Balen-Schlacht bei der BBC geht weiter

HonestReporting Media BackSpin, 15. August 2011

Uns hatte sehr getroffen, dass der britische Rechtsanwalt Steven Sugar im Januar dieses Jahres starb. Sugar hatte unermüdlich in Gerichten dafür gekämpft, die BBC zu zwingen, den Balen Report zu veröffentlichen – eine betriebsinterne Untersuchung des Konzerns bezüglich antiisraelischer Berichterstattung dort.

Die BBC hat viele tausend Pfund an Steuergeldern dafür ausgegeben, um an Gerichten Sugars Veröffentlichungen zu blockieren. Trotz zahlloser juristischer Rückschläge und dem Tod Zuckers hat jedoch, wie die Daily Telegraph berichtet, Zuckers Witwe sich vorgenommen, auch weiterhin den Rechtsstreit gegen die BBC fortzuführen:

Steven Zucker verlor am Information Tribunal, dem Obersten Gerichtshof und dem Berufungsgericht, aber seine Anwaltskanzlei – die auf ihre Gebühren verzichtet hat – hofft, einen Erfolg am Obersten Gerichtshof zu erzielen.

Frau Paveley [Sugars Witwe (bd)] sagte: “Früher hänselte ich Steven wegen seine Obsession, sich so zu kämpferisch zu engagieren; heute würde er es mit einem ironischen Lächeln quittieren, dass ich weitermache. Aber ich konnte das nicht auf sich beruhen lassen.”

Anwalt Steven Sugar hatte im Jahr 2005 die BBC aufgefordert, den Balen Report im Freedom of Information Act zu veröffentlichen, und er hatte das Argument der BBC zurückgewiesen, weil es außerhalb des rechtlichen Zuständigkeitsbereiches läge.

Der Konzern argumentierte in der Vergangenheit erfolgreich damit, dass der Bericht nicht veröffentlicht werden solle, da er zu “journalistischen, künstlerischen und literarischen Zwecken” verfasst worden wäre, und als solcher nicht relevant. Er [Sugar (bd)] wurde beauftragt, die Berichterstattung der BBC zu Nahost-Themen zu analysieren und Empfehlungen für deren Verbesserung auszuarbeiten.

Frau Paveley, eine 48-jährige klinische Psychologin, wurde von den Anwaltskollegen ihres Mannes nach dessen Tod angesprochen. Sie erklärten, dass der Fall nur weiter verhandelt werden könne, wenn er vor Gericht vertreten werden würde.

“Ich wusste sofort, dass ich nicht aufgeben durfte“, sagt sie. “Es wäre fast wie ein Verrat gewesen, wenn man all seine harte Arbeit vergeudet hätte. Er hat nie aufgegeben, warum also ich?”

Frau Paveley sagte, dass sie und ihr verstorbener Ehemann in der Berichterstattung von Orla Guerin, der ehemaligen Nahost-Korrespondentin der BBC, eine antiisraelische Haltung wahrgenommen hatten. Diese war im Jahr 2004 von der israelischen Regierung des Antisemitismus beschuldigt worden.

Frau Paveley sagte: “Steven ging davon aus, dass Berichterstattung ausgewogen sein sollte. Einer öffentlich geförderten Institution wie der BBC steht es nicht gut an, wenn sie sich widerwillig und ängstlich zeigt, was mehr Transparenz betrifft.”

HonestReporting fordert seit etlichen Jahren die BBC dazu auf, den Balen Report endlich zu veröffentlichen, nachdem unsere eigene Anfrage an Freedom of Information abgelehnt worden war.

Wir wünschen Fiona Paveley viel Erfolg bei der Fortsetzung dieser wichtigen Schlacht.

About these ads
Explore posts in the same categories: Antisemitismus, Die Welt und Nahost, Europ. Medien und Nahost, Israel, Lesen/besuchen, Medienwelt, Sonstiges, Weltmedien und Nahost

Schlagwörter: , , ,

You can comment below, or link to this permanent URL from your own site.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ photo

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 370 Followern an

%d Bloggern gefällt das: