New York Times-Leck: „Nicht die subtilste Art Israel zu warnen“

Pesach Benson, HonestReporting.com, 20. März 2012

Die 5. Flotte der US Navy durchfährt die Straße von Hormus (10. März 2012)

Wenn Geheimdienstler anonym Informationen an die Presse durchsickern lassen, dann muss man sich immer fragen, was das Motiv dafür ist.

Typisches Beispiel: Eine Kriegssimulation des Pentagon sagt voraus, ein israelischer Angriff auf den Iran könne zu einem größeren Krieg führen. Die Ergebnisse bekam die New York Times durch ein „Leck“:

Doch das Spiel hat unter den obersten amerikanischen Militärplanern Angst aufkommen lassen, dass es unmöglich sein könnte, amerikanische Beteiligung an einer eskalierenden Konfrontation mit dem Iran zu verhindern, sagten die offiziellen Vertreter…

Die Offiziellen sagten, in der Kette an Ereignissen im Kriegsszenario glaubte der Iran, dass Israel und die Vereinigten Staaten Partner eines jeden Angriffs auf die Atomanlagen des Iran seien und daher amerikanische Militärkräfte im Persischen Golf als beteiligt an dem Angriff betrachteten. Iranische Jets jagten nach dem Angriff israelische Kampfflugzeuge und die Iraner starteten Raketen gegen ein amerikanisches Kriegsschiff im Persischen Golf, das als Handlung betrachtet wurde, die einen amerikanischen Gegenschlag gestattet.

In Antwort auf das Leck wirft Brett Stephens (Wall Street Journal, klicken Sie sich über Google News hin) eine offensichtliche Frage auf:

Am Montag veröffentlichte die Times die durchgesickerten Ergebnisse eines „geheimen Kriegsspiels“, bei dem ein israelischer Angriff auf den Iran „Hunderte Amerikaner tot zurücklässt“, vielleicht durch einen Angriff auf ein Kriegsschiff der Navy. Das ist nicht unbedingt der subtilste Weg die Israelis zu warnen, dass sie vorgewarnt sind für den Fall, dass, wenn Israel den Iran angreiftt, amerikanisches Blut an seinen Händen kleben wird, ohne Rücksicht darauf, dass es die Iraner wären, die die Tötungen durchführen würden.

Ist dieser Ausgang wahrscheinlich? Vielleicht, obwohl es ein Level iranischer Irrationalität annimmt – die Beantwortung eines israelischen Angriffs damit, die USA in den Konflikt hinein zu ziehen – was Top-US-Offizielle den Führern des Iran sonst nicht zumessen. Doch das tiefer liegende Problem mit diesem Leck besteht darin, dass ein Geheimdienst-Produkt als politisches Werkzeug benutzt wird.

Für Insider in Washington ist die NY Times das Blatt ihrer Wahl für anonyme Lecks und widerlegbare Versuchsballons. Erinnern Sie sich nur an das diplomatische Bohei über eine Neuinterpretation der Abmachungen zwischen Bush und Sharon? Das war auch so ein NYT-Spezial.

(Bild via US Navy/John Grandin)

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