Al-Dura: Hört auf uns mit Fakten zu belästigen

HonestReporting Media BackSpin, 20. Februar 2012

Letzte Woche wies ein französisches Gericht eine Verleumdungsklage gegen Dr. David Yehuda ab, der eine weitere faustdicke Lüge zur ewigen Mär von Mohammed al-Dura entlarvt hatte. Dr. Yehuda ertappte Al-Duras Vater bei der unwahren Behauptung, er sei bei dem Vorfall verletzt worden; tatsächlich aber hatte Dr. Yehuda ihn schon Jahre zuvor wegen Verletzungen behandelt, die ihm [Al-Duras Vater] damals [von Palästinensern?] zugefügt worden waren.

Ist das eine Schlagzeile wert oder nicht? Denn immerhin geht ein weiterer Teil des Mythos in Flammen auf. Aber selbst die Mainstream-Medien, die vor 12 Jahren ausführlich über Al-Dura berichtet hatten, wollen das nicht wahrhaben.

Lilac Sigan schreibt in der Huffington Post:

In einer Welt der Literatur und Unterhaltung berührt eine fiktive Geschichte immer die Emotionen der Öffentlichkeit. Das ist ziemlich einfach nachzuvollziehen: Erfundene Geschichten erlauben dem Autor, seine wirrsten Phantasien auszuleben und einen perfekten Helden sowie eine perfekte Geschichte zu erfinden. In der realen Welt jedoch lautet die Regel, dass man sich an die Wahrheit halten muss. Aber ist dem wirklich so? Augenscheinlich sind wir so hingerissen von erfundenen Geschichten, dass wir sie nicht nur in den Nachrichten bringen, und wenn die Wahrheit schlägt, ignorieren wir sie lieber….

….Welches Motiv steckt hinter dem Schweigen der westlichen Welt zur Wahrheit und ihrer fortgesetzten Vorliebe für Mythen? Leider sind dies die Regeln unserer angeblich wahrheitsliebenden Gesellschaft. Der Mythos wurde in der ganzen Welt ausgestrahlt und brannte sich in das kollektive Gedächtnis. Es wird ewig leben, und wer weiß, wie viele Menschen sich deshalb noch von Hass „inspirieren“ lassen. Und was ist mit der realen Geschichte? Aus irgendeinem verrückten Grund ist niemand daran interessiert, darüber zu berichten*. Keiner der großen Nachrichtensender, die über den Vorfall vor 12 Jahren berichtet hatten, hielt es für nötig, über das Urteil des Obersten Gerichtshofs Frankreichs einen Beitrag zu bringen. Ich vermute, das wird ein kleines Geheimnis bleiben. Was nachdenklich stimmt: Wollen wir nicht alle eine gute Geschichte mit einem Helden? Und wenn wir sie schon haben, dann belästigt uns bitte nicht mit Fakten.

Lesen Sie den vollständigen Kommentar hier [in Englisch]

Al-Dura: Was geschah wirklich?

Sehen Sie unser Video an, um die wahre Geschichte zu erfahren.

————
*Kleine Berichtigung – siehe diese ARD-Dokumentation von Esther Schapira aus dem Jahr 2009.

Dazu auch ein Interview mit ihr vom 4. März dessselben Jahres in der FAZ.

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Ein Kommentar - “Al-Dura: Hört auf uns mit Fakten zu belästigen”


  1. [...] Genugtuung erfahren hatte, dass seiner Verurteilung wegen Verleumdung gegen Mohammed al-Duras Vater nicht statt gegeben worden war (auch an einem französischen [...]


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