mit den Medien betrifft, hat schweren Schaden genommen.

Gestern berichtete ein AP-Beitrag über den ersten palästinensischen Todesfall im Zusammenhang mit der Versorgungskrise in Gaza. Mohammed Helou, ein fünf Monate altes Baby, starb, als dem Generator für das Beatmungsgerät der Sprit ausging.

Wen würde eine solche Tragödie nicht berühren?

Nun stellt sich heraus, dass die Geschichte auf einer Lüge basiert. AP veröffentlichte diese Rücknahme (via unsere Kollegen von CAMERA):

Zeitpunkt und Todesursache wurden AP gegenüber von einem Mann bestätigt, der sich als Vater des Kindes und Mitarbeiter der Gesundheitsbehörde in Gaza herausstellte, aber die Angaben wurden in Frage gestellt, nachdem sich herausstellte, dass eine Lokalzeitung die Nachricht vom Tod des Babys am 4. März brachte.

In einem Folgebeitrag ging AP mit der Hamas streng ins Verhör:

Die Ölknappheit war auch Anfang März von Bedeutung, aber die Hamas verpasste offensichtlich den Bericht in Al-Quds – einer Zeitung, die gegenüber dem Rivalen Fatah als loyal gilt – und die Hamas versuchte nun, die Geschichte zu recyceln, um aus der Familientragödie Kapital zu schlagen.

Von AP mit der Zeitungsgeschichte konfrontiert, bestanden die Familie und Bassem al-Qadri, Gesundheitsbeamter der Hamas, wiederholt darauf, dass das Baby Freitagabend tot in einem Krankenhaus in Gaza-Stadt eingeliefert worden sei.

Das Timing würde unterstreichen, welchen humanitären Preis Gazas 1,6 Millionen Einwohner dafür zahlen, wenn 18 Stunden am Tag der Strom ausfällt, ausgelöst durch die Abschaltung der Energieversorgung aus Ägypten.

Palästinensische Gesundheitsbeamte und die Hamas sind berüchtigt wegen ihres Glaubwürdigkeitsproblems. Angeblich von der IDF getötete Kinder waren nicht tot. Angaben zur Zahl von Todesopfern wurden aufgeblasen. Jeder Hamas-Funktionär gesteht Israel nachträglich zu, dass die ursprünglich vorgebrachten Behauptungen nicht stimmten.

Auch die Helou-Familie beteiligte sich an einer Lüge. Im Wissen, dass sie AP gegenüber Falschinformationen abgab, trat sie in die Fußstapfen von Jamal Dura. Es ist erst einen Monat her, dass er vor einem französischen Gericht diskreditiert worden war, weil er Narben, die von einer Operation im Jahr 1994 herrührten, auf angeblich durch die IDF zugefügte Verwundungen schob. Das nahm etwas Glanz vom Ikonenstatus seines berühmten Sohnes Mohammed al-Dura.

Aber überrascht das wirklich angesichts einer Kultur, in der “mein Sohn, mein Märtyrer” als Hoffnung und nicht als Klage interpretiert wird?

Hätte sich die Hamas rechtzeitig auf den Original-Zeitungsartikel von Al-Quds bezogen, wäre ihr daraus ein Vorteil erwachsen. Und Ägypten hätte Kopfschmerzen bekommen.

Während Israel bei dieser ganz besonderen Geschichte ein Randthema ist, bleibt die Glaubwürdigkeitslücke der Hamas bestehen.

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4 Kommentare - “AP zieht Geschichte wegen Hamas-Lüge zurück”

  1. Rika Says:

    Das Verbreiten von Lügen, in denen es um “arme Kinder” geht, scheint eine sehr beliebte und wohl auch sehr erprobte und Erfolg versprechende Masche zu sein. Mir ist neulich (Anfang März) folgende Geschichte zu Ohren gekommen, von Freunden erzählt, die ich bisher nicht als “israelkritisch” kennengelernt hatte, die aber ob der Ungeheuerlichkeit, die ihnen eine “schweizer Freiwillige” im Kinderhospital von Bethlehem erzählt hatte, vor Wut und Empörung schäumten. Die Freunde waren unmittelbar vor unserem Treffen von einer geführten Israelreise zurückgekehrt. Die Geschichte, erst vor Kurzem passiert, geht so:

    Ein Frühchen “aus den von Israel besetzten Gebieten”, geboren in dem besagten Kinderkrankenhaus, war dringend auf eine spezielle Nahrung angewiesen, die es aber leider NUR außerhalb Bethlehems gab oder gibt. Während also das Frühchen um sein junges Leben kämpft und Ärzte und Krankenschwestern mit ihm, und auf die Spezialnahrung wartet, haben die gelangweilten israelischen Soldaten am Kontrollpunkt (“Rika, die Mauer ist wirklich ganz, ganz schrecklich, ein Verbrechen an den Menschen!”) nichts anderes zu tun, als die Nahrungsbeschaffer stundenlang zu kontrollieren! Und dann geht es quasi als “Erlkönig” weiter: Als sie endlich wieder im Krankenhaus ankommen, ist das Frühchen gestorben! Verzeih meinen Zynismus, aber ich kann es nicht anders beschreiben. Das besonders Perfide an dieser Geschichte ist aber die Überbringerin der Nachricht: Als christliche Schweizerin ist sie für christliche Besucher in den “besetzten Gebieten” absolut glaubwürdig. Meine Freunde sind immer noch aufgebracht und erzählen die Geschichte bei jeder Gelegenheit und natürlich mit dem Zusatz, wie schrecklich die israelische Besatzung doch ist!

    Ich wollte schon Lila bitten, in der Sache Nachforschungen anzustellen, denn die Suche im Internet blieb absolut erfolglos. Ich bin aber sicher, dass, hätte es diesen Vorfall tatsächlich gegeben, die Araber längst davon für ihre Propaganda Gebrauch gemacht hätten.

    Ich weiß nicht, was mich mehr entsetzt hat, die Geschichte selbst oder die Naivität meiner Freunde, die nicht in Erwägung ziehen wollten, einem propagandistischen Fake auf den Leim gegangen zu sein.

    ich muss aber wohl nicht ausdrücklich betonen, wie sehr mir die Mutter des Frühchens leid tut, sollte ihr Kind wirklich gestorben sein… aus welchen Gründen auch immer!


    • Daraus könntest du fast schon einen eigenen Beitrag auf deinem Blog machen, liebe Rika.

      ———————
      Was jetzt nicht unbedingt direkt zum Thema gehört, aber auch sehr interessant ist und das Beleidigtsein vieler Muslime sehr gut dokumentiert, zeigt dieses Video (geradezu ekelhaft die anbiedernde Art der “Moderatorin”, die sich eindeutig auf die Seite der beiden Gegner der Islamkritiker schlug). Vielleicht hast du es schon gesehen:

      Beste Grüße
      Bernd

  2. Heiko Says:

    Steter Tropfen ……………..
    Nun hat die Presse wiedermal voreilig 10 Eimer Dreck über Israel ausgekippt, weil eine Meldung nicht geprüft verbreitet wird. Jetzt auf einmal stellt man fest was geschehen ist. Leider zu spät, denn wenn nun durch die Rücknahme der Meldung 1 Eimer Dreck wieder entfernt wird, so bleiben dennoch 9 Eimer Dreck auf Israel liegen.

  3. esther Says:

    Trotz der nachträglichen Klarstellung, dass der Todeszeitpunkt des Kleinkindes aus Gründen der Medienwirksamkeit “verschoben” worden war, und die Schuld für den Stromausfall nicht bei Israel lag, bleibt, wie immer, der üble Geschmack, dass Israel wieder einmal für den Tod eines unschuldigen Kindes verantwortlich ist.
    Dieses Stigma des ewigen Sündebocks wird uns weiterverfolgen und wir können nichts dagegen tun!
    Das Muster ist bekannt: erst wird etwas aufgebläht und veröffentlichgt, und wenn sicher alle, die jede antiisraelische Meldung noch so gerne unkritisiert glauben, sie auch gelesen haben, dann kommt die Korrektur (die dann kaum noch wen interessiert).


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