Die Berichterstattung im Zeitalter der Bestätigungen

Verfasst 22. September 2014 von heplev
Kategorien: Die Welt und Nahost, Europ. Medien und Nahost, Medienwelt, Weltmedien und Nahost

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Alex Margolin, HonestReporting, 10. September 2014 (übersetzt von Cora)

Der Krieg in Gaza hat ungewöhnlich üppige Analysen der Berichterstattung über den Mittleren Osten hervorgebracht, einschließlich eines herausragenden Artikels des ehemaligen AP-Reporters Matti Friedman, der behauptete, dass die Berichterstattung eines Teiles der Medien von einer „feindlichen Bessenheit gegen die Juden“ geprägt war.

Für den ehemaligen Chef des Jerusalemer Büros der New York Times, Ethan Bronner, besteht das Problem nicht darin, wie die Reporter diese Region darstellen, sondern im Verhältnis der Leser zu den Nachrichten. In einem Interview mit dem Magazin Moment, beschreibt Bronner, der von 2008 bis 2012 als Chef des Büros arbeitete, seine Erfahrungen „auf einem der heißesten Stühle des Journalismus“ zu arbeiten.

„Einer der deprimierendsten Schlüsse, die ich ziehen musste, war: Die Leute sind nicht wirklich an Informationen interessiert. Sie wollten lediglich die Bestätigung ihrer eigenen Ansichten. So war die Aufgabe, die wir uns als Journalisten stellten – die Komplexität, die vielen Grautöne der Wahrheit herauszustellen, damit die Menschen verstehen würden, dass das Leben kompliziert ist – für die meisten Menschen nicht von Interesse. Stattdessen wollten sie nur das hören, was ihre eigene Geschichte wiederholte oder was sie bestätigte.“

Bronners Haltung wird von der Untersuchung der Medien, die Shawn Powers für das USC Center of Public Diplomacy und Mohammed el Nawawy, von der Queens University in Charlotte, bestätigt, die schon 2009 veröffentlicht wurde. Übereinstimmend mit dieser Veröffentlichung schreibt der Pacific Standard:

„Powers und el-Nawawy betonen, dass das das in der arabischen Welt während des 1991er Golfkriegs eingeführte Satellitenfernsehen, sowohl die Strukturen des globalen Nachrichtensystems als auch dessen Rolle in Kriegszeiten veränderte. Obwohl diese Erfindung das Potential gehabt hätte, ein wirklich globales Forum kulturübergreifender Kommunikation zu werden, fanden die Wissenschaftler heraus, dass sich die Zuschauer rund um die Welt zunehmend den Nachrichtenstationen nicht zuwenden, um die letzten Neuigkeiten in der Welt zu erfahren, sondern um jene Informationen zu erhalten, die in ihr vorgefertigtes Weltverständnis passen.“

Die Frage ist nun, inwieweit die Verkäufer der Nachrichten bereit sind, den Lesern das zu geben, was sie verlangen. Matti Friedman zeigt die vielen Ironien auf, die auftauchen, wenn man das Objektiv auf den Umgang mit Israel richtet:

„Weiße Menschen in Paris und London, deren Eltern vor nicht allzu langer Zeit in ihren Wohnzimmern in Rangoon oder Algier von dunkelhäutigen Menschen Luft zugefächelt bekamen, verdammen den jüdischen „Kolonialismus“. Amerikaner, die an Orten wohnen, die „Manhattan“ oder „Seattle“ heißen, verurteilen die Juden, die Ureinwohner Palästinas vertrieben zu haben. Russische Reporter verdammen Israels brutale Militärtaktik. Belgier verurteilen Israels Umgang mit den Afrikanern. Als Israel einen Transportservice für die palästinensischen Arbeiter in der besetzten Westbank einrichtete, erfuhren die amerikanischen Nachrichtenleser von Israels „Rassentrennungs-Bussen“. Und es gibt nicht wenige Leute in Europa, nicht zuletzt in Deutschland, die sich darüber freuen, wenn die Juden des Genozids beschuldigt werden.“

Mit „BUYcott“ BDS bekämpfen

Verfasst 14. September 2014 von heplev
Kategorien: Die Welt und Nahost, Israel

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Alex margolin, HonestReporting, 4. September 2014 (übersetzt von Cora)

Im Bemühen um eine erfolgreiche Strategie, die gegen den BDS angewandt werden könnte, hat HonestReporting Sara Saber-Freedman interviewt, Vizepräsidentin des Centre for Israel and Jewish Affairs und Mitbegründerin von BUYcott.

HonestReporting: Seit der BDS das Hauptwerkzeug dafür geworden ist, die Gefühle und Meinungen gegen Israel zu wenden, welche Rolle kann der strategische Plan des Buycotts (Kauf viel) dabei spielen, der Presse der BDS Bewegung entgegenzuwirken?

Sara Saber-Freedman: Ich stimme Ihnen vollständig zu, dass der BDS tatsächlich ein reines Propaganda-Werkzeug ist. Während die Situation in Europa anders ist, haben die meisten Menschen in Nordamerika noch nie vom BDS gehört, wenn sie nicht sehr stark am einen oder anderen Ende des Pro- oder Anti-Israel-Spektrums engagiert sind. Außerdem BRAUCHEN die BDS Leute uns, für eine Überreaktion, mit sie überhaupt erst mediale Aufmerksam bekommen. In den Anfängen des BDS war die Pro-Israel-Gemeinschaft so wütend, dass wir teilweise durch unsere Reaktionen die Arbeit des Gegners machten, indem wir ihnen eine Medienplattform besorgten. Wir wurden das Vehikel, durch das die wenigen BDS Befürworter eine Menge Leute erreichten, die vorher noch nie etwas vom BDS gehört hatten.

BUYcott dachte sich daher eine dreigeteilte Strategie aus. Erstens den Pro-Israel-Vertretern etwas Positives und Konstruktives an die Hand zu geben, mit dem sie dem BDS begegnen können, ohne weitere Medienaufmerksamkeit auszulösen. Zweitens den Boykottlern mitzuteilen, dass, wenn sie versuchen durch BDS Israel zu isolieren, die direkte Konsequenz ist: MEHR Käufe, MEHR Handel und MEHR Unterstützung für Israel. Und drittens den Gebrauch der sozialen Medien zur Unterstützung Israels voranzutreiben, indem wir für eine demokratische Plattform sorgen, auf der jeder Fürsprecher Israels nach Kräften zur Hilfe aufrufen kann und Kampagnen organisiert werden können. Es ist wie eine Art Judo, in dem die Energie unserer Gegner als Hebelkraft für den Sieg Israels verwendet wird.

Es gibt ein aktuelles Beispiel, das ich anführen möchte. Inmitten des Gaza-Krieges wurde eine App – passend Buycott genannt – bekannt. Diese App erlaubte es den Nutzern, Kampagnen zu den unterschiedlichsten Themen vom Stapel zu lassen, von Produkten aus genetisch veränderten Pflanzen bis zu „Made in Italy“. Indem man den Barcode Scanner der Handys benutzt, kann man die Produkte identifizieren, die man kaufen oder vermeiden möchte. Es ist wohl nicht nötig zu sagen, dass während des Gaza-Krieges, die Kampagne zum Boykott israelischer Waren sehr verbreitet war. Wir nahmen die Gelegenheit wahr, diese App für den genau entgegen gesetzten Grund zu nutzen; wir spornten die Leute an, die Anti-Israel Kampagne als Weg zu nutzen, die Firmen und Waren zu finden, die dadurch ausgeschlossen wurden und genau diese Dinge zu kaufen.

HonestReporting: Schon vor dem Gaza Krieg gab es Anzeichen, dass die BDS-Bewegung größere Auseinandersetzungen plant, vor allem an den Universitäten. Wie sieht die Auseinandersetzung mit dem BDS in den nächsten Jahren aus und wird die BUYcott-Strategie ein Teil davon sein?

Sara Saber-Freedman: Wir müssen festhalten, dass die studentischen Resolutionen auf den Campussen rein symbolischer Natur sind. Die Selbstverwaltungen der Studenten spielt in der Investitionspolitik der universitären Stiftungen oder der allgemeinen Politik der Partnerschaften, die von den Universitätsverwaltungen beschlossen werden, keine Rolle. Kanadische Universitäten, die ich am besten kenne, führen ihre Beziehungen mit Israel fort und erweitern sie sogar. Das liegt daran, dass der Großteil der Akademiker der Meinung ist, akademische Freiheit bedeute, dass Politik Menschen nicht daran hindern sollte, ihr intellektuelles Streben miteinander zu teilen; und weil Stiftungen und die Investmentpolitik der Pensionsfonds an Generieren von Geld interessiert sind, statt an politischen Aussagen. Die Befürworter der studentischen BDS-Resolutionen wissen sehr genau, dass diese nur leere Gesten sind; es ist Propaganda, wie ich vorhin schon sagte.

Eine der Sachen, die wir bei BUYcott sehr effektiv betreiben, ist die Forderungen der BDS Bewegung genau zu untersuchen. So wissen wir z.B., dass einige der BDS-Resolutionen auf den Campussen zurückgenommen wurden, weil diejenigen, die sie eingebracht hatten, die Regeln und Regularien, die es auf jedem einzelnen Campus gibt, nicht respektiert hatten. In einem anderen Fall, der schon einige Jahre zurückliegt, verkaufte eine Ivy League-Universität mit einem riesigen Stiftungsfond alle israelischen Anteile aus dem Portfolio der „Wirtschaftsentwicklung“. Von den BDSlern wurde das als Sieg verkündet, doch das Gegenteil war der Fall: Israels Wirtschaft ist so gut, dass es nicht länger für Wirtschaftshilfe aus diesem Fonds qualifiziert war.

BUYcott ist eine Plattform, die diese falschen Behauptungen entlarvt, entweder direkt oder durch unsere Kollegen weltweit; wir haben die Möglichkeiten ganz nach oben zu gehen, um genaue und sichere Informationen zu bekommen, die wir mit unseren Mitgliedern teilen können.

Israels Wirtschaft wächst kontinuierlich, der Tourismus nimmt ständig zu, abgesehen von diesem Sommer durch den Krieg (nicht durch BDS), Künstler kommen weiterhin, um in Israel aufzutreten (das jüngste Beispiele waren die Stones und in diesem Monat Lady Gaga). Kurz gefasst: Die BDS Propaganda bleibt was sie ist: Propaganda.

Wir von der Pro-Israel-Gemeinschaft sollten unseren Gegnern keinen unverdienten Sieg verschaffen, indem wir verkünden, die hohlen Bemühungen seien erfolgreich, wenn sie es in Wahrheit überhaupt nicht sind.

Melanie Phillips ruft zu einer neuen Strategie auf für die Vertretung der Sache Israels

Verfasst 9. September 2014 von heplev
Kategorien: Die Welt und Nahost, Israel, Nahost allgemein

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Simon Plosker, HonestReporting, 31. August 2014 (übersetzt von Cora)

Die prominente britische Kommentatorin Melanie Phillips sprach am Mittwochabend, 27.08.2014 vor fast 300 Menschen im Heichal Shlomo-Gebäude in Jerusalem. Die Veranstaltung wurde von HonestReporting, das seinen Sitz in diesem Gebäude hat, unter dem Motto „Die jüdische Diaspora zahlt den Preis für Gaza“ ausgerichtet.

Israel als „lebensbewahrenden Ort der Hoffnung, an dem Juden nicht auf den Knien, sondern für die Verteidigung der Zivilisation gegen die Barbarei kämpfend“ beschreibend, berichtet Frau Phillips, wie in der Diskussion rund um den Gaza-Konflikt Anti-Israel-Haltungen in offenen Antisemitismus umschlugen und zu einem „Tsunami an Hass und Fanatismus“ wurden.

Mit Großbritannien als Fallstudie besprach Frau Phillips die voreingenommene Haltung gegenüber Israel, vor allem von Seiten der Muslime, der Linken und sogenannten Liberalen hin, bevor sie die jüdische Gemeinschaft im Vereinigten Königreich dafür kritisierte, nicht angemessen darauf geantwortet und stattdessen lieber den Kopf eingezogen zu haben.

Sie kritisierte ebenfalls Israels Versagen darin „zu begreifen, dass Informationen die Strategie für das Schlachtfeld der Meinungen sind – eine Strategie, die einen enormen Effekt gegen Israel hatte und von der man anscheinend nicht wusste, dass darum gekämpft werden muss.“

Israel braucht eine neue strategische Vision. Es braucht eine Strategie, um die psychologische Kriegsführung zu bekämpfen, die von seinen Feinden eingesetzt und seit vier Jahrzehnten gegen Israel sehr effektiv geführt wird.

Frau Phillips erklärte, dass Israel das gesamte Narrativ zum Nahen Osten neu ausrichten muss, zuerst durch Information der Unwissenden über die Geschichte der Juden und Israels; indem es den muslimischen und arabischen Antisemitismus herausstellt, der selbst bei den sogenannten Moderaten im Nahen Osten weit verbreitet ist; und indem Israel sich selber als Speerspitze im Kampf um die Zivilisation positioniert, wozu es dem Begriff Zionismus wieder die moralische Überlegenheit zurückgeben muss, der ihm gehört.

Sie betonte, dass der Zionismus ein integraler Bestandteil des Judentums ist und wer Israel feindlich gegenüber steht, auch gegen die Juden feindlich gesinnt ist.

Israel sollte die Delegitimierer selber delegitimieren, indem es die UNO auffordert, über die Beziehungen zwischen der UNRWA und der Hamas Rechenschaft abzulegen und die Glaubwürdigkeit des UN Menschenrechtsrates als Mechanismus zu Stärkung von Diktatoren und Schurkenstaaten aufzeigt.

Frau Phillips drängte Israel, seine Verbündeten für das Schweigen in all den Jahren der Dämonisierung und Delegitimisierung zur Rechenschaft zu ziehen, ebenso für die ständige Hetze gegen Israel und die Juden.

Zum Schluss sagte sie, Israel solle seinen Kampf nicht als einen lokalen Konflikt darstellen, sondern sich an die Spitze eines globalen Krieges für die Zivilisation und gegen den Islamismus und Jihadismus stellen, in dem sich alle westlichen Staaten befinden.

Melanie Phillips schloss mit den Worten:

Die Juden der Diaspora zahlen nicht den Preis für Gaza. … Sie zahlen den Preis für etwas anderes. Sie zahlen den Preis für Gaza wegen des westlichen Antisemitismus. Sie zahlen für Israels strategisches Versagen im Kampf um die Köpfe. Sie zahlen für ihr eigenes Schweigen und ihre nutzlosen Versuche, sich von Israel zu distanzieren. Sie zahlen aber vor allem den Preis, weil sie – und ich denke hier insbesondere an Britannien – bislang in einem Wolkenkuckucksheim leben.

HonestReporting-Chefredakteur Simon Plosker sagte dazu:

Melanie Phillips ist eine energische Unterstützerin Israels und sowohl Israel als auch die Diaspora können viel von ihrer Bereitschaft lernen die Herausforderungen anzunehmen, denen wir in diesen schwierigen Zeiten ausgesetzt sind.

BDS-Knacker der Woche: die 14-jährige Shelly Dvir

Verfasst 8. September 2014 von spotplenni
Kategorien: Die Welt und Nahost, Europa und Nahost, Israel

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Alex Margolin, HonestReporting, 4. September 2014

Man sollte nie unterschätzen, was passieren kann, wenn man die Stimme gegen Israel-Hasser erhebt.

Das ist die Lektion, die wir diese Woche von Shelly Dvir lernten. Die 14-jährige aus Aschkelon ist Heavy-Metal-Fan; sie hielt eine Band, die sie liebt, davon ab ein anstehendes Konzert in Israel abzusagen – mit einem innigen Kommentar auf Facebook.

Nach Angaben von YNet hatte die BDS-Bewegung die irische Band Cruachan beinahe überzeugt ihre show nächste Woche in Tel Aviv abzusagen. Die Band entschied sich jedoch den Termin wie geplant einzuhalten, weil Dvir ihr schrieb.

Wir hatten ein paar Kommentare und E-Mails, die uns aufforderten Israel zu boykottieren“, sagte Sänger und Gitarrist Keith Fay. „Wir sind keine Band mit politischer Agenda. Wir sind Musiker. Als der Auftritt angekündigt wurde, bekam ich eine Nachricht eines 14-jährigen Fans, die uns sagte, wie glücklich sie war, dass sie uns in ihrer Heimatstadt sehen wird. Das ist der Grund, dass wir die Tour machen – für unsere Fans.“

Dvir sagte der Zeitung, dass sie zu ihrem Schritt bewegt wurde, nachdem sie Kommentare auf der Facebook-Seite der Band las:

Einer hatte dort einen ignoranten Kommentar gegen Israel abgegeben. Er fing an Dinge wie „Mord und Missbrauch von Kindern sind dort legal, das ist Teil ihrer Religion“ zu sagen.

„Ich war davon ziemlich irritiert. Also antwortete ich, dass Mord und Missbrauch hier nicht legal sind, so wie in jedem anderen Land; und dass Israel ein Land ist, das Terror bekämpft und so weit wie möglich zu vermeiden versucht unschuldige Menschen zu töten, anders als unsere Feinde, die Raketen auf unsere Häuser schießen.“

Für die Band-Mitglieder, denen sie jetzt seit 2 Jahren folgt, schrieb sie: „Ich bin sehr aufgeregt wegen eures Konzerts in Israel. Die Menschen in Israel lieben euch.“

Die BDS-Bewegung hat eine lange Erfolgsbilanz Künstler und Musiker zu belästigen, die vorhaben in Israel aufzutreten. Doch trotz des Mobbens planen Künstler weiter Termine im jüdischen Staat. Zusätzlich zu Cruachan haben so unterschiedliche Künstle wie Lady Gaga, Kiss und die Beach Boys Auftrittstermine angekündigt.

Und dank Dvir können wir auch sehen, dass es effektiv ist Schikanen und Gemobbe zu wiedesprechen – indem man Wertschätzung und Respekt zeigt.

(Bild: CC BY-NC-SA HonestReporting flickr/Mo)

Ex-AP Korrespondent entlarvt die Israel Besessenheit der Medien

Verfasst 3. September 2014 von heplev
Kategorien: Die Welt und Nahost, Weltmedien und Nahost

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Simon Plosker, HonestReporting, 26. August 2014 (übersetzt von Cora)

Der ehemalige Korrespondent der Associated Press Matti Friedmann erklärt in einem verurteilenden und aufdeckenden Bericht im Magazin Tablet, wie und warum die Reporter so falsch über Israel berichten und was dies bedeutet.

Wenn die Hysterie abebbt, wird – glaube ich – das Geschehen in Gaza von der Welt als nicht sehr wichtig erachtet werden. Menschen wurden getötet, meistens Palästinenser, darunter viele unbewaffnete Zivilisten. Ich wünschte, ich könnte sagen, die Tragödie um ihr Sterben oder der Tod israelischer Soldaten würde irgendetwas ändern, dass dies einen Wendepunkt markieren würde. Aber dem ist nicht so. Diese Runde war nicht die erste in den arabischen Kriegen mit Israel, noch wird es die letzte sein. Die israelische Kriegsführung unterschied sich in ihrer Ausführung kaum von jeder anderen, wie sie westliche Armeen gegen einen ähnlichen Gegner in den letzten Jahren geführt hatten, mit Ausnahme der direkteren Natur einer Gefahr für die Bevölkerung eines Landes und der größeren Anstrengungen tote Zivilisten zu vermeiden.

Was an diesem Sommerkrieg wichtig bleibt, liegt – so glaube ich – nicht im Krieg selbst. Es liegt vielmehr darin, auf welche Art und Weise dieser Krieg beschrieben und wie darauf im Ausland reagiert wurde. Auf diesem Weg wird die Wiederbelebung eines alten, verdrehten Denkens offenbar und seine Wanderung von den Rändern in die Mitte der westlichen Diskussion deutlich – nämlich die einer feindliche Obsession gegenüber den Juden. Der Schüssel zu dieser Wiederbelebung findet sich nicht bei den Jihad–Webmastern, den Verschwörungstheoretikern im Keller oder radikalen Aktivisten. Er liegt stattdessen vor allem bei den gebildeten und respektablen Menschen, welche die internationale Nachrichtenindustrie bevölkern, viele davon anständige Menschen, und manche sind meine ehemaligen Kollegen.

Während man die globale Manie über israelische Handlungen inzwischen als gegeben erachtet, ist es tatsächlich das Ergebnis von Entscheidungen, die von einzelnen Menschen in verantwortlichen Positionen getroffen wurden – in diesem Fall von Journalisten und Herausgebern. Die Welt reagiert nicht auf die Geschehnisse in diesem Land, sondern auf die Beschreibung der Geschehnisse durch die Medien. Die Lösung zum Verständnis der seltsamen Art von Reaktionen liegt darin, wie der Journalismus praktiziert wird, speziell in der massiven Fehlfunktion, die sich in diesem Beruf – meinem Beruf – hier in Israel breit gemacht hat.

Matti Friedman

Friedmann macht öffentlich, wie überproportional hoch im Vergleich mit anderen Orten das Personal von AP sowie der übrigen Medien in Israel und den Palästinensergebieten ist.

Er beschuldigt die Medien, die Palästinenser nur als passive Opfer eines Israel darzustellen, das so behandelt wird, als müsse es allein genauestens beobachtet werden und dass sich die Medien nie die Mühe machen, zu berichten, wofür die Hamas tatsächlich steht.

Er bringt Beispiele von Geschichten, die in der Schublade verschwanden weil sie nicht zum allgemein akzeptierten Bild passten, Israel als Zentrum des implodierenden Mittleren Ostens dar zu stellen.

Matti Friedmanns Schluss ist beunruhigend:

Israel ist keine Idee, kein Symbol für Gut oder Böse oder gar der Lackmustest linker Gesinnung bei Abendgesellschaften. Es ist ein kleines Land in einem beängstigenden Teil der Welt, der immer schrecklicher wird. Es sollte darüber so kritisch berichtet werden, wie über jedes andere Land und in seinem Kontext und seinen Proportionen gesehen werden. Israel hat nicht die wichtigsten Geschichten in der Welt, nicht mal im Nahen Osten; wie immer sich dieses Gebiet in den nächsten Dekaden entwickeln wird, es wird mit Israel so viel zu tun haben, wie Spanien mit dem zweiten Weltkrieg. Israel ist ein Fleck auf der Landkarte, eine Nebendarstellung, die aufgeführt wird, weil es emotional ungewöhnlich aufgeladen ist.

Viele im Westen bevorzugen offensichtlich die alte Bequemlichkeit die moralischen Fehler der Juden aufzugliedern, was ihnen das bekannte Gefühl der Überlegenheit gibt, anstatt sich mit der unschönen und verwirrenden Realität zu beschäftigen. Sie mögen davon überzeugt sein, dass alles das Problem der Juden und natürlich auch die Schuld der Juden sein. Aber Journalisten, die diese Fantasien pflegen, tun dies auf Kosten ihrer Glaubwürdigkeit und ihres Berufes. Und, wie Orwell uns sagen würde, die Welt genießt ihre Fantasien auf eigene Gefahr.

Matti Friedmanns Geschichte, von einem Insider geschrieben, verdient es komplett gelesen zu werden.

Geschichten, die ich gerne lesen würde: An der Oberfläche der UNRWA kratzen

Verfasst 31. August 2014 von Daniel
Kategorien: Medienwelt, UNO

Honest Reporting, 28. August 2014

Wir wissen von der IDF von ein paar Beispielen, wo Einrichtungen der UNRWA (United Nations Relief and Works Agency) dazu benutzt wurden, Waffen zu lagern und Raketen auf Israel abzufeuern.

Dieses Hilfswerk der UNO betreut die palästinensischen Flüchtlingslagr — alles von Schulen und Kliniken bis zur Lagerinfrastruktur. Gemäss ihrer Webseite hat das Hilfswerk ein Budget von 2014-2015 von 1.5 Milliarden Dollar, und 92 Prozent von diesem Geld kommen von UNO-Mitgliedstaaten — also euer Steuergeld.

Da Raketen in Schulen zu fortgeschritten sind für den typischen wissenschaftlichen Klub von Maturandenklassen, hat die UNRWA etwas Erklärungsbedarf. Das Problem ist, es lohnt nicht, den Atem anzuhalten in der Erwartung dessen, dass die UNO sich selbst untersucht, geschweige denn die Resultate öffentlich macht. Eine laue Entschuldigung der UNRWA, körnige IDF-Bilder, und eine Hand voll Beispiele, die es in die Medien geshafft haben, sind nur die Spitze des Eisbergs.

Es ist Zeit für einen kühnen Reporter, den Handschuh aufzunehmen und im öffentlichen Interesse ein paar schwierige Fragen zu stellen.

Wie haben Waffen den Weg in UNRWA-Gebäude gefunden? Wussten ihre Mitarbeiter davon, oder waren sie sogar daran beteiligt?

Zum Umfang: Wieviele weitere Schulen, Klinken, Lagerräume und Büros der UNRWA sind noch betroffen? Von wievielen weiteren Orten, in die die Hamas eingedrungen ist, wissen wir noch gar nicht?

Zur Finanzierung: Wieviel Geld hat das Hilfswerk verloren, und wer ist dafür verantwortlich? Wie ist die Stimmung der Geldgeber der UNRWA?

Zu de Folgen: Wird die UNO irgend jemanden dafür zur Verantwortung ziehen? Welche Schlussfolgerungen ziehen die Offiziellen in der Palästinensischen Autoritätsbehörde, in Jordanien, Syrien und dem Libanon — die ebenfalls UNRWA-verwaltete Flüchtlingslager haben — aus all dem? Und welche Schritte, wenn überhaupt, kann die UNRWA angehen um das Vertrauen von Israel wieder zu gewinnen?

Zum Einsatz: Eine Überprüfung sollte jenen Schwung geben, die der UNRWA Gelder entziehen wollen. Nicht wenige Stimmen wollen die Verwantwortung für die palästinensischen Flüchtlinge dem Uno Hochkommissariat für Flüchtlinge übertragen (die UNRWA ist überflüssig) oder sogar der palästinensischen Autonomiebehörde (das würde theoretisch die PA stärken).

Gibt es einen Enthüllungsjournalisten, der sich der Aufgabe gewachsen fühlt?

Bild: CC BY-SA HonestReporting, flickr/Andrew Magill

Die New York Times gibt die Kontrolle über die Medien durch die Hamas zu

Verfasst 31. August 2014 von heplev
Kategorien: Antisemitismus, Palästinenser, Weltmedien und Nahost

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Simon Plosker, HonestReporting 25. August 2014 (übersetzt von Cora)

In ihrem Bericht über die gezielte Tötung des offiziellen Hamas-Finanzverwalters und Terrorunterstützers Mohammed al-Ghoul findet sich in der New York Times ein kleines, aber wichtiges Zugeständnis zur die Kontrolle der Hamas über das, was die Medien berichten können.

„Die Zeugen, die den Ort einige Minuten nach dem Luftangriff erreichten, berichteten, dass Sicherheitsleute in Zivilkleidung Fotografen daran hinderten Bilder zu machen, Umherstehende wegschickten, das Geld einsammelten und die Überreste des Autos nach weiterem Geld durchsuchten. Der Zeuge wollte aus Angst vor Vergeltung anonym bleiben.“

Man kann mit Sicherheit davon ausgehen, dass die „Sicherheitsleute in Zivil“ Hamasmitglieder sind. Da sie wie Zivilisten gekleidet sind, stellt sich die Frage, wie viele Terroristen als Zivilisten klassifiziert werden, einfach deshalb, weil sie keine Militär-Uniformen tragen.

Dass Fotografen und Zuschauer davon abgehalten wurden, das Geschehene zu dokumentieren und ein Zeuge Vergeltung fürchten muss, spricht Bände über die tatsächliche Kontrolle der Hamas über Gaza und warum große Teile des Geschehens nicht in die internationalen Medien gelangen.

Es ist sicher nicht verwunderlich, dass die Leiterin des Jerusalemer Büros der NY Times diesen Artikel nicht geschrieben hat. Schließlich tat sie die Verurteilung der Einschüchterungen durch die Hamas durch die Foreign Press Association als „Blödsinn“ ab.


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