Medienbeschränkungen ein Jahr nach dem Gazakrieg

Posted 16. Dezember 2009 by Bernd Dahlenburg
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HonestReporting Media BackSpin, 16. Dezember 2009

Eine Diskussion, die auf die Medienberichterstattung zum Gazakrieg zurückblickt, muss sich direkt mit dem heiklen Thema der israelischen Pressebeschränkungen auseinandersetzen.

Die Ursache dieser Politik reicht zurück in den Libanonkrieg 2006, als die Hisbollah die Presse als Waffe gegen Israel missbrauchte. Wir sahen inszenierte Fotos, Unterstellungen, dass Israel Hisbollah-Raketen für PR-Zwecke verschonte wegen des Vorwurfs, Uran-Granaten eingesetzt zu haben, und natürlich Reuters Adnan Hajj, den Reklamehelden für Nahost-„Fauxtography.“

Berichte aus dem Libanon unterschlugen meistens die massive Medienzensur durch die Hisbollah sowie weitere Verfälschungen und Verletzungen der Medienethik.

Zeitsprung in den Dezember 2008: Da der Raketen- und Granatenbeschuss aus dem Gazastreifen eskalierte und Israel die Operation Gegossenes Blei startete, kann es kaum überraschen, dass die IDF nach den Lektionen, die sie im Libanon gelernt hatte, Journalisten den Zugang in den Gazastreifen verwehrte.

Die beiden meist verwendeten Argumente für die Pressebeschränkung enthalten auch zwingende Gegenargumente:

• Es wirkt herablassend, wenn man Kriegskorrespondenten erklärt, dass Beschränkungen ihrer Sicherheit dienen.

• Zu behaupten, dass Journalisten den Soldaten in die Quere kommen, mag auf spezielle militärische Operationen zutreffen, aber es ist nicht grundlegend für die Blanko-Politik eines demokratischen Staates.

Es muss angemerkt werden, dass die Beschränkungen nicht – und das war auch früher nicht der Fall – zu einem völligen Ausfall der Berichterstattung führen würden. Nach Kriegsbeginn arbeiteten jede Menge palästinensischer Journalisten in Gaza. Al-Jazeera unterhielt weiterhin sein Büro und griff sogar zu der ungewöhnlichen Maßnahme, jeglichen Inhalt freizustellen, was zu einem erstaunlichen Traffic-Zuwachs von 600 Prozent führte. Viele Zeitungen bauten auf Stringer (palästinensische Zuträger, freie Mitarbeiter, [bd]). Der italienische Journalist Lorenzo Cremonesi kam über Ägypten nach Gaza rein.

Und wie erging es der Presse in Gaza? CNN-Reporter Anderson Cooper am 6. Januar:

„Die Kontrolle der Hamas im Gazastreifen ist erdrückend. Es gibt kaum Pressefreiheit innerhalb Gaza und die Hamas wacht genau darüber, wer von dort berichtet und wohin die Reporter gehen dürfen.“

Erdrückend in der Tat. Trotz Israels Pressebeschränkung.

• Die Hamas brachte es fertig, ein „Massaker für die Medien“ hinzubiegen, als Israel des Beschusses einer UN-Schule beschuldigt wurde. (HonestReporting hatte das schon Tage vorher geahnt.)

• Leute wie Mads Gilbert und Eric Margolis forcierten unbegründete Anschuldigungen über „Massaker“ und „unverhältnismäßigen Militäreinsatz“.

• Die reinen Statistiken selbst sind und bleiben Gegenstand der Debatte – Simona Weinglass fand, dass divergierende Definitionen von „Zivilisten“ seitens der IDF bzw. palästinensischer Gruppen verwirrend sind.

Pressebeschränkungen konnten palästinensische Tricksereien, die den Boden für gegen Israel gerichtete dämonisierende Geschichten bereiteten, nicht verhindern. Welche Form der Berichterstattung hätten wir also gesehen, wenn es keine Pressebeschränkung gegeben hätte?

Kompliment an NY Times-Büroleiter Ethan Bronner, der sich kurz und bündig fasst:

Aber gleich was – Israels Diplomaten wissen, dass Journalisten, vor die Wahl gestellt zwischen Berichterstattung über Tote oder Kontext, stets Ersteres wählen. So haben sie sich in einem Krieg, den sie zwar für notwendig, aber schwer vermittelbar erachten, dafür entschieden, die Medien weit weg vom Tod zu halten.

In einer abschließenden Analyse von 2009 muss man feststellen, dass viele Pressevertreter nicht einfach „neutrale Beobachter“ waren. Sowohl in den Fällen, in denen die MSM missbraucht wurden, als auch in den Fällen, wo die MSM selbst versuchten, Ereignisse zu beeinflussen  – die großen Medien wurden „Mitwirkende“. Wenn dies die Dynamik der asymmetrischen Kriegsführung darstellt, müssen wir uns fragen, ob die Medienberichterstattung nun zur „Kriegsführung mit anderen Mitteln“ geworden ist.

Sderot ein Jahr nach dem Krieg

Posted 16. Dezember 2009 by Bernd Dahlenburg
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HonestReporting Media BackSpin, 16. Dezember 2009

Bald ist der Ausbruch des Gaza-Krieges ein Jahr vorbei und das bedeutet auch, dass sich etliche Artikel damit befassen, wie es Gaza im abgelaufenen Jahr erging. Das wäre fair, wenn die Mainstream-Medien auch überprüfen würden, wie es den anderen Opfern gegangen ist – in Sderot und im westlichen Negev.

Kompliment an NPR für diesen Bericht aus Sderot: Granaten-Schock des Gazakrieges wirkt bei Israelis nach.

Die Immobilienpreise sind um 30 Prozent gestiegen und es gibt einen Beschäftigungshöchststand in der Stadt.

Aber die Bewohner leiden weiterhin an Traumata und erwarten weitere Raketenhagel:

„Wir haben wirklich sehr, sehr harte Zeiten durchgemacht“, sagt Dahan. „Schließlich habe ich den Schutzraum gebaut. Aber ich weiß nicht ob er hält. Ich befürchte, dass sie in Gaza weiterentwickelte Waffen bauen und der Unterstand mich dann auch nicht schützen wird.“

Guardian Leitartikel: „In Israel bringen sie sich oft gegenseitig um“

Posted 16. Dezember 2009 by Bernd Dahlenburg
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HonestReporting Media BackSpin, 16. Dezember 2009

„Die IDF bringt oft Leute um, weil sie deren politische Einstellung nicht mag….“

Lesen Sie dazu bitte das neue Kommuniqué von HonestReporting: Guardian Ed: „In Israel They Murder Each Other a Great Deal“

Heiliger Strohsack!

Posted 16. Dezember 2009 by Bernd Dahlenburg
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HonestReporting Media BackSpin, 16. Dezember 2009

Die Lektüre über das verachtenswerte Anzünden einer Moschee in der West Bank erinnert uns an die Synagogen im Gazastreifen nach dem israelischen Rückzug. Die Medien waren damals den Vandalen gegenüber viel milder gestimmt.

Zum Abspielen des Flash bitte auf die Abbildung klicken.

Dazu passend: What If A Synagogue Were Burnt and Other Silly Questions via Daled Amos

Die meistbefahrene Straße

Posted 14. Dezember 2009 by Bernd Dahlenburg
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HonestReporting Media BackSpin, 14. Dezember 2009

Mitte Dezember heißt, dass manche Reporter wieder auf den Spuren von Josef und Maria Aleem Maqbool, Stephen Farrell, Matthew Price und Rory McCarthy von Nazareth nach Bethlehem wandeln und sich intensiv Checkpoints, Sicherheitszaun und dem einfachen Palästinenser auf der Straße widmen.

Welche Zeitungen verfügen noch über ein Spesenkonto für abgedroschene Weihnachtstrips?

Bleiben Sie dran….

UNRWA: Elend endlos fortschreiben

Posted 10. Dezember 2009 by Bernd Dahlenburg
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HonestReporting Media BackSpin, 10. Dezember 2009

Lesen Sie dazu bitte HonestReportings neue medienkritische Beiträge.

1) Ist es nicht langsam an der Zeit für UNRWA-Chefin Karen AbuZayd, in sich zu gehen und ihr Israel-Bashing kritisch zu hinterfragen? UNRWA: Perpetuating the Misery

2)Der Guardian zitiert umstrittene Angaben über Getötete als Faktum: The Guardian’s Dodgy Death Toll

Die Top 5-Beiträge 2009

Posted 10. Dezember 2009 by Bernd Dahlenburg
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HonestReporting Media BackSpin, 10. Dezember 2009

Ein Blick auf Google Analytics und der kurze Versuch, die Rangliste der 5 meist gelesenen Blogbeiträge dieses Jahres zu interpretieren.

1. Goldstone Report Online
Ich [Anm.: gemeint ist Pesach Benson, bd] postete lediglich einen Link zum UN-Report (in pdf). Ich vermute, die Leser begrüßten es, dass sie direkt dorthin geführt wurden. Die meisten Klicks kamen über Google, also schreibe ich es der Schlagzeile zu.

2. Evolution einer Empörung
Ein Beitrag aus dem Jahr 2003, angelehnt an Goyas Gemälde „Saturn verschlingt eines seiner Kinder“. Eine schmutzige Karikatur, die Sharon dabei zeigt, wie er ein Palästinenserkind verspeist. Beinahe alle Zugriffe erfolgten über Google Images. Bis ich eine bessere Erklärung dafür habe, hake ich es unter „zufällige SEO“ ab. [Anm.: SEO = Search Engine Optimization; bd]

3. Idiotensichere Navigation auf der Beschwerdeseite der BBC
War auch  im letzten Jahr unter den Top 5. Sagt einiges über Beep aus, nicht wahr?

4. Liveblogging zum Medienkrieg, 8. Januar
Es freut mich, dass dieser Eintrag in die Top 5 kam, obwohl der meiste Traffic sich auf diesen  einen Tag beschränkte (Anm.: Ins Deutsche haben wir damals nicht übersetzt bzw. nur Ausschnitte daraus, weil es sehr viel war und sich die Nachrichten überschlugen. Liveblogging war sehr intensiv und ich bedauere, dass ich nicht schon am 27. Dezember damit begonnen hatte.

5. Palästinensische Journalisten: Zahl der Toten weit übertrieben
Die Abweichung zwischen den israelischen und palästinensischen Zahlenangaben bezüglich der Getöteten ist einer der wichtigsten Beiträge im Jahr 2009. Schön, dass die Leser die Botschaft verstanden haben. Es war das erste Posting zu einem Thema, das in diesem Jahr mehrmals angesprochen wurde.

Was will uns die UNRWA eigentlich noch verzapfen?

Posted 8. Dezember 2009 by Bernd Dahlenburg
Categories: Araber, Die Welt und Nahost, NGOs, Nahost allgemein, Palästinenser, UNO, Weltmedien und Nahost

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HonestReporting Media BackSpin, 8. Dezember 2009

Dieser kurze Ausschnitt aus dem Daily Telegraph wirft eine Menge Fragen zur UNRWA auf:

Die UN Relief and Works Agency [UNRWA: bd] gibt eine Zahl von etwa 400.000 palästinensischen Flüchtlingen im Libanon an, aber die tatsächliche Zahl der dort lebenden Palästinenser ist auf etwa 250.000 bis 270.000 gesunken, da viele ins Ausland gingen, so die Auskunft libanesischer und palästinensischer Offizieller.

Die Situation ist immer noch schwierig, aber wie rechtfertigt die UNRWA eine Mittelakquisition, die auf einer stark übertriebenen Zahl von Flüchtlingen basiert? Was will uns die UNRWA eigentlich sonst noch verzapfen?

Dazu passend: Anonyme Quellen zur Aufnahme von Flüchtlingen.

Al-Manar-Berichterstattung dient der Grenzausspähung durch die Hisbollah

Posted 7. Dezember 2009 by Bernd Dahlenburg
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HonestReporting Media BackSpin, 7. Dezember 2009

Die Hisbollah verwischte letztes Wochenende wieder einmal die Grenze zwischen ihrem so genannten „militärischen“ und dem „Medienflügel“ und setzte damit vermutlich westliche Korrespondenten vermehrtem Risiko aus.

Mehdi Kanso, Geheimdienstchef der Gruppe, der 2006 an der Verschleppung der IDF-Reservisten Ehud Goldwasser und Eldad Regev beteiligt gewesen war, wurde kürzlich dabei erwischt, wie er die israelisch-libanesische Grenze ausspionierte. Man geht allgemein nicht davon aus, dass die Hisbollah unmittelbar an der Grenze operiert – was also erzählte Kanso der UNIFIL-Patrouille? Dazu die Jerusalem Post:

Offensichtlich wurde Kanso gestattet, mit seinem Filmequipment  ins Grenzgebiet einzureisen, nachdem er der UNIFIL erzählt hatte, dass er für Al-Manar erbiete, den TV-Sender der Hisbollah.

Diese Tatsache konfrontiert das Committee to Protect Journalists (CPI) neuerlich mit einer Tatsache:  Es ist angemessen, vom CPJ zu erwarten, dass es Kanso zurechtweist, weil dessen Stunts andere Journalisten in Gefahr bringen. Aber 2006 prangerte die Gruppe idiotischerweise israelische Luftangriffe auf den Sendergebäudekomplex von Al-Manar an, als sie schrieb:

Auch wenn Al-Manar als  Propagandaplattform für die Hisbollah dienen dürfte, sieht es nach Beobachtung und Analyse seiner Berichterstattung durch das CPJ heute nicht danach aus, dass es irgendwie erkennbar einer militärischen Funktion dient.

Ein Kommentar in der Washington Times, auf den ich mehrmals verwiesen hatte, veranschaulicht die Fehler in der CPJ-Logik:

Wie aber das Finanzministerium klarstellte, geht es nicht um Al-Manars Rolle als Fernsehsender, sondern um seine unterstützende Rolle bei den Aktivitäten der Hisbollah, einer Organisation, die mehr Amerikaner ermordet hat als jede andere Terrorgruppe, Al Qaida ausgenommen.

„Jede Organisation, die von einer Terrorgruppe geführt wird – ob sie sich als Wohltätigkeitseinrichtung, Wirtschafts- oder Medienunternehmen tarnt – ist ebenso schuldig wie die Terrorgruppe selbst“, sagte Stuart Levey, Unterstaatssekretär im Finanzministerium und zuständig für die Verfolgung der Geldwäsche von Terrororganisationen.

Dazu passend: Terrorist Television

Wie bessert man Fehler in Videos aus?

Posted 7. Dezember 2009 by Bernd Dahlenburg
Categories: Sonstiges

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HonestReporting Media BackSpin, 7. Dezember 2009

Mehr Fragen aufwerfend als Antworten gebend stellt Professor Ken Kobre (via @NiemanLab) sich Fragen bezüglich der Korrektur von Fehlern bei Online-Videos:

Was jedoch, wenn sich ein Fehler im Online-Video einschleicht? Nicht einfach – und es hängt von der Schwere des Fehlers ab. Man muss das Ding vielleicht schnell offline stellen. Und was dann? Das anstößige Material rausschneiden? Erläuterungen am unteren Bildrand einfügen? Szenen oder Interviews neu drehen? Was auch immer, die Re-Editierung eines Videos ist zeit- und arbeitsaufwändiger als die Neuerstellung eines Textes. Oder dem Video eine Textkorrektur anhängen/beifügen? (Aber was wiederum, wenn dieses Video auf Facebook eingestellt wird oder auf anderen Webseiten eingebettet? Die textlich dargestellte Erläuterung/Übergangslösung wäre nicht mehr sichtbar)

….

Kurz gesagt: Angesichts der vielen Möglichkeiten, wie sich Fehler in eine Videostory einnisten können – ehrlich gesagt macht es uns schon stutzig, dass wir nach Betrachten tausender sachlicher Filme niemals auf eine „Video-Korrektur“ gestoßen waren.“ Liegt es daran, dass sie alle perfekt sind? Oder bedeutet es zu viel Arbeit, relativ kleine Fehler auszubessern, so dass man sie ignoriert? Oder macht es zu viel Arbeit, die Fehler zu beheben und das verschandelte Video wird komplett von der Webseite entfernt? Oder die Videos wurden ausgebessert und niemand erfuhr davon?

Zum vollständigen Artikel. [In Englisch]

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Das „D’OH!“ in Homer Simpsons Sprechblase ist zu übersetzen mit seinem berühmten „Nein!“, umgangssprachlich vulgär aber auch mit „Shit“.

Letzter Aufruf zur Nominierung des unehrlichsten Reporters 2009

Posted 7. Dezember 2009 by Bernd Dahlenburg
Categories: Geistesgrößen, Sonstiges, Weltmedien und Nahost

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HonestReporting Media BackSpin, 7. Dezember 2009

Nennen Sie uns bitte einen Reporter oder ein Nachrichtenmedium mit einer kurzen Erklärung, warum er/sie/es verdient hat, diese schmachvolle Auszeichnung zu erhalten. Vorschläge (In Englisch) bitte an action@honestreporting.com

Wir werden das Ergebnis in einem speziellen Kommuniqué noch vor Jahresende bekanntgeben. Hier die bisherigen „Gewinner“ – und vergessen Sie bitte nicht zu wählen!

Faktenchecker ziehen die Gelbe Karte

Posted 7. Dezember 2009 by Bernd Dahlenburg
Categories: Antisemitismus, Die Welt und Nahost, Geistesgrößen, Israel, Nahost allgemein, Palästinenser, UNO, Weltmedien und Nahost

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HonestReporting Media BackSpin, 7. Dezember 2009

Hier ein weiterer Beweis dafür, warum man nicht alles glauben soll, was man liest: Kürzlich erschienene Berichte, dass Zinedine Zidane als Goodwill-Botschafter der UNICEF Gaza besuchen werde, stellten sich als Ente heraus.

Wie die Jerusalem Post schreibt, ist dies nicht nur ein Problem für den französischen Fußballstar und die UNICEF, sondern genauso für Israel und den Journalismus schlechthin:

Für alle ist es extrem beunruhigend: für die UNICEF, UNDP, Zidane, für Israel und die Kinder in Gaza, die sich auf den Besuch einer Fußball Legende freuten.

Und beunruhigend ist auch, dass so viele Journalisten darauf hereinfielen.

Die weltweit verbreiteten und ihm zugeschriebenen Zitate kritisierten speziell Israel, ohne der Hamas oder anderen Palästinensergruppen eine Verantwortung für den Konflikt zu geben.

Sie implizierten, dass Zidane, dessen Eltern algerische Moslems sind, sich bereit erklären würde, seine Popularität dafür einzusetzen, Israel niederzumachen.

Es sieht so aus, dass jemand oder irgendeine Organisation absichtlich die Story erfunden hatte, um Israel in den Dreck zu ziehen und um so Unterstützung für die palästinensische Sache zu bekommen.

Und was hatte Zidane angeblich gesagt?

„Ich werde alles dafür tun, dass die Bewohner Gazas wieder ein großes Lächeln im Gesicht haben. Wegen der israelischen Gewalt haben sie große Verluste, Zerstörungen und Verletzungen erlitten.

Dazu passend: A Failure to Fact Check

Schlagzeile des Tages

Posted 7. Dezember 2009 by Bernd Dahlenburg
Categories: Araber, Die Welt und Nahost, Palästinenser, Weltmedien und Nahost

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HonestReporting Media BackSpin, 7. Dezember 2009

Barghouti ist nicht Mandela. Daran denke ich, wenn ich diese Schlagzeile im Australian lese.

Die EU-Lobby in Israel, Teil 2

Posted 4. Dezember 2009 by Bernd Dahlenburg
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HonestReporting Media BackSpin, 4. Dezember 2009

Eine Aussprache in der Knesset, die das Thema ausländische Finanzierungen von israelischen NGOs behandeln sollte, wurde von eben jenen NGOs boykottiert, die unter verstärkter Beobachtung stehen. In der gestrigen Ausgabe der Jerusalem Post lieferte Naftali Balanson mögliche Erklärungsversuche:

Die Aktivitäten dieser Organisationen veranschaulichen die engstirnigen politischen Ziele einiger Ideologen und ihrer europäischer Hintermänner. Diese Oppositionsgruppen können nicht für sich beanspruchen, in der israelischen Zivilgesellschaft verwurzelt zu sein, wenn sie von der EU und mehreren europäischen Regierungen finanziert werden (darunter auch die Schweiz und Norwegen).

Wenn ’Ir Amim’ Lobbyarbeit wegen Jerusalem betreibt oder ’Yesh Din’ Dutzende Prozesse gegen die israelische Regierungspolitik initiiert, wessen Interessen werden dann damit vertreten? Geld regiert die Welt, und in diesen Beispielen kommen die Sponsoren aus Regierungen in der EU, aus Großbritannien, den Niederlanden und Norwegen. Diese in hohem Maße problematische Finanzierung aus dem Ausland bietet eine „Hintertür“ für europäische Regierungen, die israelische Politik zu beeinflussen, was in scharfem Kontrast zu den üblichen diplomatischen Gepflogenheiten steht.

Die Zielgruppen der aus dem Ausland finanzierten israelischen NGOs verlagern ihre Büros zunehmend ins Ausland. Repräsentanten der B’Tselem-Ableger in Washington und London machen intensiv Lobbyarbeit für den Goldstone-Report. Und Breaking the Silence-„Zeugenaussagen“, in denen die IDF Kriegsverbrechen bezichtigt wird, finden sich in zahllosen Eingaben bei der UNO,  bei Universitätsaktionen und in internationalen Medienbeiträgen.

Es handelt sich hier um dieselben nichtstaatlichen Organisationen, die von den westlichen Medien als Autoritäten angesehen werden, wenn es um Vorwürfe wegen angeblicher Kriegsverbrechen der IDF, den Status von Jerusalem usw. geht.

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Hier noch einmal der erste  Teil: Die EU-Lobby in Israel.

Press TV und die “Wahrheit“ in der Werbung

Posted 4. Dezember 2009 by Bernd Dahlenburg
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HonestReporting Media BackSpin, 4. Dezember 2009

Die britische Werbeaufsichtsbehörde (ASA) entscheidet zugunsten von Press TVs fragwürdiger Werbekampagne. Details im Guardian:

Vier Leute beschwerten sich bei der Behörde mit dem Hinweis darauf, dass die Kampagne in die Irre führe, weil sie verschweige, dass der Sender in iranischem Staatsbesitz ist.

Sie sagten auch, dass die Qualitätsslogans “Wahrheit rund um die Uhr“ und “Die ganze Geschichte“ täuschten, weil sie implizierten, dass der Fernsehsender unvoreingenommene Berichte über Ereignisse bringe, was sie nicht bestätigen könnten.

Aber ASA wies die Beschwerden ab und bemerkte dazu, dass es bei Nachrichtensendern „nicht üblich“ wäre,  anzugeben, wem sie gehörten oder wer sie finanziert.

Die ASA fügte hinzu, dass die Formulierung „Wahrheit rund um die Uhr“ gesehen werde als die „Meinung des Senders über die von ihm gelieferte Information und nicht über einen objektiven Begriff“.

Wahrheit in der Werbung verweist nun also auf die Meinung des Werbers zu der Information, die er liefert? Ich kann die iranischen Spindoctors bereits lachen hören.

Crossposting mit FreeIranNow!

Schwedische Verleumdungskampagne vergiftet ukrainischen Wahlkampf

Posted 4. Dezember 2009 by Bernd Dahlenburg
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HonestReporting Media BackSpin, 4. Dezember 2009

Die schwedische Blutlüge feiet wieder fröhliche Urständ. Dazu Haaretz:

Auf mehreren ukrainischen Webseiten wird die Geschichte verbreitet, dass Israel etwa 25.000 ukrainische Kinder in sein Land geholt habe, um deren Organe zu entnehmen.

Die Behauptung, aufgestellt von einem ukrainischen Philosophieprofessor und Leiter einer pseudo-akademischen Konferenz in Kiew vor fünf Tagen, ist die bisher letzte Bestätigung einer Antisemitismuswelle in diesem Land. Und das alles vier Monate, nachdem eine schwedische Boulevardzeitung einen Artikel veröffentlicht hatte, in dem IDF-Soldaten beschuldigt worden waren, palästinensische Zivilisten getötet zu haben, um deren Organe zu rauben.

Juden, Israel und Antisemitismus sind ein Hauptthema im Präsidentschaftswahlkampf in der Ukraine geworden, wenn einige Akteure antisemitische Statements ablassen und andere dies verurteilen.

Und Meldungen von Palestinian Media Watch zufolge wurden israelische Ärzte wegen derselben Verleumdung von der Teilnahme an einer Medizinerkonferenz in Ägypten ausgeschlossen. Donald Bostroms unverantwortlicher Journalismus hat eine längere Halbwertzeit als der Uranvorrat des Iran und ist genauso radioaktiv.

Stoppt die Verbreitung der schwedischen Verleumdungskampagne!

Posted 4. Dezember 2009 by Bernd Dahlenburg
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HonestReporting Media BackSpin, 4. Dezember 2009

Die falschen Anschuldigungen wegen Organhandels ziehen immer mehr Kreise.

Lesen Sie dazu bitte das neue Kommuniqué von HonestReporting: Stop the Spread of the Swedish Blood Libel

Leseempfehlungen heute

Posted 4. Dezember 2009 by Bernd Dahlenburg
Categories: Antisemitismus, Araber, Die Welt und Nahost, Europ. Medien und Nahost, Islam+Islamisten, Israel, Palästinenser, Weltmedien und Nahost

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HonestReporting Media BackSpin, 4. Dezember 2009

Mythos illegale Siedlungen
“Die schlussfolgernde Analyse, dass die Siedlungen Internationales Recht verletzen würden, beruht ausschließlich auf der bereitwilligen Akzeptanz palästinensischer Erzählungen.“

Wird der Libanon zum Terrorstaat?
Die Regierung billigt der Hisbollah zu, ihre Waffen weiterhin zu tragen und zu horten und unabhängig vom Einverständnis des Staates Krieg zu führen.

Palästinenserstaat ohne Obamas Einmischung errichten
Die Wirtschaft in der Westbank gedeiht, weil Israel diskret beim Nationbuilding hilft.

Warum Israel mit der Hamas nicht über Grenzen verhandelt
Mit ihr über einen Gefangenenaustausch zu verhandeln ist etwa anderes als formale Gespräche mit der Terrorgruppe.

Iranische Razzien jetzt weltweit
Das Regime drangsaliert Iraner im Ausland, die bei Facebook, Twitter, YouTube und auf Blogs zum Widerstand aufrufen.

Die EU-Lobby in Israel

Posted 2. Dezember 2009 by Bernd Dahlenburg
Categories: Antisemitismus, Die Welt und Nahost, Europ. Medien und Nahost, Geistesgrößen, Israel, NGOs, Nahost allgemein, Palästinenser, Weltmedien und Nahost

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HonestReporting Media BackSpin, 2. Dezember 2009

Unlängst spürte Großbritanniens Channel 4 der Existenz einer zwielichtigen Israel-Lobby in UK nach. Er behauptete, dass sie unverantwortlich handle, intransparent sei und ihre Loyalität ausländischen Regierungen schenke.

Nachdem ich gelesen habe, wie die Jerusalem Post sich mit der Untersuchung von NGO-Monitor bezüglich der EU-Finanzierung für israelische NGO’s befasst hat, frage ich mich: Gibt es eine unverschämte EU-Lobby in Israel, die unverantwortlich handelt, intransparent ist und ihre Loyalität ausländischen Regierungen schenkt?

Stellen Sie sich die Empörung vor, wenn Israel – sagen wir mal’ – auf die Teilung Belfasts drängte und einen Großteil seiner finanziellen Unterstützung einer irischen NGO zukommen ließe, die diese Agenda vorantreibt.

So ist es – die EU drängt auf die Teilung Jerusalems und stellte Ir Amim 67 Prozent des Etats für 2007 zur Verfügung, einer Organisation, die auf die Teilung Jerusalems hinarbeitet.

Wie Daniel Fink richtig anmerkt: Der Mangel an Transparenz seitens der EU verschlimmert den arabisch-israelischen Konflikt.

Wer ist an der Situation in Honduras schuld?

Posted 2. Dezember 2009 by Bernd Dahlenburg
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HonestReporting Media BackSpin, 2. Dezember 2009

Raten Sie mal, wen die spanische Tageszeitung El Mundo für die instabile politische Lage in Honduras verantwortlich macht:

- Manuel Zelaya

- Porfirio Lobo

- Barack Obama

- Hugo Chavez

- „Eine Handvoll intriganter Juden“

Richtig vermutet!