Medien begeistert von Amnestys „Schießwütig“-Bericht

Verfasst 27. Februar 2014 von heplev
Kategorien: Die Welt und Nahost, Medienwelt, NGOs, Weltmedien und Nahost

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Simon Plosker, HonestReporting, 27. Februar 2014

Es gibt eine symbiotische Beziehung zwischen Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und den Medien. NGOs verlassen sich auf die Publicity und die Beleuchtung, die die Medien ihren Aktiviten geben, während die Medien dem nur allzu gerne nachkommen, wobei sie oft die Angaben der NGO-Berichte unbesehen glauben.

Es ist nur zu leicht mit pathetischem Sprachgebrauch um sich zu werfen, der zur Dämonisierung Israels beiträgt: „Kriegsverbrechen“, „übertriebene Gewalt“, „kaltschnäuzige Gleichgültigkeit gegenüber Menschenleben“.

Mit der Veröffentlichung des Berichts von Amnesty International, „Schießwütig: Israels übertriebene Gewaltanwendung in der Westbank“, wird die so genannte Menschenrechtsorganisation natürlich von Schlagzeilen wie diesen begeistert sein:

  • „Amnesty sagt, einige Tötungen der Israelis in der Westbank könnten Kriegsverbrechen sein“Reuters
  • „USA und EU gedrängt Waffenverkäufe an Israel zu stoppen“Sky News
  • „Amnesty International beschuldigt Israel böswillig Palästinenser in der Westbank zu töten“ABC News (Australien)

Angaben von Reuters:

Israelische Truppen setzen in der Westbank übertriebene, rücksichtslose Gewalt ein, töteten im Verlauf der vergangenen drei Jahre dutzende Palästinenser in dem, was ein Kriegsverbrechen sein könnte, sagte Amnesty International am Donnerstag.

In einem Bericht mit dem Titel „Schießwütig“ beschuldigte die Menschenrechtsgruppe Israel seinen Soldaten zu erlauben praktisch straffrei zu handeln und drängte auf eine unabhängige Überprüfung der Tode.

Sky News berichtet:

Die Regierungen der USA und der EU müssen alle Lieferungen von „Waffen und Mitteln“ zur Kontrolle von Menschenmengen an Israel einstellen, bis das Land seine Gewaltanwendung gegen Palästinenser in der Westbank einstellt, hat der Bericht gefordert.

Im den Bericht „Schießwütig: Israels übertriebene Gewaltanwendung in der Westbank“ kritisiert Amnesty International, was es Israels „kaltschnäuzige Gleichgültigkeit gegenüber Menschenleben“ im Umgang mit palästinensischen Protesten gegen die Besatzung nennt.

Sie deutet auf eine Zunahme der Zahl der von israelischen Streitkräften getöteten Palästinenser – im letzten Jahr wurden 27 Menschen getötet, im Vergleich dazu waren es nach Angaben der Vereinten Nationen 2012 acht und 2011 zehn.

Die IDF hat darauf geantwortet; sie erklärte, dass der Bericht von Amnesty die substanzielle Zunahme der im vergangenen Jahr initiierten palästinensischen Gewalt komplett ignoriert und völliges Fehlen von Verständnis der operationellen Herausforderungen zeigt, denen sich die IDF gegenüber sieht:

2013 erlebte einen steilen Anstieg der Vorfälle mit Steinwürfen, die das Leben von Zivilisten und Militärpersonal erheblich gefährden. 132 Israelis wurden allein in diesem Jahr verletzt, fast doppelt so viele wie 2012. Das überrascht nicht, wenn man bedenkt, dass es mehr als 5.000 Vorfälle mit Steinwürfe gab, von denen die Hälfte entlang von Hauptverkehrsstraßen stattfanden.

Leider stellen Steinwürfe und gewalttätige Demonstrationen bilden nur einen Teil der operationellen Herausforderungen, die die palästinensische Gewalt in Judäa und Samaria für die IDF stellt. Es gab 2013 weitere 66 Terroranschläge, darunter Schüsse, das Legen von Sprengsätzen, Angriffe mit stumpfen Waffen und die Entführung und Ermordung eines Soldaten.

Die IDF operiert in Judäa und Samaria, um die von Palästinensern initiierte Gewalt einzugrenzen. Wo möglich hält die IDF diese lebensbedrohende Gewalt in Schach, indem sie Mittel zur Zerstreuung von Randalierern einsetzt, darunter laute Sirenen, Wasserkanonen, Lärmgranaten und Tränengas. Nur wenn die IDF-Kräfte diese Mittel ausgeschöpft haben und Menschenleben und Sicherheit gefährdet bleiben, wird der Einsatz von Präzisionsmunition genehmigt.

Die IDF legt an sich die höchsten professionellen Standards an und trainiert und rüstet sich entsprechend aus. Wenn es einen Verdacht von Fehlverhalten oder Verstöße gegen die Disziplin gibt, überprüft die IDF das, ermittelt und agiert, wo es angebracht ist.

Derweil hat Oberst Richard Kemp, ehemaliger Kommandeur der britischen Streitkräfte in Afghanistan, im Jewish Chronicle ein vernichtendes Urteil des Amnesty-Berichts abgegeben:

Amnestys jüngster Bericht ist alles andere als unparteiisch. Ein Text nackter antiisraelischer Propaganda, der stark daran erinnert, wie weit sie von ihrem Weg abgekommen sind. Das zynische Timing des Berichts – er wurde während der Israel Apartheid Week veröffentlicht – kann nur in der Absicht erfolgt sein die Dämonisierung des jüdischen Staates in Schulen und an Universitäten zu schüren.

Es gibt keinen Versuch das Handeln der israelischen Sicherheitskräfte in einen Zusammenhang zu stellen. Keine Erwähnung der vorsätzlichen Orchestrierung gewalttätiger Demonstrationen durch palästinensische Extremisten, um israelische Soldaten zu einer Reaktion zu provozieren, die in Toten und Verletzten unter den eigenen Leuten zu Propagandazwecken resultieren – oder sogar die Sicherheitskräfte in tödliche Terroranschläge zu locken. Das ist kriminelles Handeln.

Salil Shetty, Amnestys Generalsekretär, sagte erst vor ein paar Tagen in einem Interview: „Amnesty International ist keine Organisation mit Sachkenntnis zu militärischen Situationen.“ Dieser Bericht zeigt schlicht, wie wahr das ist. Beispielsweise werden Benzinbomben vorschnell als „wenig bis keine Gefahr“ für das Leben von israelischen Soldaten abgetan. Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie grauenhaft eine Benzinbombe einen Soldaten verletzen kann.

Amnestys Empfehlung, die USA und Europa solle die Weitergabe von Mitteln zur Kontrolle von Menschenmengen und Ausbildung verbieten, verrät nicht nur die politisierte Unterstützung für antiisraelische Boykotte, sondern ist naiverweise kontraproduktiv. Solche Systeme könnten nicht nur helfen die Gewalt zu reduzieren.

Statt seine Ressourcen zu nutzen, um ernsthafte Beiträge zur Erleichterung des Leidens des palästinensischen Volks zu leisten, hat Amnesty einen verzerrten Bericht angefertigt, der als Mittel zur Aufwiegelung zu noch mehr Hass ausgenutzt werden wird.

NGO Monitor hat Amnesty ebenfalls kritisiert:

In seinem Bericht stellt Amnesty ohne jegliche unterstützenden Beweise zahlreiche, unspezifische Behauptungen auf, so dass „von israelischen Soldaten getötete Palästinenser keine direkte und unmittelbare Bedrohung von Leben“ und den Gebrauch von „willkürlicher“ Gewalt „darzustellen schienen“. Im Gegensatz dazu räumen andere Beobachtergruppen wie B’Tselem ein, dass die Mehrzahl der palästinensischen Opfer während Kämpfen oder gewalttätigen Zusammenstößen und Konfrontationen mit israelischem Sicherheitspersonal entstanden. Dass Amnesty diesen wesentlichen Kontext auslässt und den Begriff „Zivilist“ missbraucht, stellt die fehlende Glaubwürdigkeit nur weiter heraus. Gleichermaßen spielte Amnesty 2009 eine zentrale Rolle beim diskreditierten Goldstone-Bericht zum Gaza-Konflikt, ebenso bei einer Reihe weiterer Anschuldigungen gegen Israel…

Im aktuellen Bericht werden keine Definitionen oder Vergleichsdaten zur Unterstützung von Amnestys politisierten Vorwürfen geliefert, dass israelische Streitkräfte „schießwütig“ und „rücksichtslos“ sind. Fakt ist, dass ein Überblick über das Verhalten der Polizei überall in der Welt offenbart, dass das Verhalten israelischer Polizisten und Militärs weit zurückhaltender ist, wenn man den Zustand ständigen bewaffneten Konflikts und die schiere Anzahl tödlicher Situationen bedenkt, die den Einsatz tödlicher Gewalt rechtfertigen, einschließlich gewalttätiger Krawalle und Terroranschläge.

Wenn es überhaupt einen Zweifel an Amnestys antiisraelischer Agenda gibt, dann sollte die Gastgeberrolle für eine Buchpräsentation im März 2014 in ihren Londoner Hauptsitz für den Israel hassenden Extremisten Ben White und sein Buch „Israeli Apartheid: A Beginner’s Guide“ (Israelische Apartheid – ein Führer für Anfänger) diese Zweifel bezüglich der wirklichen Motivation der Organisation komplett auflösen.

Derweil sagt die gerade durch die britische Polizei erfolgte Verhaftung von Moazzem Begg, einem ehemaligen Guantanamo-Insassen, dessen Fall von Amnesty vertreten wurde, viel darüber sagen, wessen Menschenrechte bei der Organisation Priorität haben. Begg wurde in Verbindung mit Vorwürfen zu mit Syrien in Zusammenhang stehenden Terrorismus-Straftaten verhaftet; ihm wird vorgeworfen an einem Terror-Trainingslager teilgenommen und Terrorismus im Ausland unterstützt zu haben.

Warum also profitiert Amnesty International weiter vom „Heiligenschein-Effekt“ – durch den es wegen der Konzentration auf Menschenrechte vor Kontrolle geschützt und als über Tadel durch die Medien erhaben angesehen wird?

In Reaktion auf den Bericht und die Medienorgane, die ihm Sauerstoff gegeben haben, sagte HonestReportings Generaldirektor Joe Hyams:

Amnesty International hat immer wieder eine politisierte antiisraelische Agenda demonstriert, das seinen Anspruch hintergeht für Menschenrechte einzutreten. Es ist höchste Zeit, dass die Medien anfangen Organisationen wie Amnesty Fragen zu stellen.

Hört auf den einseitigen und unausgewogenen Berichten billige Öffentlichkeit zu verschaffen, die die IDF und die mit dem Schutz ihrer selbst sowie israelischer Zivilisten beauftragten Soldaten angreifen und fangt an die sehr reale und potenziell tödliche Bedrohung durch palästinensische Gewalt anzuerkennen.

CNN gibt Sharon Schuld an Massaker

Verfasst 18. Januar 2014 von Bernd Dahlenburg
Kategorien: Antisemitismus, Araber, Die Welt und Nahost, Geschichte, Weltmedien und Nahost

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HonestReporting Media BackSpin, 15. Januar 2014

Im Clip unten vom 12. Januar 2014 interviewed die CNN-Moderatorin den Reporter Mohammed Jamjoom, der aus dem CNN-Studio Beirut über die arabischen Reaktionen auf Ariel Sharons Tod berichtet. Während Jamjoom erwähnt, dass Sharon “indirekt verantwortlich sei” für die Massaker von Sabra und Shatila im Jahr1982, geht er nicht einmal darauf ein, dass die eigentlichen Täter libanesische christliche Falangisten waren.

Ein Filmausschnitt zeigt Jamjooms Besuch in den Flüchtlingslagern, wo – welch’ Überraschung – Hinterbliebene von 1982 die Schuld allein dem “Kriegsverbrecher” Sharon zuschreiben.

Bildunterschriften am unteren Rand des Bildschirms tun nichts, um die Vorstellung zu entkräften, dass Sharon das Massaker selbst angeordnet haben könnte:

„Araber geben Sharon die Schuld an Massaker in libanesischen Flüchtlingslagern.

„Hunderte getötet in den libanesischen Flüchtlingslagern Sabra und Shatila im Jahr 1982“

und am schlimmsten :

“Ein israelischer Untersuchungsausschuss  gab Sharon die Verantwortung für die Massaker von 1982

Diese letzte Bildunterschrift täuscht ganz bewusst.

Von den Arabern, deren Aussagen als Bildunterschriften genutzt wurden sowie der Berichterstattung Jamjooms erhält der schlecht informierte TV-Zuschauer die falsche Botschaft laut und deutlich – Ariel Sharon hat persönlich ein Massaker begangen.

Ariel Sharon: Die Medien-Mythen entlarven

Verfasst 14. Januar 2014 von heplev
Kategorien: Europ. Medien und Nahost, NGOs, Weltmedien und Nahost

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Simon Plosker, HonestReporting.com, 12. Januar 2014

Mit dem Tod des ehemaligen israelischen Premierministers Ariel Sharon haben die Medien eine riesige Zahl an Nachrufen produziert. Sharon ist eine kontroverse Persönlichkeit gewesen und ruft eine große Bandbreite an Emotionen sowohl von Anhängern wie auch Gegner hervor. Das ist jedoch keine Rechtfertigung für falsche Profile oder gewollte Dämonisierung eines der Gründungsväter des modernen israelischen Staates.

Über die Jahre und besonders seit er 2001 zum Premierminister gewählt wurde, haben die internationalen Medien Ariel Sharon mit mehr Giftigkeit und Missbrauch bedient, als jeden anderen demokratisch gewählten Führungspolitiker der zivilisierten Welt. Sharon ist von vielen Medienorganen in wenig schmeichelhaften Begriffen beschrieben worden, die ihn als „Kriegsverbrecher“ und einen „Schlächter“ etikettiert haben – ein Trend, den wir einmal mehr in der heutigen Berichterstattung der Medien erleben.

Medienanalyst Tom Gross trägt vor:

In der Vergangenheit ist ein Großteil der Berichterstattung zu Ariel Sharon in den europäischen und arabischen Medien von unverhohlenem Antisemitismus begleitet gewesen. In Spanien veröffentlichte z.B. am 4. Juni 2001 (drei Tage, nachdem ein palästinensischer Selbstmordbomber 21 junge Israels an einer Disco in Tel Aviv tötete, mitten während einem einseitigen israelischen Waffenstillstand) das linke Magazin Cambio 16 Karikaturen Sharons (mit einer Hakennase, die er nicht hat), der eine Kippa trägt (die er normalerweise nicht trug), der einen mit einem Hakenkreuz in einem Davidstern auf der Brust angab und proklamierte: „Wenigstens hat Hitler mich gelehrt wie ich in ein Land einfallen und jedes lebende Insekt vernichten kann.“

Eine Woche später veröffentlichte El País, Spaniens Äquivalent zur New York Times, eine Karikatur einer allegorischen Figur, die einen kleinen, rechteckig geformten schwarzen Schnurrbart trug und durch die Luft auf Sharons Oberlippe zuflog. Die Bildbeschreibung lautete: „Clio, die Muse der Geschichte, setzt Ariel Sharon Hitlers Schnurrbart auf.“

Karikaturen in der griechischen Presse zeigten Sharon 2004 als Nazi-Offizier. Eine der führenden Zeitungen Italiens, der Corriere della Sera, brachte am 31. März 2002 eine Karikatur, die Sharon zeigte, wie er Jesus tötet. (Die Karikatur, die zeitlich so kam, dass sie mit Ostern zusammenfiel, wurde veröffentlicht, als Israelis wegen des Passah-Massakers drei Tage zuvor in Netanya im Sterben lagen.)

Hunderte ähnliche antisemitische Motive wurden Sharon in den letzten Jahren angedichtet. Das Magazin Economist in London verglich ihn zu Charles Dickens berüchtigtem antisemitischen Stereotyp Fagin.

In den Nachrufen von heute gibt es drei gemeinsame Beispiele für Einseitigkeit, wo fehlender Kontext oder falsche Information eingesetzt werden, um Sharon als „Schlächter“ oder „Kriegsverbrecher“ zu präsentieren.

Sabra und Shatila

Die üblicherweise gegen Sharon erhobene Anklage ist, dass er für das Massaker an Tausenden Palästinensern in den Flüchtlingslagern Sabra und Shatila während des Libanonkriegs 1982 verantwortlich ist.

Schlagzeile: Daily Mail

In Wirklichkeit wurden die Tötungen, wie in Mitchell Bards „Myths & Facts“ genau beschrieben, von der libanesischen Phalange-Miliz verübt (deren Mitglieder immer noch nicht zur Verantwortung gezogen wurden). Israels Kahan-Kommission stellte fest, dass Israel und Ariel Sharon indirekt dafür verantwortlich waren, die Möglichkeit der Phalangisten-Gewalt nicht vorausgesehen zu haben. Sharon trat daher von seinem Posten als Verteidigungsminister zurück.

Myths and Facts erklärt:

Die libanesisch-christliche Phalange-Miliz war für die Massaker verantwortlich, die in den beiden Flüchtlingslagern bei Beirut am 16. und 17. September 1982 verübt wurden. Israelische Truppen erlaubten den Phalangisten Sabra und Shatila zu betreten, um Terrorzellen aufzuspüren, von denen man glaubte, dass sie dort vorhanden sind. Es ist geschätzt worden, dass vielleicht bis zu 200 bewaffnete Männer in den Lagern gewesen sind, die aus den zahllosen Bunkern heraus vorgingen, die von der PLO im Verlauf der Jahre gebaut und mit großzügigen Reserven an Munition ausgestattet wurden.

Als israelische Soldaten die Phalangisten hinausbefahlen, fanden sie hunderte Tote (die Schätzungen reichen von 460 nach Angaben der libanesischen Polizei bis 700-800 von israelischen Informationen kalkulierten). Zu den Toten gehörten nach Angaben der libanesischen Zählung 35 Frauen und Kinder. Der Rest waren Männer: Palästinenser, Libanesen, Pakistanis, Iraner, Syrer und Algerier. Die Tötungen wurden begangen, um die Morde am libanesischen Präsidenten Bashir Gemayel und 25 seiner Anhänger zu rächen, die bei einem Bombenanschlag früher in der Woche getötet wurden.

Israel hatte der Phalange gestattet in die Lager zu gehen; das war Teil eines Planes die Macht an die Libanesen zu übergeben. Israel akzeptierte die Verantwortung für diese Entscheidung. Die von der israelischen Regierung auf Reaktion auf öffentliche Empörung und Trauer gebildete Kahan-Untersuchungskommission stellte fest, dass Israel indirekt verantwortlich war die Möglichkeit der Phalangisten-Gewalt nicht vorhergesehen zu haben. Infolgedessen trat Verteidigungsminister Ariel Sharon zurück und Genral Raful Eitan, Stabschef der Armee, wurde entlassen.

1985 entschied eine amerikanische Jury, dass Sharon vom Time Magazine diffamiert worden war, das zu dem Schluss gekommen war, Sharon habe die Tötung der Zivilisten entweder „bewusst beabsichtigt“ oder „aktiv ermutigt“.

Der Ausbruch der Zweiten Intifada

Eine der am weitesten verbreiteten Mythen, die in den internationalen Medien auftauchen, ist der Vorwurf, Ariel Sharons Besuch auf dem Tempelberg im September 2000 sei verantwortlich für den Ausbruch der palästinensischen Gewalt gegen Israel.

AFP:

Sharon machte einen provokativen Besuch auf dem Spannungsgebiet des Geländes der Al-Aqsa-Moschee in Jerusalems Altstadt, der den Ausbruch der zweiten palästinensischen Intifada entzündete.

Newsweek:

Die Palästinenser behaupten, dass der jetzt folgenschwere Besuch Sharons an dem Ort im September 2000 – wo nach muslimischen Traditionen der Prophet Mohammed in den Himmel auffuhr und wo König Salomo ursprünglich den Tempel baute, der zum heiligsten Ort des Judentums geworden war – die Intifada auslöste.

Aber behaupten die Palästinenser wirklich, dass Sharons Besuch die Intifada begann?

Der palästinensische Kommunikationsminister Imad Al-Faluji in Al-Safir am 3. März 2001 (übersetzt von MEMRI):

Wer immer glaubt, die Intifada brach wegen des Besuchs des verachteten Sharon an der Al-Aqsa aus, liegt falsch… Diese Intifada wurde im Vorhinein geplant, seit dem Moment, als Präsident Arafat von den Camp David-Verhandlungen zurückkehrte, wo er Präsident Clinton die kalte Schulter zeigte.

Yassir Arafats Frau Suha sagte Folgendes (von Palestinian Media Watch):

Auf der persönlichen Ebene vermisse ich ihn sehr, sehr stark. Unsere Tochter Zahwa vermisst ihn auch, wie Sie sich vorstellen können. Sie weiß, dass Arafat uns vor der [israelischen] Invasion Ramallahs wegschickte. Er sagte: „Du musst Palästina verlassen, denn ich will eine Intifada durchführen und ich bin nicht bereit mich hinter meiner Frau und meinem kleinen Mädchen zu verschanzen.“ Jeder sagte: „Suha ließ ihn im Stich“, aber ich ließ ihn nicht im Stich. Er befahl mir ihn zu verlassen, denn er hatte bereits nach den Oslo-Vereinbarungen und nach dem Scheitern von Camp David [im Juli 2000] entschieden eine Intifada durchzuführen.

Imad Faluji, PA-Kommnikationsminister:

Wer immer glaubt, die Intifada brach wegen des Besuchs des verachteten Sharon an der Al-Aqsa aus, liegt falsch. Das war nur der Tropfen, der das Fass der Geduld des palästinensischen Volks überlaufen ließ. Diese Intifada wurde bereits geplant, seit Präsident [Arafat] von den jüngsten Gesprächen in Camp David [Juli 2000] zurückkehrte. [private Filmaufnahmen einer Rede von Faluji, 5. Dezember 2000]

Der amerikanische Diplomat Dennis Ross erinnert sich in seinem Buch The Missing Peace, dass die Israelis Washington mit Beweisen anriefen, dass die Palästinenser „massive, gewalttätige Demonstrationen in der gesamten Westbank planten, vorgeblich als Reaktion auf den Besuch Sharons.“ Washington setzte Arafat unter Druck die Gewalt zu dämpfen, aber der Palästinenserführer – wieder über Ross – „rührte nicht einen Finger die Demonstrationen zu stoppen, die die zweite Intifada produzierten“.

Zusätzlich schloss der vom Untersuchungsausschuss übermittelte Mitchell-Bericht, der die Ursachen des Ausbruchs der Gewalt untersuchen sollte:

Der Besuch Sharons verursachte die Al-Aqsa-Intifada nicht.

Mehr Zitate hochrangiger Palästinenser und Medien, die die Verantwortung für die Zweite Intifada eingestehen, findet man bei Palestinian Media Watch.

Wenigstens das Time Magazine hat es begriffen:

Während einige Israelis und Palästinenser Sharon beschuldigten die Gewalt provoziert zu haben, wurde rasch klar, dass Arafat, der die Unruhen anfachte, Streit suchte und jede Rechtfertigung genommen hätte.

Der Angriff auf Qibya 1953

Großbritanniens Channel 4 News berichten:

1953 half er die Einheit 101 zu bilden, eine Einheit, die Vergeltungsschläge für die Ermordung einer israelischen Frau und ihrer beiden Kinder ausführte. Seine Truppen sprengten mehr als 40 Häuser in Qibya, einem Dorf in der Westbank, die damals von Jordanien regiert wurde; 69 Araber wurden dabei abgeschlachtet. Sharon sagte später, er glaubte die  Häuser seien leer.

Sharon wird oft die Verantwortung für den Tode von 69 jordanischen Zivilisten bei einem Kommandoüberfall auf das Dorf Qibya zur Last gelegt. Der Angriff auf Qibya von 1953 war Teil der israelischen Regierungspolitik, wie auf tödliche Terrorangriffe von „Fedajjin“-Terroristen reagiert wurde, die von den benachbarten Jordanien und Ägypten unterstützt wurden. Hunderte israelische Zivilisten waren getötet worden und die Regierung antwortete damit, dass sie Sharons Einheit 101 losschickte, um die Fedajjin, die sie unterstützenden Armeebasen und die sie beherbergenden Dörfer zu treffen. Als die Truppe sich dem Dorf näherte, sahen sie hunderte Einwohner von Qibya fliehen. Die Truppe glaubte, dass alle Einwohner geflohen waren.

Nach Angaben der offiziellen IDF-Enzyklopädie fanden die Soldaten eine junge Frau in einem Haus und einen alten Mann in einem anderen. Diese wurden rasch verscheucht. Kurz darauf sprengten IDF-Pioniere Dutzende Häuser. Niemand wusste, dass 69 Zivilisten sich in diesen Häusern versteckten. Ihr Tod war nicht beabsichtigt, aber das Ergebnis fehlerhafter Informationen und die Militäroperation wurde weithin verurteilt, sowohl in Israel als auch außerhalb.

Reuters erklärt:

Als junger Offizier im Krieg zur Gründung Israels 1948 verwundet, leitete er [Sharon] später Kommandoeinheiten und gestaltete eine Vergeltungspolitik – die auch den Verlust des Lebens von Unschuldigen in Kauf nahm – für grenzüberschreitende palästinensische Guerilla-Angriffe.

Eine „Vergeltungspolitik – die auch den Verlust des Lebens von Unschuldigen in Kauf nahm“ impliziert falsch, dass die israelische Politik tatsächlich darin bestand sich gegen unschuldige Zivilisten zu richten. Das ist nie die Politik der IDF gewesen, die sich sehr bemüht zivile Opfer zu vermeiden.

Weitere Einseitigkeiten

Dass palästinensische und andere arabische Kommentatoren den Medien negative Kommentare geben, überrascht nicht angesichts Sharons Ruf und Image in der arabischen Welt und es ist legitim diese Ansichten zu berichten. Doch was ist mit so genannten Experten, die eine persönliche Agenda puschen, statt objektive Analyse zu bieten?

NPR zitiert Mark LeVine, Professor für Zeitgeschichtliche Nahost-Geschichte an der University of California, Irvine.

Sharons Taten sowohl als Soldat als auch als Politiker spiegeln die innersten Ängste und Wünsche vieler Israelis über den Staat, den sie dort gründen wollten, wo es im wesentlichen eine feindliche Umwelt gab, sagte LeVine.

„Sie wussten, damit Israel Erfolg hat und damit der Zionismus Erfolg hat war es notwendigerweise in einen Konflikt mit der einheimischen Bevölkerung des Landes verwickelt, das niemals geordnet oder angenehm sein würde“, sagte LeVine.

Dass LeVine Israel als Kolonialisten von außen darstellt, der einen Konflikt mit einer „einheimischen Bevölkerung“ führt, überrascht kaum, wenn man bedenkt, dass er ein prominenter Unterstützer der Boykott-, De-Investitions- und Sanktionsbewegung (BDS) ist.

Die Associated Press und die Times of London zitieren Sarah Leah Whitson von Human Rights Watch:

Es ist eine Schande, dass Sharon in sein Grab gegangen ist, ohne sich für seine Rolle in Sabra und Shatila und andere Misshandlungen der Gerechtigkeit gestellt zu haben.

Human Rights Watch ist immer wieder als eine Organisation entlarvt worden, die klar antiisraelische Obsession zur Schau stellt und Sarah Leah Whitson hat eine lange Geschichte antiisraelischen Aktivismus, einschließlich Unterstützung der BDS. So stellte NGO Monitor im Mai 2009 fest: Whitson leitete eine Reise, die in Saudi-Arabien Unterstützung suchte, wo sie HRWs „finanzielle Knappheit wegen der globalen Finanzkrise und der Arbeit zu Israel und Gaza“ betonte, „die HRWs Budget für die Region erschöpfte“. Sie hob HRWs Haltung hervor, dass man „pro-israelischen Interessenverbänden“ Paroli bietet, die – wie sie erklärte – „dem Bericht starken Widerstand leisteten und versuchten ihn zu diskreditieren“.

Dass HRW und Sarah Leah Whitson als glaubwürdige Quellen zitiert werden, bezeugt die ungesunde symbiotische Beziehung zwischen Medien und NGOs und den „Heiligenschein-Effekt“, der so genannte Menschenrechtsorganisationen aufkommen lassen, die als über alle Kritik erhaben angesehen werden.

Ein Jahr tendenziöser Berichterstattung: Warum die New York Times gewann

Verfasst 1. Januar 2014 von heplev
Kategorien: Medienwelt, Weltmedien und Nahost

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Pesach Benson, HonestReporting.com, 26. Dezember 2013

Als die Leser von HonestReporting aufgefordert wurden den „Gewinner“ des Dishonest Reporting Award 2013 zu wählen, war der vorwiegende Unmut am besten mit einer einzeiligen E-Mail zusammenzufassen:

„Die NY Times hat das ganze Jahr über auf Israel eingeprügelt.“

Ein Großteil der Verstimmung konzentrierte sich auf den Op-Ed-Bereich. Eine dauerhafte Parade an Kommentaren mit herablassenden Abqualifizierungen der Befürchtungen Israels wegen des Iran zementierten natürlich den Preis für die Gray Lady in der zweiten Hälfte des Jahres 2013. Das überrascht nicht. HonestReportings Langzeitstudie des Kommentarteils der Times stellte 2012 ähnliche Probleme fest.

Doch die NY Times gab sich redlich Mühe diesen Preis selbst ohne das Problem der Op-eds zu gewinnen.

Die Zeitung fügte seiner Redaktion einen bekannten antiisraelischen Verschwörungstheoretiker hinzu, verherrlichte Steinewerfer, warf Fragen zur Art auf, wie es Korrekturen bringt und beendete das Jahr mit einem blühenden Foto-Fehlschlag. Keine der 2013 auf den weiteren Plätzen Gelandeten wie die BBC, CNN, Ha’aretz und andere kamen den von der Times geschürten Spannungen auch nur nahe.

Um fair zu sein: Es gab ein paar Lichtblicke. Der beste Moment der Gray Lady war, wie ein Leser versicherte, als MEMRI ein Video von Mohammed Morsi ans Tageslicht brachte, wie er sich antisemitisch äußerte. Die Story erntete die breite Aufmerksamkeit nicht, bis die New York Times sie aufgriff, was letztlich zu einer Verurteilung durch das Weiße Haus und öffentliche Überprüfung führte, die Morsi nicht ignorieren konnte.

Die Times ist Amerikas einflussreichste Zeitung, zum Teil wegen ihrer Reichweiter und teilweise wegen ihrer Reputation für journalistische Exzellenz. Mit mehr als 1,8 Millionen Abonnenten, 4,7 Millionen, die ihr auf Facebook folgen und 10,4 Millionen auf Twitter ist die die New York Times die am zweitmeisten besuchte Nachrichtenseite der Welt.

Hier sind die Gründe dafür, dass die Leser von HonestReporting die New York Times für den diesjährigen Dishonest Reporting Award markierten.

Warum die New York Times den Dishonest Reporting Award 2013 gewann

Verherrlichung von Steinewerfern

Nicht einmal, sondern zweimal setzte die Times Steine werfende Palästinenser auf ein strahlendes Podest. Als erstes gab es im März eine Cover Story im New York Times Magazine über die wöchentlichen Proteste in Nabi Saleh (begleitet von einer Fotostrecke mit dem Titel „Die Widerständler“). Der Autor des Textes, Ben Ehrenreich, hatte vorher schon Israel in einem widerlichen Op-Ed in der Los Angeles Times verleumdet; dort verglich er Israel mit dem Südafrika der Apartheid (Südafrika wurde gütiger bewertet) und etikettierte den Gazastreifen als „139 Quadratmeilen-Gefangenenlager“. Und in einer Nachricht bei Harper’s unterstellte Ehrenreich, israel führe einen „Wasserkrieg gegen Palästina“.

Was die Story selbst angeht, waren die spezifischen Kritikpunkte einfach zu langatmig, um hier im Detail darauf einzugehen. Arnold Roth hat eine fesselnde persönliche Verbindung zu dem Artikel. Lesen Sie auch den Ha’aretz-Kolumnisten Chemi Shalev und den Commentary-Redakteur Jonathan Tobin.

Gefragt, was ihn bezüglich Nabi Saleh neugierig machte, sagte Ehrenreich hinterher:

Ich wollte verstehen, was die Leute motiviert weiter zu kämpfen, jede Woche zu demonstrieren, im vollen Wissen darum, was die Konsequenzen sein würden und wie viel sie verlieren konnten.

Memo an Ehrenreich und die Times: Die wöchentlichen Zusammenstöße an Orten wie Nabi Saleh und Bilin werden zur Konsumierung durch die Medien als vorab als Manuskript ausgegeben.

Im August veröffentlichte die Times einen zweiten Blick auf das Steine werfen – diesmal über Jungs aus dem Dorf Beit Omar. Wie erklärte Bürochefin Jodi Rudoren die Gewalt?

Hier in Beit Ommar, einem Dorf von 17.000 Einwohnern zwischen Bethlehem und Hebron, das von jüdischen Siedlungen umzingelt ist, ist Steine werfen ein Durchfahrt-Ritual und ein ehrenvoller Akt des Trotzes. Die Sinnlosigkeit der von gepanzerten Fahrzeugen abprallenden Fahrzeuge spielt kaum eine Rolle: Was zählt, ist die Konfrontation.

HonestReporting erinnerte die Times, dass Steine werfen ein Akt der Gewalt ist. Rudoren trat in die Fußstapfen von Amira Hass, deren Rechtfertigung des Steinewerfens der Ha’aretz-Kolumnistin ihren eigenen Dishonst Reporting einbrachte.

Infragestellung von Israels Existenzrecht

Niemand stellt – sagen wir – Japans Existenzrecht infrage. Dem russischen Volk seine Selbstbestimmung zu verweigern ist antisrussisch. Und inhärente irisch nationale Ansprüche für ungültig zu erklären wird bei Iren überall in der Welt keine Pluspunkte einbringen.

Doch die New York Times hielt es für angebracht einen happigen, 2.052 Worte langen Kommentar von Professor Joseph Levin im März zu veröffentlichen, der argumentierte, dass es nicht antisemitisch ist Israels Existenzrecht infrage zu stellen. Ein jüdischer Staat, behauptet Levine, ist „undemokratisch“, wobei die äußeren Zeichen von Eigenstaatlichkeit ohnehin nichts Besonderes sind.

Die Professoren Ian Lustick (links) und Joseph Levine (rechts)

Doch genau die Rechte, die der Philosophieprofessor den Juden verweigert, werden den Palästinensern gewährt. Selbstbestimmung? Brauchen Juden gar nicht erst zu beantragen.

Ein zweites Op-ed mit der Forderung nach Israels Untergang wurde im September veröffentlicht. Damit schien Professor Ian Lustick eine Einstaaten-Lösung zu fordern. Doch bei näherer Betrachtung zeigt sich, dass Lustick darüber hinaus geht den Juden nationale Bestrebungen zu verweigern. Gibt es irgendwie Raum für jüdischen nationalen Ausdruck in der Einstaaten-Fantasie, die Lustick aus dem Nichts seines Elfenbeinturms beschreibt?

In einem derart radikal neuen Umfeld könnten säkulare Palästinenser in Israel und der Westbank sich mit den Postzionisten von Tel Aviv, nichtjüdisch, Russisch sprechenden Einwanderern, Gastarbeitern und israelischen „Global Village“-Unternehmern zusammentun. Antinationale, ultraorthodoxe Juden könnte Gemeinsamkeiten mit muslimischen Traditionalisten finden. Im sich rapide verändernden Nahen Osten nicht an statischen Zionismus gebunden, könnten Israelis, deren Familien aus arabischen Ländern kamen, neue Gründe finden von sich nicht als „östliche“, sondern als arabisch zu denken.

Lusticks Antwort auf Kritiker erinnerte an William Shakespeare-Monologe: Eine Erzählung voller Klang und Wut, der nichts bedeutet.

Sowohl Lustick als auch Levine sind jüdisch, doch keiner repräsentiert irgendwelche jüdischen Mainstream-Ansichten. Schicke akademische Titel gleichen die Unzulänglichkeiten ihrer Argumente nicht aus. Doch was sagt all das über die Times?

Premierminister Netanyahu vor der UNO, 2013

Israel, Iran, und die Vendetta der Gray Lady

Das war absolut der größte Einzelanstoß bei den Lesern von HonestReporting.

Im September versammelten sich die Führer der Welt in New York zum Beginn der UNO-Vollversammlugn. Unter den Zeichen von Tauwetter in den Beziehungen zwischen den USA und dem Iran brachte die Zeitung eine stete Parade an Nachrichten und Kommentaren, die Israels legitimen Befürchtungen zu Irans Atomprogramm verächtlich machte. So einige Leser gingen so weit zu implizieren, dass die Gray Lady entweder als Sprachrohr für die Obama-Administration agiert oder eine persönliche Vendetta gegen Premierminister Benjamin Netanyahu führt. Oder beides. So schrieb der Reporter Avi isssacharoff von der Times of Israel damals:

Rouhanis Lächeln. Die New York Times schient eine Kampagne gegen Premierminister Benjamin Netanyahu zu steuern, der sagte, Sanktionen gegen den Iran dürften nicht aufgehoben werden und vor den wahren Absichten der Islamischen Republik warnte. Gewisse westliche Journalisten werden möglicherweise von der Hoffnung – und vielleicht zu einem gewissen Grad von Naivität – getrieben, dass die Krise keine Gewaltanwendung benötigen wird.

Doch die Anti-Netanyahu-Kampagne übersieht (oder ignoriert) die Tatsache, dass die argwöhnische israelische Regierung wenig überraschend sich der Unterstützung vieler arabischer Länder erfreut – einschließlich Ägyptens, Saudi-Arabiens und der Vereinigten Arabischen Emirate – die in Sachen Iran nicht naiv sind.

Und Dror Eydar von Israel HaYom fügte an:

Die Times hat eine lange Geschichte der Unterstützung auch der leiseste Hoffnung, wenn es um die Aussöhnung mit skrupellosen Diktatoren geht.

Was trieb zu diesen Vorstellungen?

  1. Ein Redaktionskommentar verwechselt israelische Skepsis mit Böswilligkeit.
  2. Ein Redaktionskommentar beschuldigt Netanyahu die Atomgespräche vorsätzlich zu sabotieren.
  3. Ein Redaktionskommentar impliziert auf herablassende Weise, die Türkei und Saudi-Arabien rebellierten gegen die amerikanischen Gebieter.
  4. Ein Redaktionskommentar macht aus Israel den Sündenbock für den Zusammenbruch der Diplomatie zwischen den USA und dem Iran.
  5. Ein Redaktionskommentar legt nahe, dass eine Vereinbarung mit den Iran wichtiger ist als die Inhalte des Deals.
  6. Ein Redaktionskommentar beschreibt israelische Einsprüche zur Interimsvereinbarung als eine der „vor uns liegenden Tücken“.
  7. Ein Redaktionskommentar beschreibt Netanyahus Einwände zu einem Interimsabkommen als „hysterische Opposition“.
  8. Roger Cohens herablassende Meinung zu „Bibis ermüdende iranische Sprüche“.
  9. Roger Cohens abschätzige Sicht zu Israels Sorgen.
  10. Tom Friedman behauptet, die Opposition im Kongress zum Weißen Haus in Sachen Iran stamme „aus einer wachsenden Tendenz amerikanischer Parlamentarier alles zu tun, was die Israel-Lobby von ihnen fordert…“
  11. Tom Friedman bagatellisiert Israels Sorgen, indem er „den verrückten Bibi“ mit dem „coolen Obama“ vergleicht.
  12. Tom Friedmans herablassende Darstellung besorgter amerikanischer Verbündeter.
  13. Jodi Rudorens übertriebene Analyse zu Netanyahus politischer Isolation. (Dieser Artikel bekam noch einmal Schwung, weil die Zeitung eine Beschreibung Sara Netanyahus korrigierte. Rudoren schickte der Frau des Premierministers außerdem eine persönliche Entschuldigung.

Auf all das zurückblickend fragten sich die Leser: Nutzte die Times die Gelegenheit es Bibi zurückzugeben, nachdem er in seiner Rede vor der UNO die NY Times herausforderte? Wenn, war dann das in einer derart existenziellen Frage zu tun, ein angemessener Weg eine Rechnung zu begleichen? Wie sonst würde die Times den beleidigend abschätzigen Ton all dieser Kommentare erklären? Und warum brachte die Times nicht mehr Ausgewogenheit in ihren Op-Ed-Bereich?

PLO behauptet Jesus war Palästinenser

Verfasst 24. Dezember 2013 von heplev
Kategorien: Nicht kategorisiert

Simon Plosker, HonestReporting.com, 23. Dezember 2013

Hier ist die jahreszeitliche Videobotschaft der PLO zu Weihnachten:

Beachten Sie die Beschreibung zum Video:

Jedes Weihnachten feiert Palästina die Geburt eines der seinen, Jesus Christus.

„Eines der seinen“?!

Jesus wurde freilich als Jude geboren.

Jeffrey Goldberg merkt an (Hervorhebung hinzugefügt):

Die jüngsten Manifestationen des Wunsches Jesus zu entjuden ist nicht aus christliche Kirchen Europas gekommen, sondern von antiisraelischen Aktivisten in der arabischen Welt, die eine Kampagne mit der Behauptung betreiben, dass Jesus genau genommen Palästinenser war (mit anderen Worten: Mitglied eines Volks, das erst vor rund 100 Jahren entstand) und dass die Juden des Gottesmordes und Völkermordes unter anderen Morden schuldig sind.

Und was würde heute geschehen, wenn ein jüdischer Junge wie Jesus sich entschlösse palästinensisch kontrollierte Gebiete zu betreten? Am wahrscheinlichsten müsste er seinen Esel durch einen Steinhagel führen, der auf der Straße auf ihn geworfen würde.

Das Video selbst ist die übliche palästinensische Schilderung der Opferrolle und israelischer Unterdrückung. Doch wenn es darum geht Jesus Christus zu vereinnahmen, für die eigenen Propaganda zu behaupten er sei Palästinenser, dann ist klar, wie weit die Palästinenser zu gehen bereit sind, um die Geschichte und die Religion für ihre Sache zu entstellen.

Der Guardian schließt Israelis, Selbstmordbomber und Ausgewogenheit aus

Verfasst 22. Dezember 2013 von heplev
Kategorien: Europ. Medien und Nahost, Weltmedien und Nahost

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Pesach Benson, HonestReporting.com, 20. November 2013

Ein interaktives Feature beim Guardian wirft einen Blick auf Mauern und Barrieren rund um die Welt. Von der Grenze zwischen den USA und Mexiko zur 4.000km lange Grenze zwischen Indien und Bangladesch, darin 99 Mauern, die Belfasts protestantische und katholische Viertel trennen; sie nennen es „Wall-to-wall coverage“ (Berichterstattung von einer Mauer zur nächsten).

Auch Israels Sicherheitsbarriere wird gezeigt.

Harriet Sherwood (mit etwas B’Tselem gut geschriebener Hilfe) hat jede Menge Kommentare, Fotos und Videos von Palästinensern, die darüber reden, wie die Mauer ihr Leben beeinflusst.

Unglücklicherweise vor den Toren des Guardian stehen gelassen sind Israelis, die mitteilen, wie die Sicherheitsbarriere ihr Leben beeinflusst. Das würde bedeuten, man müsste die tödlichen palästinensisch Selbstmordbomber ansprechen, die während der zweiten Intifada in den Straßen von Jerusalem und Tel Aviv Chaos und Verwüstung anrichteten.

Aber warum journalistische Balance ein perfekte Stimmung ruinieren lassen, die Sherwood, B’Tselem und fünf fotogene Palästinenser schufen?

Da der Guardian sich nicht dazu herablässt mit Israelis zu reden, lasse ich stattdessen Ramadan Saleh – weit weniger verlockenden Chef des Palästinensischen Islamischen Jihad – mein Argument vortragen. Die Barriere hält Terroristen fern.

Ein einseitiger Lauf

Verfasst 22. Dezember 2013 von heplev
Kategorien: Die Welt und Nahost, Europ. Medien und Nahost

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Yarden Frankl, HonestReporting.com, 17. Dezember 2013

Ron Levy und Revital Seri, 1984 beim Wandern ermordet.

Jonathan Brown beschreibt in der Irish Times seine Erfahrung als Läufer in dem, was er „Palästina“ nennt. („Laufen ist ein Luxus, mit dem die Palästinenser nichts anfangen können.“) Er schreibt verständnisvoll darüber, dass die Palästinenser derart daran gewöhnt sind vor israelischen Soldaten davonzulaufen, dass sie sich Lauf aus reiner Lust nicht vorstellen können.

Er erklärt den Kontext der Situation nicht ansatzweise, als ob er sagen wollte, die israelischen Soldaten seien nur dort, um zu verhindern, dass die Palästinenser Spaß haben und zur Erholung laufen:

Die auf meine Brust gerichteten Gewehre kristallisiert sich in diesem Moment der wesentliche Unterschied zwischen Laufen in Palästina und fast überall sonst. Der Unterschied besteht zwischen „Laufen“ und „Weglaufen“. Wie Worte auf einer Seite ist es ein kleiner Unterschied. Selbst die physische Aktion ist ähnlich – beide lösten primäre menschliche Instinkte aus. Doch die durch sie eingeflößten Gefühle sind Welten von einander entfernt. Beim einen sind es die Endorphine, beim anderen Adrenalin; die Gewissheit der Sicherheit und die Gewissheit unmittelbarer Gefahr. Ich bin gefangen zwischen diesen Gegensätzlichkeiten, wenn ich erkenne, dass Laufen ein Luxus ist, den ich als selbstverständlich angesehen habe, ein Luxus, mit dem Palästina nichts anfangen kann.

Ich bin Läufer. Und ich leben in dem, was Brown Palästina nennen würde und von dem ich als Judäa spreche. Ich stimme ihm zu, dass es ein wunderschöner und herausfordernder Ort zum Laufen ist.

Doch was Brown nicht zu erkennen scheint: Israelische Läufer und Wanderer in diesem Gebiet sorgen sich auch um ihre Sicherheit. Jedes Mal, wenn du deine Laufschuhe oder die Wanderstiefel zubindest, machen auch dir tödliche Angriffe auf Wanderer und Jogger im Hinterkopf zu schaffen.

Erst vor ein paar Wochen feierte die PA die Entlassung von Issa Abed Rabo. Er wurde der am längsten im Gefängnis sitzende Häftling, indem er 1984 Revital Seri und Ron Levy ermordete. Die beiden Studenten wanderten in der Nähe eines Klosters im südlichen Jerusalem, als sie Rabo begegneten. Er fesselte Levy und Seri mit vorgehaltener Waffe, zog ihnen Tüten über den Kopf und tötete beide.

Wenn du also alleine auf einem Trampelpfad unterwegs bist und einen Palästinenser siehst, dann fragt sich ein Teil deines Verstandes, ob es da jetzt ein Problem geben wird.

Doch was geschieht ist dieselbe Reaktion, die zwischen palästinensischen Zivilisten und israelischen Soldaten hunderte Male am Tag abläuft.

Es gibt ein gegenseitiges Zunicken und dann ist der Augenblick vergessen.

Nicht alles ist so voller Dramen wie das von Brown gemalte Bild.


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