EJC an Reuters: Feuert den Journalisten, der die pro-palästinensische E-Mail verschickte

HonestReporting Media Backspin, 26. September 2011

Der European Jewish Congress wurde jüngst von einer Botschaft in Aufruhr versetzt, die angeblich von der Reuters-E-Mail-Adresse des Svebor Kranjc kam, einem niederländischen Kameramann und Bild-Editor, der den Eigenstaatlichkeitsantrag der Palästinenser unterstützt.

Nach Angaben der Jerusalem Post hieß es in der E-Mail (die Antwort auf eine Presseerklärung des EJC gegen den einseitigen palästinensisch Vorstoß auf Eigenstaatlichkeit):

„Ich werde ihn unterstützen!“, hieß es in der E-Mail, die sich auf den Vorstoß bei der UNO bezog. „Ihr habt euren Staat, aber ihr wollt nicht, dass andere ihren Staat haben. Traurig…“


In einer Exklusiv-E-Mail an HonestReporting.com erklärte Flo Kaufmann, Vorsitzende des Rates des EJC, warum ihre Organisation auf Kranjcs Entlassung drängt:

Die Objektivität von Journalisten als Beobachtern ist eine lange geltende Konvention des demokratischen Kodex.

Nach meiner Ansicht ist es völlig unangemessen, dass ein Journalist, der für eine Nachrichtenfirma wie Reuters arbeitet und ihren Briefkopf oder E-Mail benutzt, um Meinungen zum Ausdruck zu bringen, die eindeutig seine Neutralität oder die seiner Firma kompromittieren. Wenn der vorgeworfene Vorfall, auf den Sie sich beziehen, sich bestätigt, sollte der fragliche Journalist seinen Job als in Gefahr betrachten müssen. Der Präsident des European Jewish Congress, Moshe Kantor, hat gefordert, dass er aufgrund dessen, dass er seine Position als unparteiischer Journalist und Kommentator von Geschehnissen eindeutig kompromittiert hat, entlassen werden sollte. Der Journalist hat nicht nur sich selbst kompromittiert, sondern auch die respektierte und lange bestehende Organisation, für die er arbeitet, ist in Misskredit gebracht worden.

Ich habe erfahren, dass der Vorfall untersucht wird und erwarte zu erfahren, ob er bestätigt wird oder nicht; wenn er bestätigt wird, dränge ich Reuters, entsprechend und scharf zu handeln.

Ein Reuters-Sprecher bestätigte der Jerusalem Post, dass eine interne Untersuchung läuft.

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2 Kommentare - “EJC an Reuters: Feuert den Journalisten, der die pro-palästinensische E-Mail verschickte”

  1. A. Zwicky Says:

    Gute und klare Reaktion.
    Wir hier in der Schweiz haben einen sehr bekannten Radiosender…DRS1…..dort hat regelmässig unsere Nahostkorrespondentin und Nahostkennerin Irene Meier das Wort. Ihre Berichterstattung strotzt vor Einseitigkeit und Delegitimationsbemühungen Israel gegenüber. Weshalb stoppt niemand mit Einfluss diese beinahe tägliche und mittlerweilen unerträgliche Propaganda? Kennt die Führung von DRS1 denn Neutralitätsgedanken nicht? Wo ist die gerechte ausgewogenheit und die ungefärbte sachliche Berichterstattung? Welchem Kodex fühlt sich eine Journalistin wie Frau Meier verpflichtet? Weshalb schnallt der heutige Mainstream-journalismus nicht worauf er mit der einseitigen Israelverurteilung hinarbeitet? Sind die Leute einfach nur strohdumm oder eiskalt berechnend und bösartig?


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